Ausgabe 
(16.12.1936) Nr. 349
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parteiamtliche Tageszeitung

Ilachrichlenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

der Nationalsoziaiisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Vremen

i wöchentlich. Monalsbezug: RM. 2,30 einschl. Zustellgebükir; durch die Post RM. 2.30 ernschl.o2,o5Psg. Uberweisungsgebühr.ausschl. Postbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Pouimerk: Samourg >7272. Betriebsstörungen begründen keinenAnspruch aufErstattung oderErsatz.

RS.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H., Bremen. Geeren 6/8 / Fernsprecher: 541 21 und 511 15.

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenburg und Vremen

Anreigen-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12Ps., die 70-mm-Zeile im Textteil 7 5 Ps- Ermätziqte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige ^bmgmigen PreiS liste 6 (Nachlaßstassel L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschlutz lS Uhr. Sprechzeit-. Vertag werktäglich 12-13 Uhr: Schristleitung Dienstag und Freitag 12)6-13A Uhr.

Nr. Z4S / 6. Jahrgang

Mittwoch, 16. Vezembee 1956

kinzelpreis 15 Npf.

Spannung lokio-Moskau verschärft

Dnser Vagssspisgel

Die Spannung zwischen Tokio und Moskau auliihlich der Revolte Tschanghsueliangs hat sich verschärft.

Der sudetendeutsche Senator Pfrogner hat Minister Krofta eine deutliche Antwort erteilt.

Zu Berlin fand zu Ehren des finnischen Staatspräsidenten eine Feierstunde statt. Reichskommissar Wagner hat eine Anord­nung zur Preisüberwachung erlassen.

Durch Reichsgesetz wird für Devisenvergehen bedingter Strafaufschub gewährt.

Im Rahmen einer Bremer Kundgebung des NS. Deutschen Studentenbundes sprach Gau­schulungsleiter Pg. Buscher.

Der Senator für die innere Verwaltung warnt die Lastkraftwagenfahrer vor Rücksichtslosig­keiten im Verkehr.

Innerhalb der bisherigen Ortsgruppe Bremen der NSKOV. wurde eine Neuorganisation durchgeführt.

Zur Ablösung der Eewerbekammer durch die Handwerkskammer Vremen wurden Erläute­rungen gegeben.

Die deutsche Box-Nationalstaffel wurde in Belfast 2:14 geschlagen.

von Kozma beim Jütirer

Berlin, 15. Dezember. Der Führer und Reichskanzler empfing Diens­tag den Königlich-Ungarischen Innenminister von Kozma zu einer l'/sttiindigen Aussprache über schwebende politische Fragen. An der Be­sprechung nahmen teil: Der Königlich-Ungarische Gesandte in Berlin Feldmarschalleutnant Sztojaq, Reichsminister des Innern Dr. Frick sowie die Staatssekretäre Dr. Meißner und Dr. Lammers. Anschließend an die Aussprache stellte Minister von Kozma dem Führer seine Mitarbeiter und Begleiter, Staatssekretär Dr. Johan, Sektions­chef Boor und Sekretär Kando-Melocco, vor.

öefchlofsene Menststellen

Ueber die Dienstzeiten bei den Dienststellen der Reichsleitung der NSDAP. zu Weihnachten und Neujahr gibt der Reichsschatzmeister folgendes bekannt: Die Dienststellen der Reichsleitung der RSDAP. sind ab Donnerstag, den 24. Dezember 1336, 12 Uhr, bis Montag, den 28. Dezember 1S3K, 8 Uhr, und ab Donnerstag, den 31. Dezember 1936, 12 Uhr, bis Montag, den 4. Januar 1937. 8 Uhr, geschlossen.

München, den 15. Dezember, 1936.

tgez.): Schwarz, Reichsschatzmeister.

In den Volksgerichtshof berufen

Berlin, 15. Dezember.

Der Führer und Reichskanzler hat auf Vor­schlag des Reichsministers der Justiz Dr. Eürtner den Hauptstellenleiter und Leiter des Amtes für Enadensachen in der Kanzlei des Führers der NSDAP., Hubert Berkenkamp, auf die .Dauer von fünf Jahren zum ehrenamtlichen Mitglied des Volksgerichtshofes ernannt.

völlig unzutreffend

Die portugiesische Gesandtschaft dementiert haltlose Gerüchte

Paris, 15. Dezember.

In letzter Zeit haben französische Zeitungen Gerüchte verbreitet, daß Portugal und Deutsch­land ein Abkommen über die Ausbeutung der Bodenschätze der portugiesischen Kolonie Angola getroffen hätten. Die portugiesische Gesandtschaft in Paris hat sich daraufhin veranlaßt gesehen, offiziell zu erklären, daß diese Gerüchte völlig un­zutreffend seien. Auch für alle anderen portu­giesischen Kolonien seien keine derartigen Abkom­men geschlossen worden.

bolschewistische frechheiten über frechlMen

Japan 0ewehr bei fuß

(lA§snvr Orabtlbsrivbt ckorRrsiosr 2situoZ")

R. Berlin, 15. Dezember Die Ereignisse in China werfen ihre Schatten auch aus das japanisch-sowjetrussische Verhältnis. In einer Besprechung, die der neu ernannte japa­nische Botschafter in Moskau soeben mit dem sowjetrussischen Außenkommissar Litwinow-Finkel- stein hatte, ist es, wie die japanische Presse mel­det, zu Auseinandersetzungen über die Frage des deutsch-japanischen Abkommens gekommen, in deren Verlauf Litwinow-Finkelstein es für nötig befand, dieselben Frechheiten vorzubringen, die er bereits aus dem Rätc-Kongreß äußerte.

Aus fadenscheinigen Gründen verweigerte Lit­winow-Finkelstein bei dieser Gelegenheit sodann

die Erneuerung der japanischen Fischerei-Kon­vention in den sowjetrussischen Territorial- gewässern. Litwinow-Finkelstein hat zu alledem noch die Unverschämtheit besessen, über diese Unterredung mit dem japanischen Botschafter eine vollkommen falsche und tendenziös entstellte Dar­stellung der sowjetrussischen Nachrichtenagentur zur Verbreitung zu übergeben. Gegen diese selt­samen Methoden hat das japanische Auswärtige Amt inzwischen in Moskau formellen Protest er­hoben und darauf hingewiesen, daß es sich bei dem Moskauer Vorgehen um einen zweiten Ver­trauensbruch handele, den sich die Sowjet- diplomatie in kurzer Zeit gegenüber Japan er­laubt habe.

Noch ein anderer Umstand trägt zur Verschär­fung der augenblicklichen Lage in Ostasien bei. Nach zuverlässigen Meldungen, die auch von der englischen Presse bestätigt werden, hat Sowjet­rußland in den letzten Wochen Verstärkung auf Verstärkung nach Ostsibirien entsandt. Vekannt-

lich hatte der rote Oberbefehlshaber im Abschnitt Fernost, Marschall Blücher, erst vor kurzem eine eingehende Unterredung mit Stalin. Bei seinem Rückflug nach Wladiwostok folgten ihm >wei Geschwader der Roten Luftflotte, so daß lücher nach englischen Schätzungen heute etwa über 600 Kampfflugzeuge verfügt. Die Gesamtstärke seiner Truppen dürfte sich aus 10 Divisionen belaufen. Diese Vorbereitun­gen werden selbstverständlich in Tokio mit größter Aufmerksamkeit verfolgt.

Es unterliegt keinem Zweifel, daß die sowjet- rnssischen Truppenverschiebungen in engem Zu­sammenhange mit dem Putsch Tschanghsueliangs stehen, und es ist daher verständlich, daß Japan diesen beunruhigenden Vorgängen, die wieder einmal von bewußtendiplomatischen" Provoka­tionen begleitet sind, Gewehr bei Fuß gegenüber­steht.

Mrschall Miailgkaischell zuversichtlich

Im kauptquartiee des vefriedungskommissars von Scheust festgekalten - Me kommunistischen vealzlzieker

Nanking, 15. Dezember.

Der britische Berater des Marschalls Tschiang- kaischek, der zur Unterhandlung nach Siansu ge­flogen war, ist am Dienstag nach Loyang zurück­gekehrt und hat von dort aus der Gattin Tschiang- kaischeks telefonisch mitgeteilt, daß Marschall Tschiangkaischek im Hauptquartier des Besrie- dungskommissars von Schensi weile. Er habe selbst zwei persönliche Unterredungen mit ihm geführt. Der Marschall sei gesund und zuversichtlich.

In Nanking ist man auf Grund dieser Mit­teilung wieder etwas optimistischer geworden und hofft, daß die Möglichkeiten für die Frei­lassung Tschiangkaischeks noch nicht erschöpft sind. Frau Tschiangkaischek soll beabsichtigen, nach Loyang und wenn möglich sogar nach Siansu zu reisen.

Von zahlreichen Ergebenheitserklärungen, die die Nanking-Regierung erhielt, darf als wichtigste die Zusage von hundert Militärführern bezeich­net werden, sich hinter die Regierung zu stellen und ihr die Treue zu halten. Nach Auffassung der politischen Kreise ist damit die Nanking-Regierung der Ze-ntralregierungstruppen sicher. Beachtens­wert ist auch die Treueversicherung der beiden bei den Vorgängen in Südwestchina bekannt geworde­nen Kwangsi-Generale Litsunjen und Peichung- schi und des Gouverneurs von Szechuan.

Peiping, 15. Dezember.

Einem neuen Funkspruch aus dem Lager Tschanghsueliangs ist zu entnehmen, daß die Meuterer ihre feindselige Einstellung gegen die Nankinger Zeutralregierung verschärft haben. In diesem Funkspruch wurde u. a. noch mitgeteilt» daß in Siansu ein Zentralbüro der kommu­nistischen Partei Chinas eingerichtet worden sei. In Peipinger politischen Kreisen will man in dieser Tatsache deutlich den Einsluß spüren können, den der Chef der Kanzlei des Generals Tschanghsueliang, Li Tientsai, hinter den Kulissen auf Tschanghsueliang ausübt. Li Tientsai oder, wie er sich früher nannte, Li Pohai, war zu gleicher Zeit Mitglied der Peipinger Kuomintang- Organisation und der kommunistischen Partei. In Peiping bezweifelt man nicht, daß er sich schon seit Jahren aktiv im kommunistischen Auftrag betätigt hat und daß die jetzige Meuterei schon im Juni durchgeführt werden sollte.

Nur der Zusammenbruch gleichgearteter Unter­nehmungen in den Südprovinzen Kwantung und Kwangsi hat die jetzige Meuterei verschoben. Seit dem Scheitern des Vorgehens im Süden sind zahl-

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reiche Personen, die der Meuterei hätten gefähr­lich werden können, scharf beobachtet worden, um sie zu gegebener Zeit unschädlich zu machen. Der am 25. Oktober ermordete Gouverneur der Pro­vinz Hupeh, der zu den Vertrauten Tschiangkai­scheks gehört hatte, ist zweifellos das Opfer der­jenigen Kreise geworden, die die jetzige Meuterei vorbereitet haben.

Schanghai, 15. Dezember Vortrupps der Regierungstruppen, die unter Anführung des Generals Fangzungpu den Vor­marsch auf Siansu angetreten haben, standen am

kin Mr deutsches Mutschlchgesetz

Staatssekretör freister über den Nechtsbegriff der Nassenschande

(Orabtdoriobt iinssrsr Dsrlinsr LabrittisitunZ)

k. Berlin, 15. Dezember.

Vor einem Jahr wurde auf dem Parteitag der Freiheit das Blutschutzgesetz verkündet. Staats­sekretär Freister beschäftigt sich aus diesem An­laß in längeren grundsätzlichen Ausführungen im »Deutschen Strafrecht" mit dem Rechtsbegriff der Rasserftchande und der auf dem Gebiete der Blut­schutz-Rechtsprechung bisher geleisteten Arbeit.

Wenn schon eine vergleichende Bewertung der Nassenschande mit anderen Strafbeständen in Frage kommt, so erklärt der Staatssekretär, dann ist dieser Vergleich nur mit Volksverrat, Hochver­rat und überhaupt mit den eigentlichen Verrats­verbrechen möglich. Damit ergibt sich auch die Grundlage zur Beantwortung der Frage nach der Anwendung der iip Wetz wahlweise gegMenen

Strafakten Gefängnis oder Zuchthaus. Der Ge- dartkengang, daß es gewisse Fälle gibt, in denen die geringste zulässige Gefängnisstrafe angemessen ist, oder daß etwa Gefängnis die Normalstrafe für Nassenschande sei, weil diese Strafart vor Zuchthaus im Gesetz genannt wird, ist durchaus unrichtig. Der gesetzliche Strafrahmen muß zwei nicht wesensgleiche Tatbestände decken, nämlich den der Schändung der deutschen Ehre durch den Verkehr eines Deutschbliitigen mit einer Jüdin und den der Schändung der deutschen Rasse durch die Schändung einer deutschen Frau durch einen Juden. Der Angriff auf die deutsche Frau als Hüterin der Reinheit des deutschen Blutes ist hierbei der weit gefährlichere. Eine entsprechende strafrechtliche Ahndung ist dabei erforderlich. Aus den mitgeteilten Zahlen der rechtskräftig auf Nassenschande lautenden Urteile ergibt sich, daß

in dem weitaus überwiegenden Teil dieser Fälle der Täter Jude war und daß von einer Ver­minderung der Gefahr somit nicht gesprochen werden kann.

stuszeichnung

für die Neichssrauensüstrerin

Berlin, 15. Dezember.

Die Reichsfrauenführerin Frau Gertrud Scholz- Klink wurde als Mitglied in die Akademie für Deutsches Recht berufen. Damit ist zum ersten Male eine Frau in die Akademie für Deutsches Recht berufen worden. Die Mitarbeit der Reichs­frauenführerin erstreckt sich auf die Gebiete des Familienrechtes und die Rechtsfragen der Be­völkerungspolitik.

Dienstagmorgen etwa 25 Kilometer vor Siansu, wo Tschanghsueliang gemeinsam mit den Kommu­nisten sein Hauptquartier eingerichtet hat. Auf ihrem Vormarsch sind die Regierungstruppen auf keinen nennenswerten Widerstand gestoßen.

Kampf gegen das wettjudenttim

Berlin, 15. Dezember.

Auf Einladung der Berliner Studentenschaft sprach der englische Captain Henry Hamilton Beamish über das ThemaWer wünscht den Krieg, wer bedroht die Welt?" Als Front­kämpfer und Käpitän im Burenkrieg zeigte der englische Gast auf Grund seiner in jahrzehnte­langem Studium der Judenfrage gewonnenen Erfahrungen die Gefahr des Weltjudentums für die internationale Kultur auf. Zurückgreifend auf die Ursprünge des Burenkrieges schilderte er die Machenschaften, mit denen sich der Jude durch die Macht des Goldes gegen jede Erkenntnis der Gefahr, die von ihm droht, auflehnt. Auf seinen Vortragsreisen durch die ganze Welt. von Süd­afrika durch Indien, Japan und Kanada, hat sich Capt. Beamish, der bereits 1922 in München mit den Zielen der NSDAP. vertraut wurde, als einer der aufrechtesten Vorkämpfer gegen das Weltjudentum erwiesen. Er sprach von seinen Erfahrungen in Südafrika, wo heute die Juden, obwohl sie nur 7 v. H. der weißen Bevölkerung ausmachen, zu fast 100 v. H. das wirtschaftliche Leben und die Aerzte- und Juristenschaft unter ihre Kontrolle gebracht haben. Nicht zuletzt durch die Aufklärungsarbeit von Capt. Beamish ist aber die neue Bewegung der Erauhemden in Südafrika getragen von der Jnqend ent­standen, die den Kampf gegen das Weltjudentum und damit den Bolschewismus ausgenommen hat. Auch ^ Kanada regten sich die Kräfte gegen den jüdisch-bolschewistischen Weltfeind.

Man als Militöcfaktor

öewaMge Steigerung des Seoresetats

Die Kirschblüte ist die beste der Blüten, und der Soldat ist der beste der Menschen", sagt ein altes japanisches Sprichwort, das wohl am an­schaulichsten das Ansehen und die Beliebtheit wiedergibt, deren sich der japanische Soldat er­freut; und es ist eine altbekannte Tatsache, daß im ausgesprochenen Gegensatz zu China sich das Militär des Kaiserreichs den ersten Platz im Staate zu sichern verstanden hat. Rein äußerlich und symbolisch kommt diese besondere Rolle da­durch zum Ausdruck, daß der Kriegsminister nicht etwa dem Kabinett Verantwortung schuldet, son­dern unmittelbar dem Kaiser unterstellt ist, der allein über Krieg oder Frieden zu entscheiden hat. Unbestritten verfügt das Militär in physischer und in moralischer Hinsicht über das erste Men­schenmaterial des Landes, über Menschen, die nicht nur auf dem Schlachtfelds ihren Mann zu stehen wissen, sondern die sich auch in Friedens­zeiten als nationale Schrittmacher und treibende Kräfte im Kampfe gegen den Parla­mentarismus, das Parteiunwesen und den Libe­ralismus erweisen. Alle Attentate der letzten Zeit, und vor allem die Revolte des Februars dieses Jahres, sind Erscheinungen überschwenglichen und fehlgeleiteten Idealismus' und nicht wie viel­fach angenommen wurde das Treiben unver­antwortlicher Abenteurer. Von feiten des Volkes wird den Verschwörern von jeher eine uneinge­schränkte Hochachtung entgegengebracht, wenn die Meinungen auch darüber übereinstimmen, daß jeder Anschlag auf das Leben eines Menschen im Interesse der Ordnung mit dem Tode gesühnt werden mutz.

Ministerpräsident Hirota hat sich nach der Februarverschwörung zu eingreifenden Reformen auf den verschiedensten Gebieten gezwungen ge­sehen, und es ist in diesem Zusammenhang nicht uninteressant auf einige Erlasse hinzuweisen, die eindeutig bezwecken, künftig die Bildung politi­sierender Gruppen im Offizierskorps zu unter­binden. Die Verfügungen, die Ende Juli heraus­kamen und großes Aussehen erregten, haben das Ziel, die Position des Kriegsministers gegenüber dem Generalstab zu stärken, U. a. wurde eine noch straffere Disziplin, erhöhter Schutz des Militär­geheimnisses und einheitliche Personalpolitit ge­fordert. Ferner wurde die Selbständigkeit der Luftwaffe im Rahmen des gesamten Heereswesens erklärt und an ihre Spitze ein General gestellt, der die alleinige Verantwortung für die mili­tärische Luftfahrt trägt.

Ueber die effektive Stärke der japa­nischen Armee etwas Bindendes zu sagen ist außerordentlich schwierig, da die verschiedenen Quellen recht widersprechend berichten und der Generalstab Japans zu den verschwiegensten der Welt gehört. Im Gegensatz zu ihren bittersten Feinden, den Sowjetrussen, liegt es den Japa­nern nicht, mit ihrer Stärke zu prahlen. Den­noch haben einige ihrer führenden Vertreter dem Verfasser dieses Aufsatzes mit einem dankbaren und wissenden Lächeln bestätigt, daß in den Krei­sen der ausländischen Militärattaches in Tokio die japanische Armee übereinstimmend qualitativ für eine der besten der Welt gehalten wird. Für die augenblickliche Heeresstärke wurde amtlich die Zahl 250 000 angegeben, von denen sich ein großer Teil ständig in der Mandschurei befindet (17 In­fanteriedivisionen, eine Gardedivision, 1000 Kampfflugzeuge, 2 Kampfwagenregimenter). Die Tatsache, daß das Heer bis jetzt noch nicht über Panzerdivisionen verfügt, wird von japanischer Seite damit erklärt, baß die Bodenverhältnisse der Mandschurei, die noch nicht genügend Straßen be­sitzt, äußerst ungünstig seien. Gebirgiges Gelände werde von Wäldern und Sümpfen abgelöst. Be­sonders schwierig sei der Vormarsch und jede Be­wegung während der Regenzeit. Panzerwagen würden sich auf einem solchen Gelände als voll­kommen nutzlos erweisen. Dagegen hätten die Japaner glänzende Möglichkeiten für die Luftwaffe in der Mandschurei, die flächenmäßig ein Mehrfaches Deutschlands dar- stellt, gesunden und einzelne Stellen zu Flug­stützpunkten ausgebaut.

Das Land kennt genau wie Deutschland eins zweijährige Dienstzeit, jedoch kann bei der Infanterie die Wehrpflicht um ein halbes Jahr verkürzt werden, falls sich der Anwärter von seinem 16. bis 20. Lebensjahr einer freiwilligen staatlichen Jugenderziehung unter, zogen hat. Es handelt sich dabei um eine Aus- bildung aus geistigem und militärischem Gebiet' die Gesamtzahl der Ausbildungsstunden beträgt 800. Diese Tatsache erlaubt die Schlußfolgerung daß im Kriegsfalle die Entscheidung vielleicht gar nicht so sehr von der augenblicklich aktiven Truppe als von dem Volksheer gebracht wird. Gene- ral Sato hat einmal behauptet, daß Japan im Notfalle n, der Lage sei. 11 900 000 Mann zu mobilisieren, von denen sofort 3 800 000 Mann an die Front gesandt werden könnten. Diese Truppe hätte noch den Vorteil, daß Japan hinsichtlich ihrer Ernährung autark sei, und zwar in Reis, Weizen. FksHen und, ZMr. DagxgW Mchq W NaHK.il