Ausgabe 
(10.2.1938) Nr. 40
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Nachrichtenbla» der Deutschen flrdeitsfront Vremen

der Tlationa!

flmtsbla» des Senats der Freien Hansestadt Bremen

Erschetnt7mal wSchentl. Monatsbezug: ^2^2,30 etnfchl. Zuftellgeb.; Postbezugspreis monatl. 2,38 ^2^ (einschl. 48,86 Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz. NL.-Gaud-rlog Wcser-Kms G. m. b. H„ Bremen, Eeeren S-8 / Fernsprecher: 34121 nnd 51113.

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Anzelgen-Grundpreise: Die 22-n>w-Aeile tm Anzeigenteil 12 die 7v-nw>-Zeile im Texttsil 73 Rps.

Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeig-n n. a.) sowie sonstig« Bedingung«, Preis­liste 6 (Nachlaßstassel (st. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeichlutz 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr: Schristleitung Dienstag und Freitag 120,—130, Uhr,

Nr. 40 / S. Jahrgang

Vonnerstag, IN. sebruar 1SZS

kinzelpreis 1S Npf.

Deutschland erlM Sroßlautsprecherlieh

kin Nachrichteninstrument, das in der ganjen Welt seinesgleichen nicht findet

2,5 ^illionsn Kämptsr

Morgen beginnt «isr Nviebsbe^uFsiiusttltanipF

2nm Ijsrnkmvvttknmpk »Hör «clinkkonävn Voutsolivn. ^nk üon lii'iiolitoil eines ülillimetor« kommt es bei äiesvi ^Vettknmpkni'boit eines Äveimnikees nn.

( krssss-iloüinÄnn.)

Der Reichsberufswettkampf aller schaf­fenden Deutschen wird morgen abend im Berliner Sportpalast mit einer Großkund­gebung eröffnet, auf der der Neichsorgani- sationsleiter Dr. Ley und der Jugend­führer des Deutschen Reichs, Baldur von Schirach, vor Vertretern des Staates, der Partei, der Wehrmacht, der Wirtschaft und der Lehrerschaft sprechen werden. Mit dieser Großkundgebung beginnt die gewal­tige Durchführungsaktion des Neichsbe- rufswettkampfes in allen Gauen Deutsch­lands mit seinen über 45VV Wettkampf- orten, um am 1. Mai, dem Tag der Na­tionalen Arbeit, seine Krönung zu erfahren.

Im nationalsozialistischen Deutschland ist niemand vergessen worden. Jeder hat teil an der durch den Führer dem Volk ge­schenkten Freiheit, wenn er sie sich erkämpft. Wer konnte sich vor der Machtübernahme eine ähnlich große Chance vorstellen, wie sie heute jedem schaffenden Deut­schen gegeben ist? Durch den Reichsbe­rufswettkampf kann er in einen Wettstreit eintreten, einen Kampf beginnen um die Verschönerung seines Lebensinhalts, um die Vergrößerung seines schöpferischen Werkes, um die Achtung seiner Persönlichkeit. In den Anfangs­jahren war es die Jugend, die stürynsch vorwärtsdrängte, im ersten Reichsberufs­wettkampf 1934 waren es 500 000 Teil­nehmer, 1937 bereits 1 800 000. And in diesem Jahre hat auch eine stattliche Zahl der Erwachsenen die Gelegenheit erkannt; Mitte Februar werden über 2,5 Mil­lionen deutsche Menschen zrrn Kampfumdiebest-Leistung >- treten.

Der Reichsberufswettkampf ist als -n strument wie ein Magnet, er tastet ganz Deutschland ab, vergißt keine Landschaft, keinen Beruf. Er bringt den Tüchtigen ans Tageslicht und entdeckt manche Begabung, die im täglichen Ablauf der Geschehnisse übersehen würde. Wohl gibt es Sieger, doch keine Besiegten, denn jede einzige

Mehrleistung unter den 2,5 Millionen dient der Fortentwicklung des Volkes nnd damit der Freiheit des- ein­zelnen. Die Siegerförderung des Reichsberufswettkampfes aber ist das bis­her größte Begabtenförderungswerk. Es . harrt auf seinen weiteren Ausbau.

Durch die Beobachtung der Bernfs- leistung, Amschulung, Versetzung in einen anderen Betrieb und ähnliches wird selbst der Ortssieger in Zukunft seine Be­treuung erfahren, der Erwachsene wie der Jugendliche. Ziel ist die gerechte Leifiungsordnung, die auch den letzten Volksgenossen auf einen seinen Fähigkeiten entsprechenden Platz bringt. Durch die Fortentwicklung der Wett- kampfaufgaben, die den ganzen Kerl fordern — er muß weltanschaulich, fachlich und körperlich in Ordnung sein —, wird von Jahr zu Jahr eine Erhöhung der beruflichen Leistung erzielt.

Das durch den Reichsberufswettkampf gewonnene Erhebungsmaterial bildet durch eine volkswirtschaftliche Auswertung Mei­lenstein für Meilenstein auf dem berufs- erzieherifch richtigen Wege, der zu dem von der Politik gesetzten Ziele führt. Ein Er­starren der Pionierarbeit des Reichsbe­rufswettkampfes kann niemals eintreten, denn Jahr für Jahr erschließt die Dyna­mik der Aktion neue Erkenntnisse, die aus­gewertet werden.

Im Reichsberufswettkampf erfüllt der Wettkämpfer nicht nur vorgeschriebene Lei­stungen, durch den Wettkampf kommt er zu einer Entwicklung seiner Ver­anlagungen und Fähigkeiten.

Die Entfaltung seines Leistungsvermögens '.st lebenswichtig für ihn und für sein Volk.

Der Punkt 20 des Programms der Na­tionalsozialistischen Deutschen Arbeiter- Partei, der die gründliche Berufsausbil­dung auch für den Sohn der ärmsten Eltern fordert, ist nicht vergessen. Seine Er­füllung hat der Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deutschen auf die Fahne geschrieben.

600S leuchtende und sprechende Säulen werden aufgestellt / fluch auf dem Lande „schießen" Lautsprecher-Pilze aus der krde / kin Sechs- salzres-Programm / vetreuung durch die funkstellenleiter der NSflflp.

(v v a k t b s ri v b t nnsvrsr Lsrkinsr SokrittloitnnK)

rä. Berlin, 10. Februar.

Im Reichspropagandaministerium, in der Reichspropagandaleitung der NSDAP. und bei allen übrigen beteiligten Stellen sind soeben umfangreiche Vorarbeiten für die Schaffung eines neuen einzigartigen Nachrichteninstrumentes abgeschlossen worden: ganz Deutschland soll mit einem dichten Netz von Großlautsprechern über­zogen werden, um Reden des Führers, Großveranstaltungen der nationalsoziali­stischen Partei oder wichtige Mitteilungen an die Bevölkerung allen deutschen Volksgenossen zugänglich machen zu können.

Die Zentralen dieser Lautsprecherorganisation werden in Berlin und München liegen. Auch hierin kommt zum Ausdruck, daß sich Partei und Staat in gleicher Weise dieses neuen Nachrichten­instrumentes, das seinesgleichen in der Welt nicht findet, bedienen werden. Die erste Reichslaut­

sprechersäule wird bereits im Mai dieses Jahres in Breslau der Öffentlichkeit übergeben werden.

Jeder Landkreis — nicht nur in Schlesien, son­dern im ganzen Reich, wird 100 Erohlautsprecher mit vielen Nebenstellen erhalten. Die eigentliche „Lautsprechersäule" ist ein großer, architektonisch

schön gestalteter sechseckiger Turm, der trans­parent ist und nachts weithin sichtbar leuchtet. Rund 6000 dieser Säulen werden im ganzen Reichsgebiet ausgestellt, vor allem in den Groß­städten und größeren Kreisstädten.

Neben diesen 6000 Säulen werden in den Krei­sen selbst aber unzählige weitere „Pilze" aus dem Boden sprießen: Pilzlautsprecher von kleinerem Format. Beide Säulentypen tragen oben Richt­ung Rundstrahler zur Lautübermittlung und im Fundament elektrische Apparate zur Durchleuch­tung. Die architektonische Gestaltung der Laut­sprechersäulen wurde endgültig entschieden durch ein Preisausschreiben des Reichspropaganda- ministers und des Architekten des Führers Pro­fessor Speer, aus dessen Ergebnissen die schönste« und zweckmäßigsten Vorschläge ausgesucht wurden. , In sechs Jahren wird das Sendenetz vollendet sein. Seine Betreuung und Verwaltung erfolgt durch die Rundfunkstellenleiter der NL

Moskau provoziert Numänien!

Der soll vudenko — mysteriöses Sowjetschist im Hasen von tonstanza

Bukarest, 10. Februar.

Die Bukarester Presse beschäftigt sich in großer Aufmachung mit dem Fall Budenko. Wie ist es möglich, so lautet die allgemein gestellte Frage, daß ein Diplomat verschwinden kann, ohne daß auch nur die geringste Spur zurückbleibt und einen Anhalt gibt? Es gibt zwei Möglichkeiten: Die CPU. hat gearbeitet, oder Vudenko hat sich ihr durch sein Verschwinden entzogen. Mehrere verdächtige Umstände müssen hierbei beachtet werden. Warum, so fragt man sich in rumänischen Kreisen, hat die Sowjetgesandtschaft erst den gan­zen Montag verstreichen lassen, ehe sie Altzeige erstattete? Die rumänische Polizei verfolgt die Spuren einiger verdächtiger Ee st al­ten, die vor einigen Tagen die sowjetrussisch- rumänische Grenze überschritten haben und in denen GPU. -Agenten vermutet werden. Un­terredungen, welche Budenko mit unbekannten Personen gehabt hat, spielen gleichfalls eine Rolle.

„Cuvantul" weist auf den merkwürdigen Um­stand hin, daß genau wie beim Verschwinden der russischen Generale Miller und Koutiepoff aus Paris auch jetzt wieder ein Sowjctschifs im näch­sten Hafen gelegen hat. Aust in dem Fall Agabe- kosf, der vor sechs Jahren in Bukarest spielte, hat bekanntlich ein Sowjetschifs in Konstanz gelegen.

Abgabekoff war ein GPU.-Agent, der die So­wjetunion verlassen hatte und in anderen Län­dern seine Zuflucht suchte. Eine ganze Armee von Spitzeln heftete sich an seine Sohlen. Er wurde nach Bukarest gelockt und von dort unter dem Vorwand lohnender Geschäfte nach Konstanz«. Hier wurde er betäubt und auf den Sowjet­dampfer „Filomela" gebracht, der unter Dampf im Hafen lag. Die rumänischen Behörden waren

hinter den Plan gekommen und konnten im letz­ten Augenblick eingreifen, um Agabekoff vom sicheren Tode zu retten.

Diesmal war es der Dampfer „Katamaja", der in der vorigen Woche eingetroffen war, Kohlen ausgeladen hat und angeblich vor dem Ver­schwinden Budenkos abgefahren ist. Das Blatt stellt die Frage: „Ist er wirklich abgefahren oder hat er nicht erst Budenko übernommen und ist dann abgefahren?" Weiter erscheine folgender Umstand auffällig: „Budenko ist erst vor sieben Wochen nach Bukarest gekommen. Als der ab­berufene Gesandte Ostrowski abreiste, übernahm er die Geschäfte der Gesandtschaft. Ein von sowjetrussischer Seite ausgegebener Lebenslauf behauptet, er sei 1835 in den auswärtigen Dienst eingetreten. Vorher habe er die Abteilung für klassische Literatur im Staatsverlag geleitet. Er

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(Oruiitdsrtclit äussrer Dsrliusr Leliriktlsituug) Berlin, 10. Februar.

Der Zufall will es, daß gerade jetzt die Sowjet­presse offizielle Angaben über die in den letzten neun Monaten in Sowjetrußland Hingerichteten „Verräter an der Arbeiterklasse" veröffentlicht. Danach sind allein vom Obersten Gericht der Sowjetunion und den Obersten Gerichten der einzelnen Sowjetrepubliken wegen Sabotage, Spionage und sonstiger politischen Verbrechen 6238 Todesurteile vollstreckt worden. Die Zahl der Todesurteile, die in dem gleichen Zeitraum von den Kriegsgerichten verhängt worden sind, geht ebenfalls in die Tausende.

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0»z auk ckvr Doutselieu ^i-eliitektur- iinil Kaii-jtlmuäivsi-ks-ilusstelliius iu Uüuilwu av^siato illockell ävr ^ckoIk-llitlvv-SebuIe, äio iu kvtsäam ori-icktvt ivvi-ckon ivirü. (Lrssss-Lokkwnuu.)

habe sich auch literarisch-kritisch betätigt. Das wird von unterrichteter Seite bestritten. Es wird behauptet, daß Budenko nur der angenom­mene Name war, und daß der Mann ganz anders geheißen haben soll. Wie von Personen, die mit ihm in Berührung gekommen sind, ver­sichert wird, ist Vudenko Jude.

Die „Capital«" berichtet, daß der srühere Ge­sandte Ostrowski sich angeblich aus Moskau zwei­mal telefonisch nach seinem „Freunde" Vudenko erkundigt haben soll. Aber niemand weiß, ob Ostrowski überhaupt in Moskau ist. Als er von Bukarest abreiste, kam das Gerücht auf, er würde in Warschau bleiben und habe um das polnische Asylrecht nachgesucht. Von seiner Ankunft in Sowjetrußland ist nichts bekannt geworden.

Lebhaft besprochen werden die unglaub­lichen Zustande in der Bukarester Sowjetgesandtschaftvor allem in Hinsicht auf die Spannungen, die von Moskauer Seite nach Amtsantritt Gogas in das Verhältnis zu Rumänien getragen wurden. Man empfindet allgemein die Angelegenheit Budenko als eine Provokation, mit der Handhaben geschaffen werden sollen, um Rumänien Schwierigkeiten zu machen.

Die Zeitung „Porunca Vremii" weist darauf hm, daß der Chauffeur des Eesandtschafts- wagens mehr wisse, als er bisher ausgesagt habe. Als der Sowzetgesandte Ostrowski abreiste, hatte L?" dem Chauffeur in auffallend herz- ncher Werfe verabschiedet, während zwischen Ostrowski und dem Taß-Vertreter Vodrow eine sichtbare Spannung bestand. Bodrow ist einer jener Kommunisten, die unter dem Deck­mantel des Journalismus als EPll.-Spitzel ar­beiten. Er hatte Ostrowski zu beauf­sichtigen. '

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Geradezu lächerlich ist das Greuelmärchen, daß die Faschisten für das Verschwinden Bu­denkos verantwortlich seien. Dem sei hier nur die Tatsache entgegengestellt, daß Bu­denko schon vor einigen Tagen geäußert

Onssr lagssspisgsi

Der Fall Vudenko wirft ein grelles Licht auf das sowjetrussischc Blut-System.

In Mailand wurde durch ein Großfeuer das Teatro Lirico zerstört.

Deutschland wird nach sechs Jahren von einem gewaltigen Lautsprechcrnetz überzogen

Die diesjährige Berliner Automobilschau w,rd die größte Europas sein.

Die Suche nach dem verschollenen Hamburaer Dampfer „Richard Borchardt" wurde ein­gestellt.

Bei der Segclslugjchule Gitter wurde ein Dauerflug-Rekord ausgestellt.

Vor den Beamten der bremischen Vauver- waltung sprach der Reg. Bürgermeister SA.- Gruppensührcr Böhmcker über die Neugestal­tung unserer Stadt.

Ein Dachstuhlbrand am Vrill rief fünf Bre­mer Löschziige auf den Plan.

Die SA.-Standarte 15 hielt in Syke eine FUHrertagung ab.