Ausgabe 
(27.9.1937) Nr. 265
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Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont vremen

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Nr. 265 / 7. Jahrgang

Montag, 27. September tSZ7

kinzelprels l5 Npf.

Mussolini und der Mrer bei den Manövern

Vlau durchbrach die roten Stellungen / Spannender verlaus der kntscheidungsschlacht / Panzer und flieger

gaben den flusschlag / Abschluß der Sefechtslzandlungen

öefchichMcher tag in Mecklenburg

(ViZsÄsr OrsLÜbsrivLi cisr „Lrvwsr 2siiun,Z")

Rostock, 27. September. Die Wehrmachtsmanöver 1937 fanden am Sonntag in Gegenwart des Führers und Obersten Befehlshabers und seines hohen Gastes, des italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini ihren Höhepunkt und Ab- ...

Unssr lagssspiegvl

Unter Teilnahme des Führers nnd Musso­linis fanden die Wehrmachts-Manövee ihren grandiosen Abschluß.

Zusammen mit dem Führer wird der Duce heute vormittag die Kruppwerke in Esse» besuchen.

Heute nachmittag wird der Tast des Führers seinen triumphalen Einzug in die Reichs­hauptstadt halte».

I» Oldenburg fand die Eaupropagandatagung der DAF. statt.

Das Futzvalltreffen Werder—VfB. Peine en­dete in der Bremer Kampfbahn 8:1.

Das Masarhk-Renne« wurde von Caracciola auf Mercedes Benz gewonnen.

Die Gaumeisterschasten des Gaues Nordsee des Deutschen Schützenverbandes nahmen in Anwesenheit des Schützenverbandssührers Major a. D. Eleve en en erfolgreichen Ver­lauf.

Eine deutsche Reichsriege im Kunstturnen be­geisterte in den Eentralhallen 250V Zu­schauer.

schlutz. Nach erbitterten Kämpfen brachte der Einsatz von Fliegern und Panzerkrästen zugunsten der blauen Partei die Entschei­dung.

Zum Empfang des Duce und des Führers hat ten sich wie amtlich mitgeteilt wird, auf dem Bahnhof Lalendorf in Mecklenburg eingefunden der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General­oberst Göring, der Oberbefhlshaber des Hee­res, Generaloberst Freiherr von Fritsch, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, General­admiral Dr. h. c. Raeder, der Staatessekre­tär im Reichsluftfahrtministerium, General der Flieger Milch, der Chef des Generalstabes des Heeres, Generalleutnant Beck, General der Ar­tillerie Keitel, der Chef des Marine-Kom- mando-Amtes Konteradmiral Euse, und der Chef des Eeneralstabes der Luftwaffe, General­leutnant Stumpfs.

Von italienischer Seite waren auf dem Bahn­hof anwesend der italienische Generalstabschef Marschall Vadoglio, der Unterstaatssekretär für das Heer, General Pariani, der Unter- staatssekretär für die Marine, Flottenadmiral Cavaanari, der Unterstaatssekretär für die Luftwaffe, General Balle, der General der faschistischen Miliz, Russo, sowie die übrigen Mitglieder der italienischen Wehrmachtdelega­tion und die italienischen Wehrmachtsattachös. In Begleitung Mussolinis befanden sich u. a. der italienische Außenminister Graf Ciano, Partei­sekretär Minister Starace, Kabinettschef Se­bastiane, Botschafter Attolico, Botschafts­rat Graf Magistrat;, sowie die Herren vom deutschen Ehrendienst, unter ihnen Reichsmimster Dr. Frank, General der Infanterie List, Bot­schafter von Hafsell und der Chef des Proto­kolls, Gesandter von Vülow-Schwante.

Mit dem Führer, in dessen Begleitung sich die Wehrmachtsadjutanten Oberst Hogbach, Kor­vettenkapitän v. Puttkammer und Haupt­mann von Velow befanden, kamen unter an­deren der Stellvertreter des Führers, Rudolf Hetz, Reichsautzenminister Freiherr von Ne er­rath, Reichsfllhrer jf Himmler, der Auger- ordentliche Bevollmächjgte Botschafter, fj-Grup­penführer von Ribbentrop, Reichspressechef Dr. Dietrich, die Adjutanten des Führers, Obergruppenführer Vrückner, Brigadeführer Schaub und Hauptmann Wiedemann, fer­ner die jj-Obergruppenführer Sepp Dietrich und Lorenz, jj-Gruppenführer Wolfs und Reichsbildberichterstatter Heinrich Hoffmann.

Vom Bahnhof Lalendorf begaben sich Mussolini und der Führer unmittelbar in das Manöver­gelände zu den kämpfenden Parteien. Die blaue Partei war soeben im Begriff, die rote Vertei­digungsstellung anzugreifen. Beiderseits des Weges den der Duce und der Führer durch das Gelände nahmen, sah man zahlreiche schwere und leichte Batterien der blauen 23. und 3. Division in Stellung. Ihr lebhaftes Feuer diente der Un­terstützung der sich an den Gegner heranarbeiten­den Infanterie.

stuf dem ersten veabachtungspunkl

bei Belitz standen der Duce und der Führer mit ihrer Begleitung mitten in der Stellung der r«. roten Division, vor der Ver Angriff der

blauen Diviston ins Stocken geraten war. Unter Einsatz von starker Artillerie, Eassliegern und schließlich auch Kampfwagen, die dicht an dem Veobachtungspunkt Mussolinis und des Führers vorbeirollten, gelang es, den blauen Angriff wie­der in Gang zu bringen. Das lebhafte Interesse der Gäste fand hier auch das von Generalmajor Udet geführte Kleinflugzeug „Fieseler-Storch", das seine Landung und Aufstiegsmanöver vor­führte.

Auf dem Weg« zur nächsten Beobachtungsstelle bei Stielow fuhren der Duce und der Führer dicht hinter der roten Stellung bei den Reserve- truppen, Minenwerferstellungen und Infanterie­geschützen vorbei. Von Stielow aus konnte man den Angriff der blauen 2. Division im raschen Vorwärtsschreiten erkennen. Bei der Weiterfahrt bot sich den italienischen und deutschen Gästen unweit Dalwitz das Bild eines starken roten Gegenangriffs gegen den hier tief in die roten Verteidigungsstellungen eingebrochenen Feind.

Der Duce und der Führer setzten sodann hinter der roten Front mitten durch die Stellungen der roten Artillerie und Flak-Artillerie hindurch ihre Fahrt bis zum Schmocksberg bei Tolzin fort. Die­ser hinter der roten Front gelegene Punkt bot ein ' umfassendes Bild eines großen Teiles des Schlachtfeldes. Vor den Höhen beiderseits des Schmocksberges war der Angriff der blauen 23. Division im Feuer der Roten ins Stocken ge­raten. Um ihn wieder in Gang zu bringen, setzte Blau nunmehr seine Luftwaffe zum Eingreifen in den Kampf ein. (Fortsetzung auf Seite 2)

politische Hellseher!

kin Wort an sowisse englische „Journalisten"

K. Xlü. Bremen, 27. September.

„Nur eine Bitte erfüllt uns, ihr beneidens­werten „Berufskollegen" jenseits des Ka­nals: Verratet uns das Geheimnis eures politischen Hellfehens! Den Zweck eures Gedankenlesens kennen wir, aber vor allem die unerreichte Met höbe eurer „um­fassenden Berichterstattung" steigert von Tag zu Tag unser Interesse an den Erfolg­gen dieser phantastischen „Journalistik". Besonders ihr Herren von der „Times" habt hier einen Rekord an Geschwindigkeit (wenn auch nicht an Richtigkeit) ausgestellt. Ihr teiltet bereits vor der Abreise des Duce aus Rom mit, Deutschland werde dem italie­nischen Staatschef beim Ueberschreiten der Reichsgrenze bedeuten — ja, eure Federn schrieben ausdrücklich „bedeuten" — Musso­lini möge in Nr>on rechtzeitig und reumütig in den Schoß der westlichen Demokratien zurückkehren. Wir haben „beim Ueberschrei­ten der Grenze", bei der Begrüßung des Duce in Kiesersfelden und sogar noch wäh­rend der Fahrt des Sonderzuges nach Mün­chen vergeblich auf derartige „Bedeutungen" achtgegeben. Aber jene politische Szene, die euch Hellsehern vorschwebte, ist uns offen­bar entgangen, weil wir nicht über die epochemachende durchdringende Kraft eures allgegenwärtigen Geistes verfügen.

Sodann, ihr Herren von der „Times", habt ihr in Erwartung eines „Münchener jj-Un- glücks mit zehn Toten" zur Durchführung der euch so am Herzen liegenden gewissen­haften Berichterstattung schon vor Eintre­ten der (angeblichen)' Katastrophe eure Son­derkorrespondenten in die Hauptstadt der Bewegung entsandt. Ihr wäret, wie immer, schon vorher im Bilde. Euer Mitleid mit den nicht existierenden Opfern des von euch erfundenen Unglücks wurde zwar von schlecht verdeckter Schadenfreude überschat­tet, doch was hat das alles zu sagen ange­sichts des „unheimlichen Geschehens", das sich auf Grund eurer „guten Informationen" hinter der sichtbaren Wirklichkeit des Duce-Besuches allein euch begnadeten Sehern enthüllt. Fürwahr, die Last auf eurem „europäischen Gewissen" wächst in­folge dieser tragischen Verkettung eurer prophetischen Gabe mit dem Weltgeschehen ins unermeßliche!

Schließlich wußtet ihr britischen „Journa­listen" — und zwar auf der ganzen Welt wiederum nur ihr allein — daß der Führer Einzelpunkte des Münchener Festprogramms heftig kritisiert habe. Ihr beeiltet euch, aus der Fülle eurer Eingebungen den Lesern auch diesen so außerordentlich wichtigen Begleitumstand der Deutschlandreise Musso­linis mitzuteilen, obschon es erich gleich­falls nicht entgangen sein konnte, daß die Programmfolge für die Münchener Festlich­keiten nach Fühlungnahme mit allen zustän­digen Stellen in Wahrheit die volle Billi­gung seitens des Führers gefunden hatte.

Und nun erst die Besprechungen, die beide Staatsoberhäupter in München unter vier Auren führten! Ihr wäret selbstver­ständlich dabei — ob mit oder ohne Tarn­kappe, sei dahingestellt! Ihr hörtet mit! Ja, ihr wißt sogar noch mehr als die beiden Be­teiligten! Erlebtet ihr doch, wie aus dem Unterbewußtsein der beiden Staatsmänner der „Plan aggressiver Militärpakte" aufstieg. Mehr noch: Ihr saht schon, indem euch der Angstschweiß kalt über den Rücken lief, wie jene Kriegspläne greifbare Gestalt an­nahmen! Bei den kommenden Ereig­nissen wird es nicht anders sein. Zwischen den Zeilen der bevorstehenden Friedens­erklärungen werdet ihr Kraft eures beson­deren seherischen Vermögens Verabredun­gen zur Herbeiführung eines neuen Kriege­lesen!

Während ein großes Stockholmer Blatl treffend feststellt, das mondäne Europa habe das Einglas aus dem Auge verloren und sehe nun, daß die lebendige Wirklichkeit ganz anders sei als das hochpolitische Traumspiel, während diese Erkenntnis Bo­den gewinnt, erbringt ihr den Beweis, daß die Worte Friedrich Nietzsches über den zu­künftigen Europäer haarscbarf aus euck -u geschnitten waren: „Das intcüg,-.'.

Slilaventier der Welt . . . sehr arbeitsam (im Dienste des jüdischen Kapitals, der Vers.)... bisz u m Exzeß neugieri g." So weit geht diese eure Neugier, diese eure

Her sture heute In Ver Waffenschmiede der Neichs

Ver füssrer besucht mit seinem vast dle Kruppschen Werke in kssen

Essen, 27. September.

Der italienische Regierungschef Benito Mussolini und der Führer werden — aus dem Manöver kommend — am heutigen Montagvormittag den Kruppschen Werken in Essen, der deutschen Waffenschmiede, einen Besuch abstatten.

Die freudige Nachricht wurde der Essener Bevölkerung am Sonntagnachmittag durch eine Mitteilung von Reichsminister Dr. Goebbels über den Neichssender Köln und durch einen Aufruf des Oberpräsidenten und Gauleiters Terboven bekannt, der durch ein Extrablatt der „Nationalzeitung" in Hunderttansenden von Exem­plaren verbreitet wurde. In dem Aufruf heißt es:

Montag früh um 7.56 Ahr trifft der Duce des italienischen Volkes zusammen mit unserem Führer auf dem Hauptbahnhof in Essen zu einer Besichtigung der Krnppwerke ein. Damit wird Essen in die Reihe der wenigen Städte gestellt, die in ihren Mauern ein Ereignis von überragender Bedeutung miterleben darf.

In der Hauptstadt der Bewegung haben sich zwei Männer die Hände gereicht, die, beide aus der Tiefe ihrer Völker kommend, dem Bolschewismus den unerbittlichen Kampf angesagt und ihre Nationen z« Kraft und Stärke emporgeführt haben.

Mitbürger von Essen! Zeigt euch dieses hohen Besuchs würdig! Bereitet ihm einen jubelnden Empfang! Schmückt Häuser und Straßen! In wenigen Stunden muß die Stadt in ein Flaggenmeer verwandelt sein!

Essen, das stählerne Herz Deutschlands, wird unter jubelnder Begeisterung den triumphalen Einzug Benito Mussolinis und Adolf Hitlers erleben.

Empfangt die hohen Gäste, issie es sich für die Waffenschmiede des Reiches gebührt«

Die Gauleitung Essen teilt ferner mit, daß eine größere Zahl von rheinisch-westfälischen Betrieben die Gefolgschaften unter Fort- zahlung der Löhne für Montag vormittag beurlaubt hat, um ihnen Gelegenheit zu geben, Zeuge dieses in der Geschichte einzigartigen Ereignisses zu werden.

Fast mit derselben Geschwindigkeit, mi-t der sich die Freudenbotschaft in der Stadt Essen bis in die Vororte hinaus verbreitete, veränderte sich auch das Stratzenbild. Wenig später schon sah man hochbeladene Wagen mit frischem Grün und Tannengirlanden.

Reichsminister Dr. Goebbels war bereits im Laufe des späten Vormittags in der Krupp­stadt eingetroffen, um sofort die nötigen Arbeiten aufzunehmen. Nachmittags statteten Dr. Goebbels und Gauleiter Terboven den Kruppwerken einen Besuch ab. Bereits um 17 Uhr hielt der stellver­tretende Pressechef der Reichsregierung, Ministerialrat Berndt, in der Eauleitung eine

Pressebesprechung ab, bei der er über die Einzel­heiten des bevorstehenden großen Ereignissen An­gaben machte.

Für den Ehrentag der Kruppstadt sind eine große Zahl von Sonderziigen aus dem gesamten Industriegebiet eingelegt, um möglichst vielen Volksgenossen Gelegenheit zu geben, dem historischen Ereignis beizuwohnen.

In endloser Kette zieht die Bevölkerung durch die Feststratzen und verfolgt die rasch fort­schreitenden Ausschmückungsarbeiten. Auf der hoch gelegenen Bahnhofshalle grüßen bereits die Fahnen Italiens und Deutschlands, und der Vor­platz ist nicht mehr wiederzuerkennen. Auf allen

Straßen schießen weiße Masten empor. Gegen den Abendhimmel hebt sich als Wahrzeichen der Waffenschmiede, ein mächtiger Schornstein der Kruppwerke ab, die allein ohne Schmuck bleiben, denn dem hohen Gast wird ein deutsches Industrie- werk, wird das stählerne Heyz Deutschlands mitten in der Arbeit gezeigt. Nur auf dem Portal zur Hauptverwaltung, werden die Flaggen der beiden Länder aufgezogen, und gegenüber dem Haupteingang bezeichnet das Symbol der NSKOV. den bevorzugten Platz, den die Opfer des Freiheitskampfes der national­sozialistischen Bewegung und der Arbeit hier erhalten.

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§

vor lAbrer mit seinem Oast bei «ler älikrckrt vom kvönislivdsn Llats in Llüneksn naek äer irranmiieäei-IvganA in «Ion bünentvmpvln kür ilie üskallsnon äer nationnisoLialistisoken SvvsMLS. (kresss-LoKmairw)