Ausgabe 
(18.7.1937) Nr. 194
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parteiamtliche Tageszeitung

TIachrichtendlatt der Deutschen flrbeitsfront Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der jreien kjansestadt Dremen ^

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Das amtliche Derkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Dremen

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Nr. 1S4 / 7. latirgang

Sonntag, 18. Juli tSZ?

kinzelpreis 15 Npf.

deutsches Volk und deutsche Kunst solidarlsch

Vr. Soebbels: „Des sichrers ganzes Werk ist ein Vokument künstlerischer Sestnnung"

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Festsitzung in München

in flnwesenlzeit des sülzrers

München, 18. Juli.

Im Mittelpunkt der Veranstaltungen zum Tage der deutschen Kunst am Sonnabend stand die Festsitzung der Reichskammer der bildenden Künste im Kongreßsaal des Deutschen Museums. In Anwesenheit des Führers wurde die Sitzung zu einer würdigen Repräsentation der deutschen bildenden Künste. Die Veranstaltung erhielt ihre besondere Bedeutung durch die kulturpolitische Red« des Schirmherr« der deutschen Kunst, Reichsminister Dr. Goebbels, der den bildenden Künstlern die Wege zu einer von der national-

Unser lagssLpiegel

Deutschland und England schlössen ein er­gänzendes Flottenabkommen.

In Bulgarien wurde das illegale kommu­nistische Komitee verhaftet.

Anläßlich des Tages der deutschen Kunst gab die Reichsregierung in München einen Empfang.

Dr. Goebbels hielt vor der Reichskammer der bildenden Künste eine richtungweisende Rede.

Die Zahlungsbilanz der Seeschiffahrt war 1836 verstärkt aktiv.

Die Einfuhr der Vereinigte« Staaten von Amerika aus Deutschland ist gestiegen.

Die Eaukeitung „Weser-Ems" gibt einen „Wochenspruch der Bewegung" heraus.

In Oberneuland wurde ein Gemeindehaus für die Partei und die Dienststellen ihrer Gliederungen gerichtet.

Stabsführer Hartmann Lauterbacher und Obergebietssührer Lühr Hogrefe weilten im Freizeitlager der Bremer HJ. in Brook.

Die Weser-Woche 1837 nahm einen vielver­sprechenden Austakt.

In den Eau-Schwimmeisterschasten Nieder- sachsens sielen in 6 Wettbewerben 3 Meister­titel an Bremen.

sozialistischen Weltanschauung getragenen Kunst­gestaltung wies.

Die Zufahrtstraßen zum Deutschen Museum waren von einer nach Tausenden zählenden Men­schenmenge besetzt, die den Führer bei seinem Eintreffen mit stürmischen Heil-Rufen begrüßte. Der Führer schritt zunächst die Front der vor dem Deutschen Museum angetretenen Ehren­formation der Standarte „Deutschland", der Wehrmacht und der Parteigliederungen ab. Im Festsaal kündigten Fanfarenklänge die Ankunft des Führers an. Mit erhobener Rechten ehrten die deutschen Künstler Adolf Hitler als den Mann, der ihnen allen die Impulse zu ihrem Schaffen im nationalsozialistischen Deutschland gibt.

2n dem festlich geschmückten Saal, der die stil­volle Ausgestaltung wie am Vortage Lei der Eröffnung auswies, war die Elite des deutschen Kunstschaffens versammelt. Weiter sah man die in München weilenden Mitglieder des Diploma­tischen Korps, nahezu alle Reichsminister, die Reichsleiter der NSDAP., beinahe alle Staats­sekretäre und die hohe Generalität der Wehr­macht. Das Leipziger Gewandhausorchester er­öffnete unter der Leitung von Professor Abend- roth die Festsitzung mit dem ersten Satz aus der Eroika von Ludwig van Beethoven. Die erhabe­nen Klänge waren ein würdiger Auftakt für diese Veranstaltung der deutschen Kunst. Als Staats­kommissar für das Haus der Deutschen Kunst be­grüßte

Sauleiter Slaotsminister stdolj Wagner

den. Führer und die Teilnehmer der Festsitzung. Er führte aus: „Mein Führer! Sie haben mir den Auftrag gegeben, den Tag der deutschen Kunst in München zu leiten. Ich darf Ihnen mel­den, daß die deutsche Künstlerschaft, das Haus der Deutschen Kunst und seine Gauleitung die Auf­gabe nach Ihren Weisungen so gut, schön und würdig gelöst haben, wie das möglich war. In einem bisher ungeahnten Ausmaß hat sich vor allem die deutsche Künstlerschaft hieran beteiligt. Die einen dadurch, daß sie ihre Werke für die große deutsche Kunstausstellung 1937 zur Ver­fügung stellten, die anderen dadurch, daß sie die Gestaltung eines noch nie in dieser Vollständigkeit gesehenen Festzuges über die Kultur der letzten 2900 Jahre schufen, und die dritten, indem sie München, die Hauptstadt der deutschen Kunst, schmückten. Wenn ich gestern unsere ausländischen und unsere inländischen

Ehrengäste hier begrüßen durfte, so gilt mein Gruß heute den hier in diesem Festsaal versam­melten deutschen Künstlern, an ihrer Spitze aber ihren Meister, den Führer." Als nächster Redner hieß

Neichsleitee oberdürgsrmeister sielzlsr

den Führer und die versammelte Kunstgemeinde namens der Hauptstadt der Bewegung willkom­men Der Redner erinnerte zunächst daran, wie traurig es noch vor sechs Jahren ausgesehen habe, als der Münchener Elaspalast in Flammen auf­ging und mit ihm unersetzliche Werke deuticher Kunst aus vergangenen Tagen vernichtet wur­den. Der brennende Glaspalast aber mußte fast als Sinnbild jener Zeit gelten, in der der gesamten deutschen Kultur die Zerstörung drohte. Nicht die materielle Not jener Zeit, die wohl schmerzlich genug war für das deutsche Volk, ließ die Hoffnung auf einen Wiederaufstieg deutschen Lebens so gering erscheinen. Die Zerrissenheit des deutschen Volkes, die Durchsetzung mit volks- fremden Elementen, die immer weiter um sich greifende Materialisierung ließen befürchten, daß der Niedergang unaufhaltsam sei. Und unendlich viele Menschen schienen sich bereits damit abge­funden zu haben, daß es keine arteigene deutsche Kunst mehr gebe und dqß damit das deutsche Volk auf ewige Zeiten als kulturschöpferischer und kulturbestimmender Faktor der Menschheit aus­scheide.

Daraus nahm der Präsident Der Reichs­kammer der bildenden Künste,

Professor Dr. Ziegier,

das Wort zu einem ausführlichen Arbeitsbericht über die bisherige Tätigkeit der von ihm gelei­teten Kammer.

Er knüpfte in seinem Jahresbericht än die erste Kulturrede des Führers auf dem Nürnberger Parteitag 1933 an, die die Entfal­tung und Durchsetzung der nationalsozialistischen Weltanschauung im gesamten Leben der Nation und damit auch in der Kunst einleitete. Bei der Errichtung der Reichskammer der bildenden Künste als Einzelkammer der Reichskulturkam­mer vor vier Jahren habe es nicht viele Künstler gegeben, die wußten, was diese Kammer zu be­deuten hat.

(Fortsetzung auf Seite 2)

krgSnzendtr deutsch-englischer flottenverttag

Neuer Veweis für Neutschlands willen zur Zusammenarbeit

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London, 18. Juli.

Am Sonnabend wurde im englischen Außen- -mt in Ergänzung des deutsch-englischen Flotten- abkommens von 1935 ein weiteres deutsch-eng­lisches Flottenabkommen abgeschlossen. Es wurde für Deutschland von Botschafter von Rrbbentrop und für Großbritannien von Außenminister Eden und dem Marineminister Duss Cooper unter­zeichnet.

Das neue Uebereinkommen besteht aus drei Teilen: a) einer qualitativen Vereinbarung, d.h. einem Uebereinkommen über Schifssgröße und Be­stückung der Kriegsschiffe und einer Verabredung, Nachrichten über künftige Schifssbauten auszu­tauschen; b) einer als „Erklärung bezeichneten Ergänzungsvereinbarung zum deutsch-englischen Flottenabkommen von. 1935, die der besonderen Lage Deutschlands nach diesem Abkommen Rech­nung trägt; o) einem Notenwechsel, der die Bau-

Feierzeit für große Kreuzer behandelt.

Das Uebereinkommen tritt nach Ratifikation und gleichzeitig mit dem Londoner Flottenvertrag von 1936 und einem englisch-sowjetrussischen Ver­trag, der ebenfalls am 17. Juli 1937 in London unterzeichnet wurde, in Kraft.

Das deutsch-englische Flottenabkommen oom 18. Juni 1935 bestimmt, daß die deutsche Flotten- ftärke 35 v. H. der britischen, in Tonnage gemessen, betragen sollte. Der Vertrag enthielt redoch keinerlei Bestimmungen über die Eröge der Echiffstypen oder ihre Bestückung. Eine Regelung dieser Fragen konnte selnerzelt noch nicht getroffen werden, da zur Zert des Abschlusses des Abkommens von 1935 Verhandlungen zwischen den Mächten des Londoner Vertrages von 1930 darüber schwebten, was für Bindungen in bezug auf Schisfsgröße und Geschützkaliber künftig ge­troffen werden sollten. Deutschland erklärte sich seinerzeit bereit, Vereinbarungen mit England zu treffen, falls eine solche Regelung auch von den übrigen Seemächten einschließlich der Sowiet- union angenommen würde. Eine derartige Ver­einbarung ist zwischen England, Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika am 25. März 1936 im sogenannten Londoner Flottenvertrag von 1936 zustandegekom- men. Nach Abschluß, dieses Abkommens wurden daher Verhandlungen zwischen Deutschland und Großbritannien und zwischen Großbritannien und der Sowjetunion aufgenommen. Diese Verhand­lungen sind mit der Unterzeichnung der obener­wähnten Vereinbarungen abgeschlossen worden Das Uebereinkommen sieht im einzelnen vor.

as Das qualitative Abkommen enthält in ,ei­nem ersten Teil Begriffsbestimmungen furdie verschiedenen Schiffsklassen, die in Schlachtschiffe, Flugzeugträger, leichte Ueberwasserfahrzeuge,

Unterseeboote, kleine Kriegsfahrzeuge und Hilfs- fahrzeuge eingeteilt find. Das Abkommen be­stimmt.'wann Fahrzeuge dieser Schiffsklassen als überaltert zu gelten haben und ersetzt wer­den können. Schlachtschiffe dürfen nicht mehr als 35 000 Tonnen groß sein, und keine schwereren Geschütze als 10,6 Zentimeter führen, Flugzeug­träger nicht über 23 000 Tonnen, bei einer Höchst­grenze von 15,5-Zentimeter-Geschlltzkaliber. Die Klasse der leichten Ueberwasserfahrzeuge ist in 3 Unterabteilungen eingeteilt: Große Kreuzer bis zu 10 000 Tonnen Wasserverdrängung und keinem größeren Eeschiitzkaliber als 20 Zentimeter, kleine Kreuzer bis zu 8000 Tonnen und 15 , 5 -Zentimeter- Geschlltzkaliber sowie in eine 3. Unterabteilung nämlich Schiffe bis zu 3000 Tonnen und 15,5- Zentimeter-Eeschützkaliber, die etwa den Zer­störern und, Flottillensiihrern entspricht. Unter­seeboote dürfen keine größere Wasserverdrängung als 2000 Tonnen und keine schwereren Geschütze als 13 Zentimeter haben. Besonders hervorzu­heben ist Art. 6 des Abkommens, der eine grund­sätzliche Einigung über eine Bau-Feierzeit für große Kreuzer, sogenannte K-Kreuzer enthält. Die Bau-Feierzeit läuft bis zum 1. Januar 1917.

Angesichts der Tatsache, dag die Sowietumon während der Dauer des Abkommens große Kreu­zer auf Stapel zu legen beabsichtigt, ist jedoch eine besondere Bestimmung ausgenommen worden, der zufolge die Bau-Feierzeit gekürzt werden kann. Der 'deutsch-englische Notenwechsel über diese Frage setzt im einzelnen die Gründe auseinander, die eine vorbehaltlose Annahme der Bau-Feierzeit unmöglich gemacht haben und bringt klar zum Ausdruck, daß die Verantwortung für eine etwaige Beendigung der Bau-Feierzeit nicht Deutschland trifft 'Das Abkommen bestimmt weiter, daß be­absichtigte Neubauten im voraus den Vertrags­partnern mitgeteilt werden sollen. Ferner sind Vereinbarungen über einen gegenseitigen Nach­richtenaustausch über die Fertigstellung von Kriegschiffen getroffen worden. Endlich ent­hält das Abkommen entsprechend dem englisch­französisch-amerikanischen Vertrag sogenannte Sicherheitsklauseln. Diese gestatten be, Eintritt besonderer Umstände eine Ueberprüfung des Vertrages. Der Vertrag bleibt, falls er nicht vorher gekündigt wird, bis zum 31, Dezember 1912 in Kraft. Es ist vorgesehen, daß neue Be­sprechungen über eine Verlängerung oder Ab­änderung des Abkommens im letzten Vierteljahr des Jahres 1910 stattfinden sollen.

b) Die „Erklärung", d. h. das Zusatzabkommen zum deutsch-englischen Flottenvertrag von 1935, enthält Bestimmungen über die Anwendung des Stärkeverhältnisses der deutschen Flotte zur briti­schen in Höhe von 35 zu 100 auf die einzelnen Schiffsklassen, die Möglichkeit der Tonnageüber­

tragung von einer Schiffsklasse auf eine andere, sowie Sonderbestimmungen über das Alter der nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages gebauten deutschen Kriegsschiffe. Die Erklärung trägt der besonderen Lage Rechnung, in der sich Deutschland als einzige quanitativ gebundene Macht befindet.

a) Der deutsch-englische Notenwechsel behandelt wie bereits unter a) angeführt, die Möglichkeit für eine etwaige Kürzung des Bau-Feierjahres für große Kreuzer.

Der gleichzeitig mit dem deutsch-englischen Flottenübereinkommen unterzeichnete englisch- sowjetrussische Flottenvertrag be­ruht auf den Bestimmungen des Londoner Flot- tsnvertrages 1936. Er enthält somit für Sowjet- rußland die gleichen Bestimmungen wie für die übrigen Mäche über die Begrenzungen der Schiffsgrößen und ihre Bestückung. In dem Ver­trag sind sodann eingehende Sonderbestimmungen in bezug auf den Fernen Osten enthalten.

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Mit.der Unterzeichnung tzes neuen Flotten- vertra'ges erbringt Deutschland üm so mehr einen Beweis für seinen zielbewußten Willen zur zwischenstaatlichen Zusammenarbeit und zur Verhinderung des Wettrüstens, als es die einzige qualitativ und quanti­tativ gebundene Seemacht ist. Sogar schwierige Fragen sind nunmehr zischen Deutschland und England nach der loy­alen Durchführung des Hauptvertrages als Abschluß längerer Verhandlungen gelöst worden. Irgendwelche nennenswerten offen gebliebenen Flottenfragen gibt es zwischen den beiden Staaten, die einst als Rivalen der See galten, nicht mehr. Wieder leistete der Führer einen hoch­herzigen, überaus bedeutsamen Beitrag zum Frieden der Welt. Im' Interesse der Rüstungsbeschränkung wäre es zu wünschen, daß sich auch andere Staaten dem deutschen Vorgehen anschließen, ist das neue Abkommen doch geeignet, durch die Verpflichtung der vertragsschließenden Staaten, zum Nachrichtenaustausch jedes Mißtrauen auf dem Gebiet des Flottenbaues zu beseitigen. Deutschlands Kriegsflotte dient allein der Verteidigung des Reiches — nach der Veröffentlichung des deutsch-eng­lischen Ergänzungsvertrages kann die Welt­öffentlichkeit die hetzenden Urheber ent­gegengesetzter Behauptungen getrost ihrem aussichtslosen Ränkespiel überlassen. wü.

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Unser 8. dlü.-Schriftleiter hatte bei seinem Besuch der Pariser Weltausstellung Gelegenheit, mit Angehörigen fast aller Be- völkerungsschichten Frankreichs auch über Fragen der nationalsozialistischen Politik zu sprechen. Er gibt hierüber folgenden zu­sammenfassenden Bericht:

„Es ist bekannt, daß die Franzosen nicht die Fähigkeit besitzen, ihr Verhalten nur von kaltem und unerbittlichem Kalkül bestimmen zu lassen, und daß ihre fast immer untadelige Logik durch Gefühlsmomente durchkreuzt oder gemildert wird." Dieses zutreffende Urteil des französischen Froni- kämpferführers Henri Pichst über seine Lands­leute kennzeichnet eine der psychologifchen Schwie­rigkeiten, die in Frankreich bei einer Unterhal­tung von Mensch zu Mensch über nationalsozia­listische Fragen zu überwinden sind. Um es so­gleich festzustellen: Die „Gefühlsmomente", die in unserem westlichen Nachbarland hemmend im Wege stehen und das sachliche politische Urteil so­oft trüben, sind zum nicht geringen Teil das Pro­dukt einer fystematischen Irreführung seitens der jüdisch-marxistischen Presse. Gerade in der Seine- Stadt zeigt sich auf Schritt und Tritt, wie recht Alfred Rosenberg hatte, als er vor einiger Zeit äußerte: „Um ein wirkliches Verständnis für

Eigenart und Lebensnotwendigkeit eines Volkes erzeugen zu können, müßten die Werkzeuge für die Uebermittlung dieses Gefühls vorhanden sein und sich nicht unter Umständen in Händen von denen befinden, die an einem derartigen tiefen Ver­ständnis kein Interesse haben . . ." Angesichts des Fehlens dieser Werkzeuge ist der Versuch einer unmittelbaren persönlichen Verständigung mit werktätigen Franzosen, etwa auf Grund eini­ger (von der großen Pariser Presse unterschla­gener) Stellen des amtlichen französischen Textes der Führerrede vom 30. Januar dieses Jahres, doppelt aufschlußreich. Der Verfasser dieses Be­richts hat in seinen politischen Gesprächen mit Franzosen im wesentlichen drei Punkte berührt: die Erklärungen des Führers in der erwähnten Reichstagsrede 1. zur Rassenfrage, 2. zum deutsch­französischen Verhältnis und 3. zum arbeitspoliti- schen Sinn des Vierjahresplans.

Ueber die völkerversöhnende Auswirkung der nationalsozialistischen Rassenlehre hatte der Führer u. a. folgende Sähe geprägt:

„So wie die Erkenntnis des Umlaufs der Erde um die Sonne zu einer umwälzenden Neugestaltung des allgemeinen Weltbildes führte, so wird sich aus der Blut- und Rassen­lehre der nationalsozialistischen Bewegung eine Umwälzung der Erkenntnisse und damit des Bildes der Geschichte der menschlichen Vergangenheit und ihrer Zukunft ergeben. Und dies wird nicht zu einer Entfremdung der Völker, sondern im Gegenteil zum ersten Male zu einem wahren gegensei­tigen Verstehen (uns rsslls eompröden- sion reoiproque) führen! Es wird dann allerdings aber auch verhindern, daß das jüdische Polt unter der Maske eines biederen

Weltbürgers alle anderen Völker innerlich zu zersetzen und dadurch zu beherrschen ver­bucht!"

Franzosen, denen diese Erklärung in ihrer Lan­dessprache, vorgelegt wurde, waren zunächst nicht wenig erstaunt über den Gegensatz, in dem die Darlegung des Führers zu ihren eigenen, in der Hauptsache aus der jüdisch-marxistischen Presse stammenden Anschauungen über die „völkerent- zweiende" Rassenlehre des Dritten Reiches steht. Sofern sie im Verlaufe des Gesprächs nicht in un­natürliche, der Logik widersprechende „Gefühls­momente" zurückfielen, was nur vereinzelt der Fall war, blieben sie zum mindesten nachdenklich. 2a, einige äußerten spontan: „Dann ist ja die Rassenpolitik des deutschen Reichskanzlers alles andere als ein Stein des Anstoßes, geschweige denn eine Kriegsgefahr!" Soweit es dieser Gruppe der Einsichtigen gegenüber noch nötig war, Jrrmeinungen auszumerzen, konnte die Auf­klärung nicht schwerfallen, und nicht selten machte sich auch ein an Empörung grenzendes Ungehal­tensein über die Lügen- und Entstellungsmethoden der entsprechenden Pariser Presse bemerkbar. „Eigentlich hätten die Worte des Reichskanzlers von jeder großen Zeitung Frankreichs gebracht werden müssen, da sie wirklich Klarheit schaffen könnten!", so lautete das Urteil eines Bau­arbeiters.

Zum Verhältnis Deutschlands zu Frankreich hatte der Führer im Reichstag u. a. betont:

„Deutschland hat, und ich wiederhole dieses Hier feierlich, immer wieder versichert, daß es z. V. zwischen ihm und Frankreich über­haupt keinerlei menschlich denkbaren Streit­punkt geben kann!"

Diese Kundgebung des Führers dürfte im Ge­gensatz zu den Ausführungen über die Rassen­lehre der nationalsozialistischen Bewegung zur Kenntnis aller politisch interessierten Franzo­sen gelangt sein. Sogar im (übersetzten) Wortlaut ist sie den meisten bekannt. Die um ihre Rüstungsgeschäfte besorgten Gegner einer deutsch­französischen Verständigung haben aber, nachdem die . bedeutsamen Versicherungen Adolf Hitlers dem französischen Volk nicht länger zu verschwei­gen waren, sofort wieder einen Dreh gefunden: sie ließen durch ihre Zeitungen die „Meinung" verbreiten, jene Reichstagserklärung des Führers sei lediglich aus taktischen Erwägungen her­aus abgegeben worden. Sie entspreche insofern nicht der vollen Wahrheit, als sie nur die Zeit bis zum Abschluß der Wiederaufrüstung Deutsch­lands „friedlich überbrücken" solle. Diese wieder­holt vorgebrachte „Ansicht" sitzt denn auch so fest m den Gehirnen vieler Pariser Zeitungsleser, daß es nicht gerade leicht war, sie in einzelnen Fäl­len zu widerlegen. „Wir trauen dem Frieden nicht" — dies war fast immer der Grundton der ersten Einwendungen. Jenes Mißtrauen konnte bis zu einem gewissen Grad zerstreut werden durch den Hinweis aus die auch in Frankreich