Ausgabe 
(15.10.1937) Nr. 283
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parsLiainEche ^geszeittmg

Nachrirtztenblatt der Deutschen flrbeitsftont Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des 3enats der Freien Hansestadt Vremen

Postscheck- Sambura , 7?79 42 Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar.

! Vas amtliche Verkundungsblatt des

Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Nr. 285 / 7. Jahrgang

sreitag, 15. okwber 1957

kinzelpreis 15 Npf.

volschewisten erschießen flüchtlingsgruppen

Neues vlutbad in Sowjetspanien

Unser lagesspivgvl

Morgen tritt in London der Spanien-Unter- aus^huß zusammen.

In Sowjet-Spanien werden Flüchtlinge von den roten Horden in Masse» erschossen. Wien steht im Zeichen sensationeller Ent­hüllungen über eine Eeheimehe des Kron­prinzen Rudolph.

Nach einer Verordnung des Reichskommissars für die Preisbildung ist jede Mieterhöhung in Zukunft genehmigungspflichtig.

Für die kommende erste Reichsstratzensamm- lung hat die DAF. ei» umfangreiches Pro­gramm ausgestellt.

In Oberneuland sprach Kreisleiter Sturm- Delmenhorst zur Eröffnung des WHW.

Die Eauschule Hohenböken der NS.-Frauen- schaft besteht nunmehr ein Jahr.

Die zweite Altpapiersammlung setzt für Bre­men am morgigen Sonnabend ein.

Die Schlutzaussprache des DRL.-Kreises Bremen unterstrich den vollen Erfolg der Leistungsschau".

Die fliegende Eauschule Berlin wurde in Baden von einem schweren Unfall betrossen. Eine Schlagwetterexplosion forderte in Eel- senkirchen 7 Tote.

Moskauer Methode

Salamanca, 15. Oktober Die Moskauer Methode, beim zunehmenden Versagen des Eesamtapparates einzelne Cünden- böcke herauszusuchen und reihenweise zuliqui­dieren", macht sich auch bei den bolschewistischen Machthabern in Spanien immer mehr bemerkbar. So fand man bei einem an der Asturiensront gefangenen Anführer der Bolschewisten einen Befehl seines Chefs, der in rücksichtsloser Weise die Demoralisierung der gegen Franco kämpfenden Haufen beleuchtet.

Danach wurde angeordnet, daß nach Verloren­gehen einer Stellung nachgezählt «erden soll, wie hoch die Verluste sind. Erreichen sie nicht 48 v. H., sind ein Offizier und ein politischer Kommissar zu erschießen. Von Milizen, die aus keine Befehle

mehr hören und flüchten, soll von zehn Mann immer einer niedergeschossen werden, dabei der zuständige Offizier und der politische Kom­missar. Wird eine Stellung nach ungenügender Verteidigung geräumt, ohne daß das Oberkom­mando eine Lifte der Füsilierten erhält, schickt es selber ein Exekutionskommando. Aus einem anderen Schriftstück geht hervor, daß am 8. Oktober derHauptmann" und der politische Kommissar der zweiten Kompanie des sogenannten 222. Ba­taillons erschossen wurden, weil Pena da Rapa- dona verlorenging.

Die französische Nachrichtenagentur Harms mel­det aus Perpignan: Wie man aus Sän Julia de Loria in der Pyrenäen-Republik Andorra er­fährt, versuchte am Montag eine Truppe von 300 Spaniern nach Andorra zu fliehen. Mehrere Spanier hatten bereits die Grenze von Andorra überschritten, als plötzlich spanische Bolschewisten

auf die Flüchtlinge ein heftiges Eewehrfeuer er­öffneten. Bei der allgemeinen Panik konnten sich nur die Anführer der Flüchtlinge nach Andorra retten. Doch wurden drei von ihnen angeschossen und schwer verletzt in das Krankenhaus von An­dorra gebracht.

Eine weitere Flüchtlingsgruppe wurde von den spanischen Bolschewisten in eine Felsenenge ge­trieben und dort einfach niedergeschossen.

Wieder eine andere Flüchtlingsgruppe hielt sich an einen Wegweiser. Dieser war jedoch schon feit Monaten von den Bolschewisten in eine falsche Richtung gedreht worden so daß sich die Fliehenden plötzlich statt in Andorra in dem Dorfe Arcabell auf bolschewistischem Gebiet be­fanden. Zwei Versprengte dieser Gruppe, die später doch Andorra erreichten, erzählten, daß IN Männer dieser Gruppe in dem Dorfe auf der Stelle erschossen worden sind.

klnberusung des tonvoner Unterausschusses

Jede Mieterhöhung künftig genehmigungspflichtig

Berlin, 1S. Oktober.

Vor dem durch die Preisstopd'.rordnung ver­ordneten allgemeinen Mieterhöhungsverbot be­standen bisher auf Grund der Ausführungsver­ordnung vorn 30. November 1836 noch gewisse Ausnahmen. Insbesondere war für diejenigen Wohnungen, die unter die. Vorschriften des Reichsmietengesetzes fielen, eine Mieterhöhung bis zur Höhe der gesetzlichen Miete gestattet, und es war ferner zugelassen, daß im Falle der Durch­führung von Umbauten, einer Aenderung der Benutzungsart oder von Steuer- und Gebühren- erhöhungen der Hausbesitzer von sich aus ohne be­sondere Genehmigung eine Erhöhung der Miete vornehmen durfte.

Es hat sich gezeigt, daß diese Ausnahmevor­schriften teilweise dazu mißbraucht worden sind, Mieterhöhungen durchzudrücken, die sachlich nicht gerechtfertigt waren. Der Reichskommissar für die Preisbildung hpt sich deshalb genötigt ge­sehen, die in der Ausführungsverordnung vom 3V. November 1936 bisher enthaltenen Sonder- vorschriften aufzuheben. Nach einer 3. Ausfüh­rungsverordnung vom 27. September 1937 zur Verordnung über das Verbot von Preiserhöhun­gen vom 26. November 1938 (REVl. I S. 955), die im RGBl. abgedruckt ist, ist nunmehr für jede Mieterhöhung eine ausdrückliche Geneh­migung der Preisbildungsstelle not­wendig.

Die Entscheidung über derartige Ausnahme- anträge war bisher für das Gebiet einer ganzen Provinz an einer Stelle, nämlich bei den Ober­präsidenten (in Berlin beim Stadtpräsidenten, außerhalb Preußens bei den Landesregierungen) zentralisiert. Dadurch liefen bei diesen Behörden derartig viel Anträge zusammen, daß sie nicht immer mit der wünschenswerten Schnelligkeit er­ledigt werden konnten. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat sich deshalb entschlossen, durch eine im Reichsanzeiger veröffentlichte 4. An­ordnung über die Wahrnehmung der Aufgaben und Befugnisse des Reichskommissars für die Preisbildung vom 27. September 1937 die Auf­gaben der Preisbildungsstellen hinsichtlich der Mieten und Pachten für Wohnungen und Ge­schäftsräume den Stadt- und Landkreisen zu über­tragen. In den Landkreisen ist eine weitere lleber- tragung auf Gemeinden über 10 000 Einwohner zulässig.

kngland und srankreich fordern schnelle Vereinigung der spanischen sreiwilligen-srage / Morgen die erste Sitzung

grenze der von den Sowjets beeinflußten Außenmongolei auf weite Strecken japanischen militärischen Einflüssen ausgesetzt.

Die japanisch-mongoliichen Tru ts ihren Mar"

London, 15. Oktober

Wie von zuständiger englischer Seite verlautet, ist der Hauptunterausschuß des Nichteinmischungs­ausschusses für den morgigen Sonnabend, 18.39 Uhr unter dem Vorsitz von Lord Plymouth einbe­rufen worden. Lord Plymouth wird die Sitzung mit einer Erklärung der britischen Regierung eröffnen. Anschließend wird der französische Bot­schafter Corbin den französischen Standpunkt dar­legen.

England und Frankreich seien, so verlautet weiter, bemüht, die Aussprache sobald als möglich zum Abschluß zu bringen. Erst wenn die Freiwilligen-Fragein zufriedenstellender Weise geregelt" worden sei, werde sich der Ausschuß ent- sprechend den Vorschlägen des britischen Weiß­buches vom'Juli mit der Zugestehung von Krieg- sührenden-Rechten an die beiden spanischen Par­teien zu beschäftigen haben. In dieser Frage habe also die britische Regierung ihren Standpunkt nicht geändert. Bezüglich der Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen erwäge man die Ein­setzung eines Ueberwächungsausschusses.

Paris, 15. Oktober.

Im Anschluß an den gestern abgehaltenen fran­zösischen Ministerrat wurde folgende amtliche Mitteilung ausgegeben:Außenminister Delbos hat sich im einzelnen über die laufenden Ver­handlungen betr. Spanien und besonders bezüglich des Zusammentritts des Nichteinmischungsaus­schusses, der für die allernächste Zeit in Aussicht steht, verbreitet. Er hat in großen Linien die präzisen Projekte auseinandergesetzt, die gemein­sam zwischen Frankreich und England ins Auge gefaßt sind."

In französischen gut unterrichteten Kreisen ver­lautet zu der Ministerbesprechung, die französische Regierung werde sofort bei Beginn der Ver­handlungen vor dem Nichteinmischungsausschuß beantragen, daß ein Uebereinkommen innerhalb einer genauen Frist beispielsweise innerhalb sechs Tagen zwischen den interessierten Staa­ten über den Grundsatz abgeschlossen werde, daß die Freiwilligen zurückgezogen werden müßten, sowie über die im allgemeinen hierfür zur An­wendung kommenden Methoden. Frankreich wolle die Gewähr haben, daß die Beratungen sofort eine positive Richtung nähmen. Wenn dieses Uebereinkommen nicht unter den vorgesehenen Bedingungen erreicht werden würde, dann würde sich die französische Regierung für berechtigt hal­ten, sich ihre Freiheit gegenüber dem Nichte,n- mischungsabkommen wieder zn nehmen.

Sensation um Kronprinz Nudolpii

Line oetzeimetze Ves kabsburgers! flngeblictzer Sotzn meldet flitz

2 . Wien, 15. Oktober

Wien hat eine neue Sensation. Die vielen Rätsel um das Leben und den Tod des öfter- reichijch-ungarischen Kronprinzen Rudolph sind um ein weiteres Geheimnis erweitert worden, Das allerdings vielleicht schon demnächst seine Ent­schleierung erfährt. Kronprinz Rudolph von Habsburg soll vor seiner Ehe mit Prinzessin Ste- phani von Wien in geheimer Ehe mit Prinzessin Maria Antonie von Toscana vermahlt gewesen sein- In Wien ist ein angeblicher Sohn aus dieser Eeheimehe aufgetaucht, der an Hand noch.nicht geprüfter Dokumente den Nachweis der.Vaterschabt Rudolphs erbringen und zugleich Ansprüche aus gewisse Habsburgische Besitztümer geltend machen

^Robert Pachmann heißt dieser angebliche Sohn Rudolphs. Er wurde 1883 geboren und lebte kett vielen Jahren in Wien E,n B-rtreter des Neuen Wiener Journals" hat Pachmann auf­gesucht und jetzt überraschende Einzelheiten über den Fall veröffentlicht. Danach soll Kronpr nz Rudolph ohne Missen Kaiser Franz Josephs Prin­zessin Maria Antonie tatsächlich insgeheim gehei­ratet haben. Im Jahre 1883 entsprog dieser Ehe

ein Sohn, der zu Verwandten eines Vertrauten des Kronprinzen gebracht wurde, die ihn als Adoptivsohn auszogen und eine Entschädigung von 60 000 Goldkronen erhielten. Prinzessin Ma­ria starb im April 1883 in Cannes. Robert Pach­mann will erst im Alter von 17 Jahren erfahren haben daß er ein Sohn Rudolphs-sei. Der Name seiner' Mutter sei ihm sogar erst im Jahre 1934 mitgeteilt worden DasNeue Wiener Journal" veröffentlicht ein Faksimile des Deckblattes eines Dokumentenpaketes mit Aufzeichnungen des Kron­prinzen das folgende Aufschrift in französischer Sprache trägt:Die Korrespondenz meiner Prin­zessin Dokumente unserer geheimen Heirat im Jahre 1880. Die Funktion von Marschall." (Bezieht sich auf den Weiheb,ichof Marschall, der die Eheschließung vollzog). Unterschrift: Rudolph. Außerdem sollen nach den Angaben Pachmanns von seiner Pflegemutter bei einem Wiener Notar Dokumente hinterlegt worden sein. aus'denen die Abstammung Pachmanns gleichfalls hervorgehe. Kaiser Franz Joseph soll über die Geburt eines Sohnes des Kronprinzen Kenntnis erhalten haben. Man kann gespannt sein, zu welchen Ergebnissen die Untersuchung führen wird.

Der diplomatische Mitarbeiter derEvening News" meldet, daß eine Vollsitzung des Nichteinmischungsausschusses in der nächsten Woche stattfinden wer. -. ,,Evening Standard" wendet sich gegen den französischen Druck auf London, um zu einem gemeinsamen französisch-englischen Bor- gehen auf Minorca zu gelangen. England habe gegenüber den spanischen Inseln keine Verpflich­tungen und könne auch keine eingehen. Die bri­tische Flotte habe genug mit der Sicherung der eigenen Seewege zu tun. Es wäre daher eine Wahnsinnstat, die britische Flotte für die strategischen Interessen einer anderen Macht ein­zusetzen.

Italien warnt vor vesetzung Minorcas

Rom, 15. Oktober.

Die italienische ZeitungGiornale d'Jtalia" vermerkt die aus London eintreffenden Nachrich­ten, wonach sich die englische Regierung gewei­gert habe, der von gewissen Kreisen vorgeschla­genen französisch-englischen Besetzung von Minorca zuzustimmen. Die Absicht einer solchen Besetzung, schreibt das italienische Blatt, würde durchaus jener Politik der Achtung der Integrität Spa­niens und der Unverletzlichkeit des politischen Status im Mittelmeer widersprechen, wozu sich Italien durch das Gentleman-Agreement und den gleichzeitigen Schriftwechsel Ciano-Drum- mond, sowie durch seine offiziellen Erklärungen verpflichtet habe, die für alle anderen Mächte heute und in Zukunft gleichfalls verbindlich seien.

(Siehe auch Seite 2)

25 lanks zerstört

Sevilla 15 . Oktober.

Der nationalspanische General Queipo de Llano teilte mit, daß an der Saragossa-Front im Abschnitt der Ebro-Quelle die Bolschewisten mehrere Angriffe großen Stils unternommen haben. Die starken Jnfanteriemassen des Geg­ners drangen im Schutze von 50 Tanks vor von denen die Nationalen 2g außer Kampf setzten.

Die nationalfpanischen Truppen setzten an der Asturien-Front ihre Operationen mit Er­folg fort, ohne daß sie auf den von den letzten Tagen her gewohnten Widerstand stießen. Die Bolschewisten zogen sich nach Jnfiesto, 40 Kilometer östlich von Oviedo und auf das an der Küste 40 Kilometer östlich von Gijon gelegene Colunga zurück. Die nationalen Flieger warfen übe: den Befestigungsanlagen in diesen beiden Abschnitten mehrere tausend Kilo Bomben ab- Die durch das Sella-Tal führende Hauptstraße gehört jetzt in ihrer ganzen Ausdehnung den Nationalen. Die Truppen des Küstenabschnitts und die des Sektors Cangas de Onis haben die Verbindung mitein­ander hergestellt. An der Südfront gingen die Nationalen im Abschnitt Picco Valoerde weiter vor und nah»en am Donnerstag von der Sierra Eranda aus die noch vom Gegner behaupreten Bergstellungen im Castiello- und im Carrada- Gebirge unter Feuer. Die Zahl der bolsche­wistischen Verluste in den letzten Tagen beträgt nach EefangenenachSsagen etwa 10 000.

flweisui eingenommen

Bor der Bildung einer autonomen Jnnermongolei Tokio. 15. Oktober.

Nach mehrtägigen heftigen Kämpfen haben ja­panisch-mongolische Truppen die Hauptstadt der innermongolischen Suiyuan-Provinz, Kweisui, eingenommen. Die Stadt liegt an der außer­ordentlich wichtigen Suiyuan-Kalgan-Eiscnbahn, nur 188 Kilometer vom Endpunkt Paotau am Oberlauf des Gelben Flusses entfernt und stellt in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht ein Hauptzentrum des chinesischen Einflusses in der inneren Mongolei dar.

Es beherrscht die wichtige zuy, Steppengebiet der innermongolischen Hochebene führende Paß­straße, die nordwärts in eine jahrhundertealte Karawanenstraße zur Außenmongolei ausläuit. Mit dem letzten japanischen Erfolg wird die Süd­

.. -- - -ruppen setzten be­

reits ihren Marsch in westlicher Richtung auf den Eisenbahn-Endpunkt Paotau fort. Politische Kreise erwarten nunmehr einen starken Aufschwung der Pläne zu Bildung einer autonomen inneren Mon­golei durch Zusammenfassung der Tschachar- und Suiyuan-Provinzen unter dem japan freundlichen Fürsten Tewang.

Amerikanischer Matrose in Schanghai verletzt

Schanghai, 15. Oktober

Bei der Beschießung chinesischer Stellungen im Raum von Putung durch javanische Kriegsschiffe auf dem Wangpu fielen Splitter japanischer Ee- schojse auf das USA.-FlaggschiffAugustä" und verwundeten einen Matrosen. Der Chef der 3. japanischen Flotte, Admiral Hasegawa sprach sein Bedauern über den Zwischenfall aus.

Keine flbenteuer gegen Japan

Englands bittere Erfahrungen mit Boykott­maßnahmen

London, 15. Oktober

Nachdem in letzter Zeit in England sehr oft zum Voykott Japans aufgerufen worden ist, erklärte der Präsident der Vereinigten britischen Handels­kammern. Sir Geoffrey Clarke, in einer Rede in Manchester, England dürfe sich auf keinen Fall ,n ein solches Abenteuer einlassen. Augenblicklich gebe es nur eine Pflicht, nämlich die Ruhe zu bewahren und übereilte Beschlüsse zu vermeiden. Englischerseits habe man genügend bittere Erfah­rungen gemacht, um sich ausreichend von der Un­wirksamkeit solcher wirtschaftlicher Boykotts über­zeugen zu können.

Prag ftat genug

Die Emigranten in mährische Dörfer verbannt

(Üägsvsr vi-abtbsriobt äsrSrsmsr 2situng") Prag, 15. Oktober.

Auch Prag scheint jetzt über das verbrecherische Unwesen der Emigranten genügend lehrreiche Erfahrungen gesammelt zu haben. Auf Veran­lassung der Regierung haben sämtliche Emigran­ten auf dem schnellsten Wege die Städte Prag Brunn, Prehburg und Mährisch-Ostrau zu ver­lassen Von dieser Maßnahme weiden etwa 3500 Personen (!) erfaßt. Sie sollen in acht Be­zirken des böhmisch-mährischen Hügellandes an­gesiedelt werden. Das Präger Innenministerium hat bereits diesbezügliche Vorbereitungen in den in Frage kommenden Dörfern in Angriff ge­nommen.

Vas ist die Käste!

Wien, 15. Oktober.

Wegen schamloser Verletzung des deutsch-öster­reichischen Presseabkommens wurde auf Bei­fügung des Bundeskanzleramtes die marxistische Freiheit" beschlagnahmt. Der verantwortliche Schriftleiter soll zur Rechenschaft gezogen' werden. Das Hetzblatt der Bankrotteure, die einst Deutsch­land durch Gewissenlosigkeit und Unfähigkeit in tibsstes Elend stürzten, hatte sich herausgenom­men, in giftigster Verdrehung die lächerliche Ver­leumdung zu verbreiten, daß erst seit 1933 der Niedergang Deutschlands eingesetzt habe!

UnrustesterS Palästina

Anschlag aus einen Eisenbahnzug

Paris, 15. Oktober

Aus Jerusalem wird gemeldet: Ein äußerst schwerer Anschlag wurde in den Abendstunden des Donnerstag in Palästina verübt. Unbekannte Attentäter sprengten einen Zug auf der Strecke LyddaRaseley in die Luft. Es sollen zahlreiche Fahrgäste getötet worden sein.

weltaufgesttzlossene lugend

Sie fluslandsbeftetzungen der Mler-Jugend

Noch vor eineinhalb Jahren wurde der Hitler- Jugend in Artikeln der Auslandspresse und auf internationalen Jugendkongressen der Vorwarf gemacht, daß sie die deutsche Jugend planmäßig von jeder Berührung mit der Welt fernhalte und sie mit chauvinistischem Hochmut, Haß und Nicht- verstehen gegenüber den anderen Völkern der Erde, vor allem gegenüber den Nachbarvölkern, erfülle. Wenn diese Stimmen nun unterdessen völlig verstummt sind, so geschah Lies nicht allein aus Mangel an Stoff, sondern auch weil die so ganz gegenteilige Wirklichkeit und Haltung der Hitler-Jugend vor der Welt nicht mehr länger wegzulügen, ja nicht einmal länger zu verheim­lichen war.

Die Auslandsbeziehungen der Hitler-Jugend, schon vordem reich und mannigfach, haben beson­ders in diesem Jahre eine derartige Verdichtung und Vervielfachung nach allen Seiten hin erfah­ren, daß die Aufmerksamkeit sowohl der deutschen wie auch der internationalen Öffentlichkeit mehr und mehr darauf hingelenkt wurde, so daß jede Möglichkeit einer derartigen verleumderischen Propaganda wohl für immer verschwunden ist. Es genügt hier die Erinnerung an die markan­testen Ereignisse und Erfolge dieser Auslands­arbeit: die intensive Verdichtung des Austausches und der Zusammenarbeit mit der italienischen Jugend, die in den Leiden Jugendführungs­akademien in Berlin und Rom ihre bleibenden KristallisationspUnkt« erhält, die Gemeinschafts­lager und beiderseitigen Aufmärsche in Berlin und Rom vor den Führern der beiden Völker, die weitere Verdichtung der deutsch-englischen und der deutsch-polnischen JugendbeZiehungen, die erstmalige Aufnahme solcher Beziehungen mit der französischen, schwedischen, rumänischen, spanischen und portugiesischen Jugend. Ueber den Kreis un­seres Heimaterdteils hinaus wurde erstmalig auch mit der amerikanischen, ägyptischen und japa­nischen Jugend Fühlung genommen, womit allein schon der großzügige Geist einer weltweiten Auf­geschlossenheit der Hitler-Jugend genügend unter Beweis gestellt wäre.

Einen viel tieferen und nachhaltigeren Eindruck als diese gewaltig gesteigerte Vesuchstätigkeit in beiden Richtungen müssen auf den Betrachter aber noch gewisse andere Erscheinungen machen, so etwa die Erklärung des Reichsjugendführers Baldur von Schirach vor der deutschen und internatio­nalen Presse, daß künftighin jeder Anwärter des höheren HJ.-Fllhrerkorps wenigstens ein halbes Jahr Ausländsaufenthalt und die Beherrschung mindestens einer Fremdsprache in Wort und Schrift nachweisen muß; oder etwa die Studien­reisen der wirtschaftspolitischen Schulungsreferen­ten der Hitler-Jugend nach England und in den europäischen Slldosten; vor allem aber die in An­griff genommene Aufstellung von Aus­landsarbeitsgemeinschaften in den Gebieten der Hitler-Jugend, die sich mit der Sprache, Kultur, Geschichte, Wirtschaft und Poli­tik bestimmter Völker und Völkergruppen ein­gehend befassen werden. Alle diese Unternehmun­gen, vor allem aber die letztgenannten Arbeits­gemeinschaften, sind durchaus dazu angetan, die Auslandsbeziehungen der Hitler-Jugend schon in naher Zukunft völlig jeder Zufälligkeit zu ent­heben und sie auf einen soliden Unterbau von Planmäßigkeit und sehr erfolgversprechender Brei­ten-Arbeit zu stellen.

Es ist in der letzten Zeit angesichts der gesteiger­ten Auslandsbeziehungen der Hitler-Jugend mehr­fach die Frage aufgeworfen worden, was ihnen denn für ein politiicher oder auch nur menichl-cher Nährwert" inncwohne und ob denn die Be­gründung vom Sichkennenlernen und Verstehen der Jugend als der notwendigen Voraussetzung von Völkerverständigung und Frieden ausreichend sei und nicht nur eine bloße Phrase wäre. Solchen Fragen gegenüber muß man zunächst darauf hin­weisen, daß über den menschlichen Wert des Kennenlernens fremder Völker und Länder wohl kaum eine Diskussion möglich ist. Man sagt doch z. V. von jemandem, der eine fremde Sprache er­lerne, daß er sich eine zweite Seele aneigne. Mit dieser Erkenntnis stehen wir aber auch schon mittendrin im Erfassen des politischen Wertes eines solchen Kennenlernens und Verstehens. Ilm- g^kehrt aber kann es nur unser Interesse sein, daß ^ möglichst viele Angehörige vieler Völker, uns, unsere Sprache, unsere Art, unsere Geschichte, die Schwierigkeiten unseres politischen und wirt­schaftlichen Daseinskampfes kennenzulernen, da­mit sie die Voraussetzungen unserer Politik ver­stehen und bann nicht so leicht einer gegen uns ge­richteten lügnerischen Verleumdung zum Opfer fallen.

Im übrigen folgt eine derartige Jugendarbeit allerdings mehr oder weniger den Spuren der Politik, ja sie ist selbst ein Mittel der Politik, und zwar, ganz ähnlich wie die modernen Kul­turabkommen, ein ungemein feines Mittel der neuzeitlichen Siaatskunst. Gewiß werden sich die Auslandsbeziehungen der Jugend eines Volkes niemals für sich selbst und losgelöst von der übrigen Politik dieses Volkes entwickeln können. Dennoch sind aber der Jugend auch in dieser Hin-

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