Ausgabe 
(9.10.1937) Nr. 277
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtendlatt der Deutschen flrbeitsfront Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsdlatt des Senats der Freien Hansestadt Dremen

Erscheint.malwochsntl. Monatsbezug: ^ 2 ,Zgeinschl. Zustellgeb.; Postbezugspreis monatl.2,30 (einschl.o0.o4 ^ Postz«,tungsgebühr) zuzügl. 12 Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar.

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Nr. 277 / 7. ZaNrgang

Sonnabend, S. okwber 1SZ7

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Unser bau trat zum MW.-Kamps an

seierstunde im laflno mit unserem öauleitec larl köver / öauamtsleiter Denker über die krgebnisse des VHW. ISZö/Z?

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Nechenschast und stnsporn

8. Bremen, 9. Oktober

„Fanget an!" Dieses Wort, das der Führer sprach als. Taufende von Volksgenossen darauf warteten, gleich ihm den Spaten in das Erdreich zu stecken, um einem großen' Werk Heiser und Schaffet zu sein, das stand auch in unsichtbaren Lettern über der Feierstunde, die gestern all die Männer und Frauen vereinte, die als Mit­kämpfer des Gauleiters Mitstreiter des Führers sind. Männer und Frauen und auch Jungen und Mädel saßen da dicht an dicht im Saal des „Casinos",die voneinander wissen, daß sie Kame­raden sind. Was machte es aus, daß der eine aus dem Emsland kam, der andere aus Oldenburg, oder aus Bremen, aus Osnabrück oder aus einer anderen Stadt oder einem Dorf unseres Gaues, wasttmachte es aus. daß der eine in der Partei oder in der NSV., in der SA., der ii, dem NSKK. der NS.-Frauenfchaft, der Deutschen Ar­beitsfront oder in einer anderen Gliederung oder Bewegung oder in einer Organisation oder Formation seine Pflicht, dem neuen Deutschland zu dienen, erfüllt. Sie alle sind Volksgenossen,' die in der vordersten Front stechen, um Bausteine für, das Dritte Reich zusammenzutragen.

.Eine Feierstunde, wie.sie Menschen brauchen,- die vor einer großen Aufgabe stechen, war es, die die vielen Volksgenossen zu einer Einheit ver­band, die unlösbar ist und die die Kraft gibt, ein großes Werk mit Begeisterung anzupacken und zu meistern. Der Gau Wefer-Ems hatte zu dieser Etunde der Sammlung gerufen. Künstlerchände gaben der Kundgebung durch eine festliche Aus­gestaltung des Saales den würdigen Rahmen. Bon der Bühne her leuchtete, umgeben von wei­hen Blumen und sich strahlend abhebend vom flammenden Rot der Wandbekleidung der silberne 4sdler des Winterhilfswerks. Lorbeerbäume gaben diesem Biihnenanfbau den stimmungsvollen Aebergang zum übrigen Saalschmuck, der seinen Achchluß fand dem Leitwort des Winter- hchswerks 1937/38 „Ein Volk hilft sich selbst".

Taufende von Volksgenossen standen im Banne dieser Feierstunde, unter ihnen die engsten Mit­arbeiter des Gauleiters, die Eauamtsleiter, der Eauamtsleiter der NSV. und seine Mitarbeiter, die Kreisleiter und Kreisamtsleiter, ferner Führer und Männer der SA., der tt, des NSKK., der HJ., Führerinnen und Frauen der NS.-Frauen- ichaft, Vertreter der Länder Bremen und Olden­burg, der Behörden, die Landräte, Amtshaupt- leute und Bürgermeister aus dem ganzen Gau- gebiet, Offiziere des Heeres, der Luftwaffe, der Marine und der Polizei, Schwestern der NS.- Echwesternschaft und zahlreiche führende Männer von Formationen und Verbänden.

In der Saalmitte waren 1200 Politische Leiter und 1500 Amtswalter der NSV. so versammelt, wie sie im Kampfe sieben: Schulter an Schulter! HOO Betreute des Winterhilfswerks nahmen ferner an der Feierstunde teil.^sie, die noch auf oie unterstützende Hilfe des Winterhilfswerkes angewiesen sind, sollen wissen, daß mch sie voll wertige Glieder der Volksgemeinschaft sind.

Der Eauleiter betrat den Saal. Ihm, dem ge­treuen Kampfgefährten des Führers, dem Mann,

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der. mit eiserner Tatkraft die größten Widerstände überwand und der heute noch. der gleiche ist, der er. in der Kampfzeit war, reckten sich die Hände .zum Gruß entgegen. Dieser Gruß war das Gelöb­nis der Gefolgschaft auch im neuen Kampfab­schnitt der Bewegung.

Der Badenweiler Marsch klang auf. Und als die Standarte und die Fahnen in den Saal ein­marschierten, da wußte ein jeder der Kampf­gefährten des Führers: Es geht wieder in einen neuen Kampf, Mit der gleichen Frische, mit der gleichen Begeisterung und mit dem gleichen Opfermut, wie in all den vergangenen Jahren. Was nationalsozialistisch ist, setzt keinen Rost an, das ist blutdurchpulst, das ist ewig jung, und das will immer vorwärtsstürmen!

' Lnkvakrris: Fekwiät.

Eröffnung des Winterhilfswerks 1937/38 im Gau Wefer-Ems, das war Inhalt dieser Feier­stunde. Der Eauleiter aber verlieh dieser Kund­gebung eine noch größere Bedeutung, er nahm sie zum Anlaß, um einen neuen Kampfabschnitt der NSDAP. im Gau Weser-Ems einzuleiten.

Der Leiter des Reichspropagandaamtes, Pg. Schulze, erklärte die Kundgebung für eröffnet und begrüßte die Vertreter der Partei, ihrer Formationen, des Staates und der Wehrmacht. Er brachte zum Ausdruck, daß nunmehr wieder die Propagandisten, an der Spitze unser Eau­leiter, bereitstünden, um mit den Helfern des WHW. den Kampf für das große Liebeswerk auf­zunehmen. Dazu werde der Gauleiter die Parole geben.

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Darauf nahm zunächst der Eaubeauftragte für das Winterhilfswerk, Eauamtsleiter Denker, das Wort, um den Rechenschaftsbericht über das Winterhilfswerk 1936/37 zu erstatten. Er führte u. a. aus:

„Wenn der R^ichsminister für Volksaufklärung und Propaganda,'Pg. Dr. Goebbels, dem Führer und damit dem ganzen deutschen Volke am 5. Oktober in der Deutschlandhalle zu Berlin einen Gesamtrechenschaftsbericht über das ver­gangene Winterhilfswerk gab, das — rein zah­lenmäßig gesehen — einzigartige Leistungen einer sestgeschmiedeten Nation ausweist und dar­über hinaus eine verwirklichte Volksgemein­schaft in des Sinnes wahrster Bedeutung ver­körpert in einem Matze, wie es die Welt vorher noch wicht sah und kein Volk der Erde für sich kennt, dann soll hier berichtet werden, in welchem Umfange der Gau Weser-Ems seinen Teil dazu beigetragen hat, das große Aufbauwerk nationalsozialistischen Tatsozialismus gelingen zu helfen.

Dabei gilt an erster Stelle unser Dank all den Spendern; die ihr Opfer freudig gaben und den vielen, vielen bekannten und unbekannten Helfern und Helferinnen, die durch freiwillige Arbeit die Realität der Volksgemeinschaft erst schassen halfen und weiter schaffen helfen werden!

Der Opfergedanke hat in der Bevölkerung un­seres Gaues bereits so tiefe Wurzeln geschlagen, daß die Aufkommen der verschiedenen Winter- hilfswerke der vergangenen Jahre, nach dem Vorbild im Reiche, sich jedesmal steigerten.

Der Gesamtertrag im Gau Weser-Ems erreichte die stolze HUe von 7 607 000 Reichsmark, das sind 863 000 Reichsmark mehr als im Vorjahre. Für­wahr eine Summe, auf die wir stolz sein können! Der Wert allein der Sachspenden Helles sich aus 2 539 000 Reichsmark. Die Geldspenden betrugen 5 018 000 Reichsmark.

Die eingegangenen Sachspenden bestanden aus Naturalien aller Art, wie ' Lebensmittel, Brennmaterialien, Haushaltungswaren und son­stigen Gebrauchsgegenständen, Bekleidung, Schuh­werk und so weiter.

Die eingegangenen Geldspenden setzen sich rose folgt zusammen:-Opfer von Lohn und Gehalt 819 000 RM., Spenden-von Firmen, Organisatio­nen und Einzelpersonen 1191 090 RM., Reichs­geldsammellisten 229 000 RM., Vüchsensammlung

(Winterpfennig) 16 000 RM.. Eintopfspende 812 000 RM., Reichsstraßensammlung 857 000 RM. Tag der nationalen Solidarität 137 000 RM., Eanveranstaltungen 281 000 RM., Eau- straßensammlungen 105 000 RM. Die Abzeichen der gaueigenen Sammlung bestanden aus Mu­schel n u n d Seegras. Wir beschäftigten durch diesen Auftrag eine große Anzahl Bewohner und Fischer Ostfrieslands und schafften dadurch zusätz­liche Arbeit in einem Notstandsgebiet. Sonstige Geldspenden und Einnahmen erbrachten 271000 RM.

Besonders erwähnenswert ist die Fettspende, die die Bevölkerung des Gaues Weser-Ems anläßlich des Geburtstages unseres Gauleiters machte. Sie betrug in diesem Jahre 150 859 Pfund.

Weiter verdient erwähnt zu werden, die in die­sem Jahre im Gau Weser-Ems zur Durchführung gelangende Krabbenaktion. wodurch die Fisch- und Krabbenindustrie, eines unserer Notstandgebiete, einen Aufschwung erfahre« wird, der durch ein einziges Beispiel erläutert werden soll. Heute werden schon von uns ca. 1 Million Dosen Krabbenfleisch, das sonst der Bolkscrnährung ver­lorenging, durch das Winterhilfswerk zusätzlich verwandt.

Betreut wurden im Gau Weser-Ems im Mo­natsdurchschnitt 186 095 Personen, das sind 21 v. H. weniger als im Vorjahre. Es gelangten zur Ver­teilung: 1. Für 2 656 060 RM. L e b e ns m i t t e l, zum Beispiel: 198 186 Zentner Kartoffeln, 3758 Zentner Fische, — durch den Einsatz des Winter­hilfswerkes im Jahre 1933 wurde die Fisch­industrie wieder lebensfähig gemacht — 6118 Zentner Gemüse, <0 081 Zentner Gemüsekonserven, 37110 Eier, 92 710 Liter Milch, 31117 Stück Dosen- milch. Wie im ganzen Reich so beteiligten sich auch bei uns im Gau Weser-Ems die Jäger durch eine Jagd spende im Winterhilfswerk ganz er­heblich.

2. Für 1 059 000 RM Bekleidung, z. B.: Anzüge, Blusen, Hosen Kleider. Mantel, Stoffe. Strick- und Wollwaren, Schuhe und Schuhsohlen. Auch hier haben Tausende von Frauen in uner­müdlicher Arbeit an der Fertigstellung von Klei­dungsstücken gearbeitet in Nähstuben der NS.- Volkswohlsahrt.

3. Für 901000 RM. Brennmaterialien z. B.: 165727.Zentner Briketts, Torf, Holz, Koks

und Steinkohlen. Es sind über 2060 Eisenbahn­waggons erforderlich, um diese Mengen zu be­fördern.

1. Für 217 006 RM. Haushaltungs­gegenstände, z. B.: 7595 vollständige Betten, d. h.: Decken, Federbetten, Federkissen und Ma­tratzen. Gerade die im Gau Weser-Ems durchge­führte Vettenaktion hat großes Elend in unserem Emsland beseitigt, das Winterhilfswerk war bahnbrechend in der Beseitigung der hier noch vorherrschenden vorhandenen Alkoven..

5. Für 702 000 Reichsmark Gutscheine und Leistungen, z. V.: 111218 Winterhilfswerk- Speisungen, 106 620 Schulspeisungen, 69 350 Frei­tische, 71288 Freikarchn für Theater usw., 35 216

RM. Lebensmittelgutscheins, 119 982 RM. Gut­scheine für Bekleidung, 1770 Reichsmark Gut­scheine für Strom und Gas, allein 119 902 Reichs­mark zum Tag der nationalen Erhebung.

6. Für 68 000 Reichsmark sonstige Spen«. den, z. V.: Lisbesgabenpakete, Weihnachtspakete, Weihnachtsbäume, Spielzeuge und vieles andere.

Mgn muß Wesen, Zweck und Ziel der national­sozialistischen Wohlfahrtspflege kenne«, um die Größe der Leistungen, wovon nur ein Teilaus­schnitt hier aufgezeigt wurde, zu ermessen, die vom gesamten deutschen Bolke ausgehen und ihm allein wieder zufließen.

An dem Gelingen dieses gigantischen Werkes arbeiteten außer den unzähligen Spendern 199181

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Heute wäre Horst Wessel dreißig Jahre alt geworden. Dreißig Jahre — ein Lebensabschnitt, in dem der Mann in der vollsten Kraft seines Lebens steht, in dem er, gereift durch die Stürme der Jugend, die Augen aus weite Aufgaben richtet und pla­nend auf weite Sicht das Gebäude seiner Lebensarbeit zu untermauern beginnt. Horst Wessel hat das Schicksal einen höheren Auf­trag gegeben. In jungen Jahren zum Mann geschmiedet, als halber Knabe ein Kämpfer und Führer geworden, nahm sein Lebens­weg einen schnellen Ablauf, und wie so oft in der Geschichte nordischen Heldentums, riß das Geschick ihn von der Seite seiner Kame­raden, als die Flamme seiner Begeisterung am hellsten loderte.

Nachzudenken, wieviel noch von ihm zu erwarten gewesen wäre, ist müßig — wich­tig ist, nicht zu vergessen, wieviel wir ihm zu verdanken haben. So früh sich sein Le­bensweg vollendet hat —, es war doch ein vollendetes Leben, das in Hunderttausenden und Millionen weiterlebt, das im Todes­augenblick dieses einen streitbaren Mannes eine Armee politischer Kämpfer erstehen ließ. Horst Wessel, Sinnbild des jungen Natio­nalsozialisten, dessen glühende. Vaterlands­

liebe unvergleichlich, dessen freiwilliger Ar­beitsdienst im Untergrundbahnschacht und auf der Baustelle sozialistisch vorbildlich war, lebt fort in unseren Kolonnen.

Nicht Jugend oder Alter — das hat uns sein Leben gelehrt — sind entscheidend. Der Glaube ist es, der ein Herz antreibt und zu großen Taten aufruft, der es Opfer brin­gen heißt und ihm die Wege zeigt, die es zu gehen gilt.

„Die Fahne 'hoch, die Reihen fest ge­schlossen!" singt das 'nationalsozialistische Deutschland. Horst Wessels Vermächtnis lebt in ihm.

Am 14. Januar 1930 wurde Horst Wessel das Opfer feiger kommunistischer Mörder. Durch mehrere Schüsse schwer verwundet, rang der deutsche Freiheitskämpfer noch über fünf . Wochen mit dem Tode, bis sein Leben am 23. Februar für immer erlosch. Zur Erinnerung an die 30. Wiederkehr sei­nes Geburtstages findet heute in Berlin auf dem Kllstriner Platz ein großer Appell statt, zu dem 16 000 SA.-Männer aufmar­schieren werden. Im Mittelpunkt der Ge­denkfeier steht eine Ansprache des Berliner Gauleiters, Reichsminister Dr. Goebbels.

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