Ausgabe 
(13.3.1938) Nr. 71
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parteiamtliche Lageszeitung

Nachrichtsnblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

der NaüonalsoziaK,ren Vremens

slmtsblan des Senats der Freien Hansestadt vremen

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Nr. ?1 / S. Jahrgang

Sonntag, 15. März 1S5S

kinzelpreis 15 Nps.

Iriumphfahtt des Meers durch österreich

Unsere Iruppen überall mit Vlumen und brausendem Jubel empfangen Wien in krwartung des sichrere

Proklamation des Whrers / Ankündigung einer wirklichen Volksabstimmung / Stunden seligster srende und krgrifsenkeit im gesamtdeutschen Volke / fldols Sitler in seiner Seimat öraunau / Anspräche in Lin; / Vie im Vertrag von St.Sermain sestgelegte Unabhängigkeit österreichs von Segß-Inquart für unwirksam erklärt / Vas kcho in der Weltpresse

Der Bitte des Bundeskanzlers Sehß-Zn- quart, zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung und zur Vermeidung von Blutver­gießen deutsche Truppen nach Oesterreich zu entsenden, hat -er Führer gestern noch am frühen Morgen entsprochen. Die Truppen der deutschen Wehrmacht aus allen deutschen Gauen, Panzertruppen, Infanterie-Divisionen und U-Verbände, begleitet von der deutschen Luftwaffe, marschierten unter großer Be­geisterung -er Bevölkerung in das öster­reichische Gebiet ein, wo freudiges Hande- schütteln die Menschen vereinte, die jahrelang durch eine unsinnige Politik getrennt gehalten waren. Inzwischen hatte der Führer die Neichshauptstadt verlassen, wo er den Ge- neralfeldmarschall Göring mit seiner Vertre­tung beauftragt hat. In München von un­geheurem Jubel empfangen, verließ er die Hauptstadt der Bewegung um die Mittagszeit und traf um 15.50 Llhr in Braunau, seiner Heimatstadt, ein. Von hier aus ging die Fahrt

nach Linz, wo er ebenso wie in Braunau einen unbeschreiblichen Empfang durch die Bevölke­rung erlebte. Die in den Mittagsstunden von Dr. Goebbels verlesene Proklamation -es Führers hatte inzwischen nicht Mein das reichsdeütsche Volk, sondern auch das deutsche Volk in Oesterreich über die Bereitschaft des Führers unterrichtet, Oesterreichs Netter und Befreier aus einem Kampf zu sein, dessen Be­deutung Neichsführer U Himmler in einer An­sprache in Linz richtig würdigte. Auf die Be­grüßungsansprache Seyß-Jnquarts in Linz, die ein eindeutiges Bekenntnis zu Deutschland war und gleichzeitig die Unwirksamkeit des Art. 88 des Diktates von St. Germain aus- sprach der die Unabhängigkeit Oesterreichs für unabänderlich erklärte erwiderte der Führer mit ergreifenden Worten. Wien steht in Erwartung des Besuches Adolf Hitlers am heutigen Tage. Als erste Truppe des deutschen Heeres ist heute eine Panzer-Division in Wien eingerückt.

Mit pbolf kitier nach österreich

Braunau am 2nn, 13. März.

Ein Sonderberichterstatter der nationalsozia­listischen Partcikorrespondenz hatte Gelegenheit, an der denkwürdigen Fahrt des Führers nach Oesterreich teilzunehmen. Wir stellen unseren Lesern nachsolgcnd einen Bericht über diese Fahrt zur Versügung.

Es ist 8 Uhr morgens. Das erste Leben flutet durch die Straßen Berlins. Aus dem Hof der Reichskanzlei biegt die Wagenkolonne des Füh­rers, die in rascher Fahrt unter den Heilrusem oller, die den Führer erkennen, die Richtung zum Flughafen einschlägt. Draußen auf dem Rollfeld steht ein ganzes Flugzeuggeschwader: die Maschine des Führers und wettere acht dreimotorige Jun- kers-Maschinen. Dazu kleine Jagdeinsitzer der Jagdstaffel Richthofen. Sie werden unseren Flug nach München begleiten. Um 8.25 Uhr startet die Maschine des Führers, die.auderen Maschinen fol­gen sofort. In einem weitauseinandergezogenen peld nehmen sie Kurs nach Süden. Die erste Etappe unserer Fahrt hat begonnen. Äm schnellen Flug geht es südwärts. Noch sind kaum eineinhalb Stunden vergangen, da überqueren wir die Donau.

Vie Hauptstadt der vemegung grüßt den süHrer

In wenigen Minuten tauchen die Frauen- turme unter uns auf: Oberwiesenfeld.

Eine große Wagenkolonne erwartet uns. Der Führer will nicht über Oesterreich Hinwegfliegen. Er will mitten unter das österreichische Volk treten, das ihn seit vielen Jahren sehnsüchtig erwartet. DieJmmelmann" setzt auf das Flug- Md auf. die Führerstandarte steigt über ihren <>ug hoch. Rufende, jubelnde Stimmen von Volks­genossen, die unsagbar glücklich sind, daß der Zu- WU sie Zeuge sein lägt, grüßen hinter den «chranken des Flugfeldes Adolf Hitler, wahrend °r aus der Maschine tritt und den Gruß des -madttronsgaues, der Hauptstadt der Bewegung ^ Wehrkreises entgegennimmt. Maschine

W Maschine senkt sich, rollt aus, das Lied der Fiugnwtoren, mit dem die historische Reise des uuhrers begann verstummt. Ruhig, im Gespräch M" Gauleiter Wagner, schreitet der Führer über das Rollfeld und tritt in die Flughalle.

Wir kennen die Route, wir kennen das Ziel. Unser Auftrag heißt jetzt: in die Kolonne des Führers auf der Fahrt nach Oesterreich ein­schalten!

Vorbei an den Kolonnen der Wehrmacht

Erinnerungen wollen wach werden: das Er­lebnis der Marschstraßen der Kampfzeit steigt auf. Und mit den Soldaten, die uns umgeben, fliegen die Gedanken zu dem Märztage vor zwei Jahren, als wir westwärts jagten, um dabei zu sein, als des Führers Wehrmacht dem Rheinland wieder Waffen, Heere und stählerne Panzer der Kraft gab. Geschichtliche Stunde - wert, sich ihrer in einer noch größeren Stunde deutschen Schick­sals bewußt zu werden. Die Häuser von An- zing gleiten vorbei. Eine Staffel Jagdflieger braust über den Himmel. Ordonnanzen, Melder der Wehrmacht jagen vorüber, über den Lenk­stangen und in den Beiwagen verstaut, ver­schmierte und verdreckte Gesichter. In den ent­schlossenen Zügen unter den Stahlhelmen aber steht ein Strahlen des Stolzes.

Ein kleiner Ort: Hohenlinden. Hier

erwarten wir die Wagen des Führers. Aus den Kurven stoßen die Wagen vor. Die Standarte des Führers! Unser Wagen schließt sich der Ko­lonne an. Durch die Ortschaft Haag. Durch win­zige Straßen kleinerer Ortschaften. Fahnen. Wortskizzen:Das war doch ..."Der Führer! Der Führer!" Mühldorf am Inn. Die Schlange der Wagen kurvt sich die Höhe hinan und stoßt in die Senke hinab. Wenn sich die Kur­ven weiten und die Steigungen sich Hochrecken, sehen wir die Spitze des Zuges, den ersten Wagen:

^Das^ganze Empfinden des Augenblicks reißt dann in uns doch. Hinter dem Führer nach Oester­reich! Mit Sldols Hitler, dem Führer aller Deutschen in deutsches Land zu deutsche» Men­schen. die warten, seit Jahren kämpfen, glauben und warten.

Hinein in die Stadt, die erfüllt ist von unsag­barer Freude. Am Marktplatz biegt die Wagen- ! schlänge ab. Hält dann vor dem Schulhaus. Der Fiihrer steigt aus. Seine Begleiter rolgen ihm in die Räume. Die Bänke in den Cchulzimmern sind zur Seite geräumt. Durch Kabel, die über den weiten Borplatz gelegt sind. und in das Schulhaus münden, laufen die Gespräche. Ernste Besprechungen für die einen, Atemholen fift die

anderen. Zwei Stunden weilen wir im Jubel von ganz Mühldorf.

Alles drängt sich auf dem Marktplatz, und die Fahnen des ewigen Sieges des deutschen Volkes wehen über dieser Stunde der Rast.

Vie wagen werden gewechselt

Der Führer und seine Begleitung besteigen jetzt die hohen, grauen, dreiachsigen Wagen. Die schick- salsvollste Etappe der Fahrt hebt an. Im Auf­brausen der Motoren: Nach Braunau! Von dort kam die Wende des deutschen Schicksals, dort wurde mit dem Führer die Einigkeit, Gemeinschaft und die Krast des neuen Deutschlands, des Dritten Reiches geboren! Dort wird nun das Schicksal von Oesterreich sich wenden, wenn die alte Brücke, die sich über den Inn spannt, den Führer auf­nimmt. Braunau. nach Braunau! Begriff für die Geschichte des Nationalsozialismus.

Eiskalt fegt der Wind in die Kolonne der 15 Wagen. Aber das Herz glüht und das Blut kocht. Die nächsten Ortschaften sind erfüllt von Soldaten. Wagen neben Wagen am Wegrand. Nicht Soldaten der Eroberung, sondern der Be­freiung, nicht Regimenter des Krieges, son­dern des Friedens. Hinter Mühldorf über­queren wir den Inn.

Wer hat jetzt Sinn für die Landschaft? Wir sehen die strahlenden Augen der Kinder, das Winken der harten Vauernhände. Aber stärker ist das Gefühl, daß in diesen Kolonnen die deutsche Freiheit fährt, die deutsche Frei­heit, Einigkeit und Krast, in Gestalt des Füh­rers. Altötting, Neutötting, Fahnen, Menschen, Fahnen! Dann durch Stamham, Als die Staubwolke verfliegt, lesen wir auf gelber Wegtafel: Noch 11 Kilometer. Schotter hämmert gegen die Kotflügel. Kiesel peitschen. Kilometer vor der deutschen Grenzstadt Sim- bach hat das Spalier keine Lücken mebr. Ein letztes Schild: 1 Kilometer bis Oester- r e i ch.

Die Jnnbrücke taucht auf. Dort drüben liegt nun Braunau. 15.58 Uhr. Jetzt werden unsterb­liche Worte in das Buch der ewigen deutsche» Geschichte geschrieben. Betriebssirencn heulen, Kirchenglocken läuten. Musik schallt auf, wird überbraust von dem Jubel der Zehntausendc.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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OesteiLsick und Osutseklsnd sind eins

ll. L. v. Bremen, 13. März.

Oesterreich erstrahlt lm leuchtenden Mor­genrot deutscher Freiheit. Verschwunden ist aus Wien und den übrigen Bundesländern der finstere Spuk klerikaler Unduldsamkeit, jüdischer Frechheit und imperialistischer Eng­herzigkeit. Ausgelöscht, wie vom Boden weg­gefegt, ist die sogenannte Vaterländische Front.

Sie hatte sich angemaßt, vor der Welt als die Volksbewegung Oesterreichs aufzu­treten, während sie was gerade in diesen schicksalsschweren Stunden sich offenbarte doch nichts anderes/war als ein Popanz von machtlüsternen undeutschen Menschen in Oesterreich. Geschaffen, uin damit die deut­schen Menschen Oesterreichs zu schrecken, zu beherrschen und zu unterdrücken, ist sie sang- unü klanglos untergegangen. An ihre Stelle ist ganz wie von selbst und tatsächlich über Nacht ohne jegliches Blutvergießen nun die einzig wahre deutsche Bewegung Oester­reichs, die nationalsozialistische ge­treten, deren Sehnsucht sich in wunderbarer Weise erfüllt hat und deren Ziele, soweit sie außenpolitischer Art sind, erreicht" wurden.

Oesterreich und Deutschland sind eins ge­worden. Und allen deutschen Menschen inner­halb des großen gemeinschaftlichen Vater­landes schlägt in diesen Stunden hoch das Herz vor Freude und Stolz über den Sieg des gemeinsamen großen hehren deutschen Gedankens. Allenthalben im gemeinsamen Vaterlande flattern die Fahnen der deut­schen Beweguna über den Straßen und ihre herrlich leuchtenden Farben künden nun auch für Oesterreich den Anbruch einer neuen Zeit. Es ist ein unendlich erhebendes" Gefühl, sich vorzustellen, wie wiederum reichsdeütsche

und österreichische Soldaten gemeinsam ne­beneinander von einem einzigen großen starken deutschen Willen geleitet unter unermeßlichem Jubel der Bevölkerung, von Blumen überschüttet, durch das österreichische

Unser lagesspiegei

Das ekelerregende Schauspiel des Moskauer Vlutprozesses wurde mit denSchlußworten" der Angeklagten fortgesetzt.

Der Bitte des österreichischen Bundeskanzlers entsprechend, entsandte der Führer deutsche Truppen nach Oesterreich und hat sich selber dorthin begeben. Wien steht ?n Erwartung seiner Ankunft.

Für die Zeit seiner Abwesenheit von Berlin hat der Führer Hermann Göring mit seiner Vertretung beauftragt.

Auch Bremen uinjubeltc den Sieg des Natio­nalsozialismus in Oesterreich.

Kreisleiter Blanke besuchte die Politischen Leiter im Landschulheim bei Etclsen.

Die Bremer Lagerhaus-Gesellschaft nimmt eine erhöhte Dividendenausschüttung für 1837 vor.

Die Hansa-Linie wird einen neue» Dienst nach Massaua einrichten.

Mit Hilfe sreigewordener stiller Reserven kann die Norddeutsche Kreditbank ihre Ee- samtreserven erhöhen.

Bei den schweizerischen Skimeisterschasten liegen die deutschen Teilnehmer an der Spitze.

Schmitz und Netteshe-m errangen die Titel bei den Ringermeisterkchaften in München.

In Newtzork schlug Max Vaer den britischen Meister Tommy Farr nach Punkten.