Ausgabe 
(12.7.1937) Nr. 188
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

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Nr. 1SS / 7. Jahrgang

Montag, 12. Juli 1SZ7

kinzelpreis 15 Npf.

lapmi sendet IruppenverstSrkung nach tliina

Politische Hochspannung in lokio

Unser lagssspisgel

I» USA. wurde ein priesterlicher Sittlich­keitsverbrecher verhaftet.

Japan verstärkt die Truppen seiner Earni- s sonen in Nordchina.

Reichsminister Rüst sprach bei der 703-Jahr- feier der Harzstadt Vlankenburg.

Die Deutsche Lufthansa verzeichnet - einen neuen Rekord im Postflug.

Die Bremer HJ. ist wohlbehalten in Brook eingetroffen.

48V Pimpfe starteten gestern zur Deutschland­fahrt.

Das im Wendebecken Hafen II gesunkene hol­ländische Motorschiff „Lies" wurde gehoben. Im Großen Preis von Belgien kam der deutsche Nachwnchssahrer Rudolf Hasse zu einem schöne» Sieg.

Auf dem sür uns erfolgreich durchgeführten Länderkampf Deutschland — Ungarn schwam­men Plath und Arendt deutsche Rekorde.

Die Tour de France sah aus der 10. Etappe 2 Träger des „Gelben Trikots".

In Z5 Stunden!

Hervorragende Leistung der Deutschen Lufthansa aus der siidamerikanischen Luftpoststrecke Berlin, 11. Juli.

Eine ganz hervorragende Leistung wurde jetzt wieder von der Deutschen Lufthansa auf ihrer Südamerika-Strecke erreicht. Die am Freitag von Brasilien abgegangene Luftpost war bereits 41 Stunden und 20 Minuten später in Frankfurt a. Main gelandet. Am Freitag um 11.30 Uhr ver­ließ, wie allwöchentlich, eines der Dornier-Do 18- Flugboote mit- Schwerölmotoren Natal in Bra­silien zum Flug über den Südatlantik nach Bat- hurst, das von den Flugkapitänen Bayer und Henke mit ihrer bewährten Besatzung geführt wurde. Der Anschlußflug wurde von einem der zweimotorigen Heinkel-Schnellflugzeuge unter­nommen. das von den Flugkapitänen Haumann und Misch über Las Palmas, Lissabon und Mar­seille nach Frankfurt am Main geführt wurde, wo die Maschine am Sonntag früh um 4.50 Uhr ein­traf.

Berücksichtigt man die Aufenthalte, die durch Postabgabe. Postumladen und Vrennstoffeinnahme an den Zwischenlandeplätzen entstehen, so betrug die reine Flugzeit von Brasilien bis Deutschland gerade 35 Stunden. In dieser Zeit wurde eine Entfernung von 9270 Kilometern überbrückt, bis Frankfurt am Main, wo etwa 70 000 Briefe ein­trafen.

Liebesiragödie auf Juist

Luist, 11. Juli.

Auf der,Insel Juist spielte sich eine Liebes­tragödie ab, der ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. Ein 18jähriger junger Mann und ein gleichalteriges Mädchen aus Braunschweig hatten auf der Insel Wohnung genommen. Die beiden jungen Menschen begaben sich in die Hammer­dünen im Loog, um sich das Leben zu nehmen. Der junge Mann richtete zunächst die Waffe auf seine Begleiterin, die schwer getroffen zusammen­sank, und tötete sich dann selbst. Ein in den Dünen arbeitender Mann fand die beiden auf. Er brachte die Schwerverletzte nach Loog und benachrichtigte die Gendarmerie. Das junge Mäd­chen wurde mit einem Flugzeug nach Norderney gebracht und dort ins Krankenhaus eingeliefert. Es besteht jedoch wenig Hoffnung, sie am Leben zu-erhalten.

rribüneneinstucz in krefeld

Kreseld, 11. Juli

Beim Schützenfest in Krefeld brach eine mit mehreren Hundert Zuschauern besetzte Tribüne, anscheinend infolge lleoerbelastung, zusammen. Aus den Trümmern wurden etwa 30 Personen geborgen, die sofort dem Krankenhaus zugeführt wurden. Sie konnten bis auf vier schwerer Ver­letzte nach Anlegung von Verbänden wieder ent­lasten werden.

Köln, 11. Juli.

Der Niederrhein erlebte am Sonntag einen be­sonders freudigen Tag: Seit Jahrzehnten statteten erstmalig wieder Schiffe der deutschen Kriegs­marine dem Rhein einen Besuch ab. lleberall wurde die erste Räumbootflottille aufs herzlichste begrüßt. In Köln hatten sich schon frühzeitig große Menschenmengen zum Rheinufer begeben, wo vor der Anlegestelle am St. Kunibert die NS.-Marinekameraschaft Köln und Mlllheim Aufstellung genommen hatte. Gegen 17.30 Uhr dröhnten Böllerschüsse und von der Mülheimer- brücke her hörte man die ersten begeisterten Kund­gebungen, als das Räumbootbegleitschiff „Zielen" die Brücke passierte. Der „Zielen" folgten die schnittigen Räumboote. Langsam stoppten die Maschinen. Das Begleitschiff machte fest. Korvettenkapitän Pahl meldete dem Kölner Standortältesten, Divifiionskommandeur

fluch Schanghai em Pulverfaß

Torio. 11. Juli.

Am Sonntag fand in Tokio eine Sondersitzung des Kabinetts statt, die die letzten Ereignisse in China zum Gegenstand hatte. In der Sitzung wurde die Entsendung von Truppenverstärkungen aus Japan nach Nordchina beschlosten.

Gleichzeitig mit dem ^Kabinett war der Oberste Kriegsrat zu einer außerordent­lichen Beratung zusammengetreten. Außerdem rief der Ministerpräsident die Vertreter der Parteien, des Oberhauses, der Finanzkreise und der Regierung zu einer Sondersitzung zusammen, um über die praktische Durchführung aller Maß­nahmen zu beraten, die sich im Zusammenhang mit der Verstärkung der Nordchina-Earnisonen als notwendig erweisen könnten. Die erforder-

Eeneralleutnant Kühne, die erste Räumboot­flottille in Köln.

Generalleutnannt Kühne dankte mit herzlichen Begrüßungsworten. Ihm schlössen sich im Namen des Reichsbundes für deutsche Seegeltung Staats­rat Börger, als Vertreter der Stadt Köln und des Kölner Oberbürgermeisters Beigeord­neter Dr. Körper und namens der Kölner Schutzpolizei Oberst Schroers an. Nicht min­der herzlich gestaltete sich die Begrüßung zwischen der Kölner Bevölkerung auf der einen und den Offizieren und Mannschaften auf der anderen Seite. Die begeisterten Ovationen wollten kein Ende nehmen.

Die Vertreter der Partei, der Wehrmacht und der Behörden folgten anschließend einer Einla­dung zur Besichtigung der „Zielen". Später nahmen viele tausend Volksgenosten die Gele­genheit wahr, der „Zieten" ihren Besuch abzu­statten.

lichen Mittel für diese Maßnahme wurden bereits vom Finanzministerium bereitgestellt.

Als weitere bedeutsame Maßnahme ist die Entsendung des E e n e r a l i n s p e k t o r s für Militärerziehungswesen, General­leutnant Katsuki, nach China anzusehen, der nach einer Unterredung mit dem Kriegsminister mit wichtigen Anweisungen im Flugzeug Japan verlassen hat.

Katsuki wurde zum Kommandeur der ^japa­nischen Garnisonen in Nordchina ernannt. Man vermutet allgemein, daß die Berufung Katsukis verschärfte Maßnahmen der japanischen Nord- china-Truppen zur Folge haben wird. Angesichts der wachsenden japanseindlichen Stimmung in China wird eine baldige friedliche Lösung des Konfliktes für immer unwahrscheinlicher gehalten.

In der amtlichen Verlautbarung über die Son­dersitzung des japanischen Kabinetts heißt es

freudig an die Stätten und Erlebnisse der Kind­heit zurückdenkt.

Der Sonntagmorgen wurde eingeleitet mit einer feierliche» Sitzung der Ratsherren, in der dem Reichsminister und Gauleiter Rüst das Ehrenbürgerrecht der Stadt Blankenburg verliehen wurde. Reichsminister Ruft nahm die Ehrung im Namen der niedersächsischen Be­völkerung und im Namen seiner alten Kampf­garde an und gedachte der großen Vergangenheit des Harzes, gedachte der allezeit unerschütterlichen Kraft und Zähigkeit des Niedersachsenstammes; auch Vlankenburg habe stets in Notzeiten wackere Kämpfer auf dem Plan gesehen.

Nach einer nationalsozialistischen Feier st unde vor dem Rathaus, in der Sprecher mehrerer Formationen und Gliederungen der Partei zu einem Fcierwerk zusammengestellte Verse von H. Menzel, Heinrich Annacker, H. Baumann u. a. mahnend ausgingen ließ, fand am Nachmittag eine Großkundgebung im Fürstenhofsaal' statt, in deren Rahmen Reichs­minister Rüst das Wort zu einer längeren auf­rüttelnden Rede nahm. Ausgehend von Rankes Wort „Das Tragische für uns Geschichtsschreiber ist, daß die Völker aus unserer Geschichtsschreibung nichts lernen", gab der Reichserziehungsminister ein holzschnitzkräftiges Bild vom Wesen der deut­schen Vergangenheit, vom wechselvollen deutschen Volksschicksal, in dem er große geschichtliche Epochen, deren Persönlichkeiten und Kämpfe streiflichtartig erwähnte. Im Kern seines Referates kam er zu der grundlegenden Fest­stellung, wir hätten aus der Geschichte zu lernen, daß sich niemals mehr solche Wellentäler vom Auf- und Abstieg wiederholten. Die national­

die Statistik, und dabei festgestellt, daß 51 v. H. der Gefolgschaften kranke Wesen sind. Man muß von jedem Deutschen fordern, daß er sich jährlich mindestens einmal , untersuchen läßt."

Veutscher Lardetag in vüsselSorf

Düsseldorf, 11. Juli.

- Zum ersten Mal nach dem Kriege kamen im Rahmen der großen Reichsausstellung „Schaffen­des Volk" die Angehörigen der ehemaiigen Garde­regimenter aus dem ganzen Reiche und auch aus dein Auslande zum „Deutschen Eardetag" zusam­men. Bei dieser großen Wiedersehensfeier wurde ein Bekenntnis zu den alten Soldatentugenden und vor allem ein Bekenntnis unverbrüchlicher Treue zum Führer abgelegt. Auf dem Vegrü- ßungsabend hielt der Vundesfllhrer des Reichs­kriegerbundes (Kyffhäuser), SS.-Eruppenführer Oberst a. D. Reinhard, die Festansprache, in der er auf hie ruhmreichen Taten der Garde im Welt­kriege und in der Nachkriegszeit gegen die Vol- schewisten im Baltikum und im Ru'hrgebiet hin­wies. Den Höhepunkt bildete die große Parade­ausstellung

Ehrenvolle Berufung. Der Leiter der Deutschen Akademie in Rom. Pros. Herbert Gericke, ist in die Königlich-Italienische Akademie 2. Luca be­rufen worden.

Valencia Marxisten vlums Löste

Paris, 11. Juli.

An der Sonntagsitzung des französischen sozial­demokratischen Parteikongresses in Marseille nah­men auch drei spanische Bolschewisten teil. Zu­nächst wurden mehrere Angriffe von Mitgliedern des linken Flügels der Partei gegen Blum und das augenblickliche Kabinett Chautemps ange­hört. Es wurde angeregt, daß die Partei die im Oktober ds. Js. stattfindenden Kommunalwahlen unter dem Zeichen des Kampfes gegen den fran­zösischen Senat führen solle.

Bei verzweifelten Angriffen der Bolschewisten an der Front von Madrid wurden zehn Sowjet­panzerwagen vernichtet.

u. a.: Um den Frieden im Osten zu erhalten, ist es erforderlich, daß sich China gegenüber Japan entschuldigt.

Schanghai, 11. Juli.

Der Chef des japanischen China-Geschwaders ist in Schanghai eingetroffen. Die Stimmung in dem von vielen Japanern bewohnten.Schanghaier Stadtteil Hongkew, wo auch japanische Truppen in Bereitschaft gehalten werden, ist sehr gespannt. Auf den Anfahrtsstraßen werden alle Kraftwagen angehalten und kontrolliert.

Wieder Seschützfeuer in Peiping

Peiping, 12. Juli.

Seit Sonntag abend 13.20 Uhr ist in Peiping wieder schweres, heftiges Maschinengewehr- und Eeschiitzfeuer in Richtung Marcopolobrllcke zu hören. Auch von amtlicher chinesischer Seite wird der Wiederausbruch der Feindseligkeiten bestätigt.

Vor N. 1uU

Eine Etappe im deutschen und europäischen Sinne

Wien, 11. Juli.

Der deutsche Botschafter von Papen schreibt in einem Artikel „Zum 11. Juli", d. h. zum Jahres­tag des deutsch-österreichischen Abkommens u. a.: Das Abkommen vom 11. Juli 1936 hatte die Welt durch den Friedensschluß der „streitenden Brüder" überrascht und bei allen jenen eine sehr kritische Aufnahme gefunden, deren europäische Gleichge­wichtspolitik auf dem deutsch-österreichischen Streit basiert war. Wir hatten den Familienstreit selbst begraben und damit unmißverständlich festgestellt, daß die beiden wichtigsten Donaustaaten gewillt sind, das Maß ihres Einflusses und ihrer vitalen Interessen im zentraleuropäischen Raum selbst zu bestimmen und zu vertreten. Alles dies selb- verständlich im Rahmen der Interessen und Rechte aller anderen Donauanrainer und der Staaten, die begründeten Anspruch auf Mitwirkung in diesem Sektor besitzen. Die so erreichte Klärung der außenpolitischen Lage in einem der wichtigsten Teile Europas hat sich als von hohem Wert er­wiesen.

Gegenüber der außenpolitischen Aktiv­seite des Abkommens haben die Rückwirkungen auf die deutsch-österreichische innerpolitische Lage nicht das gleich befriedigende Ergebnis gebracht. Es wäre töricht, es leugnen zu wollen, aber es freimütig festzustellen, heißt zugleich auch den festen Willen dokumentieren, hier eine Aenderung eintreten zu lassen. '

Wer die Geschichte kennt, weiß, daß durch Jahr­hunderte das deutsche Oesterreich seine Sendung als Kulturträger erfüllt, aber daß es seiner nationalen Aufgabe eigentlich erst zurückgegeben wurde, seit es durch den Weltkrieg der Macht ledig geworden ist, die ihm das Habsburger Erbe auferlegt hatte. Der Kampf Oesterreichs ist ei» deutscher Kampf geworden. Daran wird auch der Artikel 80 des Versailler Vertrages niemals et­was ändern.

Wer daher die Beseitigung der hieraus sich naturgemäß ergebenden Spannungen im Interesse der deutschen Gesamtnaiion wünscht, muß sich klar­werden, daß ein Kurieren an Symptomen zweck­los ist und daß man ven Problemen an die Wurzel gehen muß. Von diesem Geist sind auch die Besprechungen getragen, die im Rahmen des Juliaükommens in diesen Tagen zur Ueber- prüfung und Verbesserung der Lage hier abge­halten wurden. Das Abkommen bildet eine aus­gezeichnete Grundlage.

Von Papen kommt dann auf die Anschluß- frage zu sprechen. Es sei klar, so sagt er u. a., daß man in Zukunft der österreichischen Aufgabe nur gerecht werde, wenn Eigenart und Selbstän­digkeit die Erfüllung dieses gesamtdeutschen Man­dates ermöglichten. Voraussetzung sei selbstver­ständlich ein Verhältnis zum Reich, das so eng und brüderlich wie möglich sei. Dann könne man die Findung staatspolitischer Formen zwischen Oesterreich und dem Reich, die seiner Lage und seinen Aufgaben entsprechen, getrost einer spä­teren Zeit überlassen.

„Das deutsche Problem ist zugleich das europäische Problem. Wenn man letzterem zu Leibe gehen will, um Europas Aufbau ent­sprechend den Gesetzen der geistigen Entwicklung und des Raumes zu organisieren, muß man be­griffen haben, daß das durch seinen Führer von den Fesseln befreite deutsche Volk dabei ist, seine nationale Erneuerung auf einer klaren Ebene zu suchen. Mit dieser Lösung steht oder fällt Europa. Es gibt keinen besseren Weg, um Deutschland mit Europa zu vermählen, und deshalb trifft die deutsch-österreichische Frage auch den Kernpunkt des europäischen Problems. Der 11. Juli ist daher eine Etappe im deutschen und im europäischen Sinne. Sein Jahrestag soll beide Seiten bereit finden, unter den vergangenen Spannungen einen Strich zu machen, den inneren Frieden herzustellen, Augen und Sinne zu weiten für die großen wirtschaftlichen Aufgaben der Gegenwart.

Die staatspolitische Tat des österreichischen Bundeskanzlers und des Führers und Kanzlers des Deutschen Reiches verpflichten uns, geschicht­lich weiter zu schauen und zur Unterordnung aller mdioiduellen Wünsche unter ein gemeinsames

krst der Vollar, dann die satzne

Bilanz eines aufrechten Amerikaners

Washington, 11. Juli.

Am Vorabend seines 76. Geburtstages erklärte Senator Norris, er sei heute noch stolz darauf, daß er zu dem Fähnlein jener aufrechten Sena­toren gehöre, die vor 20 Jahren Amerikas Kriegs- eintriti gegen Deutschland bekämpften. Seine ab­lehnende Stimme habe er damals mit der Ueber­zeugung begründet, daß die Vereinigten Staaten, indem sie sich in den Krieg hineinziehen ließen, nur dem Einfluß finanzieller Interessen nachgäben und den Dollar über die Fahne setzten. Er' habe keinen Grund gefunden, seine damaligen An­sichten zu ändern.

Der belgische Ministerpräsident van Zeeland hat den Liberalen erklärt, daß er dem König den Eesamtrllcktritt des Kabinetts anbieten werde, falls sie nicht von ihrer Forderung auf Rücktritt des Justizministers de Laveley. Abstand nähmen.

Der Erzbischof-Konflikt geht weiter. Der „Kra­kauer Illustrierte Kurier" schreibt zum Wawel- Konflikt. Verhandlungen mit dem Krakauer Erz- biichof seien nach dessen Brief nicht mehr möglich: die Regierung werde jetzt ihre eigenen Wege rchea-

700 Mre hmzstM vlankenburg

Neictzsminister Hust, zum klzrenbürger ernannt, sprach zu den festteilnelzmern / ver jüngste VaSeort

sozialistische Weltanschauung, die Tat der Volks- werdung und Einigung der Nation durch den Führer seien geschichtliche Faktoren und Garanten für eine bessere deutsche Zukunft, die allerdings nur dann erstehe, wenn von der Volksgesamtheit die völkische Sinngebung und Zielsetzung ver­standen würde, gläubig, und demütig gegenüber dem ewigen Gesetz des Volkes zu handeln, zum Kampf geboren, aber zur Unterordnung ver­pflichtet.

Vlankenburgs 700-Jahrfeier wurde trotz Regen und Wind abgeschlossen mit einem großen histo­rischen Festzug, in dem die geschichtliche Ver­gangenheit auflebte. Da zogen nicht allein die großen Persönlichkeiten, wie Herzog Lothar, der Gründer der Vlankenburg, Heinrich der Löwe u. a. vorüber, sondern man sah auch Vlankenburger Sonderheiten und Originale. Wenn man auf das reizvoll-farbige Bild dieses schön gestalteten Festzuges wie auf die nationalsozialistischen kla­ren Feierstunden der Stadt Blankenburg zurück­blickt, so kann man sagen, daß die Stadtverwal­tung den Ehrentag würdig auszugestalten ver­standen hat. Aber nicht allein Geschichte und Gegenwart klangen ineinander, sondern auch die Zukunft lebte verheißungsvoll auf in der Be­kanntgabe, daß Blankenburg infolge Ausnutzung des Heilschlammes durch eine Gesellschaft der öffentlichen Hand, deren Vorsitzender der straun- schweigischs Ministerpräsident Klagges ist, künf­tig zum Kurort werden wird. Durch seine heil­kräftigen Erden wird Blankenburg in die Reihe der Badeorte einrücken, indem es seine Natur­schätze den leidenden Volksgenossen dienstbar macht.

Nom und die Pgrenäen-Lrenze

Offene Worte an die englische Adresse

Rom, 12. Juli.

Die italienische Presse beschäftigt sich immer noch eingehend mit dem Crgehnis der letzten Ver­handlungen des Nichteinmischungsausschüsses. Der englischen Regierung wird deutlich die Haltung Frankreichs vor Augen gehalten. Verfolge Eng­land einseitige machtpolitische Interessen, so werde ihm die Stellungnahme des Quai d'Orsay in den letzten Tagen gezeigt haben, daß die Partner­schaft Frankreichs auf diesem Wege nicht unpro­blematisch ist. Wolle man aber in London einen wirklichen Frieden, so werde ihm die Aufkün­digung der Kontrolle an der Pyrenäengrenze ebenfalls als das erscheinen, was sie ist: ein zyni­scher Afront gegen eine europäische Zusammenar­beit und ein offener Hohn gegen den Grundsatz der Nichteinmischung. 2n diesen Worten an die englische Adresse liegt gleichzeitig die Haltung Italiens gegenüber Frankreich.

priesterlicher Sittiichkeitsoerbrecher auch in USfl.

Monroe (Louisiana), n. Juli.

Wegen geschlechtlichen Verkehrs mit einer Min­derjährigen wurde ein Söjähriger katholischer Geistlicher verhaftet und unter Anklage ge­stellt. Er hatte ein ISjahriges Mädchen, das ein Jahr lang mit ihm zusammen lebte, fortgesetzt mißbraucht. Kürzlich war das Kind in seine elterliche Wohnung zurückgekehrt und hatte seiner Mutter von dem skandalösen Verhalten des Prie­sters erzählt. Der geistliche Sittlichkeitsverbrecher gestand seine Schandtat vor dem Staatsanwalt ein.

Was sagt zu diesem skandalösen Fall in USA. Kardinal Mundelein, der sich in schamloser und herausfordernder Verdäch­tigung deutscher Gerichte — nur weil sie die Sittlichkeitsverbrecher im Prissterrock der gerechten Strafe zuführen — nicht genug tun konnte?

Deutsche Kriegsschiffe auf dem schein

begeisterter kmpfang der Näumboot-slottille in Köln

(Lcmcksrbsrickt cksr „Li-sinsr 2situng")

msk. Blankenburg, 11. Juli.

Am Sonnabend und Sonntag beging die altehr- wllrüige Harzstadt Blankenburg die -Feier ihres 700jährigen Bestehens. Die Straßen und Gassen des reizvoll freundlichen Städtchens prangten im Festtagskleide. Mit unendlicher Liebe und Sorg­falt hatten die Vlankenburger ihre Häuser, unter denen sich manch kostbares Fachwerkhaus befindet, mit Tannengirlanden, Blumen und Fähnchen ge­schmückt. Nur der Wettergott meinte es nicht gut. Schon am Sonnabendnachmittag, als die vielen auswärtigen Gäste eintrafen, öffnete der Him­mel seine Schleusen und schloß sie leider auch am ganzen Zauptfeiertag nicht. Doch wurde dadurch die Festesfreude keinesfalls beeinträchtigt.

Bürgermeister Kreisleiter Kämpfert konnte am Sonnabendabend zu Beginn eines Heimat­abends eine frohgestimmte Festgemeinde begrüßen, in deren Mitte sich zahlreiche Vertreter aus Par­tei, Staat, Wehrmacht und kommunalen Behörden befanden. Der Festvortrag des Oberpräsidenten a. D. und Dichters August Winnich „Vom Glück und der Fülle der Heimat" wurde umrahmt von Darbietungen eines Musikkorps der Wehrmacht, der Vlankenburger Liedertafel und des Harzklub- Dereins sowie von einprägsamen Zeitbildern aus Vlankenburgs Vergangenheit, die der Harzer Hei­matschriftsteller Fritz Nötzolü geschrieben hatte und von Laienspielgruppen dargeboten^ wurden. 2n lebendiger, volkstümlicher Weise fand der Vor­tragende sinnklare Worte von den Werten der Heimat und schilderte an Beispielen aus seiner Vlankenburger Schulzeit, wie die Erinnerung und die Liebe zur Heimat das Menschenleben leuchtend durchstrahlen, wie man immer wieder

Sesundlzeit nicht prioalsache

Eine Rede des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley

Hanau, 11. Juli.

Am Sonntag weihte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in Hanau das dortige Landeskranken­haus, das künftig den Namen „Dr.-Robert-Ley- Krankenhaus" führen wird. In einer Ansprache führte er aus, die Grundlage des Volkes, sei die körperliche und seelische Gesundheit. Der Kampf um die Gesunderhaltung gehe um keinen einzelnen Beruf oder um eine Klasse, sondern um das ganze deutsche Volk. „Wir sind alle Soldaten des Füh­rers", so erklärte Dr. Ley, „und können nicht dulden, daß jemand glaubt, die Gesundheit sei Privatsache. Wir haben darüber zu wachen, daß jeder Deutsche die höchste Leistung vollbringen kann. Wir haben den Versuch gemacht," so fuhr Dr. Ley fort, „in vier Gauen zu einer Gesund­heitsbilanz zu kommen, die zuverlässiger ist als