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A lK. vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien fjansestadt Bremen
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Die 22-mw-Zeile im Anzeigenteil 12 eH/, die 78-mm-Zeile im Tert- teil 75 Ermäßigte Grundpreis« (für kleine, Familienanzeigen u. sowie sonstige Bedingungen Preisliste 6 (Nachlaßstaffel 6). Für Anzeigen durch den Fernsprecher kein« Gewähr. Annahmeschiuß 16 Uhr. Geschäftsstellen: In Dremenl Geeren 6—8, Fernsprechsammel- nummer 5 41 21. Nachtruf 51118l Obernstraße Nr. 86, Fornsn^cher 5 4121? Hastedter Heerstr. 403/07. In Oldenburg, Staustraße Nr. 21» Fernsprecher Nr. 36 09.
der Nationalsozialisten Bremens
flmtliches Nerkündungsblakt des Beichsstatlljaliers in Oldenburg und Bremen
Nr. 104 / S. Jalirgang
Freitag, IS.flpril 19ZS
kinzelpreis 1S Npf.
Nom und London sind sich einig
die italienisch-englischen Verhandlungen erfolgreich beendet / Morgen Unter;eichnung des slbkommens
U. t.
keift tiano nach London?
Rom,. 15. April.
Die feierliche Unterzeichnung des italienisch- englischen Abkommens wird, einem amtlichen Bericht zufolge, Sonnabend nachnlittag in Rom im Palazzo Chigi erfolgen. Es handelt sich um ein Dokument von 2V Seiten, das anschließend veröffentlicht wird.
Mussolini hat Donnerstag in Anwesenheit des italienischen Außenministers Graf Ciano den englischen Botschafter Lord Perth im Palazzo Venezia empfangen, um die endgültige Fassung des italienisch-englischen Abkommens zu überprüfen, womit die englisch-italienischen > Besprechungen ihren Abschlug fanden. Da das Abkommen nunmehr, wie die Londoner Vertreter der römischen Presse erklären, auch vom englischen Kabinett geprüft und gebilligt worden sei, andererseits bereits die Zustimmung der italienischen Regierung hätte, könne man Mit Bestimmtheit annehmen, daß am Sonnabend nicht nur die Paraphiernng, sondern auch die endgültige Unterzeichnung vor sich gehen werde. In diesem Zusammenhang wird in den Londoner Berichten erklärt, daß eine Reise des Grafen Ciano nach London in dortigen Kreisen trotz, des Fehlens einer offiziellen Bestätigung als sehr wahrscheinlich angesehen werde, da bisher weder von Royi noch von London ein Dementi erfolgt sei. . , .
Mailand, 15. April. .
Die Turiner „E'azstta del Popolo" erblickt in der Regelung der Beziehungen zwischen Italien u-iü> Großbritannien die Anzeichen für eine neue europäische Politik. Die Nachricht von der bevorstehenden Unter- , . Zeichnung des Abkommens habe die internationale Presse
! M einer weniger pessimistischen Beurteilung der Lage geführt.
Eine Hinauszögerung der Annäherung, wie Eden sie betriebe» habe, hätte einen geraden Weg zum Krieg bedeutet.
Die Verständigung märe nicht möglich gewesen, wenn Ehamberlain vorher nicht eine klare Uebersicht über die Lage und die Möglichkeiten sowie die Kraft gehabt hätte, sich Edens zu entledigen und den Angriffen des internationalen Marxismus Widerstand zu leisten. Chamüerlwiu hätte aber auch nichts Entscheidenderes erreichen können, wenn er wicht beim Duce einen ebensolchen guten Willen und einen nicht geringeren Friedenswunsch vorgefunden hätte. Zu den unmittelbarsten Folgeerscheinungen des bevorstehenden Abkommens gehöre der Anfang einer Neuorientierung Frankreichs. Man spreche in Frankreich nicht mehr von Einmischung in Spanien und voll einem „Zusammenschluß der großen Demokratien gegen die totalitäre Herrschaftsform", >on- dern man bseÄe sich, dsm Vöiispi>e.l EnAlmids zu fol- gen. Nach halbamtlichen Auslassungen habe die Regierung Taladier die Anerkennung des italienischen Imperiums, die Ernennung eines französischen Botschafters in Rom und die Wiederannäherung an Italien rm Programm. Auch in dieser Hinsicht werde das italienisch- englische Abkommen als ein entscheidender Beitrag zur Besserung der europäischen Lage anzusehen sein.
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(Liasvsr vrsLtdsriebt äsr „Lismsr 2sitrwZ")
Rom. 1S. April.
52 Bataillone „junger Faschisten" und 31 Einheiten Aventgardisten mit insgesamt 30 000 Angehörigen der »Zugend des Littorio" vom 14. brs 22. ->ahre werden im Rahmen des Führerbesuches in Rom vor Adolf Hitler zur militärischen Musterung antreten. .
In dem riesigen Zeltlager von Centocelle bei Rom weiden Lei der Ankunft des Führers und des Duce dre Ehrenformationen der faschrstlschen fugend und 4000 Trompetet Salut erweisen. Vor dem ä?uh r^re nt Wickel sich dann ein großes Schaumanover, wobei Ma,chrnen- gewehrabteilungen. Batterien. Kavallerieabteilungen und motorisierte Einheiten der »Tugend des Littorio zum Angriff vorgehen werden. 14 SegEugzeuge, gleichfalls von Angehörigen der falchiltischen fugend L- setzt, folgen den militärischen Operationen und zeigen Luftakrobatik. Die Kundgebung hat den Zweck dem Führer den Grad der militärischen Ausbildung der fugend Italiens zu zeigen. Es folgen Exerzierubungen der SO 000 in geschlossener Front und Gechutzexerzieren. D e Kundgebung schließt mit den nationalen Hymnen, die von 4000 Trompetern geblasen werden.
Zu dem großen Empfang auf dem Kapital in Rom, den zu Ehren des Führers der Gouverneur von Rom gibt. verlauten jetzt Einzelheiten. Vor dem Empfang
findet in Julius Cäsars Senatorenpalast ein Festkonzert
statt. Sodann begibt sich der Führer mit dem Gouverneur durch den neu errichteten Konservatoren-Pal st s das Kapital In den Prunksälen des Palastes und rn den Räumlichkeiten des anschließenden Mu>eums Muffo- lini findet der große Empfang statt, an dem die F h - schaft der Partei, Persönlichkeiten .der Politik, der Diplomatie, der Kunst und der Wistenichaft teilneh
von Ifchammer und Osten Staatssekretär
Berlin, 15. April.
Der Führer und Reichskanzler hat «u? Vorschlag des Reichsministers des Znii-rn Dr. §r.ck den R-.chs,portt sichrer von Tschammer und Osten den Rang Staatssekretärs verliehe«.
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Zusammenkunft Haladier-tlsomberlainl
Verteidigungskragen und das engNstk-italienische stbkommen im Vordergrund
London, 15. April.
Die Londoner Presse beschäftigt sich ausführlich mit einer angeblich bevorstehenden Zusammenkunft britischer und französischer Minister. Die „Time s" beschränkt sich dabei auf einen Bericht ihres Pariser Korrespondenten, wonach Daladier und Bonnet voraussichtlich mit Chain- berlain «nd Lord Halifax eine Reihe europäischer Fragen besprechen würden, die eine englisch-französische Zusammenarbeit erforderten. Als Zeitpunkt werde das Wochenende nach Ostern genannt. Es sei aber nicht bekannt, ob die Besprechungen in London oder Paris stattfänden. ,
Der diplomatische Korrespondent des „D aily Lel e- graph" schreibt, die Besprechungen würden sich wahrscheinlich um die gemeinsame Verteidigung der beiden Länder drehen. Man nehme allgemein an, daß Frankreich unter seiner neuen Regierung bereit sei, mit England bei der Zusammenfassung der Hilfsquellen zusammenzuarbeiten. Nach dem diplomatischen Korrespondenten der ..Daily Mail" soll auch - die Zusammenarbeit der britischen und französischen Marine besprochen werden. Das englisch-italienische Abkommen werde einen weiteren Verhandlungsgegenstand bilden. Frankreichsei allem Anschein nach zu sofortigen Verhandlungen mit
Italien bereit. Der politische. Korrespondent des „Daily Expre ß" nennt bereits genaue Pläne für eine weitgehende politisch-technische Zusammenarbeit der Geyeral- stäbe.
Paris, 15. April.
. Auch in Paris sind Gerüchte Wer eine Reise Dala- diers und Bonnets nach London verbreitet, die, wie der „Excelsior" berichtet, im Foreign Office und am Quai d'Lrsay weder bestätigt noch in Abrede gestellt werden. Eine unmittelbare Fühlungnahme zwischen den französischen und englischen Staatsmännern sei jedenfalls eine für früher oder später in Aussicht genommene Möglichkeit, besonders nachdem das neue Kabinett die Gesamtheit der innen- und außenpolitischen Fragen reiflich geprüft haben werde.
Höre Vettffta unterwegs nach Malta
London, 15. April.
Kriegsminister Sir Höre Belisha verließ am Donnerstagvormittag um 11 Uhr mit dem Zug London, um sich nach Malta zu begehen. Premierminister Chamberlain bestätigte im Unterhaus auf eine entsprechende Anfrage, daß der Kriegsminister Mussolini „einen Höflichkeitsbesuch" abstatten werde. Der Besuch habe „keinerlei politische Bedeutung".
Dee Hatt^eltec cuA L«e
Onlsi-stlltzt cicrs lMswsi-lc un6 k(mcl''! — v/srcist s4ftglisc! 6sr I^5V.!
Unser Gauleiter Carl Röver, erlaßt folgenden Aufruf:
„Noch sind uns die geschichtlichen Tage der letzten Wochen in Erinnerung. Einzigartige Geschehnisse ließen einen tausendjährigen Traum Wirklichkeit werden. Großdeutschland steht und wird nimmermehr fallen. Auch der Gau Weser-Ems stand in Treue zur Fahne des Führers.
Erhöhte Anforderungen werden an die Partei, ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbände gestellt. Es gilt, Schäden, die in Jahrzehnten, ja, in Jahrhunderten vor uns entstanden sind, wiedergutzumachen.
Dabei denken wir in erster Linie an „Mutter und Kin d", als die Garanten der Zukunft unseres herrlichen Volkes, dessen Gesundheitsführung in den Händen der NS.-Volks- wohlfahrt liegt.
Zur Bewältigung dieser großen, uns vom Führer gestellten Aufgaben, bedarf es der - Mitarbeit aller Volksgenossen des Gaues Weser-Ems. Betrachten wir es als eine Ehre und eine Selbstverständlichkeit, Mitglied der NS.-Volkswohlfahrt zu sein. Ich rufe daher die Bevölkerung des Gaues Weser-Ems — soweit sie ihr noch fernsteht — auf, nunmehr ihren Eintritt zu vollziehen.
Anmeldungen nehmen alle Dienststellen der Partei und ihrer Aemter für Volkswohlfahrt, sowie NSV.-Walter und -Walterinnen bereitwilligst entgegen.
Heil Hitler!
Carl Röver,
Gauleiter und Reichsstatthalter."
Vrei Wochen „Feierabend"
Unser Pariser Mitarbeiter schildert in folgender Darstellung die» katastrophale Lage der unter dem Druck der bolschewistischen Agenten streikenden französischen Metallarbeiter.
Seit drei Wochen wird nun schon in der Pariser Metallindustrie gestreikt. Den Anfang machten die Citroen-Werke. Mit einem Schlage traten Wer 20 000 Mann in den Ausstand. Von Tag zn Tag wuchs di» Zahl der Streikenden und der besetzten Fabriken. De« Kraftwagenwerken gesellten sich die Fabriken der Flugzeugindustrie hinzu, die Radiofabriken, die Kabelwerk« für den Telephonbau, die Motorenindnstrie. Den Schlußstrich haben die Renault-Werke unter diese Streikbilwnz gesetzt, bei denen am 20. Tage nach Ausbrnch der Kriss Wer 35 000 Arbeiter in den Ausstand traten. Damit war die Gesamtzahl auf rund 150 000 gestiegen, d. h. einschließlich der Familien der Streikenden sind schätzungsweise rund eine halbe Million Personen direkt von dem Streik betroffen, nicht eingerechnet die zahl« losen kleinen Händler, und Gewerbetreibenden, die von dem Streik, der jetzt schon in die vierte Woche gehtz auf das schwerste in Mitleidenschaft gezogen werden« Möglich, daß die Forderungen der Arbeiter — u. a, Erhöhung des Stundenlohnes um 0,75 Franken — Erfolg haben worden, was zur Stunde allerdings noch sehr fraglich ist. Aber auch in diesem Falle — was hätten sie wirklich damit erreicht? Auf der einen Seit« ein w-ochenlanger Vevdienstausfall, auf der andere« Seite aber Mietschulden, Schulden bei den Kaufleute»
— sofern diese überhaupt noch Kredit geben können —, Schulden bei den Gewerbetreibenden, alles in allem Schulden, die erst wach Monaten wieder abgedeckt werden können. Es erscheint daher durchaus glaubhafte daß — wie die Pariser Rechtspresse erklärt — ein großer Teil der Arbeiterschaft den Streik nur sehr widerwillig und nur unter dem brutalen Druck der kommunistischen Agenten mitmacht, die ohne eine Befragung der Belegschaften einfach den Ausstand erklärt haben.
St rage »bild in Llichy, einem der Randviertsl von Paris, in -den: ein großer Teil der Schwerindustrie der Hauptstadt massiert ist. Nachmittags um 2 Uhr. Die Frühlingssonne verleiht den trostlosen Oedflächs» und Sandplätzen zwischen den einzelnen Fabrikkomplexon ) einen trügerischen Schein von Farbe, den aber jed- Wolke, die -sich vor die Sonne schiebt, sofort wieder verwischt und die graue Monotonie wieder um so krasser enthüllt, lleberall stehen Menischengruppen herum, Hände in den Taschen, die Gesichter gelangweilt. Nur ganz junge oder ältere Arbeiter, denn die „mittleren Altersschichten" sind aus Befehl der kommunistischen Streikleitung in den Fabriken eingeschlossen wie j« einem Gefängnis. Sie halten die Werkstätten „besetzt"« Die Lehrlinge und die „Alten" hat man abgeschoben, sie dürfen sich auf der Straße langweilen. Ueberall liegen sie auf Stein- und Schotterhwufen, frierend in der Sonne, deren Strahlen noch ohne Kraft sind.. Si« wissen nicht, was sie mit sich selbst anfangen sollen. Zu Hause jammern die Frauen, die nicht mehr wissen, wo sie noch das Brot für die Kinder auftrsiben sollen. Als» bleibt nur die Straße, denn auch die Wirte geben keinen Kredit mehr. Die Kneipen sind leer. Selbst der Gaukle^ der an einer Straßenecke seine Kunst im Fsuerschlucksn' zeigt,-packt seine Utsnsiliem bereits nach kurzer Zeit wieder zusammen. Es lohnt sich nicht. Der flache Teiles der vor ihm steht, weist nur wenige, spärliche Nickelstücks auf. Eine deprimierende Langeweile schleicht durch die Straßen und zieht alles in ihren Bann. Für eine kurze Stunde scheint etwas Abwechselung in das trostlose Bild zu ziehen, als die Musikkapelle einer benachbarten Jnfanieriekaserne auf einem der Sandplätzs ihren Rekruten „musikalischen Unterricht" erteilt. Nach und nach zieht sich ein großer Kreis von Zuhörern zusammen, als aber die Soldaten wieder abmarschiere»^ senkt sich sofort wieder die Langeweile hernieder. Di«
Vnser
Morgen wird das italienisch-englische Abkomme«! unterzeichnet.
In London und Paris rechnet man mit einer Zm sammenkunst Chamberlains und Daladiers. Francos Truppen eroberten in den Pyrenäen weiteres Gelände.
Durch jüdische Emigranten wurde in Südafrika di» Beulenpest eingeschleppt.
Durch ein Grubenunglück bei Vückeburg wurde« zwei Arbeiter getötet.
19 Verletzte forderte ein Autobusunglück in Wil» helmshaven.
Unser Gauleiter erläßt einen Ausruf zur Mitwirkung in der NSV.
Die private Krankenversicherung erhöhte ihre Leu, stungen.
Auch in diesem 2ahre werden in Bremen zahlreich- größere Tagungen und Veranstaltungen durchgeführt