Ausgabe 
(20.9.1937) Nr. 258
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

r r

ljM

-WM!

j parteiamtliche Tageszeitung

NachrichtenblaN der Deutschen flrbeitssront Vremen

der TlaLiona!

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt vremen

->° -

2 8 2,27-7

-2 °7'7--

s-8Z--

L -x--x?r

v E->, ^ ^ v 2

-S'?" ri

sAT'z'd^

«7Z'Lit

-r,^z

?-L v r.2

s ^ 0

' --- LKS

A-? 2 »

8??rß7-

2L-2 -k

2 r?^ i

-Z-"ZZs>r s^4' ?r

-

ss8« S

,2

s.-2 -

5A

"-L

7'

-

A-°

Z"s ? ^ Z

ZZ «'

---1

0-' <?

»A-

L

S'o' «* 2

^äMnt7malwochentl.M ^emschl.Zustellgeb.; Postbezugspreis monatl. 2 , 30 ^

k- d°stzeltu^»gebuhr) zuzugl. 42 ^ Bestellgeld, Bezugspreis ist im voraus zahlbar »-.^»k5?^^M?k.^^--^^^bst°rungen begründen keinenAnsprrrch ausErstattung vderErsatz, Rs -Gauverlag Wescr-Ems G. m. b. H., Bremen, Gecren 6-8 / Fernsprecher: 54121 und 51115 .

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Anzeigcn-Grundpreise: Die 22-mrmJeiIe im Anzeigenteil 12 2^, die-mm-Zeils im Textteil 75 2 ^ 1 . Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzcigen u, a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste K (Nachlaßstassel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitag 12Z-6 -13Z4 Uhr.

Nr. 258 / 7. Jahrgang

Montag, 20. September 1857

kinzelpreis lS Npf.

lt1.vekenntn!smarsch nach tandslmg

' 5 ^

' - '-'l,'

^ -SS r

Unser lagesspiegsl

Japanische Bomber griffen mit großem Er­folg die chinesische Hauptstadt Nanking an. Mit einem Besuch der Gefängniszelle des Führers auf der Feste Landsüerg fand der Vekcnntnismarsch der HJ. seinen Abschluß. In einer Note an England und Frankreich fordert Italien nochmals absolute Gleich­berechtigung im Mittelmeer.

Aus der Marseiller Messe zeigt Bremen erst­malig eine Schau deutschen Gewerbes.

Einen knappen Sieg errangen Schwedens Leichtathleten mit 1V7:1l>1 Punkten über Deutschland im Olympiastadion.

Den Preis der Reichshauptstadt gewann Corrida-Frankreich, vor Sturmvogel-Deutsch­land und Amerina-Jtalien.

Einen 21:8-Sieg errangen Deutschlands Handballer in Göteborg über Schweden. Einen erhebenden Verlaus nahm die ab­schließende Großveranstaltung der DRL.-Lei- stungsschau des Kreises Vremen.

Mit einer S:4-Niederlage durch Borussia- Dortmund scheidet Werder aus dem weiteren Kampf um den Tschammer-Pokal aus.

0er sichrer im Manöoergelände

Berlin, 2g. September Der Führer und Oberste Befehlshaber der Hchtmacht traf am Sonntag im Manövergelände ^Mecklenburg ein und begab sich sogleich zu den Truppen. Er suchte zunächst die blaue, dann die »ole Partei auf.

faschistische Arbeiter ehren unsere beiden

München, 2V. September. Die 425 italienischen Arbeitskameraden, die am Sonnabendvormittag in der Hauptstadt der Be­wegung eintrafen, suchten am Sonntagvormittag, geführt von Männern der nationalsozialistischen Bewegung, das Mahnmal vor der Feldherrnhalle auf. Hier ehrten sie die gefallenen National­sozialisten. Ein großer Kranz mit Schleifen in den italienischen und römischen Farben und eine Minute ehrfürchtigen Schweigens, während dessen die SS.-Wache präsentierte, galt den ersten Blutzeugen der Hitler-Bewegung. Die italieni­schen Arbeitskameraden defilierten vor dem Mahnmal, um dann am Kriegerdenkmal vor dem Amee-Museum auch der Gefallenen des Welt­krieges zu gedenken. Die italienischen Arbei­ter bleiben am Montag in Nürnberg und reisen in der Nacht zum Dienstag nach Berlin weiter. Bon Berlin fahren die Gäste, am 23. September wieder über München in ihre Heimat zurück.

Neichsragung des Annes «Schönheit der Arbeit"

Berlin, 2g. September

Unter demjVorfitz des Leiters des Reichsamtes Schönheit der Arbeit", Generalbauinspekteur Pros. Speer, findet vom 1. bis 3. Oktober in Düsseldorf die> Reichstagung des AmtesSchön­heit der Arbeit" statt. Aus dieser Tagung wer­den zu den Referenten des AmtesSchönheit der Arbeit" der Hauptdienststellenleiter Staatsrat vchmeer und der Leiter des Propagandaamtes der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Geiger, spre­chen. Weiter wird in einer Großkundgebung der Hauptamtsleiter Pg. Selzner das Wort er­greifen.

Die estnischen Pressevertreter, die sich nach Be­folgung ihrer Deutschlandreise, auf der sie be-^ kenntlich auch Vremen besuchten, in Berlin auf- mtsn, legten einen Kranz am Ehrenmal Unter «m Linden nieder.

isoo Werjungen besuchen sie Zelle der Meers

Ver Neichsjugendführer spricht

Landsberg, 20. September.

Die alte Stadt Landsborg mit ihren zahl­reichen Türmen und Toren stand am Sonntag im Zeichen erhebender Feiern. Für die Hitlerjugend bildete der Bekenntnismarsch zur Zelle, in der des Führers grundlegendes WerkMein Kampf" entstand, den Abschluß des diesjährigen Reichs­parteitages. Von der Bevölkerung herzlich be­grüßt, waren die 1800 Teilnehmer an diesem Marsch von Augsburg kommend am Sonnabend­nachmittag im festlich geschmückten Landsberg ein­getroffen. Ein prächtiges Bild boten die 480 Bannfahnen, die auf dem Fahnenberg des Markt­platzes ausgestellt wurden.

Am Sonntagnachmittag erfolgte dann leider unter strömendem Regen der Abmarsch zur Festung, Landsberg, in derem geräumigen Hof Baldur von Schirach in Anwesenheit zahl­reicher Vertreter der Partei, der Wehrmacht, des Staates, der Stadt sowie einer Abordnung des Sturmtrupps Hitler zu den 1800 Jungen sprach.

Von den engen Gefängniszellen hier sei die ungebrochene Kraft nationalsozialistischer Welt­anschauung ausgegangen. Jahr für Jahr werde von jetzt ab der große Bekenntnismarsch nach Landsberg zur Zelle des Führers stattfinden. In Zukunft solle es keinen deutschen Jungen mehr geben, der nicht wenigstens einmal im Leben an dieser Stätte geweilt habe.

Nach der Rede des Reichsjugendführers wurde jedem Marschteilnehmer das BuchMein Kampf" mit einer Widmung versehen übergeben. Dann besuchten die Hitlerjungen die Zelle, in die der Führer am 11. November 1923 eingeliefert worden war. Am 20. Dezember 1924 das Volks­gericht war zu einem Urteilsspruch von 5 Jahren Festung gekommen konnte Adolf Hitler nach 13monatiger Haft jedoch die Festung wieder ver­lassen, in der er Rudolf Heß den größten Teil des ersten Bandes vonMein Kampf" dik­tiert hatte. Die Zellen, in denen Adolf Hitler und seine Mitkämpfer gefangengehalten wur­den, werden natürlich nicht mehr belegt und sehen heute noch genau so aus wie vor 14 Jahren. Ueber der Tür zur Zelle 7, die dem Führer zuge­

teilt war, ist eine Gedenktafel angebracht. Blu­men schmücken den Vorraum. 2m Laufe der Haft­zeit des Führers hat die in der Festungsstube untergebrachte Bücherei eine große Bereicherung erfahren, denn Freunde und Verehrer schickten Adolf Hitler laufend die besten Werke aus den Gebieten der Geschichte, Staatswissenschaft und Kunst. Vor 2 Jahren kam Adolf Hitler einmal überraschend nach Landsberg und suchte seine frühere Zelle aus. Zu den Mitgefangenen des Führers gehörte bekanntlich neben vielen anderen Kämpfern Rudolf Heß. Auch Dietrich Eckart befand sich in Landsberg in Haft; er wurde aber schon nach 10 Tagen wegen Erkrankung entlassen und starb bald darauf in Berchtesgaden.

Den Ausklang des HJ.-Besuches in Lands­berg bildete am späten Abend eine Kundgebung auf dem festlich beleuchteten Marktplatz der histo­rischen Staot, an der neben der Hitlerjugend auch SA., NSKK. und Politische Leiter teilnahmen und bei der Baldur von Schirach nochmals in einer Rede auf die Bedeutung des Bekenntnis­marsches der HJ. hinwies.

broßlustklimps über Nanking

krioigreiäzer Angriff japanischer vomber / Ne gesamte chinesische Luftflotte vernichtet!

Tokio, 2V. September.

Das japanische Marinekommando berichtet über einen Eroßlustkamps über Nanking. Japa­nische Marineflugzeuge griffen die chinesische Hauptstadt an und stießen hierbei aus 20 zur Ver­teidigung Nankings aufgestiegene chinesische Flugzeuge, die nach Angabe der Japaner sämt­lich abgeschossen worden sind.

Die japanischen Flugzeuge haben dann, wie vom japanischen Marinekommando weiter gemel­det wird, die militärischen Anlagen Nankings er­folgreich bombardiert. Die japanischen Flieger erlitten keine Verluste, sondern hatten nur ge­ringe Beschädigungen ihrer Maschinen zu ver­zeichnen. Die chinesischen Flugplätze in der Um­gebung Nankings sollen zerstört worden sein. Wie das japanische Hauptquartier in Nord- china meldet, konnten die Japaner dort eben­falls bedeutende Luftsiege gegen die Flugzeuge der Schanst-Armee erzielen, von denen sieben ab­geschossen worden seien. Auch hier hätte es auf feiten der Japaner .keine Verluste gegeben. Die Japaner behaupten, damit könne die chinesische Luftflotte praktisch als vernichtet gelten.

In chinesischen Kreisen wird bestätigt, daß es sich um den größten Luftangriff handelt, der bis­her auf Nanking unternommen wurde. Nach chinesischer Darstellung seien 46 japanische Flug­zeuge an diesem Angriff beteiligt gewesen. 17 chinesische Jagdflieger seien den japanischen An­greifern entgegengeflogen und hätten sie zwischen Chinkiang und Nanking zur Luftschlacht gestellt. Wie von chinesischer Seite weiter behauptet wird, hätten nur 11 japanische Flieger Nanking er­reicht und dort mehrere Bomben abgeworfen, ohne allzu großen Schaden anzurichten. Die chine­sische Luftkommission erklärt, daß vier japanische Flieger abgeschossen worden seien. Der Alarm­zustand habe zwei Stunden angedauert. Reichs­deutsche sind, wie von chinesischen Stellen mitgeteilt wird, bei dem' Bombardement nicht zu Schaden gekommen.

kiiige flucht der tffinesen

Tientsin, 28. September.

Lm Verlauf der letzten Operationen südlich Peipings haben die japanischen Truppen 58 088

kröffnung der Marseiller Messe

vremen zeigt erstmalig eine Schau deutschen Sewerbes

6

s

L

Paris, 28. September.

Am gestrigen Sonntag wurde in Marseille die !?' Internationale Messe durch den französischen Handelsministcr Chapsal und den Bürgermeister Stadt Marseille, Tasso, eröffnet. Zum ersten ->>ale ist dieses Jahr auch Deutschland vertreten, zwar zeigen die Hansestädte Hamburg, Bre - "l°il und Lübeck eine Schau deutschen Gewerbes. . Schon am Tage vor der Eröffnung fand ein lewrlicher Empfang der deutschen Abordnung Hurch den Bürgermeister von Marseille auf dem ^sathaus statt, Lei dem dieser seiner Freude über Teilnahme Deutschlands Ausdruck gab und Mj.die engen Beziehungen hinwies, die immer Kochen Marseille und den deutschen Hanfe- siadten bestanden hätten. Er hoffe, daß der wirt- fMlichen Annäherung eine allgemein« Annähe- lung der beiden Völker folgen werde. Der deut­le Generalkonsul in Marseille, Dr. Bode, M'te dem Bürgermeister von Marseille für freundlichen Bearüßungsworte, und Pros. Zumm betonte, daß auch in Deutschland der »Mich nach. einer Verständigung zwischen den

?/"",E8emein

um Sonntagmorgen statteten Handelsminister E.N und der Marseiller Bürgermeister den iuck ^Mgliedern der Ausstellung einen Be- Dr ^ durch den deutschen Generalkonsul

' -bore begrüßt wurden. Der Minister und

seine Begleitung sprachen sich sehr anerkennend über die deutsche Abteilung der Messe aus. Auf einem offiziellen Bankett am Sonntagmittag wies der Marseiller Bürgermeister u. a. auf die Be­deutung der deuftchen Beteiligung an der 13. Internationalen Marseiller Messe hin.

Neue Werkstoffe im Mitielpunkr

Englands Kriegsminister im Deutschen Haus in Paris

Paris» 20. September.

Am Sonntagnachmittag stattete der britische Kriegsminister Höre Belisha in Begleitung seines Staatssekretärs, ferner des stellvertreten­den Generaldirektors der Ausstellung, sowie dem stellvertretenden Protokollchef des französischen Außenministeriums, des belgischen Gesandten in Budapest und dessen Gattin dem Deutschen Haus auf der Internationalen Ausstellung in Paris einen Besuch ab. Die Gäste besichtigten ausführ­lich Halle und Terrasse und äußerten sich sehr an­erkennend über die deutsche Abteilung der Parijer Weltausstellung. Minister Höre Beliiha widmete seine besondere Aufmerksamkeit den ausgestellten neuen Werkstoffen sowie der Fernseh-. Sprech- und Fernkino-Einrichtung der Deutschen Reichspost, die er sich vorführen ließ.

Chinese» im Westen und Süden umklammert. Infolge neuer starker Regengüsse, die die Opera­tionen entscheidend beeinflussen, konnten sich die Chinesen nach Süden zurückziehen, indem sie ihre Rllckzugsgeschwindigkeit erheblich erhöhten. Die japanischen Truppen folgen ihnen und treiben sie in Einzelgefechten vor sich her. Man nimmt an, daß der Rückzug der Chinesen bis hinter den Gelben Fluß (Hoangho) unvermeidlich ist. Der Gelbe Fluß ist das Ziel der japanischen Opera­tionen im Süden Peipings.

Note vesteimSruckerei in lokio

Tokio, 20. September.

Der Polizei von Tokio gelang die Aushebung einer kommunistischen Eeheimdruckerei, in der Flugschriften hergestellt wurden. Vier. Studen­ten der kaiserlichen Universität sowie drei Drucke­reiarbeiter wurden verhaftet. Angesichts des chinesisch-japanischen Konfliktes verstärkte die japanische Polizei die Ueberwachuirg der gehei­men kommunistischen Umtriebe in allen Groß­städten Japans.

Veingenöe Maßnahmen notwenöig

Frankreichs Ministerpräsident zum Unterschuß der Handelsbilanz

Paris, 20. September.

Bei einer Rede in Blois gab der französische Ministerpräsident Lhautemps einen Rückblick auf drei Monate Regiernngstätigkeit. Die Regierung habe sich bemüht, eine Stimmung derbürger­lichen Einmütigkeit" zu schaffen. Chautemps mutzte aber das Vorhandensein einer aus finan­ziellen und außenpolitischen Schwierigkeiten her- oorgegangenen Beunruhigung verzeichnen. Er kündigte in diesem Zusammenhang an, daß in zwei Tagen der ausgeglichene Haushaltsvoran­schlag vorgelegt werde. Durch Heranziehung des Sparkapitals wolle man die Zahlungen leisten, die sich aus den auf dem Schatzamt lastenden Fälligkeiten des Oktober ergeben. Der neue An­griff auf den Franken, sagte der Minister­präsident weiter, sei eine Warnung. In wirt­schaftlicher Hinsicht habe die Lage sich seit zwei Monaten leicht gebessert. Der andauernde Unter­schuß der Handelsbilanz erfordere freilich drin­gende Maßnahmen. Die umfassende und unpar­teiliche Untersuchung über die notwendige Er­zeugung, die die Regierung im Einvernehmen

mit den Gewerkschaften kürzlich angeordnet habe, --^'

werde bald die erforderlichen Hinweise liefern.

Nechlzeiiig ausgekniffen

Paris, 20. September.

Die Sowjetboischaft in Paris teilt mit, daß die Meldungen über die Verhaftung des sowjet- russischen Konsuls in Eijon und seiner Mitar­beiter aus der Luft gegriffen seien. Botschafts­rat Tumanoff von der sowjetrussischen Botschaft in Spanien, der augenscheinlich gemeint sei,'und seine Mitarbeiter befänden sich augenblicklich auf der Durchreise in Paris.DieÄction fran- caise" stellt fest, daß dieses sowjetrussische Dementi ein Eingeständnis der Tatsache sei, daß Tuma­noff und seine Mitarbeiter vor den Anarchisten eflohen seien, was nicht weniger bezeichnend ei.

Dr.

Dr

Neue Aufgaben des Arztes

Ley vor den Medizinstudenten auf Burg Vogelsang

Burg Vogelfang, 20. September. Ley sprach vor den auf Burg Vogelfang

versammelten 800 Medizinstudenten und -studen- tinnen. Er führte aus, daß die akademische Ju­gend von einst als Führer des Volkes versagt sabe. Schuld daran sei^ms bürgerliche Erzie-

alleiu b

yungssystem gewesen. Wissen

befähige

unter Umständen zu Leistungen auf begrenztem wissenschaftlichem Gebiet, niemals aber zur Men- schenfuhrung. Man könne kein Führertum schaf­fen, wenn man die Dreieinheit von Geist, Seele und Leib mißachte. Das habe man aber getan, als man für den Geist die Wissenschaft, für die Seele die Kirche als zuständig erklärte und sich um den Leib kaum gekümmert habe.

Dr. Ley schilderte dann, wie wichtig die spä­tere Aufgabe der Medizin-Studierenden als Be­treuer des Körpers sei. Die Gesundheit desein­zelnen Menschen sei nicht nur die Vorbedingung für die Kraft der Nation, sondern auch die Taten von heute hätten gar keinen Sinn, wenn wir nicht gesund blieben. Da es im neuen Deutschland keine Privatpersonen, sondern nur Soldaten des Führers gebe, habe jeder die Pflicht, bei sich selbst anzufangen und dafür zu sorgen, daß er gesund bleibe. Eine wahre Erbsünde sei es aber, wenn sich jemand gegen die Gesundheit anderer vergehe. Das gelte sowohl für verant­wortungslose Betriebssichrer wie für solche Ver­trauensärzte, die in Wahrheit Mißtrauensärzte seien, die nur die Interessen ihrer Versicherun­gen oder Krankenkassen wahrnehmen. Das Ver­trauen des Volkes zum Arzt müsse wieder hergestellt werden. Das werde es auch, wenn der Arzt wirklich Eesundheitsfiihrer sei.

Unversehrt geborgen

Rccklinghausen, 20. September

Die drei Bergleute, die, wie wir berichteten, am Freitagvormittag auf der ZecheKönig Lud­wig IV/V" in Recklinghausen durch das Zubruch- gehen eines Strebens im Flöz Karl eingeschlossen und von der Außenwelt abgeschnitten wurden, konnten in der Nacht zum Sonntag nach über 36stiindiger mühevoller und rastloser Arbeit der Rettungsmannschaften unversehrt geborgen wer­den. Nach der herzlichen Beglückwünschung durch ihre Retter konnten die drei Knappen noch in der Nacht nach Hause zu ihren Familien entlassen werden, nachdem die ärztliche Untersuchung er­geben hatte, daß sie keinerlei Schaben ge­nommen hatten. Ein besonderes Glück war es, daß bei dem Zubruchgehen des Strebens den Ein­geschlossenen ein Raum von etwa 3 mal 4 Metern geblieben war. Da alle drei Bergleute ihre Grubenlampen bei sich trugen, hatten sie auch bis auf die letzte Stunde vor der Rettung Licht in ihrem unterirdischen Gefängnis.

Italien fordert Sleichberechtigung

Rom, 20. September.

Nach einer am Sonntagabend ausgegebenen amtlichen Mitteilung haben die Geschäftsträger Englands und Frankreichs bei der am Sonnabend erfolgten Uebergabe der Zusatzbestimmungon zu dem Arrangement von Nyongleichzeitig auch um Auskunft über die Tragweite der italienischen Note oom 14. ds. Mts. ersucht, da sie Anlaß zu widersprechenden Auslegungen über die ita­lienische Annahme oder Nichtannachme der Mit­wirkung am Kontrollsystem im Mittelmeer ge­geben habe". In einer zweiten am Sonntägvor- mittag erfolgten Unterredung, so heißt es dann in dem Kommunique weiter, hat Graf Diana fest­gelegt, daß die italienische Regierung mit der Aufwerfung der Frage der Gleichberechtigung fest­zustellen wünsche, daß der italienischen Flotte zu einer Teilnahme an den Flottenmaßnahmen die gleiche Stellung vorbehalten werden muß wie den Flotten Englands und Frankreichs.

Der Liigenfeldzug Pariser Zeitungen, wonach Zehntausende von italienischen Freiwilligen in der letzten Zeit auf dem Seewege nach Spanien ge­bracht worden sein sollen, um vor Beginn des Winters Madrid zu besetzen, wird in der römi­schen Sonntagspresse scharf Zurückgewiesen. Der Pariser Korrespondent desPopolo di Roma" er­klärt, daß mit dieser Hetzkampagne einzig und allein die endgültige Oeffnung der Pyrenäen- grenze im voraus gerechtfertigt werden soll. In den meisten Berichten der römischen Blätter wird zugleich betont, daß das Arrangement von Nyon sich immer deutlicher als eine.offene Inter­vention zugunsten Sowjetspaniens er,we!se und man die für die Versorgung Valen­cias gebotenen Möglichkeiten mißbrauche.

srankeeich verstärkt Mittelmeeeflotte

London, 20. September.

Aus Gibraltar kommt die Meldung, daß sechs französische Zerstörer und zwei Kreuzer auf dem Wege ins Mittelmeer die Straße von Gibraltar in östlicher Richtung passierten.

6enf sorgt für Verschärfung Vor tage

Warschau, 20. September.

Die Sonnabend-Sitzung des Völkerbundes wird in der polnischen Presse viel beachtet.Expreß Poranny" erklärt, im Lichte der Diskussion und der Stimmung in Genf müsse man feststellen, daß in diesem Augenblick die Absicht besteht, aus dem Völkerbund ein Mittel der Propaganda gegen die totalen Staaten zu machen. Angesichts des für Montag angekündigten Auftritts Litwinows könne man sich kaum dem Eindruck entziehen, daß die gegenwärtige Sitzung des Völkerbundes eine weitere Verschärfung der Spannung zwischen Genf und Rom-Berlin mit sich bringen wird.

Ständiger Vormarsch srancos

Santander, 20. September.

An der Asturienfront stürmten die nationalspanischen Truppen im Süden von Oviedo die bolschewistischen Stellungen und be­setzten ein Erabensystem von erheblicher Aus­dehnung. An der Ostfront ging der Vormarsch der nationalspanischen Truppen weiter. Es wur­den die Dörfer Vibano, Posadas und wichtige feindliche Stellungen und für die Verteidigung ausgebaute Höhenzüge besetzt. Trotz des fortgesetz­ten Regens und tiefhängender Wolken gingen die nationalen Truppen an der Front von Leon weiter vor und besetzten die Berge La Ealva in der E^end von Busdongo östlich des Berg- passes Pajares sowie Tollado Formigoso, El Säl- geron und Pizca. Ferner wurden die Dörfer Ealdas de Luna, Castillo de Alijar, Eranja de Robledo, Eenestosa, Lollado de Arbolina, Vega de Robledo, Robleda de Ealdas und der Berg- kopf de la Meda genommen. Bei Madrid wie­sen Francos Truppen einen bolschewistischen Handstreich auf ihre Stellungen bei Ermita del Balle ab.

Wer Staatsbesuch des Vuce im fluslanb

vie italienische Presse über Sie Neise Mussolinis nach VeutschlanS

Rom, 20. September.

Wenn auch die durch die Nyoner Beschlüsse entstandene Mittelmeerkrise und dqs widerspre­chende Echo aus der Weltpresse in der italieni­schen Presse weiterhin breiten Raum einnimmt so beginnt in den italienischen Blättern doch be­reits^ die bevorstehende Reise des Duce nach Deutschland in den Brennpunkt des politischen Interesses zu rücken. Die Zeitungen veröffent­lichen am Sonntag zum erstenmal spaltenlange bebilderte Berichte. Die ausführlichen Artikel, in denen die ganze deutsche Presse die geschicht­liche Gestalt Mussolinis beleuchtet, die Vorberei­tungen der Reichshauptstadt werden in diesen Berichten mit den wärmsten Worten der Anerken­nung geschildert.

Die Uebereinstimmung und die zwischen dem faschistischen Italien und dem nationalsozialisti­schen Deutschland bestehende Freundschaft wer­den", wie es in dem Berliner Bericht des Meyagero" zusammenfallend heißt,mit vie­lem ersten Staatsbesuch Mussolinis im Auslande bekraftigt und besiegelt." Der Berliner Vertreter desPopolo di Roma" weist vor allem daraus hin, daß die beiden Revolutionen'des Faschismus'

und Nationalsozialismus' mit der Totalität und Tiefenwirkung der von ihnen gebrachten Er­lösung wie mit dem wunderbaren in wenigen Tagen durchgeführten Umbruch beispiellos in der Eelchichte dastehen. Inmitten eines in Auflösuna begriffenen Europas habe die der Ordnung und dem Aufbau dienende innere Verwandt­schaft beider Begegnungen starken Einfluß qewon- uen. Die Welt wisse, daß es sich bei dieser inter­nationalen Zusammenkunft nicht wie sonst um Verfolgung ehrgeiziger machtpolitischer Jnter- esten, sondern um eine im Interesse der ganzen liegende gewaltige Steigerung der Aufbauwerte inmitten einer moralisch wie materiell zerrütteten Zeit handelt. Was Hit- ler und Mussolini suchen, stehe jenseits jeder böswilligen Verdächtigung, habe nichts mit par- tlkularistischen Interessen oder mit Ehrgeiz zu tun, sondern gehe unser ganzes überkommenes geistiges Erbgut an, möge man es nun mit Eu- Kultur oder sonstwie bezeich- > 2 onntagsblatt desEiornale d'Jtolia" schließlich besagt, man habe in Benin bereits das Gefühl, daß die Bevölkerung darauf warte, vag mit dem Kommen des Duce eins der größten Ereignisse der Geschichte Gestalt gewinne.