Ausgabe 
(22.10.1937) Nr. 290
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

parteiamtliche ^Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Dremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des 3enats der freien Hansestadt Vremen

Erscheintlmalwochentl. Monatsbezug: ^«2,3geinschI.Zustellgeb.; Postbezilgspreismonatl.2,30e^ (einschl. 47.60 ^ Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 eH/ Bestellgeld. Bezugspreis ist iiu voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Erstattung oder Ersatz. NL.-Gaubcrlag W-scr-Ems G. m. b. H., Bremen, Gceren 6-8 / Fernsprecher: 341 21 und 51115.

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenbmg und Bremen

Anzcigen-Grundprcise: Tie 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 die 78-mm-Zerls im Textteil 75 Rpf.

Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 8 (Nachlaßstassel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluh 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitag I2>/-13>/- Uhr.

Nr. 2S0 / 7. Jahrgang

freitag, 22. Nktober 1SZ7

kinzelpreis 15 Npf.

6anz Nordspanien in Neneral francos Hand

klnmarsch der Nationalen in Kilon

Jubel der Befreiten

Salamnnca, 22. Oktober.

Der Sender Gijon. der am Mittwoch noch im Dienste der asturischen Bolschewisten stand, teilte am gestrigen Donnerstag um 13.15 Uhr mit, daß die nationale Bevölkerung sich gegen die rote Herrschaft erhoben und Gijon für Spanien zu­rückerobert habe. Unter der Bevölkerung herrscht

Unser lagssspisgel

Franco ist nach Eijons Fall unumstrittener Beherrscher Nord-Spaniens.

Die Danziger Zentrumspartei wurde aus­gelöst.

Rudolf Heg nahm die Uebergabe der Adolf- Hitler-Weihestätte in Pasewalk vor.

Am 31. Oktober weiht der Reichsjugendsührer das für das ganze Reich vorbildliche HJ.- Heim in Melle.

Aus dem Deutschen Veamtentag sprachen Dr. Sey und Dr. Groß.

Reichsstatthalter Ritter von Epp hielt in Stockholm eine kolonialpolitische Rede.

Fm Nebel stießen die beiden deutschen Fracht­dampferWestfalia* undSchwalbe" zu­sammen.

Das Jahr 1938 brachte für das deutsche Ge­nossenschaftswesen beträchtlich« Erfolge.

Das Wirtschaftsjahr 1835/38 verzeichnet eine kräftige Gesundung der Landwirtschaft.

Das reale Reineinkommen im Reich ist seit 1933 um fast 31 Prozent gestiegen.

Die Wirtschaftsgruppe Ambulantes Gewerbe in der Reichsgruppe Handel veröffentlicht ihren Tätigkeitsbericht 1838/37.

In der staatlichen Teichwirtschaft Ahlhorn ist die Karpfenernte im Gange.

Schon am ersten Tage war der Bremer Frei- markt das Ziel von vielen Tausenden.

über die Flucht der Volschewistensiihrer unbe­schreibliche Begeisterung. Die meisten Häuser sind mit den Fahnen Nationalspaniens geschmückt.

Der Bolschewistensührer Dellarmino Tomas, der Gründer der berüchtigten roten Sprengkokon- nen, sowie die meisten Anführer der Roten hat­ten Asturien bereits im Schutz der Dunkelheit in der vergangenen Nacht verlassen. Bei der Flucht spielten sich im Hafen wüste Szenen ab, da die Anzahl der betriebsfähigen Schiffe nur sehr ge­ring war und in den Reihen der Bolschewisten eine große Panik ausbrach. Bei den Schlägereien gab es mehrere Tote. Inzwischen war es nationalspanischen Schiffen gelungen, die letzte noch freie Verbindung auf dem Seewege nach Frankreich zu unterbinden. Zwei vollbesetzte so- wjetipanische Fliichtlingsüampfer wurden auf ihrer Flucht aus dem Hafen von Gijon von den Natio­nalen aufgebracht. Unter den Gefangenen, die hierbei in die Hände der Nationalen gerieten, befindet sich eine große Anzahl bekannter spanischer B o l f ch e w i st en f üh r er.

Der Oberbefehlshaber der nationalen Streit- kräste in Asturien, General Aranda, teilte mit, daß gestern um 18 Uhr das Eros der nationalen Truppen seinen Einzug in Gijon hielt. Zugleich wird berichtet, daß die Truppen General Francos unter unbeschreiblichem Jubel der Bevölkerung in die Stadt einmarschierten. Geschlossene Abtei­lungen roter Milizen marschieren durch die Stra­ßen, die ihre Waffen gestreckt haben und auch mit erhobenen Armen grüßen.

Besonders hat zu der Begeisterung beigetragen, daß es durch den schnellen Vormarsch der natio­nalen Truppen gelungen ist, mehr als 2880 von den Bolschewisten gefangengehaltene, für die nationale Sache Francos eingestellte Bürger zu retten, ehe die Roten an ihnen ihre Mordabsich­ten durchgeführt haben. Kurz nach ihrem Einzug veranstalteten die nationalen Truppen eine kurze Feier zum Gedächtnis der von den Bolschewisten bei Revolutionsausbruch ermordeten Besatzung der Kaserne Simanoa. Von der früheren IllOköpfi- gen Besatzung der Kaserne ist von den Volsche- wisten nicht ein einziger Mann verschont ge­blieben.

Aus Bilbao wird berichtet, daß heute schon Last­wagen mit Lebensmitteln von den spanischen Falangisten zusammengestellt wurden, die der ausgehungerten Bevölkerung von Gijon erste praktische Hilfe bringen sollen, "'-esgleichen haben mehrere Schiffe, die schon in - i letzten Tagen Nahrungsmittel geladen hatten, mit dem Ziele Gijon Bilbao verlassen.

Die Besetzung dieser letzten großen von Volsche- wisten gehaltenen Stadt Nordspaniens wird von der gesamten Bevölkerung des nationalen Spa­niens mit größtem Jubel' aufgenommen. An der Front von Madrid wurde die Nachricht von dem Erfolg der nationalen Truppen durch Laut­sprecher verkündet. In den Schützengräben der Bolschewisten wird der Jubel und die Hochrufe auf Spanien und Franco, die von den nationalen Belagerern ausgebracht werden, mit eisigem be­tretenem Schweigen aufgenommen.

Nicht zu Unrecht wird der Fall Gijons auch zugleich als die Befreiung der seit über einem Jahr von den Bolschewisten belagerten Hauptstadt Asturiens gefeiert. Ovicdo ist dadurch, daß die nationale Besatzung zum Angriff übergegangen ist, und an verschiedenen Stellen den roten Gür­tel gesprengt hat, entsetzt. Ein Teil der bolsche­wistischen Truppen hat auch hier die Massen ge­streckt oder ist in größeren Verbänden zu den Nationalen übergegangen. Auch in Aviles, dem zweitgrößten Hasen Asturiens, sind gestern gegen 19 Uhr die nationalen Truppen, wie General Aranda mitteilt, eingezogen. Der große Sieg der nationalen Truppen im Norden Spaniens nähert sich damit seiner Vollendung.

Spanischer Nationalrar gebildet

Sän Sebastian, 22. Oktober. <

General Franco hat ein Dekret unterzeichnet, wonach ein in den Statuten der Einheitspartei Falange - Tradicionalista q de las Ions vor­gesehener Nationalrat gebildet wird. Den für diesen Rat ernannten 18 Ratsmitgliedern gehören auch mehrere Offiziere, darunter die Generäle Queipo de Llano, Davila und Monasterio sowie die Obersten Beigbeder und Pague an.

(Siehe auch Seite 2)

Ich aber beschloß, Politikerzu werden"

Nudolf ließ bei der feierlichen Übergabe der weiliestiitte ;u pasewalk

Pasewalk, 22. Oktober.

In Anwesenheit des Stellvertreters des Füh­rers, Rudolf Heß, des Reichsleiters Alfred Rosen- berg, des Gauleiters von Pommern, Schwede- Coburg, führender Männer von Partei, Wehr­macht und Staat und unter riesiger Anteilnahme der pommerschen Bevölkerung wurde in den spä­ten Nachmittagsstunde» des Freitag die feierliche Uebergabe der Weihestätte zu Pasewalk vollzogen, zu der das im Weltkriege als Lazarett benutzte Schützenhaus" ausgestaltet wurde, wo in den Lktobertagen des Jahres 1918 der Gefreite Adolf Hitler an der Südfront vor Ppern durch Eelb- kreuzgas vergiftet und fast erblindet einge­liefert wurde. Das schlicht und monumental wir­kend« Gebäude besteht in seinen Hauptteilen aus der Ehrenhalle sowie zwei Flügeln. Am Ende des Durchganges befindet sich eine große Büste des Führers, über der in großen Buchstaben die Worte ausMein Kampf" stehen:Ich aber be­schloß, Politiker zu werden."

Ueber 10 688 Politische Leiter und Abordnun­gen der Formationen der Partei waren zu der Feier aus dem Platz vor der Weihestätte auf­marschiert. Kurz vor 16 Uhr trafen der Stell­vertreter des Führers, Rudolf Heß, und Reichs­leiter Alfred Rosenberg auf dem Bahnhof in Pasewalk ein, wo sie vom Gauleiter Pommerns begrüßt wurden. Nach dem Einzug der Fahnen und der Alten Garde, einer Ansprache des stell­vertretenden Gauleiters Simon sprach Lan­deskulturwalter Popp allen, die an der Ge­staltung der Weihsstätte mitgeholfen haben, sei­nen Dank aus und übergab dem Gauleiter die Weihestätte.

2m Anschluß daran wurde die Weihestätte durch den Gauleiter und die Vertreter der Reichsregie­rung besichtigt. Danach übernahm der pommer- Iche Gauleiter Schwede-Coburg die Weihestätte. Ein Frontsoldat, sagte er, wurde sehend «in sehender Frontsoldat wurde Politiker und Neugestalte! seines Volkes: Adolf Hitler der Retter der deutschen Nation. Aus seinem Eeist gestaltete sich die nationalsozialistische Idee.

- Durch sei» Wort und Wirken wurden neue-Men- Wen, wurde ein neues Volk und ein starkes Reich. In diesem Reich Adolf Hitlers ist das politische vokdatentum, von allen Deutschen gewürdigt, zum entscheidenden und bestimmenden Faktor gewor­den- Es ist daher die Pflicht aller führenden Männer für alle Zukunft, zum Nutzen der Na­tion das politische Soldatentum im Geiste und nach dem einzigartigen Vorbild des Führers zu erhalten. Aus dieser Erkenntnis heraus habe ich Pich entschlossen, dieser Weihestätte zu Pasewalk eine Tauschulungsburg anzugliedern und mit deren Bau unverzüglich zu beginnen« .

Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, führte in einer Ansprache u. a. aus: Diese

schlichte Gedenkstätte soll die Deutschen immer ein­gedenk sein lassen: Adolf Hitler stand einst durch vier lange Jahre inmitten beispiellosen Ringens

der Fronten des Weltkrieges, wieder und wieder sich dem Tode aussetzend. Tausendfach war die Möglichkeit, daß der Tod ihn hinwegraffte, wie Millionen andere. Oft streifte ihn der Tod, wie damals, als er schwerverwundet hier nach Pase­walk gebracht wurde. Und er blieb uns erhalten durch die furchtbarsten' Gefahren, von denen je Menschen umgeben waren weil der unbekannte Soldat zum Führer Deutschlands ausersehen war.

Adolf Hitler sollte zum Führer Deutschlands werden, weil Deutschland nicht untergehen sollte, weil das neue Deutschland erstehen sollte, dieses Deutschland all unserer Liebe und all unseres Stolzes. Der Höchste war mit dem Führer, weil

der Höchste mit Deutschland war. Hieran möge diese Gedenkstätte unser Volk mahnen, aus daß es künftig stets würdig sei des Segens des Höchsten!

KZ.-siilirer fakren nach Spanien

Bremen, 22. Oktober Am heutigen Freitag werden acht HJ.-Führer, unter ihnen der Führer des Bremer Jung- banns 75, Jungbannfiihrer Rolf Redeker, mit dem Hamburg-Siid-MotorschifsMonte Pascoal" nach National-Spanien fahren, um dort den Be­such der 111 spanischen Jugendführer zu erwidern, die im September Gast der Hitler-Jugend in Deutschland waren. Mit der Führung wurde Vannsührer Vorchert beauftragt, der stellvertre­tender Amtsches des Organisationsamtes der Reichsjugendsührung ist.

Ilnsero Karts stellt ckis augenbllelrlivko lllavktvvrtsilunA in Zpanien cksr. vor cknnkel ckargs- ställto Teil ckes Imiickes bokinckot sieb in ckvr Hang kranvos, rväkrsnck ckls Koten in ckom zeigen Teil novk ckiv vsrrselmkt ausüben. Viv krontllnio reigt äsullicb ckis Zelilüssolstvllnng äer krnpt- stackt blackrick in cker Stellung cker Lolsvken-iston. 2s!vlumnzt kisgsp

Dec ^tttsc/ieiciencie

Jm Morden Spaniens ist eine Entscheidung von größter Tragweite gefallen. Gijon war der Mit­telpunkt der roten Stellungen, war das Rückgrat der sowjetspanischen Asturienfront. Dieses Rück­grat ist gebrochen, die Truppen Fran.cos haben die Uebergabe dieser Stadt und der letzten rot­spanischen Hafenstadt Aviles erzwungen. Damit hat der Kampf an der Asturienfront sein Ende gefunden, die wenigen Nester, in denen die Roten noch Hausen, werden schnell gesäubert sein. Oviedo, die Hauptstadt Asturiens, um die sich bis gestern ein roter Ring schloß, die aber selbst ähnlich wie damals der Alkäzar von tapferen, auf­rechten Spaniern für die nationale Sache vertei­digt wurde, hat den letzten Tag seiner Einkrei­sung gesehen. Die rote Umklammerung ist ge­sprengt: Damit ist der gesamte Norden Spaniens militärisch in der Hand Francos.

Wenn man bedenkt, daß Asturien zu den ge­birgigsten und zerklüftetsten Provinzen Spaniens gehört, daß wenige kampfgewillte Männer un­ter Ausnutzung der natürlichen Festungen im Ge­birge sich gegen eine Uebermacht siegessicher verteidigen konnten, so wird die ganze Größe des Triumphes klar. Der herannahende Winter und die damals unsichere Haltung der westlichen Mächte zur Nichteinmischungsfrage ließen Franco seine Anstrengungen verdoppeln; gerade die letz-

Her lerror gegen die Sudetendeutschen

Sie Präger Methoden:

Prag, 22. Oktober.

Die tschechoslowakischen Behörden setzen ihren Bergewaltigungsseldzug gegen die Sudetendeut- schen mit brutaler Rücksichtslosigkeit fort.

So wurde in Hohenelbe eine Versammlung der Sudetendeutschen Partei aufgelöst, weil der Be­zirksleiter im Namen von 18 800 Wählern gegen das Vorgehen der Polizei in Teplitz-Schönau gegen sudetendeutsche Abgeordnete schärfsten Pro­test einlegte. Auch in Unter-Tajay in Südmähren verfiel eine Versammlung der Sudetendeutschen Partei der Auslösung.

DerVolksruf", das Kreisblatt der Sudeten­deutschen Partei im Egerlande unterlag in seiner Donnerstagansgabe an mehreren Stellen der Zen­sur. Aus einem Protesttelegramm des Kreis­leiters Abgeordneten Wollner an Staatspräsident Dr. Benesch wurden zwei Absätze sowie der offene Brief Konrad Henleins an den Staatspräsidenten bis auf den Schlußsatz gestrichen. Auf der ersten Seite des Blattes blieb anscheinend vom Zen­sor vergessen nur das Wort Masaryks stehen:

Wo keine Pressefreiheit ist, ist auch keine Demo­kratie". Das Äußiqer Tagblatt wurde wegen einer amtlichen Meldung des Eisenbahnministr- riums beschlagnahmt.

Zu den neuesten Strafmaßnahmen gehört auch die Versetzung mißliebiger deutscher Persön­lichkeiten.

Durch die in den späten Abendstunden des 18. Oktober ausgegebene^ amtliche Verlautbarung

Versammlungsauflösungen, Zensur, Strafversetzungen

des tsck litzer "

choslowakischen Pressebüros über die Tev- brfälle vom-Sonntag sah sich der Abgeord­

nete der Sudetendeutschen Partei Karl Hermann Frank genötigt, erneut eine Darstellung über den wahren Sachverhalt der Teplitzer Ereignisse der Presse zu übergeben, zumal sich am 19. Oktober gezeigt hat, daß das tschechoslowakische Pressebüro seinen pressegesetzlichen Verpflichtungen zur Ver­öffentlichung des Berichts der in Teplitz beteilig­ten Abgeordneten der Sudetendeutschen Partei nicht nachgekommen ist.

Die Weigerung des amtlichen Präger Pressebüros, den wahrheitsgetreuen Bericht über die skandalösen Teplitzer'Vorfälle zu verbreiten, ist genau so verfassungswidrig, wie die von den tschechischen Polizeibehörden ausgeübte Zensur über die sudetendeutschen Zeitungen. Die Verfassung des tschechoslo­wakischen Staates über die allerdings noch ein besonderes Urteil zu fällen sein wird garantiert allen Bevölkerungsteilen ausdrücklich Freiheit der Meinungsäuße­rung. Eine Entziehung dieses staatsbürger­lichen Grundrechts kann, auch das sieht die Verfassungsurkunde vor, nur durch ver- fassungsänderndes Gesetz erfolgen. Die Ausnahmegesetze gegen das Sudeten- deutscktum aber wurden ohnedie erforder­liche versassungsändernde Mehrheitbe­

schlossen," von den unzulässigen Verordnun­gen im Verwaltungswege ganz abgesehen! Findet sich angesichts dieses klaren Tat­bestandes so könnte man einwenden niemand, der die Verfassungsmäßig­keit der fraglichen Gesetze und Maß­nahmen anzweifelt und auf eine höchst- richterliche Entscheidung drängt? Nun, auch hier haben die weisen Schöpfer des tschechoslowakischen Staatsgebildes der Gerechtigkeit einen Riegel vorgeschoben, in­dem sie im Gesetz über das Verfassungsgericht bestimmten, daß ein Antrag auf Prüfung der Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes nur vom Obersten Gericht, vom Obersten Ver­waltungsgericht, vom Wahlgericht, vom Ab- geordneten-Haus und vom Senat zu stellen ist. Hinsichtlich der drei staatlichen (!) Ge­richte ist die Einberufung von Vollversamm­lungen .vorgesehen, die ihren Beschluß mit Stimmenmehrheit fassen müßten. Es liegt auf der Hand, daß ein solcher Beschluß nie zustande kommen kann. Schon die Stellung eines entsprechenden Antrages würde auf tschechischer Seite mit einem Höllengelächter quittiert. Das Ganze nennt man Demo­kratie!.

ten Wochen zeigten einen ungewöhnlichen Einsatz an Menschen und Material, die zum größten Teil aus anderen Fronten herausgezogen werden mußten. In rund sechs Monaten haben die natio- nalspanischen Truppen ein etwa 180 Kilometer breites und durchschnittlich 88 bis 188 Kilometer tiefes Gebiet erobert. Das bedeutet aber nicht nur einen gewaltigen strategischen Erfolg, sondern ist auch in wirtschaftlicher Hinsicht von größter Bedeutung, da sich die wichtigsten Kohlen- und Eisenerzgruben Spaniens in der Nähe von Gijon und Oviedo befinden und nunmehr von den Nationalen ausgebeutet .werden können. Der Kampf selbst kann an den anderen Fronten mit neuer Kraft wiederaufgenommen werden.

Vergegenwärtigen wir uns kurz-die Entwick­lung der militärischen Lage: Am 18. Juli 1936 rief Franco,zu den Waffen, um Spanien vor der drohenden Gefahr der völligen Bolschewisie- rung zu retten. 2n den ersten Wochen wurden die Provinz Galizien und der südliche Teil Asturiens besetzt. Saragossa, die Hauptstadt Aragoniens, gehört mit dem Großteil dieser Provinz vom ersten Tage an zu Franco. Im Süden breitete sich die nationale Bewegung schnell von Sevilla und Cadiz über das westliche und nördliche Andalusien aus. Betrachtet man die Kräfteverteilung, wie sie sich zu Anfang der Operationen Francos ergeben hatte, so besaß Franco auf dem Lande die Ueber- macht, während die Roten über die Mehrzahl der Kriegsschiffe und vor allem fast über die gesamte Luftflotte verfügten. Dazu besaßen die Roten fast alle Munition?- und Waffenfabriken, Pulver­magazine und Heeresdepots. Franco konnte dagegen umfangreiche Kriegsmittel aus Spanisch- Marokko verwenden. Von dort stand ihm auch in der gesamten spanischen Fremdenlegion der best- geschulteste Heereskörper der spanischen Armee zur Verfügung.

2n dem Kampf des Jahres 1936, der Franco nach anfänglichen Mißerfolgen stets in der Offen­sive sah, dessen Höhepunkte die Eroberung von Toledo, der nordspamschen Grenzstadt Jrun und das Vorrücken bis in die Vororte von Madrid darstellen, entwickelte sich ungefähr die Front­linie, wie sie heute noch besteht. Eine Ausnahme bildet Asturien, wo die nationalspanische Armee jetzt zu dem großen Schlag ausholte. Der Fall von Bilbao und Santander bildeten die natür­liche Vorbedingung zu den jetzigen Erfolgen.

Die nationalspanischen Truppen können mit Ausnahme der schwachen Kräfte, die die restlose Säuberung Asturiens durchführen nun zu neuen Aufgaben geführt werden, die eine end­gültige Befreiung ganz Spaniens von der roten Geißel in kurzer Zeit erwarten lassen. Vor allem dürfte der Kampf um Madrid, dessen Hef­tigkeit in der letzten Zeit nachgelassen hatte, wieder in der alten Stärke aufflammen. Franco wird alles daransetzen, die Hauptstadt des Landes zu erobern, denn er ist sich der moralischen Trag­weite ihres Besitzes voll bewußt. Zugleich aber ist Madrid auch der Schlüssel der ganzen roten Front in Mittelspanien. Fällt Madrid, dann ist der gesamte Frontabschnitt aufzurollen. Erreicht Franco zwischen Valencia und Barcelona das Meer, hat er das noch in Händen der Roten