parteiamtliche Lageszeitung
Nachrichtenblatt der veutschen Arbeitsfront vremen
flmtsblatt des Senats der Lreien fjlmsestadt vremen
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Nr. 295 / 7. Jahrgang
Montag, 25. Vklober 1957
kmzelpreis 15 Npf.
1500 deutsche frontkampfer m frankreich
klne Kundgebung für frieden und Verständigung
llnssr logesspregsl
Die japanischen Truppen erzielten in Nordchina weitere Erfolge.
Reichstriegsopfersiihrer Oberlindober sprach in Besancon anläßlich eines deutsch-französischen Frontliimpfertresfens.
Die deutsch-estlandischen Wirtschastsverhand- lungen führten zu einem neuen Abkommen. Gauleiter Rover besuchte aus seiner Vefich- tigungsreise durch den Gau Weser-Ems u. a. Osnabrück und Norden.
Die ersten Pfundsammlunaen in Bremen zeitigten einen schönen Erfolg.
Bremer Jungmiidel wurden in den VDM. eingegliedert.
Der Reichssportsührer von Tschammer und Osten begeht heute seinen 5g. Geburtstag. Bor lüv gvll Zuschauern schlug Deutschlands Fußball-Nationalelf Norwegen 3:0 (2:0). Einen hohen 17:5-Sieg landeten unsere Handballer in Halle über Oesterreich.
Mit 8:0 schlug Werder-Bremen im fälligen Punktspiel Linden V7.
Einheiten der Motorstandarten K2 und 03 des NSKK. führten eine Kolonnen-Uevungssahrt durch.
Im Beisein des Reg. Bürgermeisters wurde in Bremen ein Verein zur Förderuüg der hannoverschen Warmblutzucht gegründet.
Dberlindober sprach In vesancon
Besancon, 25. Oktober.
Am Sonnabend und Sonntag fand als Erwiderung aus den Besuch der französischen Frontkämpfer in Freiburg ein Besuch süddeutscher Frontkämpfer in der französischen Stadt Besancon statt. Am Sonichagfrüh trafen 15V» deutsche Frontkämpfer unter Führung des Reichskriegsopfer- sührers Oberlindober in zwei Sonderziigen in Vesancon ein. 50 Hakenkreuzfahnen vereinigten sich vor dem Bahnhof mit 5V blau-weiß-roten Fahnen und nahmen vor dem Gefallenendenkmal Aufstellung. Durch Lautsprecher wurden die Reden in beiden Sprachen übertragen, die den Versöhnungswillen der beiden Frontkämpserorgani- sationen verkündeten. Zum Empfang der ehemaligen deutschen Soldaten hatte eine Kompanie des Kv. Infanterie-Regimentes und ein Musikzug des 18. Pionierbattaillons Ausstellung genommen.
Die deutschen Frontkämpfer legten a-m französischen Eefallenenmal einen .Kranz mit der Inschrift nieder: „Die deutschen Frontkämpfer zu Ehren der französischen Helden". Dann erklang das Lied vom guten Kameraden, das Deutschland- Lied. das Horst-Wessel-Lied sowie die französische
Nationalhymne. Ueber den Platz hallten Be- arllßungsworte - in deutscher und französischer Sprache, wobei die versammelte Menge die Herausstellung des Friedenswillens und des Willens zur deutsch-französischen Verständigung mit Beifall begrüßte.
Anschließend fand auf dem Marsfelde, wo Tribünen mit deutschen und französischen Fahnen errichtet waren, eine Kundgebung statt. Der Vorsitzende einer der französischen Frontkämpfervereinigungen, Maitre, sprach als Gastgeber Be- grllsiungsworte. Dann sprach der Vorsitzende der Krontkämpfervereinigung Union Föderale, Pichst, und der Reichskriegsopferführer Oberlind o b e r.
Henry Pichot sagte u. a.: „Unsere Vaterländer sind benachbart; die Natur hat uns dazu bestimmt, Seite an Seite zu leben; sie hat uns nicht dazu verurteilt, uns miteinander zu schlagen und zu vernichten. Wir können frei über unser gemeinsames Schicksal entscheiden. Leidenschaftlich wünschen unsere beiden Völker den Frieden. Wir Frontkämpfer sind die qualifizierten Wortführer und hartnäckigen Verfechter dieses Wunsches nach Frieden und Versöhnung."
Ihm antwortete der Reichskriegsopferfllhrer: „Es erfüllt meine deutschen Kameraden mit großer Freude, daß sie heute als freie Männer einer freien Nation denen die Hand
schütteln können, gegen die sie 4)4 Jahre tapfer gefochten und gerungen haben. Zum erstenmal seit langer Zeit haben deutsche Frontsoldaten in jo großer Zahl die französische Grenze überschritten, um dieses Mal auf einem anderen Schlachtfeld zu kämpfen, auf dem Schlachtfeld der gegenseitigen Verständigung.
Unser Frontkamerad und Führer hat wiederholt der Welt und besonders seinen europäischen Nachbarn Frieden und Verständigung angeboten. Wir wissen, daß unsere Nachbarn als große Nationen auch groß denken müssen, und ich weiß, > daß Frankreich stets zu großen Gesten bereit gewesen ist. Es ist zweifellos im Sinne der Toten, wenn ihre überlebenden Kameraden sich n ihren Gräbern und an den zu ihren Ehren errichteten Denkmälern die Hand reichen mit dem Gelöbnis friedlicher Zusammenarbeit.
In deutscher und französischer Sprache wiederholten dann die Frontkämpfer beider Nationen den Friedensschwur von Verdick, der lautet: „Diejenigen, die hier und anderswo ruhen, sind in den Frieden der Totsn eingegangen^ um den Frieden der Lebenden zu begründen. Es wäre ein schändliches Verbrechen, jemals das wieder zuzulassen, was diese Toten verdammt haben,. deshalb schwören wir den heiligen Eid, daß wir den Frieden, den wir ihrem Opfer danken, schützen und erhalten wollen."
Strengste stuslese
Richtfest auf der Ordensburg Sonthofen München, 25. Oktober.
Aus An-laß des Richtfestes auf der Ordensburg Sonthofen, das den Abschluß eines weiteren Bauabschnittes kennzeichnet, erschien, insbesondere von den dort zurzeit untergebrachten-300 Ädolf-Hit- ler-Schülern freudig begrüßt, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. In Anwesenheit des stellvertretenden Gauleiters gaben der Burgkommandant und der bauleitende Architekt ihrer Freude über das Fortschreiten des Werkes Ausdruck. Dr. Ley betonte die Notwendigkeit einer strengen und gewissenhaften Auslese zur Erreichung jenes Fuh- rernachwuchfes, der allein der Garant für den Fortbestand des Werkes des Führers sei. Die Männer, die die Ordensburgen der NSDAP. beziehen, hätten sehr wesentliche Voraussetzungen zu «füllen. Die vor einigen Wochen durchgeführten Musterungen hätten die Richtigkeit des strengen Auslesemaßstabes erwiesen.
prellelagimg der Sfl-Sruppe Nordsee
Bremen, 25. Oktober
Die SA.-Eruppe Nordsee hielt am Sonntag in ^Bremen eine Presse- und Propaganda-Tagung ab, zchder sämtliche Pressewarte der' Standarten im Bereich der SA.-Gruppe erschienen waren. 2m Mittelpunkt der Tagung stand die Bekanntgabe der Richtlinien für die in den nächsten Tagen einsetzende Werbung für den „SA.-Mann", das Kampfblatt der obersten SA.-Führung. Zu Beginn der Tagung machte der Stabsführer der Gruppe Nordsee, Brigadeführer Dr. Brugger, grundlegende Ausführungen über die Pressearbeit in den SA.-Einheiten und insbesondere über die Aufgaben der Preffewarte bei den Standarten und der Sachbearbeiter bei den Stürmen. — Die Tagung vermittelte den SA.-Pressewarten neue Kenntnisse und Anregungen für die Arbeit in ihren Formationen und gab einen allgemeinen Ueberblick über die Bedeutung der Pressearbeit in der SA.
Wilhelm kckmann Preisträger
Wilhelm-Raabe-Eedenkfeier in Braunschweig Braunschweig, 25. Oktober . Im Rahmen einer Wilhelm-Raabe-Gedenkfeier im Braunschweäger Landestheater wurden am Tonntag der von der Wilhelm-Rawbe-Stiftuna ausgesetzte „Volkspreis für deutsche Dichtung' und der Dichterpreis der Stadt Braunschweig unllehen. Diese Preise sielen diesmal an den Ihüswig-Holsteinischen Dichter Wilhelm Eckmann, ber vor allem durch seine Werke „Eira und die sustanaene" „Die rote Katze" und „Der Stein M Acker" Gerannt geworden ist.
Nullen omvem Jahrestag des Marsches auskam
herzliche sreude über Sie leilnahme der deutschen flbordmmg unter sichrung von Nudolf heß
Rom, 25. Oktober
Ganz Italien schickt sich an, den 15. Jahrestag des Marsches aus Rom, der auf den kommenden Donnerstag fällt, mit ganz besonderer Feierlichkeit zu begehen. Auch dieses Jahr werden an diesem höchsten faschistischen Gedenktag zahlreiche Gebäude, Wasserwerke und Straßenanlagen feierlich ihrer Bestimmung übergeben.
In der Provinz Littoria, dem vollkommen ent- sumpften früher«: Pontinischen Gebiet, wird
Mussolini am 29. 10. die vierte Siedlungszentrale Aprilia eröffnen. Den Höhepunkt der diesjährigen Feier zum Marsch auf Rom bildet der erste große Eeneralappell der faschistischen Partei, zu oem 100000 führende Persönlichkeiten und politische Leiter aus ganz Italien nach Rom aufgeboten werden. Darüber hinaus erhält dieser Eeneralappell, der im Forum Mussolini abgehalten wird, noch eine ganz besondere Bedeutung durch die erstmalige Anwesenheit einer amtlichen Abordnung der NSDAP. unter dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß. deren Erscheinen von ganz Italien und im besonderen von der Hauptstadt des Faschismus im voraus mit der größten Freude begrüßt wird. Man sieht darin eine neue Bekräftigung der deutsch-italienischen Solidarität und Freundschaft, die vor wenigen Wochen bei der Völkerkundgehung auf dem Maifeld in Anwesenheit des Führers und des Duee einen so starken Ausdruck erhalten hat.
In wenigen Tagen wird also Rudolf Hetz an der Spitze der Parteidelegation eine Fahrt nach dem Süden antreten, um den grotzen Feiertag der Partei Italiens, die 15. Wiederkehr des faschistischen Siegestages von 1922, als Repräsentant der NSDAP. mitzuerleben.
Vieles verbindet die Nationalsozialistische und die Faschistische Partei: Gemeinsam ist ihnen die Tradition des Kampfes, der Ge- solgschaststreue zu ihren grotzen Führern, gemeinsam der Sieg über Parlamentarismus und Bolschewismus, gemeinsam aber auch die grotze Verantwortung und die bedeutungsvolle Aufgabe, die sie in der Gegenwart ihrer Völker erfüllen.
Von Jahr' zu Jahr sind die Beziehungen zwischen diesen beiden grotzen Jdeenträgern
einer neuen Epoche ihrer Nationen enger und herzlicher geworden. Nicht nur auf dem Reichsparteitag in Nürnberg haben wir Abordnungen der Faschistischen Partei begrützen dürfen, viele Reisen führender Persönlichkeiten haben stattgefunden, die Jugend der Faschistischen und die Jugend der Nationalsozialistischen Partei hat sich kennengelernt — die politische Gemeinsamkeit der beiden grotzen Reiche hat in der geistigen Freundschaft ihrer beiden Parteien nicht nur einen Niederschlag, sondern Anregung und Vertiefung gefunden. Wenn jetzt die erste offizielle Abordnung der NSDAP. die Stadt des Faschismus besucht, so ist diese Fahrt eine Demonstration dieser geistigen Gemeinschaft, die unsere grotzen Bewegungen verbindet. Die Herzlichkeit, mit der schon jetzt die Reise Rudolf Hetz' von der italienischen Presse be-
grützt wird, beruht auf Gegenseitigkeit: Alle deutschen Nationalsozialisten begleiten im Geiste die Fahrt des Stellvertreters des Führers zur faschistischen Bruderpartei und ihrem grotzen Duce.
Rudolf Hetz fährt nach Rom als der Repräsentant unserer Glückwünsche und unserer Teilnahme an den Feiern eines Sieges, der ebenso ein Sieg der Idee, des Glaubens und des Opfers war, wie der Sieg unserer nationalsozialistischen Bewegung im Reich. Seine Teilnahme an den Feiern in Rom ist ein Symbol der inneren Zusammengehörigkeit der grotzen Werke, die durch den Kampf dieser beiden Parteien aufgebaut und mit ihren Ideen erfüllt wurden: des Faschistischen Imperiums Benito Mussolinis und des Dritten Reiches Adolf Hitlers.
Line Segenreäinung
Die „gemischten Brigaden" Valencias
Tan Sebastian, 25. Oktober.
Die in Sän Sebastian- erscheinende Zeitung „El Diaric Vasco" bringt eine Aufstellung, die sich mit der Frage der ausländischen Freiwilligen befaßt. Der Artikel erinnert daran, daß von September 1936 bis Mai 1937 über Portbou- Lerbere 60090 Ausländer nach Sowjetspanien gekommen sind, die nach Sowjetvorschrift in Alba- cete ausgestattet wurden und entsprechenden militärischen Unterricht erhielten. In Albacete arbeitete außerdem eine von Ausländern geführte „Generwlstabsschule", die "Stabsoffiziere für die Bolschewisten ausbildete. Der Leiter dieser Einrichtung ist der französische Kommunist Andre Marty. Insgesamt befanden sich zu Beginn 1937 im bolschewistischen Teil Spaniens 90 009 Ausländer an den Fronten sowie 58 000 in Reserve, so baß der Valencia-Ausschuß schon vor Monaten über eine militärische Hilfe von 148 000 Ausländern verfügte. Um Herkunft und Nationalität der ausländischen Hilfsstreitkräfte etwas zu maskieren, bildete das bolschewistische Oberkommando später sogenannie ^gemischte Brigaden", ich die einige wenige Spanier eingereiht wurden.
Japan stößt in Norvchina weiter vor
Vedeulsame erfolge an allen fronten — SSuberungsalttlonen gegen Vanditen
Peiping, 25. Oktober.
Die japanischen Truppen in Nordchina haben ün den verschiedenen Fronten ihren erfolgreichen Vormarsch weiter fortgesetzt. An der Tsinpu- 6font konnte ein japanischer Panzerzug bis «n Kilometer vor die Stadt Putscheng rn der Provinz Schantung vordringen, während andere spanische Abteilungen nach Zurückweisung eines chinesischen Gegenangriffs die Stadt Linghsien östlich der Bahnlinie besetzten.
^An der Pinghan-Front dringen tue lapanischen "uppen in südlicher Richtung langsam m die Provinz Honan ein Sie erbeuteten an der Eisen- bahnbrucke von Tschangho 14 Geschütze, 3000 Ee- Dchre, einen militärischen Hilfszug und mehr 2000 Maultierkarren mit Kriegsmaterial.
Ferner
besetzten sie die Statiolr Fenglotschen,
15 Kilometer nördlich von Tschangteho. 2m Norden von Peiping führten mandschurische und japanische Truppen erfolgreiche Säuberungsaktionen gegen Banditen durch, so daß in diesem Gebiet mit einer baldigen Wiederherstellung normaler Zustände zu rechnen ist.
Schanghai, 25. Oktober.
An der Schanghai-Front war am Sonntag im Abschnitt Liuhang eine rege Eefechtstätigkeit zu beobachten. Die Japaner schoben ihre Linien bis zu dem Wasserlauf nördlich der Straße Taschang —Nansiang vor. Sie beherrschen damit diese Hauptverbindungslinie, die für die chinesischen Truppen von großer Bedeutung ist. Die Chinesen geben zu, daß sie ihre Linien von der Ostseite der Rennbahn bis nach dem Dorf Kiangwan zurück
genommen haben, womit auch eine Zurücknahme der Linien nördlich und südlich von Kiangwan verbunden war. — Die japanische Luftwaffe warf über Tschapei, Putung und Hungao über 200 Bomben ab.
englischer postin beschaffen
Entschuldigung seitens Japans.
London, 25. Oktober
Nach einem Bericht aus Tokio wird von japanischer Seite gemeldet daß ein japanisches Flugzeug einen englischen MG-Posten bei Schanghai beschossen habe Japaick'cherseits ist der Zwischen- fall bereits bedauert worden. Es wird daraus verwiesen, daß man den Posten für einen chinesischen gehalten hat.
Paris macht Zugeständnisse
London, 25. Oktober,
Der französische Botschafter in London, Torb in, hat sich nach Paris begeben, um dort Besprechungen mit dem französischen Außenminister Delbos über die Nichteinmischungsfrage im Spanien-Konflikt zu haben. Wie verlautet, ist die französische Regierung bereit, den Vorschlag der symbolischen Zurückziehung von Freiwilligen fallen zu lassen, falls es sich als unmöglich erweist, über diese Maßnahme ein Uebereinkommen zu erzielen. 2m übrigen scheint man in französischen Kreisen keineswegs der Ansicht zu sein, daß die Schwierigkeiten für eine Einigung uniiberwindbar sind.
Line NundfunkreSe llzautemps'
Paris, 25. Oktober
Der französische Ministerpräsident Ehaute mps hielt am Sonntag anläßlich der Tagung des radikalsozialen Parteiverbandes von Drittelund Westfrankreich eine durch Rundfunk übertragene Rede, in der er zu dem Ergebnis der Kantonalwahlen, dem Programm der Regierung und des Parlaments und zum Schluß zur außenpolitischen Lage sprach. Der Ministerpräsident faßte das Ergebnis der Wahlen in drei Punkte zusammen: 1. ein starker Linksruck sei ausgeblieben, 2. die Parteien der Regierungsmehrheit hätten im ganzen ihre Stellung gehalten und 3. die radikalsoziale Partei habe trotz Abnahme der Zahl der Wählenden seit einem Jahr über 200 000 Stimmen gewonnen. Er glaube nicht, daß eins Kündigung des Volksfrontbündnisses vorgeschlagen würde. Hinsichtlich des künftigen Programms der Regierung und des Parlaments stellte Ehautemps die Notwendigkeit eines ausgeglichenen Haushalts in den Vordergrund.
vombensund in toulouse
Paris, 25. Oktober.
Die Inhaberin eines Zeitungsstandes in Toulouse fand am Sonnabend auf ihren Zeitungen ein Paket, aus dem eine lange Zündschnur heraushing. Bei näherer Untersuchung wurde festgestellt, daß es sich um eine Bombe handelt, die eine außergewöhnlich große Sprengkraft hatte. Die Nachforschungen der Polizei in anarchistischen Kreisen haben bisher zu keinem Ergebnis geführt.
See Neichssportfichrer 50 lahre alt
(IVsltdiiä)
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Hans vpn Tschammer und Osten wurde, wie die „Bremer Zeitung" schon am vergangenen Sonnabend in einem Leitartikel „Ein, Volk in Leibesübungen" unsern Lesern berichtete, am 25. Oktober 1887 in Dresden geboren. Nach Besuch der Kadettenanstalt trat er im Jahre 1907 in die Armee ein.^ Beim Ausbruch des Krieges war er Adjutant beim 6. Kgl. Sächsischen Infanterie- Regiment Nr. 105 in Straßburg. Bereits im ersten Kriegsjahre wurde er schwer am Unterarm verwundet. Nach seiner Wiederherstellung kam er als Nachrichtenoffizier z. b. V. in den, Großen Generalstab.
Schon frühzeitig schloß er sich der Bewegung an. Dank seiner außerordentlichen Befähigung wurde er bei der Neugliederung der SA. im März 1932 mit der Führung der Gruppe Mitte beauftragt. Nach der Machtübernahme betraute ihn der Führer mit der verantwortungsvollen Sonderausgabe, die deutsche Sportbewegung im nationalsozialistischen Sinne aufzubauen. Hans von Tschammer und Osten wurde am 27. April 1933 zum Reichssportkommissar und wenig später zum Reichssportsührer ernannt. Bei der gestellten Aufgabe kam ihm neben seiner hervorragenden organisatorischen Veranlagung der Umstand zu- statten, daß er sich von Jugend an allen Arten von Leibesübungen gewidmet hatte.
Mit seiner Ernennung zum Reichssportsührer begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der deutschen Körperkultur, der von größter Bedeutung für die Entwicklung der Leibesübungen im Dritten Reich werden sollte. Dem deutschen Sport, der bis dahin in zahlreiche und verschiedenartige Verbände und Vereine, Gruppen und Grüppchen zersplittert war, die zum Teil in jahrzehntelanger Fehde lagen, gab der Reichssportführer eine einheitliche Zielsetzung. Zugleich wurde die deutsche Turn- und Sportbewegung von den Schäden befreit, die sie zu vernichten drohten. Mit der Abkehr von Aeußer- lichkeiten und Sensation, vom Personenkult und Rekordwahnsinn, vom reinen Geschäftspri-nzip und nüchternsten Materialismus sind die Leibesübungen im Sinne nationalsozialistischer Weltanschauung zu einem wesentlichen und unersetzlichen Faktor in der Erziehung des deutschen Menschen geworden. Die gesamte Turn- und Sportbewegung wurde am 9. März 1934 im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen zu sammengefaßt. Bereits im Juni 1933 hatte Hans von Tschammer und Osten die Leitung der Deutschen kurnerschaft übernommen. Schon das erste deutsche Turnfest in Stuttgart nach der Machtübernahme wurde zu einer machtvollen Kundgebung für die Leibesübungen in der Auffassung des Dritten Reiches. Die Deutschen Kampfspiele in Nürnberg im Juli 1934, der erste Kongreß des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, die Saarland-Treuestaffel und eine Reihe anderer Großveranstaltungen stellten deutlich den neuen Geist im deutschen Sport unter Beweis.
Das schönste Ergebnis der Arbeit des Reichssportführers und seiner Mitarbeiter aber waren die Olympischen Spiele 1936 in Earmisch-Parten- kirchen und Berlin, die Deutschland nicht nur den bis dahin größten sportlichen Erfolg eintrugen, sondern nach dem einstimmigen Urteil der Welt zugleich auch der Höhepunkt aller bisherigen Olympischen Spiele waren. Für das nationalsozialistische Deutschland war dieser Triumph aber nur ein Ansporn zu dem Ziel, das der Reichssportsührer am 17. September ds. 2s.