Ausgabe 
(9.4.1938) Nr. 98
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Werner Mung

parteiamtliche Lagesz eiiung

Das flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Lreien fjansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches NerkündungsblaN des Neichsstattliaiters in Oldendurg und Nremen

Nr. 98 / 6. Jahrgang

Sonnabend, 9. flpril 19Z6

Linzelpreis 15 Npf.

stermann störings stufruf an die Nation

E Kundgebung im verliner Sportpalast / vegeisterter Jubel um den Seneralfeldmarschall

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wadheit - Kampbeil

(vrsdkbsriekt unserer Lsrliusr LedriktlsibunA) rci. Berlin» S. April Am Vorabend des Tages des Großdeutschen Reiches stand die Reichshauptstadt noch einmal im Banne einer machtvollen Kundgebung im Berliner Sportpalast. Generalfeldmarschall Hermann Göring richtete an diesem Abend an die Millionen- massen der Reichshauptstadt einen mitreißenden, flammenden Aufruf, der auch den letzten Volks­genossen an seine Ehrenpflicht mahnte.

Mahlzeit bedeutet Kampfzeit. Das Hut in den ver­gangenen Wochen ganz Deutschland, das haben alle Volksgenossen in Stadt und Land erfahren. Eine Welle von Wahlkundgebungen hat auch den Letzten aufge­klärt und ihn auf seine Pflicht hingewiesen. Den macht­vollen Auftakt zu diesem großen Machtkampf erbebten die Berliner, als Reichspropagandanrinister Dr. Goeb­bels von dem Rednerpult des Sportpalastes aus, die­ser alten Kampfstätte der Bewegung, den ersten flam­menden Appell an dus deutsche Volk richtete. Don der gleichen historischen Kundgebungsstätte aus sprachen alsdann der Führer und der erste Statthalter der deut­schen Ostmark. Pg. Seyß-Jnquart. Gestern abend stand der Sportpalast zum letzten Male im Zeichen des Wahlkampfes. Trotz der.Anstrengungen der vergangenen Tage hatte die Ankündigung, daß Hermann Göring im Sportpalast das Wort ergreifen werde, bei den Berlinern ihre Wirkung nicht versohlt. Nachdem die Berliner Bevölkerung in den vergangenen Wochen in riesigen Massenaufmärschen ein begeistertes Bekenntnis abgelegt hatte, scharte sie sich an diesem Abend noch ein­mal zu Zehntausenden um die auf Straßen und Plätzen aufgestellten Lauts-precherfäulen, und der riesige Ver­sammlungsraum des Sportpalastes selbst war bereits lange vor Beginn der Kundgebung bis auf den letzten Platz gefüllt.^

Im strahlenden Licht der Scheinwerferkegel leuchte­ten in den Abendstunden vor der Wahlkundgebung der Triumphbogen an der Vlllowstraße und das mit Tan- nengriin und Fahnen geschmückte Portal des Sport­palastes. Eine Kompanie der Luftwaffe, eine Hundert­schaft der Polizei und je ein Ehrensturm der 11 und der EA.-Standarte „Feldherrnhalle" hatten aus der Straße von der Kundgebungsstätte Aufstellung genommen. Än feierlichen Propagwndwmarsch wurden von der Berliner SA. die Standarten und Fahnen vom Horst-Wessel-Platz zum Sportpalast übergeführt. Eine vieltausendköpfige Menschenmenge grüßte die alten kampferprobten Stan­darten und Sturmfahnen der SA.

Begeistert begrüßt trifft Generalfeldmarschall Göring vor der Kundgebungsstätte ein und schreitet die Front der Ehrenformationen ab. In dem rissigen Rund des Sportpalastes, der mit seinem reichen Fahnenschmuck, gewaltigen Spruchbändern und blumengeschmückten Tribunen mit dem goldenen Hoheitsadler das gleiche festliche Bild wie am den vorangegangenen Kund- göbungstagen bot, herrschte eine Stimmung, wie man sie immer nur an ganz großen Tagen hier in dieser historischen Kampfstätte der Bewegung erleben kann. Der Musikzng der SA.-Standarte „Feldherrnhalle" schmettert schneidige Märsche und Kampflieder in den Saal. Es ist so die richtige alt« Sportpalast-Atmosphäre.

Gespannt sind die Augen der Tausende auf die Eingangstür gerichtet. Da brechen sich die Heilrufe durch die Eingangstür Bahn und minutenlanger Jubel umbrandet Hermann Göring, der nunmehr durch die Mitte des Spaliers der Männer der SÄ.-Standarte „Feldherrnhalle" zur Tribüne schreitet. Der Jubel legt sich erst, als Eaupropagandaleiter Wächter die letzte große Propagandawahlkundgebung der Reichshauptstadt eröffnet. Unter neuen Begeisterungskundgebungen der Massen erinnert er an den Tag, an dem Gauleiter Dr. Goebbels an dieser Stelle Hermann Göring das Goldene Ehrenzeichen des Gaues Berlin verlieh, um damit zum Ausdruck zu bringen, daß dieser Mann, der seit Jahren als engster Vertrauter an der Seite des Führers steht, auch von der alten Kampfgemeinschaft der Berliner Nationalsozialisten zu den ihren gezählt wird. Für die Verliner sei Hermann Göring nicht der Eeneralfeldmarschall, sondern einfach ihr „Hermann". Im tausendfältigen Echo schallt es von den Tribünen herab: „Hermann, Hermann, Hermann!" solange, bis Hermann Göring an das Rednerpult herantritt und seine große Rede beginnt. '

Am Anfang erinnerte der Eeneralfeldmarschall daran, wie im Jahre 1933 ausländische Zeitungen behaupte­ten, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus sei es mit der Freiheit des deutschen Volkes vorbei; die neuen Machthaber könnten es niemals wagen, an das Volk,zu appellieren wie in anderen demokratischen Staaten, so daß niemals mehr die Meinung des deut­schen Volkes zum Ausdruck kommen würde. Seitdem seien nun fünf Jahre vergangen. Wiederholt habe der Führer das Volk aufgerufen, aber immer nur dann, wenn wirklich eine große und gewaltige Schicksalsfrage zur Entscheidung stand. Gewiß habe stets die Führung immer entschieden, deren Entschluß dann im einmütigen Bekenntnis vom Volke bestätigt wurde.

! (Fortsetzung auf Seite 2)

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vlum gestürzt - Valadler Nachfolger?

Scharfe fluseinanderfeyung im IranMschen Senai

(Ornbtbsrivbt unseres pariser Vertreters)

kv. Paris 9. April

Der Pariser Senat lehnte am Freitagnachmittag mit einer großen Mehrheit von 223 gegen 49 Stimmen nach heftigen Auseinandersetzungen die Jnslationsmaßnah- men Blnms ab.

Der Finanzberichterstatter Eardey begründete in ein- stllndiger Rede die Stellungnahme des Finanzaus­schusses gegen das Finanzprojekt der Regierung, dessen Grundsatz „Inflation in jeder Form und bei jeder Ge­legenheit" sei. Das französische Volk sei zweifellos zu Opfern im Interesse des allgemeinen Wohls bereit, nicht aber zu Einschränkungen zugunsten ideologischer Zwecke.

Nachdem ein sozialdemokratischer Senator versucht hatte, eine Lanze für Blum einzusetzen, ergriff dieser selbst das Wort, wobei er behauptete, daß die finan­zielle und wirtschaftliche Lage Frankreichs ihn zu seinem Vorgehen veranlaßt habe. Die nun einmal gegebenen Tatsachen könne auch eine andere Regierung nicht än­dern. Der Senat könne zwar eine Aenderung der Mehrheit wünschen, sie jedoch nicht beschließen.

In diesem Augenblick unterbrach Senatspräsident Jeanneney den Redner mit der scharf formulierten Fest­stellung, daß der Senat jederzeit das Recht freier Mei­nungsäußerung habe. Er werde von diesem Recht so­gleich Gebrauch machen und er, Blum, könne daraus die Konsequenzen ziehen. Blum erwiderte mit dem Appell, daß der Senat die Grenze der Ueberlieferung nicht überschreiten werde.

Zuletzt übte Senator Caillaux, der Vorsitzende des Finanzausschusses, vernichtende Kritik an den Finanz­

plänen des Ministerpräsidenten, wobei er es ablehnt«, sich durch den Drück der Straße oder der Presse be­einflussen zu lassen. Dann folgte die Abstimmung.

Unmittelbar nach der Senatssitzung trat das Kabinett zu einer letzten Beratung zusammen, aus der es seinen Rücktritt beschloß. Um 20 Uhr unterbreitete Vlum dem Präsidenten der Republik die Eesamtdemission der Regierung.

Der Radikalsozialist Daladier hat sofort Besprechungen über die Neubildung der Regierung aufgenommen. Es verlautet, daß er den zeitweilig erörterten Plan eines radikalsvzialistischen Minderheitenkabinettes zurückgestellt hat, um die Schaffung einer breiteren Einigungssront zu versuchen. Die Sozialdemokraten haben für heute Beratungen angesetzt, auf denen entschieden werden soll, ob und unter welchen Bedingungen sie sich an einem Kabinett Daladier beteiligen wollen.

Der ehemalige Kriegsminister Fabry gibt der Regie­rung Blum in einem Leitartikel im „Jntransigeant" ein recht herbes Abschiedsgeleit. Er schreibt, das Kabinett Blum habe kaum einen Monat gelebt und dabei doch die Zeit gefunden, um die ihm vorgeschossenen 5 Milli­arden Franken zu verausgaben. Das Kabinett sei am Tage vor dem Anschluß Oesterreichs geboren worden, es sterbe am Vorabend der Volksabstimmung. Die Regie­rung Blum könne für sich den „Ruhm" in Anspruch nehmen, die Frankenwährung noch neser in den Ab­grund gesteuert zu haben und die Arbeiter noch weiter von der Arbeit weggeführt zu haben.

Daladier wurde bereits vom Staatspräsidenten im Elqsee empfan"-« >—>> ,«-1 der Regierungsbildung be­auftragt.

rag deutscher klire

lag des kroßdeutschen Reiches

s. 8. v. Bremen, 9. April „Nun laßt die Glocken von Turm zu Turm durchs Land frohlocken im Jubelsturm"

Der Tag des Großdeutschen Reiches ist ange­brochen. Er wird der Auftakt zu dem einzigartigen geschichtlichen Geschehen fein, das sich der Welt darbietet, wenn morgen das Fünsundsiebzig-Mil- iionen-Volk des am 13. März erstandenen Groß- deutschen Reiches seinem Führer als dem Schöpfer dieses Reiches mit einem einmütigen, starken, freudigen „Ja" unauslöschlichen Dank sagt. Und wie ein solcher Tag nur einzigartig sein kann in der Geschichte eines Volkes, so soll auch einzigartig sein der Vorabend, der ihn einleitet, einzigartig vor allem auch das wundersame Empfinden in der Brust jedes einzelnen Volksgenossen, der sich der Größe unserer Zeit und der in ihr beschlossenen geschichtlichen Wende unseres nationalen Schick­sals bewußt zu werden vermag.

Die Wende unseres Schicksals und damit unserer Zeit ist so unerhört groß, daß kaum etwas Ähn­liches in der Geschichte der Völker dem Geschehen unserer Gegenwart vollwertig an die Seite zu stellen ist. Immer wieder muß man sich vergegen­wärtigen, daß über Nacht Großdeutschland wurde; Großdeutschland ohne Schwertstreich, ohne einen Schuß, ohne Blutvergießen; Großdeutsch­land, das nationale Ziel eines vollen Jahrtausends; Großdeutschland, dem das Sehnen und das Trach­ten der besten deutschen Männer von zehn Jahr­hunderten gegolten hat; .Großdeutschland, von dem schon Walter von der Vogelweide träumte; Grotz- deutschland, das die tüchtigsten deutschen Kaiser immer wieder erstrebt und gewollt haben. Groß­deutschland haben wir selbst ja heiß ersehnt von unserer Jugend an und Millionen tapferster deut­scher Soldaten gaben ihr Leben hin für den er­habenen Gedanken einer echten deutschen Volk- werdung. Ja, Großdeutschland ist von jeher ein starker Wunschtraum aller Deutschen gewesen; aber nur wenigen, vielleicht überhaupt nur einem, unserem Führer, hat es bis vor kurzem als ein zu verwirklichendes Ziel gegolten. Und nun der Führer das Ziel erreichte, bevor wir selber es richtig erfaßten, nun seine einfach grandiose Staatskunst uns Deutschen endlich ein Reich bescherte, das des deutschen Volkes würdig ist, da erscheint es ganz selbstverständlich, daß das Empfinden der Dankbarkeit im Volke überströmen will und nach einem besonderen Aus­druck sucht, dem dann auch Dr. Goebbels mit der Verkündung des Tages unseres GroßdeutschLn Reiches die erhabene Form gegeben hat.

Als es Bismarck in den Jahren 1870/71 gelun­gen war, die kleindeutsche Frage Zu lösen, und das Zweite Reich nach blutigen Siegen über die

Unser ^asssspLessL

Vlum ist zurückgetreten, Daladier wieder ins Elqsee berufen.

I» Sowjetspanie» tobt sich wieder einmal rote Mordgier aus.

Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich in Jugoslawien.

Wien und mit ihm das ganze Deutschland ist zum Tag des Großdeutschen Reiches gerüstet.

Vom Sportpalast aus richtete Hermann Göring einen flammenden Appell an die Nation.

Das Kapital der Reichswerke Hermann Göring wird von S auf 499 Mill. RM. erhöht.

Bei einem Vrandunglück in Pillau fanden vier Wehrmachtsangehörige in treuer Pflichterfüllung den Tod.

Beim Training um den Großen Preis von Pan geriet Nuvolaris Wagen in voller Fahrt in Brand.

Für den Schmeling-Kampftag in der Hanseaten- Halle liegt nunmehr die genaue Veranstaltnngs- solge vor.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Niedersachsen betrug im März 1938 weitere 59 Prozent.

Die Besucherzahl der Vorführungen der Gaufilm­stelle Weser-Ems stieg auf über eine Million.

Reg. Bürgermeister SA.-Gruppenführer Vöhmcker besichtigte die bremische Feuerlöschpolizei.

Senator Bernhard stellt Bremens Leistungen seit der Machtübernahme in überzeugenden Zahlen dar. Die Freilichtaufführung auf der Danziger Freiheit sah Tausende von Besuchern.

Keule Lonnsvena 7,°—° risggsn dersue!