parteiamtliche Lageszeitung
pachnchtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Dremen
der Nationalsozialisten Vremens
flmtsdlatt des Senats der Lreien Hansestadt Bremen
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Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
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Nr. 555 / 6. Jahrgang
Nienstag, 22. Nezembee 1S56
kinzelpreis 15 Npf.
festesfteude für drei Millionen Kinder
Unser lagesspisgel
Dr. Goebbels hielt vom Saalbau Friedrichshain aus an drei Millionen Kinder eine Weihnachtsansprache.
Flottenchef Admiral Foerster ist aus dem aktiven Dienst der Kriegsmarine ausgeschieden; sein Nachsolger ist Konteradmiral Carls.
Der neue Flottenkalender widerlegt mit seinen amtlichen Zissern böswillige Auslands- lugen über Deutschland.
Der Versicherungsschutz für Berufskrankheiten ist erweitert worden.
Der litauische Staatspräsident hat verurteilte Memeldeutsche begnadigt.
Eine deutsche Firmengruppe hat einen Vertrag über die Lieferung von Eisenbahnmaterial für China abgeschlossen.
Im Maschinenbau hat die Beschäftigung weiter zugenommen.
Bei Drontheim ist D. „Afrika" der Reederei Schulte L Vruns. Emiren, gesunken. Ringsum Bremen flammten gestern abend die Sonnenwendfeuer der Gliederungen.
Die Grog-Ausgabe an die RSV.-Betreuten und die Weihnachtsfeiern der Ortsgruppen der NSDAP. nahmen ihren Fortgang.
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Konteradmiral tarls Flottenchef
Admiral Foerster scheidet aus dem aktiven Dienst der Kriegsmarine aus
Berlin. 21. Dezember.
Admiral Foerster, der mit Ablauf des Monats Dezember aus dem aktiven Dienst der Kriegsmarine ausscheidet, holte mit dem 21. Dezember seine. Flagge als Flottenchef nieder. Konteradmiral Carls ist mit der Wahrnehmung des Dienstes als Flottenchef beauftragt.
' Am'Montaanachmittag fand in Kiel die feierliche Verabschiedung des Flottenchefs Admiral Foerster statt. An Stelle des gegenwärtig in den spanischen: Gewässern liegenden Flottenflagg- ! schiffes Admiral Graf Spee" hatte das Pan- H zerschiff „Admiral Scheer" für den Tag die Stellung eines Flottenflaggschiffes übernommen.
Auf der achteren Steuerbordseite des Panzerschiffes „Admiral Scheer" hatte eine seemännische Division Ausstellung genommen. Die Ehrenkompanie stand unter den Rohren des Hinteren Eeschützturmes, die übrige Besatzung auf der Steuerbordseite in Paradeaufstellung. Punkt 14.30 llhr verließ Admiral Foerster feine Kajüte, schritt mit den sechs Fallreepgästen die Front der seemännischen Divisionen ab und begab sich an Bord der bereitliegenden Gig. Sie wurde von Offizieren des Panzerschiffes gepullt. Admiral Foerster übernahm selbst das Steuer, während der Kommandant der „Admiral Scheer", Kapitän z. S. Ciliax, den scheidenden Flottenchef in der Gig an Land geleitete.
Beim Verlassen des Panzerschiffes wurden Admiral Foerster die militärischen Ehrenbezeugungen erwiesen. Querab vom Panzerschiff brachte der erste Offizier, Fregattenkapitän Virkner, drei Hurras für den scheidenden Flottenchef aus, die Admiral Foerster grüßend erwiderte. Dann ertönten vom Kreuzer „Nürnberg" siebzehn Schuß Salut. Im gleichen Augenblick ging langsam die Admiralsflagge vom Panzerschiff „Admiral Scheer" nieder, die nun am Bug der Gig flattert, das Zeichen dafür, daß Admiral Foerster sein Kommando niedergelegt hat. Auf den im Hafen liegenden Schiffen, den Kreuzern „Köln" „Nürnberg" und der „Karlsruhe" waren die Besatzungen in Paradeaufstellung angetreten, die Admiral Foerster zum Abschied ein dreifaches Hurra zuriefen.
An der Scheer-Vrücke, vor der Dienstwohnung des Flottenchefs, legte die Gig an. Auf der Brücke hatten sich inzwischen seine engsten Mitarbeiter eingefunden, um von ihrem Vorgesetzten Abschied zu nehmen. Die Offiziere der Big brachten auf den Flottenchef ein dreifaches Hurra aus. Dann verabschiedete er sich von den Mitarbeitern seines Stabes mit den Worten: „Auf Wiedersehen, Kameraden!"
erweiterter Versicherungsschutz
Berlin, 21. Dezember.
Die demnächst im Reichsgesetzblatt erscheinende Dritte Verordnung über Ausdehnung der Unfallversicherung aus Berufskrankheiten dehnt den reichsgesetzlichen Versicherungsschutz der schaffenden Bevölkerung in sehr bedeutsamer Weise aus.
Die häufigste und gefährlichste Berufskrankheit, die schwere S t a u b l u n g e ne r k r a n- kung, wurde bisher nur dann entschädigt, wenn sie durch berufliche Beschäftigung in bestimmten Betrieben, deren Kreis eng begrenzt war» erworben wurde. Durchs die neue Verord- nung wird vorgeschrieben, daß diese Erkrankung stets zu entschädigen ist, sofern sie überhaupt bei versicherter Tätigkeit erworben worden ist. Neben der Entschädigung ist der Verhütung ein weites Feld bereitet. Auch auf dem Gebiete der beruflichen Hauterkrankungen wird der Versicherungsschutz wesentlich erweitert:
Die Verordnung tritt am 1. April 1937 in Kraft; sie gilt aber für die neu in den Versicherungsschutz eingezogenen Berufskrankheiten rückwirkend für alle Versicherungsfälle, die nach dem 30. Januar 1933 eingetreten sind, sofern die Krankheit am 1. April 1937 noch besteht Die Ansprüche dieser Art müssen bis zum 30. Juni 1937 erhoben werden. l
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Vr. Soebbels sprach
Berlin, 21. Dezember.
Es konnte wahrlich keinen schöneren Auftakt für das nahende Fest der Liebe geben als die Weihnachtsfeiern, zu denen sich am Montagabend in allen Gauen des Reiches Millionen von Volksgenossen und Kindern um strahlende Weihnachtsbäume scharten. Gleich einer großen Familie feierte ganz Deutschland an diesem Abend Weihnachten. Zum vierten Male im Reiche Adolf Hitlers ist es dadurch, daß der eine für den anderen eintrat, möglich geworden» das schönste aller Feste zu einer wahren Volksweihnacht zu gestalten. Denn soweit es nur anging, ist — durch die Betreuung der NS.-Volkswohlsahrt innerhalb und außerhalb dieser Feiern — keiner von denen vergessen worden, die der Hilfe bedürfen.
In einem noch größeren und schöneren Nahmen als in den Jahren zuvor waren diesmal die
23 000 Feiern von den Gliederungen der Bewegung und den ihr angeschlossenen Verbänden vorbereitet. In der Reichshauptstadt fanden unter der Leitung der Hoheitsträger der. Partei etwa 200 solcher Feiern statt. 70 000 Kinder und Erwachsene konnten hier beschert werden.
Wie im vorigen Jahr, so war auch diesmal wieder die Feier im Saalbau Friedrichshain der geistige Mittelpunkt dieses Festes der Volksweihnacht. Viele fleißige Hände hatten den großen, rechteckigen Saal der historischen Kampfstätte im Nordosten Berlins festlich geschmückt. Auf den Geschenktischen lagen in großen und kleinen Päckchen gar viele schöne Dinge, die die Herzen der Kleinen — es waren 2500 eingeladen — erwartungsfroh höherschlagen ließen. Der erste Blick siel auf die Bühne, wo Weihnachtsbäume von der riesigen Hakenkreuzflagge einen Märchenwald hervorgezaubert hatten. Die vielen Tische im Saal, an denen die kleinen Gäste, von den Eltern oder von BDM.-Mädeln betreut, ihren Platz hatten, waren mit bunten Tellern reichlich versehen. Weihnachtliche Weisen erhöhten die Festesstimmung.
Stürmischer Jubel begrüßte schon draußen am Rande des Friedrichshains und dann im Saal den Gauleiter, .Reichsminister Dr. Goebbels, der gegen 19 Uhr in Begleitung seines Stellvertreters Staatsrat Görlitzer und des SA.-Ober
gruppenführers von Jagow erschien. Scheinwerfer blitzten auf und ließen die glitzernde Pracht der Weihnachtsbäume und der Ausschmückung des Saales noch wirkungsvoller hervortreten. Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels nahm dann von der Bühne aus das Wort zu einer Ansprache, die über die deutschen Sender in alle 23 000 Weihnachtsfeiern und darüber hinaus zum ganzen deutschen Volk getragen wurde.
Er führte aus:
„Liebe Kinder! Ich habe das große Glück, in dieser festlichen Stunde, die drei Millionen Kinder in ganz Deutschland vereint, über die Aether- wellen zu euch allen zu sprechen. Ihr seid in Nord und Süd und Ost und West versammelt, um gemeinsam die frohe Weihnachtsbotschast entgegenzunehmen und dann im wahrsten Sinne des Wortes vom Volke beschert zu werden. Am „Tage der nationalen Solidarität" haben alle guten Deutschen in einem bis dahin noch nicht erlebten Opserwillen ihre Scherslein zusammengetragen und sich damit nicht nur zur Volksgemeinschaft, sondern auch zu einer wahren deutschen Nächstenliebe zusammengeschlossen.
(Fortsetzung Seite 2)
" 7 ' flotte Wer des friedens!
VöswMige fluslandslügen - Vas deutsche vauprogramm im vertraglichen Natzmen
Berlin, 21. Dezember.
Es gibt Leute, denen das Lügen und Hetzen so sehr zur Gewohnheit und zum Lebensbedürfnis geworden ist, daß sie selbst dann frisch drauflos lügen, wenn die llnwahrscheinlichkeit ihrer Behauptungen längst dokumentarisch erwiesen ist. So konnte man dieser Tage in verschiedenen ausländischen «Blättern die alberne Behauptung lesen, daß Deutschlands Seerüstungen kein geringeres Ziel verfolgen, als eine Flotte zu bauen/ die stärker wäre als die englische. Diese böswillige und für den unbewanderten Laien berechnete Verleumdung wird ausgerechnet in einem Zeitpunkt kolportiert, in dem das bekannte Taschenbuch für die Kriegsflotten erschienen ist, das nicht nur die ausländische Marine, sondern auch die deutsche Flotte in genauen amtlichen Ziffern umfaßt.
Das Maß der deutschen Flottenrüstung wird — das ist auch diesen gewerblichen Brunnenvergiftern sehr wohl bekannt — ausschließlich durch die Abmachungen des deutsch-englische» Flottenabkommens bestimmt.
In diesem Vertragswerk hat sich Deutschland in einem zahlenmäßig festgelegten Verhältnis zur englischen Flotte freiwillig quantitativen Beschränkungen unterworfen, wie sie noch keine andere Nation auf sich genommen hat. Allein schon dieser Umstand ist Beweis genug dafür, daß Deutschland nicht die Absicht hat, etwa eine Flotte zu bauen, die der englischen zahlenmäßig gleichkommt oder sie gar übertreffen soll. Unsere Kriegsschiffe haben nur eine große, aber gerade darum, um so lebensnotwendigere und im Interesse des Friedens unerläßliche Aufgabe, die Sicherheit der deutschen Heimat, die Hoheitsrechte der deutschen Gewässer und den Schutz der deutschen Handelsschiffahrt M gewährleisten oder — wie es sich jetzt in Spanien als notwendig erwiesen hat — Leben und Eigentum deutscher Volksgenossen zu schützen. Daß die tatsächlichen deutschen Flottenbauten vollkommen im Rahmen der vertraglich festgelegten Bindungen bleiben, geht aus den Abgaben des erwähnten Taschenbuches hervor:
Das deutsche Bauprogramm 1938 umfaßt lediglich: ein Schlachtschiff zu 35 900 To., einen Flugzeugträger, eine« schweren Kreuzer zu 10 000 To., 6 Zerstörer zu 1811 To., 4 U-Boote zu 500 To. uud 4 U-Boote zu 250 To.
Dazu kommen die Spezialschiffe, die jedoch durch das deutsch-englische Flottenabkommen keinerlei Beschränkungen unterliegen, 12 Torpedoboote zu 600 To., 12 Minensuchboote zu 600 To., 4 Räumboote, 2 Schnellboote und das Segelschulschiff „Horst Wessel". Gerade bei diesen vertraglich nicht begrenzten Kriegsschiffen zweiter Ordnung erbringt Deutschland besonders eindringlich den unumstößlichen Beweis, daß seine Rüstungen zur See ausschließlich das im Interesse seiner Sicherheit und seines Friedens erforderliche Mindestmaß umfassen. Dieser Wille zur Selbstbeschei- dung und zur Erhaltung des Friedens hat jedoch draußen in der Welt kein Echo gefunden; in allen Ländern sind die Rüstungsfabriken und Werften auf Steigerung ihrer Tätigkeit bedacht.
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^ukn.: Luväsack
MeNalHon störke ihren Sprecher
So hat noch niemals ein deutscher Reichsminister zu einer Millionenschar deutscher Kinder gesprochen, wie es am gestri^n Abend Dr. Joseph Goebbels anläßlich der Weihnachtsfeiern tun konnte. Das starke Band der Einheit umschlingt die Nation^ der Führer traf die deutsche Zwietracht mitten ins Herz. Wenn heute die deutsche Jugend heranwächst und aller Segnungen teilhaftig wird, die ihr die nationalsozialistische Staatsführung sichergestellt hat, dann ist bei alle- dem die Einheit der tragende Grund. Dr. Goebbels zeigte den Kindern, wie stark das Band der Volksgemeinschaft ist durch die schlichte und erhabene Tatsache, daß es der Wille der nationalsozialistischen Regierung ist, keinen notleidenden Volksgenossen hilflos zu lassen und keinen dem Gefühl der Vereinsamung zu überantworten. Man spürte es, daß hier ein Familiengeist das ganze deutsche Volk durchwaltete, daß die Wärme der Stimme in ihrer tiefen Echtheit sich dem ganzen Volksorganismus mitteilte. Es waren ja nicht nur in den 23 000 Feiern die nach Millionen zählenden Kinder, es waren auch viele Millionen Erwachsener, die den Reichsminister hörten.
Dr. .Goebbels hat zunächst beglückende Worte an die Kinder des deutschen Volkes gerichtet, Worte von tiefem, sozialem Gehalt. Weihnachten soll für alle das Fest der Freude sein. Da drängt es jeden, der guten Willens ist, zu helfen und zu opfern, so weit er dies vermag. Weihnachten ist ein wahres Gemeinschaftssest„ das den Menschen in seiner Unmittelbarkeit der Volksgemeinschaft gegenüber zeigt und jeden Aufbauwilligen und Leistungsbereiten als gleichwertig in die große Front der Schaffenden eingliedert. Die deutschen Kinder feiern das Weihnachtsfest zum vierten Male im Zeichen der erwachten deutschen Nation. Von Jahr zu Fahr ist es aufwärtsgegangen; die Kinder fühlen dies, wenn sie auch von der gewaltigen Arbeit keine Vorstellung haben können, die es aus dem bisher zurückgelegten Wege zu bewältigen galt. Der Weihnachtsglanz, der sie von den Lichterbäumen her umleuchtet, ist ihnen aber gleichwohl mehr als. äußerer Schein. Sie dringen mit ihren feinen Kinderherzen hindurch zur eigentlichen Wirklichkeit der von Dr. Goebbels gezeichneten Volksweihnacht. Aus ihren Augen leuchtet es zukunfts- froh, und ihre Herzen klopfen tatbereit den kommenden Tagen entgegen.
Die Weihnachtsbotschaft, die Dr. Joseph Goebbels an die deutschen Kinder richtete, hatte aber auch einen verpflichtenden Charakter. Wenn das deutsche Volk in der neuen, nationalsozialistischen Grundhaltung Weihnachten erlebt und seine Jugend in dieser Geistesrichtung heranbildet, dann bedeutet dies für die Kinder selbst eine ernstzunehmende Pflicht, sich ganz der Freude über das schwer Errungene hinzugeben und jederzeit zum frohen Einsatz für Volk und Volks-
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Leserinnen un«> l.vser!
Unsere Gefolgschaftsmitglieder, Trägerinnen und Träger waren wieder ein ganzes Jahr bemüht, unsere Leserinnen und Leser täglich mit der neuesten Zeitung zu beliefern. Sonntags und werktags, bei Tag und in der Nacht haben unsere Betriebsangehörigen ihre Pflicht treu erfüllt. Nun steht das Weihnachtsfest, das Fest der deutschen Familie, vor der Tür. Da sind wir der Auffassung, daß unsere Gesolgschaftsmitglieder mit Frau und Kindern gemeinsam das Fest der deutschen Weihnacht begehen sollen. Diesem Umstände Rechnung tragend, haben wir uns entschlossen» unsere diesjährige Weihnachtsnummer unseren Leserinnen und Lesern bereits am Donnerstag, 24. d. M., nachmittags, zustellen zu lassen. Ausnahmsweise kommt dafür die Donnerstagfrüh-Nummer in Fortfall. Damit ermöglichen wir es unseren Betriebsangehörigen, den Heiligen Abend inmitten ihrer Familie ungestört verbringen zu können. Weiter ersparen wir es unseren Trägerinnen und Trägern, am Weihnachtsmorgen treppauf, trcppaü durch die Straßen laufen zu müssen. Als Nationalsozialisten halten wir uns zu dieser Maßnahme verpflichtet. Wir glauben uns darin mit unserer Lesergemeinde einig und hoffen, für diese Neuordnung im Interesse der deutschen Volksgemeinschaft vollstes Verständnis zu finden.
Heil Hitler!
Verlag der „Bremer Zeitung".