Ausgabe 
(26.9.1937) Nr. 264
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Nachrichtenbla« der Deutschen flrbeitsfront Bremen

der Nationalsozialisten oremens

flmksblan des Senats der Zreien kjansestadt Bremen

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Nr. 264 / 7. Jahrgang

Sonntag, 26. September 1SZ?

kinzelpreis 15 Npf.

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München umjubelte den Säst des Meers

der Sure in der liauplstadt der Bewegung oom sichrer auf das herrlichste empfangen / Iriumphale fahrt durch historische Straßen / Mustolini ehrte die säten des S. November / krste vesprechungen der beiden Staatsoberhiiupter

weltgeslhilhtliches kreignis

(Lixsusr Drs.Ktdsr'ivdk Äse „Lrsiner Lsiimm^") 8. 8. München, 26. September.

Als wir 'morgens vor 7 Uhr über den Mün­chener Bahnhofsplatz fahren, sehen wir, daß Mün­chen gerüstet ist. Alles steht schon im Zeichen ge­spanntester Erwartung. Wir gehen durch die große Bahnhofshalle, die, schon in stolzem Schmuck gehüllt, kaum als Bahnhofshalle wiederzuerken­nen ist. Wir besteigen den Zug, der bereitsteht,

Unser lagvsspiegel

Der erste Tag des Dnce-Vesnches übertraf in seinem weltgeschichtlichen Ausmaß alle Er­wartungen.

Der Führer wurde vom Duce zum Ehren- korporal der faschistischen Miliz ernannt; der Führer ehrte seinen Gast mit Verleihung des Goldenen Hoheitszeichens der Partei. Nanking war erneut das Ziel japanischer Luftangriffe.

Die Wehrmacht wird auch beim diesjährigen Erntedanktag mitwirken.

Mit großen Veranstaltungen wird Bre­men den Tag des Erntedankfestes begehen. Vom 1.—11. Oktober steht Bremen im Zeichen einer Krebsbekämpfung.

Im November wird die Vlocklandstrecke der Reichsantobah» eröffnet.

In Bremen wurde eine Muttermilch-Sammel- stelle errichtet.

Mussolini, den Duce des faschistischen Italiens der Grenze unseres Reiches in Kiefersfelden uholen. Ein kleiner Kreis führender Männer Partei, der Wehrmacht und des Staates be­tet den Stellvertreter des Führers. Mit ihnen ^n der Berliner Botschafter Italiens, Exzel- Attolico und sein Botschaftsrat Magi- rti, der Münchener italienische Eeneral- ul Pittalis. von deutscher Seite das enkommando, das sich beim Duce zur Beglei- z während der ganzen Fahrt melden wird, Hsleiter Frank, General List und Protokoll- Gesandter von Bülow-Schwante. Auch deutsche Botschafter in Rom, vonHassell, !t dem Duce entgegen.

s ist keine Ruhe im Zug. Zu groß ist die nnuna in uns allen. Da rechnet gerade tgen, der Adjutant des Stellvertreters des rers, aus, wie nahe nun auch der entgegen- mende Sonderzug Mussolinis der deutschen uze ist. Dort hat der Protokollches Gesandter Bülow-Schwante eine letzte Besprechung nnt en Herren. Alle aber stehen am Fenster, sehen hellen Sonnenschein die Berge sich nähern. Kiefersfelden verlassen wir den Zug, der Erfahrt, um in Kufstein mit dem aus stauen menden Zug verbunden zu werden und dann Sonderzug des Duce durch Deutschland zu en Nach einer kleinen halben Stunde ver­mein wir uns wieder am Bahnsteig, Es ist Uhr. Die Abfahrt des Zuges aus Kufftem, n Berge vor uns liegen, wird gemeldet. In Minuten wird der Zug eintreffen. Die Mel- i'ist kaum eingetroffen, da sehen wir rn der re «ine weiße Rauchfahne in den sonnenhellen :mel steigen. Der Zug rollt langsam heran, m sehen wir Mustolini. in Faschistenumform die Hand zum Gruß erhoben, am offenen ster stehen.

n die Klänge der italienischen Königshymne der Eiovinezza mischen sich die Heilrufe der ischen, die gekommen find. um den Duce des hismus bei der Ueberschreitung der Grenze ;res Reiches zu begrüßen. Wir stehen mit erho- er Rechten, erfaßt von der Größe des Augen- 's, vor uns die Berge als steinerne Zeugen. Zug hält. Mit-heiterem Lächeln grüßt Musso- — im Kreise seiner Minister Starace, ano und Alsieri — uns alle und damit itschland, dessen Boden er soeben betreten hat besten Gast er nun ist.

Nudolf ließ bringt die ersten 0eiiße

Der Stellvertreter des Führers betritt den Wagen und begrüßt den Duce im Namen des Führers auf deutschem Boden. Langsam setzt sich der Zug in Bewegung. Die Deutschlandsahrt Mussolinis hat begonnen. Ein denkwürdiges ge­schichtliches Ereignis hat seinen Ansang genom­men.

In rascher Fahrt zieht die oberbayrische Land­schaft vorbei. Die weißen Bauernhäufer sind

mit Fahnen und Blumen geschmückt. In dichten Scharen stehen die Bauern am Gleis und grüßen mit erhobenen Hand den Duce. Er steht während der ganzen Fahrt am Fenster und wendet sich manchmal von der einen zur anderen Seite, wenn er erkennt, daß er dort gegrüßt wird. Wäh­rend der ganzen Fahrt unterhält er sich eingehend mit dem Stellvertreter des Whrers. Dazwischen werden ihm die deutschen Begleiter des Zuges, die Adjutanten, die Ehrendienstführer, der Füh­rer des jj-Begleitkommandos vorgestellt.

Daneben sieht man in lebhaftem Gespräch den Parteiminister Starace mit Reichsminister Reichsleiter Frank oder den Außenminister Graf Ciano mit General List, den Kwbinettschef des Duce' Sebastiani mit Gesandtem von Bülow- Schwante — es ist eine Atmosphäre der Kame­radschaft zwischen den Gästen und uns, die gleich den ganzen Zug erfüllt. Nicht nur im Salon­wagen, auch in den anderen Wagen des Zuges sieht man die Deutschen und Italiener in herz­lichem Gespräch-

Wieder liegt Spannung über dem Zug. Die Heilrufe der Menschenmasten am Münchener Ost­bahnhof rauschen an uns vorüber. Schon taucht die Hallo des Hauptbahnhofs vor uns auf. Musto­lini hat das Fenster geöffnet und winkt den Vahnavbeitern, die ihn Mit Heilrufen grüßen, freundlich zu. Wenige Sekunden noch trennen uns von dem Augenblick, in dem der Duce des faschi­stischen Italiens dem Führer des nationalsoziali­stischen Deutschlands die Hand drücken wird.

Mols Hitler begrüßt Mussolini

In jugendlich frischer Haltung steigt Mussolini aus dem Wagen. Der Führer tritt auf ihn zu. Er begrüßt ihn mit kräftigem Händedruck und herzlichen Worten. Dann schreiten Mussolini und Adolf Hitler die Front des Fiihrerkorps ab. Be­gleitet von nicht endenden Heil-Rufen der ita­lienischen und der deutschen Jugend treten sie auf den Vahnhofsplatz hinaus. Aus den Beifalls­stürmen, von denen sie auch dort empfangen wer­den, klingen die Rufe der anwesenden italieni­schen Gäste „Duce! Duce!" hervor. Unter den Klängen der Nationallieder beider Länder schrei­ten Mussolini und der Führer dann die Front der Ehrenformationen der Wehrmacht und der sowie des Arbeitsdienstes ab. Sodann bestei­gen der Duce und der Führer umbraust von dem Jubel der Massen den Wagen zur

fahrt durch dir Hauptstadt der Bewegung

In den nächsten Wagen folgen dann der Stell­vertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, mit dem Generalsekretär der Faschistischen Partei, Minister Starace, der Reichsaußen­minister jj-Gruppenführer von Neurath mit dem italienischen Außenminister Liano, Reichs­minister Dr. Goebbels mit dem italienischen Minister für Volkskultur Alfieri, Es folgen der Reichsführer jj und Ehef der deutschen Poli­zei Himmler und in langer Wagenkolonne die anderen hohen italienischen Gäste, begleitet von führenden Männern der Partei und des Staates. Man steht u. a, den Reichsstatthalter in Bayern General Ritter von Epp, Gauleiter Staats­minister Adolf Wagner und Reichsleiter Ober­bürgermeister Fiehler, die Repräsentanten des Landes Bayern, des Traditionsgaues Mllnchen- Oberbayern und der Hauptstadt der Bewegung. Dsis gesamte Fiihrerkorps der NSDAP,, das auf

dem Bahnhof angetreten war,' begab sich sodann auf dem gleichen Fahrweg in die Stadt.

Als der Wagen des Führers, in dem aus den Rücksitzen rechts der Duce, links der Führer Platz genommen hatte, die Triumphpforte beim Ein­gang zur Schützenstraße passierte, da war die Lust erfüllt von einem

Brkan des Beifalls und der freude

Die ganze Straße war wie ein wogendes Meer in grün und weiß und rot. Hunterttausendc, die sich hinter dem Spalier der jj drängten, schwenk­ten Fähnchen in den Farben des faschistischen Italiens und rote Hakenkreuzsiihnchen. Die Stadt München hat den schönsten Schmuck in ihrer Ge­schichte für diesen großen Tag angelegt. Das Auge ist geblendet von Glanz und Farben, von dem Gold der Liktorenbündel und der Hoheitszeichen, die die Straßen säumen, von der bunten Farben­pracht der Fahnen und der Flaggen.

Nach allen Seiten grüßt der Duce immer wie­der mit dem faschistischen Gruß, Jetzt ist der Karls­platz erreicht. Durch das Karlstor geht die Fahrt weiter durch die Neuhauser- und die Kaufinger- straße, hinein in das alte geschichtliche München mit seinen ehrwürdigen Bauten, Nun weitet sich die Straße: Der Marienplatz ist erreicht mit dem stolzen Bau des Münchener Rathauses, Den Platz flankieren vergoldete Säulen, die abwechselnd die Wappen deutscher und italienischer Städte tragen.

Durch die Dienerstraße geht es zum Max-Josef- Platz mit der stolzen Attika des Nationaltheaters. Der ganze Platz strahlt in pompejanischem Rot, mit dem die Häuserfront verkleidet ist.

Nun geht die Fahrt die Residenzstratze ent­lang, den

weg des S. November 1925

Ganz langsam fährt der Wagen mit dem Duce und dem Führer am Mahnmal vorbei. Das Ge­sicht des Duce, das bisher von Freude erfüllt war, ist ernst geworden, und jetzt hebt der Duce den Arm und grüßt die 16 Toten vom 9. November 1923, die ersten Märtyrer der nationalsozialisti­schen Bewegung. Und mit ihnen die vielen Hun­derte von Toten, die im Getümmel des Kampfes um die Macht und um Deutschland am Wege ge­blieben sind. Ueber der Stätte des Mahnmales hängt die schwarze Fahne mit den Sigrunen.

Als die Wagenkolonne aus der Enge der Re- stdenzstraße in die Weite des Odeonplatzes hinein­fährt, da bricht die Sonne durch, und der weite Platz m-it seinen ockergelben Häuserfronten ist plötzlich ganz von Wärme und Licht erfüllt. Die Ludwigstraße, die wie zum Tag der deutschen Kunst in leuchtendem Rot strahlt, ist plötzlich in eine feurige Glut getaucht, und in goldenem Glanz strahlen Üiktorenbllndel und Hoheitszeichen von den roten Fahnen, Durch das Ehrentor biegt nun die Wagenkolonne indieVon-der-Tann-Straße ein. Aus dem Grün des Englischen Gartens leuchten weit die Säulen des Hauses der Deutschen Kunst, Dann hält der Wagen 'mit dem Duce und dem Führer

vor dem prinz-karl-palaio

Nur die engste Begleitung folgt Mussolini und dem Führer in das Haus, das dem Duce Heim während seines Aufenthalts in der Hauptstadt der Bewegung ist.

(Fortsetzung auf Seite 2)

der Mrer khrenkorporal der faschistischen MIß

Me höchste khre, die die faschistische Partei zu vergeben hat

München, 26. September

Vec sichrer der faschistischen Partei und Bberstkommandierende der faschistischen Mich, der italienische Negierungschef Benito Mussolini, hat den sichrer und Kanzler des Veutschen Seiches zum klzrenkorporal der faschistischen Miliz ernannt, kr stat chm damit die höchste würde und khre verliehen, die die faschistische Bewegung zu vergeben hat. Sie Urkunde, mit der diese khrung erfolgt ist, trögt folgenden Wortlaut'

Kanzlei des Ministerrates

Seneralkommando der M. v. S. N. fsreiwilligen-Mili; der National-Verteidigungl

fldolf Hitler

sichrer und Kanzler des deutschen Neiches und Volkes, wird hiermit zum klzrenkorporal der M. V. S. N. ernannt.

flls sichrer des deutschen Volkes hat er Veutschland den Vlauben zu neuer Vröße gegeben, flls wiederherstellet der bürgerlichen, sozialen und politischen Ordnung in Veutschland führt er mit fester Hand Sie deutsche Nation ihrer hohen Vestimmung entgegen, flls Vertreter und Hüter der europäischen Kultur gegen jeden Umsturzversuch hat er Italien in der Stunde des Kampfes seine rückhaltlose Semeinschast und sreundschast bewiesen.

Nom, den 24. September 1SZ?

— XV. der faschistischen flera

der Oberstkommandierende

Mussolini

Siegn der Nachkriegszeit

Zwei Nationen reichen stch die Hände

Bremen, 26. September.

Von überwältigendem Jubel unermeß­licher'Volksmassen umbracht, verbrachte der Schöpfer des faschistischen Italiens als Gast des Führers den ersten Tag fernes Staats­besuches in Deutschland. Vom Führer in der Hauptstadt der Bewegung in Gegenwart des gesamten Führerkorps empfangen, stand der hohe Gast vom ersten Augenblick seines Eintreffens auf deutschem Boden bis zur letzten Minute seiner Weiterfahrt von Mün­chen ununterbrochen im Brennpunkt be­geisterter Freudekundgebungen, die viel­leicht mehr noch als dem Regierungschef des befreundeten Italiens, der, an ihren Taten gemessen, bereits geschichtlich gewordenen Größe des italienischen Staatsmannes galt.

Zutiefst aber ist der Jubel um Mussolini begründet in dem ganz natürlichen Empfin­den des deutschen Volkes, in dem Gaste des Führers nicht nur den Mann von politischer Weltbedeutung, sondern gleichzeitig auch den Freund Deutschlands sehen und grüßen zu können, den Freund, der schon zu der Zeit, da noch des deutschen Volkes Stern versun­ken und deutsches Wollen und deutscher Aufbauwille hoffnungslos verschüttet waren, erahnte, was in Deutschland unerweckt noch schlief. Kraft seiner staatsmännischen Be­gabung erkannte Mussolini damals schon, was dieses Volk dereinst zu leisten imstande sein könnte, wenn es erst, mit dem ihm vom Schicksal gesandten Retter und Führer un­zertrennlich verbunden, sein eigenes Schick­sal in die Hand nahm. Und daß er in hell­sichtiger Klugheit schon frühzeitig die Un- erträglichkeit des Versailler Schanddiktats für Deutschland sah und mit dem ihm eige­nen Freimut dieses Diktat vor aller Welt laut verurteilte, das hat ihm das deutsche Volk bis heute nicht vergessen. Dem gilt nun als Dank ein Teil der Begeisterung, die den Duce heute im Deutschen Reiche umbraust.

Der andere Teil dieser Begeisterung aber gilt den starken Gemeinsamkeiten, die der Volkwerdung des nationalsozialisti­schen Deutschlands und des faschistischen Ita­liens zueigen sind. Zwei einfache Männer aus dem Volke, beseelt von heißer Vater­landsliebe, durchpulst von stahlhartem Willen, erleben den Weltkrieg in gegne­rischen Fronten. Die eine davon, unterhöhlt von Feigheit, Dummheit und Verrat, bricht zusammen, die andere verläßt den Kriegs­schauplatz als Sieger. Beide Männer aber treffen in der Heimat unter dem Mantel brüchiger, Demokratie Zustände an, die gleichermaßen beide Völker einem Abgrund zuführen, und beide Männer, einander un­bekannt, und unbekannt in ihrem Volke, beschließen auf eigene Faust zu handeln.

Aus zwei poiitisch in sich zerrissenen und weltanschaulich zerklüfteten Völkern er­stehen, geführr von Adolf Hitler in Deutsch­land, von Benito Mussolini in Italien, in zähen, opservollen, aber mitreißenden Kämp- sen zwei Staatsgebilde neuer Weltanschau­ungen, Staatsgebilde männlichen Glaubens und hingebungsvollen Opferfinns: das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland. Und aus diesen Staatsgebilden ersteht in kurzer Zeit in Deutschland trotz Versailles in Italien ohne Versailles, ein Volk in Waffen: hier das germanische Reich deut­scher Nation, dort das neue italienische Im­perium.

Die Gleichartigkeit des Kampfes der bei­den Männer und ihrer Bewegungen um die totale Macht im Staate ist bekannt; und es ist darum wie dein deutschen so dem italie­nischen Volke nur selbstverständlich, daß des Duce Besuch in München vor allem der Freiheitsbewegung galt, deren Blutzeugen er durch die Kranzniederlegung in den Ehrentempeln ehrte und deren Hoheitszeichen in Gold, als denkbar höchste deutsche Auszeichnung, er fortan tragen wird. Nicht weniger selbstverständlich war es dann auch, daß unter den Formationen der Bewegung, die an Mussolini am König- A^n Platz vorbeimarschierten, auch die Kampfer vom 8. und 9. November, die Trä­ger des Blutordens, sich befanden, derett