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parteiamtliche ^geszeitung
Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront vremen
der Nationalsozialisten Nremens
Amtsblatt des Senats der Arien kjansestadt vremen
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Ml W,54 P° tz-itunFge.bühr) zuzügl. 42 ^ sK-llgeld BezuAprK sit!m »- begründen keinen Anspruch aus Erstat'
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keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz. Gecren 8-8 / Fernsprecher: 541 21 und 51115.
Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
Nr. 260 / ?. Jahrgang
Mittwoch, 22. September 1S57
Anzcigen-Grundpreisc: Die 22-wm-Zeiis im Anzeigenteil 12 3H/, die 7v-mm-Aeile im Textteil 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familicn-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis' liste 8 (Nachlaßstassel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschlutz 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12 -L-1M Uhr.
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vegmn der „Schlacht" in Mecklenburg
kinsatz starker kinsteilen des steeres, der Kriegsmarine und -er Luftwaffe unter öeneralfeldmarschall von Momberg
Vetirmachtsmanöver
'(LiZensr Drs.üil>sriclit äsr „Lisrnsr 2sitzrrnA") Swinemünde, 22. September. Die großen Wehrmachtsmanöver, die sich in der Hauptsache in Mecklenburg und Pommern sowie — durch die Teilnahme der Kriegsmarine — in der Lstiee abspielen, haben ihren Anfang genommen. 2n der heutigen Zeit reichen die üblichen Manöver der kleineren Einheiten nicht mehr aus, um die Schlagfertigkeit der Truppe im Ernstfall
Unser lagesspivgel
Japanische Truppen schnitte« den Chinesen den Rückzug ab.
In Tunis kam es zu einer dreisten antifaschistischen Provokation.
Italien, England und Frankreich wollen in Paris zu einer neuen Mittelmeerkonferenz zusammenkommen.
Die großen Wehrmachtsmanöver haben begonnen.
Die Luftschutziibungen in der Reichshauptstadt finden Bewunderung im Ausland.
Gauleiter Rover sprach zur Gefolgschaft der Nordseewerke in Emden.
Vizeadmiral Boehm wurde zum Chef der Mariirestation der Nordsee ernannt.
Der Bremer Teilnehmer an der Jtaliensahrt der 456 Jungvollsührer berichtet von seinen Erlebnissen.
Reg. Bürgermeister SA.-Gruppenfiihrer Vöhmcker führte den neuen Leiter der Inneren Verwaltung ins Amt ein.
Bremen wurde im Rahmen des Manövers durch Flak gesichert.
In Osterholz-Scharmbeck wird Ende Oktober die Rheqdter Maschinen- und Apparate-Vau- anstalt G. m. b. H. in dem früheren Frerichs- werk ihren Betrieb eröffnen.
Der Meksterfahrer Hans Stuck trennt sich von der Autounion.
p zeigen. Deshalb sind in diesem Jahre erstmalig sinke Einheiten des Heeres, der Kriegsmarine «»der Luftwaffe zusammengezogen worden, um im großen Rahmen die operative Zusammenarbeit tcr drei Wehrmachtsteile und ihre einheitliche Führung zu erproben. Diese Tatsache ist ein erfreuliches Zeichen für die großen Fortschritte des seit dem Vorjahr tatkräftig geförderten Ausbaues und der Schlagfertigkeit unserer drei Wehrmachtsteile.
*
Die Stärke der Parteien
An dem Manöver nehmen daher teil: born Heer bei Blau eine Armee mit zwei Armeekorps, bei Rot ein Armeekorps, dazu starke motorisierte Panzerkräfte; von der Kriegsmarine bei beiden Parteien Panzerschiffe, Kreuzer, Zerstörer, Torpedoboote, Minensuchstreit- kräfte, Ü-Boote und Kleinbootverbände; von der Luftwaffe bei beiden Parteien Kampfoer- bände, Aufklärungsverbände, Jagdverbände und Flakeinheiten. Kriegsmäßig werden durch Einheiten der drei Wehrmachtsteile dargestellt: die
Kampfhandlungen des Heeres nördlich der Linie Angermllnde — Neustrelitz — Waren — Schwerin: die der Luftwaffe im Raume Stolp — Emden — Paderborn — Sagan. Bei der Kriegsmarine kommt der gesamte Seekrieg in der Ostsee durch Flotte. Seeflieger und Küstenschutz zur Darstellung. Angenommen werden nur die Kampfhandlungen i'n der Nordsee und im Atlantik.. 2m Manöver sind ausschließlich Volltruppen, die in I^i Beziehung zum kriegsmäßigen Einsatz keinen.
lüe Gesamtmanöver werden durch den Ober- «l'ehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall °«nBlomberg, vom Fliegerhorst Tutow bei fstmmin aus geleitet. Für die drei Wehrmachts- keile sind unter den Oberbefehlshabern des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe Urne Leitungsstäbe in Neubrandenburg in Mecklenburg, Swinemünde und Gatow bei Berlin latig. Die blaue Partei wird von General der Infanterie von Rundstedt, dem Oberbefehlshaber der Gruppe I, geführt, die blauen Seestreitkräfte von Admiral Carls, die blauen Luftstreitkräfte von General der Flieger Kaupisch, ?em Kommandierenden General des Luftkrei- ies II. Parteiführer von Rot ist General der Kavallerie Knoch.enhauer, der Kommandierende General des X. Armeekorps. Die Führung ver roten Seestreitkräfte hat Vizeadmiral ^oehm. die der roten Luftstreitkräfte General °er Flieger Halm. der Kommandierende General des Luftkreises VII.
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Sie flusgangslage
.Die Manöverleitung hat einen „Rot einen „Blau"-Staat angenommen, die ^ ^.einiger Zeit im Kriege befinden. Zwilchen Blau im Osten und Rot im i— Mt von dem westlichen Rügen z Uwerin und Waren in Mecklenburg Afagdeblirg nach Süden westlich des L«
^vstriegebietes. ^rs zum 2V. Septembl weoer zu Lande noch zur See und in d<
eine.wesentliche Entscheidung gefallen. Rot war bei seinem Angriff gegen das blaue Industriegebiet im Süden auf erbitterten Widerstand gestoßen. In der Mitte der Front und nördlich der Elbe bei Magdeburg hatten nur unbedeutende Kämpfe stattgefunden. Der Aufmarsch der blauen Kräfte war zum Manöverbeginn noch nicht beendet: Die Kämpfe zur' See haben sich auf
Minen- und ll-Bootkrieg sowie auf unbedeutende Zusammenstöße leichter Untersee-Streitkräfte beschränkt. Eine starke blaue Transportflotte war in Pillau und Königsberg zusammengezogen. Die Einschiffung ostpreußischer Truppen hatte bereits begonnen. Die Vorherrschaft in der Luft war von keiner der beiden Parteien errungen worden. Hohe Verluste und ungünstige Witterung hatten in den letzten Tagen zu einem Abflauen der Kampfhandlungen geführt. So war die Ausgangslage bei Beginn der Manöver am Montag früh.
0er erste sag
Auf Grund dieser Ausgangslage, die einen neuen Abschnitt in einem bereits im Gange befindlichen Kriege einleitet, ergab sich am Abschluß des ersten Manövertages folgende Lage: In Fortsetzung der bereits eingeleiteten Operationen griffen starke rote Kräfte auf der allgemeinen Linie nördlich Melchow—Teterow— nordostwärts Enoien an, wobei auf dem rechten Flügel südlich dos Malchiner Sees starke Panzerkräfte zum Einsatz kamen. Diesen gelang es, die südlich des Malchiner Sees stehenden schwächeren blauen Kräfte zu durchbrechen und ostwärts des Malchiner Sees nach Morden eindrehend in allgemeine Richtung Stavenhagen vorzustoßen. Motorisierte rote Teile gingen bei Penzlin vor. Blau gelang es nach schweren Kämpfen, am Abend etwa die allgemeine Linie Vrudersdorf—Neu-Kalen—Teterow—südlich Mal- chin und damit die Brückenköpfe bei Demmin und Malchin offenzuhalten. Nördlich davon konnte in Tribsees über den Trebel-Recknitz-Abschnitt vorgegangene rote Kavallerie zurückgeschlagen werben.
Auf See wurde die Eefechtsberührung auf Eruno von Meldungen der Luftaufklärung trotz
recht schlechter Sicht herbeigeführt. Es kam zu bisher ergebnislosen Eefechtshandlungen zwischen den beiderseitigen schweren Einheiten. Zwischen U-Booten und U-Bootjägern entwickelten sich verschiedentlich Kämpfe, wobei aus beiden Seiten Ausfälle eintraten. Im übrigen waren Klein- bootoerbünde beider Parteien im Wach-, Siche- rungs- und Minensuchdienst eingesetzt.
Im Laufe des Dienstags erlangte die Arbeit der Kriegsmarine größere Bedeutung. In der Zusammenarbeit der Wehrmachtsteile zeigten die Seeleute ihren Einsatz zur Erfüllung ihrer Auf- aben als Teil des Ganzen. An der . Küste errschte ein lebhafter Betrieb von Aufklärungsflugzeugen. Auf den Hafen der Festung Swinemünde wechselten Zerstörer und Schnellboote herein und hinaus. Die Aufrechterhaltung der Seeverbindung mit Stettin ist' eine entscheidend wichtige Aufgabe. Diese Sachlage lenkt naturgemäß die besondere Aufmerksamkeit des Gegners auf sich, der versucht, die Verbindungswege abzuschneiden oder wenigstens stark zu stören. Durch Einsatz von U-Vooten und Legen von Minen -hat er hierzu ein wirksames Mittel in der Hand. Deshalb werden die von Ostpreußen nach Swinemünde zu überführenden Transportschiffe nicht einzeln auf den Weg geschickt, sondern im Abgangshafen zu Eeleitzüaen zusammengefaßt. Die Sicherung der Geleitzüge ist im allgemeinen zusammengesetzt aus Minensuchfahrzeugen und leichten, schnellen Kriegsschiffen. Nötigenfalls müssen aber auch Panzerschiffe, Kreuzer und Flugzeuge Deckung und Aufklärung übernehmen. Die Ueberführung eines wichtigen Transportes erfordert also einen erheblichen Einsatz von Streitkräften. Es ist dabei Aufgabe der Ses- kriegsleitung, sie in ausreichender Zahl hierfür frei zu machen, ohne die sonstigen großen Aufgaben der Kriegsmarine zu vernachlässigen.
Nachdem die Luftstreitkräfte beider Parteien nur geringe Kampftätigkeit entfaltet hatten, griff Rot am 20. September mit starken Kampfgeräten die Verkehrs- und Wirtschaftszentren von Berlin und mit schwächeren die Hafenanlagen von Königsberg und Pillau an. Der nachhaltig geführte Angriff auf Berlin wurde auch in der Nacht zum 21. September fortgesetzt.
Die blaue Luftwaffe brachte ihre starken, zum Schutze Berlins zusammengezogenen Abwehr- kräfte, durch den Flugmeldedienst rechtzeitig alarmiert, mit Erfolg zum Einsatz so daß der Angriff auf Berlin nach schweren Luftkämpfen mit blauen Jägern im zusammengefaßten Feuer der Flakartillerie nur noch mit Teilen an den Stadtkern herankam. Die Haltung der Bevölkerung war mustergültig. Mit den eigenen Kampfverbänden stieß Blau mit Wucht nach und griff erfolgreich rote Flugplätze und Verkehrsanlagen im Raume Bremen—Hamburg—Hannover sowie die Hafenanlagen von Hamburg an. Auf beiden Seiten herrschte lebhafte Tätigkeit der Aufklärungsflieger.
Ver süstrer im Manövergebiet
Nachdem der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht am Montagabend den wechselvollen Kämpfen um die Brückenkopf- stellung von Malchin beigewohnt hatte, nahm er zunächst am Dienstagvormittag im Beisein des Generalobersten Freiherr» von Fritsch einen Vortrug im Hauptquartier der Manöverleitung des Heeres in Neubrandenburg entgegen Sodann begab sich der Führer auf das Gefechtsfeld der blauen Partei und später zu den Truppen auf roter Seite, deren Bewegungen er aus der Gegend von Rosenow mit dem Eeneralfeldmarschall von Blomberq verfolgte. Die Bevölkerung, die trotz des regnerischen Wetters die Truppenbewegungen und Kampfhandlungen der großen Manöver wirSer mit größtem Interesse verfolgte, grüßte den Führer mit stürmischer Begeisterung und bereüele ihm in allen Orten einen jubelnden Empfang.
MarUsM Vadog io m Zerlin
Berlin, 22. September.
Der Chef des italienischen Generalstabs, Mar-. schall Badoglio, traf in Begleitung seines Adjutanten und des deutschen Militärattaches in Rom am Dienstagnachmittag in Berlin ein. Der Marschall wird sich heute ins Manövergelände begeben.
Italien, kngland unv frankreich oertzanveln
Mittelmeerkonferen; der drei Länder in Paris — Änderung des Woner flbkommens?
(Eigener Orslitberictit <ier „kremer Leitung"!
Rom, 22. September.
Nachdem die Geschäftsträger Englands und Frankreichs Außenminister Graf Ciano di« Antworten ihrer Regierungen an Italien übermittelt hatten, erschienen die beiden Diplomaten in den Abendstunden nochmals im italienischen Re- gierungsgebäude. Nach dem amtlichen Kommunique erklärten sie, daß England und Frankreich sich niemals einer Zusammenarbeit mit Italien verschlossen und die Stellung Italiens im Mittelmeer verkannt hätten. Sie seien daher bereit, unter Berücksichtigung der Stellung Italiens als Mittelmeermacht die Möglichkeiten seiner Teilnahme an den Nqoner Abmachungen zu besprechen. Infolgedessen wurde beschlossen, daß demnächst Vertreter Englands, Frankreichs und Italiens Beratungen über die von Italien für seine Teilnahme gestellten Bedingungen und die praktische Durchführung einer etwaigen italienischen Beteiligung an der Kontrolle des Mittelmeeres in Paris aufnehmen sollen.
Graf Ciano hat von den ihm gegebenen Erklärungen Kenntnis genommen und den beiden Geschäftsträgern die Zustimmung der faschistischen
Regierung zu der von der Pariser und Londoner Regierung vorgeschlagenen Zusammenkunft mitgeteilt. Auch von der gegenwärtigen Phase der Angelegenheit hat die faschistische Regierung die Reichsregierung auf dem laufenden gehalten.
Sowjet-li-voote
bedrohen Schwarrmeer-Schiffohrt
(Eigener Dralltdsriclrt cksr „Lrsirisr Leitung") Bukarest, 22. September Die aus Anlaß der Spanienkonferenz für die Mittelmeerschiffahrt entstandenen Weiterungen machen sich in den letzten Tagen infolge der provokatorischen Haltung Sowjetrußlands besonders im Schwarzen Meer für die. dortige Schiffahrt in einem Maße bemerkbar, das die 'maßgebenden rumänischen Kreise mit großer Besorgnis erfüllt. Die Tatsache, daß bereits an verschiedenen Stellen des Schwarzen Meeres sowjetrussische U-Boote beobachtet werden konnten, hat dazu geführt, daß verschiedene Schiffahrtsgesellschaften ihren Verkehr im Schwarzen Meer stärk eingeschränkt, zum Teil sogar ganz eingestellt haben. Im Hinblick auf den
Beschluß der italienischen Schiffahrtsgesellschaften, keine sowjetrussischen Häfen mehr anzulaufen, veröffentlicht das Bukarester Blatt „Universal" Einzelheiten über die Schwierigkeiten der Schiffahrt im Schwarzen Meer. So müßten jetzt die für Sowjetrußland bestimmten Schiffsladunstsn schon in Istanbul gelöscht und von dort durch französische oder englische Dampfer weiterbesördert werden. Weiter berichtet das genannte Blatt, daß die Sowjetbehörden in Datum einen italienischen Dampfer beschlagnahmt haben.
Eine weitere Erschwerung erfährt die Schiffahrt dieses Mal dadurch, daß die Kapitäne der englischen Dampfer im Schwarzen Meer von ihren Reedern angewiesen wurden, das gesamte Schiffs- personal. soweit es nicht englische Staatsangehörige seien, schon im nächsten Hafen zu entlassen. Die Tankschiffe der Petrolcumgesellschaft Anglo- Saxon erhielten strenge Anweisung, an beiden Längsseiten der Schiffe die englische Flagge in möglichst großer Form anzubringen, außerdem sei an den Kommandobrücken und am Mast eine auffällige britische Flagge zu hissen. Die Folge der Bedrohung des Schiffsverkehrs im Schwarzen Meer ist ein starker Rückgang des Handelsverkehrs im Hafen von 'Constantza.
„wir heißen Sie sieutfchen willkommen"
kine südafrikanische Zeitung über die kolonialfrage
Pretoria, 22. September.
Das in Vloemsontein erscheinende „Volksblad" besaßt sich im Anschluß an die kürzliche Erklärung des Oberkommissars für die Südafrikanische Union in London, te Mater, mit der Tendcnzmache gewisser Kreise, die deutschen Kolonialansprüche zu benutzen, um einen fortgesetzten Angstzustand auszulösen. „Immer wird das Volk bange gemacht", schreibt das Blatt. „Manchmal ist es Japan, dann wieder Italien und zur Abwech,e- lung Deutschland«, die dazu herhalten müssen. Unter Anführung einer Warnung des Ministers Pirow vor einem Einfall der Schwarzen heißt es weiter: „Wenn Pirow davor gewarnt hat, dann ist es gerade notwendig, daß wir ein zivilisiertes Volk wie die Deutschen in Asrrka willkommen heißen, wofür sich auch Pirow früher eingesetzt hat. Es ist erniedrigend surdre Burennation, sich durch Vangemachergeichichten in die Flucht treiben zu lasten. Wir stimmen deshalb ganz mit de Mater Lberein. Es wird Zeit, daß die Mandatsmächte, Südafrika eingeschlossen, den Mut aufbringen, das ganze Problem mit Deutschland zu besprechen, um zu einer ordentlichen Lösung zu kommen. Der gegenwärtige Zustand der Ungewrgheit W"kt nicht nur ungesund aus die internationalen Ver
hältnisse, sondern ist auch sür die Entwicklung der Mandatsgebiete hinderlich".
Die in Kapstadt erscheinende Zeitung „Bürger" nennt die Aeußerung de Waters eine „verständige Erklärung". Die Kolonialsrage sei heute der wichtigste Faktor, der dem Weltfrieden im Wege stehe.
„ktwas kühner, kerr küen!"
London zur Genfer Rede des englischen Außenministers
London, 22. September.
Die Genfer Rede Edens, über die wir in unserer gestrigen Ausgabe kurz berichteten, hat in der Londoner Presto eine recht geteilte Aufnahme gefunden., Die „Times" erklärten, das Angebot Edens an die Mächte, die keinen genügenden Zugang zu den Rohstoffen der Welt hätten, 'ei sehr wichtig. Sollte sich eine Macht finden, der Edens Angebot nicht weit genug gehe, so mäste verhandelt werden. „Daily Telegraph" ist der Ansicht. daß man zu gegebener Zeit Verhandlungen über die deutsche Kolonialforderung werde beginnen mästen, doch müsse zunächst einmal die Lage in Europa ruhiger werden.
„Morningpost" meint, nach der Eden-Rede müsse man zu dem Schluß kommen, daß sein Angebot in der Rohstoffsrage in keiner Weise zur Lösung des Kolonial- oder Rohstosfproblems beitrage, selbst wenn die nichtbesitzenden Staaten sein Angebot annähmen. „Daily Mail" schreibt, wohl habe Eden betont, daß mit der Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet viel erreicht werden könne. Eden müsse sich aber im klaren darüber sein, daß die koloniale Frage eine etwas kühnere internationale Zusammenarbeit fordere als die vorgeschlagene Berichtigung der internationalen Zolltarife. Das sei zumindest die Ansicht des größeren Teiles der Oeffentlichkcit in England.
, „Daily Herald" erklärt, die britischen Minister und ihre Wirtschaftssachverständigen schienen wirklich keine Beiträge zur Verbesserung der Lage liefern zu können. Selbst in der Rohstoff- ».nd Kolonialsrage seien die Vorschläge der britischen Minister rein negativ
(Daß die von Eden nochmals geäußerte Bereitschaft der englischen Regierung, über die Gewährung von Vorzugszöllen in Kolonialgebieten zu verhandeln, in keiner Weise zu einer Erfüllung des deutschen Kolonialanspruchs führen kann, haben wir bereits bei früherer Gelegenheit dargelegt. Die Schriftl. der „BZ.")
stuf gleicher Linie
Zur steutschiandreise des sture
ir. kill. Bremen, 22. September, m-..» Der Kampf zur Ueber-
^von Beiftailles Windung der europäischen von Der,muss deren letzte Ur
sache im Bersailler „Friedens"-Bertrag liegt, ist auch in Italien nicht erst seit Schaffung der Achse Berlin—Rom im Gange. Gerade in diesen Tagen erinnern wir uns mit besonderer Freude der mutigen und zielwei- senden Worte Mussolinis, die vor sieben Jahren in seiner Botschaft für den neuen faschistischen Zeitabschnitt Aufsehen erregten: „Die Revision der Friedensverträge ist keine Sache, die vorwiegend Italien interessiert, sie geht Europa und die ganze Welt an". Ja, der Duce wurde schon damals sehr deutlich: „Die Revision der Friedensverträge ist gar keine so törichte und unausführbare Sache..., töricht ist nur das Verlangen nach Unabänderlichkeit der Verträge". Die Teilung Europas in zwei Kategorien von Staaten, nämlich in Besiegte und Unbesiegte, in Bewaffnete und Unbewaffnete fand die schroffe Ablehnung seitens des italienischen Regierungschefs bereits zu einer Zeit, als Paris und London der Berliner Systemregierung gegenüber die Politik der einseitigen Aufrüstung der „Siegerstaalrn" glaubten fortsetzen zu können. „Die Entwicklung der europäischen Geschichte ist ohne Deutschland nicht, denkbar!" — diese Feststellung Mussolinis hat im Oktober 1934 gewisse Diplomaten des Westens, die den 30. Januar 1933 verschlafen hatten, jäh aus ihren Bersailler Wunschträumen aufgerüttelt. Sie sollte in der Schärfe der Formulierung von späteren politischen Erklärungen des Duce sogar noch übertrofsen werden. Vor allem ist die im November 1936 in Mailand gehaltene Rede Mussolinis als das kühne Bekenntnis eines weitschauendrn Staatsmannes in die Weltgeschichte eingegangen — wir meinen die Rede, in der die Ideologien Wilsons, die Illusionen der Abrüstung, die weltfremde Theorie der kollektiven Sicherheit und der Wahn vom unteilbaren Frieden scharf gegeißelt wurden. Dem Völkerbund rief der Schöpfer des italienischen Imperiums von Mailand aus zu: „Entweder Erneuerung oder Untergang! Da die Erneuerung des Genfer Bundes' sehr schwierigst, kann er, was Italien anlangt, ruhig verschwinden." Das konnte nicht mißverstanden werden . . .
Totalität Dm beharrlichen Berber Staatsführung suche des politischen
" Katholizismus, ver
lorenen Boden wiederzugewinnen, sind sowohl dem nationalsozialistischen Deutschland wie dem faschistischen Italien nicht fremd geblieben. Mehrere Jahre nach dem Abschluß der Lateran-Verträge, mit denen bekanntlich die Aussöhnung des italienischen Staates mit dem Batikan erfolgte, richtete 1935 das amtliche klerikale Blatt „Osservatore Romans" die überraschende Forderung an die Regierung in Rom, gewisse philosophische
Bücher, die im Gegensatz zum religiösen Unterricht ständen. aus den Schulen zu entfernen. Hier wurde plötzlich das ungezügelte Verlangen des Vatikans sichtbar, eine geistige Kontrolle über den Staat auszuüben. Das Blatt Mussolinis „Popolo ü'Italia" durchschaute die katholische Aktion und erteilte sofort die richtige Antwort, indem es das ausschließliche Bestimmungsrecht des Staates auf allen Gebieten des geistigen Lebens zur Geltung brachte. Die Hoffnung der Kirche, in Italien in irgendeiner Form die Leitung der Schule wieder übernehmen zu können, wurde als absurd bezeichnet und darüber hinaus die Möglichkeit einer Rückkehr „ferner Jahrhunderte traurigen Angedenkens" ins Reich der Fabel verwiesen. Und doch, trotz der Warnung des Duce an den Vatikan: „Der Staat gestattet kein indirektes Eingreifen auf dem Gebiete seiner Macht" scheint der politische Katholizismus dem Nationalsozialismus gegenüber jene im Lande des Faschismus gezeitigte Erfahrung aus dem Fenster hinausgeworfen zu haben. Zu seinem eigenen Schaden. . .
Ernährungspolitische Nicht weniger gleich- Freiheit laufend als die deut-
. scheu und italieni
schen Entwicklungstendenzen hinsichtlich der A t europäischen Frieden und der
Totalität des neuen Staates sind die Reali-