Ausgabe 
(8.10.1937) Nr. 276
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parteiamtliche ^geszeitung

Nachrichtenblau der Deutschen flrbeitsfront Dremen

flmtsblatt des Senats der jreien Hansestadt vremen

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Vas amtliche Verkündungsblatt des

Reichsstatchalters in Oldenburg und vremen

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Nr. / 7 . Jahrgang

freitag, S. Uktober 1 SZ 7

kmzelpreis 15 Npf.

llSff. baut Schlachtschiffe für Sowjet-Nußland!

für 10 Millionen Ilollar Waffen In einem Monat

wohin steuert Noosevett?

Washington, 8. Oktober. Eine amtliche Mitteilung des amerikanischen Staatsdepartements enthüllt die erstaunliche Tat­sache, daß Sowjetruhland im September in den Vereinigten Staaten Waffen, Munition und Kriegsmaterialien im Werte von über 10 Millio-

. MWMMMMMWMMMMMMMMMMMMMMMM!

Unser Ivigesspiegel

USA. belieferte Sowjetruhland mit Kriegs­material.

Eine Explosion vernichtete eine Tokioter Pulverfabrik.

JtaUen wurde erneut von einer Unwetter­welle heimgesucht.

Mit Parker deutscher Beteiligung wurde der i Parlier Auto-Salon eröffnet.

Der Produktionswert der deutschen Industrie hat sich seit 1932 mehr als verdoppelt.

Der Jahresbericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung stellt die Ablösung der Massenarbeitslosigkeit durch Facharbeiter­mangel fest.

2n St. Magnus tagten die Kreispropaganda­leiter unseres Gaues.

An Bord des Lloydschnelldampsers „Eneise- nau" kehrten deutsche Chinasliichtlinge heim. Dank umsichtigen Wirkens des bremischen Tabak-Erohhandels wurden 802 Tonnen ita­lienischen Kentucky-Tabaks in Bremen einge- sührt.

Aus den Bremer Wochcnmärkten wurden Pilz-Schaukästen ausgestellt.

Die neue Ochtumbrücke bei Stromerdeich wird morgen dem Verkehr übergeben.

Die NSV. bringt eindrucksvolle WHW.- Mahnmale in Bremen zur Ausstellung.

Heute wird der Antikomintern-Zug nach Vre­men eingeholt.

nen Dollar gekauft hat. Seit der Annahme des Gesetzes, das derartige Käufe genehmigungs­pflichtig macht, ist dies der gröhte Wassenkaus, den jemals eine einzelne Nation in Amerika durchführte.

Ueber die Hälfte des Betrages ist für Materia­lien für zwei Schlachtschiffe bestimmt. Um den Bau und Erwerb dieser Schiffe hatten sich die Sowjets in den Vereinigten Staaten seit vielen Monaten bemüht. Der amtliche Bericht für September zeigt also, dah die amerikanische Regierung die lange umstrittene Bewilligung er­teilt hat. Wie aus dem Bericht weiter hervor­geht, betragen die gesamten Auslandsver­käufe an Kriegsmaterial für September über 18 Millionen Dollar, was einen neuen Rekord darstellt. An zweiter Stelle steht China, das für 2,8 Millionen Dollar Bomben, Torpedos und Minen bezog. Mit 1,1 Millionen Dollar ist Ar­gentinien der drittgröhte Käufer.

»

In seiner Rede in Chikago hat bekanntlich Roosevelt erklärt, es müßten positive Be­mühungen zur Erhaltung des Friedens ge­macht werden; Amerika beteilige sich daher aktiv an der Suche nach dem Frieden. Nun stellt sich heraus, daß ausgerechnet die Sowjetunion, der Störenfried und Brand­stifter in aller Welt, von den „Friedens­suchern" die meisten Waffen erhält. Theorie und Praxis, Geschäft und Ideal klaffen, wie man sieht, im Weißen Haus auffallend aus­einander.

Spannung USfl.-lapan

Washington, 8. Oktober.

Amtlich wird mitgeteilt: „Im Licht der sich ausbreitenden Entwicklungen im Fernen Osten ist die Regierung der Vereinigten Staaten zur Schlußfolgerung gezwungen worden, dah die Aktion Japans in China unvereinbar ist mit den Grundsätzen, die die Beziehungen zwischen den Nationen beherrschen sollten und dah sie ferner den Bestimmungen des Neun-MSchte-Vertrages vom 6. Februar 1822 sowie denjenigen des

Kellogg-Briand-Paktes vom 27. August 1828 widerspricht. Daher befinden sich die Schluß­folgerungen der amerikanischen Regierung in Uebereinstimmung mit denjenigen der Völker- bundsversammlung."

Die „Newyork Times" stellen dazu fest. dah der Präsident aus der amerikanischen Neutralitäts­politik einen toten Buchstaben gemacht und einen neuen Kurs aktiver Einmischung in die inter­nationale Politik eingeschlagen habe. Dieser neue Kurs habe im Lande erheblichen Widerspruch her­vorgerufen. So hätten sechs führende Friedens­verbände den Präsidenten beschuldigt, bah er das amerikanische Volk auf d>e Straße zurückbringe, die zum Weltkrieg geführt habe. In diesem Zu­sammenhang veröffentlichen die „Newyork Times" auch einen' offenen Brief des früheren Staats­sekretärs Stimson. worin dieser die bisherige Neutralitätspolitik verurteilt und eine gemein­same Aktion mit England zur Unter­bindung der Ausfuhr von Kriegs­material nach Japan vorschlägt.

Die Erklärung des amerikanischen Staatsdepar­tements wurde in Tokio durch Extrablätter ver­breitet. In politischen Kreisen gibt man allge­mein dem Befremden über die Erklärung Ameri­kas Ausdruck. Man glaubt, so meldet die ja­panische Nachrichtenagentur Domei dah Japan im Falle der Einberufung einer internationalen Kon­ferenz der Signatarmächte des Neun-Mäch-te-Ver- trages jegliche Einladung ablehnen werde.

Neun-Mächte-Konferen;!

Washington, 8. Oktober

In der Pressekonferenz betonte Staatssekretär Hüll. dah die Bemühungen des Völkerbundes um das Zustandekommen einer Neun-Mächte-Konfe- renz formal auf diejenigen Unterzeichner des Neun-Mächte-Paktes beschränkt seien, die Völker­bundsmitglieder sind. Bisher hätten die Ver­einigten Staaten keine Einladung zur Teilnahme an einer Neun-Mächte-Konferenz erhalten. Hüll lieh jedoch keinen Zweifel darüber, dah die ameri­kanische Regierung die Einladung annehmen werde. Zu den Genfer und Londoner Meldungen, die Washington als Konferenzort vorschlagen, lehnte Hüll eins Stellungnahme ab.

facharveitermangelstattMalsmarbeitsloligkeit

vielsagender Jahresbericht der Neichsanstalt für grbeitsoermiMung und flrbeiisiosenoersicherung

Berlin, 8. Oktober.

Wie alljährlich gibt die Reichsanstalt für Ar­beitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung auch in diesem Jahr einen umfangreichen Rechen­schaftsbericht heraus der mit einer Fülle von Auf­stellungen und Statistiken einen interessanten. und aufschlußreichen UeberHIick über die Be­wegungen und Entwicklungen des Arbeitseinsatzes vermittelt. Dieser Bericht der gleichsam den Schlußstrich unter einen vierjährigen Kampf des Nationalsozialismus gegen das Massenelend der Arbeitslosigkeit darstellt, behandelt die Zeit vom 1. April 1936 bis zum 31. März 1937.

Als zu Beginn des nationalsozialistischen Auf­bauwerkes so heißt es in diesem Bericht, der Füh­rer und Reichskanzler die Losung von der Vor- dringlichkeit der Beseitigung der Arbeits­losigkeit ausgab, waren bei den Arbeits­ämtern im Reich mehr als sechs Millionen Volks­genossen arbeitslos gemeldet. Da in dieser Zahl das Arbeitslosenheer im Saaraebiet.unberücksich­tigt bleibt, ist die Annahme berechtigt, daß die tatsächliche Zähl der Arbeitslosen noch größer war. Seitdem sind mehr als vier Jahre ver­gangen, vier Jahre unermüdlichen Kampfes um die Wiedereingliederung der arbeitslosen deut­schen Menschen in das Arbei-tsleben. Gerade das letzte Jahr hat mit einem Erfolg geendet, der in Anbetracht der Zusammensetzung der Schicht der nach drei Jahren eines stürmischen wirtschaftlichen Aufschwunges noch arbeitslos gebliebenen Volks­genossen mindestens ebenso hoch zu bewerten ist wie die am Ende des ersten Jahres erreichte be­sonders große Abnahme der Arbeitslosigkeit.

Die Abnahme der Zahl der Arbeitslosen war im Berichtsjahr nicht nur absolut (minus 691 782), sondern auch anteilmäßig mit 35,7 o. H. wiederum größer als im Vorjahr (minus 461769 oder 19,4 v. H.). Diese Erscheinung ist um so be­merkenswerter, als der Kreis derer, die noch der Unterbringung in Arbeit und Brot harren, schon zu Beginn der Berichtszeit erheblich zusammen­geschmolzen war und die Erfahrung gelehrt hat, daß die im Laufe eines wirtschaftlichen Auf­schwunges noch zurückbleibenden Arbeitslosen sich immer aus solchen Personen zusammensetzen, deren 1lntert>ringung auf Schwierigkeiten sozialer und beruflicher Art stößt, daß also der Anteil der nur schwer in Arbeit vermittelbaren Arbeitskräfte an der Gesamtzahl der Arbeitslosen bei sinkender Arbeitslosenziffer steigt. Diese Tat­sache läßt es nicht verwunderlich erscheinen, wenn im Rahmen des Aufgabenbereiches der Reichs­anstalt im Berichtsjahr neben die Bemühungen um die Unterbringung einer immerhin noch beacht­lichen Zahl von Arbeitslosen in stetig wachsendem Maß die Sorge um die Bereitstellung der von der deutschen Wirtschaft benötigten Arbeits­kräfte trat. Machte sich doch schon 1935/36 und noch stärker im Berichtsjahr in einer steigenden Zahl von Berufen und Wirtschaftszweigen statt der früheren Arbeitslosigkeit ein Mangel an,

Facharbeitern bemerkbar, eine Erscheinung, i die nun neben der in anderen Berufen und Wirt­schaftszweigen noch vorhandenen Arbeitslosigkeit einherging. Wenn es daher gelang, die Zahl der Arbeitslosen im Berichtszeitraum entscheidend weiter zu senken, so ist hierin in erster Linie der Erfolg zu erblicken, der den auf die planmäßige Lenkung des Arbeitseinsatzes gerichteten staats- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen beschieden war. Mit Hilfe dieser besonders seit den beiden letzten Jahren verstärkt betriebenen planvollen Arbeitseinsatzpolitik konnten aus den Kreisen der noch arbeitslosen deutschen Menschen auf dem Wege vor allem über den zwischenbezirklichen Aus­gleich und die beruflichen Bildungsmaßnahmen (Umlernung in Lehrgängen, betriebsnahe Einzel­ausbildung) zahlreiche Volksgenossen gerade den ausgesprochenen Mangelberufen zugeführt weiden.

Am 1. Oktober 1937 jährte sich z u m 1 0. M a l e der Tag. an dem die Reichsanstalt für Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung errich­tet wurde. Auch über diese Zeit legt die Reichs­anstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen­versicherung der Oeffentlichkeit einen Tätigkeits­bericht vor. Zehn Jahre bedeuten in der Ge-

Veutschlandbesuch französischer slieger

Staatssekretär Milchs Auscnthalt in Paris

(bligsnsr Orabkbsriobt cksr „Lrsivor 2situng")

Paris, 8. Oktober.

Auf einem Presseempfang in der Deutschen Botschaft sprach Staatssekretär. General der Flie­ger Milch, über seine Eindrücke in Paris. Seine Einladung von selten der französischen Regierung sei die Folge der ersten kameradschaftlichen Be­gegnung zwischen deutschen und französischen Fliegeroffizieren während des großen inter­nationalen Fliegertreffens in Zürich. Nachdem schon häufig Angehörige der Marine und des Heeres der beiden Länder Gelegenheit gehabt hätten, miteinander in kameradschaftliche Füh­lung zu kommen, sei es nun zu begrüßen, daß jetzt auch die Flieger in diese alte Soldaten­tradition einbezogen würden. Er hoffe, bald auch in Berlin Gelegenheit zu haben, französische Ka­meraden begrüßen zu können.

Zu.Ehren des Staatssekretärs im Luftfahrt­ministerium General der Flieger Milch gab der Ecneralkommissar der Weltausstellung Labbe und der Sonderbeauftragte für Luftfahrt bei der Welt­ausstellung Laurent-Eynac in den Räumen des Museums'der modernen Kunst einen Empfang Hieran nahmen teil der französische Luftfahrt- minister Pierre Cot, der Chef des Stabes der französischen Luftfahrt Aube, der deutsche Bot­schafter Graf Welczek, der Militärattache General­leutnant Kühlenthal. der Reichskommissar für die Weltausstellung Dr. Ruppel und der Präsident der Deutschen Lufthansa Staatsrat von Stautz.

schichte einer staatlichen Verwaltung nur eine kurze Spanne Zeit. und doch können sie Zeiten in sich schließen, die für die künftige Entwicklung bestimmend sind. Das gilt auch für die Reichs­anstalt. Kein gütiges Schicksal hat ihre ersten Lebensjahre begleitet. Eine Wirtschaftskrise son­dergleichen ließ die Hoffnungen zuschanden wer­den. die man auf Grund der Scheinkonjunktur der Jahre 1926 und 1937 hegte. Aus der Hauptauf­gabe. der Arbeitsvermittlung, wurde in diesen Jahren notgedrungen eine Ncbenaufgabe, und aus der Nebenaufgabe. der Arbeits­losenversicherung.' wurde die Hauptauf­gabe. Man kann diese Entwicklung bis zur Macht­übernahme geradezu als die Tragik der Reichs­anstalt bezeichnen. Dazu bestimmt, die Arbeits­losigkeit in erster Linie durch Vermittlung in Ar­beit zu verhüten und zu beenden, war sie über­wiegend dazu verurteilt, durch Gewährung der Arbeitslosenunterstützung wenigstens den Lebens­unterhalt der Arbeitslosen zu sichern. Erst die Machtübernahme durch den Nationalsozialismus hat die Reichsanstalt ihrer eigentlichen Bestim­mung zugeführt und zu einem schlagkräftigen In­strument des Staates zur planmäßigen Regelung des Arbeitseinsatzes werden lassen.

Abschied von Moskau

Keine Kommunisten mehr im Danzigcr Bolkstag (Digsvor Draktbsrielit cksr „Lrsmsr ^situng") ra. Danzig, 8. Oktober.

Nach dem amtlich erklärten Mandatsverlust eines kommunistischen und sozialdemokratischen Abgeordneten des Danziger Volkstages, die beide emigriert sind, haben der neu eingetretene kommu­nistische Listennachfolger Serocki und der lang­jährige kommunistische Volkstagsabgeordnete Langenau dem Präsidenten des Volkstages. Beyb ihren Besuch abgestattet und ihm erklärt, daß sie mit der kommunistischen Weltanschauung nichts mehr zu tun haben wollten Sie erklärten frei­mütig. daß sie sich nunmehr als Deutsche füh­len wollten. In einem außerdem erfolgten per­sönlichen Handschreiben an den Volkstagspräsi­denten heißt es wörtlich: „Ich teile hiermit dem Herrn Präsidenten des Volkstages mit. daß ich mich mit dem heutigen Tage nicht mehr als zur ..Gruppe Plenoikowski" und somit als zur kommu­nistischen „Weltanschauung" zugehörig betrachte Mein Mandat werde ich als fraktionsloscr Ab­geordneter weiter ausüben und mich bei allen meinen Handlungen davon leiten lassen, dem Dan- ziger Staat und seiner Bevölkerung, der Ehre und Freiheit des ganzen deutschen Volkes, dem Frie­den und der sozialen Gerechtigkeit zu dienen." Das vielsagende Schreiben ist von beiden Abge­ordneten unterzeichnet.

Onsoi' 6a»Ivitvr 6arl Ikövov evökkvst Iieuto äsn neuen IVlllV.-Knmpk kör ckvn 6un Wesen-Dur« i» krenion. (Lrssss-llokkmann.)

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ll. illi. Deutschlands Kolonialforderung rückt, nachdem sie der Führer in Nürnberg und auf dem Bückeberg erneut mit allem Nachdruck in Erinnerung gebracht hat, immer mehr in den Mittelpunkt der zwischen­staatlichen Debatte. Das ist gut so. Die Völ­ker sollen wissen, datz unser Kolonialanspruch rechtlich und wirtschaftlich voll begründet ist. Besonders englische Zeitungen beschäfti­gen sich seit einigen Tagen wieder lebhaft mit der Kolonialfrage. So glauben der diplomatische Korrespondent des „News Chronicle" Vernon Bartlett, der britische Wissenschaftler Gilbert Murray und der Di­rektor des Instituts für internationale An­gelegenheiten, Professor Arnold I. Toynbee, in einer Zuschrift an die „Times" die Er­füllung unseres Kolonialanspruchs von der Beachtung einer Reihe „wichti­ger Bedingungen" abhängig machen zu müssen. Wir schätzen den Eifer, mit dem sich gerade Männer der Kolonialwissenschaft der vom Führer aufgeworfenen Frage wid­men, können jedoch inHalbheiten keine Lösung des Problems erblicken. Nehmen wir zunächst die erste jener in der „Times" geäußerten Bedingungen unter die Lupe!: Es wird gefordert, daß die Eingeborenen der sich nicht selbst regierenden Kolonialge­biete „nicht für die Besserung der Beziehun­gen europäischer Mächte untereinander ge­opfert" werden dürften. Mit dieser etwas dunklen Wendung wird auf die an Stelle der erledigten Kolonialschuldlüge getretene Rassen) chuldlüge angespielt. Nun, wir brauchen hier unsererseits das Licht nicht zu scheuen. Wer sich im Ausland auch nur flüchtig mit der nationalsozialisti­schen Rassenlehre und ihrer prak­tischen Anwendung beschäftigt hat, wird zu­geben müssen, daß der deutsche Rassenge- danke keineswegs auf eine rücksichtslose Unterdrückung der Eingeborenen hinaus­läuft, sondern im Gegenteil „das artgemäße

Leben der Schwarzen schützen und fördern will."

Der notwendige Verzicht auf Rassen- mischung, mit dem alles andere als eine Unterbewertung der farbigen Einge­borenen verknüpft ist, findet neuerdings auch bei den Schwarzen und noch mehr bei den Mischlingen selbst offene Zustimmung. Sehr drastisch haben in dieser Hinsicht kürz­lich mehrere Mulatten in der französischen Zeitschrift „La Monde Colonial Illustre" ihre Meinung vertreten. Sie erklärten: „Gott hat den Kaffee gemacht. Gott hat die Milch geschaffen, aber Gott hat keinen Milch­kaffee gemacht. Und wenn er es wirklich ge­tan haben sollte, so hat er sich geirrt und es ist erstaunlich, daß die Weißen diesen Irrtum begünstigen und gern haben." Dieser Hieb galt gewissen französischen Kolonialpoli- tikern, die in der Rasfenmischung einen „zivilisatorischen Vorteil" erblicken. Wir können demgegenüber auf eine Aeußerung des bisher durchaus nicht deutschfreundlichen Engländers H. G. Wells Bezug nehmen: „Heute, wo Deutschland noch immer der moralische Prügelknabe Europas ist, dürfte es gut sein, festzustellen, daß d i e d e u t s ch e Brlanz in der Behandlung frem­der Rassen die bests i st!"

Eine andere Bedingung, von der in der Zuschrift an die „Times" die Rede ist, zielt darauf hin, daß „wenigstens einige der frühe­ren deutschen Kolonien unter Beibe­haltung des Mandat systems an Deutschland zurückgegeben werden sollten." Nein, genau so wenig, wie uns mit einer svom englischen Außenminister Eden ange­botenen) handelspolitischen Erleichterung für ,den deutschen Kaufmann in den englischen Kolonien und den unter Mandatsvermal- tung stehenden Gebieten wn>->-

nau so wenig ckann unser Kalmiick.mstnuch mit der Uebertragung eines Kolonial- mandats an die Reichsregierung seine Erfüllung finden! WirhabeneinNecht