Ausgabe 
(15.9.1937) Nr. 253
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BachrichtenblaN der Deutschen flrbeitssront Bremen

flmtsblatt des Senats der Zreien kjansestadt Bremen

Erscheint 7malwöchentl. Monatsbezug: ^2,38einschl.Zust°llgeb.: PoftbezügspreiSmonatl.2 38 U- 7 -«, (einscht, S0,S4 e^r Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar Postscheck: Hamburg 172 72. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch '" " "

s NL.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H., Bremen, Gceren 6/8 /

.auf Erstattung oder Ersatz. Fernsprecher: 84121 und 8tt 1b.

Nr. 255 / 7 . Jakrgang

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Mittwoch 15 . September 1957

Anzeigen-Grundpreise: Tie 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 2A7. die Ill-pm-Zeile im T-xtteil 7S 3^7. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Fomiiien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 8 (Nachlaßstassel 0,. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12)4 13)4 Uhr.

kmzelpreis 15 Kpf.

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Deutschlands Wille;ur europäischen kintracht

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Unser lagesspiiegel

Der Führer hat die Stadt der Neichspartei- tage am Dienstag verlassen.

Der Stellvertreter des Führers. Rudolf Heg, sprach zur gesamten höheren Führerschaft der Partei am letzten Tage des „Reichspartei­tages der Arbeit".

Die Führerrede aus dem Schlugkongreh in Nürnberg fand in der Weltpresse stärkste Be­achtung.

Der tschechoslowakische Altpräsident Masaryk ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

Die dreiwöchige japanische Offensive nördlich Schanghais endete erfolgreich mit der Ver­bindung der japanischen Armeen.

Die .Konferenz von Nyon" wurde mit der allseitigen Unterzeichnung des Mittelmeer­abkommens abgeschlossen.

Die Bremer Christian Hüter und Paul Otte schufen einen neuen Kulturfilm „Silbersegen des Meeres".

Am 18. und 19. September veranstaltet der BDSl. im ganzen Reich einen „Tag des deut­schen Volkstums".

Der Beginn der Leistungsschau des DRL.- Kreises Bremen verspricht einen hervorragen­den weiteren Verlaus.

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siusklang um Mternullit

0rr große Zapfenstreich der westrmachk

Nürnberg, 18. September.

' Während das Erlebnis der mitreißenden Schluß­rede des Führers aus dem Kongreß noch in aller Herzen nachklingt,, bereitet sich als letztes Schau­spiel des stolzen Tages unserer stolzen Wehr­macht und als offizieller Abschluß des Partei­tages selbst der große Zapfenstreich vor dem Füh­rer am Deutschen Hof vor.

Schon Stunden vorher stehen die Menschen am Rande des Ringwalls zu Tausenden und aber Tausenden, , um den feierlichen Abschluß mitzu­erleben und noch einmal am Ende dieser ereig­nisreichen Woche dem geliebten Führer zujubeln zu können.

. Mit dem Glockenschlag 12 marschieren alle zum Parteitag in Nürnberg zusammengezogenen Mu­sikkorps und Spielmannszllge der Wehrmacht und die Fackelträgerabordnungen aller drei Wehr­machtsteile in breiter Front vor dem Wohnsitz des Führers auf.

Der Vwdenweiler Marsch klingt auf. Auf dem Balkon in Höhe des ersten Stockwerkes steht der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hit­ler, ihm zur Seite der Reichskriegsminister Ge- neralfeldmarschwll von Blomberg und die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile Ge­neraloberst Göring, Eeneraloberst Freiherr v. Fritsch und Generaladmiral Dr. h. c. Rae- der. während die Generalität und die Admira­lität vor dem Hotel Ausstellung genommen haben.

Der Kommandeur des Zapfenstreiches erstattet dem Führer Meldung. Die Lichter verlöschen, aber um so Heller erglänzen dafür die vom Scheinwerferlicht angestrahlten Stadtmauern und der gleichfalls künstlich erhellte ehrwürdige Bau des flaggengefchmückten Germanischen National- mufeums.

Der Zapfenstreich beginnt. So hell es die Fan­faren in die dunkle Nacht schmettern, so still und inbrünstig ist das Gebet eines jeden, der hier steht:

„Daß Deine Gemeinde nicht Opfer der Feinde! Dein Name sei gelobt — Herr, mach uns frei!" Das Lied der Deutschen und das Horst-Wessel- Lied leiten über zum Zapfenstreich-Marsch, mit dem die Wehrmacht des deutschen Volkes und die Partei in ein neues Jahr der Arbeit und des Ausbaues treten.

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Die in Nürnberg weilenden Generale der Wehrmacht waren am Montagabend Gäste des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehr­macht Adolf Hitler im Hotel „Deutscher Hof".

kibreise des siitirers von Nürnberg

Nürnberg, 15. September. Am Dienstag verließ der Führer wieder die Stadt der Reichsparteitage. Aus der Fahrt vom „Deutschen Hos" zum Hauptbahnhof bereitete die Bevölkerung ebenso wie die vielen Parteitags- piiste dem Führer begeisterte Huldigungen. Aus dem Bahnsteig schritt der Führer unter den Klängen der Lieder der Nation die Front der Ehrenabteilung der sj-Standarte „Deutschland" ab. Zur Verabschiedung hatten sich u. a. einge- funden: Gauleiter Streicher, jj-Obergrup­penführer Schmanser, Hauptdienstleiter Schmeer, Generalbaninspektor Professor Speer, Oberbürgermeister Liebel. Mit dem Führer verließ auch sein Stellvertreter, Reichs- »ünistrr Rudolf Heß, Nürnberg.

vle Welt M Nürnberger füßrerrebe

«Me Volkstümlichkeit Hitlers ist ungekeuer!"

Berlin, 18. September.

Die Berichte, die eine Reihe ausländischer Journalisten über ihren Empfang durch den Führer aus der Nürnberger Burg am Sonntag veröffentlicht haben, lasten erkennen, daß die freimütige Aussprache mit dem Führer und Reichskanzler des neuen Deutschlands einen nach­haltigen Eindruck hinterlassen hat.

Die italienische Presse gibt ihre Berichte über diesen Empfang in größter Aufmachung wie­der. Auch in den englischen Blättern nehmen die Schilderungen hierüber breitesten Raum ein. Ebenso geben die Pariser Blatter an erster Stelle ausführliche Darstellungen von der Be­gegnung der ausländischen Pressevertreter mit dem Führer dos neuen Deutschlands. Das Echo in den amerikanischen Zeitungen, vor allem in den Newyorker Blättern, ist sehr groß. Aber auch. in der übrigen Weltpresse findet der Emp­fang der ausländischen Pressevertreter beim Führer allerstärkste Beachtung.

Besonders tief beeindruckt war der in Nürn­berg weilende Sonderberichterstatter derHavas- Agentur. Der Berichterstatter schildert, wie der Führer von dem gewaltigen Stadion quer durch die Vorstädte und engen Straßen der alten Stadt auf dem gewundenen Wege zur Burg hinaufge­fahren sei und sich überall eine unermeßliche Menge gedrängt habe. Die Begeisterung, die er

erlebt habe, fei nicht nur ein ungeheurer Beifall von Hunderttausenden in Uniform, von Zivilisten, Frauen und Kindern gewesen, sondern eilt brodelndes Ueberschäumen von Begeisterung und Freude, die sich sehr stark von der einfachen Neu- gierde hinzulaufender Zuschauer unterschieden habe.

Die Volkstümlichkeit Adolf Hitlers in Nürn­berg sei ungeheuer, und das Ansehen des Füh­rers des Dritten Reiches fei noch im Steigen be­griffen, wenn das überhaupt noch möglich sei.

Ueberall seien aus den geöffneten Fenstern pho- tographische Apparate auf Adolf Hitler gerichtet gewesen, und überall hätten sich die Arme zum Gruß erhoben. In seinem fast im Schrittempo fahrenden Wagen habe der Führer unermüdlich dem Beifall und den Grüßen geantwortet. Wenn man einige Schritte durch den engen mensch­lichen Korridor gefahren sei, so sei man nach we­nigen Augenblicken buchstäblich betäubt von dem Jubel der Beifallrufenden gewesen, die neben dem Wagen Herschritten, um erst dann zurückzu­bleiben, als das Auto den Vurggraben überquert hatte.

Auch der Vertreter der „N e w PorkTimes" unterstreicht, daß das Vertrauen des deutschen Volkes zum Führer besonders deutlich zu beob­achten gewesen sei, als er hinter dem Wagen des Führers durch die dichtgedrängten Straßen und Gassen- Nürnbergs zur Burg gefahren sei. Hier ist, so faßt der Korrespondent seine Eindrücke zu­sammen, ein neuer Glaube geboren, ein Glaube an ihn, den Führer., ,

Italien einmütig begeistert

Rom, 15. September.

Der Abschluß des Reichsparteitages, über den die italienische Presse seit seinem Beginn und während seiner ganzen Dauer täglich spaltenlang begeistert berichtet hat, wird am Dienstag von den Sonderberichterstattern ausführlich geschil­dert. Im Mittelpunkt steht dabei naturgemäß die große außenpolitische Rede des Führers und seine schon in den Ueberschriften hervorgehobe­nen und im Wortlaut wiedergegebenen Erklä­rungen über den Ernst der bolschewistischen Ge­fahr und die Haltung Deutschlands und Italiens gegenüber Spanien. Die Worte des Führers, die in Italien stärksten Widerhall finden, unter­streichen die Blätter mit Schlagzeilen wie „Un­erbittliche Logik" — „Die Verantwortung Mos­kaus" — „Probleme des europäischen Gleich-' gewichts" — „Deutschlands Politik der euro­päischen Zusammenarbeit" — „Deutschland will nicht den Einsiedler spielen".

Die großartigen Veranstaltungen der deutschen Wehrmacht werden als überwältigender Ab­schluß des Reichsparteitäges eingehend gewürdigt. In diesem Zusammenhang wird von den Korre­spondenten die Anwesenheit der starken italieni­schen Abordnung unter Führung von Staats­

sekretär Vastianini und des italienischen Mar­schalls Laviglis besonders hervorgehoben. Die herzliche Kameradschaft und die spontanen Kund­gebungen, mit denen die deutsche Bevölkerung ihre faschistischen Gäste aufgenommen habe, werde stets in ihrem Gedächtnis bleiben.

Auch in der o b e r i ta l i e n i s che n Presse wird die Rede des Führers in großer Aufmachung wiedergegeben. Der „Popolo d'Jtalia" ver­öffentlicht sie auf der ersten Seite mit der Ueber- schrift: „Hitler verherrlicht die gemeinsame

deutsch-italienische Aktion für die Verteidigung der Zivilisation gegen die bolschewistische Gefahr/"

In der „Stampa" heißt es, während in Nqon das alte Europa ein trauriges Schauspiel der Spaltung, Verwirrung und Schwäche bietet, werde in Nürnberg die große Kundgebung einer eisernen und aufbauenden Nation abgeschlossen, die sich um eine Idee, ein Werk und einen Willen schare, die eine Warnung für das Ausland bil­den müsse, «eil sie in zwei großen Nationen über­einstimme und ein System der Außenpolitik bilde, das eine Stütze der europäischen Stabilität sei.

. Die Führer-Rede findet auch in der römischen Abendpresse vom Dienstag stärkste Beachtung. Unter der Ueberfchrift „Europäischer Geist" er­klärt'die „Tribuna". in Hitlers wahrhaft groß­artiger Rede offenbare sich der wahre Geist Euro­pas, d. h. jener Geist/ der über alle nationalen Unterschiede hinweg dennoch ein Gemeingut aller iei, die seit 2000 Jahren an der Vervollkomm­nung einer gemeinsamen Kultur Anteil nehmen. Am schönsten komme dies in seinen an Frank­reich gerichteten Worten zum Ausdruck, bei denen man in seiner Stimme den Klang der Aufrichtigkeit gefühlt habe.

Nach einer eingehenden Würdigung der Er­klärungen des Führers, daß in der europäischen Gemeinschaft für die bolschewistische Pest kein Raum sei, betont das Blatt, daß Italien für die Freiheit und nationale Unabhän­gigkeit Spaniens- kämpfe und so seine Waffen in den Dienst der europäischen Waffe stelle. Auch wenn Italien ein ganzes Heer nach Spanien schicken würde, so könne dies nicht als Intervention bezeichnet werden. Der Bolschewis­mus versuche zur Bekämpfung des Faschismus diesem seine eigenen Ziele zu unterschieben. Das Wort des Führers ist deshalb im richtigen Augenblick gekommen, um derartige Verleum­dungsmanöver zu entlarven und das wahre Ge­sicht der politischen Lage aufzuzeigen.

verstöndnis in polen

Warschau, 15. September.

Die Politische Bedeutung der großen Schluß- reder des Führers in Nürnberg kommt in der po In i s.ch en Presse voll zu Geltung. Alle Blät­ter veröffentlichen den Bericht der polnischen Tslegraphenagentur in, großer Aufmachung. Ob­wohl sich die Blätter noch jeder eigenen Stellung­nahme enthalten, zeigen sie doch in ihren Ueber- schriiten, daß die Anprangerung des Bolschewis­mus und des Judentums als eine Gefahr für Europa auch in Polen verstanden wird.

„Kurjer Warszawski" schreibt in einem eige­nen Bericht, die Vorführungen der Wehrmacht hätten die Bewunderung der Zuschauer geweckt und gezeigt, daß die deutsche Armee in nichts den Armeen anderer Staaten nachsteht,

Profite Beachtung in London

London, 15. September.

Die Morgenblätter schenken der Führer-Rede größte Beachtung. In sämtlichen Berichten wer­den insbesondere die Worte des Führers über den Bolschewismus, Deutschlands Interessen in Spanien sowie die Sätze, die auf Frankreich und England Bezug nehmen, hervorgehoben. „Daily Telegraph" bringt den Nürnberger Bericht seines Korrespondenten als Hauptmeldung des Tages unter großen Schlagzeilen „Morning Post" bringt einen ausführlichen Reuter-Bericht über die Schlußrede des Führers unter der llsber- schrift „Hitler warnt Europa — Der Bolschewis­mus ist der Feind — Deutschlands Interessen in Spanien".

(Fortsetzung auf Seite 2j

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Masargk gestorben

Prag, 15. September.

Der tschechoslowakische Altpräsident Masa- ryk ist gestern früh um. 3.29 Uhr auf Schloß Lana im 88. Lebensjahr gestorben.

In einer kleinen und armseligen Eesindestube in Eöding. inmitten der weiten und heißen süd- mährifchen Ebene erblickte vor nunmehr über 87 Jahren als Sohn eines leibeigenen Kutschers der Mann das Licht der Welt, dessen Lebenskraft in den prunkvollen Räumen des in der Nähe von Prag gelegenen früheren Habsburgischen Schlosses Lana jetzt endgültig den Angriffen des Todes erlegen ist. Im Laufe der letzten drei Jahre wurden mehrmals Befürchtungen um den Altpräsidenten T. G. Masaryk gehegt, die allein schon im Hinblick auf das biblische Alter begründet waren. Aber immer wieder siegte der erstaunlich widerstandskräftige Organismus des Greises, der bis zuletzt den politischen Problemen seines Landes das größte Interesse entgegen­gebracht hat.

Es ist ein seltenes Schicksal, das diesem Men­schen beschieden war, der sich von den Jahren an, da er zum Mann reifte, zu der Erfüllung einer großen Mission berufen glaubte. Er suchte und fand den Weg des Kampfes um Realitäten, auf dem er entschlossen fortschritt, um das zu vollenden, was er sich vorgenommen hatte. Und T. E. Masaryk konnte als Krönung seiner Arbeit für sich den großen Erfolg buchen, daß er nach einem wechfelvollen Leben, in dem es Höhen und Tie­fen gegeben hat, noch rm Alter von 68 Jahren an die Spitze des von ihm ersehnten und vorbe­reiteten tschechoslowakischen Staates gestellt wurde.

Die politisch arbeitsreichste und schwerste Zeit begann für Masaryk, der nebenbei auch noch sei­nen wissenschaftlichen und literarischen Neigungen nachging — es ist eine große Zahl wissenschaft­licher und philosophischer Abhandlungen aus sei­ner Feder in den verschiedensten Sprachen erschie­nen — mit dem Ausbruch des Weltkrieges. War er in den Jahren vor 1814 bestrebt gewesen, das Staaten- und Nationalitätenproblem Oesterreich- Ungarns im Sinne einer Föderation zu lösen, so trat er bei Beginn des vierjährigen Völkerrin­gens sofort in offene Opposition gegen den be­stehenden alten Staat. Bis zu den schicksals­schweren Augusttagen 1914 war in ihm — man kann wohl sagen als erstem und einzigem — der Gedanke eines selbständigen tschechischen Staates' gereift und von diesem Zeitpunkt an galt der Durchführung dieses Gedankens sein weiteres un­ermüdliches Streben. Masaryk hatte erkannt, daß er sein Ziel nur vom Auslande her erreichen konnte. Im September 1914 verhandelte er be­reits in Amsterdam mit den Engländern, drei Monate später in Rom mit italienischen und süd­slawischen Politikern. Von dort zieht er mit sei­nen Thesen weiter nach Genf und Paris und be­gibt sich dann schließlich auf seine großen Aus­landsreisen. Auf ihnen nimmt er den Kampf um die Verwirklichung feiner Ideen auf, und er fin­det Gehör. Der weitere Verlauf seiner Bemühun­gen und die Entstehung dieses Staates ist zu be­kannt, um aus diesem Anlaß noch einmal in allen Phasen geschildert zu werden.

Als am 28. Oktober 1918 in Prag die Republik ausgerufen wurde, weilte Masaryk noch in Amerika. Wenige Tage später, am 14. November, wurde er von der revolutionären Nationalver- >annnlung, der die Deutschen nicht angehörten, zum ersten Präsidenten der neuen tschechoslowakischen Republik gewählt. Siebzehn Jahre hat Masaryk an der , Spitze die­ses Staates gestanden. Dann gab ers als 86jäh- riger das Steuer aus der Hand und zog sich auf seinen Ruhesitz Lana zurück.

Mit dem Verfall der Donaumonarchie versank für den nunmehrigen Staatspräsidenten Masaryk im Jahre 1918 eine Welt, die er persönlich als überlebt ansah. Sein Blick war auf eine neue gerichtet, als deren W'wberei'er er sich fühlte und deren Grundlagen er glaub:: in der Demokratie gesunden zu haben, T. E. Ma/aryk wurde zum .Propheten der Demokratie", für die eine neue Zeit anbrach, aber — und das entbehrt nicht einer gewissen Tragik in diesem langen Menschenleben

— ihm, dem glühenden Verfechter demokratischer oöeen, den Lebensabend etwas verdüsterte und

— wenn überhaupt — nur die Hoffnung auf Er­füllung in der Zukunft zurückließ,

^ Die Ereignisse während seiner 17jähriqen ataatssuhrung haben dem Präsidenten Malaryk gezeigt, daß er den Umbruch der gesellschaftlichen Ordnung in den Revolutionstagen von 1918 über- 'chätzi hat: ja, selbst in dem von ihm regierten Lande konnte er - obwohl mit den Machtbefug­nissen nunmehr ausgestattet — die Ideen und Plane >einer Jugend nicht in die Tat unlieben Der Träger des Satzes, daß das tschechische Volk nicht to naiv >ei, zu glauben daß sich ein selb- 'tan-blger tschechischer Staat neben Deutichland halten könne wenn seine deutsche Bevölkerung sich,aus die Dauer unzufrieden fühle deckte oder mutzte mit >eincm Namen die Gesetze und Mak- nahmen verantworten, die zur Not und Untcr- bruckung der Sudetendeutschen und ihrer kata­strophalen Lage geführt haben.

In diesem Zusammenhang darf rein sachlich und obiektw nur aus einige feststehende Tatsachen hingewiesen werden, die unter dem amtierenden Präsidenten Masaryk durchgeführt worden sind und die aus keinen Fall mit den Ideen eines sich demokratischen Grundsätzen verschriebenen Staates gebracht werde» können

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