Ausgabe 
(17.7.1937) Nr. 193
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parreiamtliche Lageszeitung

Bachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont Bremen

der Nationavtzlalisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen

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Nr. is; / 7. Jalirgang

Ras amtliche Verkündungsblatt des Reichssta tchalte rs in Oldenburg un d Rremen

Sonnabend, 17. Juli lSZ7

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kinzelflreis 15 Npf.

lag der Wiedergeburt der deutschen Kunst

steute und in allen Zeiten wird es keine Menschsteitokultur kchne die deutsche Kultur geben!"

Rudolf ließ in München

München, 17. Juli.

Bei der Grundsteinlegung des Hauses der Deut­schen Kunst im Jahre 1833 hat der Führer aus­gesprochen:Wir können uns keinen Wiederauf­stieg des deutschen Volkes denken, wenn nicht wie­dererstehen auch die deutsche Kultur und vor allem

Unser lagesspiegel

Der Londoner Nichteinmischungsausschug hat den englischen Kompromißplan als Derhand- lungsgrundlage angenommen.

In München wurde der Tag der deutschen Kunst feierlich eröffnet; der Führer wohnte einer Festaufführung im Nationaltheater bei. Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich sprach in München vor der in- und ausländi­schen Presse.

Die Außenhandelsumsätze sind im ersten Halb­jahr gegenüber der gleichen Zeit des Vor- . jahres erheblich gestiegen.

Die Spareinlagen haben die IS-Milliarden- Grenze überschritten.

Das Hanauer Gericht verurteilte einen katho­lischen Pfarrer wegen eines Einschüchte- rungsversuches.

In unserer Stadt trafen SO Ferienkinder aus der Schweiz ein.

In der nächsten Woche wird die Küchenabfall- Sammlung sür das EHW. bedeutend erwei­tert.

die deutsche Kunst.« Nach diesem programmati­schen Wort hat das Deutschland Adols Hitlers seit 4)4 Jahren unermüdlich und zielbewußt ge­handelt. Neben all der Mühe und Arbeit für die politische, die wirtschaftliche und soziale Wie- deraufrichtung unseres Volkes stand von der ersten Stunde an der tatbereite Wille und die er- folgsichere Kraft, die deutsche Kultur zu retten und die deutsche Kunst mit neuem Leben zu er­füllen. Mit dem Tage der deutschen Kunst, die­sem feierlichen Bekenntnis zum Schöne» und Gro­ben, zum Erhabenen und Ewigen, findet diese Arbeit ihre festliche Krönung.

Der sinnvoll würdige Auftakt des großen Kul­turgeschehens war die feierliche Eröffnung des Tages der deutschen Kunst am Freitagvormittag in dem für diesen repräsentativen Akt wie ge­schaffenen Kongretzsaal des Deutschen Museums. Dem außerordentlichen Charakter des Tages entsprach der erhabene und feierliche Schmuck, den das Deutsche Museum trägt, 40 breite Fahnen in sattem, pompejanischem Rot, mit schweren, golddurchwirkten Quasten umhüllen die Mauer. Der Sockel ist mit grünem Tuch be­spannt.

Von großartiger Wirkung ist der Festsaal. Das Zeichen des Tages der deutschen Kunst prangt an der mit tiefem Braun ausgeschlägenen Stirnseite des Saales. Auch die Wände sind mit braunem Tuch verkleidet. Silbergrüner Lorbeer umrankt die Eingangstür. Von den beiden Sei- tenwänden des Kongreßsaales hängen Haken­kreuzfahnen. Zuoberst auf dem Rundgang stehen zwischen den Streben der breiten Hallenfenster Herolde in historischer Gewandung. Schon lange vor Beginn des festlichen Aktes füllt sich der Saal mit den Ehrengästen. Man bemerkt unter ihnen in der vordersten Reihe Mitglieder der Reichsregierung und des Diplomatischen Korps, zahlreiche Reichsleiter und Gauleiter, die Mitglieder der bayerischen Landesregierung, her­vorragende Persönlichkeiten der Partei und ihrer Gliederungen, hohe Offiziere der Wehrmacht, Männer von Rang und Namen aus Kunst, Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft.

Nudolf keß trifft ein

Inzwischen ertönen vor dem Deutschen Museum Kommandos. Die angetretenen Ehrenstürme und Ehrenabordnnngen der Partei und ihrer Glie­derungen stehen still. Musik setzt ein. Der Stell­vertreter des Führers und der Gauleiter des Traditionsgaues sind angekommen. Die Kopf an Kopf stehenden Menschenmassen, die die Straßen der inneren Stadt bis zur Ludwigsbrücke umsäu­men, hatten ihre Fahrt mit Heil-Rufen begleitet. Der Stellvertreter des Führers und der Gau­leiter schreiten die Fronten der Ehren­formationen ab und begeben sich in den Kongreßsaal. Die Festgäste haben sich von ihren Plätzen erhoben und grüßen mit dem Deutschen Gruß den Stellvertreter des Führers und seine Begleitung.

Der feierliche Erösfnungsakt beginnt mit der dritten Leonoren-Ouvertüre von Beethoven. Sie wird mit meisterhafter Vollendung oom Leip­ziger E ewandhausor chester unter der hervorragenden Stabführung von Gewandhaus- kapellmeister Professor Abend roth zu Gehör gebracht. Das musikalische Erlebnis hinterläßt bei allen Teilnehmern den nachhaltigsten Eindruck. Die Begeisterung löst sich am Schluß in langan- balteüdem Beifall aus, der dem Dirigenten und seinen Künstlern gilt. Dann ertönen die Fan­faren. Der Staatskömmissar des Hauses der Deut­schen Kunst

Sautettec Staatsminister flSolf Wagner

spricht zur Festoersammlung.Der Führer", so sagt er,hat uns gelehrt, daß der einzelne, lebende deutsche Volksgenosse nichts ist ohne sein lebendes

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Die keieiliebv LiükkiiniiA äos TaZos «lvr övutselie» Kunst im KouKrogsaal ckss voutselien Unsern»? in Ilünclivii.

(krssss-llokkmann.)

Volk. Und er lehrt uns weiter, daß die lebende Generation unseres Volkes nichts ist und nichts wäre ohne die vorausgegangenen Generationen. Diese Lehre Adolf Hitlers hat uns die große un­zerstörbare deutsche Volksgemeinschaft gebracht. Aus dieser deutschen Volksgemeinschaft erwuchs uns lebenden Deutschen die Rettung vor Unter­gang und Verderbs Aus der unendlichen Einheit der heute lebenden deutschen Generation mit der Jahrtausende umfassende Geschlechterfolge des deutschen Volkstums aber erweckt uns die Gewiß­heit. daß unser deutsches Volk unsterbIich ist.

Noch größer aber und noch sicherer ist, aus dieser Schau gesehen, die Gewißheit, daß es heute und in allen Zeiten, wo Menschen lebten und leben, eine Menschheitskultur nicht gibt und nicht geben wird ohne die deutsch« Kultur. Wie herrlich ist es doch, einem Volk, von dem man mit Recht und ohne Ueberhebung solches sagen kann, anzu­gehören!

Wie weit liegen für uns heute schon die Zeiten zurück, in denen es schien, als ob der deutschen Geschichte das Ende gesetzt sein. Wie selbstver­ständlich ist uns heute schon die wiedererstandene deutsche Armee, der soziale Frieden, das Reich der Ordnung, das Reich der Stärke nach innen und außen. Und wie wunderbar ist es, daß heute kaum etwas mehr als vier Jahre nach der natio­nalsozialistischen Revolution die Stunde der

Wiedergeburt der deutschen Kunst schlägt. In Schutt und Asche sank der alte Glas- palast zu München. Herrlich neu erstand im Drit­ten Reich das Haus der Deutschem Kunst. Dem Hunger überantwortet, organisatorisch, geistig und künstlerisch mit Gott und der Welt zerfallen, schien unser Künstlertum und mit ihm die deutsche Kunst dem Verderb überantwortet zu sein. Heute, im Dritten Reich, ist ernstes Schaffen und Streben auf allen Gebieten der Kunst weithin sichtbar wieder vorhanden und im Werden.

Es vollzieht sich auf kulturell-künstlerischem Ge­biet,die nationalsozialistische Revolution mit der­selben Gesetzmäßigkeit, wie sie sich zuerst aus po­litischem und dann auf wirtschaftlich-sozialem Ge­biet vollzogen hat. Es ist nicht nötig, daß irgend jemand die Sorge befällt, wie diese kulturell- künstlerische Revolution wohl enden möge. Denn der Führer dieser Revolution ist Adolf Hitler. Er steht vor der deutschen Kunst nicht nur als ihr Schirmherr, sondern als ihr größter Meister.

So grüße ich denn in Ihnen, Parteigenosse Heß, den Stellvertreter des Führers und damit den Führer selbst. Ich melde, daß der Tag der deut­schen Kunst 1937 zu München gerichtet ist. Möge er eingehen in die Geschichte als der Tag der Wiedergeburt der deutschen Kunst." Gauleiter Wagner wandte sich hierauf den Ange­hörigen des Diplomatischen Korps zu:Ich grüße

Sie, die Sie als die in Deutschland akkreditierten Vertreter Ihrer Landesherren und Länder unse­rer Einladung Folge geleistet haben. Wir sehen in dieser Tatsache eine schöne Ehrung für unser deutsches Volk. Ich grüße euch alle, deutsche Frauen und Männer, die ihr in die Hauptstadt der deutschen Kunst nach München gekommen seid, um hier mit den Repräsentanten der Partei, des Reiches und der Wehrmacht das Fest der deut­schen Kunst 1987 zu begehen. Und damit erkläre ich den Tag der deutschen Kunst sür erössnet."

Nachdem der lebhafte Beifall, der der Ansprache des Gauleiters folgte, verklungen war, wird, ge­tragen von den jubelnden Stimmen des Lehrer­gesangvereins München, zur machtvollen, klang- schönen Musik des Gewandhausorchesters unter der Stabführung des Akademiepräsidenten Pros. Trunk, der 'lebensprühende und kraftvolle Wachet-aus"-Chor gespielt. Ein Sieg-Heil des Gauleiters Adolf Wagner auf den Führer, den größten Baumeister aller Zeiten", und der Ge­sang der Lieder der Nation beenden feierlich und erhaben den weihevollen Festakt. Die einzig­artige Stimmung tiefer Ergriffenheit erfaßt auch die draußen harrende Menge. Als nun der Stell­vertreter des Führers und der Gauleiter ihre Wagen besteigen, umfängt sie wieder brausen­der Jubel und stürmische Heil-Rufe.

Ist. Mtcich über Sie kinlielt von Kunst unv Voll!

Sroße Ne0e des Neichspressechefs der NSVflp. beim Presseempfang in München - Iichrlich ;n»ei große flusstellungen

im Haus der Veutschen Kunst

München, 17. Juli.

Es gehört zur Tradition des nationalsozialisti­schen Deutschlands, daß an der Schwelle seiner großen, weithin wirkenden Veranstaltungen jeweils auch ein Empfang der Vertreter der in- und ausländischen Presse steht, die stets in großer Zahl der Einladung zu den Kundgebungen nationalsozialistischer Lebens­gestaltung zu folgen pflegen.

Den außergewöhnlichen Rahmen des Presse- empsangs anläßlich der Eröffnung des Tages der deutschen Kunst bildete das Maximiliane»«, in dem sich am Freitagnachmittag mehr als vier­hundert Vertreter der deutschen und ausländischen Presse versammelten. Das Maximilianeum, das nur bei ganz besonders festlichen Anlässen als Knndgebungsstätte dient, zeigte sich in erlesenem Schmuck.

Der Presseempfang erhielt eine besondere Be­deutung durch eine grundlegende Rede des Reichs­pressechefs der NSDAP. Dietrich, in der er die Haltung der nationalsozialistischen Presse zur Kunst umriß und sür diese Presse ein starkes Bekenntnis zur Kunst, ablegte. Die Klarheit, mit der er den Gegensatz zwischen dem kunstzerstörenden Negativismus der Presse des liberalistischen Zeitalters und dem ausbauenden Willen und Verantwortungsgefühl des national­sozialistischen Schriftleiters gegenüber der Kunst herausarbeitete, und die Ueberzeugungskraft, die seine Richtlinien für die Tätigkeit des national­sozialistischen Kunstschrifttums atmeten, fanden das gespannte Interesse und den lebhaften Beifall der Männer der in- und ausländischen Presse.

Dem Empfang wohnten als Ehrengäste u. a. bei der St'aatskommissar für das Haus der

Deutschen Kunst, Gauleiter Staatsminister Wag­ner, der stellvertretende Pressechef der Reichs­regierung Ministerialrat Berndt, der Präsi­dent der Reichskammer der bildenden Künste Pros. Ztegler, der stellvertretende Gauleiter Landesstellenleiter Otto Nippold, Reichs- hauptamtsleiter Dr. Dresler und Reichs­amtsleiter Sündermann von der Reichs­pressestelle der NSDAP. sowie weitere Presse- referenten aller Gliederungen und Staatsdienst­stellen.

Dr. Dietrich führte in seiner Rede u. a. aus: Mit der gesamten bildenden Künstlerschaft, die aus allen deutschen Gauen in kameradschaftlicher Verbundenheit sich in den Mauern dieser Stadt vereint, nimmt das ganze deutsche Volk lebendi­gen Anteil an diesem für das Schicksal der deut­schen Kunst so bedeutungsvollen Ereignis. Und wenn etwas diesem ersten Tag der deutschen Kunst seinen besonderen und einmaligen Charakter ver­leiht, dann ist es dieser kühne und große .Ge­danke der Erhebung der Kunst aus der Enge ästhetisch-intellektueller Abgeschlossenheit in die weite, lichte Sphäre lebendiger Volksverbun­denheit, die das nationalsozialistische Deutsch­land zu verwirklichen unternimmt, und der tiefe Widerhall, den dieser Appell an das künstlerische Gewissen der Nation im Herzen des Volkes findet.

Dieser Tag der deutschen Kunst ist ein weithin sichtbarer Ausdruck nationalsozialisti­schen Kulturwillens und Kultur­schaffens. Wie Sie wissen, führt München, die Hauptstadt der Bewegung, nach dem Willen des Führers zugleich auch den Ehrentitel derStadt der deutschen Kunst"; und sie führt nicht nur diesen Namen, sondern sie ist es auch. Die Tat­

sache, daß der Ausgangspunkt und Sitzder natio­nalsozialistischen Partei zugleich auch Mittelpunkt der künstlerischen Ausdruckskraft des Reiches ist und es für alle Zeiten sein soll, ist nicht nur ein Symbol, sondern ein Bekenntnis, das die wurzelhafte Verbundenheit nationalsozialistischer Weltanschauung und deutscher Kultur in ihrer ganzen Wesenhaftigkeit erfaßt und hervortreten läßt. Die kulturelle Haltung des Nationalsozia­lismus im Ausland so selten verstanden und so oft geschmäht und ihr den schönen Künsten zugewandtes Gesicht treten an diesem Tage in München mit einer repräsentativen Veranstal­tung hervor, die sich offen und frei dem gesunden künstlerischen Urteil der breitesten Öffentlichkeit präsentiert. Frei aber auch insofern, als sie sich frei gemacht hat von der ebenso lächerlichen wie beschämenden Diktatur des jüdischen Kunstschwin­dels wie von dem verkrampften pseudo-künstleri- schen Bildungsdünkel jener, die die Kunst zur Sklaverei anmaßender Unfähigkeit erniedrigt hatten.

Diepolitischen Kulturbarbaren Europas", als die man uns Nationalsozialisten im Ausland so gern abstempeln möchte, stellen ihr Barbarentum und die Produkte ihrer Kunstbarbarei hier in München zur Schau. Gehen Sie offenem Blickes durch diese Stadt und die große deutsche Kunst­ausstellung, die am Sonntag ihre Tore öffnet. Betrachten Sie die ersten Schöpfungen der Archi­tektur und Plastik mit denen der Nationalsozia­lismus den Beginn ieiner Bauepoche eingeleitet hat: Den Königlichen Platz in seiner er­hebenden Raumgestaltung, die Parteibauten und die Ewige Wache in der Klarheit ihrer Linien und der Schönheit ihrer Konturen, das Haus der Deutschen Kunst.

(Fortsetzung auf Seite 2)

was blieb offen?

Ungelöste fragen des L rlschlesten-problems

Der seinerzeit zwischen dein Deutschen Reich und der Republik Polen über Oberschlesien ab­geschlossene Vertrag, bekanntgeworden alsE e n- fer Konvention", trug der Tatsache Rech­nung, daß das aufgeteilte oberschlesischs Indu­striegebiet, bis dahin ein in organischem Wachs­tum gewordenes Ganzes, nur dann lebensfähig bleiben könnte, wenn wenigstens ein Teil der vorhandenen wirtschaftlichen Bindungen und Be­ziehungen für eine Uebergangszeit erhalten bliebe. Heute nun, da ein großer Teil der Ab­machungen durch Fristablauf hinfällig geworden ist, haben die beiden beteiligten Regierungen in der Erkenntnis, daß auch die vergangenen 15 Jahrs die bestehenden Wechselbeziehungen nicht aufzuheben vermochten, eine Reihe neuer Abmachungen getroffen oder in Aussicht genommen, ahne daß damit der Fragen­komplex jedoch eine völlige Lösung gefunden hätte.

Worüber hat man sich denn geeinigt? Haupt­sächlich über offene technisch-wirtschaft­liche Fragen, wie den Erenzverkehr, über Eisenbahnverkehr und Eisenbahntarife, einige arbeitsrechtlicho Fragen u. a. m. Offengeblieben sind jedoch die Optantenfrage, die Rechte aus Artikel 4 des Abkommens und der größere Komplex der sogenannten Minderheitenfragen. Die Optantenfrage berührt alle die, die im Deutschen Reich lebend sich für die polnische Staatsangehörigkeit und im umgekehrten Falls für die deutsche entschieden haben. Es sind auf polnischem Boden 1599 Reichsdeutsche und bei uns ungefähr 790 Polen, die heute übrigens nicht

knglands Plan angenommen

London, 17. Juli

Der Londoner Nichteinmischungsausschug nah« am Freitag nach Erklärungen des deutschen Bot­schafters von Ribbentrop und der übrigen Mächte- vcrtreter den englischen Kompromißplan im Spa- nienkonslikt als Erörterungsgrundlage an. Der Botschafter Frankreichs und der Sowjetruhlands knüpften ihre Zustimmung bezeichnenderweise an wesentliche Vorbehalte, die erhebliches Aussehen hervorriesen. (Ausführlicher Bericht im Innern des Blattes.)

nur in Oberschlesien, sondern über das ganze Reichsgebiet zerstreut leben. Polen scheint gewillt, die deutschen Optanten auszuweisen.

Von weitestgehcnder Bedeutung ist auch der umstrittene Artikel 4 des Abkommens. Da er weder wie andere Bestimmungen ausdrücklich befristet ist noch seinem Sinne nach es gibt doch keine Garantie wohlerworbener Rechte nur auf bestimmte Zeit befristet sein kann, stehen wir auf dem Standpunkt, daß er nach wie vor gilt, eine Tatsache, die man trotz mehr­facher Feststellung des Schiedsgerichts für Ober- schlesien freilich im Nachbarlande nicht an­erkennt. Der Artikel 4 garantiert den in den o-berschlesifchen Gebieten ansässigen Personen und Gesellschaften den Schutz all ihrer zur Zeit des Usberganges der Staatshoheit bestehenden Rechte. Er sieht ferner vor, daß sie im Rechtswege ver­teidigt werden können und daß im Falle eines Entzuges volle Entschädigung zu leisten sei. Unter den im Artikel 4 garantierten Rech­ten, so dem Apothekerprioileg, dem Mutungs- recht und dem Eigentumsrecht, spielt heute das Eigentumsrecht eine besondere Rolle. Wir sind keineswegs der Meinung, daß das Abkom­men Eigentumsrecht sür alle Ewigkeit garantie­ren und damit einen Dauerzustand der Besitz- verteilung schaffen soll.

Wenn daher Polen darangehen will, nun­mehr die Agrarreform auch in Schlesien durchzuführen, so zielen unsere Einwände nicht so sehr gegen das Recht an sich, sondern dagegen, daß eine volkspolitische Tendenz verfolgt wird und daß vor allem die nach der Agrarreform­gesetzgebung vorgesehene Entschädigung die Rechts aus Artikel 4 verletzt. Sieht nämlich das Ab­kommen eine volle Entschädigung vor, so das Agrarreformwerk nur eine angemessene, die übrigens noch dadurch gemindert ist, daß nur ein Drittel der Entschädigung in'bar gezahlt, zwei Drittel hingegen in vinkullerten Staatspapieren, um 49 bis 59 v. H. unter der Parität notiert, geleistet werden. Wir können daher nicht umhin,