Ausgabe 
(10.10.1937) Nr. 278
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parteiamtliche Lageszeitung

NachrichkenblaN der Deutschen flrbeitsfront Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Zreien fjansestadt Bremen

Erscheint Imal wochentl. Monatsbezug: ^ L,zg einschl. Zustellgeb.; Postbezugspreis monatl. 2.30 22 .« (einschl. o».S4 Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinenAnspruch ausErstattung oder Ersatz NT.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H., Vremen, Teeren S-8 / Fernsprecher: 841 21 und 511 18 .

Das amtliche verkimdungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Sonntag, W. aktober 1SZ7

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vremen „Schlüssel zur Wett"

vroßriigige Ausstellung der schaffenden Hansestadt oom 2S. Mai bis 19. luni IgZS auf der pauliner Marsch

Unser logesspiegel

Die militärischen Operationen in Nordchina stehen im Zeichen einer Hochwasserkatastrophe. Italien hat seine Antwort auf die englisch- sranzösische Spaniennote überreicht.

Die Riistungskiinfe der Sowjets in Amerika nehmen ihren Fortgang.

Dr. Goebbels hielt am Geburtstag Horst Wessels vor der Berliner SA. eine große Rede.

Im Ruhrgebiet ist die Arbeiterbelegschäst um über SlI Prozent gegenüber 1932 gestiegen. Vremen wird im kommenden Jahr mit einer grohen Ausstellung Zeugnis seiner Leistungs­fähigkeit ablegen.

Der Kommandeur der Bremischen Schutzpoli­zei, Oberst Dr. Lankenau, verabschiedete sich gestern von der Bremer Polizei.

Der Antikominternzug ist ab heute zur Be­sichtigung freigegeben.

Die Stromer Ochtnmbrücke wurde gestern dem Verkehr übergeben.

Der erste Tag der reichsossenen Wettkämpse des Bremischen Schwimmverbandes brachte dem Veranstalter mehrere beachtenswerte Erfolge.

Gauleiter Rover besuchte Lopshof, das Schulungsheim der Erzieher unseres Gaues.

0er sichrer schaffte es

Gewaltige Belegschaftssteigerung im Ruhr­bergbau

, Essen. 10. Oktober.

Die Arbeiterbelegschaft des Ruhrbergbaues hat Ende September die Zahl von. 300 000 überschrit­ten. Gegenüber dem Tiefstand im September 1982 mit 198 000 ist also eine Belegschaftssteigerung um rund 83 v. H. festzustellen. Im Zeichen des neuen Vierjahresplanes hat im Verlauf des Zeit­raumes von Ende September vorigen Jahres bis Ende September dieses Jahres die Steigerung 23 v. H. betragen.

kinweitiung der Nordmark-seierstätte

Dr. Goebbels spricht in Bad Segeberg Bad Segeberg (Schlesw.-Holst.), 10. Oktober.

Mitten aus der norddeutschen Tiefebene steigt Lei Bad Segeberg ein gewaltiger Felskegel empor, rund 90 Meter hoch Wer dem Spiegel der Ostsee. Von großer Vergangenheit zeugt dieser sagenumwobene Berg, auf dessen Gipfel einst Kaiser Lothar im Jahre 1134 die Trutzburg gegen die Slawen errichtete. Längst ist die Burg ver­fallen, in den Wirren des 30jährigen Krieges wurde sie von dänischen Truppen zerstört. Ge­blieben Wer ist die gewaltige Felsenlandschaft, die jetzt zu einem imponierenden Rahmen für eine der grötzten Ausdrucksstätten deutschen Kultur- wollens geworden ist. Im Frühjahr 1934 tat Gauleiter Oberpräsident Lohse den ersten Spaten­stich zur Nordmark-Feierstätte. In mächtigem Halbrund steigen nun, tief eingebettet in das schroffe und zerrissene Gestein des Kalkberges, die Stufen und Ränge hoch, die 20 000 Menschen Raum bieten. 2n strenger Linienführung ist ein Werk entstanden, das sich harmonisch in die eigen­artige Felslandschaft einordnet und^durch seine riesenhaften, sinnvoll aufgeteilten Flächen den Eindruck eines monumentalen Bauwerkes erweckt. Gewaltig war die Arbeit, die unter der Leitung von Regierungsbaumeister a. D. Schaller-Berlin, von den Männern des Reichsarbeitsdienstes und einer Gruppe von Facharbeitern zu leisten war. Rund 18 000 Kubikmeter Erdboden mußten be­wegt werden, 3000 Kubikmeter Kalkstein wurden gesprengt Die Nordmark-Feierstätte^ stellt ein weiteres starkes Bekenntnis zur deutschen Bau­kunst unserer ZNt dar. Heute werden die Zahnen des neuen Deutschlands an ragenden Masten über ihr flattern. Zum ersten Mal wird auf der Spielfläche ein großes chorisches Spiel des Reichs­arbeitsdienstes „Die Straße in das Reich" statt­finden. Reichsminister Dr. Goebbels wird dann diese jüngste Stätte der feiernden Gemeinschaft in Bad Segeberg ihrer Bestimmung übergeben.

öaujaftr der Hitlerjugend

Berlin, 10. Oktober.

Am Sonntag, dem 17. Oktober, wird der Ju- gcndführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, im Rahmen einer Feier, die vom deut­schen Rundfunk übertragen wird, die Einwei­hung der neuen Jugendherberge auf dem Anna­berg (Oberschlesiens vornehmen. Zur gleichen Stunde werden weitere 37 Jugendherbergen ein­geweiht, bei 19 Jugendherbergen das Richtfest ge­feiert und zu 19 Jugendherbergen der Grundstein gelegt.

Das deutsche Jugendherbergswerk tritt mit diesen Feiern seit 1933 zum dritten Male an die Oefsentlichkeit und stellt die Leistungen des Jah­res 1937 unter Beweis. Konnten im Jahre 1933 26 neue Jugendherbergen und im Jahre 1936 49 Jugendherbergen in Dienst gestellt werden, so hat sich in diesem Jahr die Zahl erfreulicher­weise weiterhin erhöht. Damit erfüllt sich die Neujahrsbotschaft Baldur von Schirachs, der das Mr 1937 zum Baujahr der Hitlerjugend er-

Bremen, 10. Oktober.

TsUi. In der Zeit von, 25. Mai bis 19. Juni 1938 wird unsere Hansestadt mit einer gewaltigen Ausstellung auf der P a uIiner Marsch vyr die Oefsentlichkeit treten. Bremen wird mit dieser Ausstellung, die bereits seit Mona­ten unter dem vorläufigen Arbeitstitel „Bremen, S ch l ii s s el zu r W e l t" vorbereitet wird und ihren Plan der Initia­tive unseres Kreisleiters Blanke verdankt, in riesigen Ausstellungshallen eine Schau der Leistung, Ernte und Aussaat seines ebenso in alle Winkel des Vaterlandes wie in alle Weltweiten ausstrahlungsfähigen Lebens bieten. Es wird sich in ihr ein Bild von einer schaffenden Stadt dartun, wie es zusammenfassender und einprägsamer nicht gedacht werden kann. Diese Demonstration der Kraft und seiner städtischen und der bremisch-deutschen Aufgaben unserer Hansestadt ersteht aus jener Verpflichtung, die aus der Tradition erwuchs, ferner aus der Verpflichtung dem neuen Reiche gegenüber und nicht zuletzt aus der Notwendigkeit, die Macht unserer Leistungsstärke in jeder Beziehung einmal Klipp und klaroor aller Augen herauszu st eilen. Diese Demonstration wird nicht nur begleitet sein von großen Tagungen, wie z. B- einer Tagung des R e i ch s k o I o n i a l b u n d e s, sondern es sind dieser Tage Verhandlungen zum Abschluß gelangt, die die Errichtung einer Sond erschau über den Vierjahresplan in einer ganz neuen Form zum Ziele hatten und in denen beschlossen wurde, diese als wandernde Schau später für alle Städte des Reiches gedachte Sonderausstellung im Rahmen von „Bremen, Schlüssel zur Welt" erstmalig zu zeigen.

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Aus all dem geht hervor, daß es sich nicht darum handeln kann, im Hinblick auf Bedeutung und Qualität eine Schau nur mittleren Aus­maßes aufzurichten, sondern sie muß der Stadt, deren Namen sie trägt, des Gaues, als dessen be­deutendster Platz Bremen die Repräsentantin des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zwischen Weser und Ems ist, und erst recht des Reiches als einer seiner großen Brückenköpfe zur Welt würdig sein.

Dem Aufruf aller Kräfte unserer Stadt für diese Schau der Leistung, der unser Gauleiter Carl Röver die Ehre seiner Schirmherrschaft gab und deren ideelle Träger das Reichspropa­gandaamt Weser-Ems, die Kreisleitung der NS- DAP., Bremen, und der Bremische Staat sind. galt auch die erste Unterrichtung der namhaften Vertreter aus allen Zweigen unseres bremischen Lebens. So sprachen Kreisleiter Pg. Blanke. Regierender Bürgermeister SA.-Eruppenfllhrer Pg. Böhmcker. die gemeinsam mit dem Leiter des Reichspropagandaamtes Weser-Ems Pg. Schulze und dem Leiter der Wirtschaftskammer Bremens Pg. Vollmeyer den leitenden Ausschuß bilden, und das mit der Ausstcl lungsleitung beauftragte Mitglied des Insti­tuts für Deutsche Kultur- und Wirt­schaftspropaganda, Pg. Könicke, am Donnerstagabend im kleinen Saal der Glocke über Inhalt und Ziel des VorhWens.

Die Ausführungen des Kreisleiters und des Reg. Bürgermeisters waren aber darüber hin­aus noch ein ebenso kameradschaftlicher wie ernster Appell, in engster Zusam­menarbeit ganz allgemein alle Kräfte zu mobi­lisieren, jedoch im besonderen für diesen Weg aus dem Dornröschenschlaf, als in den versun­ken Bremen — das ist leider Tatsache — in weiten und oft nicht unmaßgeblichen Kreisen im Reiche gilt und endlich einmal an die Stelle

Italiens ttntwort

Keine konferen; ohne Veurschland!

Rom, 19. Oktober

Die italienische Antwort aus die am vergange­nen Sonnabend überreichte englisch-französische Note über Drcierbesxrechungen zur spanischen Frage ist gestern von Gras Ciano dem englischen Botschafter Lord Perth und dem französischen Ge­schäftsträger Vlondel überreicht worden.

Italien charakterisiert die Unzwcckmäßigkeit der englisch-französischen Vorschläge und tritt für eine Beiterberatung der Spanienfrage im Londoner Nichteinmijchungsausschuß ein. Die italienische Regierung werde an keiner Konferenz ohne Deutschland teilnehmen. — Näheres Seite 2.

der Erinnerungsschwelgerei die Tat des Hanseatengeistes zu setzen.

Denn es zeugt von keinem Hanseatengeist, Auf­träge zu erwarten, die dank des Sieges der Be­wegung und seiner steilen Aufbaufolgerungen nun wieder fließen und der gesamtdeutschen Wirt- . schuft einen nie für möglich gehaltenen Auf­schwung gegeben haben. Hanseatengeist, verstan­den in dem 'ursprünglichen Sinn seiner weltklin- genden Bremer Namen, ist P i o n i e r g e i st.

Und diesen Pioniergeist den Zielen des Füh­rers zur Verfügung zu stellen wäre nicht nur ein bescheidener Dank für die epochalen Leistungen des Nationalsozialismus, sondern auch ein Segen für Bremens Zukunft. Sich antreiben zu lassen ist bestenfalls ein unbefriedigender Zustand, aber selbst schöpferischer Krastspender zu werden ist ebenso im persönlichen wie im ge­meindlichen Dasein ein Feuer, dessen strahlen­der Schein und wärmende Wirkung das Leben stärker und stärker befruchtet. In diesem Sinn- muß auch Bremen ein noch ungeheuer viel macht­volleres Feuer werden. Es soll in seiner Lei­stungsschau 1938 den Scheffel von diesem Lichte abheben und vor aller Augen ausbreiten was früher getan worden ist, was es zur Zeit zu tun im Begriffe steht und was es in Zukunft zu leisten ge­willt ist!

(Fortsetzung im örtlichen Teil)

vremen stellt aus!

Hanseatenwagemut unter Beweis 3. S. v. Bremen, 10. Oktober.

Männer bester nationalsozialistischer Prä­gung haben sich und der bremischen Wirtschaft die Ausgabe gestellt, im näch­sten Jahre in unserer Stadt eine Ausstellung herzurichten, die Deutschland zur Ehre, Bre­men zum Nutzen und dem Gau Weser-Ems zum Ruhme gereichen soll. Und es können die Männer, die in ihrer Obsorge um die größte Stadt unseres Gaues den Gedanken einer Ausstellung erwogen und gefaßt haben, wohl erwarten, daß ihr Ruf zur Mitarbeit an der großen Plgnung bei allen, die er an­geht, Anklang und Verständnis finden wird.

Mit Recht kam in der Ansprache des Kreisleiters sowohl wie des Reg. Bür­germeisters im Kleinen Glockensaal der Wunsch zum Ausdruck, bei Inangriff­nahme und Durchführung des Unter­nehmens den Rechenstift nur soweit zu Rate zu ziehen, als es unbedingt notwendig ist, um dem Unternehmen eine gediegene wirt­schaftliche Grundlage zu verschaffen. Denn wenn je, ist gerade bei dieser Planung zu bedenken, daß im ganzen Leben wirklich Großes und Gutes niemals mit dem Rechen- stift allein, sondern vor allem mit dem not­wendigen Wagemut, d. h. mit jenem Unter­nehmungsgeist erreicht worden ist, den das lebende bremische Kaufmannsgeschlecht nicht hoch genüg von seinen Vorfahren rühmen kann. > , . .....

Dabei ist es selbstverständlich, daß. bei der geplanten Ausstellung das Rechnerische und rein Berechenbare bereits von allem Anfang an die notwendige Berücksichtigung fand und Schritt für Schritt bei der Durchführung der Ausstellung gewissenhaft weiter finden wird. Dafür bürgt allein schon das mit reichen Erfahrungen versehene Institut für Deutsche Kultur- und Wirtschaftspropaganda als der wirtschaftliche Träger des Unter­nehmens. Was aber gemeint ist, wenn von Wagemut und hanseatischem Unter­nehmergeist gesprochen wird, das ist das Verlangen an die Wirtschaft, sich zum eigenen Nutz' und Frommen an der Aus­stellung weitestgehend zu beteiligen. .Wenn­gleich diese Ausstellung nicht den Charak­ter einer Messe haben soll'und nicht haben darf, trägt sie dennoch — oder gerade darum —' ihre ganz besonderen positiven Werte in sich, indem sie über den unmittelbar wägbaren Vorteil hinaus auf längere Sicht noch ganz erhebliche unwägbare Vorteile den Ausstellern, der Stadt, dem Gau und so­gar dem Reiche bringen wird und bringen muß.

Unwägbare Vorteile? Es möchte manchmal scheinen, als ob man bisher mit solchen in Bremen nur wenig, jedenfalls nicht in hinreichendem Maße zu rechnen pflegte. Hat man sich schon genug vor Augen geführt, daß Bremen, als die Stadt des „Märchens der Bremer Stadt- musikanten", als die Stadt des' im Kindermund beim deutschen Volke beflügel­ten Stabreims vom „Roland dem Riesen am Rathaus zu Bremen", als die Stadt der „Phantasien im Bre­mer Ratskeller", oder als die Stadt unseres grohen Carl Peters, — und an­derer deutscher Kolonialhelden, deren Namen untrennbar- mit Bremen verbunden sind — ja nicht zuletzt auch als die Stadt der großen deutschen Schiffahrtsgesellschaft, des N o r d - deutschen Lloyd in der Vorstellungs­welt des deutschen Volkes — und zwar ge­rade bei den Volksteilen, die die Wasser­kante nicht kennen — ein viel mehr leben­diger, ein — man möchte fast sagen — be­deutenderer Begriff ist, als je eine der ande­ren deutschen Hansestädte am Meer?

Und wenn man sich dies vergegenwärtigt: Glaubt man dann'nicht, daß dieses unser Bremen, wenn es nur erst selbst etwas aus sich macht, in der Vorstellüngswelt des deut­schen Volkes in immer höher steigendem Maße etwas gar Schönes und Großes be­deuten kann, und daß dann gerade der Wunsch ungezählter Volksgenossen, die von ungefähr einmal Gelegenheit erhalten, an die Wasserkante zu kommen, dahinzielen wird, eben dieses Bremen kennenzulernen? Wieviel Kongresse ließen sich allein schon aus solchen Gesichtspunkten heraus in Bremen denken, wenn nur erst überhaupt ein. stilvol­ler Raum, die geplante Kongreßhalle, in unserer Stadt vorhanden wäre. Aber auch da scheint man noch nicht durchwegs der unwäg­baren Vorteile gedacht zu haben.

Und doch sind es gerade die unwägbaren Vorteile, die — selbst von nur wirtschaft­lichem Standpunkt aus gesehen — bei der