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Nr. 79 / 9. Jahrgang
Sonnabend, 12. Mär; 1SZ9
klnzelpreis 15 Npf.
Sie Stimme des deutschen Mutes in österreich hat sieghaft gesprochen
Schuschniggo seines kiinkespiel erledigte sich selbst / Nach schworen inneren Unrasten in iisterreich der vundeskanzler zurückgetreten Segß-Inquart Lbernastm unter villigung des vundeoprüsidenten Miklas die Negierung / dringende Sitte an den sichrer um Entsendung deutscher lruppen zur Verstinderung von Vlutvergießen
Im Laufe des Freitag wuchs in ganz Oesterreich die Empörung der Bevölkerung über die willkürlich vom Bundeskanzler Dr. Schuschnigg festgesetzte Volksabstimmung. Nur der kommunistische Mob witterte Morgenluft. Er bewaffnete sich und ließ sich zu unglaublichen Provokationen des deutschen Volkes hinreißen, indem er an verschiedenen Orten Reichsdeutsche in brutalster Weise mißhandelte und österreichische Nationalsozialisten überfiel. Zm ganzen Lande wurden die Protestkundgebungen der Bevölkerung gegen die Volksabstimmung durch Militär und Gendarmen niedergehalten. In den späten Nachmittagsstunden wurde amtlich mitgeteilt, -aß Schuschnigg nach Berichterstattung beim Bundespräsidenten sich entschlossen habe, die für Sonntag angesetzte Volksbefragung zu verschieben. Im Laufe des Abends trat die Negierung Schuschnigg zurück, und der Innen- und Sicherheitsminister Seyß-Jnquart übernahm die gesamte Negierungsgewalt in Oesterreich. Am späten Abend verkündete Radio Wien, daß Bundespräsident Miklas unter dem Druck der innerpolitischen Lage dem Bundesminister Seyß-Jnquart zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung mit der Führung des Bundeskanzleramtes betraut habe.
VN8 Berlin, 12. März.
Nach dem Rücktritt Schuschniggs sandte Minister Seyß-Jnquart dem Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm: „Die
provisorische österreichische Regierung, die nach der Demission -er Negierung Schuschnigg ihre Aufgabe darin sieht, die Ruhe und Ordnung in Oesterreich wiederherzustellen, richtet an die deutsche Negierung die dringende Bitte, sie in ihrer Aufgabe zu unterstützen und ihr zu helfen, Blutvergießen zu verhindern. Zu diesem Zweck bittet sie die deutsche Negierung um baldmöglichste Entsendung deutscher Truppen.
Seyß-Jnquart."
Sie Wahrheit über die kntwicklung in österreich
ONL W i e n, 12. März.
Der frühere österreichische Bundeskanzler Schuschnigg hielt Donnerstag abend, 19.56 Uhr, im Wiener Sender eine Ansprache, in der er eine Reihe von unwahren Behauptungen aufstellte.
Herr Schuschnigg behauptete u. a., daß die deutsche Reichsregierung vom österreichischen Bundespräsidenten in einem befristeten Ultimatum die Bildung einer neuen Bundesregierung verlangt hätte. Diese Behauptung Schuschniggs ist unwahr. Nicht die Neichsregierung stellte ihm ein solches Ultimatum, sondern österreichische Stellen und österreichische Minister waren es, die sich angesichts der sich immer mehr zuspitzenden Lage in Oesterreich und der auf eine Katastrophe zusteuernden Politik des Bundeskanzlers Schuschnigg dem Bundespräsidenten derartige Forderungen unterbreiteten.
Herr Schuschnigg behauptete weiter, die deutsche Neichsregierung habe vom Bundespräsidenten in ultimativer Form verlangt, „die Negierung nach den Vorschlägen der deutschen Neichsregierung zu wählen". Auch das entspricht nicht den Tatsachen, vielmehr haben österreichische Negierungskreise in voller Erkenntnis der Lage in Sesterreich/dem Bundespräsidenten solche Forderungen gestellt.
Drittens hat der gewesene österreichische Bundeskanzler behauptet, daß es erfunden sei, wenn erklärt würde, in Oesterreich seien Unruhen ausgebrochen und die Regierung sei nicht Herr der Lage. Hunderte von Berichten, die in
aller Welt aus Oesterreich vorliegen, beweisen, daß bereits unzähligeZusammenstöße erfolgt waren, daß an zahlreichen Orten marxistische Unruhen stattgefunden hatten. Kommunistische Haufen zum Beispiel sich in Wiener Neustadt bewaffneten und eine Anzahl von Ueb erfüllen sich ereignet hatten, als Schuschnigg diese unwahren Behauptungen verlas.
Einige Zeit danach ergriff der Innen- und Sicherheitsminister Seyß-Jnquart im Wiener Rundfunk das Wort und erklärte:
„Männer und Frauen in Oesterreich! Deutsche Volksgenossen! Im Hinblick auf die Ereignisse des heutigen Tages und unter besonderer Berücksichtigung der Ereignisse, denen wir jetzt entgegensehen, stelle ich fest, daß ich mich als Innen- und Sicherheitsminister nach wie vor im Amt befinde und mich verantwortlich fühle für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in diesem Land. Ich fordere alle auf, diese Ruhe und Ordnung zu bewahren. Es gilt, die nächsten Stunden und Tage in einer besonderen Disziplin durchzustehen. Wenn heute Kundgebungen kommen sollen, dürfen sie nie den Charakter explosiver Demonstrationen annehmen. Insbesondere fordere ich die Srduungs- und Sicherheitsformationen der Nationalsozialisten auf, dafür zu sorgen, daß überall Ruhe und Ordnung bewahrt wird und in diesem Sinne auf die eigenen Gesinnungsgenossen einzuwirken. Ich rechne damit, daß sie die Aufgabe der Exekutive restlos unterstützen und der Exekutive zur Verfügung stehen werden. Ich erinnere insbesondere auch daran, daß irgendein Widerstand gegen das allfällig einrückende deutsche Heer unter keinen Umständen inFragekommt, auch nicht seitens der Exekutive, sondern die wichtigste Pflicht die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in diesem Lande ist. Harret aus, tretet alle zusammen und helft, daß wir einer glücklichen Zukunft entgegengehen."
Die Rede Seyß-Jnquarts wurde im Miene Rundfunk abends mehrmals wiederholt.
Aus Wien verlautet weiter dazu, daß nack Rücktritt der Regierung Schuschnigg Minister Seyß-Jnquart als allein noch im Amt befindlicher Bundesminister die gesamte Negierungs- gSwalt in Oesterreich ausübt.
Qsseksiterisr Verrst sm Usutseken Sscisnksn
s. ü>. v. Bremen, 12. März.
Er hatte gedacht, es wunder wie schlau zu machen, der österreichische Bundeskanzler von Gnaden klerikaler Imperialisten und Marxisten, als er das Berchtesgadener Abkommen zu sabotieren versuchte und zu einer Wahlkomödie schreiten wollte, wie sie selbst in dieser Zeit demokratischer Wahlkomödien nicht ihresgleichen hatte. Er hatte gedacht, daß es ein leichtes sei, sein dem Führer gegebenes Wort zu brechen und die um ihr Deutschtum ringenden Oesterreicher zu Paaren zu treiben, wenn sie aufbäumen wollten gegen den Wortbruch an dem Führer. Aber er hat es sehr, sehr dumm gemacht, auch von seinem Standpunkt aus, der Herr Schuschnigg, als er die Dinge überspitzte und dem deutschen Volke Oesterreichs zumutete, zu Wahlen zu gehen, wo man nur Ja zu einer vorgeschriebenen Parole sagen durfte, die den Marxisten auf den Leib geschrieben war.
Er hat es sehr dumm angefangen, der gewesene Bundeskanzler, als er der Welt weismachen wollte, daß die von ihm ausgeheckte Wahlkomödie demokratischen Grundsätzen entspräche, wo doch jedes Kind an den zu dieser Wahlkomödie erlassenen Durchführungsbestimmungen erkennen mußte, daß nichts als die Absicht zu schwindeln und zu betrügen dahinterstand.
Keine Wahllisten, also die Möglichkeit für jeden, dem es so paßte, seine Stimme doppelt, dreifach, ja, dutzendsach abzugeben; keine wirkliche Möglichkeit „nein" zu sagen und im übrigen eine Fragestellung, die so gut wie nichts besagend dennoch ermöglichte, aus dem Wahlausfall ein Vertrauensvotum zu Schuschniggs Regierungskünsten zu machen; so waren die Durchführungsbestimmungen zu den Wahlen von Schuschnigg erdacht.
Lügen haben kurze Beine und mit Wort- bruch und Schwindel kommt man in der Welt nicht weit und erst recht nicht vor einem Volke, das deutsch fühlt und deutsch denkt. Es hat sich aufgebäumt das deutsche Volk in Oesterreich und als Herr Schuschnigg einen ganzen Jahrgang mobilisieren ließ, um die Stimmen des deutschen Blutes zu ersticken,
Stapellaus des Meilen KSs.-Schisses verschoben
Berlin, 12. März.
Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, findet der Stapellauf des zweiten KdF.- Schiffes am heutigen Sonnabend nicht statt. Der genaue Zeitpunkt des Stapellaufes und die Benachrichtigung über den endgültigen Termin werden rechtzeitig mitgeteilt. Der Führer wird zum Stapellauf anwesend sein.
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-Vukualims: Prssss-Lokkwuun.
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Kam es zu Zusammenstößen und Unruhen, die Schuschniggs Sache noch schlimmer statt besser machten.
Wenn Herr Schuschnigg behauptet, daß die deutsche Reichsregierung von ihm in einem befristeten Ultimatum die Bildung einer neuen Bundesregierung verlangt habe, so ist diese Behauptung ebenso unwahr und verlogen, wie Schuschniggs ganze Haltung seit seiner Unterredung mit dem Führer. Nachdem Herr Schuschnigg, um die von ihm verschuldete Lage zu retten, mit dem Gedanken des Ausnahmezustandes gespielt hatte, nachdem ein grenzenloses Durcheinander durch Schuschniggs Wahlkomödie in Oesterreich entstanden war und die Deutschempfindenden in Oesterreich unter dem marxistischen Schutzbund, den Schuschnigg zu Hilfe gerufen hatte. Ungeheures zu erdulden und zu erleiden hatten, war es ganz selbst- verständlich, daß sich die Besten des deutschen Volkes in Oesterreich in ihrer Verzweiflung um Hilfe an das Reich wandten, um so der auf eine Katastrophe sich zuspitzenden Politik des Bundeskanzlers Schuschniggs Einhalt zu tun.
Feige und verantwortungslos trat Schuschnigg zurück, als er das Unglück angerichtet hatte und seinem wenig vertrauenswürdigen Versprechen, die Volksbefragung zu verschieben, kein Mensch mehr Glauben schenken konnte. Es ist vollauf begreiflich, daß Seyß-Jnquart, der die österreichische Regierung provisorisch weiterführt, nun selbst im vollen Bewußtsein seiner Verantwortung vor dem Volk und vor der Geschichte den Führer um baldmöglichste Entsendung deutscher Truppen bat, damit die Ruhe und Ordnung in Oesterreich wiederhergestellt werden kann, ohne daß Ströme deutschen Blutes vergossen werden müssen.
So ist die Lage zur Stunde und vom weltpolitischen Gesichtspunkt aus gesehen. Schuschniggs Verantwortung vor der Geschichte. Aber sein schweres Verbrechen an seinem Volke liegt darin, daß er das Berchtesgadener Abkommen in brutaler Welse gebrochen hat. Vor der ganzen Welt gebrandmarkt, steht dieser Katastrophenpoli- tiker da. In Berchtesgaden hatte er versprochen, bei allen Fragen, die das auf die initiative des Führers hin begonnene Be- sriedungswerk in Oesterreich in Frage stellen konnten, sich mit der deutschen Regie- rung vertrauensvoll zu verständigen und mit dieser zusammenzuarbeiten. Während der Führer in loyalster Weise und mit wahrhaft bewundernswerter Langmut das Abkommen mit Oesterreich hielt — so wie er auch das Juli-Abkommen gehalten hat — sann Schuschnigg Tag und Nacht darauf, wie er es brechen könnte.
Das hat er auch getan, als er seine Volksabstimmung inszenierte. Eia war nach Lage der Dinge nur als elende Wahlkomö- die gedacht. Wir wiesen bereits darauf hin welch reichhaltige Gelegenheit zum Mißbrauch und zu ungeheuerlichen Wahlfälschungen die Schuschniggschen Durchfllhrungsbe-
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In Oesterreich hat nach dem Rücktritt der Regierung Schuschnigg Serch-Fnguart das Bundeskanzleramt übernommen.
Gegen 18 Angeklagte des Moskauer Blut- prozesscs wurde die Todesstrafe beantragt. Der Vormarsch der nationalspanischen Truppen an der Aragon-Front dauert an.
Im Rathaus sand der traditionelle Empfang des Konsularkorps durch den Regierenden Bürgermeister statt.
Der Roland wird infolge seiner restlosen Brüchigreit abgebrochen und von Grund aus neu errichtet.
In der Hauptversammlung der Reichsbank sprach Dr. Schacht über deren Kredit- und Währungspolitik.
Die Kriegsmarine besiegte Bremen im Mannschaftsringen knapp 1:8.
In München begannen die Deutschen Rinaer- meisterschaften.
Die grohzügige Stadtbauplanung in Vegesack liegt nunmehr in ihren Einzelheiten fest.