parteiamtliche Tageszeitung
Tlachrichtendlatt der Deutschen flrdeitsstont Vremen
der Nationa!
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Nr. 281 / ?. Jahrgang
Mittwoch, 15. aktober 1SZ7
kinzelpreis 15 Npf.
wieder britische Diplomaten beschossen
Unser Vagvsspiegel
Zu Mussolinis Antwortnote ist in London und Paris eine Entspannung zu verzeichnen. In Beirut wurde der USA.-Generalkonsul erschossen.
Auf dem chinesisch-japanischen Kriegsschauplatz wurden drei Kraftwagen der britischen Botschaft beschossen.
2m Pariser Salon bringen 21 ausstellende französische Autosirmen nur drei neue Modelle auf den Markt.
Die Zahl der Arbeitslosen im Reich ist im September weiter gesunken.
2m Weltschisfbau liegen Großbritannien und Deutschland an führender Stelle.
Spanisch als Lehrfach wird künstig in den höheren Schulen der französischen und italienischen Sprache gleichgestellt.
Aus der Haupttagung der Lilienthal-Eesell- schaft wurde eine einleuchtende Erklärung über die Ursache der „Hindenburg"-Kata- strophe abgegeben.
2n Frankfurt a. M. erregten zwei erneute Fälle der Rassenschande den Unwillen der Bevölkerung.
2m Berlin-Wilmersdorser Krematorium wurde Renate Müller zur letzten Ruhe gebracht.
Mit einer erhebenden Feierstunde, in der Gauschulungsleiter Mischer sprach, wurde gestern die Volksbildungsstätte Vremen 1937/38 eröffnet.
Die Antikomintern-Ausstellung wurde bis heute von 1S vvü Bremern besucht. Vizeadmiral Vöhm trug sich in das Goldene Buch Bremens ein.
Forschungen;ur Judenfrage
München, 13. Oktober.
Der Stellvertreter des Führers. Reichsminister Rudolf Hetz, empfing die Leiter der Forschungs- abteilung Judenfrage des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands zu einem Bericht über die wissenschaftlichen Arbeiten und den Aufbau der Bibliothek zur Geschichte der Judenfrage in München. Der Stellvertreter des Führers nahm dabei den ersten Band der vor kurzem erschienenen „Forschungen zur Judenfrage" entgegen. Er sprach erneut die kräftige Teilnahme aus, die er persönlich und die NSDAP. den Arbeiten der Forschungsabteilung entgegenbringen.
Kampf den Juden in Wien!
Eroher Aufklärungsseldzug hat begonnen
(Ligsusr vradtbsriedt äse „Lromsr 2s!tuuZ") Wien, 13. Oktober.
Nach langen Verhandlungen wurde dem österreichischen Antisemitenbund jetzt von der Regierung der Beginn einer Devfammlungsaktion in den österreichischen Bundesländern gestattet. Die erste Großkundgebung in Wien hatte trotz Plakatverbot einen riesigen Zulauf. Ein starkes Polizeiaufgebot war allerdings erschienen, um etwaige Zwischenfälle — von jüdischer Seite waren Eegenkundgebungen angekündigt worden — M verhindern.
In einem umfassenden Referat legte Bundesleiter Karl Peters den Zuhörern die verheerenden Auswirkungen der jüdischen Invasion in Oesterreich dar. Ueberall, im Geschäftsleben, in der Industrie, in der Kunst, in der Presse, hatten die Juden den ausschlaggebenden Einfluss an sich gerissen. Es sei eine ungeheuerliche Frechheit, wenn jüdische Gazetten sich heute anmaßten, das Volk über die deutsche Sendung Oesterreichs „aufzuklären", und wenn diese jüdischen Schmierfinken, die einmal schwarzgelbe, dann rote, dann rot- weitzrote und zur Abwechslung wieder schwarzgelbe Propaganda treiben, sich den Anschein zu geben suchten, dass sie allein in Oesterreich die vaterländische Gesinnung gepachtet hätten. Ebensowenig könne es geduldet werden, wenn heute die Juden in Oesterreich die maßgeblichen „Kunst- grössen" seien. Die bodenständische Beoölke.ung Oesterreichs müsse den schärfsten Kannst gegen das Judentum aufnehmen.
öenerol Der Flieger INNcff in Mailand
Mailand, 13. Oktober
Staatssekretär General der Flieger Milch tras ,,, einem Besuch der Internationalen Lustfahrt- Lsstellung ^ Mailand ein. Nach einem Epen, das General Porro, der Kommandant der 1. Wehr- kretszone der Italien-.,chen Luftwaffe zu Ehren der deutschen Gäste nn kleineren Krei,e veranstaltete besichtigte General Milch mit seinem Gefolge in Begleitung der italien,,chen Flieger- offiziere die internationale Luftfahrtausstelb g- Bor dem Stand des Reichsoerbandes der deutjchen
Luftfahrt hiess General „Pmna Eeneralstab
der italienischen Lustwafte in Rom Staatssekretär Milch herzlich willkommen, worauf der Rundgang durch die Ausstellung begann.
In Sie InpaiM-chlmUltze feuerst»» geraten
Naub bleibt Naub
Deutschlands Necht aus seine Kolonien
Japan nicht unterrichtet
London, 13. Oktober Das englische Nachrichtenbüro Reuter meldet aus Schanghai, dass drei Kraftwagen der britischen Botschaft in China aus ihrem Wege von Nanking nach Schanghai von sechs Flugzeugen beschossen worden feien. Es werde behauptet, dass es sich um japanische Bomber gehandelt habe. Es sei aber niemand verletzt worden. Unter den Insassen der Wagen befand sich der stellvertretende britische Luftattachö bei der Botschaft in China, S. S. Murray.
Ergänzend wird gemeldet, die britischen Behörden in Schanghai hätten den Japanern von
dem Zwischenfall sofort Mitteilung gemacht. Sie hätten zur Antwort erhalten, dass die Japaner von der Reise der britischen Botschaftsmitglieder nicht vorher unterrichtet gewesen seien. Eine vorläufige britische Untersuchung des Zwi- schenfalles durch den englischen Generalkonsul in Schanghai sei inzwischen abgeschlossen worden.
Japanischer Vormarsch in die Innermongolei
Tokio, 13. Oktober
Die Kwantung-Armee meldet vom innermongolischen Frontabschnitt, daß die japanischen Truppen beschleunigt auf Kweishi, die Haupt
stadt der innermongolischen Suiyuan-Provinz, vormarschierten. - Der Angriff auf die Hauptstadt erfolge aus nördlicher Richtung von dem bereits besetzten Wuchuan, einer bedeutsamen Handelsstadt am Rande des innermongolischen Steppengebietes gelegen, aus, von Westen her entlang der Eisenbahn Kalgan—Suiyuan und vom Süden her von der Schansi-Erenze von dem von den Japanern besetzten Orte Puy aus. Damit stehe der Fall dieses bedeutungsvollen chinesischen Zentrums in der Innermongolei und des Ausgangspunktes wichtiger Verkehrswege nach Norden in die Aeußere Mongolei und nach Westen in Richtung Ninghsia und die nordwestchinesischen Provinzen bevor.
Entspannung in tonvon und Paris?
Keine Neigung mehr ;u katastrophalen Schritten im Spanien-konflikt / Nege diplomatische liitigkeit
Paris, 13. Oktober.
Der französische Außenminister Delbos und Ministerpräsident Chautemps hatten eine längere Besprechung über die Lage nach der italienischen Antwortnote. Wie verlautet, wohnte der stellvertretende 'Ministerpräsident Leon Vlum einem Teil der Besprechungen bei. Später hatte Delbos im Quai d'Orsay eine dreiviertelstündige Aussprache mit dem englischen Botschafter in Paris, Sir Eric Phipps. Man müsse, so wird in politischen Kreisen erklärt, damit rechnen, dass die Beschlüsse endgültig im Laufe eines Ministerrates bestimmt würden. Dieser Ministerrat könnte voraussichtlich am Donnerstag zusammentreten, nachdem die englische Regierung am heutigen Mittwoch ihre Zusammenkunft abgehalten habe.
. Die italienischen Blätter stellen übereinstimmend fest, dass die nach dem ersten Eindruck der italienischen Antwort zu verzeichnende Aufregung in Paris und London einer ruhigeren Betrachtungsweise gewichen ist. Bis vor wenigen Tagen seien, wie der Londoner Korrespondent der „Tribuna" berichtet, in der englischen Hauptstadt allerhand Gerüchte über die Möglichkeit eines Konfliktes umgegangen, falls Rom die englisch-französischen Forderungen nicht als ganzes annehmen würde. So habe man in der Presse eine „rasche Aktion mit sofortigen praktischen Ergebnissen und Entschlossenheit" gefordert. Heute habe sich die Lage völlig gewandelt. Eine Entspannung wird auch aus Paris gemeldet, wo man, wie der Vertreter der „Tribuna" erklärt, in diplomatischen Kreisen der Auffassung ist, dass die bisher von Frankreich verlangte Lösung — Oeffnen der Pyrenäengrenze, Einmarsch in Spanisch-Marokko oder ähnliche katastrophale Schritte — nicht mehr in Frage komme. Der Londoner Vertreter des „Popolo di Roma" erklärt, die italienische Antwort habe eine Klärung der internationalen Lage herbeigeführt: „England und Frankreich versuchen nicht mehr zu leugnen, dass es sich beim spanischen Problem in Wirklichkeit um strategische Mittelmeerfragen handelt, die ihre nationale oder imperiale Sicherheit unmittelbar betreffen."
Die Londoner Presse befasst sich anläßlich der Rückkehr Edens nach London und seiner Besprechungen mit Chamberlain und dem französischen Botschafter mit dem Stand der Dinge in der Freiwilligen-Frage. „Evening News" berichtet, Frankreich und England seien jetzt geneigt, die Angelegenheit dem Nichtein
mischungsausschuß zu überweisen, allerdings unter der Bedingung, daß die Aussprache vor dem Ausschutz zeitlich begrenzt sei. Bevor sich aber England und Frankreich dazu bereitfänden, würden sie erklären, daß sie im Falle eines Fehl- schlagens der Verhandlungen im Nichteinmischungsausschutz besondere Maßnahmen treffen würden. Paris werde wahrscheinlich die Bedingung stellen, daß man den Valencia-Bolsche- wisten das Recht zugestehe, sich mit Waffen einzudecken.
Valencia will bluffen
London, 13. Oktober.
Die Valencia-Regierung hat die englische Regierung in Form einer Note wissen lassen, daß sie bereit sei, alle ausländischen Freiwilligen zurückzuziehen. In der Not« .heißt es, dass diese Freiwilligen sämtlich der Autorität der roten „Regierung" unterständen. In den Schlussabsätzen wird gesagt, daß Valencia für die Ausarbeitung des Planes ebenso wie für die Kontrolle seiner Durchführung im Grundsatz die Mitwirkung von Organisationen internationalen Charakters anerkennen wolle. Auch würd« es für die Definition des Begriffes der Ausländer die Anwendung bestimmter Kennzeichen anerkennen, also etwa die Muttersprache und nicht nur Besitz oder Nicht- besitz eines spanischen Passes.
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In England und Frankreich wird sich ob dieses „großzügigen Schrittes" der Valencia- bolsch-ewisten sicherlich eine freudige Genugtuung zeigen. „Seht, so loyal sind die Regierenden von Valencia, sie tragen ihr Teil bei zur Lösung der Spanienfrage, sie sind ehrlich bemüht, den Wirren ein Ende zu bereiten . . ." so und ähnlich wird in den Blättern zu lesen sein. Aber schon allein die Aeußerung der Rotspanier, daß „die Freiwilligen sämtlich der Autorität ihrer Regierung unterständen", muß den Denkenden den durchsichtigen Sinn der Valencianote erkennen lassen. Denn hat man jemals davon gehört, daß die rotspanische Regierung so etwas wie eine „Autorität" besitzt? Sprechen nicht die Meutereien, Aufstände und Rebellionen im roten Herrschaftsgebiet eine beredte Sprache? Und dann: Wie denken sich die roten „Herren" eigentlich die Sache mit
der Anwendung bestimmter Kennzeichen, die Feststellung der Muttersprache ihrer Söldlinge? Wahrscheinlich wollen sie eine Anzahl von Sprachforschern, zusammengefaßt zu einer internationalen Kommission, in das Kampfgebiet schicken, um nachprüfen zu lassen, ob der Freiwillige nun russisch, englisch, französisch oder — vielleicht auch — spanisch spricht. Forschung unter dem Donner der Kanonen Francos — wahrlich, eine lohnende Aufgabe für ehrgeizige Wissenschaftler! Nein, dieses Manöver der Balen- ciabolschewisten ist ein großer Bluff, eingeleitet zu dem Zweck, den Völkern der westlichen Demokratien Sand in die Augen zu streuen, während noch in Cangas de Onis der Rauch aus den Trümmern einer einst blühenden Stadt steigt und die Leichen der von den roten Untermenschen ermordeten Frauen und Kinder bestattet werden. -oft
flppell francos an die Welt
Burgos, 13. Oktober.
Das nationale Spanien beging gestern mit einer Begeisterung und einer Teilnahme der Bevölkerung wie in keinem Jahre zuvor das Fest der Rasse. Die Hauptfeier fand in Burgos im Beisein des Staatschefs General Franco, des deutschen und des italienischen Botschafters sowie sämtlicher Mitglieder des Regierungsausschusses statt. Nach kurzen Vegrüßungsworten des Beauftragten für die nationale Erziehung ergriff der Führer der spanischen Nation General Franco das Wort. Von stürmischem Veisall der Menge unterbrochen, führte der Ee- neral^aus: „Ich wende mich nun an die Regierungen in der Welt und an die Länder, die den Geist im nationalen Spanien, den Sinn unserer Freiheitsbewegung nicht kennen, und die von Gebietsabtretungen in Spanien sprechen. Solche Nachrichten sind falsch '
Die Machthaber von Valencia sind es gewesen, die den berüchtigten Vertrag von Sän Sebastian abschlössen, laut dem Marokko und die Balcaren ausländische» Mächten angeboten wurden, um damit SpaNr,, auseinanderzureitzcn und zu zerstören. Die ausländischen Regierungen brauchen keine Sorge zu haben: Spanien wird selbst dafür sorgen, dass eine Austeilung oder Verkleinerung seines Lebensraumes nicht stattfindet.
Nor Ivommunäiei'eixie /ickmiinl üer Ilai'inextnti»» cker b'orck^ee, 1 ireailmiral liiilim, voiao^ebieilela in üer ssVillielmsIinvener Schleuse äie nuslaukemieii Selinlseliikke „Lnickeu", „Schlesien" um! ^chIesrvixUolsteiu". ^uknubws: Aspitbilä.
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Iwei rote waffentransportschiffe aufgebracht
Sevilla, 13. Oktober.
General Queipo de Llano teilte in seiner Rundfunkrede mit, daß die nationalen Kriegsschisse zwei bolschewistische Handelsschiffe, die Waffen und Kriegsmaterial aller Art als Ladung führten. an der kantabrischen Küste aufgebracht haben
vubnow abgeliigt
Moskau, 13. Oktober
E.ner sowjetamtlichen Mitteilung zufolge wurde der Volkskommissar für Volksbildung, Bubnow, »eines Postens enthoben, da er „seine Ausgabe nicht bewältigt und systematisch die Erziehungsarbeit untergraben habe." Zu seinem Nachfolger wurde der Vorsitzende des Leninorader Vollzugsausschusses. Tjurkin, eine „neue" bisher kaum bekannte Persönlichkeit, ernannt. Von den früheren Mitgliedern des Zcntral-Komitees sind nunmehr, am Vorabend des 2N. Jahrestages der bolschewistischen Revolution. 1V eines natürlichen oder unnatürlichen Todes gestorben und weitere 10 von Stalin beseitigt oder erschossen worden.
Durch Verordnung des sowjetrussischen Zen- tralnollzugsausichusses werden die seit langem vorbereiteten „Wahlen" zum Obersten Rat der Sowjetunion auf den 12. Dezember festgesetzt, zugleich wird der heutige Tag als der offizielle Beginn der ..Wahlkampagne" erklärt. Die Vorbereitung dieser ..Wahlen" wird durch eine Agitationskampagne grössten Ausmaßes eingeleitet. um die völlig passive Bevölkerung an die Wahlurne zu bringen. Wie die sogenannte „Freie Willenskundgebung" aussehen wird, läßt sich bereits erkennen.
K. Xlü. Wenn je eine politische Forderung in vollem Umfang aus einem bindenden Recht hergeleitet werden kann, so ist es. der Anspruch Deutschlands auf Rückgabe seiner Kolonien. Angesichts der schmalen Rohstoffbasis der deutschen Wirtschaft einerseits und der reichen überseeischen Besitzungen der früheren Alliierten andererseits ist esdasLebensrechtdes deutschen Volkes, das der europäischen Völkergemeinschaft die Anerkennung der unbeschränkten deutschen Gebietshoheit in den geraubten Kolonien zurPflicht macht. Die dauernde Fernhaltung einer großen, auf Erweiterung ihres Lebensvaumes angewiesenen Nation von den Rohstoffreserven der Welt ist um so verwerflicher, als die kolonialen Bestimmungen des Versailler Diktats nach Auffassung maßgebender Juristen diesseits und jenseits unserer Grenzen ein Dasein außerhalb des Völkerrechts führen. Sogar der britische Rechtswissenschaftler Sir John Fischer-Williams muß zugeben: „Wenn Deutschland nach englischer Rechtsauffassung kein Recht mehr an den Kolonien haben sollte, so hat es mindestens ein Recht aus Kolonien." Auch das Prinzip der kolonralpolitischen Gleichberechtigung der großen Mächte duldet keine unmoralische und vernunftwidrige Regelung, wie sie das Mandatssystem des Völkerbundes darstellt.
würden ausreichen, unseren durchschlagenden Rechtsanspruch auf Kolonien unter Beweis zu stellen. Aber wir können darüber hinaus unsere Forderung noch im einzelnen historisch-rechtlich begründen. Daß wir unsere Schutzgebiete in aller Form rechtmäßig erworben sowie durch Verträge mit Eingeborenen und bevollmächtigten Vertretern der Grenzstaaten besitzmäßig gesichert hatten, wird heute wohl am wenigsten in jenen ausländischen Kreisen bezweifelt werden, die nicht sehr gern an die so ganz andersartige Kolonisierung Amerikas, die Eroberung Madagaskars und die Unterwerfung der Burenrepubliken erinnert werden wollen. Das seit einiger Zeit in England sehr beliebte „Argument", Deutschland habe nun einmal den Krieg und damit auch seine Kolonien verloren, ist völkerrechtlich völlig unhaltbar. Was hätte Großbritannien, so möchten wir fragen, unternommen, wenn Deutschland unter Ausnutzung seiner Machtposition nach 1871 Frankreich seines damali- Z^K^rsicsibM^ ^ verlustig erklärt hatte? Wir erinnern in diesem Zusammenhang außerdem an die Kongoakte von 1885, in der sich die Vertragschließenden feierlich verpflichtet hatten, die afrikanischen Kolonien nicht in einen europäischen Krieg ein- Zubeziehen. „Kolonien außer Kriegsgefahr!" — so. hatte der deutsche Staatssekretär Dr. Sols im Vertrauen auf die allseitige Beach- ^ug ^r KonWakte am 2. August 1914 nach Deutsch-Ostafrika telegraphiert. Das Kom- mando eines englischen Kreuzers hielt es se- d°ch Mr richtig. am 5. August 1914 vor Deutsch-Ostafrika Kriegshandlungen zu beginnen. womit ein offener Vertraas - bruch erchlgte. Mit der gleichfalls Vertrags- ^setzung unserer Kolonien seibens der Alliierten wie auch mit d-er späteren Mandats^aelung konnte in keiner Weise ein r e ch t s w irksamer Enteignungsakt verknüpft sein,- es war dies in der Tat eben- sowenig der Fall, wie das Souveränitätsrecht des Reiches über das Saargebiet etwa unter Regierungskommission des Völkerbundes geschmälert wurde.
Doch auch dieses Beweismaterial kann noch ergänzt werden! Die Alliierten haben vor allem 1919 m VersaillesDeutschlands Kolonial-
rechte, die sie vorher anerkannten, bewußt mit Füßen getreten! Das ganze Versailler „Vertrags"-System und mit ihm das Mandatsstatut ruht auf einer Rechtstäuschung, auf einem planmäßigen Betrug größten Stils. Wir denken hierbei nicht nur an die zusammengebrochene Kriegsschuldlüge und die wahrheitswidrige Behauptung, Deutschland sei unfähig zu kolonisieren: wir denken in erster
Linie an Wilsons Versprechen einer „freien, weitherzigen und unbedingt (!) unparteiischen Schlichtung aller Kolonialan- sprüch e", wie es der amerikanische Präsident in seinen 14 Punkten formulierte, dieses Versprechen wurde, sm"--!' dss- der deutschen Kolonien zur Ein: stand, von den Alliierten ausdrücklich als Rechtsgrundlage des Vorfrie- densvertrages bestätigt. Colonel House, Wilsons engster Mitarbeiter, erläu-