Ausgabe 
(28.12.1936) Nr. 358
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Patteiamtlüche Tageszeitung

NachrichtenblaN der Deutschen flrbeitsfront Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblan des Senats der Lreien kjanseftadt Bremen

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Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Nr. Z5S / 6. Jahrgang

Montag, 2S. Uezember lSZS

kinzelpreis 1S Npf.

Unerliörter übergriff spanischer Marxisten

Unssr?«»gssspiegsl

Die spanische» Bolschewisten habe» «inen deutschen Dampfer beschlagnahmt.

Generaloberst von Seeckt ist gestern nachmit­tag gestorben.

Für den Neujahrsempsang beim Führer am 11. Januar liegt nunmehr das Programm vor.

Tschianglaischek ist nach bedingungsloser Freilassung nach Nanking zurückgekehrt.

Auch in Bremen wurde die Fettversorgung der minderbemittelten Bevölkerung geregelt.

einem Interview würdigt der Reichs­führer die Erfolge des Sportjahres

In Algier errang der deutsche Villardmeister Tiedtke den Weltmeistertitel.

Das Freundschastspiel gegen den ASV- Blumenthal beendete der SB. Werder mit einem knappen 2:1-Sieg.

krsatz alter sürsorgekoslen kommt in Wegfall

Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird:

Berlin, 27. Dezember.

8 1 .

sl) Kosten der öffentlichen Fürsorge, die vor dem 1. Januar 1935 aufgewendet wurden, find dem Fürsorgeverband weder von dem Untere stützten noch von seinem Ehegatten, seinen Eltern oder seinem Erben zu ersetzen. Das gleiche gilt für die Kosten einer in der Zeit vom 1. Januar bis 1. Zuli 1935 gewährten öffentlichen Fürsorge, sofern der Unterstützte oder, falls ein zuschlags- berechtigter Angehöriger (8 103 Absatz 2 des Ee- ^setzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen- Versicherung) von der öffentlichen Fürsorge unter­stützt worden ist, der Hauptunterstiitzungsempsiin- ger vor dem 28. November 1932 aus der Krisen- unterstiitzung wegen Erreichung ihrer Höchstbe- zugsdauer ausgeschieden war.

(2) 8 21a der Fürsorgepflichtverordnung fin­det keine Anwendung; Anzeigen, die ein Fiir- sorgeverband nach Absatz 1 Satz 1 dieser Bor­schrist vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes an den Dritten gerichtet hat, werden unwirksam.

8 2 .

Die Fürsorgepflichtverordnung wird wie folgt geändert: I. 8 25 Absatz 2 erhält folgenden Satz 2:

Der Reichsminister des Innern kann im Ein­vernehmen mit dem Reichsarbeitsminister be­stimmen, welches Vermögen oder Einkommen hin­reichend ist." II. 8 25d erhält folgende Fassung: Der Ersatzanspruch nach den 88 25 und 25 a erlischt nach 1 Jahren vom Ablauf des Jahres an, in dem die Unterstützung gewährt worden ist."

8 3- '

8 2 Nr. II gilt auch für Unterstützungen, die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes gewährt worden sind. '

8 4-

ll) Ersatzleistungen, die bis zum Tage der Berkündung dieses Gesetzes bewirkt worden sind, können nicht zurückgefordert werden.

f2) Sicherheiten für Ansprüche, die nach 8 1 Absatz 1, 8 2 Nr. II oder 8 3 erlöschen oder dem Fürsorgeverband nach 8 1 Abs. 2 Halbsatz 2 nicht mehr zustehen, sind freizugeben.

8 5.

Der Reichsminister des Innern erläßt im Ein­vernehmen mit dem Reichsarbeitsminister die zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Rechts­und Verwaltungsvorschristen.

Der Führer und Reichskanzler.

Der Reichsminister des Innern.

Der Reichsarbeitsminister.

*

Das Gesetz entspricht, wie derVölkische Beob­achter" feststellt, einem seit langem von der Partei gehegten und mit Nachdruck vertretenen Wunsche und wird von ihr besonders begrüßt, angesichts der Tatsache, daß zahlreiche alte Kämpfer vor der Machtergreifung wegen ihrer Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen Bewegung aus ihren Ar­beitsstellen entlassen wurden und vielfach die größten Schwierigkeiten hatten, wieder eine neue Arbeitsstelle zu finden. Sie waren dann in der Zeit der Arbeitslosigkeit vielfach auf öffentliche Fürsorge angewiesen. Es erschien nicht erträglich, diese Volksgenossen weiterhin unter dem Drucke der Pflicht zum Riickersatz der Fürsorgekosten zu lassen, einer Pflicht, die ihnen letzten Endes durch ihr Eintreten für die -nationalsozialistische Bewe­gung aufgebürdet worden ist.

veutscher Kampfer beschlagnahmt

Nach Mlbao eingebracht

Berlin, 27. Dezember.

Amtlich wird mitgeteilt: Nach eingegan­genen Nachrichten haben rote spanische See- streitkrräste den deutschen DampferPalos" der Oldenburg-Portugiesischen Dampsschiss- sahrtsgesellschast außerhalb der spanischen Hoheitsgewässer in der Nähe von Bilbao be­schlagnahmt und nach Bilbao eingebracht.

Der Dampfer befand sich auf der Fahrt von Hamburg über Rotterdam nach spani­schen Häfen. Die Ladung besteht nach ein­wandfreien Feststellungen weder aus mittel­barem noch unmittelbarem Kriegsmaterial.

Die notwendigen Maßnahmen zur Frei­lassung des Dampfers sind eingeleitet. Es

wird erwartet, daß vor Inkrafttreten dieser Maßnahmen die roten Machthaber sich dazu verstehen werden, den völlig unberechtigt ausgebrachten Dampfer mit unversehrter Ladung und den drei an Bord befindlichen Passagieren freizulassen.

Paris, 27. Dezember

Der über die Machenschaften der sowjetrussi- schen Regierung gewöhnlich sehr gut unterrichtete Matin" meldet, daß Moskau, nachdem es wegen der in Paris und London zu er­wartenden Unzufriedenheit auf die öffent­liche Entsendung eines Geschwaders nach dem Mittelmeer verzichtet habe, in letzter Minute auf eine andereLösung" verfallen >ei. Es werde ein Geschwader von fünf Unterseebooten ins Mittelmeer entsandt werden, ohne daß man diese Maßnahme amtlich mitteile. Als Stützpunkt werde das Geschwader einen ihm von den spani­schen Bolschewisten zugewiesenen Hafen erhalten, worüber ein Abkommen abgeschlossen worden sei. Das Geschwader habe die Aufgabe,diskret" die

sowjetrussischen Transporte in der von den spani­schen nationalen Kriegsschiffen überwachten Zone zu begleiten, und diese Kriegsschiffe ohne War­nung und Schonung zu torpedieren, sobald diese ein Transportschiff anhielten.

In verantwortlichen sowjetrussischen Kreisen wisse man sogar, daß Marschall Woroschilow per­sönlich Anweisung gegeben habe, ohne besonderen Vorwandt jedes spanische nationale Kricgsjchiff zu versenken, das den sowjetrussischen U.-Booten begegnets!). Weiter wurden aus Anweisung Woroschilows die sowjetrussischen Transport­dampfer mit kleinkalibrigen Geschützen aus­gerüstet.

sog ffulouniälle In USff.

Newyork, 27. Dezember.

Die letzten Ziffern, die über den Feiertagsver­kehr in Amerika vorliegen, zeigen neben gigan­tischen Verkehrszahlen auch eine hohe Anzahl von Verkehrsunfällen auf. Bis in die Nachmittagsstunden des dritten Feiertages waren gegen 500 Autou »fälle gemeldet, bei denen 470 Menschen den Tod fanden.

Veneralobersr von Seeckt gestorben

(orsklbsrieftt unserer kk. Berlin. 27. Dezember. Am Sonntagnachmittag verstarb in Berlin nach kurzer Krankheit ganz unerwartet Ge­neraloberst a. D. Hans von Seeckt.

Mit Generaloberst von Seeckt ist eine der markantesten Persönlichkeiten der Kriegs­und Nachkriegsarmee von uns gegangen. Hans von Seeckt, der am 22. April 1866 in Schleswig geboren wurde, hat während des Weltkrieges viele verantwortliche Komman­dos innegehabt. Als Chef des Stabes des lll. Armeekorps der Xl. Armee und der Hee­resgruppe Mackensen hat dieser große Stra­tege bei Gorlice und Lemberg, bei Brest- Litowsk und während des serbischen Feld­zuges sein außergewöhnliches Können be­wiesen. 1916 wurde von Seeckt Chef des Sta­bes des Erzherzog-Thronfolgers und 1917 Chef des Stabes des türkischen Feldheeres.

Als Chef der Heeresleitung der Reichs­wehr hat von Seeckt in stiller, zielbewußter Arbeit ein kleines, vorbildliches Heer geschaf­fen. Es ist das besondere Verdienst des Ge­nerals, daß er trotz der unwürdigen Fesseln des Versailler Schanddiktats, beschimpft und befehdet von den Parteien, die Träger der November-Republik waren, eine schlagkräf­tige Truppe schuf und die großen soldatischen Tugenden Deutschlands und die reiche mili­tärische Tradition in dem kleinen Berufs-

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Heer pflegte. Aus der Arbeit von Seeckts ausbauend, konnte der Führer, als er in kühnem Entschluß die deutsche Wehrhoheit wiederherstellte, Deutschland ein großes

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6snoialoberst von 8eovkt (IVsItdilä-OsLa-Liius)

Bolksheer schenken, für das Geist, Zucht und Können der Reichswehr vorbildlich sein konnten.

Zum 70jährigen Geburtstage des General­oberst würdigte der Führer die unvergäng­lichen Verdienste v. Seeckts, indem er ihn zum Chef seines alten Regiments, des Inf.- Regiments 67 in Berlin-Spandau. ernannte. Den Weihnachtsabend hat Generaloberst von Seeckt noch im Kreise der Soldaten seines Regiments verbracht. Ein ruhmreiches, vor­bildliches Soldatenleben endet mit seinem Tod.

Während seiner kurzen Zugehörigkeit zum Reichstag hat Generaloberst von Seeckt stets eine Regierungsbeteiligung der NSDAP. gefordert. Von Seeckt hat sich auch als Mili­tärschriftsteller einen Namen gemacht. Seine WerkeGedanken eines Soldaten",Die Zukunft des Reiches",Moltke, ein Vor­bild" und seine im November 1932 erschie­nene AbhandlungDie Reichswehr" fanden außerordentlich große Beachtung und An­erkennung.

Vor-rer an srau von Seeckt

Berchtesgaden, 27. Dezember.

Der Führer und Reichskanzler hat an die Gat­tin des verstorbenen Generalobersten von Seeckt folgendes Telegramm gerichtet:Euer Exzellenz bitte ich anläßlich des schweren Verlustes, der Sie und das ganze deutsche Volk betroffen hat, meine aufrichtigste Teilnahme entgegennehmen zu wol­len. Der Generaloberst v. Seeckt wird in unserer Geschichte als großer Soldat weiterleben.

Wilmgklnschek bedingungslos freigelassen

See Marschall mit sschangklueliang in Nanking eingetroffen - tffina im Freudentaumel

Nanking, 27. Dezember.

Marschall Tschiangkaischek traf Sonnabend mittag im Flugzeug aus dem Militärflugplatz in Nanking ein. Eine Stunde später kam auch Tschanghsuelrang auf dem Flugplatz von Nan­king an.

Tschiangkaischek der von seiner Frau und sei­nem Schwager T. V. Soong begleitet war, wurde auf dem Flugplatz freudig begrüßt. Außer rund 300 Regierungsbeamten und Par­teivertretern hatte sich eine Menschenmenge von etwa 10 000 Köpfen zum Empfang Tschiang- kaischeks eingefunden. Auch Abordnungen der Universitäten, Schulen und Pfadfinder hießen ihn willkommen. Ganz China feierte die An­kunft Tschiangkaischeks in Nanking in Freuden- kundgebungen.

Das chinesische Auswärtige Amt gibt be­kannt, daß die Freilassung Tschiangkaischeks bedingungslos erfolgt sei, da Tschangh- sueliang seinen Irrtum eingesehen habe.

Aus der gleichzeitigen Ankunft Tschangh­sueliangs geht hervor, daß diesem Garantien für seine persönliche Sicherheit gegeben worden sind, so daß er sich gegen Eewaltausbrüche der öffentlichen Meinung, die das Vorgehen Tschanghsueliangs scharf verurteilte, geschützt zu sein glaubt. Die Flugzeuge Tschiangkahcheks und Tschanghsueliangs machten am Freitag in Loyang eine Zwischenlandung. Tschiangkaischeks

erste Amtshandlung war der Befehl zur sofor­tigen Einstellung aller Feindseligkeiten und zur Zurückziehung der Regierungstruppen aus der Provinz Shensi. -

In einer Ansprache, die Tschiangkaischek un­mittelbar vor dem Abflug aus Sianfu an Tschanghsueliana und General Panghuchen, rich­tete, stellte er fest, daß die beiden nunmehr ein notwendiges Verständnis für die Wohlfahrt der Nation zeigten und von ihren Versuchen, be­sondere Forderungen zu stellen, abgegangen seien. Diese Tatsache, bedeute im Leben der Na- iton einen Wendepunkt. Die beiden hätten sich aus seinem Tagebuch überzeugen können, daß er nur die Wohlfahrt der Nation angestrebt habe, jedoch nichts gegen sie plante. Da' sie nunmehr bereit seien, ihre eigenen Fehler zu berichtigen, seien sie berechtigt, weiterhin seine Unterge­benen zu bleiben.

Tschanghsueliang hat nach der Ankunft in Nanking in einem Brief an Tschiangkaischek die Bereitwilligkeit ausgesprochen, eine Strafe über sich ergehen zu lassen, um den Grundsatz der Disziplin aufrechtzuerhalten und dem Land ein strenges Beispiel sür die Zukunft zu geben. Er erklärt, daß sein Vorgehen und seine Leichtsin­nigkeit zum Vergehen des Ungehorsams und der Disziplinlosigkeit führte, worüber er sich im tiefsten schäme. Wenn die Belange des Landes es verlangten, werde er auch den Tod nicht scheuen. Aus private Freundschaft solle keine Rücksicht genommen werden.

nehmer aus allen Berufskreisen jubelten in der Versammlung, die wohl die größte Veranstaltung in der chinesischen Republik gewesen sein dürfte. Tschiangkaischek zu. Die Menschen waren seit 5 Uhr morgens in unabsehbaren Kolonnen nach dem Versammlungsplatz marschiert. Der Nankin- ger Bürgermeister verwies darauf, daß auch die größten Männer Chinas, Konfuzius und Sunyat- sen, schwere Prüfungen zu bestehen hatten, weil auch sie gefangenge,etzt worden waren. Der Kriegsminister verlas eine Erklärung, in der be­tont wurde, daß die von der Regierung während der Sianfu-Krise ergriffenen Maßnahmen das neue China als eine uwhlorganisierte Nation der Welt gezeigt hätten.

Die politischen Kreise Chinas stehen noch immer unter dem Eindruck der glücklich überwundenen Krise im Zusammenhang mit den Ereignissen in Sianfu. Dv gute' Ausgang der Krise sei in erster Linie den überlegenen Nerven

! ch iangkaischeks zu danken, dessen persön­liches Ansehen gewaltig gestiegen sei. In Zukunft werde Tschiangkaischek gegen die Gewalttätig­keiten widerspenstiger Provinzgenerale mit abso­luter Sicherheit an das chinesische Volk appellie­ren können Eine wesentliche Aenderung der chinesischen Innen- und Außenpolitik sei jedoch nicht zu erwarten. Die Kommunisten hatten durch ihren Mißerfolg in Sianfu für lange Zeit alle Aussichten verloren.

Neuialirsempfang beim sichrer am l. Januar

^ Das Programm für den feierlichen Wt im Hause des Reichspräsidenten"

Berlin, 27. Dezember

Der Führer und Reichskanzler hat für die üblichen Neujahrsempsänge im kommenden Jahre Montag, den 11. Januar, bestimmt.

An diesem Tage wird der Führer und Reichs­kanzler um 2 Uhr mittag imHause des Reichs­präsidenten". Wilhelmstraße 73. in der herge­brachten feierlichen Form zur Entgegennahme und Erwiderung ihrer Glückwünsche die hier be­glaubigten ausländischen Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger in Gegenwart des Reichsminister, des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, empfangen.

Vorher wird der Führer und Obersts Befehls­haber der Wehrmacht die Glückwünsche der Wehrmacht entgegennehmen, als deren Ver­treter der Reichskriegsminister und Oberbefehls­haber der Wehrmacht, Eeneralfeldmarschall von Blomberg, der Oberbefehlshaber des Heeres, Ge­neraloberst Freiherr von Fritsch, der Oberbefehls­haber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder und der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, sich beim Führer melden werden. Ferner wird der Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert die Glückwünsche der. Bevölkerung der Reichshauptstadt darbringen. Am gleichen Vormittag findet auch der traditionelle Empfang einer Abordnung der Halloren beim Reichsoberhaupt statt.

Für die militärischen Ehrenbezeugungen wird während dieser Zeit eine Ehrenkompanie des Heeres mit Musik im Ehrenhof desHauses des Reichspräsidenten" aufziehen. Nach Abschluß der Empfänge wird der Führer und Oberste Befehls­haber der Wehrmacht vom Balkon der Reichs­kanzlei aus den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie abnehmen.

Nangierimfall in kffen

Essen, 27. Dezember

Am Sonntag früh fuhr im Bahnhof Essen-Nord ein Güterzug beim Rangieren gegen einen Prell- bock. Der Zug bestand aus Eroßraumgüterwagsn, die mit Koks beladen, waren. Die Druckkraft der schweren Wagen, durch die Auffahrt auf den Prellbock plötzlich gehemmt, hob den Tender der Lokomotive hoch und klemmte das Lokomotiv- personal fest. Es kamen hierbei der Lokomotiv­führer und der Heizer zu Tode.

flrbeitsgericktsoorlage angenommen

Aussprache im französischen Senat

Paris, 28. Dezenrber.

Der französische Senat hat nach längerer, teil­weise erregter Aussprache, in die Ministerpräsident Lösn Blum verschiedentlich eingreifen mußte, die Eefetzesvorlage über die obligatorische Schieds« gerichtsbarkeit bei Arbeitsstreitigkeiten mit 170 gegen 89 Stimmen angenommen.- Die Vorläge geht jetzt wieder an die Kammer zurück.

simf Punkte

-es Mtttelmeerabkommens

London, 27. Dezember.

Die Nachrichten-AgenturCentral News" be­richtet aus Rom, daß die italienisch-englischen Vereinbarungen über das Mittelmeer folgende fünf Punkte umfassen würden:. 1. Eine Verpflich­tung, den Frieden aufrechtzuerhalten. 2. Eins Zusicherung auf Achtung der Interessen beider Völker. 3. Eine Zusicherung, daß der freie Zu­gang zum Mittelmeer aufrechterhalten wird. 4. Eine Zusicherung auf einen freien und un­gehinderten Verkehr auf allen Meeren.

5. Eine Zusicherung für die Aufrechterhaltung des ststus guo im Mittelmeer in bezug auf mili­tärische Positionen, Flottenbasen und Einfluß­sphären der beiden Völker.

Selekrte pieken

aus demSowjet-Paradies"

Moskau, 27. Dezember.

Wie man aus einer an diePrawda" ge- richteten Zuschrift erfährt, haben es zwei sowjet- ruffische Gelehrte von Weltruf, die Chemiker W I. Ipatjew und A. E. Tschitschibabin^ vorgezogen, nach einer Dienstreise ins Ausland nicht mehr in die Sowjetunion zurückzukehren. Beide Gelehrte waren Mitglieder der sowjetrussi­schen Akademie der Wissenschaften. Tschitschibabin hat sogar, wie diePrawda" mit besonderer Em­pörung feststellt, einen wissenschaftlichen Auftrag von einem rüstungsindustriellen Unternehmen eines ausländischen Staates angenommen, wäh- djx Dienste der amerikanischen Gesellschaft Universal Oil Company getreten ist. Das Blatt fordert weiter von der sowjetrussischen Akademie eine feste Entscheidung in dieser empö- d. h. zweifellos den Aus­schluß der beiden Gelehrten aus der Akademie.

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