Ausgabe 
(26.10.1937) Nr. 294
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

parteiamtliche Tageszeitung

NachrichtenblaN der Deutschen flrdeitsftant Vremen

der Nationalsozialisten Bremens

flmtsblatt des Senats der Zreien kjanseftadt Bremen

Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck. Hamburg 17^2 Betriebsstorur^gen begründen keinen Anspruch ausErstattung oder Ersatz. NL.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H., Bremen, Geeren 6-8 / Fernsprecher: 541 21 und 51115.

Das amtliche verkimdungsblatt des Neichsstalchalters in Oldenburg und Bremen

Anzeigcn-iÄrundpreisc: Tie 22-mm-Ieile im Anzeigenteil 12 die 70-mm-Zeile im Textieil 75 Rpf.

Ermäßigte tSrundprsise (sür kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste ti (Nachlaßstassel 0>. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß l6 Uhr. Sprechzeit: Verlag werltäglich IL-I3 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12-/-—13'/- Uhr.

Nr. 2S4 / ?. Jahrgang

Menslag, 26. vktober 1SZ?

kmzelpreis 15 Npf.

km neuer lorpedo der Sowjets für London

Unssr lagesspiegel

Die englischen Truppen in Schanghai erhiel­ten Befehl, aus angreifende japanische Flug­zeuge zu feuern.

Sowjetruhland droht mit dem Austritt aus dem Nichteinmischungs-Ausschuß.

Die belgische Regierung ist zurückgetreten. Der Stellvertreter des Führers fährt heute nach Rom.

Der Führer empfing deutsche Sportler und Sportlerinnen.

Nach seinem Besuch in Brake und Roden- lirchen sprach unser Gauleiter auf einer Grog- kundgebung in der Nordenhamer Midgard- Halle.

Der Reichskommisfar für Preisbildung erließ eine Anordnung zur VerbMigung von Emp­fangsgeräten.

Der Deutsche Genossenschaststag nahm in Ber­lin seinen Auftakt.

Heute jährt sich zum 66. Male der Tag des ersten Ferngesprächs.

31 Schriftleiter der Reichspresse befinden sich auf Einladung der DAF. auf einer Besichti­gungsfahrt durch den Gau Weser-Ems.

Dem Cuxhavenrr Frauenmörder werden wei­tere Verbrechen zur Last gelegt.

Im Altonaer Bolkspark wurde die Leiche der vermißten Paula Neumann gefunden. Flugkapitän Hanna Reitsch stellte eine neue Höchstleistung für Hubschrauber aus.

Mit großartigen Erfolgen Bernd Rosemeqers begann auf der Reichsautobah« Frankfurt a. M. die Rekordwoche unserer Rennfahrer.

Nudolf keß fährt nach Italien

Berlin, 26. Oktober.

Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz meldet: Der Stellvertreter des Führers, der, wie bereits berichtet, einer Einladung des italieni­schen Regierungschefs folgend, an der Spitze der Abordnung der NSDAP. an der 15-Jahr-Feier des Marsches auf Rom teilnimmt, wird seine Reise am heutigen Dienstag antreten und im > Laufe des Mittwochnachmittag in Rom eintref- ^ fen. Der Stellvertreter des Führers ist eingela- - > den worden, im Anschluß an seinen Aufenthalt in ? Rom noch einige Tage in Süditalien zu verbrin- ' gen. Wie wir erfahren, wird Rudolf Heß dieser Einladung Folge leisten.

! Die römischen Zeitungen veröffentlichen zu dem bevorstehenden Besuch das BAd des ersten Mit- ' arbeiters Adolf Hitlers und Schilderungen der : Persönlichkeit des Gastes. „Eiornale d'Jtalia" weist besonders auf die stille und selbstlose Arbeit' von Rudolf Hetz in der Partei hin. Unter gro­ßen Ueberschriften wird ferner die Teilnahme der ersten amtlichen Delegierten der Nationalsozia­listischen Deutschen Arbeiter-Partei an den Feiern des Jahrestages des Marsches auf Rom ange­kündigt. Es wird mitgeteilt, daß Parteisekretär Staatsminister Starace und der Stabschef der faschistischen Milizden Stellvertreter des Führers und die übrigen Mitglieder der amtlichen Abord­nung der NSDAP. auf dem festlich geschmückten römischen Hauptbahnhof am Mittwochnachmittag Z Uhr empfangen und durch ein dichtes Spalier von Schwarzhemden zu ihrem Hotel begleiten werden. Abordnungen sämtlicher Sektionen und Organisationen des faschistischen Roms werden mit ihren Standarten und Wimpeln zur Be­grüßung erscheinen. Desgleichen wird die Garni­son Roms durch Abordnungen aller Waffengat­tungen vertreten sein.

Sank des Herzogs von windsor an den sichrer

Berlin, 26. Oktober

Beim Verlassen des deutschen Bodens hat der Herzog von Windsor dem Führer telegraphisch seinen Dank ausgesprochen für das Entgegen­kommen, das er überall auf sesner Reise durch Deutschland und bei der Besichtigung seiner so­zialen Einrichtungen gefunden hat. Der Führer sandte ein ebenso herzlich gehaltenes Antwort­telegramm.

Schickt flrbeiterfülzrer nach Veutschiand!

Aga Khan an die englische Oessentlichkeit

London, 26. Oktober.

, Deutschland kommend, traf Aga Khan in n ein. Dem „Daily Telegraph" erklärte er, überzeugt, dun Deutschland eine sejte Stutze n Weltfrieden sei. Man würde viel ,ur eine : 'Verständigung zwischen Erogbritannlen 2eutschland tun, wenn man möglichst vieie he Arbeiterführer^ nach Deutschland Mär, sie dort das Wunder des lozialen Auf- kennen leinten. Die Leistungen Deutjch- ,auf diesem Gebiet haben aus ihn einen n Eindruck gemacht. Die Deutschen gab-n hren Bauten ihrer Heimat ein fast neues t. Riesige Bauwerke seien überall in An­genommen Elendsquartiere wurden meder- -n, wunderbare Häuser erstünden an nirer !. Deutschlands Bemühungen in der Ban­nig überböten alles, was man aus diesem t in England getan habe Anschließend wies Khan aüs die Reichsautobahnen hin, die er ttuidervoll bezeichnete.

WstM aus dem Spanienausschuß MMdroht

Krise der Nichteinmischung

(lüigsnsr Oradtdsrioüi äsr „Lrswsr 2sitmug")

London, 28. Oktober

Ein neuer Torpedo hat den Nichteinmischungs­Ausschuß von sowjetrussischer Seite getroffen. Wie die Londoner Presse meldet, hat der Sowjet­delegierte Maisky von Moskau Anweisung er­halten, in einem „günstigen Augenblick" dem Vor­sitzenden Lord Plymouth mitzuteilen, daß Moskau die ganze Nichteinmischungspölitik als praktisch zusammengebrochen betrachte und es daher nicht in der Lage sei, den Nichteinmischungs-Ausschuß finanziell weiter zu unterstützen. Damit würde Sowjetrußland, praktisch aus dem Londoner Aus- schuß zurücktreten. Diese Ankündigung hat die letzten Hoffnungen der Optimisten in London be­graben.

Der englische Außenminister Eden besprach ge­stern mit oem deutschen Geschäftsträger Gesandten .-Dr. Woermann, dem italienischen Botschafter Erandi und dem französischen Botschafter Corbin Einzelheiten der heutigen Sitzung des Spanien-

Ausschusses. Die englische Presse beurteilt die Aussichten dieser Sitzung sehr pessimistisch. Man hält es für unwahrscheinlich, in den drei Hauptpunkten Freiwilligen§urückziehung, Kon­trolle und kriegführende Mächte eine Einigung erzielen zu können. Nach der Rückkehr des fran­zösischen Botschafters aus Paris wird vermutet, daß sich die französische Haltung wieder versteift habe. So werde Corbin darauf bestehen, daß die von dem Spanien-Ausschuß festgestellien Frei­willigenziffern für alle Ausschußmitglieder ver­bindlich sein müßten. Dieser Forderung hat be­kanntlich Grandi bereits energisch wider­sprochen.

Die wenig optimistische Stimmung, die man in London über den Fortgang der Arbeiten im Nichteinmischungs-Ausschuß verzeichnet, wird ist italienischen politischen Kreisen vollkommen ge­teilt. Die Meinungsverschiedenheiten der im Aus- schuß vertretenen Mächte drohen, wie Londoner Korrespondenten italienischer Zeitungen feststellen, einen unversöhnlichen Charakter anzunehmen, nachdem Sowjetrußland sich geweigert hat, den englischen Plan als Verhandlungsgrundlage an­zunehmen. Die Gegensätze grundsätzlicher Natur im Neunerausschuß seien heute nach der neuen russischen Sabotage nur noch stärker geworden.

wieder rote MMelmeerpirakerie

Paris, 26. Oktober.

Wie aus Perpignan gemeldet wird, ist der fran­zösische Dampfer „Uled Mellah", der sich mit einer Eetreideladung aus Marokko aus dem Wege nach Port Bendre befand, etwa 6V Meilen östlich von Barcelona von einem roten Flugzeug bombardiert worden. Eine der Bomben traf den Dampfes, so daß die Besatzung sich gezwungen sah. das Schiff zu verlassen. Aus die SOS.-Rufe hin trafen zwei französische Zerstörer ein, die die Besatzung des Schiffes an Bord nahmen. Kurze Zeit darauf ist der französische Frachtdampser gesunken.

Nach einer Havas-Meldung aus Marseille ist der vom französischen Kriegsmarineministerium der Luftfahrtgesellschaft Air France zur Verfü­gung gestellte französische Dampfer „Chasseur 91" in der Nähe von der im Besitz der Bolschewisten befindlichen Insel Minorca ebenfalls von einem roten Flugzeug angegriffen worden und gesunken, Wie es heißt, hatte der „Chasseur 91" eine acht- köpfige Besatzung an Bord. Die Marseiller Air- France-Direktion erklärt, daß kein Opfer zu be­klagen sei. (Siehe auch Seite 2)

deutsche Sportlerunv SportlerinnenbeimMrer

empfang ;u ehren des Neichssportführers / Sank flöolf Hitlers an von Ischammer und Mten

Berlin, 26. Oktober

Aus Anlaß des 86. Geburtstages des Reichs­sportführers von Tschammer und Osten hatte der Führer gestern abend die hervorragendsten deut­schen Sportler und Sportlerinnen als seine Gäste in die Reichskanzlei geladen.

Zu Beginn des Abends sprach der Führer dem Reichssportführer seine Glückwünsche zum 8V, Ge­burtstag aus und dankte ihm für seine so außer­ordentlich erfolgreiche Arbeit im Dienste der kör­perlichen Ertüchtigung des deutschen Volkes und im Kampf für die Weltgeltung des deutschen Sports. Dieser Dank gelte auch allen anwesenden deutschen Sportlern und Sportlerinnen, die durch ihre glänzenden Leistungen dazu beigetragen ha­ben, das deutsche Ansehen in der Welt zu stärken,,

und die Erziehung des deutschen Menschen zum Selbstbewußtsein zu fördern. Der Führer über­reichte dem Reichssportführer als Geburtstags­geschenk «ine Vronzeplastik des Bildhauers Arno Vreker, die einen Zehnkämpfer darstellt.

»

Dem Reichssportführer von Tschammer und Osten, der Montag seinen 86. Geburtstag beging, sind von feiten der Partei und des Staates die herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen worden. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, sandte ein Telegramm, in dem es heißt: Die sportliche Tüchtigkeit der Nation und der Erfolg der Olympiade 1936 sind der sichtbare Erfolg Ihrer Tätigkeit. Möge Ihnen noch lange Jahre die Kraft und Gesundheit erhalten bleiben, um

auch weiterhin so segensreich an der Ertüchtigung des deutschen Volkes zu wirken. Ministerpräsi­dent Hermann Göring gedachte in seinem Glück­wunsch der Verdienste des Reichssportfiihrers auf dem Gebiete der Umwandlung und Entfaltung aller sportlichen Kräfte im deutschen Volk. Auch Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Reichssport­führer sein« besten Wünsche für eine weitere er­folgreiche Tätigkeit im deutschen Sport ausge­sprochen. Der Reichsjugendfllhrer Val-dur von Schrrach überbrachte dem Reichssportführer als seinem Mitarbeiter selbst seine und der deutschen Jugend herzlichste Glückwünsche. Ihre Glück­wünsche übermittelten ferner u. a. Stabschef Lutze, Reichsleiter Dr: Ley und der Asienforscher Sven Hedin. (Siehe heutigen Sportteil)

varmat bringt van Zeeland ;u fall

NücktrM des gesamten belgischen Kabinetts / Nätselraien um den Nachfolger

Brüssel. 26. Oktober.

Am gestrigen Montag fand ein Kabinettsrat unter dem Vorsitz des belgischen Ministerpräsiden­ten van Zeeland statt, der seinen Kollegen mit­teilte, daß er dem König seinen Rücktritt anbieten werde. Die Minister beschlossen daraufhin, sich van Zeeland anzuschließen und die Eesamtdemission der Regierung einzureichen. Ban Zeeland begab sich anschließend zum König, um ihm den Ent­schluß der Regierung mitzuteilen. Während van Zeeland noch beim König war, verfaßten die übri­gen Minister einen Brief, in dem sie den bis­herigen Ministerpräsidenten ihres Vertrauens und ihrer Anhänglichkeit versichern.

Die beiden belgischen Kammern werden heute eine Sitzung abhalten, in der ihnen der Rücktritt der Regierung zur Kenntnis gebracht wird. Die parlamentarischen Verhandlungen werden dann

bis zur Neubildung der Regierung ausgesetzt werden.

Als mögliche Nachfolger werden der sozialistische Kammerpräsident Jngenleek und Finanz­minister Deman genannt.

> Ministerpräsident van Zeeland hielt im Rund­funk eine Ansprache, in der er die Gründe dar­legte, die den Eesamtrllcktritt der Regierung her­beigeführt haben. Da die Opposition das Kabi­nett in seiner Arbeit und seiner Politik nicht habe treffen können, habe sie ihre Angriffe auf das persönliche Gebiet vorgetragen und versucht, den Ghef der Regierung besonders zu treffen. Während seiner kurzen Abwesenheit sei eine Krise in der Mehrheit der-Regierung entstan­den. Schließlich seien die Vorfälle bei der Natio- nalbänk eingetreten, die, wie er glaube, ihn per­sönlich und direkt nichts angingen. Aber er könne

ihnen gegenüber auch nicht gleichgültig bleiben, da von diesen Angriffen die große Institution betroffen würde, der er 18 Jahre lang angehört habe. Es müsse vollständige Klarheit geschaffen werden, und zwar im Interesse der National­bank, aber auch in seinem eigenen Interesse. — Hierzu werde er auf seine Weise helfen, indem er sich seine Handlungsfreiheit wiedernehme. — Zum Schluß erklärte van Zeeland, daß es ihm unter solchen Umständen nicht mehr möglich sei, die Verantwortung für die Leitung der Politik des Landes zu übernehmen.

öouoerneur -er

belgischen Nationalbank beurlaubt

Brüssel, 26. Oktober

Amtlich wird mitgeteilt, daß der belgische Fi­nanzminister dem Gouverneur der Nationalbank, Staatsminister Louis Franck, auf dessen Ersuchen einen dreimonatigen Urlaub gewährt hat. Franck hat diesen Urlaub bereits angetreten. Diese amt­liche Mitteilung steht, wie man annimmt, im Zusammenhang mit der gerichtlichen Unter­jochung, die vor einktzen Tagen wegen gewisser bankmäßiger Unregelmäßigkeiten gegen die Leitung der belgischen Nationalbank eingeleitet worden ist.

Noch ein Vpsec vormats

Brüssel, 26. Oktober.

Der belgische General Etienne, dessen Namen >chon wiederholt im Zusammenhang mit der Bar- mat-Assäre genannt wurde, hat Selbstmord ver­übt Der General hotte sich nach seiner Pensionie­rung mit Finanzangelegcnheiten beschäftigt, und war dabei in die Fangarme Barmats geraten Die Enthüllungen, die- der Barmatprozeß ge­bracht hat, haben gezeigt, daß der General ein reines Spielzeug in den Handen des nalen jüdischen Gauners gewesen ist

Verschiebung

der Neunmäch'e-Kumserekr; -

Brüssel. 26 Oktober

Die Brüsseler Zeitung „Soir" rechnet mit der Möglichkeit, daß im Hinblick aus die politische Kriie in Belgien die Neunmäck-te-Koni- enz di- Ende dieses Monats in Brüssi> jusannu. iit.ric» iollte verschoben wird Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen aber es sei möglich daß bei den eingUadenen Regierungen angeregt werde den Zeitpunkt der Konferenz um einige Tage zu verschleben.

Rote Ililii-vii klielieii »uel> Ri'unül'oieli. Im Ilakon von Louillae (8tick0'>:»tlraullroicti; traf >!!>>^>> rotsponisolie Oawpkor mit aus Qijon gallUedtotsv Kotau ein .(Lr.osso-Uoktwauu)

-

Moskaus Wühlarbeit in Nordafrika

Die Komintern ist in der Auswahl der Mittel, die Weltrevolution zu entfachen, nicht wählerisch. 2n Erkenntnis der Wichtigkeit der Kolonien für die Mutterländer hat sie mit besonderem Eifer die Verhetzung der Eingeborenen in die Hand ge­nommen. Die Grundlagen der kommunistischen Zersetzungsavbeit sind in allen Kolonien dieselben und tarnen sich in der Parole: Kampf gegen die weißen Unterdrücker! Mit allen Mitteln skrupel­los hetzender Propaganda wird den Eingeborenen der Nationalismus gepredigt und dabei auf die Segnungen des kommunistischen Paradieses hin­gewiesen. Nordafrika, insbesondere die fran­zösischen Kolonien wurden von der Komintern immer als besonders günstiges Wirkungsfeld an­gesehen. Seit die Volksfrontregierung in Frank­reich wirkt, hat sich diese Moskauer Zuversicht noch verstärkt. Mitte des Jahres wurde in Mos­kau eine Sitzung der Spezialsektion Novdafrika der Komintern abgehalten. Zu ihrem Abschluß wurden in Anwesenheit von Dimi troff nach­folgende Beschlüsse gefaßt:

„Die Lage in Nordafrika ist einer revolutionä­ren Massenbewegung günstig gesinnt. Deshalb soll durch eine umfassende Organisation nicht nur die Arbsitergewerkschaft, sondern auch der natio­nalistische Verband in die Hand der Komintern gelangen. In erster Linie sind deshalb die natio­nalen Verbände zu bearbeiten. Sie sind durch Vorgänge im Mittelmeer derart interessiert, daß ihnen der Prsstigeverlust der europäischen Mächte Anlaß zu einer Aktion geben kann. Um diese Ziele zu erreichen, find folgende Maßnahmen zu ergreifen: Die beiden Jnstruktoren Wafstf Sp- leimann und Said Jdris werden nach Paris ent­sandt, um die Arbeit mit der Komintern Paris direkt aufzunehmen. Die französische Kommu­nistenpartei hat sofort alle Maßnahmen zu er­greifen, um die revolutionäre Tätigkeit zu ver­stärken und eine noch umfassendere Gewaltaktion für die nächsten Monate vorzubereiten. Eröff­nung von llntsrrichtskursen für hundert kommu­nistische Eingeborene, die von der Komintern aus­gewählt werden. Die Lieferung von Waffen für die Eingeborenen wird unverzüglich erweitert.

2n einer späteren Sitzung beschloß die Komin­tern Paris die Verteilung eines Fonds von 590 966 Mark, der dem Finanzagenten der III. Internationale, Walter Rauscher, überwiesen wurde. Rauscher war bisher Finanzagent der Komintern in Lhina und hat als solcher die rote Ehinesenarmee des Generals Tschu-De finanziell versorgt. Seit einigen Monaten ist er einer der drei Finanzkontrolleure der Komintern. Für die illegalen Kampforganisationen der Muselmanen wurden drei besondere Instrukteure von Moskau ernannt. Sie waren früher mit Spezialaufgaben in Arabien und im Irak betraut und gleichzeitig Organisatoren des A r a b e r a u fst a nd e s ge­gen die Engländer. Um die Arbeit besser über­wachen zu können, wurde eine eigene Mittelmeer­zentrale der Komintern ist Marseille in den Räumen der ehemaligen „Hilfsaktion für die Frente Populär" eröffnet. Dadurch ist eine Zu­sammenarbeit zwischen diesen beiden Organisa­tionen hergestellt. Mit Hilfe weiterer Spezial- agenten ist Nordafrika von einer großen Anzahl geheimer Zellen. übersät worden. In Marseille werden den Agenten die kommunistischen Propa­gandamittel ausgehändigt und vor allem die An­leitungen zum bewaffneten Aufstand und Wider­stand gegeben. Ebenso erfolgt hier die Aus­zahlung der bewilligten Summen. Zwischen den beiden Spezialagenten Milakos und Karolis für Spanisch-Maroklo unv ven algerischen Aliions­zentren sind-enge Beziehungen geschossen worden. Durch sie werven den algerischen Zellen besonders ausgebildete Eingeborene, die sich bereits im spa­nischen Bürgerkrieg bewährten, zur Ausbildung der illegalen Truppen der Komin­tern zugewiesen.

Für die Durchführung der praktischen Arbeit bestehen drei geheime Organisationszentren in Algier, Tunis und Marokko. Jede Zentrale ar­beitet einen gesonderten Aktionsplan aus der den besonderen Verhältnissen der Gebiete entspricht. Der Plan der marokkanischen Sektion umfaßt nachfolgende Punkte: Vereinigung mit den ultra- nationalen Verbänden, die den Abfall von Frank­reich betreiben: finanzielle Unterstützung dieser Verbände durch die Ainanzagenten Gen Nassif und 2bn Mall, Ueberlassung von vier Waffen- lagern, die der Kommunistischen Partei gehören an die uirranationalen Verbände; Organisation von eingeborenen Landarbeitersektionen, die der Aktionszentrale angegliedert werden; ' Werbe­aktion bei den Kleinhändlern der Städte, um sie zur Steueroerweigerung aufzuhetzen. Die Halb- nomaden der Bleb sind einer umfangreichen Aktion anzugliedern, um ihren Fanatismus für .inen heiligen Krieg gegen Frankreich aurzu-

acheln Dar ben i it-bcn . i Wafsendepols, weiche bis Ende Noocmbel aus vu vorgeschriebene Zahl der Waffen gebracht werden wllen. Zu diesem Zwecke sind in Marseille, Tan­ger und Barcelona besondere Stocks errichtet worden. Gleichzeitig ist von Moskau eine Flottille