Ausgabe 
(8.3.1938) Nr. 66
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Bremen

flmtsdlatt des Senats der Freien Hansestadt Bremen

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Nr. es / s. Jahrgang

Menstag, 8. März 1S58

kinzelpreis 15 Npf.

die presse diene dem Frieden!

NeichspressechefNr. Meirich sprach vor Diplomaten und Schriftleitern des In- und fluslandes über die weltpolitische Sendung der presse

Berlin, 8. März.

Am Montag sprach aus einem Empsangsabend für die ausländische Diplomatie und Presse auf Einladung des Reichsleiters Rosenberg im Hotel Adlon Reichs- presseches Dr. Dietrich über „Die nationalsozialistische Pressepolitik". Der Reichspresseches richtete vor einer hervorragenden in- und ausländischen Zuhörer­schaft unter Hinweis aus die große Reichstagsrede des Führers einen eindring­lichen Appell an alle maßgeblichen Instanzen der Weltpolitik zum Kamps gegen die Lüge und sür die Wahrheit in der Presse. Dr. Dietrich benutzte ferner diesen Anlaß, um zum ersten Male nach seinem Amtsantritt als Pressechef der Reichs­regierung ein eindrucksvolles Bild von dem Wesen und Ziel der nationalsoziali­stischen Pressepolitik im Innern und nach außen zu zeichnen.

Die politischen und diplomatischen Kreise der Reichshauptstadt waren der Einladung in über­aus großer Zahl gefolgt und bekundeten dadurch ihr starkes Interesse an dem Problem der Pressepolitik, das heute mehr denn je eine aus­schlaggebende Rolle in den zwischenstaatlichen Be­ziehungen spielt. In der großen Zahl der aus­ländischen Gäste des Abends sah man den türkischen Botschafter Arpag und den polnischen Botschafter Lipski, den italienischen Bot­schaftsrat Graf Magistrati, die Gesandten von Norwegen, Dänemark, Litauen, Tschechoslo­wakei, der Schweiz, Oesterreich, Griechenland, Union von Südafrika, des Irak, Lettland, Afgha­nistan, Ungarn, Belgien, Estland, Bolivien, Schweden, Bulgarien, Guatemala.

Von deutscher Seite waren u. a, zugegen Reichsminister Dr. Ohnesorge, die Staats­sekretäre vonMackensenundBrrnkmann, Korpsführer Generalleutnant Eh r i sti a n s e n, der Chef des Protokolls Gesandter von Bu- low-Schwante, der Reichskriegsopferfuhrer Oberlindober, Ministerialrat Berndt vom Reichspropagandaministerium, Stabsleiter Sündermann, der Leiter des Reichsverban­des der deutschen Presse, SA.-Obergruppenfuhrer Weiß sowie zahlreiche weitere Vertreter aller Dienststellen von Staat und Partei, insbesondere die Leiter der Pressestellen der Reichsministerien und Parteigliederungen und andere führende Persönlichkeiten des deutschen Journalismus. Ganz besonders zahlreich waren aber auch die ausländi chen Pressevertreter erschienen. Man sah in ihrem Kreise den Vorsitzenden des Vereins der ausländischen Presse zu Berlin, Dr. Boiano sowie den Vorsitzenden des Verbandes auslän­discher Pressevertreter zu Berlin, Dr. KuzieIa.

Neichsleiler Nosenberg

begrüßte die Gäste mit herzlichen Worten und' dankte ihnen für das große Interesse, das sie dem Thema des Abends entgegenbrachten. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß das Thema des Vor- träges sowcchl aktuell als auch ernst genug sei, daß sich die Verantwortlichen mit diesem alle berüh­renden Problem beschäftigen müßten. Relchsletter Rosenberg dankte insbesondere dein Reichspresse­chef dafür, daß er zum ersten Male in seiner Eigenschaft als Pressechef der Reichsregiernna ge­rade vor diesem Kreise der Diplomatie und Aus­landspresse spreche.

Darauf nahm der

Neichspressechef Br. Meirich das Wort zu seinem Vortrag — Er führte folgen­des aus:

Zu den großen politischen Problemen, die die Völker bewegen, ist in den letzten Jahrzehnten ein neues hinzugekommen. Gewiß, die Fragen der Presse gehören seit langem zu den interessantesten des sozialen Lebens überhaupt und zu den wich­tigsten im Verkehr mit den Völkern unterein­ander. Aber niemals zuvor hat das Wirken der Presse so unmittelbar und so tief in das po­litische Geschehen der Zeit eingegriffen, wie wir es heute erleben.

Vor wenigen Tagen sah sich der Führer der deutschen Nation veranlaßt, dieses wachsende in­ternationale Problem der Presse geradezu in den Mittelpunkt seiner großen Rede zu stellen, die in allen Ländern der Erde einen so starken Widerhall gefunden hat. Er hat mit aller Offenheit und wünschenswerten Deutlichkeit die Gefahren und Folgen einer destruktiven Pressearbeit aufgezeigt, die in so verhängnisvoller Weise heute die große Politik berührt und beeinflußt.

Hier wurde von berufenster Seite die Presse als politisches Problem der Weltbedeutung in die internationale Debatte geworfen.

Die leider nur allzu begründeten Anklagen des Führers haben schonungslos die negativ« Seite der internationalen Pressearbeit aufgezeigt. Aber vielleicht ist vielen, die diese Rede hörten, dabei auch zum erstenmal zum Bewußtsein gekommen, wie sehr der Faktor Presse sich gerade in den letzten Jahrzehnten zu einem Element der inter­nationalen Politik entwickelt hat. Die Presse- politik ist heute mehr denn je zu einem ge­

wichtigen Bestandteil der Politik, der nationalen wie der internationalen Politik, ge­worden.

Sie Presse — klement des politischen Lebens

Die Zeitung ist der Spiegel der Zeit, und die Presse steht immer und überall an den Brenn­punkten der Ereignisse. Man nennt sie die Trä­gerin der öffentlichen Meinung, das Sprachrohr der Völker, das Auge und das Ohr der Welt. Inwieweit sie freilich diese ihr zugewiesene hohe Aufgäbe erfüllt, diese Frage stellen heißt, das Presseproblem unserer Zeit aufzurollen.

Die deutsche Pressepolitik begegnet heute noch manchen Mißverständnissen in der Welt. Aber ich bin überzeugt, daß, wenn man diese -unsere Pressepolitik richtig begriffen hat, sie geeignet ist, gerade jene verheerenden Wirkun­gen wieder auszuräumen, die eine falsch ver­

standene Auffassung von der Presse vielfach in der Welt angerichtet Hot.

Dabei ist es selbstverständlich, daß man weder die Struktur unserer Presse begreifen, noch für das Wesen unserer Pressepolitik Verständnis aus­bringen kann, wenn man keine Kenntnis hat von den geistigen Grundlagen des Nationalsozialis­mus, von dem neuen Denken, das in ihm Gestalt gewonnen hat, von der neuen Staatsauffassung, die er verwirklicht, und von den Beziehungen des einzelnen zur Gemeinschaft, die seinem sozialen Dasein eine ganz neue Grundlage und unserem Denken ganz neue Erkenntnisse und Begriffe ge­geben haben. Ueber diese Revolutionierung des Denkens, die der Nationalsozialismus im deut­schen Volke vollzogen hat, habe ich wiederholt in anderem Zusammenhange gesprochen.

Die Presse im nationalsozialistischen Staat hat nun einmal nicht die Aufgabe, die individuelle Meinung des einzelnen gegenüber dem Ganzen zum Ausdruck zu bringen und etwas als „öffent­liche Meinung" vorzutäuschen, was keine ist. Son­dern sie hat umgekehrt die Pflicht, die gemein­samen Schicksalsfragen unaufhörlich dem einzelnen gegenüber zu vertreten und sie ihm begreiflich zu machen, wenn er sich ihrer nicht bewußt ist.

Hier wird die Zeitung zum täglichen Mahner der Nation, zur Schule des politischen Denkens, die jedem Volksgenossen das Bewußtsein vermit­telt, Glied einer Gemeinschaft zu sein, der er aus Gedeih und Verderb verbunden ist. Die öffent­liche Meinung, das ist bei uns der wirkliche Volkswille, den der Nationalsozialismus durch seine lebendige Verbundenheit mit dem Volke an seiner Quelle unmittelbar erfaßt. Oefsentliche Meinung wird bei uns nicht gemacht, sondern er­forscht!

Me Phrase von der „Pressefreiheit

Einer solchen, auf einer ganz anderen Ebene liegenden Auffassung von der Presse gegenüber erweisen sich aber auch die Argumente, die unsere ausländischen Kritiker gegen das deutsche Presse­wesen ins Feld führen, als gegenstandslos. Sie gehen völlig an der Sache vorbei, denn sie ent­stammen dem Wortschatz einer liberalisti- schen GeifteShaltung, deren Begriffe auf unsere Zeit und unsere moderne Auffassung von den Aufgäben der Presse nicht mehr anwendbar sind. Auch die deutsche Presse nimmt sich die Freiheit, zu kritisieren, aber sie kritisiert nicht das, was dem Polte dienlich ist, sondern kritisiert das, was dem Volke schadet. In den selbstverständlichen Grenzen, die ihr das Lebensinteresse der Nation setzt, verfügt sie letzten Endes über ein höheres Maß von Freiheit, als die liberale Presse sie je besessen hat. Sie nimmt sich sogar die Freiheit, die „Pressefreiheit" zu kritisieren, die uns mit aller Leidenschaft, deren die Demokratie fähig ist, als eines der heiligsten Güter der Menschheit ge­priesen wird.

An diese sogenannte „Pressefreiheit" wagt selbst die freieste Feder des Liberalismus nicht zu rüh­ren. Und unsere Kollegen in den Redaktionen der „freiesten Demokratien der Erde" wissen, warum; sie dürfen es mir nicht sagen, weil eine so pein­liche Offenheit mit ihrem höchst unfreiwilligen Berufswechsel verbunden wär.e.

Was diese Pressefreiheit in Wirklichkeit ist, da­habe ich aus der Geschichte des Zeitungswesens vieler Länder kürzlich nachgewiesen. Ich habe an Hand geschichtlicher Nachweise und dokumentarischer Unterlagen gezeigt, daß der Begriff der Presse­freiheit einer der größten Phrasen ist. die je­mals Menfchenhirne vernebelt haben.

Man sollte soviel Gefühl für die Wirklichkeit besitzen, uns das offen zuzugeben. Die Presse ist immer abhängig und immer irgend jemandem ver­pflichtet. Es fragt sich nur, wem? Ob unverant­wortlicher Geschäfts- und Parteipolitik, ob den anonymen Mächten des Geldes und der Zer­störung aller menschlichen Ordnung und Moral, oder den für das Leben der Völker verantwort­lichen Staatsmännern und politischen Instanzen der Nation.

Sie ürünung Ser Presse in Veutschland

Als wir im Jahre 1933 begannen, den natio­nalsozialistischen Staat aufzubauen, uno uns auf dem Gebiet des Pressewesens einer ge­radezu chaotischen Erbschaft gegenüberiahen, muß­ten wir uns diese Frag« stellen. Wir entschieden uns für das letztere und haben dann sehr schnell gehandelt.

Die Reinigung der Presse in Deutschland war sozusagen die Visitenkarte und die Neugestaltung unserer Presse — ich möchte sagen — die Erstge­burt der nationalsozialistischen Revolution.

Wäre nicht von der nationalsozialistischen Partei unter schwersten Opfern und Mühen eine Parteipresse aufgebaut worden, die jahrelang

einen rücksichtslosen Kampf gegen die alten Pressezustände führte, dann ' wäre das An­sehen der Zeitung wahrscheinlich überhaupt im Volke unrettbar verloren gewesen! In dieses Chaos, das wir übernahmen, mußte rechtliche Ordnung gebracht werden! Schon am 4. Oktober 1933 konnte das Schriftkeitergesetz verkündet wer­den. Am 1. Januar 1934 trat es in Kraft.

Die Struktur des Neubaues der deutschen Presse ist einfach und klar. Das Schrift- leitergesetz hat aus echt nationalsozialisti­schem Geiste heraus den Schwerpunkt für den In­halt der Zeitung von der Sache auf die Person verlegt. Es hat die persönliche Verantwortung für den redaktionellen Teil, d. h. für den gei­stigen und politischen Inhalt der Zeitung weit­hin sichtbar herausgestellt.

Es entspricht dem Grundsatz der absoluten Verantwortlichkeit des einzelnen gegenüber dem Volksganzen, daß derjenige, der in der Zeitung schreibt und öffentliche Meinung macht, auch dem Staat und der Oeffentlichkeit sür seine Tätig­keit verantwortlich ist.

Das nationalsozialistische Pressegesetz brachte den deutschen Journalisten in ein unmittelbares Verhältnis zu Volk und Staat/denen er neben seinem eigenen Gewissen in seiner geistigen Ar­beit verantwortlich ist. Diese Gestaltung des persönlichen Presserechts ist der Ausgangspunkt für die neue Position des Journalismus im na­tionalsozialistischen Deutschland geworden. Sie hat sich auch in einer grundlegenden Aenderung der sozialen und gesellschaftlichen Stellung des deutschen Schriftleiters ausgewirkt.

presse kein Handlanger -er Staatsorgane

Es ist ein großer Irrtum zu glauben, wir' wollten in Deutschland eine mechanisierte Staats­presse, die den Schriftleiter zum bloßen Hand­langer und Tintenkuli der Staatsorgane macht! Keineswegs! Wir wollen die lebendige Volks­presse, die die Persönlichkeit des Schriftleiters frei entwickelt und sein journalistisches Pflicht­gefühl zu schöpferischer Entfaltung für das Wohl seines Volkes bringt!

Mit der radikalen Trennung von Geschäft und Politik, die das deutsche Schriftkeitergesetz vollzog, ist die Voraussetzung geschossen worden für die Gesundung unserer Presse.

Denn dieses staatliche Gesetz hat in der Brust jedes deutschen Journalisten das innere Gesetz jzner höheren Pressefreiheit lebendig werden lassen, die den journalistischen Beruf als einen durch nationale Verantwortung geadelten Beruf vor vielen auszeichnet.

Darin sehen wir die innere Kraft und die nationale Bedeutung der Presse. Demgegenüber steht die internationale Macht und Bedeutung der Presse als eines welt­politischen Faktors.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Die Aesse aL; rvektpoMsckec Arkwc

rö. Berlin, 8. März.

Die weltpolitische Verantwortung der Presse, ihre großen bisher unausgenutzten Möglichkeiten zur Förderung der friedlichen Beziehungen unter den Nationen, aber auch ihre außerordentliche Ge­fahr bei falschem Einsatz odel offenem Mißbrauch durch gewissenlose Unruhestifter, dieses Kernpro­blem der heute zur Diskussion stehenden Ver­trauenskrise der internationalen Presse wurde in der Rede vom Reichspressechef Staatssekretär Dr. Dietrich in einer Weise behandelt, die mit Recht als grundlegend in der Prägnanz ihrer Formulierung und als zielweisend in der real­politischen Erkenntnis der zu ergreifenden Maß­nahmen gewertet werden mutz.

Reichspressechef Dr. Dietrich hat die außer­ordentliche und verantwortliche Bedeutung der Presse im internationalen Leben gekennzeichner, die — wie er mit Betonung hervorhob — nicht etwa durch den Rundfunk geschmälert wird, da dieser wohl Nachrichtenvermittler, niemals aber Meinungsträger und Stimmungs­barometer in dem Maße sein kann wie-die Zeitung. Aus dieser unverändert großen, nach den Worten des Reichspressechefs gegenüber der Vergangenheit sogar noch gestiegenen Bedeutung der Presse als zwischenstaatlichem Stimmungs­barometer ergibt sich die Notwendigkeit schärf­ster Abwehr gegen die bewußte Presselüge und die verantwortungslose Be­richterstattung, die den europäischen Frieden in katastrophaler Weise zu beeinträchtigen drooc». Reichspressechef Dr. Dietrich konnte sich bei seiner scharfen, durch die Sachlichkeit ihrer Veweisftili- rung überzeugenden Kritik an einer gewissen Heg- und Sensationspresse auf zahlreiche Staats­männer des demokratischen Auslandes berufen.

Mit großer Eindruckskraft sprach der Reichs­pressechef von den ungeahnten Möglichkeiten, die sich znr Bese'ingung von Haß und Zwietracht, zur Festigung der guten Beziehungen auf internatio­nalem Gebiet bieten würden, wenn es gelingt, einen internationalen Pressefrieden herbeizufüh­ren. Der Reichspressechef konnte mit freudiger Ge­nugtuung auf die zwischen dem Deutschen Reich

Unser logesspiegel

Der britische Rüstungsvoranschlag wurde aus 25 Milliarden (in Reichsmark umgerechnet) erhöht.

Ausländische Zeitungen berichten sensationelle Einzelheiten über die „Plauderdroqe" der GPU.

Der österreichische Bundesminister Glaise- Horstenau sprach in Stuttgart über den deutschen Weg Oesterreichs.

Reichspresseches Dr. Dietrich hielt in Berlin eine grundlegende Rede über die welt­politische Bedeutung der Presse. Ministerpräsident Generalseldmarschall Eö- ring richtete als Beauftragter für den Vier­jahresplan ein Gruß-Telegramm an das Leipziger M-ßamt.

Den 59-KiIometer-Holmcnkoll-Dauerlauf ge­wann Finnland.

Die Vereidigung der Parteifiihrcrschast findet am 29. April stgtt.

Die Kaumitteilungsblätter werden in Zu­kunft von allen Parteigenossen bezogen wer­den können.

In Berlin fand erstmalig ein Saal-Flug- modellwettbewerb des NSFK. statt.