Ausgabe 
(4.3.1938) Nr. 62
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt ver Deutschen flrbeitssront vremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Meinen

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Nr. 62 / 8. Ztchrgang

sreitag, 4. März 1S5S

kinzelpreis 15 Npf.

das Land liinter Stacheldraht

deutschland fordert Schließung der lebten sowjetrussischen Konsulate

folgerichtige flntwort aus herausfordernde vedrohungen und Schikanierungen unserer konsularischen Vertreter in Kiew und Nowosibirsk / die russische Spionagefurcht kann sich beruhigen

(vrabtberiedt unserer verlluer Scbrlktleltuug)

rä. Berlin, 4. März.

Die Reichsregierung hat sich veranlaßt gesehen, bei der Sowjetregierung vorstellig zu werden und die Schließung der sowjetrussischen Konsulate in Königsberg und in Hamburg zu verlangen. Der deutsche Schritt in Mos­kau. der , an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig läßt, wurde notwen­dig, nachdem die Tätigkeit der beiden letzten noch nicht geschlossenen deut­schen Konsulate in der Sowjetunion, in Kiew und Nowosibirsk, durch fort­gesetzte Bedrohungen und Schikanierungen unmöglich gemacht worden ist.

Das Deutsch« Reich hat die einzig mögliche Konsequenz gezogen und im Interesse der Sicher­heit seiner konsularischen Vertreter wie der nationalen Ehre die Konsulate in Kiew und Nowosibirsk aufgelöst. Es ist bezeichnend rur d,e Methoden der Sowjetmachthaber. >daß sie mit allen Mitteln, selbst Lurch offenen Ter­ror. darauf hinwirkten, alle ausländischen kon­sularischen Vertretungen zu beseitigen, da sie be­fürchten. das; auf diesem Wege das Ausland über die wahren Verhältnisse im Stalin-Reich unter­richtet wird. Die Furcht vor der Kritik der Welt­öffentlichkeit hat die roten Machthaber in den letzten Jahren veranlaßt, die Schließung von ins­gesamt 3s ausländischen Konsularvertretungen durch diplomatischen Druck oder durch Schi­kanen zu erzwingen.

Nach dem Vertrag von Rapallo. der die diplo­matischen Beziehungen zwischen Berlin und Mos­kau regelte, besaß das Deutsche Reich in der So­wjetunion die Generalkonsulate in Leningrads Charkow, TMis, Nowosibirsk, Kiew, Odessa und Wladiwostok. Bolschewistische Schikanen haben nunmehr den beiden letzten noch verbliebenen Konsulaten in der Sowjetunion die Wir­kungsmöglichkeit genommen. Nicht nur gegenüber dem Deutschen Reich, auch gegenüber anderen Staaten hat die Sowjetunion sich in glei­cher herausfordernder Weise verhalten. Bekannt­lich hat die britische Regierung, die bisher in der Aera Eden die Sowjetunion als „be­freundete Macht" anredete, vor wenigen Wochen die als letzte nach allen roten Schikanen noch

verbliebene konsularische Vertretung, das Gene­ralkonsulat in Leningrad, geschlossen. Selbst Frankreich hat die bittere Erfahrung machen müssen, daß alle Volksfront-Freundschaft dort endet, wo die Spionenfurcht der moskowitischen Herrscher beginnt. Vor einigen Tagen ist die So- wjetregierung erneut an die japanische Re­gierung herangetreten mit der Forderung, weitere , Konsulate zu schließen.

Die Sowjetmachthaber «ollen offensichtlich das sowjetrnssische Volk, das durch die Einfuhrverbote für Literatur, Filme, Schallplatte« und Lurch das Verbot von Auslandsreisen schon ohnehin von der übrigen Welt abgeschnitten ist, völlig aus der Verbindung mit dem Leben der Welt heraus- trennen. Der Grund für dieses allen internatio­nalen Gepflogenheiten widersprechende Verhalte« ist leicht ersichtlich, denn eine Berührung mit der nichtbolschewistischen Welt würde das Ende der rote» Herrschaft in Moskau bedeute», die das russische Volk glauben machen will, es lebe im Proletarier-Paradies aus Erden. Moskau bricht die Bande mit der Kulturwelt auch organisato­risch, moralisch hat das rote Zarenreich ohnehin nie zur Kulturwelt gerechnet werden könne». Hinter dieser chinesischen Mauer kann Stalin sein Zerstörungswerk um so ungestörter fortsetzen.

Amerikas votschafter beim sichrer

üdercerchung des Vegloubigimgsfchreibens — «Wahrung und ftusbau der freundschaftlichen Vefteftungen"

Berlin, 4. März.

Der Führ« und Reichskanzler empsing Don­nerstag mittag den neuernannten Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika Hugh R. Wil- scn zur Entgegennahme seines Beglaubigungs­schreibens.

Der Votschafter wurde unter dem üblichen Zere­moniell durch den Chef des Protokolls von der amerikanischen Botschaft abgeholt und in einem Kraftwagen des Führers zum „Haus des Reichs­präsidenten" geleitet. Botschafter Wilsou über­reichte die Handschreiben des Präsidenten Roose- vclt über die Abberufung seines Amtsvorgängers und seine eigene Beglaubigung als Votschafter dem Führe: und Reichskanzler mit einer Rede in englischer Sprache, die in Uebeksetzung wie folgt lautet:

„Herr Reichskanzler! Ich habe die Ehre, Eurer Exzellenz zugleich mit dem Abberufungsschreiben meines Vorgängers das Schreiben zu überreichen, mit dem der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika mich als seinen Außerordent­lichen und Bevollmächtigten Bot­schafter bei Ihnen beglaubigt. Ich freue mich darauf, nun ein drittes Mal in diesem Lande

zu leben, und es ist mein ernstlicher Wunsch, daß die Wahrung und der Ausbauder freundschaftlichen Beziehungen und der Bande, die zwischen unseren beiden Ländern bestehen, während meines Aufenthaltes in Deutschland verlieft und gestärkt werden mögen.

Ich darf die Hoffnung aussprechen. daß Eure Exzellenz mir Lei meiner Arbeit, bei der Aus­führung der Anweisungen meiner Regierung und Lei den Bemühungen, als Dolmetsch der verständ­nisvollen Einstellung der Völker der beiden Län­der zu dienen, Vertrauen entgegenbringen werden.

Der Präsident hat mich beauftragt, bei dieser Gelegenheit Eurer Exzellenz seine persönlichen Grütze wie auch seine besten Wünsche für Eurer Exzellenz persönliches Wohlergehen und sür die Wohlfahrt und das Gedeihen Deutschlands zu überbringen."

Der Führer und Reichskanzler erwi­derte diese Ansprache mit folgenden Worten:

„Herr Votschafter! Ich habe die Ehre, aus den Händen Eurer Exzellenz zugleich mit dem Ab­berufungsschreiben Ihres Herrn Amtsvorgängers

das Schreiben entgegenzunehmen, durch das Sie als Außerordentlicher und Bevollmächtigter Vot­schafter der Vereinigten Staaten von Amerika bei mir beglaubigt werden.

Mit lebhafter Genugtuung begriiße ich es, daß Sie, Herr Votschafter, best ernstlichen Wunsch zum Ausdruck brachten, die freundschaftlichen Be­ziehungen, die zwischen unseren beiden Länder» bestehen, während Ihres Aufenthaltes in Deutsch­land zu vertiefe» und zu stärken. Der Umstand, daß Sie nicht zum ersten Male nach Deutschland kommen und daß Sie das deutsche Volk aus Ihrer früheren diplomatischen Tätigkeit kennen, wird Ihnen Ihr Bestreben, dem gegenseitigen Ver­ständnis der beiden Völker z« dienen, wesentlich erleichtern.

Eure Exzellenz können versichert sein, daß ich und die Reichsregierung von den gleichen Be­strebungen geleitet sind und alles tun werden, um Sie bei der Erreichung dieses Zieles zu unter­stützen.

Die freundlichen Wünsche des Herrn Prä­sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika für das Gedeihen des deutschen Volkes nehme ich mit Dank entgegen und erwidere sie aufrichtigst. 2m Namen des Deutschen Reiches heiße ich Sie, Herr Votschafter, herzlich willkommen."

Hieran schloß sich eine längere Unterhaltung des Führers mit dem Votschafter. Dieser stellte alsdann dem Führer und Reichskanzler die ihn begleitenden diplomatischen Mitglieder und die Waffenattachös der amerikanischen Botschaft vor. -k-

Der Führer und Reichskanzler empfing Don­nerstag den auf Heimaturlaub befindlichen deut­schen Gesandten in La Paz (Bolivien) Dr. Wendler zur Abmeldung vor seiner Wieder- ausreise.

Fischerdorf von kismassen bedroht

Pillkoppen (Kurische Nehrung), 4. März.

Der schwere Südsturm hat in dem Fischerdorf Pillkoppen schwere Verwüstungen angerichtet. Das Hasseis wurde vom Sturm auf den Strand der Kurischen Nehrung gedrückt und stieg hier zu Eis­bergen an, die eins Höhe bis zu 20 Meter erreich­ten. Unter dem ungeheuren Druck wanderte das Eis in einer Breite von etwa anderthalb Kilo- meter bis 20 Meter aus den Strand hinaus und liegt stellenweise direkt vor den Häusern des Dor­fes, wo es sich bis in die Kronen der Bäume türmt. Von den in Pillkoppen liegenden etwa 20 Fischerkähnen wurden von dieser Eiswalzc 14 vollständig vernichtet. Mit den Kähnen sind die Netze untiH den Eismassen begraben. Auch Schlitten und Geräte wurden vernichtet. Viel größer aber ist der Verlust, den die Fischerbevöl­kerung dadurch erlitten hat, daß sie jetzt zu Be­ginn des Frühsahrs-Fischfangs ohne Kähne und Gerät dasteht.

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Dos Daus in Darnburg, In dein sieb das Vovjst-Osntzralkovsnlat bedrucket.

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Alle Aagew Europa

2ur ungslisusi-licli5tsn I^ronnsi 6sr V/sItgssckiicliis

I- L. O. Bremen, 4. März.

Grausamkeit und Verfolgungswahn haken sich oft in der russischen Geschichte in bluti­gen Orgien geäußert. Tausende und manch­mal auch Jehntausende russischer Untertanen mußten das Leben lassen, wenn es die Bru­talität des Zaren verlangte. Niemals aber hat das mörderische Wüten russischer Herr­scher ein solch ungeheuerliches Ausmaß an­genommen, wie wir es nun schon seit Jahren unter den Sowjets in Moskau sehen.

Auch diejenigen, die — wie dereinst in Ber­lin der famose Severing — von den Kommu­nisten als von politischen Kindern zu spre­chen pflegten, beginnen nach den jüngsten Borbereitungen zu einer neuen Mordorgie sich schaudernd von ihren Moskauer Freun­den abzuwenden, >denn es kann kein den­kender Mensch mehr leugnen, daß hier unter dem Deckmantel einer angeblich völker- beglückenden Lehre die größten Verbrecher der Welt am Werke sind.

Kami noch ein Zweifel daran bestehen, daß es sich bei den Moskauer Machthabern um Verbrecher handelt? Um die einfache Logik nachfolgender Feststellung kommt niemand herum: Entweder sind die Tatsachen, von denen der neue Prozeß und auch die früheren ausgingen, wahr, .dann steht fest, daß Rußland bisher von einer ungehemHn Verbrecherbande beherrscht worden ist. Oder die Anklagen sind nicht wahr, sind etwa nur von den heutigen Machthabern den An­geklagten unterschoben, dann läßt sich nicht leugnen, daß diejenigen, die heute Ruß­land beherrschen, die größten Lügner und Mörder der Weltgeschichte sind. Schamlos steht das Sowjetspstem- am Pranger. Und wenn Europa immer noch nicht erkennt, wie es mit Sowjetrußland steht, wenn es noch nicht' einsehen will, daß in Moskau Ver­brecher regieren und das russische Volk von Verbrechern terrorisiert wird, dann ist Europa nicht mehr zu helfen.

Wir wissen sehr wohl, daß es eine Art Demokratie gibt, die, wenn sie gegen Deutsch­land hetzen und scharf machen kann, auch die tollsten Dinge — dem Anscheine nach wenig­stens — für wahr nimmt und ihren Anhän­gern für wahr vorsetzt. Aber die Lüge, die u. a. auch dem jüngsten Moskauer Prozeß zugrunde liegt, die Lüge» wonach frühere Bolschewisten mit Deutschland Verbindung angeknüpft hätten, kann selbst die oben be­zeichnete Demokratie nicht mehr als wahr hinnehmen. Sie müßte es sonst geradezu als ein Attentat auf ihre eigene Intelligenz empfinden.

Selbst die französische „Liga für Menschen­rechte" und die „Zweite Internationale"

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Onser lagesspivgel

Der österreichische Staatsrat Dr. Jury sprach über Oesterreichs deutsche Sendung.

Der Führer empsing den neuen amerikani­schen Votschafter zur Ueverreichung seines Beglaubigungsschreibens.

Die Reichsregierung fordert Schließung der sowjetrussischen Konsulate in Deutschland. Deutschland ist das führende Rohstahl-Erzeu- gerland der Welt geworden.

Die Meldungen für den weiblichen Arbeits­dienst werden nur noch zum 1. Juli an­genommen.

Der Norddeutsche Lloyd hat ein neues Schiff angekauft. '

Der Seegüterversand über die bremischen Häfen erreichte im Januar einen nie da­gewesenen Umfang.

Zu dem Deutschen Turn- und Sportfest in Vreslau fahren insgesamt 1000 Sonderzüge. Durch ein Großfeuer wurde in Oberitalien eine Hansverarbeitungsfabrik völlig zerstört. Ungeheure Wolkenbriiche führten zu einer Ueber,chwemmungskatastrophe in Südkali- fornien.