Ausgabe 
(14.12.1936) Nr. 347
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parteiamtliche ^geszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Bremen

Amtsblatt des Senats der Leeren kjansestadt Bremen

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Nr. Z 47 / ö. Jahrgang

Montag, l 4 . Vezember lSZS

kinzelpreis 1 S Npf.

Moskau lüßt lhinas Marschall gefangensetzen

Nchiangkaischek in den ständen eines meuternden öenerals / Anschlag auf lstinas Einheit

ch» MilitSrrevolte in Sianfu

:i,z Verbrecherische Kriegsschiirung gegen Japan

Nanking, 13. Dezember. Die Nanking-Regierung hat den jungen Mar­ks!'s schall Tschanghsueliang, den Sohn des früheren ^ Oberkommandierenden der Mandschurei, aller ? ! ,> seiner Aemter enthoben, da er in einem Rund- ;, ! telegramm alle chinesischen Behörden, von ir- s .

- Bnsvr lagssspisgsl

7 ! Chinas Marschall Tschiangkaischek ist von

-z! einem meuternden General im Austrage

- Moskaus gefangengesetzt worden.

Deutschlands Antwort an London und Paris im Spanien-Konflikt wird nunmehr ver- :t j öffentlicht.

i-' Der in Berlin weilende ungarische Jnnen-

' 7 s minister nahm am Eintopfessen teil.

1 Gestern wurde in Bremen das Sanitiits-

- kolonnen-Heim eingeweiht.

Einen hohe» K:1-Sieg errang Werder-Bremen gegen Rasensport-Harbnrg.

Das Lokaltreffeu VfB. Komet gegen BSB. endete mit einem 2:1-Sieg der Neustädter.

' f Einen schönen 11:7-Sieg errang Bremens

> Handball-Gauklassenvertreter Blan-Weitz über den Post-SB. Hannover.

Club zur Bahr besiegte Preußen-Duisburg 3:2.

1 Aus dem Kreisfest der bremischen Schwimmer

. wies der BSD. beachtliche Erfolge auf.

r ^ Moskau aufgestachelt, zum Ausstand gegen den ß - Marschall Tschiangkaischek, den Präsidenten des ü Reichsvollzugsamtes und Oberkommandierenden der Nanking-Truppen, aufgefordert hat. Tschang- d hsneliang, der die chinesischen Truppen in der 1 Provinz Shensi befehligt, hat den Marschall ? > Tschiangkaischek, der sich in der Hauptstadt der ; Provinz Shensi, Sianfu, aufhielt, sowie eine An- k! zahl hoher chinesischer Persönlichkeiten, darunter den Innenminister» die Wehrkreiskommandeure > der Provinz Fukien und des Gebietes von Honan,

^ - Hupei und Shensi, gefangengesetzt.

i ! Das Vorgehen Tschanghsueliangs wird in Nan- ' - king scharf verurteilt. Tschanghsueliang, so sagt

! i die halbamtliche Zeitung „Central Daily News",

» k habe seine Pflichten äußerst mangelhaft erfüllt,

i - Trotzdem habe die Nanking-Regierung ihm grotz-

> ; mutig verziehen, in der Hoffnung, daß er später

:' Besseres leiste. Angesichts des Feldzuges zur

> Unterdrückung der Banditen, der kurz vor seinem

.,1 Ende stand, habe er sich erlaubt, seinen höheren

: : Befehlshaber, den Marschall Tschiangkaischek. ge-

f s fangenzunehmen und irrsinnige Vorschläge zu

' .! machen. Ein Mann, dem die Aufgabe gestellt ge­il !; wesen sei, die Banditen zu unterdrücken, benehme

I - sich selbst wie ein Bandit. Ein Soldat, der sich

! g gegen seine Vorgesetzten vergehe, — und das tue

'!' Tschanghsueliang — müsse aus seinen Stellungen

entlassen und der Militärkommission zur Bestra- -- fung ausgeliefert werden. Wie „Central Daily News" berichtet, befand sich Tschiangkaischek seit l< längerer Zeit in Sianfu, um die Verteidigung

' der Provinz Suiyuan und der anderen nordwest-

(s chinesischen Provinzen gegen die Kommu-

s! nisten zu leiten.

Nach Eingang der Meldungen über die Meu- st. terei in Sianfu fand sofort eine außerordentliche Sitzung des Ständigen Parteiausschnsses und Zen- !'! tralpolitischen Ausschusies statt. Es wurde be-

^ schlössen, dem Finanzminister und bisherigen

sl Vizepräsidenten Dr. Kung Hsiang-Hst das Präsi-

/ dium des Reichsvollzugsamtes vertretungsweise

f) zu übertragen. Die Militärkommiss'on wird um

^ sieben Mitglieder, darunter der Generalstabschef

und der Marineminister, vermehrt. Die Leitung der Militärkommission übernimmt General Fengqushiang, der bisherige Vizepräsident der Kommission. Die Nankingtruppen werden den ständigen Mitgliedern der Militärkommission und dem Kriegsminister unterstellt. Ferner wurde die Auslieferung Tschanghsueliangs an die Militiir- kommisson zur Bestrafung angeordnet, ö Tschanghsueliang hat -er Frau Tschiangkai- ' scheks. die in Nanking eintraf, telegraphisch mit- / geteilt, daß ihrem Mann, der in Sianfu festge- j halten werde, nichts geschehen würde, i

! rfchiangkalschek nicht mehr am Leben!

Tokio, 13. Dezember.

, Die Meldungen über die Vorgänge in China . sind in Tokio mit großer Bestürzung aufgenom- 7 . men worden. Die Erörterung der "" 3 e. der i, chinesischen Zentralregierung steht augenblicklich ' im Vordergründe des Jnteresies. Das japanische

Kabinett ist bereits zweimal zu längeren Be­ratungen zusammengetreten. Falls es nötig sein werde, so wird von selten der Regierung ver­sichert, werde Japan umfassende Maßnahmen er­greifen, um das Leben und die Sicherheit der ja­panischen Bürger in China zu schützen. In poli­tischen Kreisen sieht man die Lage für ganz Ost­asien besonders deshalb als gefahrdrohend an, weil der Kommunismus die trei­bende Kraft der Meuterei Tschangh­sueliangs ist. Nach japanischer Ansicht ist die Krise ohne eine vollkommene Umbildung der chinesischen Zentralregierung nicht zu lösen.

Nach einem soeben eingetrofsenen Bericht des japanischen Botschafters in Nanking, Kawagoe, der sich augenblicklich in Schanghai befindet, soll

Peiping, 13. Dezember.

Das Rundtelegramm Tschanghsueliangs, mit dem er die chinesischen Behörden zum Abfall von Nanking aufforderte, enthielt auch die Forderung nach einem Bündnis mit Sowjetrußland und die Ausnahme der Kommunisten in die Kuomintang. Diese Forderungen bestätigen die Vermutung, daß der Schritt Tschanghsueliangs auf Befehl der Komintern erfolgte.

Bereits Mitte November sickerte aus Sianfu durch, daß Tschanghsueliang ein willenloses Werk­zeug der Kommunisten geworden sei und seine Truppen mit der roten Armee sich anbiederten. Die Beziehungen zu Kommunistenkreisen, die be­reits im vorigen Jahr aufgenommen wurden, wurden derart eng. daß chinesische und auslän­dische Kominternvertreter sich in Sianfu heimlich aufhielten und die Berater Tschanghsueliangs wurden. Auch die Nanking-Regierung war hinter die Fäden Tschanghsueliangs gekommen und plante Gegenmaßnahmen, die zür Umzingelung der unzuverlässigen Truppen Tschanghsueliangs durch 50 ausgewählte Regimenter der Nanking- Regierung unter dem Kommandeur der ersten Di­vision, Hü Tsungnan, führen sollten. Am 11. De­zember glaubte Tschiangkaischek die Zeit gekom­men, um Tschanghsueliang das Kommando zum Kampf gegen die Banditen im Nordwesten aus den Händen zu nehmen. Am nächsten Morgen jedoch unterbrachen plötzlich die Truppen Tschang­hsueliangs die Lunghai-Bahn bei Tungkuan und entwaffneten die Leibwache Tschiangkaischeks. den sie gefangennahmen.

Am Abend erließ Tschanghsueliang das er­wähnte Rundtelegramm, das neben den genannten Forderungen auch die Kriegserklärung an Japan und das Ende der „diktatorischen Regierung" Tschiangkaischeks verlangte. Die Entschlossenheit, mit der alle diese Aktionen durchgeführt wurden, steht im Widerspruch mit der weichlichen Haltung Tschanghsueliangs, so daß man hieraus schließen kann. daß die wirkliche Führung geschulte Kräfte der Komintern übernommen haben.

Nanking, 13. Dezember.

Japanische Kreise in Nanking erklären, daß die

Berlin, 13. Dezember.

Das am Sonnabendnachmittag den Berliner Botschaftern Englands und Frankreichs über­mittelte deutsche Memorandum hat folgenden Wortlaut: „Die deutsche Regierung beehrt sich, aus die Memoranden der königlich-britischen und der französischen Regierung vorn 5. ds. Mts. über die Lage in Spanien folgendes zu erwidern:

1. Die deutsche Regierung teilt selbstverständlich den Wunsch der beiden Regierungen, in Spanien möglichst bald geordnete, friedliche Zustände her­gestellt zu sehen und insbesondere der Gefahr eines Uebergreifens des Brandes auf das übrige Europa vorzubeugen. Sie ist bereit, alle Maß­nahmen zu unterstützen, die wirklich geeignet sind. diesem Zwecke zu dienen, der allen ord­nungsliebenden und auf die Sicherung des Frie­dens bedachten Regierungen in Europa am Her­zen liegen muß.

2. Was den Vorschlag der beiden Regierungen anlangt, die Vereinbarung über die Nichtein­mischung in die spanischen Wirren zu bekräftigen und durch weitere Verabredung effektiv zu ge­stalten, so muß die deutsche Regierung daraus hinweisen, daß sie von Anfang an, so auch in ihrer Note vom 27. August ds. Js. dafür einge­treten ist, die zu treffenden Abreden aus die Verhinderung der Ausreise von freiwilligen Teil­nehmern an den Kämpfen in Spanien auszu­dehnen.

Tschiangkaischek nicht mehr am Leben sein. Eine Bestätigung dieser Mitteilung des japanischen Botschafters liegt noch nicht vor.

Kanton will Nanking keifen

Nanking. 13. Dezember.

Die Festnahme Tschiangkaischeks ist für China ein schwerer Schlag, so daß dieses Ereignis alles in Atem hält. Das zielbewußte energische Ver­halten der Regierung und die von ihr sofort getroffenen Maßnahmen geben jedoch der Be­völkerung das volle Vertrauen, daß alles ruhig bleiben wird. Die militärischen Stellen haben für die nach Norden führenden Strecken einen Bahnschutz eingerichtet.

Kanton sandte eine Loyalitätserklärung und sagte militärische Hilfe zu, falls solche notwendig

Kwantung-Armee schon vor einem halben Jahr von den Verhandlungen Tschanghsueliangs mit Moskau durch Vermittlung chinesischer Kommu- nistenfiihrer unterrichtet worden sei.

Die Ereignisse in China halten die Welt, nachdem die Ueberraschung und die Bestür­zung über den Thronverzicht Eduards VIII. kaum gewicheü ist, erneut in Atem. Nach den vorliegenden Meldungen unterliegt es keinem Zweifel, daß der Putsch in Nord­westchina mit Hilfe Moskaus von langer Hand vorbereitet ist und daß er ernste Ge­fahren heraufbeschwört. Im Juli dieses Jah­res kam es bekanntlich in den beiden Süd- Provinzen Chinas zu einer Aufstandsbewe­gung gegen die Zentralregierung, die einen ihrer wichtigsten Beweggründe in der Hal­tung Tschiangkaischeks gegenüber dem Vor­gehen Japans in den Nordprovinzen hatte. Es gelang der Klugheit und der Mäßigung des Marschalls, die Revolte nahezu ohne Blutvergießen niederzuschlagen. Ansang No­vember dieses Jahres erregten dann Mel­dungen aus der Provinz Chachar Aufsehen, die besagten, daß ein Vorstoß irregulärer Truppen in die mongolische Provinz Suiyuan im Gange sei. Diese schwierige Lage, deren ernster Charakter durch ver­schiedene offizielle japanische Zusicherungen etwas abgeschwächt werden konnte, ist jetzt weit in den Schatten gestellt worden durch die neuen Ereignisse. Der aufständische Ge­neral Tschanghsueliang fordert nicht mehr und nicht weniger als eine Kriegserklärung an Japan und ein sofortiges Bündnis mit Moskau. Die Begleitumstände der Gefan- genfetzung Tschiangkaischeks weisen außer­dem darauf hin, daß der Anschlag aus die Person des Marschalls von bolschewistischer Seite angezettelt worden ist. Auf die unter­irdische Wühlarbeit der Moskauer Agenten ist es auch zurückzuführen, daß die kommu-

Sio hat es sehr bedauert, datz sich andere Re­gierungen damals hierzu nicht haben entschließen können, was zweifellos wesentlich dazu beigetra­gen hat, die Lage in Spanien zu verschärfen. Ob das allgemeine Verbot jeder direkten oder indi­rekten Intervention auch unter den heute gege­benen Verhältnissen noch zu dem erstrebten Ziele führen kann, muß leider einigermaßen zweifelhaft erscheinen. Das bedarf angesichts der allgemein bekannten Rolle, die landfremde Elemente in immer steigendem Maße bei der Entfesselung anarchistischer Aktionen in Spanien gespielt haben und noch spielen, keiner näheren Begründung. Die deutsche Regierung ist aber gleichwohl bereit, sich in dem Londoner Ausschutz, wie bisher, an allen Beratungen darüber zu beteiligen, wie eine Aenderung dieses Zustandes und eine wirksame Kontrolle der zu treffenden Vereinbarungen her­beigeführt werden könnte. Dabei ist sie aber der Ansicht, daß das Verbot direkter oder indirekter Intervention als ein einheitliches Gesamtproblem in Angriff genommen werden müßte.

3. Der Gedanke, durch eine gemeinsame Ver­mittlungsaktion der beteiligten Mächte den Kämpfen in Spanien ein Ende zu bereiten, ver­dient an sich sicherlich alle Sympathie. Die deutsche Regierung hat indes schon durch die von ihr aus­gesprochene Anerkennung der nationalen Regie­rung zum Ausdruck gebracht, daß sie neben dieser Regierung keinen anderen Faktor in Spanien sieht, der noch den Anspruch erheben könnte, das spanische Volk zu repräsentieren. Die dieser na­tionalen Regierung gegenüberstehende Partei hat

sei. Die Nanking-Regierung ist fest entschlossen, die neugewonnene Einheit nicht durch Tschang­hsueliang zerreißen zu lassen. Die Regierungs­presse hält die Vernichtung der Reste des Heeres Tschanghsueliangs mit einem verhältnismäßig geringen militärischen Aufwand für möglich.

krste kämpfe bei Sianfu

Schanghai, 13. Dezember.

Der Kommandeur der Wusung-Garnison in Schanghai, General Hangs», berichtete, daß aus den Stadtmauern Sianfus rote Fahnen wehen, und daß in der Nähe der Stadt die ersten Kämpfe zwischen Truppen Tschanghsueliangs und Streit- kräften des Befriedungskommissars der Provinz Shensi, der Nanking die Treue halte, ausge- brochen seien.

nistische Gefahr in der Provinz Chansi, die Tschanghsueliang untersteht, besonders be­drohliche Formen annahm. Ein Bündnis mit Moskau wird selbstverständlich niemand vorschlagen, der sich nicht vorher über die Bereitwilligkeit des anderen Partners, die­ses Bündnis einzugehen, informiert hat. Einen Krieg gegen eine militärisch starke dritte Nation wird noch viel weniger jemand fordern, der sich nicht ein militärisches Hilfe­leistungsversprechen des neuen Bündnispart­ners gesichert hat. Im Interesse des Welt­friedens ist zu wünschen, daß der gefangen- . gesetzte Marschall recht bald wieder die Ge­schicke des Reiches der Mitte in die Hand nehmen und mit bewährter Energie den Auf­stand selbst niederschlagen kann.

sranröstsche So;ialpartei im Parlament

De la Rocque protestiert

Paris, 13. Dezember.

Die französische Sozialpartei des Obersten de la Rocque wird in dieser Woche ihre parlamen­tarische Vertretung erhalten. In der Kammer haben sich zehn Abgeordnete unter Führung des rechtsstehenden Abgeordneten Pbarnegaray zu einer eigenen Fraktion, der französischen Sozial­partei, zusammengefunden. Es bleibt abzuwar­ten, ob die Regierung die neue Gruppe aner­kennen wird.

Am Sonntag hatte die Partei in Straßburg trotz Verbots eine Tagung ihrer Landes- grüppe Elsaß einberufen. Zur festgesetzten Stunde war jedoch ein starkes Polizeiaufgebot zur Stelle, um die zahlreich erschienenen Teilnehmer am Be­treten des Sitzungssaales zu hindern. Die Ver- sammlungsleitüng beschloß daraufhin, die Ver­sammlung in einem der größten Speisehäuser ab­zuhalten und sie als Bankett auszuschreiben. Bei diesem Bankett sprach auch Oberst de la Rocque, der gegen dipe Haltung der Regierung schärfstens protestierte. Nach Aufhebung der Versammlung kam es in der Stadt zu Umzügen, bei denen die Polizei wieder eingrisf und Verhaftungen vor­nahm.

überdies durch die ganze Art ihres Kampfes, durch die Ermordung politischer Gegner, durch Geisel­erschießungen. Verbrennungen und andere Bru­talitäten die Leidenschaften bis zum äußersten aufgepeitscht. Eine Versöhnung mit dieser Partei erscheint schon wegen der in ihr offensichtlich vor­herrschenden anarchistischen Tendenz schwer denk­bar. Wie es vollends in Frage kommen könnte, bei dieser Sachlage eine ordnungsmäßige Volksab­stimmung in Spanien zu bewerkstelligen, vermag die deutsche Regierung nicht zu erkennen. Trotz­dem wird sie aber, wenn die anderen Regierungen brauchbare konkrete Vermittlungsvorschläge glau­ben machen zu können, an deren Prüfung und Verwirklichung bereitwilligst mitarbeiten.

Berlin, den 12. Dezember 1936."

Moskaus Plan

Salamanca, 13. Dezember.

Ueber sie Absichten Sowjetrußlands und die Gründe, die Moskau bewogen haben, so unsag­bares Elend durch die Unterstützung und Liefe­rung von Waffen und Munition und die Stellung sowjetrussischer „Freiwilliger" nach Spanien zu bringen, gab jetzt der nationale Rundfunk Vala- dolid einen Bericht, der sich auf absolut zuver­lässiges Material stützte. Moskaus Plan sieht in. Spanien eine regelrechte „Filiale" Sowjet­rußlands vor. Nach dem Versagen der Wirtschaft in Sowjetrußland habe Moskau große Hoffnungen auf die Verwertung der spanischen Boden­schätze und Rohmaterialien gelegt.

sinnlands Befreier

Staatspräsident Svinhusvud 75 Jahre alt

kr. Vlü. Morgen, am 15. Dezember, feiert das finnische Volk den 75. Geburtstag sei­nes Nationalhelden, des Staatspräsidenten Pehr Evind Svinhusvud. Diesem Manne» den ein zäher, unbeugsamer Wille, glühende Liebe zu seinem Volk und seiner Heimat so­wie ein unbestechlicher, weitschauender Ge­rechtigkeitssinn auszeichnen, verdankt Finn­land seine staatliche Selbständigkeit: Er hat der finnischen Nation nach jahrzehnte­langer politischer Vorarbeit das kostbare unersetzliche Gut der Freiheit in hartem militärischen Ringen -1917 und 1918 er­obert und in der Nachkriegszeit entschei­dend sichern helfen. Auch an den Notwen­digkeiten der großen europäischen Politik gemessen, ist Svinhusvud als ein hervorra­gender Staatsmann anzusehen, hat er doch in seiner entschiedenen kämpfe­rischen Haltung gegenüber dem Bolschewismus dem äußersten nord­östlichen Vorposten skandinavischer Kultur eine fest wurzelnde und daher zuverlässige Widerstandskraft verliehen.

Die unwandelbare Volkstümlichkeit, der sich der „Hindenburg Finnlands" erfreut, geht in ihren Ursachen bis in das Dorkriegs- wirken dieses Mannes zurück. Bereits vor

^ukn.: ^rslvbilä

Ausbruch der ersten russischen Revolution (1905) — Finnland war zu jener Zeit ein seit hundert Jahren zum Zarenreich gehö­render autonomer Staat —, stand er an der Spitze der Heimatbewegung, die gegen die ungesetzlichen Russifizierungsbestrebunaen energisch Front machte. Später, als von Pe­tersburg aus erneut eine schroffe Aktion gegen die verbrieften Sonderrechte Finn­lands eingeleitet wurde, verweigerte er in seiner Eigenschaft als Richter dem ver­fassungswidrig ernannten Prokurator seine Dienste, was ihm die Absetzung von seinem Richteramt eintrug. Die russische Regierung erkannte sehr bald die „Gefährlichkeit" die­ses aufrechten, mutigen Streiters und schickte ihn 1914, ohne jedoch seinen Tatwillen auch nur im geringsten schwächen zu können, in die sibirische Verbannung. Nichts vermochte seinen Glauben an die sieghaften Rechte des finnischen Volkes zu erschüttern; „verbannen Sie mich, wohin Sie wollen," so erklärte er den Petersburger Agenten, „ungesetzlich bleibt es doch!"

Daß Svinhusvud, der berufene Träger der finnischen Unabhängigkeitsbewegung, sich 1917 kurz nach dem offenen Ausbruch der Anarchie in Rußland an die Spitze der Frei­heitskämpfer seines Landes stellte, sollte den Ausschlag für die (formell am 4. Dezem­ber 1917 erfolgte) Gründung des souveränen Finnlands geben. Um die Anerken­nung der staatlichen Selbstän­digkeit Finnlands seitens der bol­schewistischen Regierung Lenin-Trotzki zu erreichen, scheute er sich nicht, trotz offensichtlicher Gefährdung seines Lebens nach Petersburg zu reisen und dort seinen Willen durchzusetzen. Nach seiner Rückkehr galt es (da Lenin mit seiner Un­terschrift unter die Selbständigkeitserklärung nur seine eigene Politik, nämlich die der Weitertragung des kommunistischen Auf­ruhrs, getrieben hatte) das in völliger mora- lischer Zersetzung begriffene, mordende und sengende Bolschewistenheer der Hunderttau-

ManMuelimg, Vraßtpuppe der Sowsets

tr gehorcht der Komintern / wie es ;ur Meuterei gegen die Nankinger Zentralregierung kam

VeutWands flntwort lm Spanien-konflikt

«Von flnfang an für verkinderung der flusreise freiwilliger eingetreten"