Ausgabe 
(7.3.1938) Nr. 65
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parteiamtliche Tageszeitung

NachrichtenblaN der Deutschen stcdeitsfront Dremen

der pafionalfLtzmlisten Vremens

flmtsdlatt des Senats der Lreien Hansestadt Vremen

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Nr. 65 / S. Jahrgang

Montag, ?. März 1S5S

kinzelpreis 15 Npf.

120000 auf dem volksfluatag

Sie III. öruppe -es Kampfgeschwadersvoelcke" Nr. M Velmenkorst flog im Dienste des Vstw. Unser Sauleiter tarl Növer sprach in ftdelkewe

tarl Növer:Line gewaltige Demonstration des Lebenswillens unseres Volkes" / UeberwaMgendes militärisches Schauspiel mit dramatischen Lustkämpsen, Vombenangriffen, kinsatz der slak und infanteristischen Kräften / fttemraubende kunftslugvorsiikrungen von Militärftiegern und SerdNchgelis / Mustergültige Vrganisation des slugtages in ftdecheide

D Adelheide, 7. März

Zu einer gewaltigen Demonstration deutschen Wehrwillens und engster Kameradschaft zwischen Bewegung und Wehrmacht gestaltete sich gestern der Volksflugtag, der von der III. Gruppe des KampfgeschwadersVoelcke" Nr. 187, Delmenhorst, auf dem Flugplatz Adelheide durchgeführt wurde. Weit mehr als 120 WO Volksgenossen aus dem ganzen Eau Weser-Ems wohnten diesem erhebenden militärischen Schauspiel bei, von dem unser Sau- leiter Carl Növer sagte, es zeige der Welt, daß Adolf Hitler eine starke Wehrmacht geschaffen habe, die willens sei, Deutschland zu schütze« und den Frieden zu sichern. Fünf Stunden dauerten die Vorführungen, die Kampf-, Jagd- und Sturzkampfflieger in innig­ster Zusammenarbeit zeigte. Auch Flak und infanteristische Abwehr griffen in den überwältigendem Kampf »m das Zieldorf ein, Lei dem sich mehr als 50 Flugzeuge heftige Luftkämpfe lieferten. Gerd Achgelis mit Männern der Luftwaffe zeigten ihr großes fliegerisches Können. Insgesamt waren an diesem Tage, der einen überwältigenden Ver­lauf nahm und der fernerhin demWinterhilsswerk eine» ganz erheblichen geldlichen lleverschuß liefern dürfte, über 100 Flugzeuge auf dem Fluggelände Adelheide zusammengezogen. Bei einer Besichtigung der Unterkünfte und Anlagen konnte» die Besucher immer wieder fest­stellen» daß der Führer seine» Fliegern einen Horst geschenkt hat, der inmitten einer von der Natur bevorzugten Landschaft wie ein Kleinod deutscher Baukunst und national­sozialistischer Raumgestaltung liegt.

SO 000, wenn's hoch kommt 60 000 Zuschauer, mehr wagten die .größten Optimisten bei der Planung des Grotzslugtages in Adelheids nicht in ihren Berechnungen einzusetzen. Da aber schon am Donnerstag ein flüchtiger lleberschlag ergab, dah mehr als 60 000 Eintrittskarten im Vorverkauf abgesetzt worden waren, muhte man sich darauf einstellen, dah der Erotzflugtag ein wirklicher Volksflugtag werden würde. Als sich aber gestern vormittag die überfüllten KdF.-Sonder- züge aus allen Richtungen des Gaues in Fahrtt setzten, als auf den Landstraßen die Kolonnen der Formationen marschierten, als Autobus- kolonnen gen Delmenhorst rollten, als Radfahrer zu Taufenden eng aufgeschlossen nach Adelheide strampelten, als. sich Kraftwagen hinter Kraft- wagen reihte, als auf Lastwagen und auf anderen Gefährten fröhlich singende Menschen zum Flug­platz fuhren und NSKK. und ss-Formationen an­rückten, da wußte man, dah der Flugtag der III. Gruppe des Kampfgeschwaders B 0 elck e" zu einem gewaltigen Bekenntnis des Gaues Weser-Ems zu der jüngsten Waffe der deutschen Wehrmacht werden würde. Längst vor

Beginn der Flugoorfllhrungen waren die rund um das weite Fluggelände gelegenen und von SA.- Pionieren hergerichteten Parkplätze überfüllt. Bauernhöfe mußten in Anspruch genommen wer­den, Feldwege muhten ihre Eignung als Park­plätze unter Beweis stellen. Bis nach Harpstedt und Wildeshausen hin dehnten sich die Parkplätze für die über 6000 Kraftwagen aus.

über 120000 Volksgenossen

waren schließlich rund um das Rollfeld versam­melt, als die ersten Vorführungen gestartet wur­den. Unter den Besuchern befanden sich Gauleiter Carl Röver, Gaubeauftragter für das WHW., Gauamtsleiter Denker, mit zahlreichen Ver­tretern aus Partei, Staat und Wehrmacht. Meh­rere Kilometer lang war die Strecke, aus der sich die Zuschauer auf drei Seiten des Rollfeldes zu Hunderten gestaffelt verteilten. Trotz dieser ge­waltigen Menschenansammlung aber entstand nirgendwo ein Gedränge, denn erstens ist es nun einmal der Vorteil einer Flugveranstaltung, dah sich alles Sehenswerte oben in der Lust abspielt, und zweitens sorgte die aus zwei Richtstraülern

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und zwölf Pilzen best sende Lautsprecheranlage dafür, dah sich die Zuschauermassen nirgendwo zu riesigen unbeweglichen Knäueln zusammenballten. Auf und über dem von einer lebendigen Mauer umgebenen Rollfeld wickelte sich dann ab 11 Uhr ein grandioses Programm ab, zu dem einige Offiziere in launigen Worten durch den Laut­sprecher Erklärungen gaben.

Vomber, Kampf- und Jagdflugzeuge

Die verschiedensten Flugzeugtypen, die eigens zu diesem Volksflugtag in Delmenhorst zusam­mengezogen worden waren, wurden vorgeflogen. Man sah die selbstsicher, mit fast unnahbarer Vor­nehmheit fliegenden zweimotorigen Bomber des KampfgeschwadersVoelcke", die Heinckel 111. Schwer und gedrungen, wie Fabelwesen, die zum Sprung auf die Beute ansetzen, huschten die SturzkampfflugzeugeHenschel HJ 123" vorüber. Fix wie die Wiesel schraubten sich die JagdflugzeugeArado 68" in die Höhe, und fliegenden Frschen gleich durchschnitten die schnellstenMssserichmitt BF 100" mit eingezoge­nem Fahrwerk, die Männer vom Bau sagen mit eingezogenen Beinen", den Luft­raum.

Me sinke des vr. slielefinger

Noch strichen dieMesserschmitts" über das Fluggelände, als nach einer humoristischen EinlageDer unbeholfene Flieger- schüler" der Konstrukteur des fernge­steuerten Flugzeugs, das in langen Näch­ten in vor unberufenen Augen gesicherten Räu­men erdacht worden war, an das auf dem Ve- fehlsgebäude errichtete Fernsteuergerät trat. Den aufhorchenden, 120 000 Flugtagteilnehmern er­klärte der Doktor Flietefinger technische Einzelheiten seiner Konstruktion. Dann gab er den Startbefehl. Das Flugzeug gehorchte. Es rollte ab, setzte vom Boden, stieg auf die befohle­nen 300 Meter und führte hier befehlsgemäß Wendungen usw. aus. Plötzlich gab's auf dem Befehlsturm einen Knall, eine braune Wolke stieg hoch. Eine Röhre des Befehlsgeräts war ge­platzt. Das Flugzeug trudelte, kenterte fast. In letzter Sekunde konnte eine Ersatzröhre ein­gesetzt werden. Ohne weitere Fährnisse wurde dann die Vorführung beendet. Nur nach der Lan­dung geschah einUnglück". Aus dem Flugzeug kroch ein Mann. Ein blinder Passagier? Nein! Die Fliegerfinte des getarnten Doktors Fliete­finger kam an die Sonne. Böse war aber keiner über diesen Flieger-Scherz, nur gewisse ausländi­sche Kreise mögen aufgeatmet haben, dah es den bösen Deutschen" doch noch nicht gelungen 'st, ferngesteuert durch die Lüfte zu brausen.

Segelflugzeuge lm Schlepp

Brauste oben noch, als der grünbebrillte Kon­strukteur fluchtartig seinen Kommandostand ver­lieh, herzliches Lachen über das Feld. machte es bald dem Staunen Raum, das alle Menschen packte, als zwei Flugzeuge starteten, die je ein Segelflugzeug in Schlepp genommen hatten. Langsam gewannen die Schleppzüge an Höhe. Wie große Drachen, mit einem recht lan­gen, fähnchengeschmllckten Schwanz als großem Anhängsel, sahen die,,Schleppmaschinen" aus, die sich langsam in die Höhe schraubten und dabei den Flugplatz oft umkreisten. In gut 300 Meter Höhe würden die Segelflugzeuge ausgeklinkt. Sie beschrieben unter und in der grauen Wol­kendecke, die sich leider während des ganzen Tages nicht verzog, schnittige Figuren, machten Loopings und vollführten auch andere Kunst­stücke, bis sie schließlich fein brav nebeneinander landeten.

Jum Mittag kintopf

Eine feine Sache war dann aber auch die Mit­tagspause. 2n einer der mächtigen Flugzeug­hallen dampfte die fahrbare Großküche des WHW., Kreisführung Bremen. Eine kräftige Erbsensuppe wurde ausgegeben. Auch zahlreiche Feldküchen und die Mannschafts­küchen des Wirtschaftsgebäudes lieferten die gleiche Speise. 20 000 Portionen wurden aus­gegeben. Zahlreiche Volksgenossen muhten mit knurrendem Magen zusehen, wie andere sich einen Schlag ergattert hatten. Für diese Hungrigen aber dampften in zahlreichen Buden und Stän­den Würstchen. Auch andere Erfrischungen wurden angeboten. Unermüdlich wurden Fässer mit Bier angerollt; aber eben angerollt, waren

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die Fässer schon wieder leer! Auch in den Speise­sälen und Kantinen ging es hoch her. Ein feines Geschäft machten die Kuchen-, Aal- und Würst­chenbuden, die vor dem Haupteingang des Ge­ländes aufgebaut waren.

Wen ^ aber nicht nach leiblicher Nahrung aus diesen Quellen gelüstet, wer aus der Manteltasche oder der Markttasche seine Verpflegung nahm, der setzte sich in die Nähe eines Lautsprechers auf einen mitgebrachten Stuhl, oder wenn er Glück hatte auf die Bänke, und gcnoh zu der leiblichen Speise geistige Kost. Dafür zeichneten mit ihren schneidigen Märschen und anderen ein­schmeichelnden Melodien verantwortlich die Mu- sikkorps der Fliegerhorst-Kommandantur Adelheids und der Fliegerhorst-Kommandan­tur Oldenburg, ferner die Regimentsmusik J.-R. 65, Delmenhorst. Als Nachtisch servier­ten die Segelflieger dann noch in bunter Abwechslung schöne Segelflugschlepps.

Meister der edlen sliegerei

Gegen 13.15 Uhr, als die Völkerwanderung, die sich in der Mittagszeit durch die Unterkünfte der Offiziere und Mannschaften und durch die Hallen bewegt hatte, sich wieder zum Rollfeld zu- rhckbewegte, begannen die Kunstflugvorführun­gen. Es starteten nacheinander Unteroffizier Jacob (Oldenburg) aufStößer", Leutnant Ringe (Oldenburg) aufStieglitz" und noch (Fortsetzung auf Seite 2)

Unser Vayesspieysl

Den Volksflugtag in Adelheide erlebten 120 000 Volksgenossen aus dem Eau Weser- Ems.

Reichswirtschaftsminister Funk sprach auf der Eröffnungsfeier der Leipziger Frühjahrs­messe 1038.

Auf dem Bahnhof von Puigcerda explodierte ein französischer Munitionstransport, der für Sowjetspanien bestimmt war.

Die Araberunruhen in Palästina sind in den letzten Tagen wieder stärker aufgeflackert. Der polnische Außenminister Beck ist zu einem Staatsbesuch in Rom eingetroffen.

Gestern begann in Bremen die Woche des TabakgroßhanLels.

Durch einen 3:1-Sieg über den Gau Südwest gewann Nordmark den Reichsbund-Pokal.

Im Eau Nicdersachsen spielte Hannover 88 und Eintracht-Vraunschweig unentschieden 2:2. Erstmalig gewannen Niedersachsens Hockey­mädel durch einen 3:2-Erfolg den Eichenschild. Niedersachsens Handballclf unterlag gegen den Gau Mitte in Köttingen hoch mit 8:10. Der Kreis Bremen im DRL. führte gestern seine zweite Kreistagung durch.