Ausgabe 
(5.4.1938) Nr. 94
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Meiner Mimo

parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Lreien Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Bremens

slmtliches verkündungsblatt des Neichsstattlsalters in Oldenburg und vremen

Nr. 94 / S. Jahrgang

Dienstag, 5. flpril 19Z8

kinzelpreis 15 Npf.

lag des öroßdeutsclien Neiche

MiMonen-dufmarsch des Volkes zum letzten Seneralappell am S. flpril

Ver sührer spricht zur gesamten deutschen Nation

kinslustufdeskeichsministersvr.lioebbels

Berlin, 5. April.

Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, hat folgenden Aufruf erlassen:

fln das ganze deutsche Volk!

Der Führer hat die deutsche Nation in ihrer Gesamtheit zum 19. April zum Bekenntnis ausgerufen. Es gilt, ein feierliches Ja-Wort abzugeben zu der geschichtlichen Tat der Wiederangliederung Oester­reichs an das Deutsche Reich, aber zugleich auch zu dem grandiosen Werk, das der Führer in süns Jahren nationalsozialistischer Aufbau­arbeit eingeleitet und durchgeführt hat.

Damit erhält diese Wahl eine wahrhaft historische Bedeutung. Ueber Klassen, Stände, Berufe und Konfessionen hinweg schließt sich das ganze deutsche Volk zu einer 75-Millionen-Gemeinschaft zusam­men, um vor sich selbst und vor der Welt Zeugnis abzulegen und feierlich zu bekennen, daß die Schaffung des neuen größeren Deutsch­lands eine unwiderrufliche historische Tatsache ist, vom Führer voll­zogen und von der ganzen Nation nicht nur gebilligt, sondern mit tiefer Bewunderung und dankbarer Freude begrüßt.

Der 1». April 1938 wird damit unauslöschlich in die Geschichte unseres Volkes übergehen. Früher stimmten wir nach Parteien ab, bekannten uns zu blassen Theorien, papiernen Programmen oder nebelhaften Forderungen. Heute aber stellt das ganze deutsche Volk sich durch sein Ja-Wort hinter den Führer und sein Werk.

Zur Einleitung dieses historischen Wahlganges findet am Sonn­abend, 9. April, der

lag des Vroßdeuistken Neiches

statt. Ganz Deutschland von Aachen bis Tilsit und von Flensburg bis Klagenfurt wird sich an diesem Tage feierlich zum Führer, zu seinem Werk und zur geschichtlichen Tat der Wiedervereinigung des deutschen Oesterreichs mit dem Reiche bekennen.

Mittags um 12 Uhr wird derTag des Grotzdeutschen Reiches" vom Balkon des Wiener Rathauses feierlich proklamiert. Auf das Kommando

Heißt flaggen!

sollen in ganz Deutschland aus allen öffentlichen Gebäuden, an allen Prioathäusern und Wohnungen die Fahnen des neuen Reiches hoch­gehen. Mit diesem feierlichen Akt tritt für das gesamte Reichsgebiet eine Verkehrsstille von 2 Minuten ein. Während dieser Verkehrsstille ertönen in ganz Deutschland alle Sirenen.

Die deutschen Schiffe flaggen über die Toppen, die Lokomotiven und Triebwagen der Reichsbahn geben Signal, die Flugzeuggeschwa­der der deutschen Luftwaffe erscheinen über Stadt und Land. In die­sen zwei Minuten absoluter Verkehrsstille, die nur unterbrochen wird vom Donnern der Flugmotoren und vom Heulen der Sirenen, soll das

ganze deutsche Volk sich der Größe unserer Zeit und der in ihr einge­schlossenen geschichtlichen Wende unseres nationalen Schicksals bewußt werden.

Von 11.55 Uhr bis 12.95 Uhr finden in allen deutschen Betrieben Votriebsappelle statt. Ist dann zur gewohnten Zeit die Arbeit zu Ende gegangen, dann sollen die deutschen Schaffenden in Stadt und Land ihre Fabriken, Werkstätten, Büros und Aecksr verlassen, sich nach Hause begeben und ihr festliches Gewand anlegen.

In den Nachmittagsstunden marschiert das ganze Volk auf Stra­ßen und Plätzen auf, auf denen Platzkonzerte der Wehrmacht, sämt­licher Gliederungen der Partei, der Vereine und Verbände statt­finden. Um 18 Uhr werden die Geschäfte geschlossen.

Um 19 Uhr beginnt dann der Millionenaufmarsch des Volkes zum letzten General-Appell. Unter Borantritt aller Kapellen be­geben sich die deutschen Menschen zu den von der Partei und ihren Gliederungen bekanntgemachten Sälen und freien Plätzen.

Um 29 Uhr richtet der Führer von Wien aus seine letzte große Ansprache an die gesamte deutsche Nation. Keiner im ganzen Reich, der nicht in dieser geschichtlichen Stunde mitten im Volke Zeuge des Generalappell der Nation sein wollte.

Nach der Rede des Führers wird von Wien aus das nieder­ländische Dankgebet angestimmt, das im ganzen Reich» auf allen Plätzen, in allen Sälen, in Lokalen und Privatwohnungen feierlich mitgesungen wird.

Von den Türmen unserer Kirchen werden die Glocken ihre ehernen Stimmen in diesen Bitt-.und Dankgesang eines ganzen Volkes miteinklingen lassen. Auf allen Höhen des Reiches ent­brennen in diesem Augenblick die Freudenfeuer, die der ganzen Welt kundtun sollen, daß nun der Tag der feierlichen Bestätigung der historischen Tat des Führers durch das Volk selbst anbricht.

In stolzer Freude werden sich darauf die Millionenmassen unseres Volkes durch die Straßen bewegen-

Eine Nacht trennt uns dann nur noch von einem historischen Wahlgang, der Zeugnis ablegen soll von der Einigkeit unseres Volkes, von der Macht unseres Reiches und von der Größe unserer Nation.

Deutsche in Stadt und Land! ^

Rüstet für diesen letzten großen Generalappell unseres Volkes

am Sonnabend» 9. April,

dem Tag des Grotzdeutschen Reiches!

EslebederFührer!

Es lebe unser Volk und unser Reich!

Berlin, 5. April 1938.

Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda gez. Dr. Goebbels.

Vie Kärntner im Freudenrausch

Iriumplialer kinzug kUwlf Hitlers in Sie köstlich geschmückte Stadt klagenturt / 42 Sonderzüge brach en 159000 Msn chen

(Ligoner Lerickt derSremsr 2eituvZ">

Klagenfurt, 5. April

Ebenso begeistert und jubelnd wie am Vortage in Graz empfing am Montag Klagenfurt und ganz Körnten den Einiger des Reiches Eine 4stündrge triumphale Fahrt durch einen der trotzigsten und treuesten aller deutschen Gaue hatte Adolf Hitler am Vormittag in die Hauptstadt Kärntens gebracht, in der über 159 999 Menschen aus allen Teilen des Landes in 42 Sonderzügen zusammen­geströmt waren. Unendliche Beweise der Dank­barkeit und Freude wurden dem Führer zuteil. Bei einer Feierstunde im Rathaus fand Fürst­bischof Dr. Heffter Worte der Dankbarkeit für die Tat des Führers, die wieder Glück und Frieden in das Land Oesterreich gebracht habe. Danach überreichte der Bürgermeister dem Führer des grotzdeutschen Volkes die Ehrenbürgerurkunde Klagenfurths. Eine gewaltige Kundgebung in der Messehalle beendete den größten Tag in der Ge­schichte der Hauptstadt des Kärtner Landes.

Die Kundgebungen begannen schon am frühen Mor­gen, noch bevor der Führer um 9 Uhr das Parkhotel in Ercy verlieh, um zum Bahnhof zu fahren. Und wie in Graz, so war es auf der ganzen Bahnstrecke von Graz nach Klagenfurt, von Sterermark nach Körnten: Auf allen Bahnsteigen drängten sich unübersehbare Menschen­

massen, die aus den entlegensten Gebirgsdörfern zur Straße des Führers herbeigeeilt waren, um ihn zu grü­ßen, ihm ihren Dank zu bekunden.

Um 14 Uhr, nach einer Fahrt von 4)L Stunden unver­geßlicher Eindrücke, läuft der Sonderzug des Führers in Klagenfurt ein. Mit einem Schlag sind die Reihen der das gesamte Bahnhofsgebäude in der Uniform der Ver­botszeit flankierenden SA.-Männer in unbewegliche Ruhe versetzt. Auf dem Bahnsteig, der kurz vorher noch erfüllt war von dem Jubel der mit Sonderzügen gekom­menen Menschen, herrscht nun feierliches Schweigen, ff-Obergruppenführer Lorenz, der Leiter der Volksdeut­schen Mittelstelle, ist der erste, dem der Führer nach Ver­lassen des Zuges die Hand drückt.

Dann stellen sich SA.- und ff-Führer vor. Adolf Wag­ner, der Gauleiter von München-Obsrbayern, tritt mit dem Staatsminister a. D. Esser und Offizieren vor. Auch Landesleiter Klausner und Gauleiter Kutschera sieht man unter den Anwesenden. Der Führer legt einem HJ.-Vannführer die Hand auf die Schulter und tritt dann hinaus auf den mit Hakenkreuzbannern geschmück­ten Vorplatz. Dort schreitet er langsam die Reihen der österreichischen Infanterie ab, dann die Fronten der Ehrenkompanie des bayrischen Jägerbataillons, der Ehrenkompanie der Luftwaffe und einer Hundertschaft Schutzpolizei. Schließlich begrüßt er die Ehrenkompanie der Leibstandarte. Unter dem brausenden Beifall und der überschäumenden Freude der aus dem ganzen Gau zusammengeeilten Menschen besteigt dann der Führer seinen Wagen und fährt langsam zum Rathaus. Die Fahrt geht durch ein llfaches Spalier von Menschen, die sich an den Seiten der Straßen wie in einem Amphitheater bis zu den Fenstern des ersten Stockwerks

der Häuser aufgebaut haben. Vor dem Rathaus stehen in purpurroten Leibröcken, .weißen Hosen und schwarzen Stulpenstiefeln die Männer der Vürgergarde von St. Veit. Der Führer, der dem Wagen entstiegen ist, reicht einem kleinen Klagenfurter Mädchen in Landestracht, das mit Tränen in den Augen plötzlich vor ihm steht, kachelnd die Hand und streichelt dem Kind über die Wangen. Dann betritt er mit d^ir

Festsaal.

vegrüßung im Nmlzous

Hier stehen vor den großen bunten Gobelins aus bunten Teppichen mit dem Fürstenbischof v. Heffter und dem Senior der evangelischen Geistlichkeit Piche! an der Spitze hohe Beamte und die Führerinnen der Frauenschaft und des BDM. Daneben die neun Kreis- leiter des Gaues Körnten mit dem Landesrat Maier- Kaibitsch. dem Beauftragten für die Minderheitenfrage in Körnten, und dem ehemaligen Landeshauptmann Lehmisch, dem Führer des Abwechrkampfes im Jahr« 1920 Der Fürstbischof tritt vor. Er dankt dem Führer und Reichskanzler dafür, daß er wieder Glück in das Land bringe und spricht die Ueberzeugung aus, daß nun der Friede auch in Oesterreich wieder einziehe. Der Bürgermeister bittet Adolf Hitler cann, die Ehrenbür- gerichaft der Stadt Klagenfurt anzunehmen, dieser stadt, die von jeher im Brennpunkt des Kampfes um deutsches Volkstum gestanden habe. Er überreicht dem Führer die Urkunde der Ehrenbllrgerschaft iffe in künst­lerischer Ausgestaltung die Worte trägt: ,.Dem Einiger des deutschen Volkes Adolf Hitler in tiefster Dankbar­keit. Landeshauptstadt Klagenfurt."

(Fortsetzung auf Seite 2)

Zippe» der Massen

Am kommenden Sonnabend, dem Vortage des gewaltigsten Wahlganges, den je ein Volk in der Geschichte zum einmütigen Bekenntnis seiner Einigkeit und Freiheit antrat, wird die gesamte deutsche Nation den Tag des Grotzdeutschen Reiches feiern. Denn ein Feiertag von einmaliger Größe und Eindringlichkeit wird der 9. April als der Höhepunkt einer von Enthusiasmus der ge­samten Bevölkerung beflügelten Wahlpropaganda sein: kein Wahlfeldzug im üblichen Sinne liegt dann hinter uns es war vielmehr ein General­appell an das Gewissen der Volksgemeinschaft, zu dem die Redner des Reiches und der deutschen Gaue seit dem Tage der Befreiung Oesterreichs uns wieder und wieder aufriefen.

Das deutsche Volk soll in diesen Tagen nock) einmal überprüfen, was ich mit meinen Mitarbei­tern in den fünf Jahren seit der ersten Wahl des Reichstages im März 1933 geleistet habe. Es wird ein geschichtlich einmaliges Ergebnis feststellen mMen" das war, mit den Worten des Führers gesagt, der Sinn der auf die Volksabstimmung 1938 vorbereitenden Wochen, die nun ihrem Ende

Polen und Velgien

erkennen die Einheit Eroßdeutfchlands au

Berlin, 5. April

Die polnische Regierung ha« ihre Gesandtschaft in Wien aufgelöst und ihr dortiges Konsulat in ein Generalkonsulat umgewandelt. Ebenso hat die bel­gische Regierung ihre Gesandtschaft in Wien aufgelöst und ein Generalkonsulat errichtet

zugehen. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat die deutsche Nation zum Tag des Großdeutschen Reiches aufgerufen; eine Nation, einig im Glauben an den Führer, einig im Willen, mitzuarbeiten an seinem Werk, einig in der Zuversicht, daß die Bejahung dieses Glaubens und dieses Willens ihrer geschichtlichen Sendung entspricht.

Wenn am Sonnabendmittag von Wien die­ser Festtag der deutschen Volksgemeinschaft von der Metropole des befreiten Landes Oesterreich aus feierlich der Nation verkündet wird, wenn das ganze Reich auf ein Kommando in festlichem Fah­nenschmuck prangen und in zwei Minuten der Verkehrsruhe die Zeit den Atem anhalten wird, damit 75 Millionen deutsche Menschen sich in stum­mer Besinnung noch einmal der Größe des bevor­stehenden Ereignisses bewußt werden dann hat der Feiertag der deutschen Nation begonnen, dann werden die schaffenden Volksgenossen in allen Be­trieben sich noch einmal zusammenfinden zu ge­meinsamer Ausrichtung, und dann wird alle Ar­beit ruhen. Festlich gekleidete und festlich ge­stimmte Menschen werden auf die Straßen und Plätze Hinausströmen, überall wird ihre Begeiste­rung durch die Klänge der Musikkapellen erhöht

Die nationalspanischen Truppen befinden sich nur noch neun Kilometer vor Tortosa. Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels erläßt zum 9. April einen Ausruf an das deutsche Volk. Klagenfurt war nach einer Rede Adolf Hitlers der Schauplatz einer gewaltigen Treueknndgebung. Reichswirtschaftsminister Funk hielt in Wien eine richtungweisende Rede.

Eine neue Reichsanleihe über eine Milliarde RM. wurde aufgelegt.

DasKdF."-SchissWilhelm Eustloss" rettet« 19 Schiffbrüchige eines englischen Dampfers.

Ein Eroßseuer vernichtete die Tribünenanlagen des Rennplatzes München-Daglfing.

Reichsminister Dr. Frick errichtete in Berlin das Internationale Olympische Institut.

Von einer feierlichen Kundgebung am Mittwoch auf der Niederdeutschen GedenkstätteStedingsehre" überbringt eine NSKK.-Stassel die Treuebotschast des Gaues nach Wien zum Führer.

Die Fliegende Redaktion besichtigte eine Oelrafsinerie in Singen.

Ein Deichbruch der Wllmme wird aus Wasserhorst gemeldet.

Bei Eroßenmeer forderte ein Verkehrsunglück zwei Todesopfer.

AvisoGrille" besuchte Bremen.

DieVlumenschul" wird umgestaltet.