Ausgabe 
(12.10.1937) Nr. 280
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parteiamtliche Lageszeitung

Tlachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront vremen

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Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenbmg und Vremen

Nr. 280 / ?. Jahrgang

Dienstag, 12. Vklober 1957

Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm-cheile >m Anzeigenteil 12 die 7N-miu-Aeile im Tertteil 75 eH/. Ermäßigte Nrnndpreise liür kleine stamilien-Anzeigen n a.i sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlnßstnüel Mr Anzeigen tmrch Fernsprecher keine Mewnl,r. Annahmeschluß l6 Nhr. Sprechzeit: Bering werktäglich 12 . lS Uhr: Schriitlcitung Dienstag und Freitag I2l4 >3^ Uhr.

kinzelpreis 15 Nps.

volschewistische Mordbrenner wüten in Wurien

tangas de Vnls in vrand gesteckt und von Sprengkolonnen verwüstet / srauen und Kinder als brennende sackeln

Neues verspiel roter Zerstörungswut

Salamanca, 12. Oktober Die nationalspanischen Truppen besetzte» die Stadt Cangas de Onis im Nordwesten von Cova- donga. Cangas de Onis ist ein wichtiger Ver­kehrsknotenpunkt, der von den Volschcwisten stark besestigt war und eine Ausgangsstellung im Osten sür den Marsch auf Ooiedo bildet. Cangas de Onis ist von den von dem bolschewistischen Häupt­ling Delarmino Thomas gebildeten Sprengkolon-

Onser lagesspiegel

^ Die französischen Kantonalwahlen lassen / einen Stillstand im Anwachsen der Volks­front erkennen.

Vor ihrer Flucht aus der nordspanischen Stadt Cangas de Onis sprengten bolschewi­stische Sprengkolonnen den Ort in die Lust. In Japan sind drei wichtige kriegswirtschaft­liche Notverordnungen in Krast getreten.

Der Herzog von Windsor wurde bei seinem Eintresfen in Berlin von Reichsorgani­sationsleiter Dr. Ley begrüßt.

Den deutschen Arbeitern, die sich augenblick­lich in Italien aufhalten, wird überall ein herzlicher Empfang zuteil.

Der Reichsfinanzminister betonte in einer , Rede vor der Wirtschaftswissenschaftlichen Ge­sellschaft in Berlin, daß ein Rücksall in Ar­beitslosigkeit unmöglich sei.

Die II. Abteilung, Artillerie-Regiment 5H, scheidet heute aus dem Verbände des AR. 22 aus.

Die uralte Volkskunst des Puppenspiels wird in Zukunft die Heimabende des Jungvolks bereichern.

Auf der Nordmark-Herbstprüfung 1987 des NSKK. errangen drei Bremer Fahrer Gold­medaillen.

Hervorragenden Sport brachte der Wehr­sport-Kampftag der Delmenhorster SA.

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neu vor der Räumung vollständig verwüstet und in Brand gesteckt worden, wöbet zahlreiche Be­wohner, darunter Frauen und Kinder bei lebendi­gem Leibe verbrannten.

* Wieder steht die Welt vor einer unge­heuerlichen Greueltat bolschewistischer Mord- brener. Nach Irun und Guernica nun­mehr Cangas de Onis. Was sagt der Präsi­dent der Vereinigten Staaten dazu? Was London, was Paris? Ist es wirklich noch

länger denkbar, daß diese drei großen Na­tionen in Festlegung auf den einmal zugun­sten der Valencia-Bolschewisten eingeschlage­nen Kurs weiter in Tuchfühlung mit den rotspänischen Verbrechern bleiben? Was sagt das amerikanische Volk dazu, daß aus den Wafsenarsenalen der Vereinigten Staaten in Millionenwerten Waffen und Kriegsfcrhr- zeuge an die Moskauer Bolschewisten ver­kauft werden, die den größten Teil davon unmittelbar ihrer spanischen Filiale in Va­lencia liefern, damit dort der Krieg weiter­geführt werden kann mit der nicht wieder­zugebenden Brutalität, wie sie sich jetzt wieder durch die Zerstörung der Stadt Cangas de Onis offenbart? Was hat man doch in den Vereinigten Staaten, was aber auch - in London an Ent­rüstung und Empörung seinerzeit im Welt­krieg gegen die Deutschen aufgebracht, wo es sich nur um, ganz durchsichtige Greuel­märchen zur Verhetzung der Welt gegen Deutschland handelte? Hier liegen die un­trüglichen Beweise von Untaten eines ver­tierten Untermenschentums in der Tatsache' einer viehisch zerstörten Stadt mit Leichen von bei lebendigem Leib verbrannten Frauen und Kindern vor. Wir warten und hof­fentlich mit uns die ganze zivilisierte Welt mit Spannung darauf, was diejenigen nunmehr tun und sagen werden, die sonst die Humanität in Erbpacht zu haben vor­geben. Es wird nicht gleichgültig sein für

den Ruf der Nationen, die bisher mit den Valencia-Bolschewisten sympathisierten, ob sie sich nunmehr angesichts solcher Greuel­taten von Rotspanien abwenden oder weiter mit den Bolschewisten ihre Geschäfte machen.

Wettere kmjeilietten

Soeben werden weitere Einzelheiten über die Zerstörung der von den nationalen Truppen ein­genommenen Stadt Cangas de Onis bekannt. Die Ortschaft ist von den asturischen Bolschewisten in Brand gesteckt und völlig vernichtet worden. Alle öffentlichen Gebäude wurden in die Luft ge­sprengt. Wo sie standen, klaffen tiefe Sprong- trichter. Die Altäre der Kirchen und alle Prunk­gegenstände sind auf einem öffentlichen Platz in nicht wiederzugebender Weise geschändet und be­schmutzt worden. Die Kirchen'wurden gesprengt und in Brand gesetzt.

Fast ine ganze Bevölkerung der Stadt ist von den Bolschewisten unter grauenvollen Umständen abgeschlachtet worden. Man sank» unter den zu­sammengestürzten Häusern überall die verbrann­ten Leichen der Einwohner von Cangas de Onis, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Ein Teil der Leichen deutet daraus hin, daß die unglück­lichen Bewohner der Stadt bei lebendigem Leibe angesteckt worden sind. In den nicht verbrannte» Hausteilen fand man große eingetrocknete Blut­lachen an den Wänden. Offenbar haben sich auch hier grauenvolle Szenen abgespielt.

Der einst blühende Ort ist von den Bolsche­wisten in eine Wüste verwandelt worden. Nach der grauenvollen Zerstörung von Irun durch die Bolschewisten, nach der völligen Zerstörung der heiligen Stadt Guernica, deren Zerstörung

man später den nationalspanischen Fliegern in die Schuhe schieben wollte, ist nun abermals eine ganze Stadt völlig vernichtet worden. Auch die spanische Hafenstadt Llanes, die kürzlich von den nationalen Truppen eingenommen wurde, ist von den Bolschewisten vor Einzug der nationalen Truppen fast dem Erdboden gleichgemacht worden.

Alle Ortschaften, die in diesen Tagen von den nationalen Truppen eingenommen wurden, be­stehen nur noch aus Ruinen. Der Ches der asturi­schen Bolschewisten Delarmino Thomas hat bereits in einem Ausruf erklärt, daß die Nationalisten Asturien nur als Trümmerhaufen in die Hände bekommen würden.

Die spanische Nationalregierung hat soeben in eniem Ausruf vor aller Welt gegen das unerhörte Zerstörungswerk der Bolschewisten in Asturien feierlichen Protest erhoben, ein Zerstörungswerk, das allen Grundsätzen der Menschlichkeit und Hu­manität widerspreche und das Fürchterlichste dar­stelle, das jemals auf spanischem oder überhaupt auf europäischem Boden geschehen sei.

lumult um Spamenslüchilinge

Paris, 12. Oktober.

Beim Abtransport von Spanienflüchtlingen kam es in Ezy (bei Evreux) zu Zwischenfällen. Rund ISO Anhänger der extremen französischen Linksparteien veranstalteten Demonstrationen, um die Abfahrt der Spanier zu hintertreiben. Die Demonstranten besetzten den Bahnhof und ver­hinderten die Ausfahrt des Zuges. Nach längerem Hin und Her gelang es endlich den Gendarmen, die Spanier mit Lastkraftwagen zu einem anderen Bahnhof zu bringen, von wo sie dann an die spanische Grenze befördert werden konnten.

franzSMe Kantonalwalilen ohne Sensation

Das vorläufige krgebms Suter Start de la Nocques

Paris, 12. Oktober.

Das französische Innenministerium gab eine bereits verhältnismäßig vollständige Uebersicht über das Ergebnis des ersten Wahlgangs der Kantonalwahlen heraus. Von 1S2S zu vergebenden Sitzen liegen die Ergebnisse in 14S9 Fällen vor. Sie brachten im ersten Wahlgang in 1022 Fällen die Entscheidung, während in 437 Fällen die Stichwahl am nächsten Sonntag entscheiden muß.

2m einzelnen stellt sich das vorläufige Wahl- ergebnis für die Generalräte wie folgt:

Kommunisten Sozialdemokraten Gemäßigte Sozialdcm. Sozialrepublikaner Unabhängige Sozialdcm. Nadikalsoziale

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Der üer;og von VinWr in verlin

Herzlicher kmpfang durch Neichsorganisationsleiter Vr. Leg

flufentfialt in Deutschland

Zwölftägiger

Berlin, 12. Oktober.

Der Herzog und die Herzogin von Windsor trafen gestern in der Reichshauptstadt ein. Auf dem Bahnhof waren Reichsorganisationsleiter Dr. L e y, Hauptdienststellenleiter Staatsrat Schmeer, der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Gor- litzer, Hauptmann Wiedemann von der Adju- tantur des Führers und ein Vertreter der Dienst­stelle des Botschafters von Ribbentrop zur

Begrüßung erschienen. Sowohl auf dem Bahnsteig als auch auf dem Bahnhofsvorplatz wurde dem Herzog durch die Berliner Bevölkerung ein herz­licher Empfang zuteil. Auf einer zwölstägigen Deutschlandreise, in deren Verlauf er unter Füh­rung von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley zahl­reiche wirtschaftliche und soziale Einrichtungen besichtigen will, wird der Herzog zunächst zwei Tage der Reichshauptstadt widmen.

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Ilernoxspuar mit kteieksorsanisatioiwleitv r vr. Dvx bvim Vorlassen «los vabnlwk- löuvckricbstrLÜ«. .(Msitbilä.)

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Unabhängige Radikale Katholische Volksdemokrat.

Linksrepublikancr Nechtsbürgcrliche Repu­blikanische Vereinigung Konservative

Französische Sozialpartei

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Die Ergebnisliste zur Wahl der Arron- dissementsräte (1867 Sitze) sieht vorläufig erst 1260 Ergebnisse vor, davon 784 endgültige und 476 Fälle von Stichwahlen. Die Ergebnisse zu den Arrondissementsräten stellen sich danach wie folgt:

Bhpt. Si

Kommunisten 8

Sozialdemokraten 38

Gemäßigte Sozialdcm. 1 Sozialrepublikaner 7

Unabhängige Sozialdcm. 3 Nadikalsoziale 172

Unabhängige Radikale 51

Katholische Volksdem. 28

Linksrepublikancr 107

Rcchtsbürgcrlichc Repu­blikanische Vereinigung 188

Konservative 35

Französische Sozialpartci

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Die Zusammenzählung der Ergebnisse der Gene­ralrats- und der Arrondissementsratswahlen er­gibt das Gesamtergebnis der Kantonalrats- wahlen.

Die ZeitungAgence Economique et Finan­ciers" veröffentlicht zu dem Ergebnis der Kan­tonalwahlen einige Berechnungen. Danach haben die der Volksfront nahestehenden Parteien bei dem ersten Wahlgang 431 ihrer General- ratssitze behalten, 60 neue gewonnen und 78 bisherige verloren. Sämtliche Parteien außer­halb der Volksfront haben 468 ihrer Generalrats­sitze behalten, 84 hinzugewonnen und 76 verloren. Es ergibt sich daraus, daß die gemäßigten und die Rechtsparteien nach dem ersten Wahlgang 562 Eeneralratssitze haben, während die Volks­front-Parteien nur über 491 dieser Sitze ver­fügen. DieAgence Economique et Financiöre" knüpft an diese Rechnung die Bemerkung, daß das zu erwartende Gesamtergebnis ungefähr dem Ausgang der Kammerwahlen von 1936 gleichen werde.

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Nach einer gleichartigen Berechnung sieht das Ergebnis der Wahlen für die Arrondisse- mentsräte wie folgt aus: Die Volksfront­parteien haben im ersten Wahlgang 230 ihrer Sitze gehalten, 57 weitere neu gewonnen und 61 Sitze verloren, während die außerhalb der Volks­front stehenden Parteien 409 Sitze gehalten, 88 Sitze neu gewonnen und 84 Sitze verloren haben. Demnach verfügen die Volksfrontparteien nach dem ersten Wahlgang über 287 Arrondissements- Ratssitze, während die übrigen Parteien 497 be­sitzen.

Der erste Eindruck des ersten Wahlganges der französischen Kantonalwahlen ist, daß die Wahlen wie man jedenfalls in Paris empfindet nicht die großen Veränderungen gebracht haben, die man während der Zeit des Wahlfeldzuges an­kündigte. Es wird zunächst festgestellt, daß mit Ausnahme von Marseille die Wahlen, soweit bis­her bekannt, ohne große Zwischenfälle verlaufen sind. Die Zahl der Stichwahlen von bisher rund 437 ist etwa doppelt so hoch wie die der unent­schiedenen Ergebnisse im ersten Wahlgang bei den vorigen Kantonalwahlen. Selbst wenn man diese verhältnismäßig hohe Zahl der Stichwahlen in Rechnung setze, glaubt man in Paris bereits heute erleichtert feststellen zu können, daß die kom­munistische Partei trotz allem nicht die großen Wahlerfolge davongetragen habe, mit denen sie rechnen zu können glaubte, und für die sie eine große Werbeaiistrenbung gemacht hatte. Zuwachs haben die Kommunisten jedoch vor allem imPa - riser Vorortgürtel und im Departement Seine-et-Oise zu verzeichnen.

Die Pariser Presse äußert sich verhältnismäßig einheitlich zu den Wahlen. DerPetit Parisien" meint, daß die kommunistische Woge nicht so mäch­tig ausgefallen sei wie man vorausgesagt habe. Gewiß würden die Kommunisten eine hohe Zahl von Stimmen erhalten, aber einer der Gründe hierfür sei auch, daß sie mehr Bewerber aufgestellt hätten, als andere Parteien. Der 'Matin" sagt, die Kantonalwahlen zeigten einen Stillstand des sozialdemokratisch-kommunistischen Abgleitens, wie es die Kammerwahlen von 1936 gekennzeichnet hätten. In seiner ZeitungPetit Journal" schreibt der Vorsitzende Ler Französischen Sozial­partei, 4>elaRocque, dieKantonalwahlen wür­den durch den Rückgang der internationalen Par­teien und durch den prachtvollen Start der Fran­zösischen Sozialpartei gekennzeichnet.

Mussolini grüßt die deutschen Weiter

Kranzniederlegung zu klzren der loten Italiens - Jubel der Vevölkerung

Rom, 12. Oktober.

Die 459 deutschen Arbeiter und Arbeiterinnen, die sich zur Zeit in Italien befinden, begaben sich zum Grabmal des Unbekannten Soldaten sowie dem Ehrenmal der gefallenen Faschisten, wo zwei Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront Lorbeer- kränze. mit dem Hakenkreuz geschmückt, nieder­legten Wie bei hirem Marsch durch die Straßen der italienischen Hauptstadt, so wurden sie auch legten. Wie bei ihrem Marsch durch die Straßen von der römischen Bevölkerung aus das herzlichste begrüßt. Eine besondere Auszeichnung und freu­dige Ueberraschung wurde den deutschen Gästen vor dem Palazzo Venezia zuteil, wo der Duce, der

wahrend ihres Vorbeimarsches auf dem Balkon erschienen war, ihren beßeisterten Heilrufen da­durch dankte, daß er sich ein zweites Mal auf dem Balkon zeigte.

Anschließend empfing der Generalsekretär der (Mchistlschen Partei, Minister Starace, eine Ab­ordnung der 450 KdF.-Urlauber im Palazzo del Llttorio. Eauwart der NSE.Kraft durch Freude", Gunter Adam, stellte Starace die Mit­glieder der Abordnung vor und überbrachte die besten Gruße von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Er dankte auch im Namen aller für den überaus herzlichen Empfang, den die italienische Bevölkerung überall den deutschen Urlaubern be­reitet habe.

Unentschieden

Frankreich und die konwna!walilen

I. S. O. Bremen, 12. Oktober.

Der erste Abschnitt der Kantonalwahlen in Frankreich trägt ein offensichtliches Un­entschieden an der Stirn. Was sich im zweiten Abschnitt, also bei den Stichwahlen, daran ändern wird, läßt sich heute noch nicht feststellen. Eines aber kann jetzt schon ge­sagt werden: das Gesamtergebnis der Wah­len wird keineswegs so sein, daß man von einer entscheidenden Verschiebung der parla­mentarischen Kräfteverhältnisse in Frank­reich wird sprechen können. Das ist wenig, gemessen an den Erwartungen, die sich viel­fach hier und dort an den Ausfall der Wah­len geknüpft haben, aber auch viel, wenn man so will. nämlich sobald man diese Wahlen aus dem Gesichtswinkel der bolschewistischen Gefahr für Frankreich be­trachtet.

Klar geht jedenfalls aus den Wahlen vom Sonntag schon die Tatsache hervor, daß die von den Radikal-Sozialen und ihren füh­renden Männern erhoffte Abkehr der kom­munistischen Wähler von den kommuni­stischen Trugbildern nicht erreicht wurde, ja, daß die Kommunisten sogar in einigen Krei­sen, besonders im Pariser Vorortgürtel und im Departement Seine-et-Oise, von einem Auftrieb sprechen können. Das aber besagt mancherlei über die Sinnesverwirrung fran­zösischer Wähler, wenn man bedenkt, wie katastrophal sich Wirtschaft und Finanzen in Frankreich unter dem Einfluß der die Politik der Volksfront weitestgehend bestimmenden Kommunisten unter Leon Blum gestaltet hatten. Demgegenüber erscheint uns des Ministerpräsidenten Chautemps Erklärung, ein Abgleiten der französischen Wähler zum Kommunismus habe nicht stattgefunden, kein besonderer Trost für Frankreich, nachdem es sich diesmal doch darum handelte, daß der Kommunismus eine Niederlage erlei­den sollte.

In Rechnung gestellt, daß der französische Wähler, ob er nun Arbeiter oder Rent­ner ist, mit stärkstem Unwillen die unter kommunistischem Einfluß gestarteten Regie­rungsexperimente der Volksfront hätte quit­tieren müssen, bedeutet schon das Verhar - ren der kommunistischen Wähler in der Ge­folgschaft ihrer Moskauer Verführer ein sehr bemerkenswertes Uebel sür die französische Nation und dazu ein nicht aus der Welt zu schaffendes Bleigewicht für die Regierung Chautemps. Wenn man bedenkt, daß aus der Tatsache des katastrophalen Sinkens der Frankenwährung gegenüber den angelsäch­sischen Währungen, der Stand der angel­sächsischen Devisenkurse hat sich gegenüber der französischen Währung seit den Kammer­wahlen 1936 verdoppelt daß weiterhin gegenüber der Tatsache des Steigens der Preisindexziffer von 374 auf 616 (1914 100), also um 40 Prozent in der gleichen Zeit und gegenüber den Tatsachen weiterer sehr fauler Früchte kommunistisch-marxisti­scher Regierungsarbeit die bisher in Frank­reich kommunistisch Wählenden nicht die einzige rettende Lehre gezogen und sich fluchtartig vom Kommunismus abgewendet haben, so bleibt unseres Erachtens kein Grund vorhanden, zumal noch vor den bevorstehenden Stichwahlen zu behaupten, die Kommunisten wären geschlagen worden.

Etwas anderes ist es, wenn man den bis­herigen Wahlausfall von dem Standpunkt der neu auf den Plan getretenen französi­schen Sozialparstei, also der Partei de la Rocques, betrachtet. Hier sind auf den ersten Anhieb 42 Kandidaten gewählt wor­den, und zwar zuungunsten der Linspar- teien, nachdem feststeht, daß die Rechtspar­teien ihre Stellungen zu behaupten ver­mochten. Eskann dies wenigstens der An­satz zu einer neuen Entwicklung sein, die einmal den Kommunisten und Marxisten in Frankreich den Wind aus den Segeln zu nehmen vermöchte. Aber im gegenwärtigen Augenblick ist es noch viel zu früh, etwa darum, weil bei den Kantonalwahlen 1937 die kommunistische Partei keine glänzenden Wahlsiege zu erringen vermochte, anzuneh­men, daß die bolschewistische Gefahr für Frankreich überwunden ist. Zudem waren diese Wahlen eben Kantonalwahlen, d. h. Wahlen zu Gemeinde- und Kreisvertretun- gen, also solche Wahlen, die. zumal in Frankreich meist unter ganz anderen Ge­sichtspunkten, als unter dem des Totalitäts­prinzips ausgesochten werden.

Nein, Frankreich ist über die kommu­nistische Gefahr noch lange nicht hinweg. Es mag bedauerlich fein, das dem so ist; aber