Ausgabe 
(3.2.1938) Nr. 33
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenbla« der Deutschen flrbeitsfront Bremen

der NationcchsZlalisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen

Erschsint7mal wöchentl. MonatSbezng: 2,30 einfchl. Zustellgeb.; Pvstbezugspreis mvnatl. 2,33

(einfchl. 48,88 Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 ^ Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar, stscheck 'fK-slnItnnn oder Krlati.

(einfchl. 48,86 ^ Postzetiungsgevuyr) zuzugi. »s ^ .... _

Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Erstattung oder Ersatz. NS.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H., Bremen, Geeren S -8 / Fernsprecher: 84121 und 81118.

Nr. ZZ / 8. Jahrgang

Das amtliche Verkündungsblatt des Rei chsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Vonnerstag, Z. Februar W58

Anzeigen-Krundpreife: Die 22-mm-Aeile Im Anzeigenteil k2^-, die 70-ww-Heile Im Textteil 75 Rps. Ermäßigte Grundpreise Für kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstig« Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstassel 01. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag > 2 >/^-l 3 >/, Uhr.

fluf brennendem Flugzeug im fltlantik

Pilot Stoppani in letzter Minute gerettet

Ver italienische Nekordflieger von deutschem Flugboot übernommen sos-Nuse bringen rvornier-Maschinenzum kinsatz / sliegeekameradschaft aus likcherSee / gje Begleiter Stoppanis fanden imslugteugwrach den tob

^ Komiim" befindet sich I Stovvani hatte am

Berlin, 3. Februar

Am Mittwochfriih um S.lll Uhr startete der bekannte italienische Nekordflieger Mario Stoppani von Natal in Brasilien aus zum Rirckflug nach Italien. Auf diesem Flug geriet die Maschine über dem Atlantik in Brand. Auf die SOS.-Rufe des italienischen Flugzeuges starteten sofort zwei Dornier- Iv-To.-Walflugboote vom Südatlantikflug­dienst der Deutschen Lufthansa. Einem von ihnen gelang es, den Führer der italienischen Maschine, Stoppani, noch in letzter Minute zu bergen, während feine beiden Kameraden leider nicht mehr zu retten waren.

Ueber die Rettung des italienischen Fliegers werden folgende Einzelheiten berichtet: Der schwimmende Flugzeugstützpunkt der Lufthansa Schwabenland", der bei der Felseninsel Ferando de Noronha liegt, hatte mit dem italienischen Flugzeug in Funkverbindung gestanden. Es meldete um 13 Uhr, daß es wegen einer Motorenstörung nach Natal zurückkehren müsse. Um 15.55 Uhr wurden dann mehrere SOS.-Rufe von den Luft­hansafunkstellen auf derSchwabenland" und in Natal aufgenommen.

Unverzüglich wurden die beiden Dornierwale Doreas" unter der Führung des Flugkapitäns Blume von Bord derSchwabenland" undSa­mum" unter Führung des Flugkapitäns Erotz- schopff von Natal zur Suche ausgesandt. Schon nach 31 Minuten Flugzeit konnte die Be­satzung desSamum", der neben Flugkapitän Erotzschopff Flugzeugführer Esau, Flugmaschinist Schmischke und Flugzeugfunker Preufchoff ange­hörten, das brennend im Atlantik treibende Wrack auffinden.

Obwohl außergewöhnlich schlechtes Wetter herrschte, führte Flugkapitän Erotzschopff ohne Bedenken in echter Fliegerkameradschaft die sehr

schwierige Landung durch. Vier Minuten nach dem Aufsetzen des Flugbootes im Wasser befand sich Stoppani schon an Bord desSamum". Bedauerlicherweise konnten seine beiden Beglei­ter aus dem völlig zerstörten Flugzeug nicht mehr

geborgen werden. DerSamum" befindet sich zur Zeit an der Unfallstelle, um dort die aus Fernando do Noronha ausgelaufeneSchwaben- land" zu erwarten, die das Flugboot in denkbar kürzester Zeit übernehmen wird.

»er anpassungsliikiigS Vatikan

Berlin, 3. Februar.

Zu den rührigsten Politikern in den Reihen des römischen Episkopats gehört zweifellos der Pariser Erzbischvf Ver- dier, dessen Aeußerungen in den letzten Monaten wiederholt Aufsehen erregt haben. Die ihm vom Vatikan gestellte Aufgabe besteht offensichtlich darin, einen politischen Pakt zwischen katholi­scher Kirche und dem die Volksfront in Frankreich beherrschenden Marxismus herzustellen. Bekanntlich hat er bereits bei der Llebermrttlung einer Weihnachts­botschaft des Papstes den Bolschewisten offiziell die Hand gereicht und dann in einer Ansprache unter Hinweis auf seine Kardinalsrobe in nicht mißznverstehen- der Weise erklärt, daß er ja auchvon oben bis unten rot" sei.

Jetzt veröffentlicht dieAgence chre- tienne de Presse", die Christliche Nach­richtenagentur in Paris,Missivnsge- danken" des Kardinals, in denen er wie­der offensichtlich um die Gunst der Volksfront wirbt und ausgerechnet an marxistische Führer die Worte richtet: Es wird immer deutlicher erkennbar, daß Frankreich die Mission hat, die kom­mende Welt mit dem Geist des Christen­tums zu durchdringe». Frankreich wird

dem Papste auch weiterhin als die älteste Tochter der Kirche zur Seite stehen". Für jene, die dazu vielleicht behaupten könnten, der Vatikan habe bisher gegen­über dem von den Ideen dergroßen Revolution" erfüllten Frankreich der dritten Republik eine wesentlich andere Stellung eingenommen, hat der Politische Exponent des Vatikans in Paris auch schon eine Erklärung bereit, indem er in seinenMissionsgedanken" vor diesen Kritikern das Bekenntnis ablegt:Die Kirche weiß sich den Erfordernissen jeder­zeit anzupassen. Ständig ändert sie die Methode des Apostolats".

Es ist nur sonderbar, daß sich diese Anpassungsfähigkeit der Kirche in unse­rer Zeit nur dort zeigt, wo es gilt, sich mit Bolschewismus, Liberalismus und ähnlichen Erscheinungen gut zu stellen, daß sie sich aber sonst mit aller Energie an die Starrheit des Dogmas klammert und so tut, als ob wir heute noch im Mittelalter lebten. Vergleicht man diese Unterschiede in der politischen Haltung der Römischen Kirche, dann erkennt man auch das wahre Gesicht der von Kardi­nal Verdier so sehr gepriesenen Anpas­sungsfähigkeit der Methode des Aposto­lats . . .

.W

Unsers öilclsir!

dl e li v n 8 t e Ii 0 11 d: ln Västeras (8eiineden)

liat jot?t der Vro?ek tzvKou die beiden roten ludimtrlvspione Aolnibäclc und Rjörkiii begon­nen. Der Bniiptnngeklnglo Volke Vjörkin keim Verbör

Unten: 1>vr Vübrer null kieivbsknnrcker link

»Is .Anerkennung für Verdienste um den l-ukt- sobiitr ein l.iiktseliuteebren^eiciien gestiftet, ü.ns in ?nei Stufen verliebe» nird; riie breite Sinke kür ?srsnnen, die siel, in sioutscbl.inii nacli dem 30. daiumr 1033 snk item Lieblet lies Inikt- sebnt^es betütigt null sieb bivrke! besonüere Verdienste erworben k.ibvn; die erste 8tuke kür besonders keevarr.igen,!e Verdienste mn die Vorder,ing des llnktseliiikos in Ilentsebl.ind. l>.is lillktsvbiitsiebrenreicbon erster 8tnke ist ein viernriniges goldenes Kren?

(Vresss-ilotfinsnn)

Stoppani hatte am 29. Dezember 1937 durch einen Flug von Eadiz nach Caravellas in Bra­silien einen neuen Streckenweltrekord für Wasser­flugzeuge mit einer Leistung von 7690 Kilometer aufgestellt. Er befand sich am Mittwoch auf dem Riickflug in die Heimat. Stoppani hat für Ita­lien insgesamt nicht weniger als 19 internatio­nale Flugrekorde errungen.

Schwindelmanöver Valencias

Salamanca, 3. Februar. Bon nationalspanischer Seite wird auf ein neues Manöver Valencias im Zusammenhang mit der Versenkung des englischen DampfersEndq- mion" hingewiesen. Obwohl noch nicht festgestellt sei, ob von der Besatzung des torpedierten Schiffes ein ll-Voot gesehen worden oder das Schis? aus eine Mine gelaufen sei, sei schon wenige Stunden ! nach dem Untergang des Dampfers von Valencia eine Meldung ausgegeben worden, datz ein natio­nalspanisches U-Boot in einer weiteren Mel­dung hietz es sogar ein italienisches U-Boot den englischen Dampfer torpediert habe. Das sei wie­der eines der üblichen rotspanischen Manöver, Zwifchenfälle, an denen man aus nationalspani- schcr Seite gar kein Interesse habe, herbeizu­führen. -

Man müsse sich an die Feststellungen erinnern, datz sich in Cartagena und in Murcia die bekannten Einmischungszentralen unter sowjetrussischer Führung befänden, deren Aufgabe es ist. durch Angriffe auf Fahrzeuge von Groß­mächten Zwifchenfälle herbeizuführen. Es sei auf­fällig, datz das englische Schiff in nächster Nähe des rotspanischen Kriegsha­fens Cartagena gesunken fei. Diese Tatsache berechtigt zu der Annahme, datz es sich hier wie­der einmal um ein rotspanisches U-Boot ge­handelt habe.

Es fei ferner noch eine Frage auszuwerfen: Die Endqmion" habe keine Funkanlage gehabt. Das Sinken des Dampfers fei von anderen Schiffen nicht beobachtet worden. Der Sender Valencia habe nun die erste Meldung von der Versenkung derEndqmion" zu einer Zeit gefunkt, als die Vesatzungsmitglieder, die sich retten konnten, noch nicht einmal die Küste erreicht hatten. Woher wußte man in Valencia von der Versenkung des englischen Schiffes? Man könne daraus nur eine Antwort geben: Das rotspanische ll-Boot, da» den Auftrag zur Versenkung eines englischen Schisses hatte, habe sofort funkentelegraphisch seinen Auf­traggebern den Vollzug des Befehls gemeldet.

(Siehe auch Seite 2)

Ver König von Schweden In verlin

Berlin, 3. Februar.

Der König von Schweden traf aus der Durch­reise nach der Riviera Mittwoch vormittag aus dem Stettiner Bahnhof in Berlin ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich der schwedische Gesandte Richert sowie der Chef des Protokolls, Gesandter von Biilow-Schwante, auf dem Bahnhof einge- funden. Fm Laufe des Vormittags statteten her Führer und Reichskanzler, sowie der Reichs­minister des Auswärtigen, Freikerr von Neurath, dem König in der schwedische» Gesandtschaft einen Besuch ab. Der König setzte Mittwoch abend seine ! Reise fort.

1

W

W '

L

-

X.-'

Wut/"

Jugend ruft Jugend zum Dienst an der Scholle

Die Hitlerjugend, der Reichsnährstand, und das Reichsminist-rium für Volksausklarung und Propaganda eröffneten gestern in Berlin mit einer protzen Kundgebung die Werbeaktion für Landarbeit der Jugend.

K. klü. Neben der Umstellung einzelner Zweige unserer Industrie auf die Erzeugung neuartiger Rohstoffe ist für die Verwirk­lichung des Vierjahresplanes dieHebung der Landwirtschaftserträgnisse von entscheidender Bedeutung. Diese Produktionssteigerung wiederum ist in erheblichem Matze von der Ueberwindung der Verknappung unserer Landarbeitskräfte abhängig. Standen vor zwei Jahren 606 000 Gesuchen um Zuweisung von Landarbeit fast eine Million offene Stellen gegenüber, so ist jetzt zwar die Richtigkeit des Ausspruchs Hermann GöringsLandflucht ist Fahnen­flucht!" dank der intensiven Aufklärungs­arbeit des Reichspropagandaministeriums, des Reichsnährstandes und der HI. allge­mein erkannt, doch ist mit der Einsicht allein diese brennende Frage noch nicht ge­löst: Es galt und gilt auch hier, Fehler­quellen der Vergangenheit aus wirtschaftlichem und sozialem Gebiet zu beseitigen, nämlich unabhängig vom vorübergehenden Einsatz zusätz­licher Arbeitskräfte den Landarbeiterwoh­nungsbau mit durchgreifenden Mitteln zu fördern und dem Landarbeiter auf Grund des Leistungsprinzips geregelte berufliche Aufstiegsmöglichkeiten geben.

Um das Wesentliche sogleich zu unterstrei­chen: Beiden Notwendigkeiten gegenüber hat die nationalsozialistische Staatsführung be­reits mit zielweisender Tatkraft bedeutsame Maßnahmen ergriffen. Was zunächst die noch fehlenden Landarbeiterwohnungen be­trifft ihre Zahl wurde vor einiger Zeit von sachkundiger Seite aus 350 000 geschätzt so ist angesichts der lebhaften Bautätig­keit auf dem Lände die Schaffung des nöti­gen Wohnraumes nur noch eine Frage der Zeit. Jeder strebsame Landarbeiter soll zu­dem einst über eine kleine Eigenwirtschaft verfügen, die ihn und seine Familie dem Boden unmittelbar verbindet. Beson­ders tüchtigen Landarbeitern ist schon seit längerer Zeit Gelegenheit zum Erwerb einer Neubauernstelle gegeben; die Auswirkung dieser begrüßenswerten Verfügung ist durch­aus zufriedenstellend, konnte doch in den beiden letzten Jahren mehr als der dritte Teil aller Neubauernstel- len mit sichtbarem Erfolg erbgesunden kin­derreichen Landarbeitern anvertraut werden.

Noch revolutionärer ist die berufliche Gleichstellung des Landarbei- ters mit dem Schaffenden in der Industrie, wie sie der Erlaß vom 1. Ok­tober 1937 über die Grundregeln der Aus­bildung in den Berufszweiaen der Landwirt­schaft brachte.Die Einheit des bäuerlichen Betriebes als Lebens- und Schaffensgemein­schaft" erfordert, wie es an amtlicher Stelle eingehend begründet worden ist, einh 0 hes Maß beruflichen Könnens. Die grundsätzliche Anerkennung des Landarbei­terberufs als ein innerhalb der Aufbaufront gleichwertiger und gleichberechtigter Fach­beruf ist deshalb nur folgerichtig. DieBre­mer Zeitung" hat über die Landarbeitslehre für Jungen und die ländliche .Ißausarbeits- lehre für Mädel wie auch über die Fortbil- düng des Landarbeiters seinerzeit ausführlich berichtet. Die Bestimmungen des Ausbildungs­ganges zur Erlangung des Landarbeiter­briefes sind von der Grundauffassung dik- tiert, daß die BerufsbezeichnungLand- arbeiter" in Zukunft nicht anders als die des Industriefacharbeiters, des Kaufmannes oder des Technikers einen Ehrentitel dar­stellt und deshalb durch Leistung erwor­ben werden muß. Die gerade Linie der

Uns«» lorxsLLpsstzsr

Japan schickt zwecks Austausch von Erfahrungen über die kommunistische Agitation Vertreter nach Berlin und Rom.

Der Versenkung des englischen D.Endqmion" folgte ein Schwindelmanöver Valencias. Deutsche Piloten retteten den italienischen Nekordflieger Stoppani aus brennendem Flugbvvtwrack.

Der Führer sprach von Neurath zu dessen l>5. Geburtstag persönlich seine Glückwünsche aus.

für neuen Reichsmelde dni-^g sind ? iührungsbcstimmungen ergangen. -A.-Obersiihrer Hangen verlieh an 208 Männer verschiedener Formationen und Organisationen SA.-Sportabzcichen.

Das Polnische Ballett traf in Bremen ein.