Ausgabe 
(19.10.1937) Nr. 287
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachnchlendlatt der Deutschen flrdeitsstont Vremen

M

der National

Amtsblatt des Senats der Zreien kjansestadt Bremen

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Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

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Nr. 28?Jahrgang

Menstag, 1S.. Oktober 1SZ?

kinzelpreis >S Npf.

henlein mahnt den tschechischen Präsidenten

Unser lagTSSpivgel

Die Londoner Nichteinmischungsverhandlung steht unter dem Borzeichen Moskauer Sabotage.

Die Kampfentschlossenheit der-Araber hat die Lage in Palästina weiter verschärft.

Konrad Henlein hat nach den Vorgängen in Teplitz-Schönan einen ossenen Bries an Staatspräsident Venesch gerichtet.

Chautemps setzt sich in der HJ.-Zeitschrist Wille und Macht" für Zusammenarbeit der Jugend Deutschlands und Frankreichs ein.

Die Einzelhandelsumsätze im August waren um 8 Prozent höher als im Vorjahre.

Das FlugzeugNordwind" legte die 3880 Kilometer lange Strecke Horta (Azoren) Newyork in 15 Stunden 50 Min. zurück. Oberst Lindbergh und Hanna Reitsch weilten in Bremen.

Die erste Reichsstragensammlung in Bremen erbrachte als Endergebnis 32 000 RM.

Der Antikomintern-Zug wurde in Bremen von 50 000 Volksgenossen besucht.

DieUnitas"-Fangboote liefen aus dem Bremer Freihafen aus.

Der Marinesturm 2/8S D.Bremen" wurde in Vremerhaven vereidigt.

Der Bremer Schützenverein von 1813 ermittelt seinen neuen König.

Netze - natürlich anonym

Englischer Berkehtsfachmann straft den Brunnenvergifter Lügen

London, 18. Oktober.

Mr. R. Crasham Cooke, der Sekretar der eng­lischen Delegation, die kürzlich die' deutschen Reichsautobckhnen besichtigte, sprach am Montag in Oxford. Er benutzte diese Gelegenheit, um irreführende und gehässige Darstellungen eines Teilnehmers an dieser Reise richtigzustellen, der behauptet hatte, daß, die Leute in Berlin einen gehetzten und furchtsamen Blick" hätten und die neuen Straßen auf dem Wege der Zwangsarbeit gebaut worden wären.

Crasham Cooke betonte mit Nachdruck, daß diese Ansichten sich keineswegs mit denen der übrigen Delegationsmitglieder deckten. Er ersuchte diesen anonymen Brunnenvergifter, seinen Namen zu nennen, wenn er wünsche, daß man seinen Erklä­rungen Beachtung schenke. Crasham Cooke er­klärte weiter, er sei der Meinung, daß Deutsch­land den Weg gezeigt habe, wie man in der heu­tigen Zeit sich mit dem Motorverkehr ausein­anderzusetzen habe. Im Anschluß daran betonte er, daß die großen Straßen Englands auf den Stand des deutschen Straßenbauwesens gebracht werden müßten.

«

Wir würden es begrüßen, wenn die Ano­nymität jenes erbärmlichenHerren",, der die deutsche Gastfreundschaft mit einem schamlosen Lügengespinnst quittiert, gelüstet werden könnte. Er ist sicherlich in den Krei­sen zu suchen, die immer und stets nur das eine Interesse haben, das nationalsoziali­stische Deutschland und seine am Ausbau arbeitende Führerschaft zu verleumden. Um so erfreulicher, daß Mr. Crasham Cooke die Gelegenheit benutzt hat, auf Grund der eige­nen Beobachtungen vor aller Oeffentlichkeit die Wahrheit zu erklären.

über österreich nicht gesprochen

^ Berlin, 19. Oktober.

Die WienerReichspost" veröffentlicht ein Ge­spräch ihres Londoner Mitarbeiters mit dem Labour-Abgeordneten George Lansbury. indem angebliche Aeußerungen bzw. Versicherungen des Führers über den Vorschlag einer Beseitigung der Zollschranken zwischen Oesterreich, Ungarn und der Tschecholowakei wiedergegeben werden. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro hierzu von zustän­diger Stelle erfährt, ist in der Unterhaltung, des Führers mit dem Abgeordneten Lansbury über Oesterreich kein Wort gesprochen worden.

er sichrer dankt der Neichspost

Berlin, 18. Oktober.

ährend seines Aufenthaltes in Deutschland n der italienische Regierungschef und seine Leitung mehrfach mit Worten grogter An- munq festgestellt, daß die für seinen Besuch eschenen Maßnahmen der Deutschen Reichs- und ihr gesamter mit dem Besuch im Zu- nenhanq stehender Nachrichtendienst hervor- nd gearbeitet haben. Der ^ührer uno hskanzler hat durch den Relchsminister des wärtigen allen beteiligten seme.An-

anung für die umfangreichen Vorbereitungen die gute Durchführung der Anordnungen zum druck bringen lassen mit dem besonderen nsch, daß allen in Betracht kommenden An- irigen der Deutschen Reichspost hiervon ntnis gegeben wird.

ötaatssekrelLr Milch bei König 0eorg

London, 19. Oktober.

König Georg VI. empfing am Montagnachmit- tag General der Flieger, Staatssekretär Milch, Generalleutnant Stumpfs und Eeneralmaior Udet. Die deutschen Flieger wurden dem Konig durch den deutschen Geschäftsträger, Gesandten Dr. Woermann, vorgestellt

llas SudetenSeutschlum kein lstügelobM!

kin offener vrief

Prag, 19. Oktober

Der Vorsitzende der Sudetendeutschen Partei, Konrad Henlein, hat auf Grund der Vorfälle in Teplitz-Schönau am Sonntag an Präsident Dr, Eduard Benesch folgenden offenen Brief gerichtet:

Herr Präsident! Vor kurzer Zeit hatte ich Gelegenheit, dem Herrn Ministerpräsident Mit­teilung zu machen über die Auswirkung gewisser Gesetze und das Verhalten der Staatsorgane in sudetendeutschen Gebieten, wodurch in diesen Ge­bieten und damit im Staate eine unerträglich Lage geschaffen wurde. Der Herr Ministerpräsi­dent versprach Abhilfe. In der vergangenen Woche konnte ich in London über unsere Frage sprechen. Ich habe für meine Darlegungen größ­tes Verständnis gefunden. Am 17. Oktober hatte ich die Absicht, aus Anlaß des Kreistages der Sudetendeutschen Partei in Teplitz in einer öffentlichen Kundgebung zu sprechen. Diese Kund­gebung wurde verboten. In vollster Disziplin hat die Anhängerschaft meiner Partei die Verfügung befolgt.

2n einer Amtswaltertagung am 17. Oktober wurde ich vom Regierungsvertreter zweimal ver­warnt, weil ich die Tatsache feststellte, daß unser Staat ein Nationalitätenstaat ist. Nach störungs­losem Verlauf dieser Tagung ging ich mit meinen Mitarbeitern in die Privatwohnung des Abge­ordneten Dr. Zippelius. Als ich mich dann am frühen Nachmittag zu meinem vor dem Haus« parkenden Wagen begab, wurde ich von einigen Passanten erkannt und mit Heilrusen begrüßt.

In mir unverständlicher Weise griff die Polizei ein. Es gelang mir nur mit Mühe, meine Frau in

den Wagen zu reißen. Ich mußte sehen, wie der ebenfalls zu meinem Wagen eilende Abgeordnete Karl Hermann Frank von Polizisten mit dem Gummiknüppel daran gehindert wurde. Obwohl sich Abgeordneter Karl Hermann Frank sofort le­gitimierte, wurde er von Polizisten geschlagen. Ich sah, wie man ihn ergriss und abführte. Ich sah ferner, wie daraufhin ohne jeden Grund Abgeord­neter Karl Hermann Frank von rückwärts von einem Polizisten mit dem Gummiknüppel geschla­gen wurde und der Vorsitzende des parlamentari­schen Klubs der Sudetendeutschen Partei, Abge­ordneter Kundt, von Polizisten brutal zurückge­stoßen wurde. Nur der Besonnenheit aller anwe­senden Abgeordneten der Sudetendeutschen Partei ist es zu danken, daß es nicht zu blutigen Zusam­menstößen kam.

Diese Vorkommnisse und die im weiteren Ver­lauf erfolgten Mißhandlungen mehrerer Abgeord­neter der Sudetendeutschen Partei stehen zu den Gesetzen und der Verfassung des Staates in krassem Widerspruch ünd sind für ein tapferes und ehr- liebendes Volk unerträglich. Solche Vorkommnisse sind geeignet, den Frieden im Staate und die Ent­wicklung Europas zu gefährden. Diese Vorfälle haben mir vollends die Erkenntnis gebracht, daß unser guter Wille und unsere Warnungen offen­sichtlich mißachtet werden und daß jede weitere di­latorische Behandlung der sudetendeutschen Forde­rungen katastrophale Auswirkungen bringen kann. Diese mögen zwar geeignet sein, zunächst uns in Unrecht zu setzen, müssen aber eine ruhige Entwick­lung im Staate in Frage stellen. Die Ursache die ser Vorfälle sehe ich darin, daß die maßgebenden Regierungsstellen in Widerspruch zu ihren eindeu­tigen Zusicherungen und Erklärungen von untere geordneten Organen desavouiert werden, ohne

daß die vorgesetzten Stellen diese Faktoren zur Verantwortung ziehen. Die praktischen Forderun­gen, die ich als verantwortlicher und durch den Wahlausgang von 1935 legitimierter Sprecher des Sudetendeutschtums aus den gestrigen Vor­kommnissen, die nur ein Glied in einer langen Kette darstellen, erhebe, lauten:

Unverzügliche Jnangrisfnahme der Verwirk­lichung der von mir und meiner Partei geforder­ten Autonomie.

Ich erinnere Sie, Herr Staatspräsident, daß Sie seinerzeit im Kamps um die Entwicklungs- sreiheit Ihres Volkes die Autonomie der Völker in den Ländern der böhmischen Krone als ein­zige Gewähr für die gedeihliche Zukunft der Böller erachtet haben. Nur rasche Verwirklichung der geforderten Autonomie mit dem praktischen Ziel der Selbstverwaltung der Volksintercssen und der Besorgung der staatlichen Agenda durch Deutsche im deutschen Gebiet vermag allein eine weitere Zuspitzung der innerpolitischen Verhält­nisse in Bann zu halten. Der Versuch der macht- mäßigen Aufrechterhaltung eines einseitigen tschechischen Herrschastsoerhältnisses im Nationali­tätenstaat macht jede gerechte, wirksame und kon­struktive Lösung des Nationalitiitenproblems un­möglich.

Herr Präsident! Ich erhebe diese Forderungen im Bewußtsein meiner Verantwortung als Sprecher des Sudetendeutschtums. Damit zeige ich aber gleichzeitig jenes Maß von Perantwortung auf, das Ihnen, Herr Präsident, und Ihrer Re­gierung in erster Linie zukommt.

Lcitmeritz, am 18. Oktober 1937.

Konrad Henlein."

(Siehe auch Seite 2)

Moskau sabotiert weiter die Nichteinmischung

Srech tzußenmimsier kden ein! - Sonderbare winketzüge der englischen presse

(Dizsnsr vraktbsriokl äsrLrsmsr 2sitang") London, 19. Oktober

Mit großer Spannung sieht man in London der heutigen Sitzung des Nichteinmischungsausschufscs entgegen. Als Zeichen für deren bedeutsamen Charakter wird vor allem die Tatsache gewertet, daß Eden persönlich ihren Vorsitz führt. Man schließt daraus, daß die englische Regierung einer­seits eine Lösung der zur Debatte stehenden Frü­gen beschleunigen und andererseits durch die Teil­nahme des Außenministers an den Verhandlun­gen ein größeres Gewicht in die Waagschale wer­fen will, um die Aussprache in ihrem Sinne zu be­einflussen und vielleicht auch sowjetrussischen Querschössen besser begegnen zu können.

2m allgemeinen ist die englische Presse verhält­nismäßig optimistischer Meinung über die weitere Entwicklung der Dinge. Dabei ist es jedoch be­merkenswert, mit welchen Winkelzügen von ihr versucht wird, unsachliche Bemerkungen in die Debatte zu werfen. Dies trifft besonders für die Times" zu, die gegen die Forderung Deutsch­lands und Italiens auf Zurückziehung gleichstar­

ker Kontingente von Freiwilligen auf beiden Sei­ten einwirft, daß die Freiwilligen auf feiten Francos zahlenmäßig viel stärker seien.

Großes Aufsehen hat in London die Erklärung der römischen2nformazione Diplomatica" erregt, in der erklärt wird, daß sich nur 49 000 italieni­sche Freiwillige im nationalspanischen Lager be­finden. Erst gestern hatten rotspanische Agenten in London wieder die Lügenmeldung ausgestreut, daß weit über 100 000 Italiener auf feiten Fran­cos kämpfen würden.

Das sich ständig gleichbleibende Störungsfeuer der Sowjets gegen positive Entwicklungen in der Spanienfrage zeigt sich erneut aus der Behand­lung der Sitzung des Londoner Nichteinmischungs-- ausschusses durch die Sowjetpresse. Die französisch-englischen Vorschläge mißfallen in erster Linie deshalb, weil sie wenn auch unter gewissen Bedingungen die Anerkennung Fran­cos als kriegführende Macht vorsehen, ein Schritt, dem sich Moskau, wie betont wird, niemals anschließen werde. Obwohl man dort geflissentlich vorgibt, imPrinzip" die Zurückziehung der Frei­willigen zu billigen, wird jedoch in den Presse­kommentaren ausschließlich die Forderung er­hoben, lediglich die auf feiten Francos kämpfen-

den Freiwilligen aus Spanien abzuberufen. Nir­gends findet sich auch nur eine Andeutung auf die. internationalen Brigaden der Valencia- Machthaber.

Erneut erheben die offiziösen BlätterPrawda" undJswestija" schwere Vorwürfe gegen die Re­gierungen von London und Paris, die der syste­matischen Nachgiebigkeit gegen dieAggressoren" beschuldigt werden. Die Haltung der Sowjet­union in der Spanienfrage bleibe, so wird all­seitig hervorgehoben,unverändert".

Wieder werden also die Moskauer Bolsche- wisten in London der Welt den Nachweis erbringen, daß es ihnen nicht auf die Bei­legung, sondern die Schürung des Kon­fliktes in Spanien ankommt. Werden Lon­don und Paris auf die offenen Angriffe der Prawda" undJswestija" wiederum mit Unentschiedenheit statt mit scharfer Zurecht­weisung des europäischen Brandstifters ant­worten?

firaberiumkamps aufteben unvlov entschlossen

Line Unterredung mit dem öroßmusti Schicksalsfragen an kngland

Paris, 19. Oktober.

Paris Soir" bringt eine Unterredung, die der Eroßmufti von 2erusalem in der Hauptstadt Palästinas vor seiner Abreise nach Damaskus einem Sonderberichterstatter gewährt hat. Die Unterredung habe in einem Empfangszimmer der Omar-Moschee stattgefunden. Der Mufti Hadj ol Husseini erklärte dem Blatt zufolge, das ara­bische Volk werde niemals die von England ge­plante Aufteilung Palästinas zulassen, die den Verlust der reichsten Landstriche Arabiens bedeuten würde. Die Araber seien seit 1300 2ahren die einzigen Herren Palästinas und wollten es auch bleiben; keine Vergleichs- lösung werde sie zufriedenstellen. Nur die völlige Unabhängigkeit komme in Frage, die es den Arabern ermöglichen werde, dem Eindringen der Zionisten ein Ende zu bereiten.

Die Versprechen, die England den Juden ge­macht habe, gingen die Araber nichts an. Eng­land habe den Juden nicht etwas versprechen kön­nen, was ihm gar nicht gehöre, nämlich das arabische Palästina. Mögen sich die Engländer vorsehen! Ihre Politik in Palästina sei im Be­griff, ihnen die Sympathien nicht nur der Araber Palästinas, sondern aller Länder arabischer Rasse und der gesamten muselmanischen Welt zu ent­fremden. Aus der vor kurzem abgehaltenen Kon­ferenz von Bludon seien alle arabischen Länder, Aegypten, Irak, Syrien und Arabien vertreten gewesen und hätten ihren völligen Zusammenhalt mit der Sache der Araber in Palästina betont und ihnen Unterstützung versprochen.

Der Berichterstatter führt dann noch an, der Mufti habe die Frage aufgeworfen: Werde Eng­land es wirklich wagen, sich wegen der Ziosiften

Der (Irnginnkti von .loini^ali-i», Oor lcürxlicli uu-< cksr Owar-Aoscbss Zoüoksn ist unä sieb gsgsn- växtiZ iu Damaskus aukkält. fDrssss-Lollmaun

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mit der arabischen Welt und mit dem ganzen Islam auf den Tod ssu verfeinden?

Rom, 19. Oktober.

Die Häupter der äthiopischen Mohammedaner haben, nach Zeitungsmeldungen aus Addis Abeba, an den Bölkerbund, den englischen Premier­minister und den Eroßmufti von Jerusalem Pro­testschreiben gerichtet. Sie mißbilligen auf das schärfste die von der englischen Regierung in Palästina verfolgte Politik und verwahren sich gegen jeden Plan einer Lostrennung Palästinas von der übrigen arabischen Welt.

Neue küulersprengungen bei Lgddo

Jerusalem, 19. Oktober.

Die gespannte Lage in Palästina hält nach den letzten Berichten weiter an und scheint sich in einigen Landesteilen wie neue Zwischenfälle beweisen zu verschärfen. So griffen in einem Dorf bei Hebron in Süd-Palästina Araber eine dortige Polizeistation an und zogen sich erst nach einem heftigen Kugelwechsel zurück. In zwei Dörfern bei Lydda wurden von englischen Truppen fünf Häuser, deren Besitzer beschuldigt werden, an dem Attentat auf den Eisenbahnzug bei Raselain beteiligt gewesen zu sein, durch Dynamit in die Luft gesprengt.

Bei einem Feuerüberfall auf arabische Straßen- arbeiter in Jerusalem wurde ein Araber verwun­det An einer anderen Stelle Jerusalems wurde ein Armenier durch einen S-buß schwer verletzt. Die Täter sind in beiden Fällen unerkannt ent­kommen. Die Zahl der in ganz Palästina während der letzten beiden Tage verhafteten Araber dürfte sich bereits auf ISO belaufen.

vos ist Ihreoemokralle"!

Die skandalösen Vorgänge in Teplitz-Schönau

Die Herren in Prag haben in den letzten Tagen ihren demokratischen Gefühlen wieder einmal Luft verschafft. Vor einigen Tagen konnte es sich ereignen, daß ein amtierender tschechischer Minister eine Kunstausstellung mit einem pathetischen Appell an das soge­nanntehöhere Kunstgefühl" eröffnete, auf der in Wirklichkeit die. skandalösesten Ten­denz-Machwerke gezeigt wurden. Man schreckte in Prag nicht davor zurück, zwei Tage lang Bilder in dieser sogenannten Kunstausstellung" hängen zu lassen, die eine einzige Beleidigung und Herausforderung der deutschen sowie der italienischen Nation darstellten. Uebelste Sudeleien wurden nicht nur geduldet, sondern erfreuten sich so, bis der einhellige Protest der deutschen Oeffent­lichkeit seine Wirkung erzielte, wohlwollen­der Förderung an höchsten amtlichen Stellen! Diesem ersten Skandal ist inzwischen der zweite auf dem Fuße gefolgt.

Am vergangenen Sonntag hat in der de­mokratischsten aller Demokratien wieder einmal der Polizeiknüppel re­giert. Opfer und Objekte waren diesmal die parlamentarischen Vertreter des Sude­tendeutschtums, also Abgeordnete des Präger Parlaments, die alle Rechte einer sogenann­ten parlamentarischenDemokratie" genie­ßen, oder besser: nach den heiligen Buch­staben demokratischer Gesetze genießen soll­ten. Keinen Augenblick hat der tschechische Polizeiterror Veranlassung genommen, vor diesen parlamentarischen Rechten zurückzu­weichen, im Gegenteil: der Polizeiknüppel hat erst recht regiert, und nicht nur parla­mentarische Rechte, sondern primitivste Ge­setze des menschlichen Anstandes, die im Le­ben jedes zivilisierten Staates unantastbar sein füllten, sind in der brutalsten Weise mit Füßen getreten worden!

Dieselbe Knüppelgarde hat sich ausgetobt, die sich vor einem halben Jahr an einem Reichsdeutschen versuchte und die damals schon das wahre Gesicht der tschechischen Demokratie" in der radikalsten Form ent­hüllte. Der Fall Weigel ist damals auf Grund des schärfsten deutschen Einspruches gegen diese mittelalterlichen Polizeimethoden zu einer Affäre geworden, die der Präger Burg alles andere denn angenehm gewesen sein dürfte und die ihr vor allem alle Ver­anlassung gegeben haben muhte, auf ihre Polizeiorgane in erzieherischem Sinne ein­zuwirken. Kein einziger der damaligen^ deutschen Vorwürfe ist entkräftet worden. T

Der jetzige Vorfall in Teplitz-Schönau istA daher nur eine weitete Vervollständigung des Bildes der tschechischen Terrorwelle. Man komme nicht und sage, es handele sichnur" um sudetendeutsche Abgeordnete, und diese Angelegenheit sei eine ausschließlich inner­politische, die niemand anders etwas angehe. Auch diesesArgument" zieht nicht, selbst wenn es aus höchstem, demokratischen Munde kommen sollte.

Das, was. sich in Teplitz-Schönau ereignet hat,. ist eine H erausforderung an Millionen Sudetendeutsche, die in einem Staate leben, in dem das soge­nannte Staatsvolk selbst Minderheit ist. Die Vorgänge sind eine brutale und schamlose Verleugnung nicht nur der primitivsten Ge­setze des menschliche» Anstandes und der aus demokratischem Munde so vielgepriesenen Humamtüt", sondern vor allem ein Schlag ins Gesicht für alle internationalen Bestim­mungen, die es über den verbrieften Schutz der Minderheiten gibt.

Die Millionen Sudetendeutsche sind ein zu gewichtiger Faktor, als daß sich dieses Pro­blem mit Polizeigefängnissen oder brutalem Polizefterror lösen ließe. Man sollte sich in Prag rechtzeitig daran erinnern, daß mit Gewaltmethoden entscheidende Lebensfragen eines Staates nicht gelöst werden können. Und dann vor allem eines: man sollte in­zwischen auch in Prag gemerkt haben, daß überall, wo Deutsche auf dieser Welt leben, das deutsche Volk in seiner Ge­samtheit einen tiefen und absolut natür­lichen Anteil am Schicksal seiner Brüder nimmt.

.Gewiß leben die Sudetendeutschen in einem Staatsverbande, der sie zu tschecho­slowakischen Bürgern machte. Aus tschechi­schem Munde selbst ist aber immer wieder das Eingeständnis gekommen, daß aus den Sudetendeutschen damit keine Tschechen ge­worden sind und daß die Existenz des tschechoslowakischen Nationalitätemkaaie« letzten davon abhänge, inwieweit ec- ; ' die Nationalitätenfrag« befrieoigend zu lösen. Wie die Taten aussehen, beweisen die Vorgänge in Teplitz-Schönau. Wenn der Weg zur Lösung der wichtigsten Lebensfrage des