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parteiamtliche ^geszeitung
Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont vremen
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der Nationa
flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt vremen
sMlchl >,0.54 ^ Postzeitungsgebuhr) zuzugl..42 eAt Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zaklbar
Mcheck: Hamburg 17^72 Betnebsstörnngen begründen keinenAnspruch ausErstattung öderErsaN
^«.-Gauvcrlag Weser-Eins G. m. b. H., Bremen, Geeren 8-8 / Fernsprecher: 841 21 und 81115.
llk. 262 /?. Jahrgang
Das amtliche Verkündungsblatt des lieichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
Anzeigcn-Grundpreisc: Die 22 -mm--Zeile im Anzeigenteil 12 eH/. die 70-mw-Aeile im Textteil 75 >H-l. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.> sowie sonstige Bedingungen Preisliste 8 (Nachlabstassel 0,: Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschlutz >8 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr: Schristleitung Dienstag und Freitag >2)4 - 13)4 Uhr.
sreitag, 24. September 1SZ7
kinzelpreis 15 Npf.
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framosischer Konsul in Malaga verhaftet
Unser logesspiegvl
In Paris sind erneut 2 zaristisch« General«, vermutlich von Bolschewisten entführt, verschwunden.
Franco hat wegen des spanisch-französischen Zwischensalls scharfe Gegenmaßnahmen ergriffen.
Gewisse Pariser und Londoner Blätter gefallen sich schon jetzt in naiven Betrachtungen über Mussolinis Deutschland-Besuch.
B, Stohrer überreichte General Franco sein Beglaubigungsschreiben.
Das Nordatlantikpostslugzeug „Nordwind" stellte eine neue Rekordzeit auf. starke Regenfälle lassen Hochwassergefahr für siidbayern befürchten.
„Feindliche Bomber" griffen Vremen an.
43» Arbeiterwohnstätten entstehen zwischen Hastedter Heerstraße und Hohwisch.
48» Kameraden des Wilhelm-Decker-Marsch- Vlockes wurden im Rathaus empfangen.
Der Amerikaner Jenkins stellt in einer 24stündigen Rekordfahrt 13 neue Bestleistungen auf.
/MK die Seeleute L-iurid- /'e eim ...
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Hamburg lm -Naturzustand
Fliegerangriff auf den Hafen
Hamburg, 24- September.
Der mit großer Spannung erwartete Fliegeralarm überraschte die Hamburger Bevölkerung gestern mittag. Um 11.45 Uhr heulten die Sirenen über Hamburg. Fliegeralarm! Die Menschen eilten in den nächsten Sammelluftschutz- keller. Etwa ein halbe stunde nach dem Beginn des Alarms tauchten die ersten schweren Maschinen über der Hafenstadt auf und erfüllten mit ihrem'Motorendonnern die Luft: Dazwischen bellten Maschinengewehre und' Flakgeschütze. Den ..blauen" Flugzeugstreitkräften war es am Donnerstag gelungen, bis nach Hamburg vorzudringen, wo sie den Hafen, und vor allem Werft- und Industrieanlagen mit Bomben zu belegen. Kurz nach 13 Uhr war die Gefahr für die Bevölkerung vorüber. Stille Entwarnung wurde gegeben und bald darauf belebten sich die Straßen wieder.
Versuch zur Nassenschande strafbar
Eine grundsätzliche Entscheidung des Reichsgerichts
(Ligsvsr ösriobt dsr „Lrsivsr AsitnvZ")
Dessau, 24. September.
2n nichtöffentlicher Sitzung wurde vor der Aiaskammer des Landgerichts Dessau gegen den jüdischen Augenarzt Nutzbaum verhandelt, der im Vorjahre zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden war, weil er sich an einem 22jährigen deutschen Mädchen unsittlich vergangen hatte. Gegen dieses Urteil des Landgerichtes, das nur tätliche Beleidigung angenommen hatte, wurde nun durch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Der Angeklagte hatte seine Stellung als Augenarzt mißbraucht und in frecher, dreister Art versucht, seinen Gelüsten an einem deutsch- biütigen Mädchen zu frönen. Obwohl das Gericht für erwiesen erachtete, daß der Angeklagte den Willen zum geschlechtlichen Verkehr gehabt habe, kam es in bezug auf versuchte Rassenschande zum Freispruch.
Zu diesem Urteil verlauibarte das Reichsgericht, daß im Sinne der Durchführungsverordnung zum Blutschutzgesetz auch jeder Verbuch zur Be- tätigung geschlechtlicher Handlungen zwischen Juden und Deutschblütiaen. strafbar sei. Daß der Angeklagte versucht habe, mit der Zeugin Geschlechtsverkehr zu treiben, könne nicht zweifelhaft mir. Der festgestellte Sachverhalt hätte ergeben, da« der Angeklagte der Zeugin fortgesetzt in stets gesteigerter auf beabsichtigte geschlechtliche Be- phungen hinweisender Form gegenübergetreten >« Die Handlungen des Angeklagten stellten sich ' ° nicht nur als Vorbereitung, sondern bereits "-iBersuchshandlung zur Rassenschande dar. Diese S'didsätzlichen Auslegungen ließen keinen Zwersel M übrig daß der Jude Nußbaum der Rassen- M»de schuldig sei. Das Gericht verurteilte den Angeklagten demnach nicht wegen vollendeten, «ern wegen versuchten Vergehens gegen das^ zum Schutze des deutschen Blutes und der Stichen Ehre zu insgesamt neun Monaten Gefängnis.
Viiltigkeiksdauer oerlängeri
Berlin, 24. September.
...Der Reichskommissar für Preisbildung ver- Mentlicht im Reichsgesetzblatt die 6. Verordnung über Ordnungsstrafen bei lleberschreitungen von Preisfestsetzungen für Lebensmittel. Durch diese Verordnung wird die Gültigkeitsdauer der 2. Verordnung vom 5 Dezember 1935 um ein weiteres Halbjahr bis zum 31. März 1938 .verlängern
Unterdrückung der deutschen öchule
Bromberg, 24. September.
Der deutsche Lehrer Pflaum erhielt durch Verhüttung des staatlichen Schulinfpektorats in Neu- tomi'chel die Anordnung des Warschauer Kultusministeriums zugestellt, aus der hervorgeht, daß -M-r Pflaum von der deutschen Schule in Paproc im Kreise Neutomischel an eine rein polnische Schule im Kreise Kosten versetzt worden
Durch diese Verfügung ist der neunte deutsche ^hrer aus dem Kreise Neutomischel versetzt worden. t
Me folgen Ves vrestrr Zwischensatzes
sramos öegenmaßnalimen
Sän Sebastian, 24. September.
Zu dem Zwischenfall im Hafen von Brest wird von amtlicher nationalspanischer Stelle erklärt, daß die Behauptungen der französischen Linkspresse, die an dem Vorfall Beteiligten seien mit de.n Urhebern der Bombenanschläge in Paris identisch, Unterstellungen sind, die auf das entschiedenste zurückgewiesen werden. Die Erenz- kommandantur von Jrun und ihr Chef Tron- cosco hätten stets das größte Vertrauen General Francos gehabt und Frankreich oder den Franzosen gegenüber nur stets' freundliche Gefühle und Entgegenkommen gezeigt, was am besten dadurch zum Ausdruck komme, daß täglich zahlreiche Franzosen nach Nationalspanien ein- und ausreisten. Wenn der Zwischenfall von Brest in der französischen Presse so sensationell aufgemacht werde, so seiendabei politisch-te-ndenziöse Gründe maßgebend. Die Verhaftung des
nationalspanischen Grenzchefs innerhalb der Bannmeile und ohne vorherige Benachrichtigung verstoße gegen alle internationalen Gepflogenheiten. Es läge nicht im entferntesten ein Angriff gegen Frankreich vor, da das U-Boot „C 2" spanisches Eigentum sei und mit Einwilligung der Besatzung fahren könne, wohin es wolle. Die Auseinandersetzungen hätten sich ausschließlich auf spanischem Boden abgespielt und von einem Verbrechen könne höchstens auf der Gegenseite gesprochen werden, da der bei dem Zwischenfall ums Leben gekommene ein Nationalspanier sei und die Nationalen von ihrer Schußwaffe keinen Gebrauch gemacht hätten.
Als Auswirkungen des Vorfalls in Brest werden seit zwei Tagen keinerlei ausländische Zeitungen mehr nach Nationalspanien hereingelassen. Außerdem sollen, wie aus Paris gemeldet wird, Verbannungsbefehle gegen sieben in Sän Sebastian und Jrun ansässige Franzosen, die kürzlich auf Antrag eine Gnadenfrist erhielten, nunmehr binnen 24 Stunden vollstreckt werden.
Nach einer in Gibraltar aus amtlicher Quelle vorliegenden Meldung ist der französische Konsul in Malaga im französischen Konsulat von den nationalspanUchen Behörden in Haftzustand versetzt worden. Es ist ihm verboten worden, das Konsulat zu verlassen. Wie man weiter aus Paris hört, sollen gegen den französischen Konsul in Malaga außer dem Stubenarrest keine weiteren Vergeltungsmaßnahmen für die Verhaftung des Majors Troncoscos geplant sein. Das in sowjetspanischen Händen befindliche U-Boot „C 4" wird im Hafen von Bordeaux durch einen spanisch-bolschewistischen Dampfer, der mit zwei Geschützen und mehreren Maschinengewehren bestückt ist, geschützt. ^
Der in Bayonne verhaftete Kommandant von Jrun Major Troncoscos hat Bayonne in der Nacht zum Donnerstag unter polizeilicher Begleitung verlassen. Nach einem zweistündigen Aufenthalt auf der Polizeiwache des Bahnhofs von Bordeaux ist er vormittags nach Brest übergeführt worden.
kin Sang über das „Schlachtfeld
tiberquerung See Vst-Peene — Vegegmmg mit dem „sieleler-Llorch'
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(Üligsosi Oiabtdsriebt ckor „Ursmsr 2 situng")
Rostock, 24. September.
Der größte Teil der Truppen, die wir auf unserer Fahrt durch das Schlachtfeld trafen, befindet sich, angefangen bei den Uebungen der kleineres Verbände und der Armeekorps, bereits seit etwa vier Wochen im Manöver. Trotzdem sie oft Marschleistungen bis zu 5V und 80 Kilometer am Tage zu leisten und vielleicht nur wenige Stunden Schlaf gesunden haben, ist die Stimmung unter ihnen prächtig. Aber es war nicht immer ganz einfach, die gut versteckten Trupps zu finden. Bei der Taktik des modernen Feldheeres sind die Truppen so gut gedeckt, daß man selbst bei einer -langen Fahrt durch das Manöoergelänüe nur hier und da einen Posten, für ein paar Augenblicke einen Trupp vorgehender Schützen oder ein gegen Fliegersicht getarntes Fahrzeug sieht.
In der Nacht zum Mittwoch wurden im Raum Prenzlau—Anklam—Neubrandenburg große Trup- penverschiebungen vorgenommen. Die 12. blaue Infanteriedivision versuchte südostwärts von Malchin einen Durchbruch, der jedoch an dem harten Widerstand des Gegners scheiterte. Auch in der Gegend von Neubrandenburg gewannen die blauen Kräfte Raum. In der Ostsee war es im Verhältnis zum Vortag ruhig. Ein Teil der -Truppentransporte, die, wie wir gestern berichteten, glücklich den Hasen von Swinemünde erreicht hatten, mußte wegen Anhäufung von Schissen im- Hafen nach Stettin umgeleitet werden.
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Um von dem Kamps um die Seenenge zwischen Demmin und Waren etwas
zu sehen, fahren wir durch Malchin und treffen nordöstlich davon aus die ersten „blauen" Infanteristen. Die „blaue" 32. Division war am Mittwoch zum Angriff zur Oeffnung der Seenenge angesetzt worden: .Sie war westlich von S taue nha gen auf den Feind gestoßen, Die Infanterie-Regimenter 4 und 96 hatten angegriffen und waren beim weiteren Vorgehen am Donnerstag früh bis knapp vor Malchin gekommen.
Einen anderen Eindruck vermittelt ein Besuch auf dem Gesechts st and der 32. Division in ver Nähe von Stavsnhagen. Wir waren unterwegs an leichten Feldchaubitzen und schweren Abteilungen vorbeigekommen, die im Feuerkamps eine Lage nach der anderen auf den „roten" Gegner am Südranö des Malchiner Sees legten. Hier wird uns geschildert, was alles zur Besehls- gebung einer Division gehört, obwohl man auch danon bei der Verteilung in Gehöften im Gelände nichts sieht Der Kommandeur. Generalleutnant von Falkenhorst, ist mit seinem General- stabschef über Karten gebeugt. Strippen lassen die Nachrichtenzentrale ahnen. Auch dieser meist hinter der Front liegende Eefechtsstand ist gegen Ueberraschungen gesichert.
Wieder vorn beim Regiment 96 beobachten wir den Uebergang über die Ost-Peene. Die Angriffstruppen schlängeln sich in kleinen Trupps und in weiter Entwicklung durch die Falten des Geländes und durch das verstreute Buschwerk, so daß man immer nur einzelne zu sehen bekommt. Artillerie-Beobachtung ist vorne. MG. überwachen das Borgehcn und wenden sich vor allem gegen die starke MG.-Verteidigung auf den jenseitigen Hängen.' Auf einer weiteren Fahrt nach Norden treffen wir im Niemandsland zwischen Blau und Rot Ecneralfeldmarschall von V l o m b e r g. Ein Stück weiter bei Dar- gun steht das Infanterieregiment 16 in einer
schwierigen Verteidigung, nachdem die vorderste Linie und die Nachbarn bereits geworfen sind.
Als wir auf dem Schießberg unweit Zettemin gemeinsam mit General der Infanterie Adam, dem Kommandeur der Wehrmachtsakademie, das Vorgehen der „blauen" Truppen über den Ost- Peene-Abschnitt zur Erreichung der Seon-Enge südlich des Malchiner Sees verfolgen, nähert sich in überraschend langsamem Flug ein Flugzeug der Manöverleitung. Wie es. fast ohne von der Stelle zu kommen, knapp über uns steht, erkennen wir am Steuer den Chef des Technischen Amtes der Luftwaffe Generalmajor 1l d e t und dahinter General Milch. Das Flugzeug umkreist uns noch einmal, und in kurzer Schleife setzt Generalmajor Udet ganz in unserer Nähe die Maschine auf den Wiesenhang. Die Landegeschwindigkeit ist so gering, daß das Flugzeug nur zwei bis drei Meier rollt. Es ist ein Fieseler- Storch. Generalmajor Udet erklärt uns die interessante kleine Maschine. Es ist ein sogenanntes Verbindungsflugzeug, das den Zweck hat, unabhängig von irgendwelchen Flugplätzen mit geringstem Start vom Boden wegzukommen und ebenso sicher auch in unebenem Gelände zu landen. Dabei bietet es bei seiner Bauart gute Beobachtungsmöglichkeiten auch nach unten. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 180 bis 200 Kilo- meter in der Stunde beträgt die geringste Geschwindigkeit bei stehender Luft 45 Kilometer; bei Gegenwind in der normalerweise vorhandenen Stärke sinkt die Geschwindigkeit auf 20 bis 30 Kilometer. General Milch erläutert das dann noch drastisch, daß der Fieseler-Siorch bei einem Gegenwind von 45 Kilomeiern steht und bei SO Kilometern Gegenwind langsam rückwärts fliegt. Dieses Stehvermögen des Flugzeuges in der Luft gibt natürlich eine ganz besonders gute Möglichkeit der genauesten Augenbeobachtung.
11 äs vei'(lu»lcvlte*I!rei>wn vom Vollmond Iiosctiivueo.
Tlnknalimo: Jclimidt.
Abstecher nach Vremen
Unter dieser Uebcrschrift schreibt der Haupt- schristlcitcr des „Angrisss", Schwarz von Berk, in seinem gestrigen Leitartikel:
Eine braunrote Staubwolke geht alle paar Minuten über den Bremer Kai hinweg, jedesmal, wenn der Greifer mit seiner Beute aus dem Lchifssrumpf hochsteigt und sich über dem kleineren Schleppkahn öffnet, der neben ihm liegt und sie Ladung zum nahen Hochofen bringen wird. Früher hätte nie einer auf die Löschung einer so gewöhnlichen Ladung geachtet, aber jetzt, wo der letzt« Arbeiter im Hafen weiß, wie sehr wir auf Erze angewiesen sind, jetzt kann man sich das schon einmal zehn Minuten lang ansehen, und man denkt sich allerlei dabei. Der Hafen ist seit 1929 nie wieder so voll Leben gewesen wie heute. Als ich im Zimmer des Bürgermeisters saß, lief gerade die Meldung ein, daß es draußen beim Verladen und Löschen an Arbeitern fehl«. Allerdings habe ich im Tage vorher schon bemerkt, wie die Züge mit Koks auf mehreren Gleisen nebeneinander standen und warteten. Dabei ist Bremen mit seinen 300 Kilometer Hafengleisen und seinen wendigen Wippkränen für seine flotte Arbeit bekannt.
Nicht um das Loblied eines Hafens zu singen, schreibe ich dies, sondern nur, weil mich dieser Hafen wieder deutlich gelehrt hat, alle Dinge im großen Zusammenhang zu sehen und von den Verladerampen und Schienen weit ins Land hin- ' einzubeulen und in die Welt hinauszuschauen. Wir arbeiten am Vierjahresplan, aber gleichzeitig leben unsere Welthäfen. In den Augen der Welt sind wir Autarkisten, aber die Bremer wollen zum Beispiel einen großen Autobahnhof bauen, weil die Zufuhr der Exportlasten auf den bisherigen Parkplätzen nicht mehr zweckmäßig unterzubringen ist. Unsere Flotte wurde stolzester Schiffe beraubt. Heute sind wir wieder die Schiffbauer vieler Völker geworden, und könnten die Lieferanten der ganzen Welt sein, wenn wir nicht selber so viel für eigene Rechnung auflegen müßten. In Bremen ist dies zu sehen. Häfen sind Orte, an denen Unterricht über Weltpolitik gelehrt werden sollte, weil in ihnen sich der Umschlag wirklicher Leistung vollzieht. Bremen i st aber m e hh: als ein Hafen. Es ist eine große Werkstatt, man hat sich hier nie darauf beschränkt, gute Handelsgeschäfte zu machen. Der Arbeitsfleiß dieser niederdeutschen Menschen hat immer versucht, die Ware, die hereinkommt, gleich an Ort und Stelle vorzunehmen und zu veredeln, wie die Bremer auch nicht alles dem Ruhrgebiet oder den sächsischen Jndustriebezirken überlassen wollen.
In diesem Jahre können wir ein Beispiel bremischen Arbeitseifers beobachten. Ich meine die neue WaIindustrie an der Weser. In den Zeitungen sind in diesen Tagen die Bilder von einem deutschen Walfangschiff gezeigt worden. Die Bremer haben die älteste Walfang- tradition in Deutschland. Aber zwischen den Speckjägern des 17. und 18. Jahrhunderts und den Männern, die heute unter der Anleitung eines hochbezahlten norwegischen Walfangmeisters für uns in die Walgriinde fahren, besteht derselbe Unterschied, w,e zwisch-.-n den mit- telallerlichcn Hauswirtschaften und einem modernen Turbinenwerk.
In der Fangzeit von 1930 bis 1931 wurden 45 000 Wale von den Flottillen aller walfang- treibenden Nationen erlegt. Die Schiffe sür die Walflotten werden von der Deschimag AG. Weser die Fangdampfer vom Bremer Vulkan gebaut! Das erste Harpunengeschütz ist eine Ersinvung des Bremer Büchsenmachers Cordes. Eine ganze Reihe von Firmen ist an der Ausrüstung und an den Geräten beteiligt. Die Bremer sind stolz auf diese gemeinsame Leistung. Wenn im vorigen Jahrhundert in der Direktion der Bremer Walkompagnie Uhrmacher, Tischlermeister und Lotzgerber saßen, die mit ihren kleinen Ersparnissen Anteile sür dieses Unternehmen erwarben. so hat sich diese Unternehmungslust in unseren Tagen in größerem Stil wieder einge- sunden. Die Bremer freuen sich darüber und in ihrem vollgefüllten Museum neben dem Bahnho; liaben sie doch noch Platz gefunden, das erste oeulsch« Wal;ang-Museum einzurichten. Der kaujmännisch« Geist ist unter hansischer Kultur ausgewertet und es sind nicht nur vie edlen Fassaden seiner reichen Bürgerhäuser, die diesen Wert vorzaubern, es ist eine Regsamkeit, die bei jedem Geschäft und jeder Arbeit Deutschland vor der Welt vertritt.