Ausgabe 
(30.10.1937) Nr. 298
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Nachrichtenblatt der VeuMen flrbeitsstont vremen

der»lattonalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Freien kjanseftadt vremen

NLGauv?rGaW?I»-bm^ begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz.

R-.-wauvcrlag ev-s-r-EmS G. m. b. H.. Bremen. G-er-n 8-8 / Fernsprecher: 54121 und 51118.

Nr. 2S8 / ?. laNrgang

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in oldenburg und Dremen

Sonnabend, 5». Vklober 1S57

Anzeiqen-Krundpreise: Ti- 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 die 70-mm-Zeile im Textteil "5 Rps. Ermäfstgte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie lonstlge Bedingungen Preis­liste 8 (Nachlaszstassel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschlutz 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Lchnstleitung Dienstag und Freitag 12-/-—13'/- Uhr.

kinzelpreis 15 Npf.

Preissenkungen M kntlastung des prbeiters

Unser lagvSLpivgel

Die sndetendentsche Partei erhob im Präger Parlament wegen des Teplitzer Polizei- Skandals schärfen Protest.

Der Nichteinmischungsausschug nahm trotz Moskaner Störungsversuche den Entschlie- hungsentumrs an.

Die chinesische Front wurde erneut bei Schanghai durchbrochen.

Mussolini »ahm die Einweihung Aprilias vor.

Aus dem Gebiet der Markenartikel wurden bedeutsame Preissenkungen vorgenommen. Gauleiter Carl Rover sprach aus der Arbeits­tagung der Nordischen Gesellschaft in Bremen. Gruppenführer Jiirgensen, General v. Schau­roth und Kreisleiter Blanke besichtigten die NSKK.-Motorsportschule Hülsen.

In Vegesack wird heute die große NSV.- Schau des Gaues Weser-Ems eröffnet. Flugkapitän Hanna Reitsch wurde das Mili- tär-Flugzeugsührerabzeichen verliehen.

Aus der Rekordwoche der deutsche» Renn­fahrer sielen insgesamt 42 Rekorde.

Kailiolischer Jungmänner-Verband aufgelöst

Oldenburg, 30. Oktober

Aus Grund der Verordnung des Reichspräsi­denten zum Schutze von Volk und Staat wurde -er Katholische Jungmänner-Verband der Diözese Münster einschließlich seiner Unter- und Neben- , gliederuugen mit sofortiger Wirkung ausgelöst. Das Vermögen wurde beschlagnahmt und sicher­gestellt.

Jede Tätigkeit, die den Versuch der Fortführung der im Katholischen Jungmänner-Verband der Diözese Münster zusammengeschlossenen Vereine oder den Versuch einer Neugründung mit gleichen oder ähnlichen Zielen darstellt, wurde untersagt. Die dem Katholischen Jungmänner-Verband der Diözese Münster angehörenden Jungmäwner- Vereine mit ihren Gliederungen, insbesondere die Jungscharen, Sturmscharen und die Pfadfinder­gesellschaften St. Georg hatten bis in die letzte Zeit unter Duldung ihrer geistlichen und welt­lichen Leiter Fahrten und Wanderungen, bei denen zum Teil auch einheitlich« Kleidung ge­tragen wurde, veranstaltet, Sport und sportliche Spiele jeder Art getrieben, ihre Heimabende und sonstigen Zusammenkünfte in überwiegend welt­lichem Sinne aufgezogen und ausgestaltet und damit fortgesetzt gegen die Verordnung über die Betätigung der konfessionellen Jugendverbände verstoßen.

Stiftung einer stl.-steim-plakelte

Berlin, 30. Oktober.

Der Jugendführer des Deutschen Reiches hat eine HJ.-Heimplakette gestiftet, die denjenigen Persönlichkeiten der Partei und des Staates.ver­liehen weiden soll, die sich um die Heimbeschaf­fungsaktion der H2. verdient gemacht und die das Heimbauprogramm der Reichsjugend- führung besonders tatkräftig unterstützt haben. Die HJ.-Heimplakette zeigt auf der Vorderseite das Symbol, das würdigen HJ.-Heimen ver­liehen wird, auf der Rückseite die Widmung: Für die Förderung der Heiinbsschaffung der Hitler- Jugend.

Sechs Motorgruppen des NSKK.

Berlin, 30. Oktober.

Der Führer des Nationalsozialistischen Kraft- fahrkorps, Korpssührer Hühnlein, hat mit Wir­kung vom 1. November 1937 nachstehende NSKK.- Motorbrigaden zu Motoraruppen erhoben: Mo- torbrigave Berlin. Motorbrigade Franken,. Mo- torbriqade Pommern unter gleichzeitiger llmbe- ncnnung in Motorbrigade Ostsee, Motorbrigade Niedersachsen, Motorbrigade Sudwest, Motor­brigade Hochland.

ster;og von windsor spendet sür dos W1W.

Berlin. 30. Oktober

Oer Herzog von Windsor hat unter gleichzeiti- c Ueberweisung einer namhaften Geldspende das Winterhilsswerk dem Reichsleiter Dr. Ley n Paris aus einen Brief übersandt, m dem er c die Aufnahme in Deutschland dankt. „Wir d sehr beeindruckt", so heißt „es weiter „von n was für die schaffende Bevölkerung Deutsch­es getan wird. Ich füge eine Spende bei die Sie bitte der bewundernswerten Organisation ; Winterhilfswerkes zukommen zu lassen.

Italienische kolonialpolitiker in Hamburg

Hamburg, 30. Oktober.

Der Vizepräsident des Faschistischen Kolonial- istituts, Luigi Silva, traf gestern mitselnei egleitung in Hamburg ein. Auf ^'".lo^ng des srika-Vereins Hamburg/B rem en " Geinem- mft mit der .Verbindungsstelle Samburg des olonialpolitischen Amtes fand in der Industrie

id Handelskammer eine Zusammenkunft statt.

ie italienischen Gäste gaben einen umfassenden iublick in die wirtschaftliche Lage der alten und wen italienischen Kolonien und Uegen sich an- jließend über die Organisation des deutschen ußenhandels in Afrika unterrichten.

krlellßteniW sür Sie deutsche Hausfrau

lölirttä, 100 MMionm NM kaufkrastersparnis

Berlin, 30. Oktober.

Aus dem Gebiet der Markenartikel wird eine Reihe von Preissenkungen vorgenommen, die in Zusammenarbeit und im vollen Einvernehmen zwischen dem Neichskommissar sür die Preisbil­dung und den einzelnen Wirtschastsgruppen zu­stande gekommen sind.

So werden im Bereich der Wirtschaftsgruppe Elektro-Jndustrie eine Reihe von Fabrikaten im Durchschnitt um S bis 10 Prozent gesenkt. Der Groß- und Einzelhandel ist an diesen Preis­senkungen mit je ö bis 10 Prozent seiner Handels­spannen sowie mit einem Abbau bestimmter Rabatte beteiligt. Bei den chemischen Marken­artikeln, wie Seifen- und Waschpulvern, Körper­pflegemitteln. Feinseifen, photographischen Ar­tikeln, pharmazeutischen Präparaten usw., wer­den Preissenkungen freiwillig vorgenommen, die von der Wirtschaftsgruppe Chemie, gemessen am Kleinverkaufspreis, im Durchschnitt auf 8 bis 10 Prozent geschätzt und so schnell wie mög­lich. spätestens aber bis zum 18. November 1937 in Kraft treten sollen. An der Senkung haben sich die erzeugende Industrie und der Groß- und Einzelhandel entsprechend beteiligt. Ferner wer­

den auf dem Gebiet der Papier- und Büroartikel, I bei den Metall- und Eisenwaren und in der j Spinnstoffwirtschaft einzelne Preissenkungen von teilweise bedeutender Höhe vorgenommen. Auch hier haben Industrie und Handel gemeinsam zu dem vorliegenden Erfolge beigetragen.

Auf dem Gebiet der Ernährungswirtschaft hatte der Uebergang von loser zu verpackter Ware Preiserhöhungen zur Folge. Hier sind Maß­nahmen vorgesehen, das Verhältnis von loser zu verpackter Ware auf den Stand der Jahre 1934/38 und 1938/38 zurückzuführen. Einige bedeu­tende Firmen der Nahrungsmittelindustrie haben außerdem Preissenkungen ihrer Erzeugnisse an­geboten, die zur Zeit noch überprüft werden. Im Bereich der Kraftstoff-Industrie' treten Preis­senkungen für die Markenautoöle und -fette, so- - wie für eine Reihe von Spezialschmiermitteln mit Wirkung für den Verbraucher zum 18.. Nov. 1937 in Kraft. Bei den Markenautoölen und -fetten wird der Kleinverkaufspreis um 6 bis 12 Prozent, bei den Spezialschmiermitteln bis 29 Prozent gesenkt. An der Preissenkung sind so­wohl die Industrie als auch der Groß- und Einzelhandel beteiligt.

Zu der namhaften Senkung der Markenartikel­preise ist erläuternd zu bemerken, daß das Gebiet der Markenartikel deshalb im Vordergründe steht, weil einerseits die Markenartikel eine be­herrschende Stellung im Verbrauch einnehmen, und andererseits der Reichskommissar für die Preis­bildung sich als Anwalt des Verbrauchers und

besonders des wirtschaftlich schwachen kleinen Mannes betrachtet. Die Maßnahme, die wie alle Maßnahmen des Reichskommissars sür die Preis­bildung die Bildung volkswirtschaftlich gerecht­fertigter Preise zum Ziele hat, ist also ausge­sprochen aus die Entlastung und Entspannung der wirtschaftlichen Lage des breiten Volkes abgestellt. Durch die Preissenkung, die auf dem Gebiete des täglichen Bedarfs große Erleichterungen für die Haussrau bringen wird, dürste eine jährliche Kauskrastersparnis von etwa 10V Millionen RM erzielt werden.

Die jetzt vom Reichskommissar für die Preis­bildung durchgeführte Preissenkung für Markenartikel ist als ein Markstein in der weiteren Entwicklung der Preise in Deutsch­land zu betrachten. Der Reichskommissar ist nicht willkürlich vorgegangen, sondern hat die beteiligten Wirtschaftsgruppen zuvor um entsprechende. Ratschläge gebeten. Es ver­dient anerkannt zu werden, daß die Betei­ligten hierbei guten Willen an den Tag ge­legt und sich .den Notwendigkeiten einer Preispolitik nicht verschlossen haben. Diese Preissenkung beweist erneut, daß der Reichs­kommissar gewillt ist, kompromißlos seinen Weg zu gehen, immer mit der Zielsetzung, die volkswirtschaftlich gerechtfertigten Preise zu finden.

Mussolini ehrt Sie Spanien-Heiven

ergreifende lotenfeier am stltar des Vaterlandes — Vie kinweiliung flprilias

(Ligs-nsr Vrsbtbsviobt äsr „Lvomsr 2situug")

Rom, 30. Oktober.

Im Mittel^.», gewaltigen Kundgebungen des faschistischen Italiens aus Anlaß des 15. Jah­restages der faschistischen Revolution stand eine ergreifende Totenfeier am Altar des Vater­landes in Rom sür die in Spanien gefallenen italienischen Legionäre.

Ueber ihnen ragten riesige Transparente, die an den Heldenkampf italienischer Legionäre in Spanien erinnerten und verkündeten, daß 783 italienische Freiwillige aus spanischem Boden die Einsatzbereitschaft sür ihre Idee mit dem Tode besiegelten und 2875 verwundet wurden.

Fanfcrrenrufe kündeten die Ankunft.des Duce. Ner durch das Spalier in Spanien verwundeter Le­gionäre und nationalspanischer Offiziere langsam die Stufen zum Nationaldenkmal hinaufstieg. Ehrfürchtiges Schweigen breitete sich über den weiten Platz, als mit dem Gebet der Miliz die feierliche Helüenehruwg begann. Nachdem der Ducp. begleitet von den Mitgliedern der deut­schen Parteiabordnung, einen riesigen Lorbeer- kranz niedergelegt hatte, verlas der Kommandeur

der Miliz, General Russo, die Namen der in Spanien gefallenen Legionäre. Mussolini selbst ehrte ihre Angehörigen, indem er ihnen die von ihm gestifteten Ehrenzeichen an die Brust heftete. Insgesamt wurden sieben goldene, 49 silberne und 29 bronzene Medaillen verliehen. Anschließend mas General Russo mit lauter Stimme den faschi­stischen Eid vor, den die 20 000 Schwarzhemden mit einem donnernden voi" bestätigten. Ge­folgt von der deutschen Parteiabordnung schritt dann der Duce die Front der angetretenen For­mationen ab und nahm dann von den Stufen des Nationaldenkmals aus den Vorbeimarsch der faschistischen Miliz ab.

Trotz des. strömenden Regens standen tausend« italienische Bauern an den Landstraßen zum pon- linischen Acker und grüßten den Duce und seine deutschen Gäste aitf ihrer Fahrt nach Aprilia. Diese vierte Stadt des Faschismus, die an diesem Tage feierlich eingeweiht werden sollte, war reich mit italienischen und deutschen Flaggen ge­schmückt. Auf dem Marktplatz Aprilias ständen die Schwarzhemden und Bauern, größtenteils ehema­lige Kriegsteilnehmer, die zu Ehren dieses Ta­ges ihre alten Stahlhelme trugen. Sie bereiteten

Mussolini und dem Stellvertreter des Führers einen überaus herzlichen Empfang. Nach einer Besichtigung der neuen Stadt und der öffentlichen Gebäude vollzog der Bischof die kirchliche Weihe. Ungeheurer Jubel brandete an dem Rathaus em­por. als dort Mussolini mit dem Stellvertreter des Führers sichtbar wurde. Generalsekretär Starace begrüßte den Duce, und in seinen Ruf stimmte die vielköpfige Menge mit einem be­geisterten „A not" ein.

Die herzliche Verbundenheit des deutschen und des italienischen Volkes und die außerordentliche» Sympathien, denen der Stellvertreter des Füh­rers aus Schritt und Tritt während seines Aufenthalts in Italien begegnete, fanden ihren spontanen Ausdruck in den jubelnden Rusen der Bauern: „Hitler, Hitler". Durch eine Ansprache Mussolinis wurde die eigentliche Einweihung der Stadt vollzogen.

Die eindrucksvolle Feier klang in einem heite­ren Volksfest aus, bei dem Mussolini und die Mitglieder der deutschen Parteiabordnung sich unter die pontinischen Bauern mischten und sich an ihrer Festesfreude beteiligten.

(Siehe auch Seite 2)

Die /U>orckn»NA äer mit ibrsr Lsglsitung dslm vuo>> in !m patsrro V-»> lmtz-^ .-4!>.IIcvrtrotvncl»!r Qauteiter ITMIttE

Snnlsitsr IVagner, Loi-^bukier von Lasset, äer Ztellvortretor ckc-.-. l-'-.-ir.-r.«, kvieks>,„aister liirckoll 11.-8. Dr. ürantc Hlu-wlini

Oral Oirwo, Stubsoksk l-ntW. Sanlsttsy Dsrdorvu, äsr I-aoL-s-v.UoMpirsr. äer Ü8v^.k Italiens, Lrvur Lttvl. nnck Srak Oitaäiui. (kr-üoSmanu-

L-ÄM

AceiMcUec

k. älü. Bremen, 30. Oktober.

Wie es nicht anders Nach Mussolinis erwarten war, hat

Kolomalerklarungen ^ bedeutsame Erklä­rung Mussolinis, das deutsche Volk müsse seinen Platz an der afrikanischen Sonne wiedererhalten, nicht nur im Reich, sondern in der ganzen Welt ein starkes Echo gesun­den. Man beginnt überall zu begreifen, daß es sich hier um eine wirtschaftliche und poli­tische Lebensfrage Deutschlands handelt. Was uns heute jedoch besonders beschäf­tigt, sind die höchst fadenscheinigen Ein­wände, die bei dieser Gelegenheit in Lon­don und Paris wieder einmal gegen die deutsche Kolonialforderung vorgebracht wer­den. Der Londoner Zeitung „Daily Tele­graph" ist durch das offene Eintreten des Duce für unseren Kolonialanspruch das Konzept völlig verdorben worden. Das Blatt meint zunächst zwar ganz richtig, wenn man die Kolonialfrage auf friedlichem Wege be­reinigen wolle, so könne das nur durch Verhandlungen zwischen den unmittelbar be­troffenen Mächten geschehen; der Leitartikler des Blattes merkt aber offenbar nicht den Widerspruch, der zwischen dieser seiner Fest­stellung und dem Hinweis besteht, die augenblickliche internationale Lage biete keine Gelegenheit zur Lösung des Problems. Wenn „Daily Telegraph" schließ­lich eine Erklärung Deutschlands über den Inhalt seiner Forderungen vermißt, so kön­nen wir nur verwundert fragen, ob das Blatt von den eindeutigen kolonialpolitischen Proklamationen des Führers und Reichs­kanzlers sowie anderer amtlicher Stellen wirklich nichts vernommen hat. — In der französischen Hauptstadt macht sich das „Echo de Paris" zum Sprachrohr derjenigen, die mit der Erfüllung des deutschen Kolonial- anspruchs irgendein politisches Geschäft ver­binden möchten. Dabei scheut sich das Blatt nicht, historische Tatsachen geradezu auf den Kopf zu stellen, und zwar fordert es von Deutschland ein Versprechen, „die Verträge zu achten und sie nicht mehr einseitig auf­zukündigen". Es wird mit dieser Wendung an den Zerfall des Locarnovertrages ange­spielt und leider unterschlagen, daß die­ser Westpakt ausschließlich durch das Mili­tärbündnis Paris-Moskau automatisch auf­gekündigt worden ist. Völlig unbelehrbar bleibt die „Epoque", die gegenüber Deutsch­land noch immer mit der Koloniallüge ope­rieren zu können glaubt. Wirtschaftliche und nationalpolitische Selbstverständlichkei­ten geben — das ist die Meinung aller Ein­sichtigen auch jenseits unserer Grenzen — diese armseligen Geschichtsfälscher schon jetzt der Lächerlichkeit preis. Den Nagel trifft in dieser Beziehung das italienische Blatt „Carriere della Sera" auf den Kopf mit den Worten: „Wie sollte man nicht die kolonia­len Notwendigkeiten des neuen Deutschlands anerkennen, da doch die großen sogenannten demokratischen Nationen von den Kolonien leben und atmen!"

Hier irrt tschechoslowakische Mini-

Herr Hodza! sterpräsident Dr. Hodza hat in Rosenberg in der Slowa­kei dieser Tage im Rahmen der dortigen Erinnerungsfeiern über „Gerechtigkeit und Demokratie" gesprochen. Dabei streifte er auch die Präger Minüerhcilenpolitik gegen­über dem Sudetendeutschtuin und betonte, man könne heute berechtigten Forderungen „von einem Fünftel der Bevölkerung" ohne Schädigung der Position des Mehrheitsvol­kes entsprechen. Daß Dr. Hodza von be­rechtigten Forderungen des Sudeten- deutschtums spricht, ist immerhin erfreulich, wenn er aber den Anteil der Deutschen an der Gesamtbevölkerung seines Landes so wesent­lich nach unten abrundet, so möchten wir doch dringend davon abraten, hunderttausend Deutsche auf diese Weise einfach als nicht zu ihrem Volkstum gehörend auszugeben. Sodann weiß Herr Hodza wohl selbst am besten, daß es in seinem Staat ein Mehr­heitsvolk nicht gibt, denn weder die Tsche­chen noch die Slowaken erreichen für sich allein einen ölprozentigen Anteil an der Gesamtbevölkerung. Tschechoslowakei: als Volk aber gibt es nicht; das Pittsburger tsä-echojlowakische Abkommen vom Mai 1018 wurde ausdrücklich zwischen zwei Völ­kern abgeschlossen. Der Präger Minister­präsident verkündete weiter, daß man in der Tschechoslowakei Versuche einer Ein­mischung ablehne. Soweit er hierbei an die ^E^stung des gesamten deutschen Volkes anläßlich der Teplitzer Vorgänge gedacht hat, liegt eine Begriffsoerwechselung vor: Von einer, unstatthaften Einmischung kann man doch wohl nicht reden, wenn die deutsche Nation der systematischen Knechtung ihrer