Ausgabe 
(25.9.1937) Nr. 263
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblan der Deutschen grbeilsftont Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

slmtsblak des Senats der Freien Hansestadt Bremen

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Nr. 26) / ?. Jahrgang

Sonnabend, 25. September 1SZ?

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Die LckenSasffaffuny vsS FvftMmuS P erkkfl, erhaben, reliykös. Der Faschist gkmM an Ane von moralischen Kräften getragene Welt M> betrachtet dementsprechend alle Lebens­äußerungen vom Standpunkt der geistigen Ver­antwortung aus. Der Faschist lehnt ein soge­nanntesseichtes" Leben ab.

Die faschistische Auffassung vom Leben ist in sofern religiös, als sie den Menschen in seiner unmittelbaren Beziehung zu einem höheren Ge­setz sieht, als ein mit einem objektiven, über das Individuum hinausgehenden Willen begabtes Wesen, das von diesem Willen zum bewußten Mitglied einer geistigen Gemeinschaft empor­gehoben wird. Diejenigen, die in der religiösen Politik des faschistischen Regimes nichts an­deres als opportunistische Erwägungen sehen zu müssen glauben, übersehen völlig, daß der Faschismus nicht nur ein Regierungssystem ist, sondern daneben und vor allem eine Welt­anschauung.

Die faschistische Lebensauffassung, für die das Individuum nichts bedeutet, legt größten Wert auf die Wichtigkeit des Staates und läßt das Individuum nur insoweit gelten, als seine Interessen mitdenen des Staates zusammenfallen. Mit an­deren Worten: dem Einzelmenschen mißt der Faschismus nur insoweit Bedeutung zu, als er bewußt und willensmäßig als Teil des Ganzen zu denken und zu handeln bereit ist. Der Faschis­mus steht in direktem Gegensatz zum klassischen Liberalismus, der als Reaktion gegen den Ab­solutismus entstand und dessen historische Funk­tion in dem Augenblick zu Ende war, als der Staat der Ausdruck des Volksbewußtseins und -willens wurde. Der Liberalismus ver­leugnete den Staat um des Individuums willen; der Faschismus hat den Staat, der seiner Auf­fassung nach die eigentliche Wesenheit des Indi­viduums zum Ausdruck bringt, wieder in seine natürlichen Rechte eingesetzt.

Die faschistische Auffassung vom Staat ist all­umfassend. Es gibt für sie außerhalb des Staats­begriffs keine menschlichen und geistigen Werte. Der faschistische Staat eine Synthese und eine alle Werte in sich schließende Einheit spiegelt, entwickelt und intensiviert das ganze Leben eines Volkes. Der Faschismus kennt außerhalb des Staates weder Individuen, noch Gruppen (poli­tische Parteien, kulturelle Vereinigungen, Wirt­schaftsverbände, Gesellschaftsklassen). Insofern bildet er einen Gegensatz zum Marxismus, der Einheitlichkeit und Gleichheit innerhalb des Staates nicht kennt und in der Geschichte nichts

anderes als Klassenkampf sieht. Der Faschismus gruppiert die Einzelwesen je nach ihren ver­schiedenen Interessen; entsprechend diesen In­teressen bilden sie Stände. Sie bilden auch Ver­bände, je nach ihrer wirtschaftlichen Betätigung. In erster Linie aber bilden sie den Staat, der keine bloße Zahlenangelegenheit ist. Für den Faschismus ist der Staat nicht nur eine Summe von Einzelwesen. Er hat also mit jener Form der Demokratie, die den BegriffNation" irgend­einer ziffernmäßig ausgedrückten. Vielheit von Menschen gleichsetzt, ihn damit also auf das Niveau der Zahlenwerte herabzieht, nichts ge­mein. Sobald man aber den BegriffNation" wie es allein richtig ist vom Standpunkt der Qualität anstatt vom Standpunkt der Quan­

tität betrachtet, dann stellt der Faschismus die reinste Form der Demokratie dar, die man sich überhaupt denken kann. Denn man sieht dann die nationale Idee, eine Idee, die machtvoll ist wie keine andere, weil, sie sc ethisch, so logisch und so wahr wie keine andere ist, eine Idee, die als Be­wußtsein und Willen von wenigen, ja, eines ein­zigen, in ein Volk hineingetragen wird und sich mit Bewußtsein und Willen der Masse, d. h. der durch natürliche und historische Bedingungen ethnologisch zu einer Nation geformten Gesamt­heit, auszudrücken sucht.

Bei dem BegriffNation" handelt es sich um ein sich historisch durch die Jahrhunderte erhalte­nes Volk, um eine kraft einer Idee geeinte Viel­heit, die, von einem starken Lebenswillen ge­

tragen, Macht, Selbstbewußtsein und Persön­lichkeitswert erstrebt. Insoweit sie im Staat ver­körpert ist, wird diese höhere Persönlichkeit zur Nation. Nicht die Nation erzeugt den Staat; das ist eine veraltete naturalistische Auffassung, die im 19. Jahrhundert die geeignete Basis für die Publizität zugunsten nationaler Re­gierungen abgab. Umgekehrt ist es, der Staat schafft-die Nation, indem er auf ein Volk, das zum Bewußtsein seiner moralischen Einheit er­wacht ist, Willensstärke und damit recht eigent­lich Lebenskraft überträgt.

Eine Nation, wie sie im Staate zum Ausdruck kommt, ist nur dann eine lebendige ethische Wesensart, wenn sie ständig Fortschritte macht. Stillstand, Untätigkeit sind gleichbedeutend mit

Per kruft der Partei

Die eherne Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung, die das freie, das einige, starke und in Schicksalsgemeinschast schassende deutsche Volk in der Elnt von Not und Blut schmiedete, ist in einer Stadt ewige Gegenwart. Nicht Repräsentation hat Gesicht und Wesen dieser Stadt bestimmt. Eine Weltanschauung ist kein Schauobjekt: die Stätten ihres Reifens und Ringens sind Heiligtümer einer be­kennenden Gemeinschaft. Ans Kamps und Opfer und der aus ihnen erwachsenen Verpflichtung sind die Formen und Werke geworden, die erfüllt von Tradition und Mahnung die Hauptstadt der Ve wegung kennzeichnen. Am Ansang stand die Idee, der Mann, seine Gefolgschaft und die Parole des Kampfes: Alles für Deutschland. Das sagt München.

Am Ansang des Besuches von Mussolini, dem Gründer der faschi­stischen Partei und Schöpfer des neuen Italiens, steht München. Die Hauptstadt der Bewegung ist das Tor, durch das der Gast des Führers das Deutsche Reich betritt. Den ersten Gruß entbietet die Partei im Namen des Volkes.

Die Gemeinsamkeiten der Idee, des kämpferischen Ursprungs, der Haltung und der Erkenntnisse zweier Bewegungen, die neue Völker und neue entschlossene Kräfte im alten und zaudernden Europa schufen, finden in dieser Tatsache großartigen und bedeutsamen Ausdruck. In gegenseitiger Achtung und Bewunderung, in Freundschaft und im Be­wußtsein ideenmäßiger Verwandtschaft und völkischer Eigenheit be­gegnen sich in diesem Gruß zwei Nationen auf einer Tribüne, die ihrer Leider Wesen entspricht und würdig ist.

Aus dem Boden des Wachrufens der völkischen Kräfte, aus dem Podium der Absage an Schwächlichkeit, Feigheit, Niedertracht und Zerrissenheit, auf dem Kampffeld gegen Parlamentarismus, Bolsche­wismus und volksfremde Mächte, auf der Feldstatt todbcreiter Män­ner, Auge in Auge mit dem Opfer, aber angesichts des Triumphes des Willens und der llnbeugsamkeit empfängt der Führer des Nationalsozialismus den Duce des Faschismus. Das ist der Augen­blick!, der von den einander entgegengebrachten Empfindungen am klarsten zeugt, mit denen die zwei im Kampf gewordenen und in kämpferische Zukunft blickenden Völker sich verbunden fühlen.

Hinter dem Führer steht beim ersten Gruß seine erste Gefolgschaft, stehen die Reichsleiter. Männer des Kampfes, der Tat, der Verantwortung ein Wille mit dem, dem sie folgen, und denen, die sie führen. Die Abordnung der großen Milliunengefolgschaft der aktiven Männer der Partei wird an Mussolini vorbeimarschieren. Zehn Jahre länger als der Faschismus gegen internationalen Verrat und die Feinde des Volkes um das eigene Vaterland zu kämpfen, war ihnen ausgegeben. Ihr längeres Ringen, das die Verschiedenheit der politischen Voraussetzungen forderte, hatte den gleichen Erfolg: Den Sieg der Idee, das Volk im nationalen und sozialen Glück.

Und wenn Mussolini den ersten Blutzeugen der Partei, die zum letzten Appell aus Ewiger Wache vereint sind, seine Ehrung erweist, wenn Bauwerke, die in steinerner Wucht und klarer Sprache den Sinn dieses Opfers als geistgebundene Schöpfung und Zeugnis des Lei- stungs- und Kulturwillens in die Zukunft tragen, das Forum dieser Feierlichkeiten zwischen zwei Völkern bilden, dann wird man sich in beiden Nationen, dann kann man sich in der Welt über die Bedeutung und Atmosphäre dieses ersten Tages einer geschichtlichen Begegnung und des Grußes der nationalsozialistischen Partei klar sein.

Aus dem Gruß der Partei sprechen die Erkenntnisse, die völkischen und politischen Gewißheiten, die sich die Träger zwei starker und selbstbewußter Nationen kämpsend erworben haben, die sie Tat wer­den ließen und die der Geschichte Europas entscheidende Bewegung gaben Bewegung zn neuer Ordnung und zum Frieden: Daß Männer, die ihres ganzen Volkes wahre und verantwortungsbewußte Führer und Sprecher sind, Geschichte machen; daß Schicksalsgemein­schast aus der Grundlage völkischer Art und Bestimmung Nationen zur Entfaltung ihrer Kräfte, zu Wohlstand und in die Zukunft führt; daß starke Nationen, die einer Fahne folgen und einer Idee leben. Hort des Friedens und daß gegenseitige Achtung und Anerkennung unter den Völkern Garant erfolgreicher gemeinschaftlicher Arbeit am Wohl aller Völker sind.

Nach dem Empfang der Partei grüßt das Reich. Es ist der gleiche Handschlag.

Tod. Infolgedessen stellt der Staat nicht allein die Amtsgewalt dar, die dazu da ist, zu regieren und dem Willen des einzelnen Form und gei­stigen Wert zu verleihen. Errepräsentiert gleichzeitig die absoluteAutoritätj die ihrem Willen und ihren für die Entwicklung des Staates notwendigen Entscheidungen Gel­tung und Respekt zu verschaffen versteht. Auf diese Weise seht sich der Staat dem Willen eines Menschen gleich, dessen Entwicklung durch keinerlei Hindernisse aufgehalten werden kann, und der dadurch, daß er sich dauernd selbst zum Ausdruck bringt, seine eigene Unendlichkeit demonstriert.

Der faschistische Staat als höherer und macht­vollerer Ausdruck der Persönlichkeit ist eine geistige Kraft. Er ist die Summe aller Kundgebungen des sittlichen und geistigen Lebens des Menschen. Seine Funktionen be­schränken sich infolgedessen nicht auf Aufrecht­erhaltung von Ordnungund-F rieben. Er ist keineswegs ein bloßes Schema zur Umschrei­bung der Sphäre, innerhalb deren das Indivi­duum seine vermeintlichen Rechte ordnungs­gemäß ausüben kann. Der faschistische Staat ist vielmehr ein mit dem Lerzen anerkannter Maßstab für rechtes Leben und Benehmen, er bedeutet Disziplin des ganzen Menschen, durch- dringt den Willen sowohl wie den Verstand. Kurz, er ist nicht mehr und nicht weniger als ein Prinzip, das zum Lauptbeweggrund im Denken und Landein des Menschen als Mitglied einer zivilisierten Gemeinschaft wird und in den Tiefen seiner Persönlichkeit Wurzeln schlägt. Der Mann der Tat wie der Denker, der Künst­ler wie der Wissenschaftler, der Arbeiter wie der Landwerker, alle ohne Unterschied, leben und weben in diesem Ideal, das für sie Lebenssinn und -zweck zugleich ist. Mit anderen Worten: Der Faschismus erläßt nicht nur Gesetze und be­gründet alle möglichen neuen Einrichtungen, er ist in erster Linie ein Erzieher und För­derer geistigen Lebens. Er will nicht nur die Lebensformen ändern, sondern zuerst und vor allem den Lebensinhalt. Es ist ihm um den Menschen und seinen Charakter, seinen Glauben zu tun. Am sein hochgestecktes Ziel zu erreichen, die Seele der Menschen in der rechten Weise erfassen zu können, herrscht er mit der gan­zen ihm zur Verfügung stehenden Macht und erzwingt sich, wenn nötig, Autorität und Disziplin. Nicht umsonst hat der Faschismus als sein Wahrzeichen die Liktorenbündel gewählt, das Sinnbild für Einigkeit, Stärke und. Gerech­tigkeit.

(bisebäruck, aueb aUöLUxsVsISS, vsrbokön)'

Her italienische Negierungsches aus dem Wege nach Veutschland

feierliche Verabschiedung des Vuee in Nom / Ver sichrer und Neichskanzler in München

Rom, 25. September.

Mit aller Feierlichkeit, die die faschistische Partei ihrem Duce beim Antritt seiner Deutschland-Reise bereiten konnte, ist der italienische Regierungschef am Freitagmittag 12.LV Uhr von Rom abgereist.

Vor dem Bahnhof hatten Truppenabordnungen der gesamten hauptstädtischen Garnison und große Abteilungen sämtlicher faschistischer Organi­sationen Roms in Uniform mit ihren Fahnen Auf­stellung genommen. Zehntausende waren zusam­mengeströmt, nm dem Duce ihren begeisterten Gruß zuzujubeln, den Mussolini lebhaft dankend erwiderte. Die weite Bahnhofshalle, die über und über mit italienischen Trikoloren und Hakenkreuz- fahnen geschmückt war, war für die Ausfahrt des Sonderzuges von den übrigen Zügen vollkommen geräumt worden, so daß auch hier Tausende und aber Tausende zusammenkommen konnten, deren stürmischer Gruß, unterbrochen von Heilrufen auf Adolf Hitler, auch hier dem Duce noch einmal erttgegenbrauste.

Auf dem Bahnhof waren sämtliche Regierungs­mitglieder, die gesamte Parteihierarchie mit der Standarte, die Generalität der Garnison Rom und eine große Anzahl höherer Offiziere der Wehr­macht und der Miliz angetreten. Unter den Klän­gen der Giovinezza schritt Mussolini k» Beglei­tung von Außenminister Graf Ciano, Parteisekre­tär Minister Starace und dem Minister für Volks­bildung Alsieri die Ehrenformationen der Wehr­macht und der Partei ab; dann verabschiedete sich der Duce in herzlicher Weise von dem deutschen «eschäststräger Baron von Plessen, der mit sämt-

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(^Vollbild.)

lichen Mitgliedern der deutschen Botschaft auf dem Bahnhof erschienen war.

Zur Begrüßung Mussolinis waren außerdem auf dem Bahnhof erschienen der stellvertretende Lan­desgruppenleiter Hetzinger mit den politischen Lei­tern und vom Diplomatischen Korps der öster­reichische Gesandte Berger-Waldenegg, der unga­rische Gesandte Baron von Villani und der

Verdunkelung für vremen aufgehoben

Mäher es im örtlichen Teil)

nationalspanische Botschafter Garcia Lande Der aus acht Wagen bestehende Sonderzug setzte sich dann langsam in Bewegung, während die stür miichen ZurufeDuce! Duce! Duce'" und do Händeklatschen kein Ende nehmen wollten.

Der Führer hat bereits das Manövcrgcländ. verlassen und sich nach München begeben, um bei den letzten Vorbereitungen für den Einpsang in der Hauptstadt der Bewegung zugegen zu sein. Diese Tatsache wird als eine ganz persönliche Geste des Führers und Reichskanzlers sür seinen hohen italienischen Gast besonders hervorgehoben.

Ante, N ' g,.>ii -

widmet das ..Giornale d"Iialia" der Abfahrt des italienischen Regierungschefs Mussolini ein Ge­leitwort, in dem das Blatt beiden Staatsmännern b?" ber Hauptstadt des Faschismus ent­bietet. Das römische Volk sehe freudig der Begsg-