Ausgabe 
(31.7.1937) Nr. 207
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parteiamtliche Lageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

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Nr. 207 / 7. Ztchrgang

Sonnabend, 51. Juli 1S57

kinzelpreis 15 Npf.

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Dr. Doebbels eröffnete die „14. Kroße Deutsche Nundfunkausstellung 18)^ in den verliner Ausstellungsdallen

Verbesserter Volksempfänger kommt

Berlin, 31. Juli.

Reichsminister Dr. Goebbels eröfsnete Freitag mittag die „11. Große Deutsche Rundfunkaus- stellung Berlin 1337". An dem Erössnungsakt »ahmen zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Korps und führende Männer des Staates, der

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Nach scharfen Erklärungen Ribbentrops gegen Sowjetrußland vertagte sich der Nichtein­mischungsausschutz ohne Ergebnis.

Das Pariser „Journal" berichtet von einem Massengistmordversuch zweier Franzosen im nationalen Spanien.

Bei einem Eisenbahnunglück in Frankreich kamen 27 Menschen ums Leben.

Der Führer besuchte das Haus der Deutschen Erziehung in Bayreuth.

Dr. Goebbels eröffnete die Große Deutsche Rundfunkausstellung Berlin 1337.

Die „VZ." besuchte unsere Soldaten im Biwak bei Earlstedt.

Anfang nächster Woche beginnt der Fabrik­diensteinsatz der Fachschul-Stndenten in Vremen.

Am Ofterdrich findet heute das Riesenfeuer­werk statt.

Die Führung des Polizei-Sportvereins Vre­men übernahm Oberst Dr. Lankenau.

Bewegung, des Rundfunks sowie des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens teil.

Bon den riesigen Masten am Kaiser- und am Messedamm wehen die Fahnen des Dritten Rei­ches. ff und Werkscharen aus den Rundfunkbe­trieben bilden bei der Anfahrt der Ehrengäste Spalier. Kurz vor 12 Uhr erschien, jubelnd be­grüßt. Reichsminister Dr. Goebbels, geleitet von Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lip- pert. Unter den Ehrengästen sah man u. a. die Botschafter von Argentinien, Italien, Japan und Polen, die Gesandten von Afghanistan, Kuba, Griechenland, Guatemala, Irak, Litauen, Mexiko, Panama, Schweden, Ungarn und Uruguay, die

Geschäftsträger von Belgien, Bolivien, Jugo­slawien und Oesterreich; feiner den stellvertreten­den Ghef des Protokolls im Auswärtigen Amt Dr. Boltze, Reichspostminister Dr. Ohnesorge, Reichsorgänisationsleitcr Dr. Ley, die Staats­sekretäre Funk, Backe, Dr. Stuckart und Willi- kens, sowie Vertreter von allen Reichsministerien, den stellvertretenden Pressechef der Reichsregie­rung Ministerialrat Mfred-Jngemar Verndt, die Gauleiter Koch, Mutschmann und Stürtz so­wie den stellvertretenden Gauleiter von Berlin, Eörlitzer, Hauptamtsleiter der NSV. Hilgen- feldt, 'Reichskulturwalter Kinkel, ferner die füh­renden Männer des Rundfunks, der Reichsrund- funkkammer und der Reichsfilmkammer sowie eine große Zahl führender Männer der Rund- funkindustrie, des Rundfunk-Erotz- und Einzel­handels, der Parteiorganisationen, des kultu­rellen Lebens sowie aus Wissenschaft und Wirt­schaft.

Fanfaren eröffneten den festlichen Akt. Die vereinigten großen Orchester des Deutschlands Senders und des Reichssenders Berlin unter der Leitung des Generalmusikdirektors Hermann Stange spielten den ersten Satz aus dem Kon­zerts grosso ck-woll von Händel. Darauf nahm Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lip- pert das Wort zu einer Begrüßungsansprache. Den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Wor­ten des Oberbürgermeisters folgte die Eröff­nungsansprache durch

Neichsminister 0r. Voebbels

Der Redner erinnerte an die Zeit vor der Machtübernahme, in der diese Ausstellung ledig­lich eine Jndustrieschau verkörperte, die keinen Anspruch auf die Anteilnahme der breiten Massen des deutschen Volkes erheben konnte. Die Tat­sache, daß die Eröffnung der Rundfunkausstellung heute eine Angelegenheit des ganzen Volkes sei. dürfe als Beweis dafür geweitet werden, wie tief der Rundfunk in die deutsche Nation eingedrungen ist.

Wenn schon der Rundfunk durch seine unauf­haltsame technische Entwicklung kraft seines eige­nen Wesens zu einer weltumspannenden Macht geworden sei, so habe ihn der national­sozialistische Staat in einem Umfang in den brei­ten Massen unseres Volkes verankert, daß er aus unserem öffentlichen Leben überhaupt nicht mehr weggedacht werden könne. Er verbinde innerhalb unserer Grenzen Dörfer, Städte, Provinzen und Landesteile, Stände und Konfessionen zu einer unlösbaren Einheit. Darüber hinaus schlage er die Brücke zwischen den Nationen und über Meere und Kontinente hinweg zwischen den Völkern

und Menschen. Er sei damit zum plastischen Ausdruck unseres Jahrhunderts ge­worden. Ueber seine technischen Bedingtheiten und Möglichkeiten hinweg habe der Nationalsozialis­mus ihn zu einem der wichtigsten Fllhrungs- mitte! der deutschen Politik gemacht. Dr. Goeb­bels sprach anschließend von den Schwierigkeiten, die darin lägen, das Rundfunknivean den Hörer- massen jeweils anzugleichen. Es wäre irrtümlich und ungerecht, daraus schließen zu wollen, daß der Rundfunk im allgemeinen den Geschmack der breiten Massen gesenkt habe. Das Gegenteil sei der Fall.

„Es handelt sich ja bei den vielen Millionen, die im Rundfunk Freude, Erholung, Entspannung und Belehrung suchen und finden, meistens um Volksgenossen, die ohne ihn überhaupt von der Anteilnahme an den kulturellen Gütern der Na­tion ausgeschlossen wären. Der Rundfunk erfüllt also an ihnen die große nationalpolitische Aus­gabe der Beteiligung an den geistigen Entern des Volkes, und wenn er in seiner Programm­gestaltung sich bemüht nach dem Geschmacks- und Vildungsstand der breiten Massen ausrichtet, so gewinnt er dadurch allein die Möglichkeit, sie wirksam anzusprechen und ihnen tatsächlich Freude und Kultur zu bringen. Es wird also dadurch nicht den Besitzenden etwas genommen, sondern vielmehr den Besitzlosen etwas gegeben. Der Rund­funk hat Einzug gehalten nicht nur in den Groß­städten, die oft seiner weniger bedürfen, sondern auch in den Dörfern und Marktflecken, auf ein­samen Bauernhöfen und verlassenen Fische'rhütten, und in seiner millionenfachen Ausdehnung in die Breite ist er eines der wesentlichsten politischen Erziehungsinstrumente des neuen Staates gewor­den."

Anschließend legte Dr. Goebbels einen überzeu­genden Rechenschaftsbericht über die Er­rungenschaften der deutschen Rundfunkpolitik in den letzten vier Jahren ab. Allein die Zahl der Rundfunkhörer sei seit dem Jahre 1333 von 4 307 733 Hörern bis zum 1. Juni 1937 auf 8 372 803 Hörer gestiegen. Die Steigerung der Ge- samtsendestunden betrage 58 o. H. Der Volks­empfänger stelle, entgegen den Sorgen der In­dustrie, kein Hindernis im Verkauf von Marken- apparaten, sondern ein z u s ätz l i ch e s Ee schüft dar. 2m Jahre 1935/36 wurden 638 000 Marken- empfänger und 405 000 Volksempfänger verkauft. Inzwischen Habs sich das Verhältnis zugunsten des Markenempfängers insofern verschoben, als oom 1. August 1936 bis zum 31. März 1937 822 000 Markenempfänger und 332 000 Volksempfänger ab­gesetzt wurden.

(Fortsetzung auf Seite 2)

tondoner siusschuß ohne krgebnls vertagt

Mbbenttop leg! dar, wie die Sowjetunion den britischen Plan zum Scheitern brachte

London, 31. Juli

Der Nichteinmischungsausschutz vertagte sich am Freitag nach 3 >/-stündiger Sitzung ohne Ergebnis. Es wurde beschlossen, daß die Regierungen die neuentstandene Lage zur Kenntnis nehmen sollen, und daß dem Vorsitzenden anheimgestellt werden soll, eine neue Sitzung einzuberufen.

Im Verlauf der Sitzung gab Botschafter von Ribbentrop eine Erklärung ab, in der es heißt: „Von den 27 im Nichteinmischungsausschuß vertretenen Staaten haben sich 26 mit den Grund­sätzen des britischen Planes vom 14. Juli sowie mit seiner alsbaldigen Inangriffnahme einver­standen erklärt. Ein Staat hat sich ausgeschlossen: Sowjetrußland. Der englische Plan besteht bekanntlich aus drei Hauptabschnitten: Wieder­herstellung der Kontrolle, Gewährung der Rechte Kriegführender an die beiden spanischen Par­teien und Zurückziehung der Freiwilligen fremder Nationen. Es ist wiederholt innerhalb dieses Eemiums und auch von dem britischen Außen­minister erklärt worden, daß die drei Teile des britischen Planes miteinander im Zusammen­hang stehen und ein Ganzes bilden. Durch die plötzliche glatte Weigerung, den Spaniern krieg­führende Rechte zuzugestehen, hat Sowjetrutzland den britischen Plan zum Scheitern gebracht.

Ich mutz sagen, wir sind in diesem Ausschutz ja manches gewohnt. Dieses letzte Vorgehen Sowjet- rußlands aber steht doch wohl einzig da, denn welche Begebenheiten haben denn zu dieser er­staunlichen Situation geführt?

Am 16. Juli wurde der britische Plan als Diskussionsbasis von den 27 Mächten angenom­men. Auch die Sowjetunion nahm damit einen der wesentlichen Punkte des britischen Planes, die Gewährung der Rechte Kriegführender an Spa­nien, grundsätzlich an. Daß sie dies nicht gern getan hat, sollte sich alsbald zeigen. Es setzte nämlich ein seltsames Spiel in diesem Ausschuß ein um die Frage der Rechte als Kriegführende allmählich aus dem Gesichtskreis der Ausschuß­mitglieder verschwinden zu lasten. Der erste An­satz hierzu zeigte sich bereits in dem briti­schen Plan selber. Während die britischen Vorschläge in klarer, logischer Reihenfolge aus folgenden Abschnitten bestanden: 1. Wiederein­führung eines Kontrollsystems, 2. weitere zu tref­fende Maßnahmen, um gewisse Lücken in dein Ueberwachungssystem durch die Gewährung der Rechte Kriegführender zu schließen, und die Zurück­ziehung der Freiwilligen, zeigte sich in dem Teil d«s britischen Dokuments, das von der Ausfüh­

rung dieses Planes handelt, bereits in der An­ordnung eine willkürliche Abänderung, die mit obiger logischer Reihenfolge im Wi­derspruch stand. In dem britischen Plan bil­dete nämlich die Gewährung der Rechts Krieg­führender einen Teil des Kontrollsystems und wurde vollständig unabhängig von der Frage der Freiwilligen-Zurückziehung behandelt. In dem Teil des Planes dagegen, der allein die Durch­führung betraf, wurde dieser fundamentale Ge­danke des Planes einfach fallengelassen. Es wurde jetzt aus rein politischer Rücksicht die Gewährung der Rechte Kriegführender von einer zufrieden­stellenden Durchführung der Zurückziehung der Freiwilligen abhängig gemacht.

Die britische Regierung, auf der Suche nach einem Ausweg, stellte dann einen „Fragebogen" aus. 2n diesem waren die Rechte Kriegführender als Teil der Kontrolle nun aber völlig ver­schwunden. Sie wurden dagegen nur noch in dem soeben erwähnten, höchst unklaren.Zusammen- hang mit der Zurückziehung der Freiwilligen er­wähnt. Es ist nur zu verständlich, daß die deutsche und italienische Regierung daher in der Sitzung über den Fragebogen sich erneut für die Fest- haltung an dem englischen Plan aus- sprachen und eine entsprechende Fragestellung an die Mächte verlangten. 14 Tage hat sich nunmehr bereits der Ausschuß mit unfruchtbaren Diskussio­nen über die Frage der weiteren Behandlung des Planes abgegeben, die eigentlich bei loyaler Ein­stellung zu dem Plan gar nicht hätte existieren dürfen. Man rodete und ereiferte sich, aber letz­ten Endes lief alles nur darauf hinaus, zu ver­hindern, daß in der Frage der Rechte Krieg­führender ein weiterer Schritt unternommen werde. Den Höhepunkt bildete am letzten Diens­tag eine der seltsamsten Spiegelfechtereien inner­halb dieses Ausschusses, die ich ^e erlebt habe.

Den Schleier des -Geheimnisses zu lüften und endlich deren wahre Ursache zu bekennen, blieb dem Sowjetvertreter vorbehalten, der kürzlich erklärt-, seine Regierung könne einem wesent­lichen Teil des britischen Planes, nämlich der Gewährung der Rechte Kriegführender/- nicht zustimmen. Eine sehr bequeme Methode: man hatte den britischen Plan als Diskussionsbasis angenommen und damit auch grundsätzlich die Gewährung der Rechte Kriegführender. Dann hatte man 14 Tage diskutiert und allerlei tak­tische Kniffe angewandt, um der Frage der Rechte Kriegführender auszuweichen.

Als dann aber endlich Farbe bekannt werden mutzte, erklärte man einfach, daß dieser Teil des

britischen Planes nicht annehmbar wäre. Die einzig logische Folgerung, die ich aus dieser Handlungsweise ziehen kann, ist, daß der Welt Sand in die Augen gestreut werden sollte und daß man in Wahrheit niemals gewillt war, den britischen Plan zu akzeptieren. Ich mutz sagen, datz mir das Verständnis für diese Verhand- lungpmcthoden fehlt und datz diese geeignet sind, das Ansehen des Ausschusses in der öffentlichen Meinung noch mehr zu diskreditieren als das sowieso schon der Fall ist.

Mir scheint, daß in der Behandlung des bri­tischen Planes durch den Ausschuß die Gefühle und Wünsche der Spanier oft nur so nebenbei behandelt wurden. General F-ranco ist ein stolzer Patriot. Er ist der Befreier des Landes von den Mächten der Zersetzung. Er beherrscht den größten Teil Spaniens. Was wollten wir nun General Franco vor­schlagen? Wir wollen ihm Missionen schicken, die ihm die Zufuhren zu seiner kämpfenden Truppe kontrollieren sollen.

Wir wollen ihm Missionen schicken, die ihm aus seiner kämpfenden Truppe die Freiwilligen abtransportieren sollen. Wir wollen ihm weiter sonstige Beschränkungen seiner Souveränität zu­muten. — Glauben Sie wirklich, daß ein stolzer Spanier, der im Existenzkampf für das Wohl seines Volkes steht, dies alles hinnehmen würde, wenn man ihm nicht zum mindesten das primi­tive Recht der Anerkennung der Rechte Krieg­führender, Autorität und Macht zubilligt?

Ich glaube, man sollte sich überhaupt ein für allemal darüber klar sein, datz jede Nichtein­mischungsmatznahme dieses Ausschusses, die spani­sches Gebiet berührt oder die die Mithilfe der Spanier crsordert, in Zukunft immer die Ge­währung der Rechte Kriegführender durch die im Ausschutz vertretenen Staaten bedingt!

Abschließend möchte ich die Lage wie folgt zu­sammenfassen: Auf der einen Seite haben sich 26 von den im Ausschuß vertretenen 27 Staaten zu dem Grundgedanken des britischen Planes be­kannt. Auf der anderen Seite hat ein einziger Staat, nämlich die Sowjetunion, den bri­tischen Plan zum Scheitern gebracht, indem sie einen seiner drei Grundpfeiler zum Sturz brachte. Sowjetrußland allein hat hierfür die schwere Verantwortung vor der Welt zn tragen.

Der Grund für diese Haltung der Sowjetunion ist klar: Sowjetrutzland hat den spanischen Bür­gerkrieg begonnen. Es möchte ihn auch aus seine Weise beendet sehen, d. h., mit der Bolschewisie- rung Spaniens. Die Nichteinmischung ist diesem

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Als Reichsminister Dr. Goebbels den Rund­funk zur „achten Weltmacht" erklärte, betonte er damit gerade für den nationalsozialistischen Rundfunk die gewaltigen Einflußmöglichkeiten auf die politische Meinung?- und Willensbildung des deutschen Volkes. Die Aufgaben, die dem Rundfunk innerhalb der deutschen Volksgemein­schaft gestellt sind, sind vom Standpunkt der nationalsozialistischen Weltanschauung rein poli­tische. Die gesamte Programmgestaltung des Rundfunks hat eine eindeutige politische Aus­richtung erfahren, die in allen Fragen der Pro­grammarbeit wirksam wurde. So war es mög­lich, in den vier Jahren seit der Machtüber­nahme den Rundfunk als politisches Instrument zu handhaben und die breiten Massen des Vol­kes aufs engste mit dem Rundfunk zu verbinden.

Repräsentation, Rechenschaft und Leistungs­bericht der „achten Weltmacht" stellt alljährlich die „Große deutsche Rundfunkausstellung" dar, die die Brücke von dem vergangenen zum kom­menden Rundfunkjahr schlägt und die nicht nur den Rundfunk selbst mit seinen volkstümlichen Eestaltungstendenzen aufzeigt, sondern auch einen Querschnitt durch die technische und rundfunk- wirtschaftliche Entwicklung des Jahres gibt. Die deutschen Volksgenossen in Stadt und Land, die durch ihr regelmäßiges Rundfunkhören bereits innigere Beziehungen zum Rundfunk haben, aber auch diejenigen Volksgenossen, die aus den gro­ßen Gemeinschaftsübertragungen an den poli­tisch bedeutsamen Tagen des Jahres die allum­fassende, zusammenschließende Kraft der Rund­funkeinwirkung kennen, suchen alljährlich den Weg zur Rundfunkausstellung, weil es wohl kaum eine andere Einrichtung gibt, in der sich in so totaler Form wie beim Rundfunk unser natio­nalsozialistisches Gegenwartslebsn, und zwar so­wohl als politische wie als kulturelle, sportliche

Ziele hinderlich. Daher lehnt die Sowjetunion die Rechte Kriegführender ab, wohl wissend, datz da­mit der britische Plan scheitern mutz und der Nichteinmischungspolitik ein Schlag zugefügt wird, von dem sie sich schwer erholen kann. Die Parole Moskaus ist eben Einmischung um jeden Preis. Die Maske, die dieses Spiel verdeckte, ist mit dem heute hier abgegebenen Beschluß Sowjet- rußlands gefallen. Dies hat vielleicht insofern sein Gutes, als die Welt dadurch immer klarer sieht, wer der wahre Störenfried ist. Wir Deut­schen wissen seit langem: Wäre Sowjetrutzland nicht da, gäbe es keinen spanischen Bürgerkrieg. Auch die übrige Welt scheint aus dem besten Wege, dies endlich einzusehen. Der Nichteinmischungs­ausschutz jedenfalls sollte diese Tatsache niemals aus dem Auge verlieren.

Die uns vorliegende schriftliche Erklärung der Sowjetunion zu dem britischen Plan bedeutet für meine Regierung eine völlig neue Lage. Ich bin der Auffassung, datz es keinen Wert hat, bei die­ser Sachlage in eine Erörterung der Einzelheiten der vorliegenden Antworten einzutreten. Die Ltellnngnahme meiner Regierung zu dieser neuen Lage mutz ich mir daher nach jeder Rich­tung hin vorbehalten." (Siehe unseren Bericht über Deutschlands Antwortnote im Innern des Blattes.)

Von ÜSN8 ürioglsr, ^mtrlsltsr stundkunie der 8slcbrpiopagandci!»stllng der und

Präsident der psldrsrundkunicicammsr

und die Freizeit gestaltende Erscheinung wider­spiegelt.

Die diesjährige „14. Große Deutsche Rund­funkausstellung" scheint mit den bisher gemelde­ten 110 Sonderzügen und den 200 sonstigen Son­derfahrten aus dem Reich einen besonderen An­ziehungspunkt für die auswärtigen Besucher zu bilden, wobei wohl kaum daran zu zweifeln sein dürfte, daß auch die Verliner mit ihren auswär­tigen Gästen im Besuch der Ausstellung wett­eifern werden. Die Parole: „Jeder Reichssender einmal in der Reichshauptstadt" und, bei dem Besuch der Reichshauptstadt, wieder in dem Rie- sensendesaal auf der Rundfunkausstellung, hat sich als besonders schlagkräftig erwiesen. Die volkstümliche Programmtätigkeit der deutschen Reichssender fesselt die dem Rundfunk verschwo­renen Masten genau so wie die . Rundfunkgestal­ter selbst, die in diesem Aufmarsch des Rund­funks eine willkommene Auflockerung ihrer Tagesarbeit erblicken und sich freuen, ihre Sen­dungen unmittelbar aus der lebendigen Volks­gemeinschaft, wie sie auf der Ausstellung an­wesend ist, aufbauen zu können. Die volkstüm­lichsten Künstler der deutschen Reichssender wer­den sich auf der Rundfunkausstellung mit ihren Hörern treffen, und aus der sonst nur akustischen Gemeinsamkeit, die den Hörern schon manches eindrucksvolle und schöne Erlebnis vermittelte, wird hier «ine unmittelbare Gemeinsamkeit ent­stehen, die die Künstler des Rundfunks und die Hörer des Rundfunks in einer Weise zusammen­schließt, die sich auch auf die künftige Programm­arbeit befruchtend auswirken muß.

Aber noch ein Zweites wird die Besucher auf die „Große Deutsche Rundfunkausstellung" ziehen: das ist die Jndustrieschau mit den neuen Rund­funkempfängern des Jahres 1937/38. Diese Jn­dustrieschau steht im Zeichen der Verbilligung der Geräte, einmal hervorgerufen durch die Senkung der Röhrenpreise und zum anderen durch die gegenüber den Vorjahren durchaus einsichtsvolle und vernünftigere Gestaltung der Produktions­kosten. Dazu kommen eine Verfeinerung der ein­zelnen Gerät« nach ihrer technischen Seite hin, eine Vervollkommnung der musikalischen Wieder­gabe, ferner eine Reihe von technischen „Schika­nen", die die Bedienung der Geräts erleichtern — kurz lauter Einzelheiten, die den technisch inter­essierten Rundfunkhörer in beträchtlichem Maße anziehen.

Das Fernsehen hat inzwischen auch weitere Fortschritte gemacht. Die Reichs-Rundfunk-Eesell- schaft als die Gestalter!» des Fernseh-Programm- betriebes, die Deutsch« Reichspost als die für die technische Durchführung des Fernsehens verant­wortliche Stelle und die Fernsehindustrie, die die für den Fernsehempfang erforderlichen Geräte herstellt, werden bemüht sein, den Ausstellungs­besuchern die anregendsten und lebendigsten Ein­drücke von dem Stand des Fernsehens in Deutsch­land zu übermitteln.

Die Festwoche auf der „Großen Deutschen Rundfunkausstellung", die die Besucher mit ihrem Rundfunk auf dem Berliner Messegelände ver­bringen werden, bedeutet für alle Mitarbeiter des Rundfunks, der Rundfunktechnik, der Rund-