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parteiamtliche DrgesIeitung
Hachnchtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Bremen
Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen
Nr. 1S5 / Jahrgang
Das amtliche verkundungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenburg und Bremen
Anzeigen-Srundpreise: Die 22-raiii-Zeile im Anzeigenteil 12 die 7V-mm-Zsile im Textteil 7b 3^/. Ermäßigte Grundpreise kiür kleine Familien-Änzeigen in a.) sowie listige Bedingungen Preisliste 6 (Nachlaßstasfel 0,. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitag I2X - 13)L Uhr.
Montag, 1S. Juli 1957
kmzelpreis 15 Npf.
kine neue vlütereit der deutschen Kunst
Veiste des „Hauses der Deutschen Kunst" und kröffnung der „öroßen Deutschen Kunstausstellung 1SZ7" durch den siistrer
Nenkwurdiger lag m der deutschen Kulturgeschichte
'! (ZiZsvsr vrabiibsriokt cksr „Lrsnrsr Asikuvß")
München, 19. Juli.
Höhepunkte der Münchener Festtage waren am Lonntagvormittag die feierliche Einweihung des „Hauses der Deutschen Kunst" und die Eröffnung der „Trotzen Deutschen Kunstausstellung 1937". Wieder hatten sich eine große Zahl von Ehrengästen, Reichsministern, Reichsleitern, Mitglie-
Schirmherrn der deutschen Kunst ehrerbietig mit erhobener Rechten.
Die Ehrenhalle bildet den Kern des Gebäudes. Sie ist in Wahrheit eines der großartigsten Dokumente nationalsozialistischer Baugesinnung. Die Reinheit und Klarheit der Linien und Formen wirkt überwältigend. Der dunkelrote Marmor des Fußbodenbelages und der rotweiße Marmor für die Sockel-, Pfeiler- und Portalverkleidungen schaffen den Eindruck herrlicher Harmonie und innerer Größe dieses Hauses. Das Mittelstück der Stirnseite der Ehrenhalle ist. verhüllt von einem - rotsamtenen Teppich, der auf
weißem Grunde das schwarze Hakenkreuz trägt. Schmale goldene Streifen säumen das Tuch. Es bildet zusammen mit zwei schlanken Lorbeerbäumen den einzigen Schmuck der unvergleichlich schönen Halle. Stolz und hell und weihevoll ist dieser repräsentative Saal, ein erhebendes Wahrzeichen deutschen Gegenwartsstiles. Zwischen den Säulen ist der Blick nach beiden Seiten offen in die Ausstellungssäle, in denen von jetzt ab die ganze Welt das Schassen unserer besten Künstler betrachten und beurteilen kann.
Der Städtische Chor Augsburg bringt
als Einleitung des Festaktes unter der meisterhaften Stabführung von Pros. Otto Iochum ein Borspiel von Gerhard Strecke zum Vortrag. Sodann tritt der Staatskommissar für das Haus der Deutschen Kunst, Gauleiter Adolf Wagner, vor und verkündet: „Zur Eröffnung der „Großen Kunstausstellung im „Hause der Deutschen Kunst" in München spricht der Führer!" Nun erhebt sich der Schöpfer dieses Kunsttempels und Schirmherr der deutschen Kunst, der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, um das Wort zu einer großangelegten Rede zu ergreifen, mit der er die „Große deutsche Kunstausstellung 1937" eröffnet.
Unser lagesspiegel
Japan hat der Regierung in Nanking ein ! Ultimatum gestellt.
In Sizilien finden Vorbereitnngen sür grotze Manöver der italienischen Truppenteile statt. In Eegenwart des Führers fand in München die Weihe des „Hauses der Deutschen Kunst" und die Eröfsnung der „Trotzen Deutschen Kunstausstellung 1937" statt.
Bei einem Zusammenstotz im Hamburger Hasen ertranken sieben Personen.
Aus einer Arbeitstagung in Baden wurden die SA.-Sportabzeichen-Prüfer und -Lehrer der NSKK.-Motorbrigade Nordsee ausgerichtet.
Die 19. internationale Sechstagefahrt brachte Deutschland S7 Goldmedaillen.
.- Heini Dittmar ging aus der internationalen Rhön als Sieger hervor.
Deutschland siegte im Wasserballkamps gegen Holland 8:1.
Der Rad-Länderkamps Deutschland—Holland sah die GSstemannschast siegreich.
Im internationalen Angler - Wettbewerb Bremen—Groningen siegten Bremer Angler.
4 dern des Diplomatischen Korps, konsularische ü Vertreter fremder Mächte, zahlreiche Gauleiter and Staatssekretäre der bayerischen Landesregierung, führende Persönlichkeiten der Partei und ihrer Gliederungen, hohe Offiziere der Wehrmacht, Führer des Reichsarbeitsdienstes, Vorstandsmitglieder des Hauses der Deutschen Kunst, Männer aus allen Zweigen des Kunstlebens aus Wissenschaft und Wirtschaft, dazu aus den an- . grenzenden festlich geschmückten Strotzen eine un- i übersehbare Menschenmenge eingesunden. In langen Reihen waren vor dem staatlichen Gebäude Ehrenabordnungen der Wehrmacht sowie aller Parteigliederungen angetreten, während in dem lichten Säulengang Standarten und Fahnen Ausstellung genommen hatten.
Her sül,rer trifft ein
Pünktlich 10.39 Ilhr fuhr der'Führer am Haus der Deutschen Kunst vor. Nach dem Abschreiten der Ehrenformationen entbot Gauleiter Adolf Wagner als Staatskommissar des Hauses der Deutschen Kunst dem Führer den ersten Gruß. Der Staatsminister gab dabei seiner Freude Ausdruck, dah die Hauptstadt der Bewegung nunmehr auch zur Stadt der wiedererstandenen deutschen Kunst erhoben worden !e>. Der Vorsitzende des Vorstandes des Hauses der Deutschen Kunst, von Finckh, betonte, daß das Werk aus unbeugsamem Opferwillen gottbe- gnadeter Kunst und erhebender Treue gewachsen In und sprach die Hoffnung aus, daß der neue Kunsttempel ein Markstein sein möge aus dem Wege des deutschen Volkes zu Frieden und Wohl- sahri. Anschließend antwortete der Führer mit salzender Ansprache:
..Mein Minister Wagner, Herr von Finckh! 2hnen, Parteigenosse Wagner, danke ich dafür, daß Sie die Ideen und Gedanken vor 4V- Jahren nicht nur in sich aufgenommen, sondern mit dem ganzen Fanatismus Ihrer Persönlichkeit geholfen haben, sie zu verwirklichen. Ihnen, Herr von Finckh, danke ich, daß Sie in so hingebungsvoller Arbeit und — ich darf wohl sagen 7 ^ mit so seltener Fähigkeit es zuwege drachten, die Mittel für dieses Haus aus einem Kreise, der nicht groß war, in Form freiwilliger spenden zusammenzubringen. Denn auch dies mutz das deutsche Volk heute wissen: Das Haus, das hier vor Ihnen steht, ist erbaut worden aus dem freien Opfersinn deutscher Volksgenossen!
Vor 4>/r Jahren wurde dieses Werk in der Planung und kurze Zeit darauf auch im Bau begonnen. Jetzt erleben wir seine Vollendung: Das »rotzte und schönste Ausstellungsgebäude der Kunst, das es auf der Welt zur Zeit gibt! Ich möchte aber auch den Künstlern und Arbeitern danlen, die das Werk unseres großen verstorbenen Vioistcrs zur Ausführung gebracht haben. Es ist °>» stolzes Denkmal, das sie sich selbst setzten. Es wird bleiben, wenn von vielem sonst keine Er>n- uerung aus die Nachwelt überkommen sein wird. ^o übergebe ich damit dieses herrliche Haus leiner Bestimmung."
In der khrenhalle
Mach dem feierlichen Akt der Ilebergabe des Hauses der Deutschen Kunst betritt der Führer, von der Freitreppe kommend, in Begleitung von Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner und dem Vorsitzenden des Vorstandes des Hauses der Deutschen Kunst, August von Finckh. die Ghrenhalle. Die Festverjammluxig begrüßt den
die große keße Wolf Hitlers
Als vor vier Jahren die feierliche Grundsteinlegung dieses Baues stattfand, waren wir uns alle bewußt, daß nicht nur der Stein sür ein neues Haus gesetzt, sondern der Grund gelegt werden mußte sür eine neue und wahre deutsche Kunst. Es galt, eine Wende herbeizuführen in der Entwicklung des gesamten deutschen kulturellen Schaffens. Vielen war es schwergefallen, das Wort „Münchener Maspalast" zu verlieren und diesem Neubau auch einen neuen Namen zu geben. Trotzdem fanden wir es damals sür richtig, das Haus, das in seinen Räumen die Fortsetzung jener einst berühmtesten deutschen Kunstausstellung erfahren sollte, nicht als ,„Neuen Glaspalast", sondern als das „Haus der Deutschen Kunst".zu proklamieren. Denn gerade dadurch war auch die Frage, ob es denn noch überhaupt eine deutsche Kunst gebe, zu prüfen und zu beantworten.
Der Zusammenbrach und allgemeine Verfall Deutschlands war — wie wir wissen — nicht nur ein wirtschaftlicher oder politischer, sondern ein in vielleicht noch viel größerem Ausmaß kultureller gewesen. Dabei war auch dieser Vorgang nicht durch die Tatsache des verlorenen Krieges allein zu erklären. Solche Katastrophen haben Völker und Staaten sehr oft heimgesucht, und gerade sie sind dann nicht selten der Ansporn sür ihre Läuterung und damit innere Er
hebung gewesen. Jene Flut von Schlamm und Unrat, die aber das Jahr 1918 an die Oberfläche unseres Lebens gespien hatte, war nicht durch den Verlust des Krieges entstanden, sondern durch sie nur frei geworden. Ein an sich schon durch und durch verdorbener Körper erfuhr erst durch die Niederlage den ganzen Umfang seiner inneren Zersetzung. Nun, nach dem Zusammen- bruch der scheinbar noch in Ordnung befindlichen früheren gesellschaftlichen, staatlichen und kulturellen Formen, begann die darunter schon längst vorhanden gewesene Gemeinheit zu triumphieren, und das auf allen Gebieten unseres Lebens.
Freilich, der wirtschaftliche Verfall war.natur- gemäß am fühlbarsten, weil nur e r der großen Masse am eindringlichsten zum Bewußtsein kommen konnte. Ihm gegenüber wurde der politische Zusammenbruch von zahlreichen Deutschen entweder glatt abgestritten oder zumindest nicht anerkannt, während der kulturelle von der überwiegenden Mehrheit unseres Volkes weder gesehen noch verstanden wurde.
Es ist bemerkenswert, daß in dieser Zeit des allgemeinen Verfalls und Zusammenbruchs die Schlagworte und Phrasen in eben dem obengenannten Ausmaße steigend zu triumphieren begannen. Allein auch war es natürlich am schwersten, auf die Dauer gegen den allgemein
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(krs- H-Lokkwrnu.)
fühlbaren wirtschaftlichen Zusammenbruch mit dem Schwulst blasser Theorien anzukämpfen. Gewiß, es wurde auch dagegen unendlich viel geredet von modernen Errungenschaften sozialistischen oder kommunistischen Inhalts, von liberalen Wirtschaftsausfassungen, von den ewigen Gesetzen nationalökonomischer Tatsachen oder Bedingtheiten. Allein, die allgemeine Not, besonders das durch die Erwerbslosigkeit millionenfach bedingte Elend, waren damit nicht wegzubringen, noch waren dem davon Betroffenen die Folgen auszureden. Daher gelang es auch, den wirtschaftlichen Zusammenbruch der Nation viel schwerer durch Schlagwörter oder Phrasen zu verbergen als den politischen.
Hier vermochten es wenigstens eine gewisse Zeitlang die der November-Republik bei ihrer Geburt mit auf den Weg gegebenen demokratischen und marxistischen Redensarten sowie fortgesetzte Hinweise auf die verschiedenen Faktoren der internationalen Solidarität, auf die Wirksamkeit internationaler Institutionen usw. dem deutschen Volke das Verständnis für den beispiellosen politischen Zusammenbruch und Verfall zu trüben oder wenigstens seine Einsicht in das volle Ausmaß dieser Katastrophe zu behindern.
Dennoch war auch auf die Dauer — allerdings nur dank der nationalsozialistischen Aufklärung — das Schlagwort der Wucht der Tatsachen erlegen. Immer mehr Menschen erkannten, daß die durch die marxistisch-parlamentarische Demokratie und Zentrumswirtschaft erreichte und sich dauernd steigernde weltanschauliche und politische Zersplitterung zu einer allmählichen
fluslösung des einlieitlichen VolksgsMls
und damit der Volksgemeinschaft und infolgedessen zur Lähmung der inneren und äußeren Lebenskraft unseres Volkes führen mußte. Diese eintretenden .S ch w ä ch e n des deutschen Volkskörpers aber führten zu jener internationalen Rechtlosigkeit, die ihren außenpolitischen Lohn in der konstanten Verweigerung der deutschen Gleichberechtigung fand. Es ist nur dem Glauben an die Vergeßlichkeit der Menschen zuzuschreiben, wenn heute von selten ausländischer Politiker oder Diplomaten sehr oft der Eindruck zu erwecken versucht wird, als ob man ja sehr gerne bereit sein würde, einem demokratischen, sprich also: marxistisch-demokratisch-parlamentarisch regierten Deutschland weiß Gott was für Lebensvorteile auf dieser Welt schenken oder wenigstens gewähren zu wollen. Nun, diese parlamentarisch-demokratische, dem Ausland abgesehene und nachkopierte Regierungsform hat es vor wenigen Jahren nicht im geringsten verhindert, gerade dieses damalige Deutschland zu unterdrücken, zu erpressen und auszuplündern so lange und soweit es von unserem Volk etwas zu erpressen gab.
Nein: So sehr sich auch aus verständlichen Gründen unsere inneren und äußeren Gegner bemühten, die deutsche Ohnmacht mit einem förmlichen Dunst international üblicher Phrasen zu umschleiern, so sehr hat doch die Härte der Tatsache» geholfen, das deutsche Volk zu erziehen und ihm die Augen zu öffnen über das Ausmaß seines Zusammenbruchcs und Versalls, dem es unter den Auspizien seiner westlich orientierten demokratischen Völkcrbundsideologen erlitten hatte.
Viel erfolgreicher und vor allem anhaltender war demgegenüber die durch Schlagworte und Phrasen erreichte Verwirrung der Ansichten über das Wesen der Kultur im allgemeinen und des deutschen Kulturlebens und Kulturverfalls im besonderen. Zunächst ist 1. der Kreis derer, die sicki bewußt mit kulturellen Dingen befassen, natürlich nicht annähernd so groß wie die Zahl jener, die si „mit wirtschaftlichen Ausgaben beschäftigen mllpen,' 2. hatte sich auf diesem Gebiet mehr wie auf jedem anderen das Judentum jener Mittel und Einrichtungen bemächtigt, die die öffentliche Meinung formen und diese damit letzten Endes regieren. Das Judentum verstand es besonders unter Ausnutzung seiner Stellung in der Presse, mit Hilfe der sogenannten Kunstkritik nicht nur die natürlichen Auffassungen über das Wesen und die Aufgaben der Kunst sowie deren Zweck allmählich zu verwirren, sondern überhaupt das allgemeine gesunde Empfinden auf diesem Gebiete zu zerstören. An Stelle des normalen Menschenverstandes und Instinktes traten bestimmte Schlagworte, die dank ihrer dauernden Wiederholung langsam doch einen großen Teil der sich mit Kunstdingen beschäftigenden oder die Kunstausgaben beurteilenden Menschen entweder unsicher machten oder zumindest so einschüchterten daß es diese dann nicht mehr wagten, gegen den dauernden Strom solcher Phrasenflüche ernstlich und offen anzukämpfen. (Fortsetzung auf S. 2)
Schöpferisches Vorbild
Der Führer hat die große deutsche Kunstausstellung eröffnet und das Haus der Deutschen Kunst seiner Bestimmung übergeben. Als seinerzeit der alte Münchener Glaspalast durch Brand zerstört und mit ihm eine Reihe wertvoller Bilder aus der Blütezeit der deutschen Romantik vernichtet wurde, war nicht nur ein unersetzlicher Verlust an bestem deutschen Kulturgut zu beklagen, sondern es trat auch eine fühlbare Lücke im Ausstellungswesens Münchens ein. Schon damals beschäftigten sich der Führer und sein künstlerischer Freund Professor Troost mit der Neuschöpfung eines Hauses der Kunst, der er nach seinem politischen Siege ein würdiges Heim zu errichten gedachte. Zwei Jahre später, kurz nach der Machtergreifung der nationalsozialistischen Bewegung, waren die Pläne und Entwürfe zur Errichtung des Hauses der Deutschen Kunst spruchreif geworden, und am 15. Oktober 1933 legte der Führer den Grundstein. Hier sollte nicht nur ein Ersatz für den zerstörten alten Glaspalast geboten, sondern ein Haus erbaut werden, das der deutschen Kunst eine Weihe- stätte schenkte, die in ihrer architektonischen Gestaltung dem Wandel im deutschen Kultur- und Lebenswerk gleichnishaft Ausdruck gibt.
Nun steht das Haus der Deutschen Kunst vollendet da. Ein gewaltiger Bau von ISO Meter Länge, in dem sich die schmucklose Klarheit eines wahrhaft traditionsgebundenen Stils mit der gediegensten Werkmanns- arbeit, dem edelsten Baustein und den modernsten ausstellungstechnischen Errungenschaften zu einem geschlossenen Ganzen vereinigt. Um die großartig angelegte Ehren- halle gruppieren sich die eigentlichen, zehn Meter hohen Ausstellungsräume, die von Deckenfenstern her ein gleichmäßiges, weiches ulld gedämpftes Licht erhalten. Jedes einzelne Kunstwerk bekommt so einen günstigen Platz, und eine Ermüdung des Beschauers, wie sie sonst durch das Vielerlei einer oftmals durch Blendlichter gestörten Verteilung der Bildwerke verursacht wird, ist ausgeschlossen. Ruhe und Vornehmheit strahlen diese Räume aus, so daß der Besucher ruhig und aus innerlicher Besinnung heraus bereit ist, sich hinzugeben und in sich aufzunebmen.
Dem Geist des Hauses entspricht auch die Auswahl der jetzt erstmalig gezeigten Werke. An alle deutschen Künstler des In- und Aus- landes erging der Ruf, sich an dieser ersten großen deutschen Kunstausstellung zu beteiligen. 25 000 Werke wurden angemeldet, und 15 000 sind tatsächlich eingegangen. Eine Jury. die das Vertrauen des Führers besaß, traf die Auswahl, und nahezu 900 Bildwerke stellen sich jetzt dem Beschauer dar. Die Gesichtspunkte, nach denen die Auswahl getroffen wurde, entsprechen dem national- sozialistischen deutschen Kunstempfinden. Klarheit, Schönheit und ausgeprägte Kunst, das waren die Forderungen. Die Erbschaft des Kunstchaos der letzten Jahrzehnte zu überwinden und einem artgerechten Empfinden den Weg zu weisen, damit das Volk wieder die Kunst herangeführt und der Künstler erneut seinem Volk verbunden wird, das sind die Anhaltspunkte, nach denen nicht nur in diesem ersten Falle, sondern auch für spätere Zeiten geurteilt werden soll.
Es ist selbstverständlich, daß diese erste große deutsche Kunstschau nur einen Anfang bilden kann. Die Verwirrung von gestern kann erst allmählich überwunden, eine neue Linie der Klarheit und Ruhe der echten Kunstgewißheit und schöpferischen Werkgestaltung aus dem geistigen Wollen unserer Zeit kann erst nach und nach oeschritten und ausgebaut werden. Wir haben die erste Etappe der deutschen Kulturrevolution zurückgelegt, und man kann schon heute an den in dieser Ausstellung gezeigten Werken erkennen, daß der Wille Tat wurde. Der Aufschwung zur Monumentalität in die Plastik hat in den Werken Thoraks-München in den Arbeiterköpfen von Fritz Kölle-München, und nicht zuletzt in den prachtvollen, sieghaften jungen Streitern von Georg Kolbe-Berlin eine überzeugende Begründung erfahren. Eine in sich ruhende und wahrhaft erfüllte Ausdruckskunst spricht aus den Porträtbllsten von Marieluise Wilckens-München und des „Perugina" der Dagma Gräfin zu Dohna-Berlin, um nur einige Beispiele zu nennen, zu denen sich viele andere gesellen.
In der Malerei setzt sich ein echtes Naturempfinden durch, das sich be-