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parteiamtliche Tageszeitung
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Nr. Z4 / 8. Jahrgang
sreilag, 4. sebruar 1SZ9
kinzelpreis 15 Npf.
Sowjetspione m kngland
Konstruktionspläne schwerster britischer Schiffsgestküke heimlich photographiert
flgentin der Londoner Spionageabwehr deckt als „Sekretärin" der Vereinigung „freunde der Sowjetunion" ein Komplott auf / Note Verbrecher nach Moskau entkommen / kin aufsehenerregender Landesverratsprozeß
London, 4. Februar
Noch ist die Spionageaffäre, die vor kurzer Zeit in Schweden aufflog, wo Sowjetagenten das Geheimnis der Herstellung des Seco-Hartstahls in ihre Hände spielen wollten, in frischer Erinnerung, da erregt eine neue Affäre, diesmal in England, großes Aufsehen. Die Londoner Blätter berichten in sensationeller Weise über einen Landes- »erratsprozetz gegen vier Engländer, die beschuldigt werden, geheime Papiere „einer fremden Macht" ausgeliefert zu haben.
Die fremde Macht, um die es sich handelt, ist wieder Sowjetrutzland, da die Beschuldigten Mitglieder der Vereinigung „Freunde der Sowjetunion" in England waren. Außerdem sind die Agenten der fremden Macht, die die Papiere übernommen hatten oder übernehmen sollten, laut den im Prozeß gemachten Aussagen nach Moskau zurückgekehrt.
Die vier Beschuldigten waren in Rüstungsfabriken beschäftigt und haben die Dokumente den ausländischen Agenten zum Zwecke des Photographierens beschafft. Ferner wurde im Laufe des Prozesses festgestellt, daß geheime Anweisungen über den Gebrauch von Waffen sowie Pläne, die bei der Konstruktion des neuen englischen 38-Zentimeter-Schiffsgeschlltzes verwendet werden,
photographiert wurden. Die Entlarvung der Spione erfolgte durch eine englische Agentin, die im Einverständnis mit der Spionage-Awehr des Kriegsministeriums die Stellung einer Sekretärin in der Vereinigung „Freunde der Sowjetunion" übernommen und auf diese Weise das Vertrauen der Angeklagten erworben hatte. Durch ihr Eingreifen soll es gelungen sein, nicht nur das Komplott aufzudecken, sondern auch die Photographien der geheimen Papiere sicherzustellen.
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Man sollte annehmen, daß nunmehr allmählich auch England die Gefahren erkennt, die seiner militärischen Sicherheit von Moskau-her drohen! '
Neue vrohaktion See llflf.
kin ftulruf vr. Logs kds. schafft seierabendstiitten
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rck. Berlin, 1. Februar.
Nachdem die Deutsche Arbeitsfront mit der NS.-Eemeinschaft „Kraft durch Freude" allen schassenden Deutschen die Schöpfungen der Kunst zugänglich gemacht hat, soll nunmehr darangegangen werden, würdige Stätten zu schassen, die zu kulturellen Mittelpunkten des Lebens in den Städten und Dörfern gemacht werden sollen. Die im Plan bereits vorbereitete Aktion wird ab sofort in größtem Stil einsetzen.
Zunächst wurde auf Anordnung des Reichs- organisationsleiters Dr. Ley in Berlin soeben
eine Gesellschaft für Freizeitheim- estaltung GmbH. ins Leben gerufen. Ihre nzgabe besteht darin, durch Erfassung und positiven Einsatz aller freiwilligen Kräfte, durch Unterstützung in der Beschaffung staatlicher und kommunaler Zuschüsse oder Kredite bzw. von Krediten aus dritter Hand und durch Beschaffung von Zuschuhkrediten in allen Fällen, in denen die eigenen Mittel nicht ausreichen oder fremde Mittel nicht beschafft werden können, die Saal- verbesserungsaktion zn fördern. Alle GaststätteniNhaber, deren Betriebe schon heute als vorbildliche Feierstätten anzusehen sind und jene, die durch Umgestaltung und Verschönerung chrer Räumlichkeiten den zustellenden Anforderungen
genügen, werden von „KdF." durch die Verleihung des neu geschaffenen Ehrenschildes „Kraft durch Freude" ausgezeichnet. Bezüglich der Tätigkeit der Gesellschaft für Freizeitheimgestaltung ist auch an die Uebernahme von Bürgschaften gedacht.
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat zu dieser Großaktion soeben einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Im Dienst am Volke Neues zu schaffen und dem Alten frische Impulse zu geben, das ist das Leitmotiv für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", und darin liegt schließlich auch das Geheimnis ihres Erfolges. Aber noch sind sich viele Volksgenossen, besonders in ländlichen Gebieten, der wahren Bedeutung der NS.-Eemein- schaft „Kraft durch Freude" nicht bewußt, da sie von deren Vielseitigkeit überhaupt keine Vorstellung haben. Es wäre abwegig, hieraus auf eine mangelnde Anteilnahme der Bevölkerung zu schließen und die Tatsache einfach als nun einmal gegeben abzutun. Der, wirkliche Grund ist vielmehr der, daß es an geeigneten Feicrabendstätten fehlt. Dieser Mangel mutz behoben werden. Ich appelliere daher in der Großaktion zur Schaffung von Feierabendstätten an den Gemeinschaftssinn aller Eigentümer und Pächter von Gaststätten und rufe dazu auf, durch würdige Ausgestaltung von Sälen und Räumen vorbildliche Feierabend- stätten zu schaffen und so praktischen Sozialismus zu üben.
flrchttektenaussteUung stark besucht
München, 4. Februar
Seit der Eröffnung der „Ersten Deutschen Architekten- und Kunsthandwerks-Ausstellung im Haus der Deutschen Kunst zu München" am 22. Januar ist das „Haus der Deutschen Kunst" Mittelpunkt vieler am künstlerischen und kulturellen Leben interessierter Kreise unserer Volksgenossen geworden. Der Besuch der Ausstellung ist außergewöhnlich stark. Auch das Ausland fehlt nicht und zeigt lebhaftes Interesse an dieser Schau.
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Die große politische Schau „Der ewige Jude" hat ihre Pforten in München geschlossen. Seit ihrer Eröffnung am 8. November vorigen Jahres wurden insgesamt 412 388 Besucher gezählt. Mehr noch als diese Besucherzahl beweist das Echo, das die Ausstellung in den Zeitungen fast aller Länder gefunden hat, ihren durchschlagenden Erfolg.
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Vor zwei Jahren, am 4. Februar 1936, erreichte uns die Kunde, daß der Jude Daniel Frankfurter in Davos den Landesgrnppenleiter der NSDAP., Wilhelm Gustloff, in seiner Wohnung ermordet hatte. Ein Sturm der Empörung ging über Deutschland, Empörung loderte auch dort im Auslande auf, wo jüdische Gazetten die Hirne noch nicht vernebelt haben, und all diese Empörung war eine einzige furchtbare Anklage gegen das internationale Judentum, das mit diesem Verbrechen die ganze nicht- jüdische Welt herausgefordert hatte.
„Das deutsche Volk" — so erklärte der Führer Adolf Hitler später am Sarge Wilhelm Gustloffs — „hat einen Lebenden verloren, allein einen Unsterblichen für die Zukunft gewonnen!" Wie sehr diese Worte zutreffen, das empfinden wir heute im Gedenken des Ermordeten. Gustloff ist zwar von uns gegangen, aber sein Name und mit ihm sein Wesen lebt weiter als Vorbild eines der treuesten nationalsozialistischen
Kämpfer, der für seinen Führer und für seine Idee das größte Opfer gebracht hat. Wir alle aber trauern und klage» nicht, wir richten uns auf gerade an diesem Tage, da ein jüdischer Mordbandit vor zwei Jahren seinen Anschlag auf Gustloff durchführte, wir richten uns auf in neuer Empörung gegen dieses Verbrechen, das — wie David Frankfurter bei seiner Vernehmung erklärte — das nationalsozialistische Deutschland treffen sollte.
Jawohl, wir haben die Richtung des Schuffes auf Wilhelm Gustloff Wohl verstanden: Das ganze nationalsozialistische Deutschland wird diesen feigen Mord niemals vergessen. Wir werden dafür Sorge tragen, daß heute und in aller Zukunft immer wieder die Finger auf den Verbrecher zeigen, ihn kennzeichnen als das, was er ist: ein Jude! Ein Jude ist der Mörder! Das ist ein Alarmruf für das ganze deutsche Volk; er wird uns immer wieder wachrufen gegen den wahren Feind. Jeder Jude erinnert uns an diese Bluttat, die zwar gerichtlich verfolgt wurde, aber für uns ungesühnt geblieben ist!
Jüdische Siiste m jüdische Hotels!
Vsr Weiße Kirsch setzt sich ;ur wetze — kine ftktion Vresdens gegen israelitische ftnmaßung
(Orabtbsrlobt unsvrss Orosclsnsr Vortrstsrs) Dresden, 4. Februar.
Der Dresdener Oberbürgermeister hat Maßnahmen getroffen zum Schutze des bekannten Dresdener Kurorts Weißer Hi r s ch. Seit langer Zeit waren von den arischen Kurgästen Klagen eingelaufen über die unerhörte Anmaßung, die sich in diesem Kurort die Juden auch heute noch gestatten zu können glaubten. Die Erregung wurde schließlich so stark,' daß sich die bodenständige Bevölkerung zu einer großen Protestkundgebung zusammenfand, auf der Gauleiter Martin Mutschmann über die Bedeutung der Judenfrage sprach.
Unmittelbar nach dieser Demonstration Dresdens gegen die semitischen Unverschämtheiten wurde eine Verordnung des Oberbürgermeisters bekanntgegeben, nach der künftig jüdische Kurgäste im Bad Weißer Hirsch nur zugelassen werden, wenn sie in jüdischen Hotels, Fremdenheimen
oder Pensionen Aufenthalt nehmen, in denen deutschblütiges weibliches Personal unter 4S Jahren nicht beschäftigt ist. Diesen Kurgästen ist ferner die Benutzung der Trinkqnelle und der Schutz- und Ruheanlagen in den Parks nur in der Zeit zwischen 13 und 18 Uhr gestattet, Das Luftbad ebenso wie die Lesehalle dürfen von Jsraeliten nicht benutzt werden. Auch ist ihnen untersagt, sich in unmittelbarer Nähe dieser Kur- einrichtungen aufzuhalten, Juden, die in jüdischen Betrieben Wohnung nehmen, werden in Zukunft zu den Kureinrichtungen im Weißen Hirsch überhaupt nicht mehr zugelassen.
Man wird mit Interesse die Folgen dieser Maßnahmen abwarten. Jüdische Kurgäste in jüdische Hotels! Gibt es eine Formel, die einleuchtender, klüger, gerechter wäre! Nur die Söhne und Töchter des „auserwählten Volkes" dürften nicht mit ihr zufrieden sein. Verständlich: sie werden sich nun gegenseitig das Leben sauer machen müssen.
Zwo! Forderungen Försters
Ver Vanriger Sauleiter über die flufgaben der freien Stadt
Danzig, 4. Februar.
Auf einem Appell der Danziger Politischen Leiter sprach Gauleiter Förster über die politische Lage. Auf die Frage des Verhältnisses zu Polen erklärte der Gauleiter, es sei ehrenvoll für Danzig, daß es durch seine erfolgreichen Verständigungsbemühungen mit Polen den Anstoß für das veränderte Zusammenleben der Völker in Ost- europa gegeben habe. Das veränderte Verhältnis Danzig—Polen, die bereinigten Beziehungen zwischen dem Reiche und Polen hätten für die Danziger Politik neue Bedingungen geschaffen. Der Einfluß der Genfer Liga auf die Danziger Innen- und Außenpolitik sei ausgeschaltet »worden und an die Stelle Genfs sei die für die Danziger Belange ersprießlichere Aussprache zwischen Berlin und Warschau getreten.
Förster fuhr fort. „Die gegenwärtige Lage stellt uns vor zwei Aufgaben: 1. Wir müssen uns eine dauerhafte innere Ordnung schaffen, und zwar nach nationalsozialistischer Ucbcrlegung und Planung. 2. Die Freie Stadt Danzig mutz nach außen hin ihren hundertprozentig deutschen und nationalsozialistischen Charakter unmißdeutig herausstellen.
Zur ersten Aufgabe gehört die Verpflichtung, daß wir uns darum sorgen, daß alle Brot und Arbeit haben. Wir sind uns bewußt, daß es hier noch manches zu tun gibt, trotzdem entgegen vielen Schwierigkeiten alles Mögliche versucht und auch durchgeführt wurde. Wenn wir uns in Danzig s. eingerichtet t-ften, daß die von utzs geforderte innere Ordnung vorhanden ist, werden wir unserm Stadt auch das äußere städtebauliche Gesicht geben, das dieser Zeit des Aufbaues würdig ist. Ebenso muß durch großzügige Veranstaltungen Danzigs
kulturelle uitd kulturpolitische Bedeutung in Erscheinung treten. Im übrigen werden wir dafür daß auch wir die Lebensformen unserer reichsdeutschen Volksgenossen übernehmen, d. h. wir werden die nationalsozialistische Gesetzgebung nach Maßgabe und Notwendigkeit auch hier in Anwendung bringen."
Onssf AagVSLPSSAS?
Eden äußerte sich im Unterhaus über die -Vorarbeit zu einem internationalen Luft- abkommen.
In England erregt ein ernster Sowjet- Splonagefall großes Aussehen.
Ein Höllenmaschinenanschlag der GPU. in Sozia raubte zwei Menschen das Leben.
Dr. Leq ruft zur Schaffung weiterer Feierabendstätten auf.
DieMünchcner Architektur-Ausstellung erfreut Nch eines überaus starken Besuches.
Der Secgütcrverkehr des Unterweseraebiets überstieg 1837 die Ill-Mill.Tonilcn-Ere'nze.
Der kleine Unternehmer im Fernverkehr mit Lastkraftwagen wird durch Sofortmaßnahmen gefördert.
Mizeimeister in England wurden die deutschen Boxer Mietschke und Campe.
-Sie ss führte in Gemeinschaft mit der Schug- wlizei ein wohlgclnngenes Reiftest durch.
Heute jährt sich zum 18. Ma^ der Tag der Befreiung Bremens von der Gewaltherrschaft der Spartakisten.