Ausgabe 
(24.10.1937) Nr. 292
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parteiamtliche Tageszeitung

NachrichtenblaN der Deutschen flrbeitsfron» Vremen

flmtsblatt des Senats der Lreien kjansestadt vremen

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Nr. 2S2 / 7. Iatzrgang

Sonntag, 24. Sktober 1SZ?

kinzelpreis 15 Npf.

ftraber-Iumulte in framölisch-Marokko

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„flus zum Sturm aus öffentliche Sebäude!"

Fremdenlegion greift ein

Paris, 24. Oktober.

Wie der Pariser „Figaro" aus Rabat meldet, ist es in Khermisset, einer Ortschaft aus der Straße von Rabat nach Fez, zu schweren Zwischen- fällen gekommen. Araber aus Fez, die in einem- Autobus nach Khermisset gekommen waren, haben

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Unser lagesspiegel

Franco organisiert den Wiederaufbau der zer­störten Städte in Asturien.

Der Führer hat italienische Persönlichkeiten durch Verleihung deutscher Orden ausge­zeichnet.

Reichsminister Dr. Frick sprach auf der kom­munalpolitischen Woche in Baden.

Am 4. November erscheinen die neuen WHW.- Vriefmarken.

Heute vor 3 Jahren erließ der Führer die Verordnung über die DAF.

Dr. Sey und Claus Selzner haben organisa­torische Anordnungen für den Aufbau der RBG. erlassen.

Der Gauleiter und die Gaufrauenschafts- leiterin rufen zur Mitarbeit in den Jugend­gruppen der NS.-Frauenschaft auf.

In einer Unterredung Huberte sich unser Kreisleiter über die Lockerung der Mitglieds­sperre der NSDAP.

In Euxhaven traten die Propagandisten des Gaues Ost-Hannover zusammen.

Einem jüdischen Erohbctrüger in der Maske eines „Viehhändlers" fielen im Kreise Leer mehrere Bauern zum Opfer.

in der Moschee eine Kundgebung veranstaltet und sind dann von der Moschee aus vor das Gebäude der Zivilkontrolle gezogen. Hier sind sie durch die Eingeborenenpolizei energisch auseinander- getrieben worden. Etwa 28 Verhaftungen sind vorgenommen worden. Eine Kompanie Fremden­legion aus der Garnison von Meknes und 28 Gen­darmen aus Rabat sind nach Khermisset befördert worden, um weiteren Kundgebungen vorzubeugen.

Die Ursachen der Unruhen sind in Kund­gebungen der marokkanischen Nationalisten zu suchen, deren Hauptagitator, ei Quazzani, sein Zentrum in Fez hat. Die Erregung unter den Eingeborenen ist außerordentlich groß, so daß die wenigen Europäer sich in ihre Häuser zurückziehen müssen. Einer der Anführer hat die Menge zum Sturm auf die öffentlichen Gebäude ausrufen wollen, der jedoch von Gendarmerie verhindert werden konnte.

Etwa 78 Personen sind verhaftet und fünf der Rädelsführer zu einjährigen Gesäugnisstrafen sofort abgeurteilt worden. Inzwischen ist eine Kompanie Fremdenlegionäre eingetroffen, um dre Lage weiter aufrechtzuerhalten.

Man glaubt in diesen Unruhen einen Versuch der marokkanischen Nationalisten > erblicken zu müssen, die Landbevölkerung für ihre Ziele zu gewinnen. -

panarabische Parker im Irak?

Bagdad, 24. Oktober.

Der bekannte Politiker Naji Alsweidi, ein Verwandter des irakischen Außenministers Tew- fil-al-Sweidi, hat sind große Anzahl führender Persönlichkeiten der panarabischen Bewegung sowie die irakischen Vertreter, die an der ara­bischen Konferenz in Bludan teilgenommen haben, nach Bagdad eingeladen. Bei den Bespre­chungen wurde beschlossen, eine panarabische Par­tei zu gründen, die vor allem die Aufgabe haben soll, die Interessen der PMstina-Aaraber wahr­zunehmen.

rcuppenverstürkungen für Frankreichs Kolonien

Paris, 24. Oktober.

Zu der letzten französischen Ministerbesprechung, die durch die Teilnahme des Kriegsministers, des Luftfahrtministers, des Kolonialministers und eines Admirals in Vertretung des Kriegsmarine­ministers besondere Bedeutung hatte, wollen fran­zösische Blätter wissen, daß vor allem die Vertei­digung der Grenze und der französischen Kolonien Gegenstand der zweistündigen Beratungen gewesen sei. Der Kolonialminister habe vor einigen Tagen Kredite in Höhe von etwa 388 Millionen Franken für die Entsendung von Verstärkungstruppen nach Jndochina verlangt. Weiter soll die Frage einer Schließung der Grenze zwischen Ehina und Jndo­china besprochen worden sein.

sriedlich und freundschaftlich

Mussolini über die Beziehungen Italiens zu Aegypten

Kairo, 24. Oktober.

Die ägyptische Zeitung „Al Misri" veröffent­licht ein Interview seines Direktors Tabet Bey mit Mussolini. Der italienische Regierungschef äußerte sich darin über die Beziehungen zwischen Italien und Aegypten. Wie schon mehrfach betont, seien die Absichten Italiens gegenüber Aegypten völlig friedlich und freundschaftlich. Italien sei bereit, hierfür auch Garantien zu geben, wenn diese auf Gegenseitigkeit beruhen. Italiens Mit- telmeerpolittk ziele auf Frieden und Zusammen­arbeit mit allen anderen Mächten ab, aber es werde nicht dulden, daß der Kommunismus sich im Mittelmeerraum ausbreite. Es sei ein leicht­fertiger Irrtum, zu glauben und zu behauvten, daß der Islam als solcher auf der anderen Seite des Mittelmeeres eine unerschütterliche Mauer gegen den Kommunismus bilde.

Nationale Söuberungsaktlon In Minien

Master 12000 Sefangene / Wiederaufbau der zerstörten Stödte

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Gijon, 24. Oktober

Die nationalspanischen Streitkräfte setzen ihre Säuberungsaktionen in Asturien fort, ohne irgendwo auf Widerstand, zu stoßen. Die Zahl der Eefanaeneu beläuft sich seit der Einnahme von Eijoch auf 12V86. Die Erubengebiete von Fel- guera, Sama de Lanareo und Pola de Labrana sind jn ihrer ganzen Ausdehnung besetzt worden. Die Eisenbahn-, See- und Straßenverbmdungen zwischen Gijon und dem übrigen nationalen Eebiet sind wiederhergestellt worden. Nur wenige Straßen sind noch nicht wieder befahrbar, da die von den Roten gesprengten Brücken noch nicht erneuert werden konntet?. Aus Saragossa wird gemeldet, daß die nationalen Streitkräfte im Ab­schnitt Sabinanigo die feindlichen Linien bei Co­rona de Allue und bei Selve de Osan durchbrachen, wo sich der Gegner stark verschanzt hatte. Unter den Leichen der gefallenen Feinde, die von den Nationalen geborgen wurden, befand sich die eines tschechischen Hauptmannes.

General Franco besichtigte verschiedene Punkte der früheren Nordfront, besonders die Ortschaften Arriondas, Villaviciosa und Cangas de Onis, dre Stadt, die erst vor wenigen Tagen von den Vol- schewisten durch Dynamit zur Hälfte sinnlos zer­stört wurde. Für die Wiederausbauarberten werden auf Anordnung von General Franco hauptsächlich die Urheber dieser Zerstörungen ver­wendet werden. Allenthalben sind große Arbeits- kolonnen damit beschäftigt, die riesigen Mengen des von den Volschewisten zurückgelassenen Ma­terials zu sichten. Die wichtigsten Waffenfabnken Manjoya, Calles sowie Lugones, vor allem aber in Trubia, die sämtlich noch gut in Stand sind, wurden besetzt. Mit der Herstellung von Kriegs­material dürfte wahrscheinlich schon in den aller­nächsten Tagen wieder begonnen werden können.

Das Kriegsschiff „Ciscar", das einzige, über das die asturischep Volschewisten verfügten, wurde von den Volschewisten vor ihrer Flucht versenkt. Die Untersuchung durch nationalspanische Ma­rinefachleute hat ergeben, daß das Schiff in kur­zer Zeit wieder flottgemacht werden kann.

In Südfrankreich traf eine große Anzahl von Flüchtlingsfchiffen aus den Häfen der asturychen Küste ein. In Lorient geriet die wütende Mann­schaft eines sowjetspanischen Schiffes mit dem Kapitän des Dampfers „Somo", der bereits eine Woche zuvor mit 88 asturischen Häuptlingen ein­getroffen war, in Streit. Die Matrosen warfen dabei den Volschewistenhäuptlingen vor. dag sie vor ihrer Flucht aus Gijon etwa 48 Millionen Eoldpefeten gestohlen haben.

..Schwere Zeiten sieben bevor

Hilferufe des Volfchewistenhäuptlings Negrin Sän Sebastian, 24. Oktober

^Der Valencia-Oberhäuptling Negrin und sein Kumpan aus Katalonien, Companys, tauchten dieser Tage überraschend in Madrid aus. Bei dl-ler Gelegenheit hielt Negrin eine Rundfunk, K>e. in der er den Bolschewiken an der Front Wut zusprach. Er meinte, dag der Endkampf trotz-

der erlittenen Niederlagen doch zugunsten Va­lencias entschieden werden werde. Negrin be­dauerte dann, daß die. Welt keine Notiz von dem „energischen Protest" der spanischen Volschewisten gegen „fremdländische Invasion" genommen habe. Auf „diplomatisches Beileid" bei einer Schlappe Valencias verzichte er. Wirksame Hilfe, wie sie einige „befreundete" Länder leisteten, tue not. Sehr scharf wandte sich Negrin gegen die Zeitungen, die nicht genau nach den Anweisungen von Valencia arbeiten. Das Verbot dieser Blätter, deren Zahl groß fei, halte er für unbe­dingt erforderlich, zumal das Artikelschreiben die Energie hinter der Front vergeude und darüber hinaus noch die Gegensätze der politischen Grup­pen nur verschärfe. Zum Schluß erklärte Negrin, daß sich die „Regierung" angelegentlich mit der Frage der „Awangsevakuierung" Madrids befasse, da es unmöglich sei, die Stadt im Winter mit genügend Lebensmitteln zu versehen, besonders, dann nicht, wenn die Nationalen die Verbindung mit Valencia an irgendeiner Stelle unterbrächen. Um der Zivilbevölkerung. „Disziplin" beizubrin­gen, sei an die Behörden der Befehl ergangen, sieden, der sich weigere, die Anordnungen der Be­hörden zu befolgen, als Aufrührer zu behandeln und vor das Volksgericht zu stellen.

Nur 40000 italienische sreiwiilige!

Dreiste Lügen des Sowjetrussen Maisky

London, 24. Oktober

Die Londoner Blätter heben in ihren Berichten über die Sitzung des Hauptunterausfchusses des Nichteinmischüngsausschusses hervor, daß nach dem günstigen'Verlauf der Mittwochsitzung jetzt neue Schwierigkeiten aufgetaucht seien. — Der diplomatische Korrespondent des „Times" berich­tet, Sowjetbotschaster Maisky habe beobachtet, daß, nach Ansicht seiner Regierung, auf seilen Francos 148 888 Ausländer, davon 88 888 Ita­liener, und auf seiten Valencias nur ein Sie­bentel dieser Zahl kämpften. (!)

Demgegenüber haben die italienischen Botschaf­ten in Paris und London nach einer Meldung der Agenzia Stesani den Auftrag erhalten, den Re­gierungen Frankreichs und Englands amtlich da­von Mitteilung zu machen, daß die italienischen Freiwilligen in Spanien rund 48 888 Mann zäh­len, wie das bereits von der „Jnformazione Diplomaticä" festgestellt worden sei. Wer das Gegenteil behaupte, so heißt es, spreche bewußt eine Lüge aus.

kin überflüssiger Schritt

London, 24. Oktober

Die Regierungen Englands und Frankreichs sind gemeinsam bei der Regierung General Francos vorstellig geworden und haben eine „humane Behandlung der Bevölkerung von Astu­rien und der Kampsteilnehmer in Gijon" ge­fordert.

Die Pariser „Liberte" bringt ihr Befremden über den Schritt der französischen Regierung in Salamanca zum Ausdruck, den national- . spanischen Behörden, die Paris nicht Lv-

erkennt, Mäßigung zu empfehlen. Wie man wisse, gehe dieser Schritt auf den Druck zurück, den die französische kommuni­stische Partei auf die Regierung zugunsten eines Eingreifens in Spanien ausübe.

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Sollte hier vielleicht eine Verwechselung vorliegen? Sollte die französische Regierung vielleicht ihre Ermahnungen an die Basi­sch Twisten haben richten wollen, die vor ihrer Niederringung durch Franco sen­gend und mordend Asturien heimsuch­ten? Sollte man sich schließlich zu spät diesem „Protest-Schritt" entschlossen aben, jedenfalls erst zu einem Zeitpunkt, als Franco in Asturien bereits als Garant der Ordnung die Fäden der Macht in seiner Hand vereinte?

n-ch-emmischungsausschuß erst Menstog

London, 24. Oktober.

Die nächste Sitzung des Nichteinmischungsaus­schusses ist auf Dienstag nachmittag verschoben worden, um den Regierungen zu ihrer Stellung­nahme zu den letzten Vorschlägen etwas mehr Zeit als ursprünglich vorgesehen, zu lassen. Vor­aussichtlich wird Außenminister Eden aus der nächsten Sitzung den Vorsitz führen.

Konflikt Stalin—Mmitron

llligsver Orsktbsrictit cksr „Lrsmsr Teilung") Warschau, 24. Oktober.

Die Verhaftung des ehemaligen ungarischen Kommunistenhäuptlings' Bela Khun hat, wie aus Moskau gemeldet wird, zu einer sehr ern­sten Auseinandersetzung zwischen Stalin und Dimitroff geführt. Da die Anklage Bela Khun vorwirft, er hab« 1918 seine Flucht aus Ungarn durch das Paktieren mit antikommunistischen Kreisen erreicht, fordert Dimitroff die Freilassung wegen Unerheblichkeit der Anklage. Stalin da­gegen wirft Dimitroff vor, er habe öffentlich gegen die Verhaftung Bela Khuns protestiert und drohte mit Verhaftung, falls er die Haltung nicht widerrufe.

Jüdische Provokation

Warschau, 24. Oktober.

In Zwei Warschauer Handelsschulen, in denen sich die polnischen Hörer in der Minderheit be­finden, kam es infolge des provozierenden Ver­haltens der jlldiichen Mehrheit zu schweren Zu­sammenstößen, die die Schulleitungen veranlaßten den Lehrbetrieb bis auf weiteres einzustellen. Die polnischen Studenten der Lemberger Universität beschloßen einstimmig, ihren Rektor zu bitten, nach dem Muster der Warschauer Hochschulen den jüdischen Studenten abgesonderte Plätze in den Hör- und Uebwngsräumen zuzuweisen.

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Fronten gezogen haben will. Etwas sehr dunkel erscheint uns der Sinn der Rede Maiskys, wonach Moskau jede Verant­wortung für die Fortsetzung der Nichtein­mischung ablehnt. Indes mag der Nichtein­mischungsausschuß sich darüber den Kopf zer­brechen: die Tatsachen in Spanien sprechen in den Erfolgen Francos, die alles Gerede um kriegführende Mächte oder nichtkrieg- führende Mächte hinter sich lassen. Moskau freilich sinnt auf neuen Anschtag gegen den Frieden Europas.

Leider ist den Sowjets, denn auch in dem Verhalten der Tschechoslowakei Deutschland gegenüber in den letzten Tagen durch den Manes-Skandal sowie den Vorfall in Teplitz - Schönau. ein neues Wirkungs­feld erstanden, dessen sie sich anscheinend mit großem Eifer bemächtigen möchten. Provo­ziert unter höchst staatlicher Bill, gungundMitwirkung zielt das Ver­halten der Tschechoslowakei geradeswegs auf eine Herausforderung Deutschlands, in einem Falle durch die gröblichste Beleidigung des deutschen Volkes und seines Führers, im anderen Falle durch die barbarische Miß­handlung von deutschblütigen Volksgenossen im Sudetenland. Es ist ja nichts Neues, daß der Nationalitätenstaat der Tschechoslowakei, der entstanden ist wider alle politische VeS nunft und wider jede geschichtliche Tradition (von Gnaden eines überaus schlecht unter­richteten Präsidenten der Vereinigten Staa­ten), zeit seines Bestehens in unerhörter Brutalität darauf bedacht ist, die ihm durch unsinnige Siegesdiktate unterstellten Volks­teile fremder Nationalität ihrer Freiheit, ihres Volkstums und ihres Eigentums zu berauben. Mit einer Verfassung, die ohnehin keine ist, zielbewußt Schindluder treibend, war Prag feit Bestehen des wunderlichsten Staatsgebildes europäischer Geschichte stets bestrebt, Freiheit und Privateigentum aller mcht dem Volk der Tschechen angehörenden Staatsbürger, besonders aber der deut- !S?"-'?^stgehend zu beschränken. Vor­schub leistet solchem Beginnen die einfach lächerliche Verfassung der tschechischen „De- mokratre , dre, was sie im Vordersatz eines Artikels festlegt, in dessen Hintersatz wieder aufzuheben die Möglichkeit gibt.

A ja ganz schön, daß der Paragraph 107 dieser Verfassung in seinem ersten Satz die Freiheit der Person gewährleistet, aber es ist ebenso bezeichnend, daß er in seinem zweiten Satz die Beschränkung und Ent­ziehung der persönlichen Freiheit auf Grund eines „Gesetzes" zuläßt. Es ist desgleichen jchon, daß sich gemäß Paragraph 108 jeder Staatsbürger in der tschechischen Republik niederlassen kann und Liegenschaften zu er­werben vermag, wo er will, daß aber im etzten Satz dieses Paragraphen die Beschrän­kung dieses Rechts im „öffentlichen Inter- esse durchaus möglich ist. Der Paragraph t09 allerdings ist etwas deutlicher; denn er spricht gleich ganz offen davonf daß das Privateigentum durch das Gesetz be­schränkt werden kann und daß dafür: keine

ISO. Bremen, 24. Oktober.

Die endgültige Eroberung Asturiens durch die nationalspanischen Truppen bedeutet, von geschichtlicher Warte aus gesehen, das entscheidende Mißlingen des großangelegten sowjetrussischen Versuchs, sich von der Slld- ostecke Europas aus des Erdteils zu bemäch­tigen. Denn daß der Fall von Gijon das Schicksal des Krieges von Spanien entschie­den hatz wenngleich noch der letzte Abschnitt des siegreichen Aufbruches des nationalspani- schen Volkes gegen den jetzt nur noch im östlichen Teil Spaniens nistenden Kommu­nismus bevorsteht, ist eine Tatsache, die selbst von den Sowjetrussen nicht mehr be­stellten werden kann. Hunderttausend Mann der nationalen Truppen sind in Asturien frei geworden und werden, an die Front von Aragonien gebracht, die dort solange erstarrt gewesene Linie von neuem in Be­wegung bringen, so daß in absehbarer Zeit — freilich nicht zu kurz bemessen — nicht allein die spanische Hauptstadt, sondern auch Valencia und Barcelona und somit ganz Spanien in Händen der siegreichen Armee des Generals Franco sein wird.

Es ist der Fall von Gijon und damit die Entscheidung in Spanien für den Michtein- mischungsausschutz in Londpn zur rechten Zeit gekommen. Denn, wie die Freitag- sitzung zeigte und die Aushilfe mit dem ominösen Fragebogen erweist: der Ausschuß weiß weder ein noch aus. Mehr als Worte helfen Francos Taten. Frankreich wird sich, nachdem es bisher in der spanischen Frage den Sowjets diplomatisch offen und praktisch im geheimen Hilssstellung leistete, fortan doch ein bißchen überlegen müssen, wie weit es nun n o ch in der spa­nischen Streitfrage Schulter an Schulter mit den Sowjets gehen will. Daß der Nichtein­mischungsausschuß zu einer Stunde, wo die Lage bitter ernst gewesen ist und schon zum Bruch unter den Mächten und damit zum Bruch des europäischen Friedens führen wollte, durch deutsches und italieni­sches Entgegenkommen aus schwerster Krise gerettet wurde, haken ja selbst fran­zösische und englische Zeitungen zugegeben, die sonst alles andere eher zu tun pflegen, als dem. nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien etwas Gutes nachzusagen.

Von einem Sonnenblick sprach sogar eine dieser Zeitungen bei der Bereitschafts­erklärung Deutschlands und Italiens, in der Freiwilligenfrage den französisch-englischen Vorschlag anzunehmen. Bemerkenswert frei­lich und gleichzeitig überaus lehrreich für das Moskauer Quertreiben bleibt die Tatsache, daß plötzlich Moskau entgegen dem deutschen und italienischen Zugeständnis,' auf Grund des englischen Vorschlages über sofortige Zu­rückziehung einer gleichmäßigen Anzahl von Freiwilligen auf beiden Seiten zu verhan­deln, sich nun dahin versteift, daß es jetzt plötzlich sämtliche Freiwillige — was im Augenblick technisch unmöglich ist — aus den