Ausgabe 
(29.12.1936) Nr. 359
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Parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront vremen

pmtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt vremen

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Das amtliche VerkündungsblaN des Neichsstattlialters in Oldenburg und Vremen

Nr. Z5S / 6. Jahrgang

dienstag, 29. Vezember 1959

Anzeigen-Grundpreise-. Die22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps.. die 70-mm-ZeiIe lmTextteil 75^. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u. a.s sowie sonstige Bedingmigm Preis liste 6 (Nachlaßstassel C). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr-, Sch ristleitung Dienstag und Freitag 12-L-I3-L Uhr.

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Phantasien ausIündWer journalisten

„Sensation" in Verchtesgaden

' (Orabtdsrivbl uvssror Lsriinsr LobriktleikunZ)

k. Berlin, 28. Dezember Die friedliche Weihnachtsstimmung in Deutsch­land steht in krassem Gegensatz zu dem Aufruhr, der Nervosität und der fieberhaften politischen Geschäftstätigkeit jenseits unserer Grenzen. Sen- sationshungrige Auslandsjournalisten glaubten

Unser lagesspiegvl

Pariser und Londoner Blätter überbieten sich mit Liigenmeldungen über Deutschland.

Im Pariser Senat kam es zu einer heftigen Haushaltsdebatte.

Aus dem roten Spanien werden neue Besti­alitäten der Marxisten gemeldet.

Für den verstorbenen Generaloberst v. Seeckt hat der Führer ei» Staatsbegräbnis ange­ordnet.

Reichsarbeitsführer Hier! richtet zum Jahres­wechsel einen Aufruf an die Arbeitsmännee und Arbeitsmaiden.

Englische Bänksirmen haben eine Gesell­schaft gegründet, die den Rohstofstaufch mit Deutschland betreiben soll.

Der gewerbliche Personenkraftverkehr unter­liegt einer Beförderungssteuer.

Die Aufwertungsfälligkeiten werden erneut gesetzlich geregelt.

Durch den Erlaß alter Fürsorgeschulden kom­men in Vremen rund 1S MV Fälle zur Er­ledigung.

Die graue» Gliicksmänner kommen morgen wieder.

sich eine besonders nette Weihnachtsiiberraschung ausgedacht zu haben, als sie Tartarenmeldungen von angeblichen hochpolitischen Besprechungen beim Führer in Berchtesgaden in die Welt hin­ausposaunten. Typisch ist es wiederum, daß einige Zeitungsredaktionen in Paris und London sich als

so „ausgezeichnet" informiert über die Borgänge in Deutschland erwiesen, daß sie Sonderkorrespon­denten nach Berchtesgaden entsandten, wo das gesamte Reichskabinett und die maßgebenden Männer der Partei beim Führer versammelt sein sollten.

Das Erstaunen der Sonderkorrespondenten war nicht gering, als sie in Verchtesgaden ein stilles weihnachtliches Bergstädtchen vorfanden, in dem nichts von poltischer Geschäftigkeit zu spüren war. Zur selben Zeit als Ministerpräsident Eöring, Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsminister Dr. Frick unter den Augen von Zehntausenden an der Stätte des Tunnelbrandes am Potsdamer Platz in der Reichshauptstadt weilten und sich vom Stand der Löscharbeiten überzeugten, sollen Mi­nisterpräsident Eöring, Dr. Goebbels und Dr. Frick nach den Schilderungen der Auslandspresse beim Führer in Verchtesgaden gewesen sein, um zur spanischen Frage „wichtige Beschlüsse" zu fassen. Dieser Hinweis zeigt allein schon, daß die Aus­landspresse ihre Sensations-Meldungen von A bis Z erfunden und wider besseres Wissen in die Welt gesetzt hat, da den Berliner Vertretern der Aus­landszeitungen bekannt war, daß keiner der Mi­nister sich beim Führer in Verchtesgaden aufhielt. Man muß sich fragen, welche Zwecke die Auslands­presse damit verfolgt, die in Deutschland herr­schende Weihnachtsrühe in ein hochpolitisches, den Frieden störendes „Fest" umzulügen. Das deutsche Volk und sein Führer haben im Bewußtsein der im vergangenen Jahr geleisteten Aufbauarbeit ves Nationalsozialismus in Deutschland das Weih­nachtsfest still und ruhig, gefeiert. Gewissen Leuten im Ausland scheint jedoch der Weihnachtsfrieden so wenig zu behagen, daß sie selbst dieses Fest durch ihre Lügenfabrikation zu entweihen versuchen.

Sehr witzig schreibt der „Angriff" hierzu: Ministerpräsident Eöring ist in der Nacht vom 24. zum 28. Dezember um die Geisterstunde mit dem neuesten deutschen Flugzeugmodell, das von innen vernebelt werden kann, auf dem Dach des Verghofes gelandet, gleichzeitig trafen nach einem vieltägigen Fußmarsch der Reichskriegsminister und der Oberbefehlshaber des Heeres in dem unterirdischen Gang. der das Ministerium in der Vendlerstraße mit Verchtesgaden verbindet, auf dem Obersalzberg ein. Wieder andere begaben sich, aus Angst vor den Adleraugen der ausge­kochten Walläce-Reporter, als Milchhändler oder Wachtposten verkleidet, zum Führer. Da sitzen sie nun alle inkognito und lesen die Auslands­zeitungen, denn sie müssen ja schließlich wissen, worüber sie sich eigentlich zu beraten haben. Hin­

sichtlich der Speisekarte sei noch verraten, daß es als Festessen Entenbraten gab!

Wir möchten den enttäuschten Äuslanüs- journalisten, denen die weite Reise von Ber­lin nach Berchtesgaden so gar nichts Greif­bares eingebracht hat, unser tiefstes mensch­liches Mitgefühl zum Ausdruck bringen. Gerade ihnen war nach der vorangegangenen wochenlangen Rekovdarbeit im Dienst der Greuelpropaganda die Weihnachtsruhe zu gönnen. Doch das Schicksal wollte es anders! Als Ausgleich sür ihre überstürzten Strapa­zen möchten wir ihnen einen kleinen kosten­losen Tip geben. Zwar ist es nur eine Ver­mutung, aber schon diese dürfte den im Kombinieren so geübten Vertretern gewisser Auslandsblätter zur Anregung ihrer blühen­den Phantasie vollauf Aenügen: Vielleicht hat man sich — das ist unser Hinweis — ledig­lich im Zeitpunkt und im Ort der Handlung geirrt; vielleicht soll die ungewöhnlich folgen­schwere Kabinettssitzung erst in der Sil­vester-Nacht, und zwar mitten im bun­ten Treiben der Reichshauptstadt, geschicht­liche Wirklichkeit werden; vielleicht ist auf den geplanten Vorstoß Deutschlands gegen den „Frieden" des übrigen Europas auch die lebhafte Tätigkeit der Silvester-Böller-In- dustrie zurückzuführen. Wir geben den sen­sationslüsternen Auslandsjournalisten gleich­zeitig den guten Rat, ihre Telephongespräche mit den Heimatredaktionen über das „Ereig­nis" eine Stunde vor Beginn des neuen Jahres zu führen, da im Anschluß an die Be­schlüsse des Reichskabinetts von Punkt 12 Uhr an infolge des ohrenbetäubenden Lärms der „friedensstörenden Raketen" kein Wort mehr am Fernsprecher zu verstehen sein wird. Unsere Leser aber bitten wir, die Angelegen­heit für sich zu behalten, damit den Auslandsvertretern die Berichterstattung' über den „großen Schlag der Reichsregie­rung" nicht weggeschnappt wird und wir — wie reizvoll und interessant! — erst auf dem Umweg über fremdsprachige Stil- übungen von Paris und London aus erfah­ren, was eigentlich in Deutschland vor sich geht.

mu.

vorwärts;n neuen krfolgen!

51n flufruf des Neichsarbettsfiistrees stier! ;um Jostreswechsel

Berlin, 28. Dezember.

Der Reichsarbeitsführer Reichsleiter Hier! erläßt zum Jahreswechsel folgenden Aufruf:

Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden! Wir blicken zurück auf ein Jahr ernster und erfolgreicher Arbeit. Wir haben mit unserer Arbeit nach besten Kräften deutschem Blut und deutschem Boden und damit der Sicherung der Zukunft unseres Volkes gedient. Die Idee unseres nationalsozialistischen. Arbeits­dienstes, der das Gegenteil bolschewistischer Zwangsarbeit darstellt, hat in der ganzen nicht bolschewistischen Welt hohe Beachtung ge­funden Der Reichsarbeitsdienst ist zu einer Ein­richtung des Dritten Reiches geworden, der man selbst in jenen Ländern, in denen man dem neuen Deutschland im allgemeinen wenig Verständnis und Neigung entgegenbringt, eine manchmal mit Neid gemischte Anerkennung nicht versagen kann.

Meine Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden.' Ihr habt euch durch eure Arbeit und Haltung die Liebe des deutschen Volkes erworben. Der Führer selbst hat euch das beim letzten Reichs­parteitag bestätigt und dem Reichsarbeitsdicnst seine hohe Anerkennung zuteil werden lassen. Es gibt für uns keinen höheren und schöneren Lohn unserer Arbeit als diese Anerkennung unseres Führers und die Liebe unseres Volkes. Es kann aber auch keinen wirksameren Ansporn geben, uns auch im kommenden Jahr mit ganzer Kraft sür die Erfüllung unserer Aufgabe einzu­setzen. Das kommende Jahr stellt uns vor große neue Aufgaben.

Entsprechend der Verordnung des Führers vom 26. September 1936 ist der Reichsarbeits- hienst innerhalb der nächsten 2^ Jahre u m 5 0 v. H. zu verstärken, der Arbeitsdienst für die weibliche Jugend ist in des kommenden anderthalb Jahren mehr als zu ver­doppeln. Eine weitere organpatorische Aus­gestaltung des Reichsarbeitsdienstes ist in nächster. Zeit zu erwarten. Mit der zahlenmäßigen Verstärkung muß eine Verbesserung aller inneren Einrichtungen auf Grund der bisherigen Erfahrungen Hand in Hand gehen

Der Vierjahresplan des Führers stellt ger^e uns vor eine große nnd schöne Aufgabe. Wir wollen der Stoßtrupp des Willens des Führers und seines Beauftragten Hermann

Eöring sein! Niemand soll uns an Einsatzbereit­schaft und Hingabe für diese Arbeitsaufgabe über­treffen! An Hemmungen und Widerständen wird es nicht fehlen, aber stärker als jeder Widerstand wird auch in Zukunft unser zielbewußter Wille sein.

Die von uns geforderten hohen Leistungen sind nur zu erreichen, wenn unser Wille getragen wird von den seelischen Kräften, die aus der national­sozialistischen Weltanschauung entspringen. Nur aus dem Geiste dieser Weltanschau­ung und aus unserer Arbeitsdienstmoral, die Treue, Gehorsam und Kameradschaft, höchstes Ehr­

gefühl, ernstes Verantwortungsbewußtsein und freudige Pflichterfüllung in sich schließt, erwächst uns die Kraft, das zu leisten, was unser Führer und unser Volk von uns erwarten.

Oberstes Gesetz sür jeden Angehörige» des Reichsarbeitsdienstes, im besonderen für jeden Führer, bleibt es daher, diesen Geist in sich selbst zu stärken, ihn vorzuleben und nach ihm in seinem Wirkungsbereich zu handeln. Mit diesem Geist vorwärts ins neue Jahr zu neuer kämpferischer Arbeit und neuen Erfolgen! Heil Hitler! (gez.) Konstantin Hierl.

See sülirer an Stabschef taste

Berchtesgaden, 28. Dezember.

Der Führer sandte an Stabschef Lutze zu seinem 48. Geburtstag nachfolgendes Telegramm: „Zu Ihrem heutigen Geburtstage bitte ich Sie, meine herzlichsten Glückwünsche entgegennehmen zu wollen. Ihr Adolf Hitler.«

*

Der Geburtstag des Stabschefs der SA. war für die SA. Anlaß, eines reichen, schaffensvollen Jahres zu gedenken. Aus allen Gruppen des Reiches wurden dem Stabschef Gaben dargebracht. Der Kulturkreis der SA. widmete eigene Ar­beiten. Eine schlichte Feier, in der die Wünsche für weitere segensreiche Arbeit von den Männern und Führern der gesamten SA. zum Ausdruck gebracht wurden, sah den Stabsführer der Obersten SA.-Führung Obergruppenführer Herzog sowie die Obergruppenführer von Jagow und Litzmann und die Angehörigen der Adjutantur als Gäste.

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Eine Leistungsschau über die Gesamtarbeit Berlin, 28. Dezember.

Die letzte „Stunde der jungen Nation" des Jahres 1936 wird am Mittwoch 20.15 Uhr der deutschen Hörerschaft einen Rückblick auf die Ar­beit und das Wesen der Hitlerjugend im Jahre 1936 geben und zwar in Form einer Ringsen- dung, an der der Deutschlandsender und die Reichssender^ Königsberg, Köln, Stuttgart, Ber­lin und München beteiligt sind. Das Mikrophon

überträgt zu Beginn der Sendung einen Heim­abend. Dort gewinnen wir einen Einblick in die Arbeit der Weltanschauungsschulung. Wir hören weiter vom Reichsberufswettkampf insbesondere von der socialen Arbeit der HitlerjugeiÄ», erhal­ten noch einmal einen lleberblick über die Lei­stungen auf dem Gebiete der kulturellen Arbeit, werden an das Heidelberger Lager des Rund­funk- und Kulturamts der Reichsjugendfllhrung sowie an das große Olympia-Lager erinnert und hören dabei von der körperlichen Ertüchtigung im vergangenen Jahr. Der Reichssender München bringt Ausschnitte vom Adolf-Hitler-Marsch und vom Hochland-Lager. Auch der Reichsparteitag wird noch einmal vor uns lebendig. Die Arbeit für die deutschen Jugendherbergen findet ihren Höhepunkt in der Einweihung der Adolf-Hitler- Jugendherberge in Berchtesgaden. Die Arbeit des BDM. wird in einem Rückblick auf das erste Reichsführerinnenlager im Reichssportfeld be­schrieben und gewürdigt.

luden und slaggenerlah

Berlin, 28. Dezember.

Es sind Zweifel darüber entstanden, ob der Ruwderlaß vom 7. Dezember 1936 über die Aus­legung des Verbots des Paragraphen 4 des Vlut- schutzgosetzes auch dann Anwendung findet, wenn in einem Mietshaus u. a. auch jüdische Mieter wohnen. Der Reichs- und preußische Minister des Innern gibt daher bekannt, daß der Flaggenerlaß auf Fälle dieser Art keine Anwendung findet. Das Flaggenverbot trifft vielmehr nur die Woh­nungsinhaber, in deren Haushalt ein Jude lebt.

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Die IIntliüIIunK einer (leckenlrtakvl kür Oivtrivb Lekart am Hanse seines Lsrliner Wirkens, ^.nlüüliek äss Tocksstagss ciss äureb unscbulckig erlittene Hakt äskinZssebisäsnen Vorkäwpksrs äsr LsvsAung, Oistriek ülekart, vurcks an «tsr Ltätts seines Lsrlinsr Wirkens, am Hanse Imäsiulorkkstr. 66, am LonntaZ eine dsäsnktaksl ksisrliok ontküllt. (?r.-IIIustr. Hokkwann.)

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Von Hauptmann (Lj im Reichskriegs­ministerium von Zeska wird uns geschrieben:

Als Lehrmeister und Organisator des deutschen Heeres ist mit Generaloberst von Seeckt ein Mann aus dem Leben geschieden, wie ihn die preußische Geschichte zuvor nur in Scharnhorst gekannt hat. Seeckt hat aus den Trümmern des einst von der ganzen Welt geachteten und gefürchteten deutschen Heeres und aus den Freikorps der Nachkriegsjahre im Kampf gegen das Diktat von Versailles mit seinen Entwaffnungsbestimmungen und Kontrollkom­missionen, aber auch gegen den Haß der Parteien des Weimarer Zwischenreiches ein — wenn auch nur kleines, so doch mustergültiges — Reichsheer von 100 000 Mann geschaffen, das zur Keim­zelle des deutschen Volksheeres des Dritten Reiches geworden ist. Nur Scharn­horst hat unter ähnlichen außenpolitischen Ver- Bedingungen den Weg von Jena zu Waterloo vorbereitet.

„Der Generaloberst von Seeckt wird in unserer Geschichte als großer Soldat weiter- Gben", mit diesen Worten hat der Führer und Reichskanzler in seinem Beileidstelegramm an die Gattin des Verstorbenen die großen Ver­dienste des Generalobersten von Seeckt qekenn- Mchnet die er sich um die Wehrmacht des Dritten Reiches für alle Zeiten erworben hat; denn durch seine aufopfernde und tatkräftige Arbeit als Chef der Heeresleitung wurde der Grundstein zum Aufbau des jetzigen Heeres gelegt

Seine überragenden militärischen Leistungen hatten einen maßgeblichen Einfluß auf die Er­folge, die das deutsche Heer im Kriege erringen konnte. Nach dem Urteil Ludendorffs war Gene- raloberst von Seeckt „durch seine geistige Schärfe und seine klare Gemessenheit eine der am stärk­sten hervortretenden Erscheinungen des Welt­krieges". Das hat er bewiesen als Chef des Eene- ralstahes des III. Armeekorps in der großen An­griffsschlacht von Caissons Anfang 1918 und dem Vormarsch von Brest-Litowsk, in dem erfolg­reichen Feldzug gegen Serbien im Herbst 1918 und nicht minder in der Abwehr der Brussilow- Offensive und dem Feldzug gegen Rumänien im

Sommer und Herbst 1916 als Chef des Stabes der Heeressront des Erzherzog-Thronfolgers Karl. Gegen Ende des Krieges fand er als Chef des Generalstabes der türkischen Armee ein neues Arbeitsfeld, deren Erliegen er aber mit den ge­ringen deutschen Streitkräften nicht zu verhindern vermochte. Seine hervorragenden Leistungen im Kriege wurden anerkannt durch Verleihung dgp Ordens pour ls mörits und anderer hoher Kriegsauszeichnungen.

In den Friedensverhandlungen fiel Seeckt die schwierige Aufgabe des Führers der deut­schen Militär delegation in Versail-

Der Reichs- und preußische Minister des Innern gibt folgendes bekannt: Aus Anlaß der Beisetzung des verstorbenen General­obersten v. Seeckt flaggen am Mittwoch, dem 3V. Dezember, alle öffentlichen Gebäude im Reich halbmast.

les zu. In seine Hände wurde auch das Amt alten Generalstabes gelegt, der kurze Zeit da allerdings durch das Distat der Entente aufg werden mußte. Von entscheidender Bedeutung die weitere Entwicklung des Reichsheeres seine Ernennung zum Chef der Heer leitung im Juni 1930. Bis zu seinem! scheiden aus dem aktiven Heeresdienst im I 1926 hat Generaloberst von Seeckt dieses für damalige Zeit besonders schwierige Amt verse In den 6 Jahren ist es Seeckt gelungen, kleine Neichsheer Schritt für Schritt wiedei einem brauchbaren, seinen Zweck erfüllenden strument zusammenzuschweißen. Er hat Reichsheer im Kampf gegen Versailles und ! mar zu einem Machtwerkzeug geformt, d innere Kraft und Geschlossenheit die zahlenmä Schwäche vergessen ließ. Unter seiner zielber ten Führung wurde das Reichsheer zu e Pflegestätte soldatischer Tugenden und kri rischer Tüchtigkeit, an der alle Umsturzversuche Kommune und des Marxismus ebenso scheite wie alle Bestrebungen, das Heer parteipolitis