Ausgabe 
(29.9.1937) Nr. 267
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrdeitsstont Dremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Dremen

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Das amtliche verkündungsblatt des

Reichsstatchalters in Mdenburg und Vremen

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Nr. 26 ? / ?. Jahrgang

Mittwoch, 2 S. September 1 SZ?

kinzelpreis 15 Npf.

-Wolf Hitler unS venito Mussolini

sprachen in verlin ;u den Völkern der Welt

Ver ^ükrer: «flus der Vemeinsamkeit der faschistischen und l Ver Vuce: „Vor ganzen Welt, Sie sich gespannt fragt, was

Ser nationalsozialistischen Nevolution ist heute eine vemeinsamkeit > das krgebnis See Begegnung von verlin sein wirS: Krieg oSer

nicht nur Ser slnsichten, sonSern auch Ses Handelns gekommen" j friede, können wir beiSe mit lauter Stimme antworten: friede!"

eie-n Mcri^e^ci

(vrslllbsriollt unssrsr Lerllvsr SobiMIsituvs)

rS. Berlin, 28. September.

Die festlichen Tage des Mussolini-Besuches in Deutschland fanden in der Hauptstadt des Reiches Dienstag abend ihre triumphale Krönung in einer Kundgebung aus dem Maiseld und im Olympia-Stadion, wie sie in dieser unerhörten Größe und hinreißenden Wucht in der Geschichte der Welt ohne Beispiel ist. Die Führer Deutsch­lands und Italiens, Adolf Hitler und Venito Mussolini sprachen vor einer Million Werltätigen Berlins, die aus dem Reichssportseld ausmarschiert waren. Mit ihnen erlebten zwei Millionen Menschen, die 15 Glieder tief gestaffelt an der Via Triumphalis von der Wilhelmstraße bis zur Kundgebungsstätte standen, die historischen Stunden.

Ganz Deutschland, ganz Italien, ja die Welt hörten im Lautsprecher die aufrüttelnden Worte der beiden großen Staatsmänner. Im Olympia­stadion klang dann die grandiose überwältigende Demonstration deutsch-italienischer Freundschaft und ihrer friedenserhaltenden, kulturwahrenden Kraft in einem wuchtigen Konzert von 1ÜVV Musikern und Spielleuten und mit einem riesigen Feuerwerk aus.

Hinter den hohen, schlanken Säulen des Elocken- turms ziehen Wolkenschleier auf. Die Sonne ist langsam verschwunden.

Ueber eine Million Menschen waren lange vor Beginn der Kundgebung auf dem Maifeld ver­sammelt. War schon die geordnete Heranführung dieser Massen eine glänzende Leistung, so erfor­derte ihr reibungsloser Abtransport eine tief bis ins einzelne gehende Planung. Die Anfahrt aus der Stadt gab ein eindrucksvolles Bild davon, was das heißt: Berlin marschiert. Nur im Schritt-Tempo geht es im Wagen vorwärts, ein­gekeilt in endlose Motorkolonnen. Da zieht sich rechts und links der Feststratze viele Kilometer lang das ununterbrochene Band der Absperrenden hin. Hinter ihnen in tiefen Gliedern gestaffelt Menschen, Menschen — zwei Millionen Menschen von der Wilhelmstratze bis zum Reichssportseld. Von allen Seiten dröhnt der Schritt der marschie­renden Abteilungen. Es kommen von Tausenden von Betrieben die Werktätigen. Sie wollen Zeu­gen sein des großen Geschehens dieses Abends. Kommandos hallen über das Maifeld. Auf der großen Tribüne erwacht Leben: Unter den wuchti­gen, straffen Akkorden des Hohenfriedberger ziehen die Fahnen ein. Ein bunter Wald baut sich auf. Die Musik bricht ab. Schweigen legt sich über das unruhige Menschenmeer. Schwer und ernst, mit tie­fem, warmem, metallischem Klang hat

die lttpnipio-lilocke

zu läuten begannen. Dämmerung liegt über der Million Menschen auf dem Feld wie ein Nebel­schleier. Aber jetzt schallen Freudenrufe auf; gleißende Strahlenbündel senken sich nieder vom i Elockenturm. von den Tribünenrändern. Sie über­sehen die Massen mit Licht, lassen die riesigen Trikoloren und Hakenkreuze aufleuchten, verwan­deln den Fahnenwald in eine einzige blinkende strahlende Fläche. Eine feierliche Stimmung hat sich der Million Menschen bemächtigt. Adolf Hit­ler und Mussolini sind auf dem Wege hierher. Es ist ein phantastisches Bild; wie riesige Wäch­ter sehen die Türme auf das Menschenmeer herab, und die Scheinwerfer auf der FührertrMne wir­ken wie gewaltige Leuchtfeuer. Ein »«endlich feierlicher Rahmen für den historischen Mt. der in wenigen Minuten hier abrollen wird.

Jetzt dröhnen Marschwcisen, ein Befehl schnei­det durch die Nacht; die Standarten gehen hoch. Fanfaren klingen hell. von weit her rauscht Lärm'auf, Jubel kommt wie ein Laugeuei näher, stürzt sich'auf die Hunderttausende; wie tosende . Brandung liegt der Jubel in der Luft:

stdolf kMIor und Mussolini sinS gekommen

Der große weltgeschichtlich bedeutende Augenblick ist da. Der Duce und der Führer werden vom Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Hetz, und Reichsminister Dr. Goebbels zur Ehren­tribüne geleitet. Auf dem Platz vor der Redner­kanzel haben die italienischen Minister Graf Eiano, Starace und Alfieri und die deutschen Minister Generaloberst Eöring, Freiherr von j

Neurath und Generalfeldmarschall von Vlomberg sowie der italienische Botschafter in Berlin Atto- lico und der deutsche Botschafter in Rom von Hassell Platz genommen.

Das Maifeld ist erfüllt von unruhiger Erwar­tung und höchster Spannung. Die Begeisterung der Menge ist grenzenlos. Leidenschaftlicher Ju­bel steigt immer wieder empor zum Führer und zu seinem Gast, dem Duce des faschistischen Ita­liens, die sich auf dem Podium der Menge zei­gen. Zu beiden Seiten des Rednerpodiums sind die Standarten des Duce und des Führers von An­gehörigen der Kriegsbehörden aufgezogen worden.

18.50 Uhr: Ein Kommando hallt über das Feld: „Fahnen und Standarten ab!" Noch ein Blick über das weite Feld: Die 600 000 bilden jetzt im Silberlicht der Scheinwerfer einen eiser­nen Block, ein Sinnbild der Kraft und des ge­einten Willens. Heil-Rufs donnern über den Platz.

Neichsmknjster Dr. poebbel«

empfing als Gauleiter der Stadt Verlin den Führer und seinen Gast am Glockenturmeingang vom Maifeld und eröffnete die Millionenkund- gebung mit folgender Ansprache:

„Duce des faschistischen Italiens! Mein Führer! Ich melde: Auf dem Maifeld in Berlin, im

Olympiastadion und den Vorplätzen des Reichs­sportfeldes eine Million Menschen, dazu auf den Anfahrtsstraßen von der Wilhelmstraße bis zum Reichssportseld zwei Millionen insgesamt also drei Millionen Menschen zur historischen Massen­kundgebung der nationalsozialistischen Bewegung versammelt. In festlicher Stunde ist die Bevöl­kerung der Hauptstadt des Dritten Reiches auf­marschiert, Berlin und darüber hinaus das ganze deutsche Volk sind von tiefster Freude erfüllt. Be­wegten Herzens werden rn Deutschland und in Italien mehr als hundert Millionen an den Lautsprechern versammelt sitzen, um durch die Aetherwellen mit diesem einzigartigen Ereignis verbunden zu sein. Ich bin glücklich und stolz, den Dolmetsch der Gefühle machen zu dürfen, die uns in dieser Stunde alle bewegen.

Ich habe die hohe Ehre, den Duce Italiens auf dem Boden der Reichshauptstadt vor dem deutschen Volke auf das herzlichste willkommen zu heißen. Ich darf Ihnen im Namen der unge­

zählten Millionen Deutschen, die jetzt mit uns verbunden sind, freudigen und begeisterten Dank sagen für Ihren Besuch. Ich darf Ihnen versichern, daß Ihr geschichtliches Leben und Wirken im deutschen Volke tiefste Bewunderung ausgelöst hat. Sie sind in eine festliche Stadt gekom­men. Sie hat sich Ihnen zu Ehren bekränzt und eschmllckt. Aber was bedeutet das angesichts der öchstgestimmten und jubelerfiillten Herzen, die Ihnen aus ganz Deutschland millionenfach ent- gegenschlaggn?

In Ihnen begrüßt die Stadt Berlin, begrüßt ganz Deutschland, den großen Duce seines Volkes und seiner Nation, den Freund Deutschlands, den mutigen und zielbewußten Staatsmann, den über­ragenden Gestalter eines nationalen Volksschick- sals. Seien Sie uns auf das herzlichste willkom­men. Dies rufe ich Ihnen im Namen aller Deut­schen zu, von denen nur ein ganz kleiner Aus- schnitt Sie am heutigen Abend umjubeln kann. Wir grüßen Ihr schönes Land und Ihr tapferes Volk. Sie Seite an Seite mit unserem geliebten Führer zu sehen, ist eines der freudigsten Ereig­nisse unseres Lebens. Die große historische Massen­kundgebung der nationalsozialistischen Bewegung auf dem Berliner Maiseld ist erösfnet!

Als Dr. Goebbels im Namen dos deutschen Volkes das Wort an den italienischen Regierungs­chef richtet, finden seine Worte ein brausendes Echo bei der, Masse. Jeder Satz, der dem Schöpfer des italienischen Imperiums gilt, löst tosenden Beifall aus. Als Dr. Goebbels geendet hat und die Rede des Führers ankündigt, brandet orkan­artiger Jubel auf. Es währt Minuten, bis der Führer seine Rede beginnen kann.

Ver sichrer spricht:

„Männer und Frauen! Wir sind soeben Zeugen eines geschichtlichen Vorganges, der sich in dieser Form und in einem solchen Ausmaß bisher noch nicht abgespielt hat! Ueber eine Million Menschen haben sich hier versammelt zu einer Kundgebung, an der 115 Millionen Angehörige zweier Völker in heißer Empfindung teilnehmen und die Hun­

derts von Millionen Menschen der übrigen Welt als mehr oder weniger interessierte Hörer ver­folgen!

Was uns alle in diesem Augenblick zuerst be­wegt, ist die große Freude, in unserer Mitte als Gast einen jener einsamen Männer jener Zeiten zu wissen, an denen sich nicht die Geschichte er­probt, sondern die selbst Geschichte machen!

Zweitens fühlen wir, daß diese Kundgebung nicht eine der Versammlungen ist, wie sie immer und auch anderwärts stattfinden, sondern daß sie ein Bekenntnis ausdrückt aus gemeinsamen Ide­alen und zu gemeinsamen Interessen. Ein Be­kenntnis, das von zwei Männern ausgesprochen wird, das eine Million Menschen hier hören, aber 115 Millionen mit heißem Herzen erwarten und

1SV. Berlin, 29. September.

Die Menschen strömten und strömten, zu Tausenden, zu Zehntausenden, zu Hundert- tausenden, und alle hatten das eine Ziel — das Maifeld. Sie fühlten richtig, daß es um Großes ging und drängten hinaus in Eisen­bahnen, in Untergrundbahnen, in Straßen­bahnen, in Taxen, in Privatautos. Und Stunden bevor der Führer mit seinem Gast kam, war nicht nur das Maifeld, waren das ganze Reichssportseld und die anliegenden Straßen vollgefüllt von wartenden Men­schenmassen, und da waren es zwei Millio­nen geworden.

Und als die Stunde des großen Ereig­nisses anbrach, da hatten soviel Menschen sechs Stunden, fünf Stunden, vier und drei Stunden gewartet und hatten geharrt auf das große geschichtliche Treffen, aus die An­kunft des Führers mit seinem Gast. Und in­dem sie warteten, hatte sich ihre Spannung gesteigert von Stunde zu Stunde und war

bejahen! Und damit ist dieser Abend heute keine Volksversammlung mehr» sondern eine Völker­kundgebung.

Der tiefste Sinn dieser Völkerkundgebung aber ist der aufrichtige Wunsch, unseren Ländern jenen Frieden zu garantieren, der nicht der Lohn einer entsagenden Zeit heißt, sondern das Ergebnis eines verantwortungsbewußten Sicherns unserer oolklichc-n, seelischen und leiblichen sowohl als unserer kulturellen Substanzen und Werte ist. Da­mit glauben wir aber auch, jenen Interessen am besten zu dienen, die über unsere beiden Völker hinaus eigentlich die Interessen des ganzen Euro­pas sein müssen.

schließlich zu einer inneren Feierstimmung geworden, der dann äußerlichen Ausdruck gaben der sonore Klang der Olympischen Glocke und die leuchtende Märchenpracht der lichtbestrahlten Fahnen und Standarten im Hintergrund der Führertribüne auf dem Maiseld.

Warum strömten die Massen? Warum warteten zwei Millionen Menschen mit höchster innerer Spannung des Ereignisses, das hier kommen sollte? Gewiß, man wußte es, daß dieses Ereignis auf dem Maiseld etwas Großartiges und Einzigartiges wer­den müßte, man wußte, daß die glanzvollen Tage des Duce-Besuches in Deutschland hier auf dem Maifeld, wo der Fiihrer und der Duce sprechen wollten, ihren Höhepunkt er­reichten; man wußte auch, daß, nachdem Mussolini in München die nationalsozia­listische Bewegung begrüßte, nachdem er in Mecklenburg die deutsche Wehrmacht k»n- nenlernte und in Essen das Volk an der Arbeit sah, daß sein Besuch hier in der Reichshauptstadt der Bekräftigung leben­digster Motive der gemeinschaftlichen deutsch­italienischen Politik gelten sollte.

Was das Tressen aber wirklich wurde, das erahnten die harrenden Massen, ohne ihrem Empfinden Worte geben zu können. Wieder einmal sprach der Führer das Wort, das dafür Ausdruck war, was die Massen bewegte. Eine Völkerkundgebung nannte der Führer das Tressen, eine Völ­kerkundgebung, keine Volksversammlung. In der Tat waren ja diese Millionen Men­schen auf dem Reichssportseld und in den Zufahrtsstraßen nur eine „kleiner" Aus- schnitt aus den vielen Millionen Deutscher und Italiener, die, wie Dr. Goebbels in sei­ner Begrüßungsansprache festgestellt hatte, am Rundfunk das geschichtliche Ereignis miterlebten, waren nur ein kleiner Aus- schnitt der 115 Millionen Menschen, die Deutschland und Italien zusammengefaßt ausmachen. Und diese 115 Millionen stan­den zu dieser Stunde gemeinsam im Geist versammelt aus dem Maifeld, standen hin­ter den beiden großen Staatsmännern, an denen sich nicht „die Geschichte erprobte", sondern die selbst Geschichte machten und machen. Es waren diese 115 Millionen aus dem Malfeld versammelt und legten durch den Mund des Duce des faschistischen Ita­liens und unseres Führers Adolf Hitler ein hehres Bekenntnis zu den beiderseitigen Idealen und der beid-ile.'.igen A' Ein Bekenntnis, das Gewähr givt für den Frieden und die europäische Kultur.

Aus diesen Idealen und aus dieser Kraft ist in Italien ein neues Imperium ent-

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(Fortsetzung auf Seite 2)

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