Ausgabe 
(16.7.1937) Nr. 192
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parteiamtliche ^geszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen

Ers^intVmalwbch-ntl. MonatZbezug: 2.30cinschl.Zustcllgeb,: Postbezugspreismonatl, 2,3»

^stse-tiingsgebichr) zuziigl, 42 Bestellgeld, Bezugspreis ist im voraus zahlbar, Ma»u-Ä^»uV''a-"'-E^°bsstorungen begründen keinenAnspruch aufErstattung oderErsah, N-,-Gauverlag Wcfer-Kms G.m. b. H., Bremen, Geercn 8/8 / Fernsprecher: 541 21 und 51115.

Nr. 192 / 7 . Jahrgang

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

sreitag, 16. Juli 1957

Anzeigcn-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 die 70-mm-Zeile im TextterblS Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u, a,) sowie sonstige Bedinglingen- Preis­liste 8 (Nachlahstassel 0,. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr, Annahmeschluß.18 Uhr. «prcchzeit: Verlag werktäglich 12 - l-3 Uhr; Schristleitu ng Dienstag und Freitag 12/4 -13)4' Uhr.

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Vorbildliche Mindecheiten-Politik

Kulturelles kigenleben der deutschen in Ungarn

vefriedigung in Deutschland

Erklärungen des ungarischen Innenministers und des Stellvertreters des Führers

Budapest, 18. Juli

Zier ungarische Minister dos Innern v. Szell gab einem Vertreter des ungarischen Telegraphen- Korrespoirdenzbüros die folgenden Erklärungen ab:

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Unser lagesspiegel

Peiping befindet sich in Erwartung japanischer Truppen.

Der Erzbischos-Konslikt in Polen wurde bei­gelegt.

Der ungarische Innenminister und der Stell­vertreter des Führers gaben Erklärungen zur Mindörheitenpolitik ab.

Das Dienstgebäude für die „Reichskanzlei Verchtesgaden" wurde in Betrieb genommen.

Der Erlag des Führers über die Ernennung der Beamten wird nunmehr veröffentlicht.

Ein Arbeitsabkommen zwischen Rüst und Bouhler sichert die Einheit von Politik und Wissenschaft.

Stabssllhrer Lauterbacher besuchte das Frei­zeitlager der Bremer HJ. in Brook.

Die Ochtum-VrUcke wird erweitert.

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„Ich möchte mich über die brennendste, daher alsodie ern st e st e Frage des durch die Frisdensverträge geschaffenen Mitteleuropas, über das Minderheitsproblem, und zwar im Ein­vernehmen mit den zuständigen Ministern über dessen Beziehungen auf Ungarn äußern. Es ist bekannt, daß diese Frage für Ungarn in doppel­ter Hinsicht von Interesse ist, einmal vom Gesichts­punkte der mehrere Millionen Seelen betragen­den. anderen Ländern angegliederten ungari­schen Minderheiten, zum andern vom Gesichts­punkte der auf dem verbliebenen Landesteil leben­den ungarischen Staatsangehörigen nicht unga­rischer Muttersprache. Die ungarische Regierung ist stets bestrebt gewesen, ihren auf strenger völkerrechtlicher Grundlage beruhenden Stand­punkt in bezug auf die im Ausland lebenden un­garischen Minderheiten allen in Betracht kom­menden Instanzen unter Zuhilfenahme legaler Mittel bekanntzugeben und ihm nach Möglichkeit Geltung zu verschaffen. Wir wünschten niemals anderes als das, was sich die einschlägigen Ver­träge als Ziel gesetzt haben, nämlich, daß unsere Minderheiten, im Besitze ihrer vollkommenen politischen Freiheit, ihre geistige und wirtschaft­liche Kultur entwickeln und somit weiterhin be­stehen können. Wenn auch diese Bestrebungen der jeweiligen ungarischen Regierung nur selten von Erfolg gekrönt worden sind. so sind daran keine eigenen Unterlassungen schuld. Die aktu­elle politische Kraftverteiiung, die Organisation und die heutige'Einstellung des Völkerbundes, denen geaenüber sich das Recht und die politische Zweckmäßigkeit nicht durchsetzen konnte, habe diesen sehr bedauerlichen Umstand geschaffen, der gewiß nicht zum Frieden beigetragen, sondern im Gegenteil sogar die Verbreitung des Geistes der Versöhnung verhindert hat.

Die logische Folge dieser unserer Auffassung ist das Verhalten der ungarischen Regierung gegen­über den innerhalb der heutigen Landesgrenzen lebenden Staatsangehörigen nichtungarischer Sprache. Unter diesen steht an erster Stelle, als die zahlenmäßig größte, dieungarländische deutsche Minderheit, die ihre unverbrüch­liche Verbundenheit nicht nur mit dem ungari- chsen Staat, sondern auch mit der unaarifchen Nation, wie stets in der Vergangenheit, so gewiß auch in der Zukunft bewahren wird.

Nach einem geschichtlichen Rückblick auf die Ver­gangenheit muß ich feststellen, daß auch die deutsche Minderheit in Ungarn nicht zu den autochthonen, ursprünglichen Einwohnern des ungarischen Bo­dens gehört. Unsere deutschen Landsleute sind als herbeigerufene Siedler nach Ungarn gekommen zur Auffüllung der damals gelichteten Reihen des Ungartums. Diese deutschen Siedler lebten mit uns stets in brüderlichem Einverneh­men, Seitens des herrschenden Volkes konnten keine Bestrebungen zur Verschmelzung (Eindeut­schung) wahrgenommen werden. Wo sie zu Ungarn geworden sind, geschah dies automatisch im Wege der natürlichen gesellschaftlichen Absortion, Sie sind aber Deutsche geblieben dort, wo sie in Massen lebten. In der unmittelbaren Nähe der unga­rischen Hauptstadt gibt es noch heute deutsch­sprachige Gemeinden, Diese konnten zwei Jahr­hunderte hindurch unbehelligt leben und sich in ihrer deutschen Kultur entwickeln. Wenn dies nicht so gewesen wäre, gäbe es heute keine deut­schen Minderheiten in ' Ungarn, Hinsichtlich der Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte und auf wirtschaftlichem Gebiet wurde jede Minderheit, in der Vergangenheit und auch in der Gegen­wart, auf gleiche Weise behandelt wie die unga­rische Mehrheit. (Fortsetzung auf Seite 2)

sieichskanjlelöerchtesgMnInÜienstgenommen

kin Zeugnis nationalsozialistischen vauwttlens in klarer Schlichtheit und gediegener würde

Berlin, 16. Juli.

Da während des Aufenthalts des Führers und Reichskanzlers auf dem Obersalzberg die Auf­gaben der Reichskanzlei zum Teil sogleich in Berchtesgaden erledigt werden müssen, wurde auf Weisung des Führers in Verchtesgaden ein neues Dienstgebäude für die Reichskanzlei errichtet. Der Bau ist nun vollendet, die Inneneinrichtung ist soweit fertiggestellt, daß der Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers mit den erforderlichen Mitarbeitern in diesen Tagen in das neue Gebäude einziehen konnte und dort den Dienstbetricb für die Zeit des Aufenthaltes des Führers in Verchtesgaden aufgenommen hat.

Der Neubau der Reichskanzlei wurde im Sep­tember vorigen Jahres begonnen, und schon am 18. Januar ds. Js. konnte in Anwesenheit des Führers das Richtfest begangen werden. Das neue Dienstgebäude der Reichskanzlei über dem Tal der Bischofswiesener Ache ist ein beredtes Z e u g n i s Nationalsozialist! scheu Bauwillens. Sein Schöpfer, Architekt Alois Degano in Einund am Tegernsee, hat es ver­standen, klare Schlicht heil mit gediege­ner Würde zu vereinen. Der Neubau fügt sich vortrefflich in die Gebirgslandschaft ein. Er liegt darin mit jener ruhigen Selbstverständlichkeit, als stünde das Haus schon immer an seinem Platze und sei aus dieser eindrucksvollen Land­

schaft herausgewachsen. Das Bauwerk besteht aus einem nach Süden gerichteten Hauptgebäude, einem Verbindungsbau und einem Nebengebäude, das die benötigten Wohnräume enthält. Unter Betonung bester handwerklicher Arbeit wurden ausschließlich bodenständige Baustoffe verwendet z, V. Königsseer Marmor in der Ein­gangshalle und deutsche Hölzer wie Lärche, Fichte, Föhre und Eiche bei der Innenausstat­tung, So entstand ein Gebäude, das ein Schmuckstück im schönen Berchtesgadener Land darstellt. Die Arbeit in diesem Gebäude, die nach den Worten des Führers beim Richtfest dem Nutzen des deutschen Volkes dient, hat begonnen.

weihe See Kunst

Zum lag Ver Deutschen Kunst in München

Besonders für die Kun st hatte der Grund­satz „Gelegenheit macht Worte" eine haar­sträubende Beliebtheit erlangt. Wir wollen nicht der Meinung Stoss liefern, daß sich ge­wisse Sachkenner dieser veralteten Gepflo­genheit heute noch nicht entschlagen können, und der Versuchung nicht erliegen, am Vor­abend eines großen Ereignisses entsprechend große Worte zu machen. Ersparen wir uns

— und unseren Lesern — die Mühe, mit pa­pierener Rede die Schönheit und Würde des Augenblicks vorweg zu beweihräuchern, in dem das „Haus der Deutschen Kun st" in München durch den F ü h r e r seiner nationalheiligen Bestimmung über­geben wird. Schon seit langem hat dieser reichswichtige Tag der deutschen Kunst seinen Glanz vorausgeworfen: jeder fühlt und muß fühlen, daß in der Hauptstadt der Be­wegung in den kommenden Tagen ein Mark­stein der Wende und Neugeburt unserer Kul­tur gekrönt wird.

Das deutsche Volk steht solchen Hochfesten seines Lebens nicht mehr kaltstaunend oder auf eine dumpfe Art überwältigt, vielleicht zweifelnd oder gar verständnislos gegenüber

— es ist heute davon innerlich im reinen Sinne des Wortes ergriffen und zu schauen­der mitfreuender Teilnahme aufgerufen. Wie, als die Zeit überreif war, alles getan wurde, den Deutschen die Augen aufzureißen vor dem höllischen Wahnsinn, dem sie auch in ihren kulturellen Lebensäußerungen, besser Todeskämpfen, verfallen waren, ist auch nichts versäumt worden, in ihnen das gemeinschaftliche Bewußtsein für den über­zeitlichen Auftrag der Kunst^zu erwecken. Für jeden einzelnen, der sich in irgendeiner Form für das Kulturwesen mitverantwort­lich fühlt, bedeutete dies vorbehaltloses Ein- gestehen der Fehler unserer Vergangenheit, ehrfürchtigen Einsatz für die Rettung unwie­derbringlicher Kulturgüter und fanatischen Willen zum Aufbruch in das Neuland der Kunst, das für uns zu erschließen wir uns

heute wie nie zuvor verpflichtet, und begna­det fühlen. Und weil allezeit 'der Führer Sprecher und Bürge des Willens der ge­samten Nation war, so gilt auch das Werk und Fest, das er hier im Namen des Volkes mit dem Volke zu feiern befahl, als unser aller Gabe und Vermächtnis!

Wenn also das neue Deutschland in diesen Tagen mit selbstsicherem Stolz den jüngsten Zeugen seines Kulturwiliens vor den Augen der Welt enthüllt und damit gleichnishaft das Gelöbnis bekräftigt, weiterzubauen an dem ihm für Jahrtausende schicksalhaft vor- ausbestimmten Beitrag zur Steigerung und Verteidigung der Menschheitskultur über­haupt, so geschieht dies nicht, um den selbst­gefälligen Hymnus „Wie haben wir es herr­lich weit gebracht" in allen Tonarten zu sin­gen. Wir behalten Augen und Sinne klar angesichts der Tatsache, daß wir noch im Ausbruch marschieren und sich jetzt erst die großen Linien des neuen künstlerischen Lebensstils klar abzuzeichnen beginnen. Die tödlich harte Schule der Selbsterniedrigung und -zerfleischung hat uns die fortan ewig gültige Erkenntnis gebracht, daß nur der eiserne Wille zum Leben in seiner edelsten Züchtung dauerhaft Früchte trägt und diese nur reifen können, wenn ihre Zeit erfüllt in. Wir alle wissen es, nicht der schaffende Künstler allein, daß schöpferische Kraft kein Pfund ist, mit dem man wuchert, aber här­teste Verpflichtung gegenüber sich selbst und der Nation, Wenn wir Zeugen solcher Tage sein dürfen, wie jetzt München zu begehen sich anschickt, so kann uns die Größe der Stunde noch tiefer bewußt werden, wenn wir das unselige Einstmals in der Erinne­rung anrühren. Wissen wir es noch, daß vor zehn Jahren die „führende" Kunst bei uns von Subjekten „gemacht" wurde, die ihr jämmerliches Werkeln selber als „Umgehung des Selbstmords" bezeichneten und vor lau­ter „Subjektivität" zu der von ihnen hem­mungslos nachgelebten Weisheit gelangten, daß es besser sei, „unsauber zu existieren, als sauber unterzugehen"? Kennen wir noch die nihilistische Parole, daß „produktive Kritik allein eine solche ist, die ein Kunstwerk in

der Kritik schafft"? Können wir uns heute, auf der festen Warte der Ehrfurcht vor dem wahren Kunstwerk, vor der aller Schein und Schund zunichte wird, noch einen Kunst-„Be- trieb" vorstellen, wo eine derzeitige Kritik in einem frechen Machwerk aus Mülleimer- abfällen „kosmische Organe ins Leere zer- scherben" und „Verpurzeltes mit grandiosen Zerklüftungen sich begegnen" sah und die entsprechend aberwitzigen Preise sanktio­nierte? Kennt heute der sog. Nichtsachver- stündige, der unbefangen vor ein Kunstwerk Hintritt, noch die aus Wut und Scham ge­mischte Hilflosigkeit, mit der damals jeder ehrliche Mensch angesichts der Sudeleien und Stümpereien von Dada und Konsorten schwieg oder vor ihnen, sich höchstens zum Urteil „Blödsinn!" aufraffend, kehrtmachte?

Und heute? Da schart sich das ganze Volk um das Heiligtum der Kunst, da ist die Schau­stellung und Weihe des Kunstwerks nicht mehr Vorrecht des Geldbeutels und ein ge­fundenes Fressen für Afterkritik oder ge­lehrte Wortklauberei, da fahren Zehntau­sende von Arbeitern aus allen Gauen zum Herzen des Kunstschaffenden Deutschlands, - um aus eigener Anschauung zu erfahren, wie es wahrhaft um das Wesen unserer Kunst, an dem jeder von uns genesen soll, bestellt ist.

Festlich muß und wird dieses Erleben sein! Wir haben — die Münchener Tage wer­den es beweisen — zurückgefunden zu der Heiterkeit des Schauens, die Freude und Ernst gleich tief zu begreifen und zu vereinen vermag. Was einst als „antikisch" galt, der unbeschwerte Genuß der Schönheit selbst an­gesichts der Vergänglichkeit, soll im neuge­borenen Lebensgefühl unseres Volkes Auf­erstehung feiern. Weder für museale Pietät, blinde Anbetung der Form und kultische De­mut vor der „Berühmtheit", noch sür ver­zückte Schönheitsdnselei ist jetzt Raum und Zeil: sinnvoll schließt sich an die Weihe des herrlichen Hauses, das außen und innen den Wert unseres schöpferischen Ringens den kommenden Jahrhunderten künden soll, der Festzug, m dem das Volk, die Lebenden, den einzigartigen Reichtum von zweitausend Jahren deutscher Kultur in künstlerischen

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Unser nsbsnsteksiidss Nild rsixt äsn Lrssserskerentsn des ksieks- ministers Dr. Ltoebbets, kkexiermixs- i'nt 8 el> leckt, als I.andarbeiter unk einem seklosisvken 6nt < , -

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Bilderzügrn Gegenwart und Dauer verlei­hen werden.

Wir im Norden stehen diesen von Schön­heit und Lebensfülle überströmenden Ereig­nissen im deutschen Süden nicht fern. Unsere Künstlerschaft, jetzt auch äußerlich durch die kürzlich erfolgte Weihe unseres Bremer Künstlerhanses zu einer Arbeitsgemeinschaft verschworen, wird den Kunstsinn unserer Stadt dort würdig vertreten und später in ihrem Schaffen beweisen, wir fruchtbar die

Begegnung aller deutschen Stämme im ge­meinsamen Erlebnis neuer nationaler Kunst sich auswirkt. Uns allen aber, die wir nicht dabei sein können, wird durch Bild und Wort beglückende Gewißheit werden, daß diese Weihe deutscher Kunst bis in die fern­sten Winkel des deutschen Lebens und Schaf­fens hinein unser aller kostbarster Besitz ist und bleiben wird — dem Willen des Mannes gemäß, der sie für uns vollzog.

Ileiuksrd Uverwxu.