Ausgabe 
(13.4.1938) Nr. 102
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden Viirgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen

Slnzekgen - Grundpreise;

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der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches Nerkündungsbiatt des Neichsstatchalters in0ldeyburg und Meinen

Nr. 102/8. Jahrgang

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Unterzeichnung Sonnabend Der Inßalt des ßbkommens

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, r. London, 13. April.

Nach übereinstimmenden Informationen ist für Sonnabend die Unterzeichnung des eng­lisch-italienischen Abkommens zu erwarten, das aus einem größten Vertragswerk bestehen soll. Während einige der Abmachungen in der Form von Verträgen niedergelegt werden, finden andere ihre Bestätigung durch den Austausch von Briefen zwischen den beiden Regie­rungen.

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' Eine Mantelnote macht das Inkrafttreten des Ver- tragswerkes von der Regelung der Fr eiw illigen- srage in Spanien abhängig. Hierbei hat man zweierlei im Auge: Entweder werden die italienischen Freiwilligen nach einem baldigen EndsiegFran- cos zurückgezogen oder ihre Evakuiernng erfolgt im Verlauf der Durchführung des bekannten englischen Planes. Wie die englische Presse behauptet, hält Italien eine Teilung Palästinas mit der Aufrechterhal­tung des Status guo im östlichen Mittelmeer für un­vereinbar. Es hat daher die Erteilung eines Blanko­schecks angeblich abgelehnt und seine weitere Stellung­nahme von den Vorschlägen der neuen britischen Palästina-Kommission abhängig gemachl. Dagegen soll Rom den Status guo i-n Arabien und die Ansprüche Englands aus das Hinterland von Aden anerkannt haben.

Gleichzeitig wird behauptet, daß eine gemeinsame Stellungnahme gegen das mögliche Eindringen einer -ritreii Macht (Sowjetrußland) in Arabien vereinbart worden sei. Die den Suez-Kanal betreffenden Ab­machungen werden in einem weiteren Dokument nieder­gelegt, das auch die Unterschrift Aegyptens tragen wird.

Hinsichtlich Aethiopiens wurde eine Festlegung der Grenzen abgesprochen. Das Problem der Liquidierung der abessinischen Frage vor der Eenser Liga wurde durch eine entsprechende Note Englands bereits in die Wege geleitet. Man hofft in London, dieses Problem auf der Genfer Maiversammlung ohne Schwierigkeiten aus der Welt schaffe» zu können.

Ver Wortlaut der britischen Note

s , Genf, 13. April.

-Die Note des Foreign Office an den Generalsekretär der Genfer Liga über die ALessiniensrage lautet fol­gendermaßen:

„Herr Generalsekretär! 2m Auftrage des britischen Außenministers beehre ich mich, Ihnen folgendes mitzu­teilen: Die britische Regierung hat die anormale Lage geprüft, die sich aus der Tatsache ergibt, daß viele Mit­gliedsstaaten der Liga, darunter nicht weniger als fünf im Rat vertretene Staaten, die Ausübung der Sou­veränität der italienischen Regierung über Abessinien anerkennen, oder Beschlüsse gefaßt haben, die diese An­erkennung beinhalten, während andere Mitglieder der Liga das nicht getan haben. Die britische Re­gierung glaubt, daß diese Lage geklärt werden mug. Demgemäß bin ich beauftragt, Sie zu ersuchen, aus die Tagesordnung der nächsten Ratstagung der Liga fol­gendes zu setzen: „Folgerungen aus der gegenwärtigen Lage in Abessinien". gez. Philipp Nicols."

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Die fünf RatsmitgliHer, auf die in dieser englischen Mitteilung angespielt wird, sind offenbar Polen, Belgien, Rumänien, Lettland und Ecua- dor. Der Generalsekretär hat, wie man Hort, die eng­lische Mitteilung in der üblichen Weise den Ratsmit­gliedern sowie den übrigen MitgliÄ»ern der Liga zur Kenntnis gebracht. Wenn kein Widerspruch «folgt, wird der Punkt Abessinien in der von der eng­

lischen Regierung gewünschten Fassung auf der Tages­ordnung der am 9. Mai beginnenden Tagung erscheinen.

Die Festigung des europäischen Friedens hat in überaus hoffnungsvoller Weise durch den glück­lichen Verlauf der englisch-italienischen Verhand­lungen eine weitere Fortführung erfahren. Auch hier hat sich erwiesen, daß das notorische Geschrei der europäischen Kriegshetzer in dem Augenblick wirkungslos wird, in dem sich eine zielbewußte und kraftvolle Staatsführung dazu entschließt, die gegebenen Gelegenheiten zu nutzen und den Willen zum Frieden nicht nur in Worten bestehen zu lassen, sondern ihn durch die Tat selbst zu bekräf­tigen. Der Abschluß verschiedener englisch-italieni­scher Vereinbarungen steht unmittelbar bevor. Es ist unnötig, vor ihrer Veröffentlichung schon jetzt auf die eine oder andere der bisher bekannt gewor­denen Einzelheiten einzugehen, allein ausschlag­gebend ist auch in diesem Falle das Grundsätzliche Zweifellos beseitigt das Ergebnis der direkten englisch-italienischen Fühlungnahme die starken psychologischen Hemmungen, die bisher zwischen London und Rom bestanden und die mit einer der wichtigsten Gründe des bisherigen Spannrings-. Zustandes im Mittelmeer waren. Wenn auch ein Ausgleich der Interessen nicht in allen Punkten hundertprozentig erreicht und fixiert werden kann, so mindert das doch keineswegs die große Trag­weite der englisch-italienischen Verständigungs­bemühungen herab, die einfach darin besteht, daß ein Weg gefunden wurde und daß es möglich ist, ihn auch in Zukunft weiter zu beschneiten. Mit der generellen Lösung der sogenannten „Abessinien- Frage", die mit der Anerkennung des italienischen Imperiums durch England eingeleitet fein dürfte, verschwindet auch eine völkerrechtliche Absurdität, die das große „Verdienst" Genfs ist, und die sehr leicht zu neuen Komplikationen und Mißverständ­nissen hätte führen können. Auch in dieser Rich­tung ist also einStückdesaltenEuropa, das sich in den Verstrickungen der Friedensdiktate und in den Genfer Irrtümern selbst fesselte, liquidiert.

knglands presse schwenkt um

Lügenhetze gegen Italien gebremst

London, 13. April.

Der Ton der Berichterstattung der englischen Zeitun­gen über Italien hat plötzlich eine bemerkenswerte neue Färbung erhalten. Verschwunden sind in den Links­blättern wie auf einen Wink die Alnrmnachrichten über angebliche neue italienische Truppensendungen nach Spanien oder Lybien. Wo man gestern noch von wilden Ausständen aüesfinischer Eingeborener faselt« und von der angeblichen Machtlosigkeit der italienischen Verwal­tung sprach, herrscht heute Stillschweigen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Neuer Sieg in 0er flrbeilsschlacht

Vor Stand der vorjährige,, flrbeitslosigkeit wird bereits im flpril unterschritten

Berlin, 13. April.

Der Präsident der Reichsanstalt für Arböltsoermitt- kipig und Arbeitslosenversicherung teilt mit:

Die Arbeitslosigkeit, ging im März, wie bereits nn^ geteilt, um 439 000 zurück. Durch diese augergewohiMch starke.Abnahme erreichte die Zahl der Ar b ei ts l o! ensä> zu Beginn des Frühjahres mit 508 000 denselben Sta , der im Vorjahr erst im August erreicht wurde. Inner­halb weniger Wochen ist also die wmterliche Arb - losigkeit überwunden worden. Der ^.resstand de - ' jährigen Arbeitslosigkeit (September 1937. 1

dürste dieses Jahr schon im April unter,chrrtten werden.

8 Landesarbeitsamtsbezirke (Nordmark, Rheinland, Westfalen, Hessen und Südwestdeutschlaick) lag -

reits im März unter dem vorjährigen Tieptan . , übrigen Landesarbettsamtsbezirke, deren sarsonmag g

Ungarn erkennt Anschlich an

Umwandlung der Wiener ungarischen Gesandtschaft Budapest, 13. April.

Amtlich wird mitgeteilt: Der Rcichsverweser hat au, Borschlag des Ministers des Aeußern gestattet, das' ungarische Gesandtschaft in Wien M einem nngarqchen

Keneralkonsnlat umorganisiert wird,

Belastung allerdings durchweg stärker war, liegen nur noch wenig über dem vorjährigen Tiefstand. Lediglich Bayern und Schlesien weisen noch eine stärkere Be­lastung auf.

Der große Rückgang der Arbeitslosigkeit im März wurde ermöglicht durch das milde Wetter, das von allen witterungsabhängigen Wirtschaftszweigen Lei dem vorliegenden großen Auftragsbestand benutzt wurde, die Arbeiten früher als sonst üblich in Gang zu bringen. In­folge dessen entfällt auf die Saisonaußenberufe allein ein Rückgang von 278 000; daran ist das Baugewerbe einschließlich der Bauhilfsarbeiter mit 204 000 beteiligt.

Hinsichtlich der Arbeitseinsatzfähigkeit und Ausgleichs- fähigkeit der Arbeitslosen ergibt sich dasselbe Bild wie bei dem entsprechenden Stand der Arbeitslosigkeit im Vorjahre. Ende August 1937 waren bei einer Ge­samtzahl von 509 000 Arbeitslosen 81000 voll einsatz- fähig und ausgleichsfähig, im März 1938 bei 508 000 Arbeitslosen rund 87 000. Nicht voll einsatzfähig waren damals 167 000, jetzt 171000; das ist etwa ein Drifte! aller Arbeitslosen. Abgesehen von den Bauhilzs- ar Leitern betrug der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den ungelernten Arbeitern 91000.

Die Beschäftigungslage der Angestellten hat sich weiter gebessert. Die Zahl der Arbeitslosen ging im März um 9000 zurück, wovon über die Hälfte auf die Bernfsgruppe der kaufmännischen und Büroangestellten entfällt,

Uwe neu« ävntsvbe Lotsebokter in Ikon» siiiAskiibrt. Dsr nsns äsntsobs Osssväts in Rom, von Nacksnsoil «vuräs am Lonntag clsm Lönig von Italien unä Lamor von ^.otbiopisn vorgestellt. Von Llaeksnssn (reekts) mit item Llarobsss Olarslli in äsr vsutsoksn Dotscbatt. (kresss-HEmann)'

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s.s. Berlin, 13. April.

Die bolschewistischen Machthaber in Moskau haben die letzten Wochen, in denen sich das Interesse der Welt der mitteleuropäischen Probleme annahm, dazu benutzt, um eine Reihe von „Swubernngsaktionen" zur Durch sührung zu bringen, die in anderen Zeitläuften selbst den Hohn salonbolschewistischer, jüdischer Literaten in England und Amerika ausgelöst haben würden. Die bezeichnendste unter ihnen war wohl die Verhaf­tungswelle, die bis in die letzten Dörfer hinein das gesamte sowjetrussische Postwesen erreicht hat. Ueber die unmöglichen Zustände in denen sich dieses Postwesen befindet, heißt es in einer sowjetwmtlichen Meldung:

„Die gröbsten Verletzungen der Arbeitsdisziplin, Saufgelage, Diebstahl, Spekulation, falsche Beförderung der Post und Zeitungen, Wegwerfen der Post aus den Postwaggons usw., sind an der Tages­ordnung und nehmen kein Ende. Das kommt davon, daß die Abteilungen für Postbeförderung von allen an­deren Abteilungen des Postwesens am stärksten von korrupten Elementen durchsetzt sind. Es muß schnellstens für die Entfernung der Gauner, Spekulanten, Erpresser und böswilligen Totengräber der Ar­beitsdisziplin gesorgt werden."

Und wie die Henkersknechte der GPU. für Massen- verhaftungen im sowjstrnssiischen Postwesen gesorgt haben!

Kennzeichnender aber für den Bolschewismus als alle diese Aktionen ist die Tatsache, daß sie unter einer, neuen Propagandathese durchgeführt werden, einer These, die Zehntwnsenden von Menschen im Jahre 1938 noch das Leben kosten wird. Diese These heißt „Selb st- ckritik". Sie wurde von dem roten Zaren Stalin selbst ausgegeben, und eine amtliche Erläuterung der Selbstkritik in der Sowjetunion erbringt den Nach­weis dafür, daß die' aus dem -großen Moskauer Schau- prozeß sattsam bekannten Selbstbezichtigungen sowjet- russischer Staatsbürger in Zukunft noch weit besser Schule machen werden als bisher. Die These der „Selbstkritik" ist sowjeta-mMch anläßlich Aer ausgeschrie­benen Wahlen in den Parteiorganisationen ausgegeben worden.

Bisher konnte jeder Verbrecher und treue Gefolgs­mann Stalins hingehen und erklären: „Väterchen so­wieso ist ein Trotzkist, also ein Spion, also sollte man ihn den Kopf abschlagen." Der Betreffende wurde ver­haftet und mehr oder weniger schnell „liquidiert". Das war die äußere Kritik. Sie duldete jeden Ankläger und rettete diesem wenigstens für einige Zeit das eigene Leben. Weil nun aber durch das immer bedrohlicher werdende Denunziantentum' jeder jeden anprangerte, mußte dem ein Ende gemacht werden, und Stalin schuf die These der „Selbstkritik", die ihm immer schon so sehr in den großen außenpolitischen Prozessen gefallen hatte.

Es soll nun kein Genosse mehr hingehen und einen Brief an die Zeitung des Ortssowjets schreiben, in dem er den Genossen sowieso bezichtigt, ein Schurke zu sein, sondern er soll einen Brief schreiben, in dem es sinn­gemäß Heißt: „Neulich Hab« ich Väterchen Stalin im.

Rundfunk gehört. Mir standen die Tränen in de«' Aughn, als ich den geliebten Sohn des Volkes Wer die verruchten'Verbrechen sprechen hörte, die die Trotz­kisten in der Sowjetunion vorbereiten. Da dachte ich mir, ich bin auch so ein Trotzkist, überlegte m-ir's einige Tage und schreibe nun diesen Brief. Hoffentlich wird mir Väterchen Stalin ' gnädigst einen Genickschuß ge­währen. Ich hoffe durch diesen Beitrag dem System der Selbstkritik genutzt zu haben."

Die fowjetamtliche Korrespondenz hat jedenfalls einen Leitartikel der „Prawda" wiedergegeben, der uns diese Schlußfolgerung zuläßt. Darin heißt es, eine der ent­scheidendsten Notwendigkeiten der „innerparteilichen Demokratie" sei die Berichterstattung über alle Fehler, die gemacht worden seien in Form der „Selbstkritik". Wie das zu geschehen hak, dafür hat die sowjetrussische Provinzpresse immer wieder Bei­spiele gegeben. In den Betriebsversammlungen hat der betreffende Genosse, der sich durch die Worte des Partei- redners gegeißelt zu fühlen hak, in der Diskussion plötz­lich aufzusehen und zu erklären: „Ich habe schlecht ge­arbeitet, ich bin ein Schurke, ein faschistischer Saboteur."

Die „Prawda" - erklärt in ihrem Leitartikel weiter, daß derartige Berichte durchaus keine Formalitäten seien, was allerdings wohl auch ein Laie nicht auweh-- m-en möchte. Denn, da eine derartige „Selbstkritik" i« der Sowjetunion auch von der GPU. zur Kenntnis ge-

Der Vertrag Rom—London ist perfekt.

In der französischen Kammer wurde Daladiers Re­gierungserklärung mit starker Mehrheit ange­nommen.

Ungarn erkennt den Anschluß Oesterreichs an das Reich an.

Die Reichsarbeitslosenzifser hat im April schon deq tiefsten Stand von August 1937 unterboten.

Der Reichswirtschaftsminister hat auch die letzten Beschränkungen für die Mitnahme von Zahlungs­mitteln im Reiseverkehr nach Oesterreich aufge­hoben.

Dr. Goebbels hat Versammlungsruhe bis zuuk 29. April angeordnet.

Kreisleiter Blanke drückte zur Wahl Dank und An­erkennung der Bevölkerung und allen Mithelfern aus.

Zum Abschluß des Reichsberusswettkampfes werden Dr. Ley und Valdur von Schirach in Hamburg sprechen.

Unter Beteiligung der Partei, des Staates und der Wirtschaft wurde das „Walfangkontor Bremen" gegründet.

Die Zellwollverarbeitung bei der Bremer Woll­kämmerei hat sich 1937 um ein Vielfaches erhöht.

Im Düsseldorfer Esch-Prozeß wurde das Urteil ae» fällt.

In Hude wurde die bisher größte Jugendherberge im Landesverbandsbereich Unterweser-Cms g«, richtet.