Ausgabe 
(21.12.1936) Nr. 354
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Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

pmtsblatt des Senats der Freien kjansestadt Bremen

Erscheint 7mal wöchentlich. Mvnatsbezug: RM. 2,30 einschl. Zustellgebühr: durch die Post RM. 2,30 einschl. 52,Lb Psg. Überweisungsgebühr, auSschl. Postbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck: Samburg l7272. Betriebsstörungen begründen keinenAnsPruch ausErstattung oderErsatz.

NS.-Gauderlag Weser-Ems G. m. b. H.. Bremen, Gceren K/8 / Kernsprecher: 641 21 und 61116.

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenburg und Vremen

Anzeigen-Grundpreise-. Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Pf., die 70-mm-Zeile im Textteil 75 Ps. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.> sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 8 (Nachlaßstafsel Ls. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16ühr. Sprechzeit. Perlog werktäglich 12-18 Uhr: Schriftleitung Dienstag und Freitag 12)4-13)4 Uhr.

Nr. ZS 4 / S. Zalrrgang

Montag, ri. Vezember lSZö

Verhaftung Im sranMlhen ftuftenmlnifterlum

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Schwere flngriffe gegen Vlum

Paris, 2V. Dezember.

Die „Action Franxaise" machte sich kürzlich zum Sprachrohr gewisser Gerüchte, die über Wafsen- schiebungen im französischen Auhenministerium im Umlauf seien. Hiernach sollte am 12. Dezem­ber eine langjährige Sekretärin des Autzenmini- steriums verhaftet worden sein. Gleichzeitig habe man einen Helfershelfer, einen — wie das Blatt sich ausdrückt — russischen Juden R. in einem

Unser logvsspiegsl

Im französischen Außenministerium wurden aufsehenerregende Verhaftungen vorgenom­men.

Die französische Sozialpartei setzt sich für eine ernsthafte Annäherung Paris—Berlin ein.

Moskau setzt den Ausbau seiner strategischen Bahnen im Fernen Osten fieberhaft fort.

Neichsminister Dr. Frick äuherte sich über die neuen Realsteuer-Gesetze.

In Bremen fand eine richtungweisende FLHrerbesprechung der SA.-Gruppe Nordsee statt.

Die NSDAP. veranstaltete gestern in Bre­men zahlreiche Borweihnachtsfeiern.

Sachsens Gauelf schaltete Niedersachsen durch einen 1:ü-Sieg aus dem Reichsbund-Pokal- Wettbewerb 1838/37 aus.

Im WHW.-Spiel schlug Werder ersatzge- schwächt eine bremische Bezirksklasfen-Aus- wahlelf 1:0.

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großen Pariser Hotel verhaftet. Wie jetzt aus weiteren Veröffentlichungen der Pariser Blätter hervorgeht, stehe» diese aufsehenerregenden Ver­haftungen im Zusammenhang mit Wafsengeschäs- ten mit den spanischen Bolschewisten.

Die 41 Jahre alte Stenotypistin Susanne Lindert war in der Archivabteilung des Quai d'Orsay beschäftigt. Sie war Lei ihren Kollegin­nen aufgefallen, weil sie nicht nur eine kostspie­lige Wohnung besaß, sondern auch ein Auto. Su­sanne Lindert habe sich in der letzten Zeit be­sonders für Waffenausfuhrgenehmigungen inter­essiert, die mit ihrem Arbeitsbereich an sich nichts zu tun hatten. Man habe ihr nun eine Falle ge­

stellt und ihr Waffenausfuhrgenehmigungsformu­lare in die Hände gespielt, sie sie an einen in Paris wohnenden 35 Jahre alten „tschechoslowa­kischen Staatsangehörigen russischer Herkunft" namens Rosenfeld weitergegeben habe, der mit Abgesandten der spanischen Marxisten wegen Waffenhandels in Verbindung stehe. Schon früher sei gegen ihn eine Ausweis'verordnung erlassen worden.

Die „Action Franeaise" behauptet, daß Rosen­feld sich gerühmt habe, auf ausdrückliches Ver­langen der französischen Regierung regelrechte Wafsengefchiifte mit den spanischen Bolschewisten geführt zu haben.

Deshalb habe man es höheren Orts für not­wendig erachtet, „ihn aus dem Verkehr zu neh­men". Vielleicht sei die Angelegenheit deshalb interessant, weil die französische Ministerpräsi­dentschaft und gewisse französische Ministerien und das französische Augenministerium den Fall aus­zuschlachten suchten, um sich zu decken und gewisse Verantwortlichkeiten gegenseitig auf den anderen abzuschieben.

Vomben auf fMcante

Salamanca, 20. Dezember. Nach Mitteilung des nationalen Senders haben mehrere Flugzeuge den Hafen vonAlicante sowie zwei sowjetxüssische Munitionsschiffe erfolg­reich Lombardiert. An Bord der sowjetruMchen Dampfer befand sich Kriegsmaterial, das im Hafen von Alicante gelöscht wurde, um den roten Milizen in Madrid zur Verfügung gestellt zu werden. Die Hafenanlage von Älicante und die beiden Sowjetdampfer wurden durch die Bomben der nationalen Flugzeuge schwer be­schädigt.

Witterungsumfchwung In Madrw

Toledo, 20. Dezember.

An der Madrider Front hat sich jetzt das Wet­ter überraschend aufgeklärt. Die allseitig erwar­teten bedeutenden Kampfhandlungen brachten in­sofern eine Ueberraschung, als diese Kämpfe sich nicht wie letzthin in der Gegend von Pozuelo ab­wickelten. Dagegen herrschte am ganzen Stadt­rande Madrids rege Feuertätigkeit. Die natio­nale Artillerie beschoß unaufhörlich die Stellun­gen der Roten am Nordbahnhof, der Montana Kaserne und der Sigovia-Briicke. Riesige Rauch säulen stiegen aus dem völlig ausgebrannten Nordbahnhof auf. Die Artillerie der Röten mußte sich gänzlich auf Abwehrfeuer beschränken, das , aber ohne jeden Erfolg blieb.

Dem Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca zufolge nahmen die nationalen Truppen an der Madrider Front den Ort Vil- lanueva de la Canada. Ohne großen Widerstand zu leisten ließen die Roten ihre Stel­lungen hier im Stich. Auf ihrem Vormarsch er­oberte die Südarmee die Ortschaft Valen - zuela in der Provinz Cordoba. Die roten Mi­lizen wichen nach kurzem Widerstand unter schweren Verlusten an Menschen und Kriegs­material in wilder Flucht zurück. Sechs rote Flugzeuge wurden von den nationalen Batterien zur Rückkehr gezwungen. Zwei Maschinen stürz­ten dabei ab.

'-öenollen" am Pranger

Salamanca, 20. Dezember. Ueber den kommunistischen Sender Union-Radio in Madrid sprach der Sekretär der marxistischen Einheitspartei über die Lage der Landwirtschaft, die er als täglich kritischer werdend bezeichnete. Der Redner brandmarkte unter Hinweis auf das „Ansehen der legalen Regierung" das schädigende Verhalten disziplinloserGruppen, die den Bauern die Saat, die Ernte und nicht zuletzt die Ersparnisse raubten. Dadurch würde unter der Agrarbevölkerung ein „aufständischer Geist" hervorgerufen werden. Der Redner forderte energische Maßnahmen, um diesem zügellosen Treiben ein Ende zu bereiten. In der mit ziemlichem Pathos vorgetragenen Rede wurden die Plünderer „Diebe, Ausbeuter und ehrlose Kanaillen" genannt.

Moskaus »Verdienst" in Spanien

Paris, 20. Dezember

Das Mitglied des sozialistischen Parteivorstan­des, Zyromski, der von Beginn des spanischen Bürgerkrieges an als einer der schärfsten An­hänger der Jnteroentions-Politik und als Kriegs- hetzer bekannt geworden ist, hat bereits zweimal das rote Spanien besucht. Von seiner letzten Reise zurückgekehrt, hat Zyromski bei einer Veranstal­tung des übel bekannten „Weltkomitees gegen den Krieg und Faszismus" einen Bericht über seine „Jnformations-Mission" erstattet. Nach dem Bericht des „Journal des Dsbats" erklärte Zyromski u. a.:

„Sowjetrußland hat sich für alle Zeiten die Dankbarkeit der spanischen Republik verdient; denn seine Waffenlieferungen, Flugzeuge und Techniker haben seit dem 15. Oktober die Sache der Demokratie gerettet."

für ernstliaste siniMerung Paris-öerlin

kin flufruf der franMschen Sostalpartei de la Kocques

Paris, 20. Dezember.

Auf der Schlußsitzung des ersten große» Kon­gresses der französischen Sozialpartei hielt der Gründer der Partei, Oberst de la Rocque, eine be­deutsame Rede. Nachdem er unterstrichen hatte, daß die Sozialpartei nunmehr die Zahl von 2 Millionen Mitgliedern überschritten habe, wo­durch sie die größte und bestorganisierte und über ganz Frankreich verbreitete Partei geworden sei, wandte er sich vor allem gegen Sowjetrußland, dessen barbarisches System er anprangerte, und forderte die Abschaffung des französisch-sowjet- russischen Paktes.

Dann wandte er sich gegen die „Apostel der alten politischen Gewohnheiten", gegen die fran­zösischen Berufspolitiker und Parlamentarier. In diesem Zusammenhang forderte er, daß der Be­stand und die Herkunft ihrer Privatvermögen ge­prüft werden müßten. Den Bolschewisten rief

de la Rocque zu: „Eure rote Fahne wird in Frankreich nicht durchkommen!" Der anderen Seite sagte er: „Wenn ihr nicht euren-Eigennutz vergessen wollt, wenn ihr euch nicht der brüder­lichen Zusammenarbeit mit allen Franzosen widmen wollt, werden wir euch mit unseren eigenen Händen hinwegfegen."

Weiter führte de la Rocque aus: Schon im April 1936 hätten die Feuerkreuzler bzw. die fran­zösische Sozialpartei Reformen gefordert, die von der Volkssrontregierung auf sozialem Gebiet durchgebracht worden seien. Gegenüber den Völ­kern, die auf der ganzen Welt den Schrecken des Hasses und der asiatischen Sklaverei verbreiten wollten, müsse Frankreich wieder eine Macht der Ordnung und des Beispiels werden, um seinen alten Glanz wiederzufinden. In einer Ent­schließung wurde dem Führer der Partei einstimmig Vertrauen und Treue der Gefolgschaft ausgesprochen.

Moskaus öriff nach dem asten

fieberhafter flusbau stearegisther Vahnen

(kägsnsr Orsbtbsviekt der „Bremer Leitung") Moskau, 20. Dezember.

In Moskau werden Meldungen bestätigt, nach denen die Sowjetunion den weiteren Ausbau ihrer militärischen Stellung im Fernen Osten mit fieberhafter Eile betreibt. Trotz aller Dementis steht fest, daß die Armee des Fernost-Generals Blücher in der letzten Zeit laufend Verstärkungen erhalten hat und auch zurzeit noch erhält. In erster Linie handelt es sich um den Ausbau der technischen Truppen, Tanks und Flieger. Die Lnftarmee. die General Blücher zurzeit zur Ver­fügung steht, wird von ausländischer Seite auf ungefähr 800—800 Flugzeuge geschätzt.

Nach Meldungen aus Wladiwostok ist inzwischen ein Riesenheer von Zwangsarbei- te r n eingesetzt worden, um jetzt, nachdem die stra­tegischen Hauptbahnen und Hauptstraßen längst vollendet sind. auch die Neben- irn* Verbindungs­wege durch Ausbau dem strategischen Aufmarsch- plan dienstbar zu machen. Insbesondere handelt

es sich dabei um die Eisenbahnstrecken zwischen Wladiwostok und Charbarowsk an der Strecke der ostsibirischen Bahn. die direkt nach der mandschuri­schen Grenze führt. Auf letzterem Abschnitt arbei­ten allein 130000 Mann, fast ausschließlich soge­nannte politische Gefangene, die von der Tscheka in die berüchtigten Zwangsarbeitslager deportiert werden und bei der schweren Arbeit und der menschenunwürdigen Behandlung langsam zu­grunde gehen. Die Durchführung der Arbeiten geschieht unter den üblichen Antreiber­methoden. Den Leitern der Arbeitskolonnen ist eine bestimmte, bisher noch nicht bekannte Frist gestellt worden, in der die Arbeiten unbedingt fertiggestellt sein müssen. Es wir- daher Tag und Nacht gearbeitet. Viele Gefangene, die dem Klima nicht gewachsen sind, brechen wäh­rend der Arbeit vor Müdigkeit und Enikräftunq zusammen.

Dieser Ausbau der strategischen Ausmorschwege gewinnt im Hinblick auf die von Moskau hervor­gerufenen Zwischenfälle in China besondere Be­deutung. Moskau deckt seine Ziele immer frecher auf.

Holland kvlert sein kiiniKlivkos Krautpaar. vis Hollämlsr gsbsn ibrsr brsaüs über dis.bsvor- stsbsnds koobLsit des krinLsn ksrnkard mit d«r Kronprinzessin ckuliana in . leküEsr und überaus borrliobor IVslss Ausdruck. Uan bann krlnr ksrnkarü und ssins Kraut Kronprinzessin öulisna als blollsnclsr unä Holländerin in kuppsnläclsn käu-kliob erstellen. CtVöltbild.)

In einem vor der großen Schlußrede zur Ver­lesung gebrachten Parteiaufruf de la Rocques wird ebenfalls der unerbittliche Kampf gegen zwei Gefahren, die Frankreich bedrohten, zum Ausdruck gebracht: einmal gegen die blutige Re­volution und zum anderen gegen den Rücksall in das asiatische Barbarentum. Die französische Sozialpartei fordert folgende Staatsreform: Dem Präsidenten der Republik werden größere Machtbefugnisse eingeräumt, die Verteidigungs­mittel des Staates werden bis zur größten Ver­vollkommnung ausgebaut, die Wirtschaft des französischen Mutterlandes und seiner Kolonien wird vervollkommnet. Vor allem aber müsse die französische Diplomatie umgestellt werden auf eine realistische Linie, die frei gemacht sei von allen Verpflichtungen gegenüber der Sowjetunion, die auf militärischem Gebiet außerhalb ihrer Grenzen ebenso unfähig sei wie gefährlich für den Frieden der Völker wegen ihrer Reoolutions- propaganda im Innern der anderen Länder.

Die französische Sozialpartei fordert weiter de» Ausbau eines festen Bündnisnetzes, besonders mit England. Italien, Polen und den Staaten der Kleinen Entente, um dann freimütig zu einer Gründung eines dauerhafte» europäischen Friedens durch eine ernsthafte Annäherung zwischen Paris und Berlin zu gelangen.

flnkiinger de la Nocques überfallen

Paris, 20. Dezember Nach Abschluß einer Versammlung der franzö­sischen Sozialpartei des Obersten de la Rocque in Lomme bei Lilie kam es zu Zusammenstößen mit einer Kommunistenbande, die den Versamm­lungsbesuchern auflauerte, mehrere Teilnehmer überfiel und verletzte. Ein Anhänger de la Rocques wurde weitab vom Versammlungslokal von kommunistischen Wegelagerern überfallen und durch Wurfgeschosse am Kopf und im Gesicht schwer verletzt.

krneMe Preissteigerung in Paris

Paris, 20. Dezember Am Montag wird in Paris der Milchpreis von 1.50 Franc für den Liter auf 1.60 Iran: erhöht' werden. Außerdem ergibt sich aus einer Verlaut­barung des Preisüberwachungsausschusscs, daß Gastwirte die Weinpreise in einem Maße hinaus­gesetzt haben, das große Unzufriedenheit ausgelöst hat.

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„Die Frage nach dem Bestand Skandinaviens ist im eigentlichen Sinne eine Frage der Wehr- haftigkeit des Nordens", hat kürzlich ein Stock­holmer Blatt erklärt und damit die allgemeine Stimmung in den skandinavischen Ländern ge­kennzeichnet. Ein dänischer Osfizier hat in einem anderen schwedischen Blatt zu verstehen gegeben, wem die besondere Sorge des Nordens gilt, wenn er ein für allemal festgestellt wissen wollte, daß

unsere

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Unsere Gesolgschaftsmitglieder, Trägerinnen und Träger waren wieder ein ganzes Jahr bemüht, unsere Leserinnen und Leser täglich mit der neuesten Zeitung zu beliefern. Sonntags und werktags, bei Tag und in der Nacht haben unsere Betriebsangehörigen ihre Pflicht treu erfüllt. Nun steht das Weihnachtsfest, das Fest der deutschen Familie, vor der Tür. Da sind wir der Auf­fassung, daß unsere Gesolgschaftsmitglieder mit Frau und Kindern gemeinsam das Fest der deutschen Weihnacht begehen sollen. Diesem Um­stände Rechnung tragend, haben wir uns ent­schlossen, unsere diesjährige Weihnachts- nummer unseren Leserinnen und Lesern bereits am Donnerstag, 24. ds. Mts., nachmittags zu­stellen zu lassen. Ausnahmsweise kommt dafür die Donnerstagsriih-Nummer in Fortjall. Damit ermöglichen wir es unseren Betriebsangehörigen, den Heiligen Abend inmitten ihrer Familie un­gestört verbringen zu können. Weiter ersparen wir es unseren Trägerinnen und Trägern, am Weih­nachtsmorgen treppauf, treppab durch die Straßen lausen zu müssen. Als Nationalsozialisten halten wir uns zu dieser Maßnahme verpflichtet. Wir glauben uns darin mit unserer Lesergemeinde einig und hoffen, sür diese Neuordnung im Inter­esse der deutschen Volksgemeinschaft vollstes Ver­ständnis zu finden.

Heil Hitler!

Verlag der „Bremer Zeitung"

die Ostgrenze Skandinaviens nicht angetastet werden dürfe. Es ist der Truckder Sowjet­union, der immer fühlbarer auf den Ländern des Nordens lastet.

Die Nachrichten über die ideologischen und mili­tärischen Expansionspläne der Sowjets nach dem europäischen Norden mehren sich. Der Ausbau Jngermanlands als Glacis gegen Finnland ist bewiesen. Die Ergebnisse des Prozesses gegen den in Finnland festgesetzten sowjetruMchen Spion Kirhoff haben gezeigt, wohin letzten Endes die Absichten der Sowjetunion laufen. Die Gespenster­flieger über Schweden, Norwegen und Finnland und die merkwürdigen Manöver sowjetrussischer U-Boote haben mit den läppischen und plumpen Redensarten nicht entschuldigt werden können, die Flieger hätten sich verslogen und die Torpedo­rohre hätten als Ziel die Bewohner des Golf- . stroms.

Die sowjetruMchen Quellen lassen sich nicht länger verleugnen, nach denen im Jahre 1938, wenn der zweite Fünfjahresplän, freilich mehr schlecht als recht, unter Dach gebracht ist, die Weltrevolution mit allen Mitteln erneut vorwärtsgetrieben werden soll, dieses Mal über das Tor des Nordens nach Europa hinein, im gleichen schaurigen Ausmaß, wie es soeben in Spanien und China zum Entsetzen der ganzen Welt praktiziert wird. Der dänische Staats- minister Stauning hat es dieser Tage gesagt, und es besteht kein Anlaß, anzunehmen, daß er in diesem Fall nicht als die Stimme Skandinaviens gelten darf, daß der Glaube an internationale Sammlung und internationalen Frieden sowie die Hoffnung auf die Niederlegung der Waffen vorläufig eitel seien. Solche Erkenntnis wirkt doppelt in einer Atmosphäre, die seit Jahrzehnten von Kriegen nicht erschüttert worden ist. Stap-