«M
der ilation
parteiamtliche Lageszeitung
Bachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont Bremen
flmtsblatt des Senats der Zielen Hansestadt Bremen
Erscheint 7mal wöchentl. Monatsbezug: 2.30 einschl. Zustellgeb.; PostbezugZpreiS monatl. 8.33
(einschl. 48,8k Postzeitungsgebühr) zuzügl. 48 Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Post check: Hamburg '7272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch ausErstattung oder Ersah NL.-Gaudcrlag Weser-Ems G. m. b. H., Bremen. Geeren S-8 / Fernsprecher: 64121 und 511 is.
Das amtliche Verkündungsblatt des lieichsstattlialters in Oldenburg und Vremen
Nr. SS / S. Itchrgang
Anzeigen-Grundpreise: Di« 22-mw»Zeile lm Anzeigenteil 12 ^5, die 70-mm-ZeNe im Textteil 15 Rps. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preisliste 6 (Nachlaßstassel (5,. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12.13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12»/»—13V, Uhr.
Vienslag, 1. M8r; 1SSS
kinzelpreis 15 Npf.
Italienbestich des Führers erfolgt im Mai
Keichstaltiges Festprogramm für
Usuts 8lvr IiUÜivatts
einen achttägigen stufentstalt
kam, sloren; und Neapel werden besucht
verlln, 1. MSr;. fimllich wird mitgeteilt: der vesuch des siilirers und Neichskangers in Italien wird in der ersten Halste des Monats Mai stattfinden, der silstrer und Neichskanster wird während seines etwa achttägigen flufenthalts in Italien kam, Ilorenz und Neapel besuchen. In Nom wird er im Yuirinal Wohnung nehmen.
Vas reichhaltige Festprogramm steht u. a. eine slottenschau, eine Parade der Wehrmacht, Vorführungen der Land-und Luftstreitkräfte sowie drei große Veranstaltungen der nationalen faschistischen Partei zu khren des sührers vor.
Stalins neuer Schauproreß
11 frühere Volkskommistare unter den stngeklagten — Sewaitlos Sestorbene werden ermordete
Moskau. 1. März.
Der neue Schauprozeh gegen die 21 des Hochverrats angeklagten früheren Sowjetgewaltigen (unter ihnen befinden sich nicht weniger als 11 frühere Volkskommissare) ist bereits der fünfte in der^Reihe der großen sowjetischen „Hochosrratsprozesse" der letzten Monate.
Während der Gegenstand der Anklage im wesentlichen mit den früheren Vorbildern übereinstimmt, stellt das Ausmaß der Anschuldigungen alles bisher Dagewesene in den Schatten. Man
gegen Lenin aus dem Jahre 1818 entwickeln dürften wie ihre angebliche landesverräterische Tätigkeit im Jahre 1837.
Ein großer Teil der Angeklagten ist bereits seit vielen Monaten in Haft, ein Zeitraum, der für die GPU. erfahrungsgemäß genügt, um jeden 'etwaigen Widerstand zu brechen. Daß sogar der frühere EPU.-Thef Jagoda in einem öffentlichen Prozeß als Landesverräter auftreten wird, entbehrt nicht des besonderen Interesses. Natürlich sind noch nicht alle gestürzten Sowjetkoryphäen unter den 21 Angeklagten zu finden. Man vermißt insbesondere die bisherigen Volkskommissare Rndsutak, Anlipow, Meschlauk, Bubnow, Kaminski sowie zahlreiche verhaftete Sowjetdiplomaten.
Der Zweck des bevorstehenden Prozesses dürste es sein, der Sowjctöfsentlichkeit eine Art von „Rechtfertigung" für die furchtbare Säuberung der letzten, Monate zu liefern, die dem Ausmaß dieser Aktion entsprechend auch die nötigen bombastischen Anklagen ins Feld führen mutz. Selbst wenn man die Frage beiseite lassen wollte, ob diese ungeheuerlichen Anschuldigungen gegen die bisherigen Vertrauten des Kreml im Partei- und Staatsapparat der Sowjetunion begründet oder erfunden sind. wird man zu dem Ergebnis kommen, daß die sürchterliche moralische Erschütterung des Sowjetstaates unbestreitbar geworden ist.
Die Mitteilung des Sensationsprozesses selbst wird vorerst nur durch Leitartikel der Moskauer Zentralblätter „Prawda" und „Iswestija" kommentiert.
Beide Blätter bemühen sich, die — im Vergleich zu den früheren Prozessen — neuen An- klagepumkte besonders hervortreten zu lassen: so vor allem die „historische" Fundierung der angeblichen Verschwörung, ferner das angebliche Attentat Trotzkis und Bucharins auf Lenin sowie die „teuflische Ermordung" Kuibyschews, Men- schinskis und des „Dichters" Eorki mit Hilfe der „Scheusale in Arztgestalt". Beachtlich ist, daß die genannten. Blätter sich im wesentlichen darin erschöpfen, unter Beifügung der fürchterlichsten Schimpfworts' die einzelnen Anklagepunkte der amtlichen Verlautbarung zu wiederholen, ohne diese irgendwie glaubhaft machen zu können.
Nun versteht man plötzlich, warum die Reihe der grauenhaften Schauprozesse in Moskau so lange unterbrochen wurde. Die letzten Bluturteile der GPU. wurden bekanntlich hinter verschlossenen Türen gefällt, und die Öffentlichkeit erfuhr in vielen Fällen erst dann von dem Schicksal irgendeiner
Sowjet-Größe im Stalin-Paradies, wenn die Henker das Urteil bereits vollstreckt hatten. Derartige Schauprozesse benötigen eine lange Vorbereitung, bis die Angeklagten so weit sind, daß sie vor den Schranken eines „Gerichts" die Bemühungen des Staatsanwalts überflüssig machen und als Ankläger gegen sich selbst auftreten. Wir kennen aus den letzten Schauprozessen zur Genüge die. grauenhaften Methoden der GPU.-Spe- zialisten, ihre Opfer so lange zu zermürben, bis sie alles „gestehen", was. man von ihnen hören will. Nach monatelanger Folter, in der die geistigen und körperlichen Kräfte der Angeklagten gebrochen wurden, kann also wieder das ekelerregende 'Theater beginnen. - Erstaunlicherweise erfährt man in diesem Zusammenhang, daß Kuibyschew, der frühere Leiter der Staatsplankommission, der frühere GPU.-Chef Menschinski und Maxim Gorki ermordet worden seien,.obwohl deren natürlicher Tod nie bezweifelt worden ist. Ausgerechnet die Kreml-Aerzte sollen diese Sowjetgewaltigen beseitigt haben. Was die noch nicht unter Anklage gestellten „Saboteure" betrifft, die zur Zeit noch in Kerkern sitzen, so will sich Stalin offenbar „Material" für weitere Schaupro- zeffe aufsparen. Der auf Blut und Verbrechen ausgebaute Bolschewismus fordert eben zur Aufrechterhaltung seines Systems immer wieder neue Opfer.
Her firm der öpll. In Paris
Moskau kennt keine 6ren;en, wenn es stch darum Handelt, ;u morden
tDUWW»
oKIkLL Vo > '5 li oTn ^ 70 cknbi-e alt. Osr äeu 8>-Ieb?>I>rw6s8 Osuteeker 8sv-
gsltrm«, Ita.^ckwir»! äckoir von Drotk». .vollsm^t Konto ssill Liol>7.jZstos lbsbsvsjnkr.
rrssss-llokkMLvu
Paris, 1. März.
Der Untersuchungsrichter in der Verschlep- pungsangeleaenheit des weißrussischen Generals Miller, der bekanntlich am 22. September vergangenen Jahres spurlos verschwunden ist, setzte äm Montag die Zeugenvernehmung' fort, nachdem die Untersuchung in den letzten Wochen zu der einwandfreien Feststellung geführt hat, daß die Sowjetregierung bzw. die GPU. die Urheber dieser Verschleppung sind.
Der „Mattn" macht in sensationeller Aufmachung nähere Angabe^ über die bisher festgestellten Tatsachen. Das Matt weist daraus hin, daß General Skoblin, der seit der Verschleppung des Generals Miller ebenfalls verschwunden ist, das ausführende Organ der GPU. gewesen ist.
Als Ches der sog. „äußeren Linie", einer weißrussischen Organisation in Paris, deren Aufgabe darin bestand, Beobachter nach Sowjetrußland zu schicken, um sich über die politische und wirtschaftliche Lage zu unterrichten und den Widerstand gegen das Sowjetregime zu organisieren, arbeitete er Hand in Hand mit Moskau. Er teilte der GPU. jeweils die Entsendung eines Beobachters mit, so daß diese Leute beim Betreten sowset- russischen Bodens sofort verhaftet werden konnten. Mehr als 10 solcher Beobachter sind spurlos verschwunden und es unterliege keinem Zweifel, daß sie nicht unter den Lebenden weilen.
Die Tätigkeit Skoblins hat in weißrussischen Kreisen nach und nach Mißtrauen erregt. Das veranlaßte General Miller, keine weiteren Agenten mehr nach Sowjetrußland zu senden. Skoblin lief dadurch Gefahr, bei der GPU. in Ungnak- s zu fallen.
Hierauf ist sein Plan zurückzuführen, General Miller zu entführen, um sich selbst an die Spitze der Weißrussen in Paris zu, stellen und seine Spionagetätigkeit fortsetzen zu können. Die Untersuchung hat ferner ergeben, daß der fowjetrussische Dämpfer „Marja Uftanowa" an dessen Bord
General Miller wahrscheinlich entführt wurde, den Hafen von Le Havre sofort verlassen hat, nachdem der Pariser Kraftwagen auf dem Hafen- gelände eingetroffen war, der Stunden vorher an dem Orte gesehen worden war, an den Skoblin General Miller hinbestellt hatte.
Der „Matin" wendet sich energisch gegen dieses abenteuerliche Verbrechertum der GPU. auf französischem Boden und stellt fest, daß Moskau keine Grenzen kenne, wenn es sich darum handele, zu morden.
Sowjerputsch in Kuba ausgedockt
Havana, 1. März.
Laut Mitteilung des Geheimdienstes der kubanischen Armee wurde in den letzten Tagen eine bolschewistische Verschwörung gegen die Regierung von Kuba m großem Außmaße aufgedeckt. Präsident Caredo und Oberst Bat ista sollten, wie aus dem beschlagnahmten Material hervorgeht, im Verlaufe eines kommunistischen Generalstreiks gestürzt werden. Die Aktion sollte unternommen werden zu einer Zeit. während der sich Oberst Batists zu einer Gedächtnisfeier in einer östlichen Provinz aufhielt.
Im Verlauf der Maßnahmen des Geheimdienstes wurden bereits 27 kubanische und spanische Kommunisten verhaftet sowie gegen weitere 500 Steckbriefe erlassen. Am Sonntagmorgen fanden Beamte des Geheimdienstes bei Haussuchungen in den Geschäftsräumen zweier verbotener -panischer bolschewistischer Organisationen in Havana zahlreiche Gewehre nebst Munition sowie große - Mengen kommunistischen Agitationsmaterials.
Aus den beschlagnahmten Eeheimakten geht einwandfrei hervor, daß dieses gegen die kuba nische Regierung geplante Komplott von aus limbischen Kommunisten angezettelt und organi siert worden ist,
Bresse-ZvUllurnii
^4^
Zum dritten Male jährt sich der Tag, an dem die Gründung einer neuen deutschen Luftwaffe vorgenommen wurde. Durch das Diktat von Versailles war Deutschland nicht einmal eine Ungleichung an den Luft- rüstungsstand der anderen waffenstarrenden Staate», geschweige eine seiner Lage im Herzen Europas angemessene militärische Luftfahrt gestattet worden. Deutschlands ungeschützter Luftraum lag für jeden seiner meist nicht gerade friedlich gesinnten Nachbarn offen als ein Ziel da, das zu Aeber- fällen geradezu verlockte.
Die friedliche Arbeit eines Volkes kann jedoch nur gewährleistet werden, wenn der Arm, der sonst den Hammer schwingt, im Notfall auch das Schwert zu handhaben weiß. Das lehrt die Geschichte gerade uns Deutsche, die jahrelang zur Wehr- losigkeit verdammt waren. Rüstung heißt für uns nicht Krieg, sondern Schutz des Friedens. Diesem Gedanken gab auch Hermann Göring bereits in einem Interview mit dem englischen Journalisten Ward Price am 18. März 1935 Ausdruck. Damals erfuhr die Weltöffentlichkeit nicht nur die Tatsache, daß Deutschlakd eine Luftwaffe aus dem ureigenen Recht eines starken Volkes heraiks geschaffen hatte, sondern es wurden auch in einer Weise, die keinen Zweifel an. dem uneingeschränkten Friedenswillen des Dritten Reiches ließ, die Aufgaben unserer neuen militärischen Luftfahrt als einer Einrichtung der Abwehr, nicht des Angriffs, umrissen. Dieser Gedanke kam weiter in der Zustimmung der deutschen Regierung zu dem von englischer
Seite vorgeschlagenen Luftpakt zum Ausdruck.
In den drei Jahren ihres Bestehens hat die von Hermann Göring, dem alten Kampfflieger des Weltkrieges, dem jungen Generalfeldmarschall des Dritten Reiches geführte Luftwaffe sich technisch und taktisch zur Höhe neuzeitlichster Vollkommenheit entwickelt. Wenn bislang als Tag der Luftwaffe der 21. April galt, so geschah es in Erinnerung an Rittmeister Freiherr» von Nichthofen, den unvergeßlichen Kampfflieger des Weltkrieges, der vor 28 Jahre« bei Vaux sur Somme nach seinem 88. Luftsieg ein Leben soldatischer Pflichterfüllung mit dem Fliegertode besiegelte. In der unermüdliche» Einsatzbereitschaft der Männer der neuen deutschen Luftwaffe lebt das Vermächtnis Nichthofens weiter. Es findet seinen sichtbaren Ausdruck am Tag der Luftwaffe, der fortan zur Erinnerung an ihre Wiedergeburt am 1. März 1935 begangen wird.
Die Volksgemeinschaft und ihre der Zukunft des Reiches dienende Aufbauarbeit "M schützen, ist die Aufgabe unserer Luft- "baffe, die aus nationalsozialistischer Tatkraft und Spferbereitschaft entstand. Aeber- zeugend kam dies zum Ausdruck durch jene unvergängliche Tat der SA., die mit dem Geschenk des Horst-Wesiel-Geschwaders an die junge deutsche Luftwaffe damals den Grundstock zu ihrem Aufbau schaffen half und damit symbolisch den Kreislauf vom politischen Soldatcntnm zum neuen Waffenträger der Nation schloß.
Uns«» sagssspksye
In Kuba wurde ein Sowjet-Putschplan aufgedeckt.
Im neuen Moskauer Schauprozeß werden 11 frühere Volkskommissare als Angeklagte auftreten.
Die Italien-Reise des Führers wird in der ersten Maihälste erfolgen.
Generalfeldmarschall Göring spricht heute über den Rundfunk zum „Tag der Luftwaffe". Zu einem großen Erfolg Finnlands wurde in Lathi die Weltmeisterschaft über 5VKm. Der letzte Eintopssonntag im Gau Weser-Ems erbrachte rund 134 008 Reichsmark. SA.-Sturmbannsührer Kurt Wegner oerab- ichiedete sich »oim SA.-Sturmbann 3/75. Bremens Eisenbahngüterverkehr ist 1837 insbesondere durch erhöhten Kohlenumschlag ge-