Ausgabe 
(5.10.1937) Nr. 273
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

parteiamtliche Hageszeitung /der Naliona

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont Vremen flmtsdlatt des Senats der Freien Hansestadt Lremen

Erscheint 7malwvchentl. Monatsb-zug: 2,3V einschl. Fustellgeb.; Postbezugspreis monatl. 2,3V

(einschl. 5V.S4 eAr Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 ^ Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar Postscheck: Hamburg 17272 Betriebsstörungen begründen keinenAnspruch ausErstattung oderErsay. NS.-Gauderlag Wescr-EmS G. m. b. H., Bremen, Teeren 6-8 / Fernsprecher: 54121 und 51115.

^ Das amtliche Derkündungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenburg und Vremen

Anzeigen-Grundpreise: Tie 22-mmftZeile im Anzeigenteil 12 7^, die 7V-mm-.Zeile im Textteil 75 Ermäßigte Grundpreise Isür kleine Familien-Anzeigen n. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste k (Nachlaßstaiiei «1 Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich >2-13 Uhr: SchriMeitung Dienstag und Freitag 1214 -1314 Uhr.

Nr. / 7. Jahrgang

Vienstag, 5. Vkrober 1SZ7

kinzelpreis 15 Npf.

Neuer M der bolschewistischen Piraterie

Unser logesspiegv»

Ein rotes ll-Voot versuchte erneut, im Mit­telmeer einen britischen Zerstörer zu ver­senken.

Der Deutsche Taa in Newyork gestaltete sich zu einer machtvollen Kundgebung der Treue des Deutschtums in USA. zu seiner alten Heimat.

Der Führer eröffnet heute in der Deutsch­landhalle das WHW. 1S37-38.

Der Reichsjugendführer und'die Reichsfrauen- sührerin erlassen Aufrufe, in der sie mehr Sorgfalt für das tägliche Brot fordern.

Der Reichserziehungsminister erlieg eine Neu­ordnung der Leibeserziehung in den Schulen. Zu Kiel wurde die U-Voot-FlottilleLohs" in Dienst gestellt.

Die von Professor Vrinkmann ausgestatteten Räume des Reichspräsidentenpalais fanden die höchste Anerkennung Mussolinis.

Der Mörder der Frau von Bargen, ein drei­facher Frauenmörder, wurde von der Krimi­nalpolizei Hamburg festgenommen.

Die Rcprivatisierung der Dresdner Bank wurde abgeschlossen.

Die Midgard A -G. übernimmt die Stauerei des NDL.

Italiens Meisterboxer gaben im Central- hallensaal einen glänzenden Beweis ihres Könnens.

Begeisterte Worte findet die englisch' Presse zu dem fünffachen deutschen Rennsieg im Domington-Park.

öeneral Milch in Paris

Feierlicher Empfang durch führende Vertreter der französischen Luftfahrt

Paris. 8. Oktober.

Der Staatssekretär im Reichsluftfahrtministe- rium General der Flieger Milch traf mit seiner Begleitung am Montagnachmittag auf dem Mili­tärflughafen bei Paris ein. General Milch wurde von dem Unterstaatssekretär im französi­schen Luftfahrtministerium. Andraud, dem deut­schen Botschafter Grafen Welczek. dem General- stabschef der französischen Luftstreitkräfte, dem Befehlshaber des 2. Luftkreises und dem Chef des Militärkabinetts f>es Luftfahrtministers empfangen. Ferner hatten sich zahlreiche führende Persönlichkeiten der militärischen und zivilen Luftfahrt Frankreichs, der deutsche Militärattache Generalleutnant Kühlenthal, der deutsche Marine- attachs, Kapitän von der Marwih, Botschaftsrat Dr. Förster und der Vertreter der Lufthansa Dr- Asam eingefunden.

Härtere Strafen notwendig!

Jude wegen fortgesetzter Rassenschande verurteilt Nürnberg, 8. Oktober-

Die Erste Große Strafkammer beim Landgericht Nürnbera-Fürth verhandelte am Montag gegen den 82 Jahre alten Juden Arthur Strauß aus Nürnberg, der seit dem Jahre 1931 mit einem deutschblutigen Mädchen ein Verhältnis unter­hielt. Selbst nach dem Erlaß der Nürnberger Ge­setze hat er dieses Verhältnis, obwohl er von der Polizei dreimal verwarnt worden war, weitergeführt. Der Staatsanwalt beantragte, den Angeklagten wegen eines fortgesetzten Verbrechens der Raßenschande zu einer harten Strafe zu ver­urteilen. Er betonte dabei, baß die milden Ur­teile, die die Gerichte bisher gefällt haben, wie die Erfahrung lehrte, nicht abschreckend genug ge­wirkt haben. Demgemäß beantragte er, Strauß zu fünf Jahren Zuchthaus und zu fünf Jahren Ehrverlust zu verurteilen.

Die Strafkammer schloß sich diesem Antrag an und begründete dies wie folgt: Wer gegen das Rassengesetz verstößt, verübt einen Angriff schwer st er Art auf die Lebensgrund­lage des deutschen Volkes. Menschliche und moralischeEinwände" gegen ein derartiges Urteil haben hier hinter dieser politischen For- derung zurückzutreten. Der Angeklagte hat in sel­tener Hartnäckigkeit und Frivolität gehandelt. Er hat alle Warnungen der Polizei in den Wind ge­schlagen und sich sogar nicht gescheut, sich äls Katholik zu tarnen. Ihn muß deshalb die ganze Härte des Gesetzes treffen. Die Strafkammer hält die vom Staatsanwalt beantragten fünf Jahre Zuchthaus für durchaus angemessen, desgleichen, da der Angeklagte eine ehrlose Gesinnung an den Tag gelegt hat, den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre. Da der Angeklagte keine Schuld an dem späten Termin der Verhand­lung trägt, billigt ihm das Gericht die Anrech­nung der erlittenen Untersuchungshaft auf die ausgesprochene Strafe zu. (Vergleiche auch die MeldungO./S. kein Kreiland für Juden" im Innern des Blattes.)

«vagreutlier Testspiele" schon 1SZ8

Zur Erinnerung an den 128. Geburtstag von Richard Wagner

Baqreuth, 5. Oktober.

Die Vaqreuther Festspiele, die ursprünglich erst wieder igzg abgehalten werden sollten, finden aus Anlaß des 128. Geburtstages von Richard Wagner bereits 1938 statt. In der Zeit vom 26. Juli bis 19. August werden zwei Zyklen des Nibelungenringes", ferner fünf Aufführungen desParsifal" und sechs Ausführungen von »Tri­con und Isolde- gebot««. _

Notes U-Voot greift englischen Zerstörer an

Sei Valencia!

London, 8. Oktober.

Von der englischen Admiralität wird mitge­teilt, daß der britische ZerstörerBasilisk" am Montagmorgen von einem U-Boot im Mittel­meer angegriffen worden sei. Der Engländer habe den Angriff mit Tiefenladungen beantwor­tet, deren Wirkung noch nicht bekannt sei. Auf das englische Kriegsschiff sei ein Torpedo abge­feuert worden, das aber sein Ziel verfehlt habe.

Reutermeldungen aus Valencia besagen, daß sieben britische Zerstörer und zwei Flugboote die Suche nach dem U-Boot in der Nähe von Kap Sän Antonio (etwa 109 Kilometer südöst­lich von Valencia!) aufgenommen hätten. Nach diesen Meldungen soll das U-Voot -sogar zwei englische Zerstörer angegriffen haben.

Alle Begleitumstände des U-Boot-Angriffs auf den englischen Zerstörer weisen darauf hin, daß es sich hier um einen neuen frechen Akt bolschewistischer Piraterie im Mittel­meer handelt. Moskau hat ja auch allen Grund, angesichts der Entwicklung der Ver­handlungen über die Spanienfrage wieder einmal Störungsfeuer zu inszenieren. Er­neut mußte ein englisches Kriegsschiff bei der Provozierung des Znnschenfalles als Zielscheibe dienen. Um eine Verständigung zwischen den westeuropäischen Staaten einer­seits und Italien andererseits zu hintertrei­

ben, ist den roten Verbrechern eben jedes Mittel recht. In Valencia, dem Sitz der Bolschewistenhäuptlinge, beeilt man sich denn auch mit Hilfe des französischen Nachrichten­büros Havas, entsprechende Meldungen über den U-Boot-Angrifs in die Welt zu setzen. So berichtet Valencia dreist:Wie man aus Denia erfährt, haben sich sieben britische Zer­störer und zwei Wasserflugzeuge im Laufe des Montags in der Nähe von Kap Sän Antonio vereinigt und gewisse Manöver durchgeführt. Man vermutet, daß diese Ma­növer das Ziel verfolgt haben, ein U-Boot zu fangen, von dem zwei der englischen Zer­störer angegriffen worden sein sollen." Wie schnell die spanische Bolschewistenzen- trale das alleserfährt", was sie selbst an­gerichtet hat!

tin flugenzeugenberichi

Paris, 3. Oktober.

Havas veröffentlicht den Wortlaut einer draht­losen Meldung des Leuchtturmes von Kap Sän Antonio, dessen Wärter offenbar die Begegnung der britischen Torpedobootszerstörer mit dem roten U-Boot selbst beobachtet hat. Darin heißt es, zunächst seien nur zwei Zerstörer in Sicht ge­wesen. Diese hätten plötzlich ihre Geschwindigkeit wesentlich erhöht, und gleich daraus habe man das Geräusch von drei sehr starken Explosionen vernommen. Darauf seien die beiden Zerstörer eine Zeitlang ständig hin und her gefahren. Bald seien noch sünf weitere britische Zerstörer auf der Bildfläche erschienen sowie zwei Wasserflugzeuge. Schließlich hätten sich die Zerstörer in zwei Grup­

pen geteilt, um wieder systematisch das Meer ab­zusuchen. Später habe man an der Stelle, wo eine der Zerstörergruppen manövrierte, mehrere Rauchsäulen emporsteigen sehen.

tr erspart dem Serichl die flrbeit

Salamanca. 8. Oktober.

Großen Eindruck soll bei den bolschewistischen Haufen Valencias der jetzt durch Ueberläuzer be­kanntgewordene, vor wenigen Tagen erfolgte Selbstmord des Oberstleutnants Eueto, eines der militärischen Führer der Bolschewisten von Ma­drid, hervorgerufen haben. Man hat in seinem Waffenrock einen Brief gefunden, worin Eueto erklärte, er könne nicht längermit allen Mör­dern, Gaunern, Verbrechern, die das Volksheer bilden, zusammenleben- Er selbst habe viele Ver­brechen geduldet, aber nach dem Siege der Natio­nalen werde währe Gerechtigkeit herrschen. ^ Er erspare den Kriegsgerichten Arbeit, wenn er lchon jetzt aus dem Leben scheide.

Wie man sich bemüht, Barcelona zu sowjeft- sieren, geht aus einer Meldung der Barcelonaer ZeitungVanguardia" hervor. Sie berichtet, daß sechs große Straßen der Stadt Sowjetnamen er­halten hätten: Avenida de la Revolucion Social, Gran Via de la USSR Calle Komsomol Calle Uktania, Lalle Kropotkin und Calle Friedrich Engels.

Mchtung Spanien

PanzerschiffDeutschland" und die 1. Torpedo­bootsslottille gehen nach Spanien

Berlin, 8. Oktober.

Zur Ablösung der deutschen Seestceitkräfte, die sich in den spanischen Gewässern befinden, laufen am 3. und 7.. Oktober das PanzerschiffDeutsch­land" und die 4. Torpedobootsflottills aus.

Deute eröffnet der sichrer das Mw. lg;? ;s

Sroßkundgebung in der Veuischlandhalle / gebt allen Selegentieit zum Semeinschastsempsang!

Berlin, 3. Oktober.

Im größten Hallenbau Europas, in der repräsentativen Deutschlandhalle am Berliner Messegelände, wird, wie wir bereits berichteten,

heute um 20 Uhr der Führer das Winterhilfs- werk 1937/38 eröffnen. Die Kundgebung für den friedlichen Feldzug gegen die Not beginnt mit einer Ansprache des Stellvertretenden Berliner

Gauleiters Staatsrat Cörlitzer. Reichsminister Dr. Goebbels wird dann über das abgeschlossene Winterhilfswerk 1936/37 Rechenschaft ablegen.

Anschließend gibt der Führer und Reichskanzler die Parole für das große soziale Werk der kom­menden sechs Wintermonate, durch das vor der ganzen Welt die Solidarität aller Deutschen zum Ausdruck kommen wird. Alle deutschen Sender übertragen die Großkundgebung in der Deutsch­landhalle. Jeder Besitzer eines Rundfunk- apparates wird aufgefordert, alle diejenigen, die kein Empfangsgerät haben, in ihre Wohnungen zum Gemeinschaftsempfang einzuladen, so daß das ganze deutsche Volk heute um 29 Uhr die llebcr- tragung mit der Rede des Führers hört.

An dieser Großkundgebung werden sämtliche Reichsminister, Reichsleiter, Staatssekretäre, Reichsstatthalter, Gauleiter, die führenden Män­ner der Parteigliederungen, der Wehrmacht und der Polizei teilnehmen. Auf Einladung des Reichspropagandaministers werden unter ihnen als Abgesandte des deutschen Volkes 20 000 Männer und Frauen sitzen, die seit Jahren opfer­reiche Arbeit im Dienst an der Allgemeinheit bei der großen Sammelaktion geleistet haben.

Preußen schenkt Sem sichrer den vückeberg

Berlin, 8. Oktober.

Reichsminister Dr. Goebbels überreichte dem Führer auf i>em Vückeberg anläßlich des Ernte­dankfestes 1937 folgende Urkunde:

Das deutsche Bauerntum feiert alljährlich auf dem im Herzen des Reiches gelegenen Bücke- berg den Erntedanktag. Es dankt mit dem ganzen Volk seinem Herrgott für Frucht und Ernte eines arbeitsreichen Jahres. Es gelobt dem Führer des Reiches auss neue Gefolgschaft im Dienst an der heimatlichen Scholle.

, Die Feierstätte des deutschen Landvolkes soll für alle Zeiten erhalten und würdig gestaltet werden. Auf ihr sollen sich deutsche Volksgenossen aller Stämme im Bekenntnis zu der Einheit des Blutes vereinen.

Diesen Zielen will das Land Preußen mit seinem Beitrag dienen Das Staatsministerium hat beschlossen, den Bückeberg, soweit er als preu­ßisches Staatseigentum bisher zur Domäne Ohlsen gehörte, dem Führer und Reichskanzler zu über­eignen. Ich vollziehe diesen Beschluß am fünften Erntedanktag im Reiche Adolf Hitlers, der über die Gabe Preußens nach seinem Willen verfügen möge.

Berlin, den 3. Oktober 1937.

Der preußische Ministerpräsident Hermann Höring."

(krsgsg-IIIllstr, Lokkwsmt

_^

weltanschauliche Schulung der ftltler-lugend

Von Oborbnnnkakrox 6lort Lsllnsrvlt?

Anläßlich des Lehrgangs der Untergaufiihre- rinnen des BDM. in der Reichsakademie für Leibesübungen in Berlin kommt den nach­stehenden Ausführungen von Oberbannsiihre« Gert B e n n e w r tz, dem stellvertretenden Chef des Amtes 3V8 in der Ncichsjugendfllhrung, er­höhtes Interesse zu:

Die nationalsozialistische Bewegung, die zum ersten Mal seit dem Mittelalter dem deutschen Volk wieder eine verbindende Idee gegeben hat, schuf auch den Begriff derweltanschau­lichen Schulung". Sie geht bei der Durch­führung dieser Schulung vor allem von dem Ge­danken aus, daß es nicht damit getan ist, dem jungen Menschen in der Schule die Grund­begriffe des Rechnens und Schreibens, und im Heer die grundlegende körperliche Ausbildung mitzugeben, und es ihm im übrigen selbst zu überlassen, wie er sein Leben einrichten will. Die neugewonnene Einheit des deutschen Volkes darf nicht nur nicht mehr zerstört werden, sondern sie muß von Jahr zu Jahr gefestigt werden. Die Abwehr der Störungsversuchs reicht nicht aus; immer tiefer mutz der Gedanke der deut­schen Einheit in den Herzen aller Volksgenossen Wurzel schlagen. Der Weg zur Verewigung der Einheit im Sinns des nationalsozialistischen Ge­dankens führt über die deutsche Jugend.

So ergibt sich ganz klar die Linie, auf der sich die weltanschauliche Schulung der deutschen Jugend zu vollziehen hat: Alles, was der Ein­heit des Volkes, was der nationalsozialistischen, alle verbindenden Idee dient, wird als Vorbild herausstellt; alles, was eine neue Zerspal- tung hervorrufen könnte, abgelehnt. Die For­men dieser Schulung hat die Hitler-Jugend selbst entwickelt. Da ist kein Gelehrter gekom­men und hat bewiesen, daß der Heimabend so oder so durchgeführt werden müßte, oder daß die Fllhrerschule nach diesem oder jenem Prin­zip aufzubauen sei: Die Jugend selbst hat die Formen gefunden, in denen sie der Bewegung dient.

Die Schulung der Millionengefolgschaft der nationalsozialistischen Jugend findet ihren festen Rückhalt im Heimabend. 100000 Heim­abende werden jede Woche im ganzen Reich abgehalten, überall in den Heimen der HJ. und des BDM. finden sich die Einheiten zusammen unter dem Erlebnis der nationalsozialistischen Weltanschauung. Jede Woche stehen hier der Un­terführer und die Unterführern vor den Ka­meraden, um sie immer fester und fester im Glauben an die Bewegung zusammenzuschließen-. Für diese Heimabende erscheint in einer Auflage von Hunderttausenden von Exemplaren vierzehn- tägig Material, das dem Heimabendleiter alles Rüstzeug an die Hand gibt, das er für die Durch­führung benötigt: Lieder, Gedichte, Ausschnitte aus Erzählungen, auch Bilder, um das Gesagte noch anschaulicher zu machen. Natürlich werden diese Hefte für HJ., D2., BDM. und Jungmädel getrennt gehalten, um auf das verschiedene Inter­esse und geistige Fassungsvermögen Rücksicht zu nehmen.

Die Fahrt und das Lager sind zwei wei­tere wesentliche Formen für die Erziehung der nationalsozialistischen Jugend. Die Fahrt soll dem Jungen seine Heimat zeigen. In ihr soll er wur­zeln, von ihr aus den Blick bekommen auf die Gesamtheit, die Einheit des deutschen Volkes. Früher einmal war die Fahrt ein planloses Da­hinziehen hündischer Gruppen. Heute gehört sie zum Dienst der^ neuen Jugend. Das Schönste, was es im Dienst des Jungen geben kann, ist die Großsahrt: Die alte deutsche Wanderlust bricht mächtig durch, die geheimnisvolle Ferne lockt. Aber auch hier geht es nicht ums Abenteuer Die Großsahrt soll dem Hitler-JungenDie Heimat des Kameraden" zeigen: Dem Jungen aus der Mitte des Reiches die Grenze und ihre Menschen, dem Jungen aus dem Industriegebiet die Berge und die See. Kreuz und quer geht das Netz der Kroßfahrten jedes Jahr durch Deutschland, und über die Grenzen des Reiches, und immer fester wird so das Band, das alle Deutschen verbindet.

Das Lager ist neben der Fahrt die einzige Gelegenheit, wo der Junge gewissermaßenkaser­niert' ist, wo er Tag und Nacht in Gemein­schaft seiner Kameraden steht und andere Ein­igste und Ablenkungen weitgehendst ausgeschal­tet sind. In einer solchen Gemeinschaft wird aber hauptsächlich sein Charakter gebildet. Das Leben in der Enge des Zeltes erfordert schon ganz von allein eine starke gegenseitige Rücksichtnahme und hei,ende Kameradschaft. Außenseiter werden ichnell abgeschliffen und ausgeschieden. Der zahl­reich betriebene Sport im Lager erzieht zu 'Mut und Einsatzbereitschaft, die erhärtet werden durch die straffe Ordnung. Dicse Prägung des Charak­ters wird unterstützt durch die weltanschauliche -schulung. Hier im Lager werden keine lanaatmi- gen Vortrüge gehalten, hier werden auch keine großen Erklärungen gegeben: In einer kurzen Morgenfeier werden dem Jungen deutsche Män­ner der Geschichte und der Gegenwart als Vor­bilder herausgestellt; Widubind. Heinrich der