Ausgabe 
(16.9.1937) Nr. 254
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parteiamtliche Lageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Dremen

der Nationat^Mislen Vremens

Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Dremen

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Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Nr. 254 / 7. Jahrgang

Vonnerstag, 16. September 1SZ7

kinzelpreis 15 Npf.

Wann stoßen auf kommunistische Iruppen

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Unser lagesspieget

Der deutsche Forscher und Nationalpreisträger Milchner ist in Leh eingetroffen.

Zu Nordchina tobt die größte Schlacht seit dem russisch-japanischen Kriege.

Italien fordert den Mittelmeermächten gegen­über absolute Gleichberechtigung.

Die HZ. hat ihren Marsch nach Landsberg fortgesetzt.

Schriftleiter aus Estland besuchten den Gau Weser-Ems.

Der dritte Zerstörer der 2. Zerstörerdivifion, Hermann Schoemann, wurde in Dienst gestellt. Die im Bau befindliche Liideritzbriicke hat das Altstadt-llser erreicht.

Der Führer genehmigte die Durchführung des 18. Deutschen Turn- und Sportfestes 1838 in Breslau.

Im Hansabad zeigten Bremens Schwimmer im Rahmen der DRL.-Leistungsschau hervor­ragendes Können.

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Japans Kaiser dankt dem siikrer

Berlin, 16. September.

Der Kaiser von Japan hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: Es ist mir ein Bedürfnis, Eurer Exzellenz meinen lluskichtigsten Dank sür den liebenswürdigen Empsmg auszudrücken, den Sie ebenso wie die HNchsregierung und das deutsche Volk dem Prin­zen Lhichibu während seines Besuches in Deutsch­land entgegengebracht haben. Ich beglückwünsche mich hierzu um so mehr, als dieser Besuch dazu beigetragen hat, die guten Beziehungen, welche jetzt schon unsere Länder verbinden, zu festigen und zu stärken.

Per fükrer an veneral Valuege

Zum 40. Geburtstag des verdienten Kämpfers

Berlin, 16. September.

Der Führer und Reichskanzler hat in einem Telegramm dem Chef der Ordnungspolizei, SS.- Obergruppenführer und General der Polizei Kurt Dalu'ege. zu seinem 46. Geburtstag seine herz­lichsten Glückwünsche übermittelt. Ebenfalls haben der preußische Ministerpräsident Generaloberst Hermann Göring, der Stellvertreter des Füh­rers Reichsministe Rudolf Hetz, Reichsminister Dr. Goebbels, der Reichskriegsminister Gene- raljeldmarschall von Vlomberg, Generaloberst von Fritsch, Korpsführer Hllhnlein und andere führende Persönlichkeiten von Partei und Staat dem verdienten Vorkämpfer der Bewegung ihre Glückwünsche übermittelt.

knMeldungsWacht in Nordchina .

Negen von vomben"

Tokio, 16. September.

Das Hauptquartier der japanischen Nordchina- Front gibt den Beginn einer neuen japanischen Offensive zwischen der Eisenbahnlinie Pciping Hankau am Liuli-Fluß südlich von Liangshang und den chinesischen Stellungen aus dem rechten Ufer des Pungting (Hunho) bekannt. Die Kampf­front hat eine Ausdehnung von 58 Kilometer. Diese neue japanische Offensive in Nordchina hat nach dem Urteil japanischer Militärsachverstän­diger zu der gröhten Schlacht geführt, die im Fer­nen Osten seit dem russisch-japanischen Krieg ge­schlagen wurde.

Der erste Erfolg der japanischen Offensive war die Erstürmung der chinesischen Stellungen bei der Stadt Küan und das Ueberschreiten der Flüsse Pungting und Liuli durch die japanischen Truppen. Schon nach zwei Stunden fielen bedeut­same Stellungen in die Hände der Angreifer, und vor Einbruch der Dunkelheit hatten die japani­schen Truppen in diesem Abschnitt mehr als 12 Kilometer Boden gewonnen. In dem Abschnitt östlich von Kuan begannen die Japaner ihre Offensive ebenfalls am Dienstag und überschritten auch hier den Pungting. Die Stadt Kuan. der Mittelpunkt der ersten chinesischen Verteidigungs­linie, fiel in japanische Hand. Zwei Stunden später wurde die wichtige Stadt Pungtsing besetzt. Weiter westlich, im Frontabschnitt südlich, von Lianghsiang begannen die Kampfhandlungen am Mittwochmorgen. Die japanischen Truppen nahmen im Laufe des Vormittags zwei Ort­schaften ein und trieben die Chinesen in Richtung auf Tschotschou und Paotingfu, wo sich das Haupt­quartier der chinesischen Nordfront befindet, zu­rück. Ein japanisches Fliegergeschwader nach dem anderen überflog die Stadt Tschotichou und warf einen Regen von Bomben ab. Auch Paotingfu und einige kleinere Orte an der Bahnstrecke nach Hankau wurden heftig bombardiert. Die ganze Gegend ist in schwarzen Rauch gehüllt. Zweihun­dert Waggons mit Munition und Gasolin sowie zahlreiche Brücken wurden durch japanische Flie­gerbomben schwer getroffen und zerstört.

Von der. S ch a n s i - F r o n t wird berichtet, daß sich die dortigen chinesischen Truppen aus den Gebirgspaß Penmenkuan zurückziehen, der im Zuge der inneren Großen Mauer aus der Straße zwischen Tatung und Taivan, der Hauptstadt der Provinz Schansi, liegt. Auch an dieser Front haben sich die Gerüchte, daß Teile der früheren kommunistischen chinesischen Armee wieder zusammengestellt und von der Nankingregierung

zum Kampfe gegen Japan ausgerufen wurden, bewahrheitet. So stellt es sich heraus, daß die Stadt Kuangling nicht nur von der einen chine­sischen Division verteidigt wurde, die sich von Nanka» und Kalgan dorthin zurückgezogen hatte, sondern in der zweiten Linie auch von zwei Divi­sionen der kommunistischen Armee.

Die Stadt Tatung, die sich den japanischen Vorposten sofort ergeben hatte, wurde am Diens­tag von größeren japanischen Einheiten besetzt, die sofort die Wiederherstellung der zerstörten Eifenbahnbrücke in Angriff nahmen. Bei ihrem weiteren Vormarsch nach Süden fanden sie wenig Widerstand. Am frühen Morgen des Mittwochs besetzten sie die mauerumgebene Stadt Huai- jen, 56 Kilometer südlich von Tatung und 76 Kilometer nördlich vom Penmenkuan-Paß.

Japanische Bombenflieger führten unterdessen einen erfolgreichen Lustangriss aus die Stadt Tavan durch und zerstörten das dortige Arsenal und die Pulverfabrik, die bedeutendste in ganz China.

Nach einer offiziellen Mitteilung des japani­schen Kriegsministeriums wurden zwei neue Oberkommandierende ernannt, und zwar für die gesamte 'Front in Nordchina Gene­ral Terauchi, bisher Inspektor des Erziehungs­wesens, und für die Streitkräfte an der Schang-' Haifront General Matsui, früher Kommandeur For- mosas und Mitglied des Obersten Kriegsrates. Die Ernennung der beiden Generale, die ihr Kommando bereits übernommen haben, bezweckt die Zusammenfassung der japanischen Streit- kräfte unter eine einheitliche Befehlsgewalt.

Mehrere japanische Zerstörer unternahmen Mittwoch einen neuen Angriff auf den Hafen Swatow. Die Hafenanlagcn sowie die Sianal- station wurden eine Stunde lang bombardiert.

Japan warnt Sen völkirbimö

Tokio, 16. September

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes hat zum Appell Chinas an den Völkerbund eine Er­klärung veröffentlicht, in der es u. a. heißt: Ob­wohl Tokio nicht im Besitze des vollen Wortlautes der chinesischen Note an den Völkerbund ist, so ist dennoch deutlich erkennbar, daß China mit entstellten Tatsachen operiert. Der Sprecher warnt den Völkerbund, auf einer solchen Grundlage sich in den Streit einzumischen. Japan wolle Chinas Einigung nicht verhindern, es wünsche lediglich, daß diese Einigung im Interesse des Weltfriedens auf einer gesunden Grundlage erfolgt. Die gegenwärtige China-Politik sei dar­auf gerichtet, China zu einer Neuorien­

tierung zu veranlassen und eine grundlegende Vereinigung seiner Beziehungen zu Japan in die Wege zu leiten. Da China bisher gerade das Gegenteil davon getan habe, so entsprächen die japanischen Maßnahmen der internationalen Ge­rechtigkeit, der Menschlichkeit und der Selbstver­teidigung.

stuf eigene iZefakr

Beschränktes Wafscnaussuhrverbot von USA nach dem Fernost

Washington, 16. September

2n einer amtlichen Erklärung zu dem Waffen­ausfuhrverbot für amerikanische Regierungs­schiffe wird mitgeteilt, daß alle in Privatbesitz hefindlichen Handelsschiffe unter der Flagge der Vereinigten Staaten die Beförderung von Waf­fen, Munition oder anderem Kriegsmaterial nach China oder Japan auf eigenes Risiko durchzu­führen hätten. Das Waffenaussuhrverbot für alle im Staatsbesitz befindlichen Handelsschiffe gelte bis auf weiteres. In der Erklärung wird aus­drücklich darauf hingewiesen, daß die Frage der Anwendung der Neutralitätsakte vorläufig nicht berührt werde.

Mehr Nücksichr auf flusiänder

Ford rung des Chef- des USA.-Geschwaders Neuyork, 16. September.

Meldungen aus Schanghai zufolge wiederholte Admiral Parnell. der Oberbefehlshaber des amerikanischen Osiasien-Eejchwaders. am Mitt­woch nachdrücklichst seine an die chinesischen und japanischen Truppen gerichtete Aufforderung, das Feuern über die im Hafenliegenden aus­läutn lchcn Kriegsschiffe hinweg einzustellen, da hierdurch nicht nur Menschenleben an Bord, son­dern auch in den dich'besiedelien ausländischen Niederlassungen gefährdet würden. Die For­derung Parnclls wurde von den Geschwaderchess Englands, Frankreichs, Italiens und Hollands UNlrrstützt.

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London, 16. September.

Nach Berichten aus Schanghai sind in der inter­nationalen Niederlassung und der französischen Konzession zur Zeit insgesamt 658 Personen an Cholera erkrankt. Ein britischer Soldat ist ge­storben. In der französischen Konzession sind neun Personen der Krankheit erlegen.

Italien fordert absolute öleichberechtiaung

Me römischen Mittler über den Widersinn der Nponer veschlüsse Neoikonsmöglichkeit des flbkomniens?

polizeislandarte in verlin

Berlin, 16. September.

In feierlicher Form wurde am Mittwoch die erste Standarte, die der Führer der deutschen Po­lizei in Nürnberg verliehen und in dem Luit- pold-Hain mit der Blutfahne der Bewegung ge­weiht hatte, von einer Ehrenformation der Ber­liner Schutzpolizei eingeholt und vom Dienstge- Läude des Kommandos' der Schutzpolizei nach dem Hauptamt Ordnungspolizei Unter den Linden 72 übergeführt. Drei Hundertschaften in der neuen in Nürnberg gezeigten Paradeuniform begleiteten die von dem Blutordensträger, Oberleutnant Albrecht getragene und von zwei Ehrenzeichen­trägern flankierte Standarte auf ihrem Maftch. Unter den Klängen des neuen für Nürnberg kom­ponierten nationalsozialistischen Polizeimarsches zog die Ehrenformation durch das Brandenburger Tor zum Hauptamt, wo das Offizierskorps des Stabes des Chefs der Ordnungspolizei General Daluege das Wahrzeichen der neuen deutschen Po­lizei empfing. Unter den Rhythmen des Präsen- tiermarsches vollzog sich hier die feierliche Ueber- fllhrung der Standarte in das Dienstgebäude, wo sie im Zimmer des Chefs der Ordnungspolizei, General Daluege, neben drei der ältesten Fahnen der Bewegung, der ersten Frontbannfahne, der eisten Fahne der Berliner Nationalsozialisten und einer der ältesten Fahnen der kurmärkischen Braun­hemden Aufstellung fand.

Berlin, 16. September.

Amtlich wird mitgeteilt: Im letzten Drittel des Septembers ist unser Heimatgebiet der Schauplatz der Wehrmachtsmanöver 1837. Eine Woche lang wird die neue Wehrmacht mit ihren drei Wehr­machtsteilen,.. Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe, in unbekanntem Gelände unter feldmäßigen Be­dingungen Uebungen durchführen und die Brauch­barkeit des vielgestaltigen Kriegsgeräts erpro­ben. Es liegt auf der Hand. daß die ausländische Spionage, von deren Wirken die Landesverräts- prozesse der letzten Jahre und Monate Kunde gaben, während der Manöverzeit eine verschärfte vusspähungstätigkeit versuchen wird. Die,Erfah­rung früherer Manöver hat gezeigt, daß stets eine ganze Anzahl von Agenten, Spionen und Aushorchern unmittelbar in das Uebungsgebiet entsandt werden. Zur Abwehr dieser landesver- Eerischen Elemente und zum Schutz unserer Wehrmacht sind alle notwendigen Maßnahmen

Rom, 18. September.

In Besprechung der italienischen Antwort an die Konferenz von Nyon hebt Sie römische Presse vor allem hervor, daß Italien als Mittelmeer- Eroßmacht hinter keiner anderen Mittelmeermacht zurückstehen könne.Nur die absolute Gleichberech­tigung«. so schreibtMessagero".mit je^r an­deren Macht und in allen Zonen des Mittel- meeres ohne jede Ausnahme hätte den Beitritt Italiens ermöglichen können, das über seine In­teressen einzig und allein selbst zu bestimmen hat." Popolo di Roma" weist auf die geographische und geschichtliche Stellung Italiens im Mittelmecr hin, die von keinem Arrangement geändert oder aus der Welt geschafft werden könne. Italien habe im Mittelmecr lebenswichtige Interessen, die hin ter denen keiner anderen Macht zurücktreten könn­ten. Seine Flottenftreitkrästc fetzten es in den Stand, eine ebenso große Ueberwachungsaufgabe wie jede andere Macht zu übernehmen.

Uebereinstimmend betonen die Genfer und Lon­doner Berichterstatter, daß nachträglich eine Be­stimmung eingeführt worden sei, aus der England

getroffen. Auch das Landesverratsgesetz, das für den Verräter den Tod durch das Beil des Scharf­richters vorsieht, wird inzwischen jenen verächt­lichen Kreaturen bekannt geworden sein, die sich durch Verräterei und Spionage ein schmutziges Judasgeld verdienen wollen.

Niemand iraucht daher in Sorge zu sein oder sich besonders Gedanken zu machen. Wer allerdings glaubt, aus verdächtigen Wahrnehmungen, Beob­achtungen, Gesprächen usw. schließen zu müssen, daß Staatsfeinde ihr Unwesen treiben oder Spione am Werk sind, der wende sich umgehend ver­trauensvoll an den nächsten Polizeibeamten. Es wird selbstverständlich von jedem Volksgenossen, der seine erwünschte Mithilfe zur Verfügung stellt, erwartet, daß er sich der Tragweite seiner Anzeige bewußt ist, damit die Ueberwachungs- stellen nicht durch unbegründete Anzeigen von ihren Aufgaben abgehalten werden.

bestanden habe, um eine Revision der Arrange­ments zu ermöglichen. Sie lasse praktisch eine andere Einteilung der Ueberwachungsbereiche zu. DiesesSicherheitsventil« könnte einen Anhalt zur Behebung aller Fehler und Unstimmigkeiten geben. Schließlich unterstreichen die italienischen Blätter die in der englischen Hauptstadt bestehende Ansicht, daß die Ablehnung Roms nicht als end­gültig betrachtet werden müsse, sondern zurückge­nommen werden könnte, falls England und Frank­reich Italien die Teilnahme an der Kontrolle über das gesamte Mittelmeeranböten«. DieStampa" hebt hervor, Italien verlange keine Vorrechte, könne aber nicht Plänen zustimmen, die für andere Staaten Vorrechte festsetzten. Niemand dürfe sich herausnehmen, der größten Mittelmeermacht Zonen zuzuweisen.

Aus der Antwort Italiens sind, wie dasEior- nale d'Jtalia« hervorhebt, trotz ihrer lakonischen Kürze vier Punkte besonders hervorzuheben:

1. Die typische Ungerechtigkeit, mit der sich England und Frankreich dazu herabließen, Ita­lien die Kontrolle über das Tyrrhenische Meer zu übertragen:

2. der in die Augen springende Widersinn, der darin bestehe, daß die englisch-französische Flotte gerade auf den wichtiasten Fahrstraßen der ita- linischen Schiffe ihre Kontrolle ausübe, während die italienische Kontrolle aus diesen Verkehrs­wegen ausgeschlossen wäre;

3. die absolute Gleichberechtigung Italiens im ganzen Mittelmecr;

4. das volle Einvernehmen Italiens mit Deutsch­land, das für alle eine Warnung sein könne, die sich der irrigen Hoffnung hingeben, die Allste RomVerlin abdrehen zu können.

Piccolo". das Mittagsblatt desEiornale d'Jtalia«, verzeichnet die Londoner Besorgnis, daß mit der Ablehnung ihres Beitritts zu dem Kontrollprojekt von Nyon die italienische Regie­rung stillschweigend auch die Anerkennung der internationalen Gültigkeit dieses Arrangements ablehne und damit England und Frankreich das Recht zur Ausübung dieses internationalen Poli- zeidienstcs abspreche.

Paris ist beklommen

Paris, 16. September.

Die Unterzeichnung des Abkommens von Nyon und die Alstage Italiens, demArrangement« beizutreten, wird:vow der Presse ausführlich kom­mentiert. Es fehlt nicht an Stimmen, die immer

noch die Möglichkeit einer Beteiligung Italiens an der französisch-englischen Flottenzuiammen- arbeit im Mittelmeer erhoffen. 2n den Blättern kommt vielfach auch die Ansicht zum Ausdruck, daß die Forderung Italiens auf eine absolute Gleichberechtigung mit den anderen Mächten keine unüberwindlichen Schwierigkeiten für eine Eini­gung zwischen Frankreich, England und Italien auswerfe. Eine italienische Beteiligung sei um so wünschenswerter, als die Sowjets glatte Er­pressungen versuchen, indem sie erklärten, daß die soeben übernommenen Verpflichtungen sie nicht daran hindern würden, ihre Kriegsschiffe im östlichen Mittelmecr kreuzen zu lassen. Sowjet­rußland operiere um so dreister mit Einschüchte­rungen, wenn es wisse, daß die Mittelmeermächte uneinig seien. Falls eine Uebereinstimmung er­zielt werden könnte, würden die sowjetrussischen Kriegsschiffe jedenfalls weniger geneigt sein, die Dardanellen zu durchführen.

Pptimismus kSens über Ngon

London, 16. September.

Außenminister Eden hielt von Genf aus eine Rundfunkrede über die englischen Sender, in der er über die Verhandlungen von Nyon berichtete. Die Lage und die Ausdehnung des Mittelmeeres habe klargemacht, daß unorganisierte Bemühun­gen zur Abwehr der U-Boot-Angriffe nur zu Ver­wirrungen führen und ihren Zweck verfehlen würden. Deshalb seien kollektive Beratungen mit dem Ziel einer schnellen kollektiven Maßnahme notwendig gewesen Jedes Patrouillenichiif sei nach dem Ergebnis der Konferenz jetzt berechtigt zum Gegenangriff überzugehen und wenn möglich' jedes Piraten-U-Boot zu vernichten.Wir glau­ben", io ichloß Eden,in Nyon dem U-Boot- Viratentum im Mittelmeer ein Ende gemacht zu beben.'

Nichteinmischungsausschuß erst nächste Woche

London, 16. September.

Entgegen Londoner Pressemeldungen wind dem Reuterbüro zufolge an gutunterrichteter Stelle erklärt, daß bisher noch keine Sitzung des Nrcht- einmischungsau-lchusjes sür Freitag festgelegt worden ist. da noch eine Anzahl von Antworten der einzelnen Regierungen auf die Vorschlüge zur Verbesserung des spanischen BcobachtungOystems aussteht. Man hält es sogar für möglich, daß vor der nächsten Woche keine Sitzung stattfinden wird.

helft mit bei der Spionage-flbwekr!

km Wort ;um Beginn der großen wekrmachtsmanöoer

Neuterberichtigt"

Herr le water und Veutschlands Kolonialanspruch

Es sind erstklassige Menschen, diese Eng­länder und Deutschen; beide verrichten in Lft- asrika ein Werk, das der ganzen Welt zugute kommt. Es ist Raum genug sür beide."

(Dbeockoro ItoogLvslt 1910)

Wir beneiden Deutschland nicht um seinen Grundbesitz. Wir verlangen keinen Fußbreit seiner Kolonien." (llo^ck voorss 1914)

Freier, unbesangcner und absolut unpar­teiischer Ausgleich aller kolonialen Ansprüche.. llVllson ISIS In seinen14 l?nnktsn">

K. IE Wieder einmal ist ein mannhafter Vorstoß gegen die Trabanten der politischen Unvernunft erfolgt: Der in Kanada weilende britische Oberkommissar für die Südafrika­nische Union, Te Water, hat soeben in Montreal eine Erklärung zur deutschen Ko­lonialfrage abgegeben, die wegen ihres posi­tiven Inhalts und ihrer entschiedenen Form besondere Beachtung verdient. Nach einer Meldung des amtlichen Londoner Nachrich­tenbüros Reuter brachte der Oberkommissar zum Ausdruck, die Südafrikanische Union würde, wie er glaube, bereit sein, sich an einem allgemeinen Abkommen über die Rückgabe der deutschen Kolonien an Deutsch­land zu beteiligen, sofern das nicht auf Kosten ihrer Sicherheit ginge. Südafrika würde jedenfalls nicht abgeneigt sein, sich mit Deutschland in dieser Angelegenheit an einen Konferenztisch zu setzen. Es scheint, daß demjenigen Teil der englischen Presse, der Deutschlands unabdingbaren Kolonial­anspruch noch nicht in seiner historischen und wirtschaftlichen Konsequenz begriffen hat, durch die offene und mutige Erklärung des Oberkommissars Te Water beinahe das Konzept verdorben worden wäre, denn die Reuter-Agentur zog bald nach Veröffent­lichung ihrer Meldung seitens der Londoner Presse die ursprüngliche Fassung der Erklä­rung zurück und teilte mit, Te Water habe nur" folgendes erklärt:Was die Kolonial­frage betrifft, ist es meine persönliche An­sicht, die ich schon lange vertrat, daß die Na­tionen nicht mehr länger zögern sollten, im Geist der Vernunft und Mäßi­gung den Standpunkt Deutschlands in die­ser Frage wie in allen anderen Fragen, die den Weltfrieden stören, zu prüfen.« Diese Berichtigung« des Reuter-Büros ist eigent­lich nicht mehr und nicht weniger als eine ungewollte Bestätigung und Begründung der ersten Aeußerung des Oberkommissars. Darüber hinaus unterstreicht sie, was der Führer und Reichskanzler in seiner Nürn­berger Proklamation erneut betont hat:Es ist die Forderung nach einem dem Reich ge­hörenden Kolonialbesitz in unserer wirtschaftlichen Not begründet und die Einstellung der anderen Mächte zu dieser Forderung eine einfach nicht verständ­liche.«

Wir freuen uns jedenfalls, feststellen zu können, daß die Einsicht gegenüber der stich­haltigen deutschen Kolonialforderung wenig­stens bei einzelnen maßgebenden Per­sönlichkeiten des Auslandes im Wachsen be­griffen ist. Bekannt ist die gleichfalls posi­tive kolonialpolitische Stellungnahme Lord Rotkermeres, der seit einiger Zeit tempera­mentvoll dafür eintritt,daß alle beteiligten Mächte zu einer Verständigung darüber gelangen sollten, wie weit sie Deutschland entgegenkommen können, damit es die Ge­biete wieder erhält, die es auf dem afrika­nischen Kontinent durch den Weltkrieg ver­loren hat". Lord Rothermeres stimmt hierin mit der Ansicht Lord Allen of Hurtwoods oberem, der für jene geforderten Be­sprechungen die völlige Gleichberechtigung Deutschlands als eine Selbstverständlichkeit ansieht. Wir erinnern in diesem Zusammen­hang ferner an das treffende Wort des eng­lischen Historikers Damson:Wenn wir groß­zügig gegenüber Deutschland in der Kolonial­frage handeln, dann machen wir es zu unserem Freund und unserem Mitarbeiter auf allen anderen Gebieten zur Förderung der inter­nationalen Verständigung und des Friedens." Daß Deutschland seine Kolonien den be­treffenden Mächten weder geraubt noch ge­stohlen hat, auch das ist vom Führer in seiner letzten Nürnberger Proklamation wirksam bervorgehoben worden. Viel­leicht lesen diejenigen englischeil Ver­teidiger des Mandatssystems, die an auf­schlußreichen Aeußerungen innerhalb briti­scher Fachkreise interessiert sind, einmal den Sunday Chronicle" vom 13. Februar dieses Jahres nach und zwar den Aufsatz des Journalisten Beverley Nichols über die deutsche Kolonialfrage. Dort findet sich das BekenntnisWir sdie Engländer) haln n das deutsche Kolonialreich gestohlen. So hart das Wort klingen mag, es entspricht den