Ausgabe 
(3.9.1937) Nr. 241
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Parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt Her Deutschen Arbeitsfront Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Meinen

Erscheint7mal wöchentl. Monatsbezug: 2,30 einschl. Zustellgcb.; Postbezugspreis monatl. 2,30

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Nr. 24! / 7. Ztchrgairg

frettag, 5. September 1S5?

kmzelpreis 15 Npf.

flöring verpflichtet das fluslandsdeutschtum

große Nede in Stuttgart: „Der Vierjahresplan die letzte und jicherste plattsorm Veutschlands!"

Zuerst die Heimat!

Stuttgart, 3. September.

Zu einem der eindrucksvollsten Höhepunkte der au grotzen Erlebnisse« so überaus reichen Fest­tage gestaltete sich die gewaltige Großkund­gebung, die am Donnerstagabend in der neu er­stellten Schwabenhalle mit dem Ministerpräsi­denten Generaloberst Göring stattfand.

Hermann Göring traf gegen 18 Uhr im Son- derzug auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof ein.

Unser lagesspiegel

Ein rotspanisches U-Boot versenkte einen britischen Tanker.

Die rotspanischen Mordbanden verschleppten einen deutschen Jungen.

Die Japaner haben weitere Forts vor Schanghai erstürmt.

Bei den Wirren in Nordchina wurde ein Reichsdeutscher verwundet.

Hongkong, wo eine Cholera-Epidemie wütet, wurde dazu noch von einem schweren Taifun heimgesucht.

Hermann Göring hielt vor den Ausländs­deutschen eine Rede.

In Emden fand die feierliche Amtsein­führung des neuen Oberbürgermeisters Karl Renken statt.

10 Söhne ehemaliger englischer Frontkämpfer wurden in Bremen empfangen.

232 Hitler-Urlauber aus dem bayerischen Hochland trafen als zweiter Marschblock aus dem Gruppenbereich Hochland in nnserer Stadt ein.

Bei einem Kreisappell der Nürnbergsahrer übergab Kreisleiter Blanke dem nenauf- gestellten Kreismnsikzng einen Schellenbaum. Im Zweisitzerfahren stellten Gerardin/Falk- Hansen einen neuen Weltrekord aus.

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Er schritt vor dem Bahnhof die Front der ange­tretenen Ehrenformationen ab, wobei er von der gewaltigen Menschenmenge, die den Platz dicht umsäumte, mit begeisterten Heilrnfen begrüßt wurde. Der Ministerpräsident begab sich dann in das Hotel „Graf Zeppelin". Die Anfahrt zur Schwabenhalle glich einem wahren 'Triumphzug. Der riesige Raum, der mit dieser ersten in ihr veranstalteten Großkundgebung zugleich seine würdige Weihe erhielt, war lange vor Beginn der Veranstaltung mit mehr als 20 000 begeister­ten Volksgenossen besetzt. Auch vor der Halle, wohin die Kundgebung durch Lautsprecher über­tragen wurde, hatten sich viele Zuhörer «inge- funden.

Auf 'der Tribüne bemerkte man Reichsaußen- minister Freiherr von Neurath, der freudig be­grüßt wurde. Außerdem sah man eine große An­zahl führender Männer der Partei, ihrer Gliede­rungen und der Wehrmacht. Die Heilrufe, die Hermann Göring bereits vor der Halle entgegen- drausten, schwollen zum Orkan an, als der Mi­nisterpräsident durch das Spalier der Ehren­formationen schritt. Mit demselben Jubel wurde auch Frau Emmy Göring begrüßt. Nach dem Einmarsch der Standarten betrat Gauleiter Bohle das Rednerpodium. Er wandte sich in erster Linie an seine Ausländsdeutschen, aber auch an die vielen Stnttgarter, deren Will­kommensgruß an den Ministerprä­sidenten er unter nicht endenwollendem Bei­lall in die Wort« zusammenfaßte: „Hermann Göring ist bei uns!" Auch die Ausländsdeutschen, so betonte der Gauleiter u. a., wollen sich unter keinen Umständen vorn Vierjahresplan aus­schließen.

„Her sichrer Handelt für euch "

Dann ergriff Ministerpräsident Göring das Wort zu einer groß angelegten, immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochenen und aus alle deutschen Sender und Kurzwellensender über­tragenen Rede. Er führte aus: Mein Weg kommt direkt vom Obersalzberg, und ich kann euch deshalb unmittelbar die Grüße eures Füh- überbringen, der immer nur an euch denkt und für euch handelt. (Beifall) Es beglückt mich besonders, paß ich in diesem Augenblick nicht nur zu euch, die ihr hier vor mir steht, sprechen darf, sondern daß durch den Aethcr hindurch Tausende und Hunderttausend« von Deutschen aus aller Herren Ländern im Geiste bei uns sind und nicht nur den Worten, sondern der ganzen Begeiste­rung lauschen, mitgerissen von diesem einzig­artigen wundervollen Tempo unserer Zeit und unserer Weltanschauung. Es ist für mich eine innere und große Freude, solch eine aufrichtige und tiefe Verbundenheit der Landsleutc, die es draußen weiß Gott nicht leicht haben, ihr Tage­werk vollbringen, zu sehen. Und zum dritten begrüße ich es, daß ich Gelegenheit habe, zu den Ausländsdeutschen über die schwerste Arbeit mei­nes Lebens zu sprechen, um Aufklärung zu geben über den gewaltigen Vierjahresplan, um euch zur Mitarbeit anszufordern, weil ich euch brauche, jeden einzelnen im Osten oder Westen, Süden oder Norden der Welt.

Ick) wünsche, daß ihr alle einen Funken jenes Geistes mitnehmt, der Deutschland neu gestaltet hat. Wenn euch die anderen, die nicht 'mitkom­

men konnten, fragen, dann sollt ihr reden und antworten mit der gleichen Eint, sprechen von den großen Dingen, die durch den Führer ge­schehen sind und geschehen werden. 2n den furcht­baren Zeiten der Not und der Schande nach dem Kriege hatten wir ein Deutschland, in 'dem Aus­ländsdeutsche über die Achsel angesehen wurden, weil man Deutschland überhaupt nicht mehr sah. Heute können in einem stolzen und starken Reich die Ausländsdeutschen das Haupt wieder stolzer uud freier erheben. Daran muß man sich wieder gewöhnen. (Langanhaltender Beifall.) Aber da­mit allein, meine auslandsdeutschen Volksge­nossen, ist es nicht getan. Nur der darf das Haupt kühn erheben, der ein Recht dazu hat und der Dankbarkeit empfindet gegenüber dem, der ihm dieses Recht wiedergab.

Welche Vorteile euch der Sieg des National­sozialismus gebracht hat, das brauche ich euch nicht aufzuzeigen, das habt ihr im Wandel der Jahre wohl am kräftigsten und besten gespürt. Um dieser Erfolge willen ist es aber auch not­

wendig, daß ihr das nicht hinnehmt als ein Ge­schenk der Vorsehung, sondern begreift, daß hier etwas geschaffen wurde, das nicht seinesgleichen in der Geschichte der Zeiten und Völker hat.

Das müßt ihr in euch tragen, dann werdet ihr zu jener Demut und Dankbarkeit kom­men, die wir von euch fordern müssen, und die Pflichten als Ausländsdeutsche erfüllen, die ihr als

NeprSsentanten unseres Neiches

tragt. Nicht auf die wenigen Botschafter und Gesandten allein kann es ankommen, sondern auf alle Deutschen, die im Ausland wohnen. Sie sind der Spiegel unseres Volkes und Reiches. Es ist notwendig, sich gerade in Augenblicken innerer Erhebung an die Vergangenheit zurückzuerin­nern, um in der Gegenüberstellung von einst und jetzt den ungeheuren Wandel zu erkennen. Dann werdet ihr erfassen, was der National­sozialismus ist, was er vollbracht hat und welch ein unsagbares Glück es ist, in dieser Zeit als

Nationalsozialist leben zu dürfen und welche große Verpflichtung dem deutschen National­sozialisten auferlegt ist.

Der Nationalsozialismus verpflichtet jeden Deutschen, ein fanatischer Nationalist und ein gläubiger Sozialist zu sein. Und ein Volk steht zetzt da, eine Geschlossenheit. Aus der Ohnmacht da alle gegeneinander stritten, ist jetzt eine Kraft geworden, eine Energie und ein Wille. Das hat sich spürbar in der Welt durchgesetzt. Das Deutschland der Klassen, Parteien und Stände ist gewesen. Die Zeiten der Schmach und der Schande sind vorbei. Eine Volks­gemeinschaft ist entstanden, und eine heroische Zeit beginnt. Ueber Länderinteressen, Parla­mentsgeschwätz und Willkür entstand ein starkes Reich, das heut« Schutz nicht nur den Deutschen hier, sondern auch den Deutschen draußen in der Welt zu geben bereit und zu geben stark ge­nug ist.

sFortsetzung auf Seite 2)

britisch» dampf» im Mittelmeer versenkt

kin knglimöer gelötet — Opfer bolschewistischer Piraten

London, 3. September.

Kaum sind die Nachrichten über den Angriff eines getarnten roten U-Bootes auf den britischen Zerstörer „Havoc" zur Kenntnis der englischen Oeffcntlichkeit gelangt, da wird bereits ein neuer ungeheuerlicher Zwischenfall im Mittelmcer ge­meldet:

Wie Preß Association berichtet, hat die Reederei des britischen Tankers „Wootford" ein Tele­gramm erhalten, wonach der Dampfer auf der Fahrt von Barcelona nach Valencia, 18 Meilen von der Küste entfernt, torpediert worden sei. Dabei seien ei» Mann getötet und sechs Mann verletzt worden. Der Zwischensall habe sich zwi­schen der Inselgruppe Columbretas und der Küste abgespielt. Die Verwundeten seien in Benicarlo an Land gebracht worden.

Reuter meldet ergänzend, daß der torpedierte Tanker drei Stunden nach der Aktion gesunken sei. Die Ueberlebenden der Mannschaft haben auf Rettungsbooten die Küste erreicht. Sie berichteten, das von ihnen gesichtete Unterseeboot habe Tor- pedoschüsse auf den Tanker abgegeben.

Deutschland gerechtfertigt

Späte Erkenntnisse an der Themse

(Oraütbsrioüt unsers« Berlins« Loüriktlsitung) Berlin, 3. September

Niemand wird die Bestürzung der englischen Öffentlichkeit über die kaum glaublichen Äillkür- und Piratenakte der Volschewisten mehr teilen als Deutschland. Es ist auf deutscher Seite auch volles Verständnis dafür vorhanden, daß in der britischen Öffentlichkeit nach diesen eindeutigen Lehren, die man am eigenen Leibe erfuhr, einschneidende Kollektivmaßnahmen der in Frage kommenden Mächte gegen eine Wiederholung derartiger Pi­ratenakte gefordert werden. Allerdings, so fragen wir uns heute, welches sind die Gründe, die die britische Politik veranlaßten, so spät zu dieser grundsätzlichen Erkenntnis zu kommen und zunächst den gefährlichen Weg unverständlicher Irrtümer zu bfchreiten, bevor sie sich zu Entscheidungen durchringt, die vor Monaten schon spruchreif waren!? Es kann heute nicht verschwiegen

.werden, baß die Zwischenfälle, die sich schon vor Monaten an der gleichen Stelle und durch das gleiche Piratengfindel ereignet haben, in ihren Folgen noch sehr schwerwiegender als der jetzige Angriff auf den britischen Zerstörer waren. Deutschland beklagt als Opfer des Bomben­angriffes auf die „Deutschland" eine Reihe von Toten, die im Dienste der Aufrechterhaltung der europäischen Ordnung gefallen sind. Die zwei­maligen Torpedoangriffe auf den Kreuzer „Leip­zig" sind noch in ebenso frischer Erinnerung.

Damals war es die britische Presse, die ein denkbar geringes Verständnis für die Em­pörung aufbrachte, die nach dem Bekanntwerden der verbrecherischen bolschewistischen Gewaltakte das ganze deutsche Volk erfaßte. Es mutz heute mit aller Eindringlichkeit daran erinnert werden, daß es große englische Blätter anläßlich der ver­suchten Torpedierung des deutschen Kreuzers „Leipzig" fertiggebracht haben, überhaupt die Tatsache eines Angriffes in Frage zu stellen. Maßgebende Londoner Blätter haben damals die „Fairneß" besessen, Deutschland zu verdächtigen und die Ehre der deutschen Kriegsmarine anzu­tasten. indem sie schrieben, daß die einwandfrei festgestellten Torpedoschüsse auf die „Leipzig" nur „in einer Sinnestäuschung der deutschen Osfiziere" bestanden hätten. In der Viermächtebesprechung vom 20. Juli in London war es dann vor allen Dingen die englische Haltung, die den von Deutschland geforderten Kollektivschritt zur Sicherung des europäischen Friedens gegen unerhörte bolschewistische Herausforderungen ver­hinderte. Es ist eine späte Genugtuung, daß die englische Presse heute, nachdem englische Schiffe selbst das Ziel bolschewistischer Angriffe geworden sind, die gleiche Haltung einnimmt, die damals allgemein hätte selbstverständlich sein müssen.

Im übrigen beweisen die Zwischenfälle im Mittelmeer. daß hier ein verbrecherischer Wille oberstes Gesetz ist, der die gesamte europäische Ordnung und damit den europäischen Frieden auf das gefährlichste bedroht. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß es sich bei den soge­nannten Unterseebooten „unbekannter Nationali­tät" um rotspanische U-Boote handelt, die den Auftrag haben, schwerste internationale Zwischenfälle zu provozieren. Die Frage nach den Urhebern der teuflischen Anschläge im Mittelmeer kann überhaupt nur mit der Frage beantwortet werden, wem diese unerhörten llebergriffe und die außerhalb jedes Rechtes und Gesetzes stehen­den Piratenakte dienen könnten und in wessen

Interesse sie liegen. Die Antwort auf diese Frage bedarf keiner längeren Ueberlegung. Es kann sich nur um die gleichen uitksrirdischen Kräfte handeln, die sich bisher schon über jedes Recht und Gesetz hinwegsetzten: Valencia pfeift aus dem letzten Loch und der stürmische Siegeszug der nationalspanischen Besreiungsarmeen ist für die bolschewistischen Mordbrenner unaufhaltbar geworden. Der Bolschewismus setzt in Spanien alles auf ein« Karte. Er weig, daß nur das größere Chaos, nämlich die Provozierung europäischer Verwicklungen, seine Lage noch beeinflussen könnte. Daher schon in den letzten Wochen die Ueberfälle rotspanischer Flug­zeuge — die nach den Aussagen bolschewistischer Gefangener mit nationalspanischen Erkennungs­zeichen versehen worden sind — auf Handelsschiffe großer europäischer Mächte. Die englische Öffent­lichkeit darf gewiß sein. daß sie Deutschland an ihrer Seite finden wird. wenn sie heute ebenfalls der Ansicht ist, daß diesem Piraten- und Gangster­tum ein radikales Ende gesetzt werden muß.

Bei der reichen Fülle von Kommentaren in der englischen Presse ist es jedoch außerordentlich auf­fallend, daß fast durchweg mit keinem Wort auf den von rotspanischer Seite gegen den deutschen Kreuzer „Leipzig" durchgesiihrten Torpedoangriss eingegangen wird. Dadurch soll augenscheinlich — wenigstens muß man es so annehmen — der Eindruck hervorgerufen werden, als ob dies der erste Ueberfall dieser Art wäre. Wie sollte man es sonst verstehen, daß z. V. der „Daily Tele­graph" naiv behauptet, es handele sich jetzt um den „ersten" Angriff eines U-Bootes auf ein Kriegsschiff im Mittelmeer.

Es ist demgegenüber interessant, daß italienische Blätter wie z. B. der Messagero" die auffallende Aehnlichkeit des Anschlages auf den Kreuzer „Leipzig" mit dem auf die „Havoc" hervorheben.

Auffallend ist es auch. daß fast die gesamte englische Presse, die die deutschen Feststellungen »Leipzig" glaubte anzweifeln zu müssen, zunächst fast durchweg annimmt, daß es sich um ein nationalspanisches U-Boot handele. Nur „Daily Expreß" und „Evening Standard" sind davon überzeugt, daß der Angriff auf den englischen Zerstörer durch ein rot-spanisches U- Boot durchgeführt wurde. Die Möglichkeit, daß es sich um ein U-Boot Francos gehandelt haben könnte, lehnt der „Evening Standard" ab, da in Francos Marine Disziplin herrsche und ein sol­cher Angriff nutzlos gewesen wäre.

Kar rote „Sonderkommando" wieder am Werk

fluch der englische Zerstörer von einem bolschewistischen U-Voot angegriffen

Salamanca, 3. September.

Zu den Torpedoangrifsen eines U-Bootes aus den englischen Zerstörer „Havoc" wird aus na­tionalspanischen Kreisen darauf hingewiesen, daß die beiden U-Voote der nationalspanischen Re­gierung sich seit längerer Zeit in der Viscaqa be­fänden und den asturischen Hafen von Eijon blockierten. Es könne sich also bei den Angriffen aus den englischen Zerstörer nur um ein rotes U-Boot gehandelt haben, da der Torpedoangriff auf die „Havoc" bekanntlich im Mittelmeer bei Valencia erfolgt ist. Die Valcncia-Volschewisten verfügten über sechs ll-Voote, von denen eins sich zurzeit im französischen Kriegshasen Brest befinde, wo der „Kommandant" um die Erlaubnis gebeten habe, eine Reparatur vornehmen zu dürfen. Die übrigen fünf U-Boote der Valencia- Bolschewisten befänden sich in rotspanischen Mit- telmeerhiisen.

Man erinnert dabei erneut an Aussagen sowjetrussi scher Gefangener. ' aus denen einwandfrei folgendes hervorgeht: 1. das Bestehen eines Sonde rflugko'mmandos in Murcia unter Befehl eines sowjetrussi- schen Obersten, der unter dem Namen Petrow auftrete und dessen Aufgabe es sei, mit Hilfe der ihm zur Verfügung stehenden Flugzeuge mit na­tionalspanischen Abzeichen durch Angriffe auf neutrale Schiffe, insbesondere englische Schiffe, zwischen England und der Franco-Regierung Zwischenfälle hervorzurufen, um so England aus die bolschewistische Seite zu ziehen, 2. das Be­stehen eines besonderen Marinebüros unter dem Kommando eines sowjetrussischen Kapitäns zur See in Cartagcna. das die gleiche Ausgabe zur See habe wie Oberst Petrow in der Luft. Der Leiter dieses besonderen Marinebüros in Carta- gena verfüge über unbeschränkte Vollmachten und dürfe für seine Zwecke jedes beliebige Fahr­zeug der rotspanischen Marine einsetzen, um den spanischen Konflikt auf möglichst viele Staaten auszudehnen. Man sei sich in Valencia klar dar­über, daß die Sache der roten Seite verloren sei,

wenn nicht noch ein Wunder geschehe und eine starke Hilfe von außen käme, zumal der große Sieg der nationalspanischen Truppen in Nord- spanien die Stimmung unter den bolschewisti­schen Milizen und insbesondere im Hinterland außerordentlich beeinflußt habe.

öas rote U-Voot versenkt!

London, 3. September.

Angehörige der Besatzung des Zerstörers „Havoc". der am Donnerstag wieder in Gibral­tar eingelaufen ist. erklärten zu dem Untersee- bootangriff. daß sie die Torpedos hätten ankom­men sehen. Die „Havoc" habe darauf Zickzack-Kurs gesteuert und auch Tiefenladungen abgegeben. Gleichzeitig habe der Zerstörer Sie in der Nähe befindlichen englischen Kriegsschiffe funkentele- graphisch von dem Angriff in Kenntnis gesetzt. Die Besatzung äußerte die Ansichr, daß das Unter­seeboot von den Schüssen getroffen und versenkt worden sei, da man kurz nach der Beschießung Oei auf der Wasseroberfläche gesehen habe.

Zuda und Nürnberg

Zwei Jahre nach der deutschen Judengesetz­gebung

Mit dem diesjährigen Reichsparteitag sind die Nürnberger Gesetze zwei Jahre in Kraft. Mit ihnen ist die biologische Trennung von Juden und Deutschen Gesetz geworden und für alle Zeit verwirklicht. Die Judenemanzipa­tion, ein besonderes Produkt aus den Ideen der französischen Revolution, ist damit für Deutsch» land aufgehoben worden. Trotz dieser zweijähri­gen Dauer ist die Hetze der Juden, der Zionisten wie auch der Assimilanten, noch nicht verstummt. Erst letztlich, auf dem Zionistenkongreß, ist die Frage wieder aufgeworfen worden. Wegen der Unsicherheit, mit der dieser jüdische Angriff von Kurt Blumenfeld — erfolgte, mehr in Ver­teidigung einer verlorenen Position als in der Ueberzeugung, einer gerechten Sachs zu dienen^ sei er hier ausführlich dargestellt.

Vlumenseld fürchtet, daß durch den Judenstaat,

— und schon allein durch die Diskussion Wer ihn

— „die Formel vom doppelten Staatsbürgertum" der Juden als antisemitisches Kampfmittel „in verstärkter Form auftreten wird". Wir müssen hinzufügen, daß seine Befürchtungen durchaus be­rechtigt find. Einer der ältesten Zionisten, Max Nordau, der Begründer der zionistischen Ide­ologie, hat schon in einem Aufsatz aus dem Jahre 1803 die Unvereinbarkeit von „Patriotismus" und Zionismus nach der Errichtung eines Juden­staates erkannt. Er war als Zionist auch Gegner der Judenemanzipation aus dem Geiste der fran­zösischen Revolution — genau wie wir National­sozialisten. Aber obwohl sich Vlumenfeld in seiner Rede ausdrücklich auf diesen Zionismus der Alten beruft — Nordau hat seine Ablehnung der Judenemanzipation offiziell auf dem ersten Zionistenkongreß im Jahre 1897 vorgetragen kommt er doch zu folgender Erkenntnis: „Durch den Judenstaat wird und darf keine staatsrecht­liche Veränderung im bürgerlichen Status der Welt erfolgen". Diese Forderung entbehrt im Zusammenhang mit seinen anderen Ausführun­gen jeder Logik. Das Merkwürdigste seiner Rede ist jedoch, daß er, ähnlich wie Herzl, die Bedeu­tung des Antisemitismus für den Zionismus trotzdem hoch anerkennt. Er sagt: „Mit aller Deutlichkeit werden wir aufs neue erklären müssen, daß wir nicht die Schöpfer, sondern die Erkenner der Judenfrage sind, daß die Existenz der Judenfrage die Voraussetzung für ihre Lösung durch den Zionismus war und daß der Judenstaat eine Konsequenz der tatsächlichen Verhältnisse ist, die schon vor 78 und 35 Jahren durch Pinsker und Hetz (Juden, Vorläufer des Zionismus. D. V.) richtig gesehen wurden". Herzl nannte den Antisemitismus bekanntlich ein „außerordentliches Erweckungsmittel" für das Judentum.

Die Nürnberger Gesetze werden in dieser Rede Vlumenfelds nicht genannt, wenigstens nicht in dem Bericht, den die „Jüdische Tele- graphen-Agentur" gegeben hat. Sie sind aber der eigentliche Ausgangspunkt für diese Ausein­andersetzung, die — das ist typisch jüdisch — wieder so kurzsichtig wie irgend möglich , ist. In der deutschen Gesetzgebung hat das Judenproblem eine staatsrechtlich gesicherte Form erhalten. Sie gibt auch den Juden Sicherheit, wenn sie dem Gesetz entsprechen. Kleinere oder größere Juden­pogrome wie in anderen Staaten, in denen die Judenfrage nicht staatsrechtlich geordnet ist, kommen in Deutschland nicht vor.

Die zionistischen Juden haben sich mit ihrer verleumderischen Hetze gegenüber der deutschen Judengesetzgebung gegen eine Entwicklung ge­stemmt, die ihre ältesten Führer sehr klar als notwendig und folgerichtig erkannt haben. Und zwar in der törichten Hoffnung, daß die Herr­schaft des Nationalsozialismus bald beendet sein würde. Sie haben die deutsche Judengesetzgebung, die für sie seit der Valfour-Deklaration das wich­tigste politische Ereignis war, auf schändlichste und niedrigste Weise bekämpft. Wir brauchen dabei nur an die Hetzreden des amerikanischen Zionistenführers, des Rabbi Stephan Wise, zu erinnern. Es gibt wohl eine Erklärung für die Kurzsichtigkeit der zionistischen Politik: seit der Valfour-Deklaration ist der Einfluß der Assimila- tionsjuden innerhald der zionistischen Bewegung sehr stark geworden. Aber diese Erklärung ist keine Entschuldigung für die Verantwortlichen, denn durch die Entwicklung des Antisemitismus Nachkriegszeit, die schließlich nur eine Folge jüdischen Verhaltens ist, hat eben die allgemeine weltpolitische Situation geändert.

Die Diskussion der Juden bestätigt jedoch ichlagend die politiiche Nichtigkeit der Nü-nin-a - Gesetze. Die Frage nach der neuen ..» i bürgerlichen Einordnung der Juden,

*) auch unseren Leitartikel in Nr. 239 „Sau­gende Blutegel'.