Ausgabe 
(10.7.1937) Nr. 186
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der deutschen flrbeitsstont Vremen

1

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblatl des Senats der Lreien kjanseftadt Vremen

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Nr. 186 / 7. Jahrgang

Sonnabend, 18. Juli 1957

klnzelpreis 15 Npf.

kngland soll einen flusweg finden

grundlegende Nede votschafter von Mbbentrops vor dem Nichteinmischunggausschuft / englisch-französischer

und deutsch-italienischer Plan abgelehnt

Scharfe Abrechnung

London, 1l>. Juli.

Das Ergebnis der Vollsitzung des Nichtein- unschungsausschusies am Freitag lägt sich wie folgt zusammenfassen:

1. Der englisch-französische Plan auf alleinige Uebernahme der Seekontrolle an der spanischen Küste fand keine Annahme;

Unser lagesspiegel

Vor Peiping kam es zu neuen Zusammen­stößen zwischen japanischen und chinesischen Truppen.

Der Nichteinmischungs-Ausschutz forderte nach Ablehnung des englisch-französischen und des deutsch-italienischen Planes England aus, einen Ausweg zu suchen.

General Franco erklärt eine Freiwilligen­zurückziehung für unmöglich.

Der Krakauer Erzbischof-Konslikt hat sich verschärft.

Kardinal-Staatssekretär Pacelli traf in Paris ein.

Reichspresseches der NSDAP., Dr. Dietrich, wendet sich gegen ausländische Sensations- . macherei.

Gegen den Mörder Roloss wurde das vierfache Todesurteil ausgesprochen.

Zn Bad Essen fand eine Eautagung der NSB. statt.

1,4 Millionen der ungültig gewordenen Fiinfmarkstücke wurden nicht eingelöst.

Das Tennisendspiel der Europa-Zone zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei endete 2:0 für Deutschland.

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2. der deutsch-italienische Plan wurde von England, Frankreich und der Sowjetunion ab­gelehnt.

3. Infolgedessen wurde ein Antrag des nieder­ländischen Vertreters angenommen, der die eng­lische Regierung auffordert, einen Ausweg aus der entstandenen Lage zu suchen und zwischen den beiden Plänen zu vermitteln.

Zur Annahme dieses Auftrages erklärte sich der Vertreter der britischen Regierung Lord Plymouth nach Rücksprache mit seiner Regierung bereit. Diese wolle, so erklärte er, auftragsgemäß Schritte unternehmen, um einen Ausweg aus der entstan­denen Lage zu finden. Er verwies dabei aus die Dringlichkeit der übertragenen Aufgabe, die kei­nerlei Zeitverlust gestatte.

Frankreichs Vrolzuug

Der französische Vertreter erklärte in der Vor­mittagssitzung, daß Frankreich in kürzester Frist die Landkontrolle aufheben würde, wenn nicht die Kontrolle an der spanisch-portugie­sischen Grenze binnen kurzem wieder hergestellt würde Ferner behauptete er, daß die Nichtein­mischung in Frage gestellt sei. wenn nicht eine wirksame Seekontrolle wieder in Kraft gesetzt werde. Nach der Erklärung des französischen Ver­treters sprach der italienische Botschafter E r an d i eingehend zur Lage, während der sowjetrussische Botschafter Maisky die Gelegenheit benutzte, um scharfe Angriffe gegen Deutschland und Italien zu richten, die von Botschafter von Ribbentrop wirksam zurückgewiesen wurden.

Me Nede von Mbbentrops

Der deutsche Botschafter führte aus: „Von den Reden, die heute morgen hier gehalten worden sind, habe ich einige mit Interesse, aber mit größter Ueberraschung angehört. Daß der Sowjetbotschafter wie üblich eine jener tenden­ziösen Propagandareden produziert hat, die seine besondere Spezialität zu sein scheinen, daran haben wir uns im Ausschuß allmählich so gewöhnt, daß dieses Verhalten längst auf ver­nünftige Leute gerade die entgegengesetzte Wirkung von dem hat, was der Sowjetbot­schafter erreichen möchte. Die Beweggründe, die den Sowjetbotschafter zur Anwendung einer aggressiven Methode und so seltsamer Argumen- tierungen treiben, wie wir sie soeben angehört haben, liegen auf der Hand:

Die Sowjetregierung versucht, wo sie nur kann, Unruhe zu stiften, weil sie damit die Welt- revolution vorwärts treiben will. Ich für meinen Teil muß daher der Sowjetregierung die Fähigkeit absprechen, in Sachen des Spaniels Konfliktes unvoreingenommen und unparteiisch urteilen zu können.

Ich möchte jetzt auf die Ausführungen des französischen und des englischen Vertreters ein­gehen. Das Wesentlichste jener Reden, wenn ich sie recht verstehe, ist zweierlei:

l. Es wird erneut die Unparteilichkeit und Fairneß des englischen und französischen Vor­schlages geltend gemacht, der dahingeht, die Ee- samtkontrolle über die spanischen Küsten den Flotten Frankreichs und Englands zu überluden, ll. Die Kritik an dem italienisch-deutschen Vor­schlag, eine Neukonsolidierung des Nicht­

einmischungssystems zu schaffen, und der Vorwurf der Parteilichkeit, der diesem Vorschlag gemacht wird. Angesichts dieser zumindest ungewöhnlichen Art, die Probleme zu sehen, glaube ich, daß es offenbar nicht nur angebracht, sondern unver­meidlich geworden ist und meiner Meinung nach sogar höchste Zeit, daß die Probleme, denen wir hier in diesem Komitee gegenüberstehen und die wir zu lösen haben, von allem unausgeglichenen Gerede und von allen tendenziösen Verdrehungen zu propagandistischen Zwecken befreit und auf ihre ursprüngliche Form zurückgeführt werden. Was ist nun diese so ursprüngliche Form? Um das klar zu machen, muß ich Ihnen einen kurzen Ueberblick über die Ereignisse geben, die zu der gegenwärtigen Lage, so wie ich sie nun sehe, geführt haben.

1. Die Dritte Internationale oder Komintern in Moskau hat sich im Verfolg der von Lenin niedergelegten Gesetze die inneren spanischen Un­ruhen zunutze gemacht, um sich dort die Macht anzueignen in der von den Komintern fortgesetz­ten und offiziell verkündeten Absicht, in Spa­nion festen Fuß zu fassen, um von dort aus Frankreich, Europa und schließlich die Welt zu erobern. Hunderte von Agenten und Provo­kateuren wurden nach Spanien geschickt, um die­ses Ziel Moskaus zu erreichen.

2. Unter der Anführung sowjetrussi- scher Kommunisten und Bol scheini- st e n, verstärkt durch das Hineinströmen unruhi­ger und unzufriedener Elemente aus der ganzen Welt, wurden Zehntausende unschuldiger Män-

Obersalzberg, 10. Juli.

Zu den Meldungen einiger ausländischer Zei­tungen (siehe den nächsten Bericht!), wonach zur­zeit auf dem Obersalzberg ein Ministerrat unter Vorsitz des Führers stattfinde gab der Reichs­pressechef der NSDAP. Dr. Dietrich auf Befragen einem Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros folgende Auskunft:

„Immer aufs neue tauchen in der internatio­nalen Presse Tendenznachrichten über Kabinett­sitzungen und Ministerrate auf, die angeblich Leim Führer auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden abgehalten werden und von denen wichtige po­litische Entscheidungen zu erwarten seien. Diese Meldungen dienen offenbar dem Zweck, den Ein­druck einer latenten politischen Spannung her­vorzurufen, um das internationale politische Le­ben in ständiger Unruhe zu halten.

Hierzu ist ein für allemal festzustellen, daß der Führer, wenn er sich in seinem Hanse aus dem Obersalzberg aufhält, sich selbstverständlich nicht dem Nichtstun hingibt, sondern dort die Führung

ner, Frauen und Kinder in Spanien hingemor- det. Das leichtfertige Urteil einer Handvoll un­geschälter „Beobachter" kann an diesen geschicht­lichen Tatsachen nichts ändern. Endlich raffte sich das nationale Spanien unter der Führung Ge­neral Francos zur Verteidigung auf.

3. Es wäre dem europäischen Frieden wahr­scheinlich zuträglicher gewesen, dem ehrlichen, nationalen Spanien zu helfen, die bolschewisti­schen Verbrecher so schnell wie möglich loszuwer- hen. Aber Europa beschränkte sich darauf zu ver­suchen, den Spanienkonflikt auf Spanien selbst zu beschränken, und die beste Lö­sung, die man finden konnte, war die einer Nichteinmischungspolitik. Das Er­gebnis war dieser Au--'ckniß.

4. Mehr als zehn Monate sitzen wir nun zu­sammen, aber wir müssen gestehen, daß wir nur zum Teil Erfolge gehabt haben. Wir haben versucht, das Gold der Bank von Spanien sicherzustellen. Wir haben es nicht gefunden. Wir haben versucht, andere Nationen für den Anschluß an das Nichteinmischungsabkommen zu gewinnen — bis jetzt ist dieser Versuch geschei­tert. Wir haben beschlossen, die Waffeneinfuhr nach Spanien zu verhindern — trotzdem sind d i e ganze Zeit über Waffen nach Spa­nien gelangt.

Schon >m August vorigen Jahres schlugen Deutschland und Italien ein Verbot der Einreise von Freiwilligen vor. Dieser Vorschlag wurde weder von England noch von Frankreich ange­nommen. Später aber, als man sah, daß mehr

der laufenden politischen Geschäfte genau so in der Hand behält wie in Berlin. Er würde sich sicherlich auch gern in der Ferienzeit ab und zu für einige Wochen von der Tagesarbeit zurück­ziehen und ausruhen, wenn nicht die unaushör- liche Betriebsamkeit der internationalen Diplo­matie seine Zeit lausend in so starkem Maße in Anspruch nehmen würde. Infolgedessen ist es eine Selbstverständlichkeit und für den Führer uner­läßlich, von Zeit zu Zeit Besprechungen mit seinen leitenden Mitarbeitern aus dem Obersalzberg ab­zuhalten. Darin ständig außenpolitische Sen­sationen wittern zu wollen, ist ebenso abwegig wie ungeeignet, die internationale Atmosphäre zu beunruhigen.

„Veuore" verschüttet wieder 6ist

Berlin, 10. Juli.

Die Pariser Zeitung „Oeuvre" verbreitet wie­der einmal eine jener Lllgennachrichten, die immer

und mehr Freiwillige auch für die nationale Sache kämpften, kam man auf den deutsch-ita­lienischen Borschlag zurück, und erst jetzt gelang es, sich auf ein Verbot der Entsendung von Frei­willigen zu einigen.

Darüber hinaus schlug Deutschland schon im Februar die Auskämmung der Freiwilligen aus Spanien vor. Auch dies erschien den anderen Re­gierungen wiederum zur Zeit, als der Vorschlag gemacht wurde, nicht opportun. Heute aber ist er zum dringenden Wunsch Frankreichs und Eng­lands geworden.

5. Es wäre allerdings vielleicht nicht ganz gerecht, zu behaupten, daß wir in unserer Arbeit überhaupt keine Erfolge gehabt haben. Denn es gelang uns schließlich, das K o n t r o l l s y st e m zu errichten. In ihrem Wunsch, die Ueberwa- chung zu bekämpfen, griffen jedoch die Valencia- Streitkräfte bald hernach englische, deutsche und italienische lleberwachunasschiffe an. Sechs Tote auf einem italienischen Schiff und 31 Tote und 77 Verwundete auf dem deutschen Panzerschiff „Deutschland" waren das Ergebnis dieser An­griffe. Deutschland gab die einzige Antwort: Es bombardierte die Festung Almeria. Hierin han­delte Deutschland im Interesse der gan­zen Ileberwachungsflotte, denn was der „Deutschland" passiert war,^ konnte in den nächsten Tagen einem englischen, fran'ösi'chen oder italienischen Schiff passieren.

(Fortsetzung auf Seite 2)

wieder von einer internationalen Clique zum Zwecke der Hetze gegen Deutschland fabriziert werden. Die sattsam bekannte Außen- politikerin des Blattes behauptet, daß der Führer in Verbindung mit der spanischen Nichtein­mischungspolitik beabsichtige, die gesamte öster­reichische Frage wieder auszurollen. An drei ver­schiedenen Stellen der österreichischen Grenze werde SS zusammengezogen und zwar nördlich von Innsbruck, südlich von Berchtesgaden und bei Passau. Gleich nach der Sitzung des Lon­doner Ausschusses werde der Führer in Verchtes- gaden eine diesbezügliche Besprechung mit Neu­rath, Göring, Goebbels, Vlomberg und Papeu abhalten. Dieses Phantasieprodukt, das die inter­nationalen Beziehungen zu vergiften bestimmt ist, trägt so sehr den Stempel der Lüge auf der Stirn, daß es sich erübrigt, auf seine Einzelheiten einzugehen. Es ist in allen Teilen frei erfunden.

Volksfront-Zeche

Frankreichs „paradiesische Zeit"

lVon unserer keriiner Zcckiriktleitungl

Berlin. 10. Juli.

Finanzminister Bonnet hat dem franzö­sischen Volk nunmehr die Rechnung vorge­legt, die das marxistische Experiment Blum- Auriol kostet und zu deren Begleichung die breite Masse der kleinen Steuerzahler ver­urteilt ist. Das neue französische Programm soll dem französischen Staat jährlich Mehr­einnahmen von 10Vo Milliarden Franken sichern. Trotz der von der Bank von Frank­reich als Vorschuß aufgenommenen 15 Mil­liarden F-ranken ist damit der Staatshaus­halt nur annähernd auszugleichen. Dieser niederschmetternden Zeche, die der franzö­sische Steuerzahler zu begleichen hat, wird also über kurz oder lang eine zweite folgen.

Als das erste „Volksfront"-Kabinett die Macht in Frankreich übernahm, haben die marxistischen Demagogen der Masse der Ar­beiter, Bauern und Handwerker den An- bruch einer „paradiesischen Zeit" versprochen. Niemand sollte mehr den „Ausschreitungen kapitalistischer Unternehmer" ausgeliefert sein. Kürzere Arbeitszeiten und erhöhte Löhne sollten den Lebensstandard des Durch- schnittsfranzosen steigern. Durch Arbeits­beschaffungsprogramm, soziale Maßnahmen, Steuerermäßigungen usw. wollte der Staat seinerseits zur Erreichung dieses Zieles bei­tragen. Niemand kümmerte sich darum, wer diese gewaltigen Ausgaben einmal bezahlen sollte. „Wir werden die Reichen bluten lassen", war das zugkräftigste Echlagwort. Diese Reichen dachten aber nicht daran, zu warten, bis man eines Tages nach Moskauer Rezepten mit ihnen verfahren würde. Etrva 60 000 Millionen des französischen Vermö­gens sind ins Ausland gegangen, wo sie vor dem Zugriff der „Volks"front sicher waren.

So rollte die Lawine der marxistischen Mißwirtschaft unaufhaltsam dem Abgrund zu. Lohnerhöhungen, Abwertungen, Preis­erhöhungen, Lohnkämpfe, Streiks, Aussper­rungen, verminderte Produktion, von Monat zu Monat steigende Ausgaben des Staates — das Ende dieses wahnwitzigen Experi­mentes mußte mit der völligen Erschöpfung der Finanzmittel, mit einem Verlust von etwa der Hälfte des französischen Goldbe­standes und einer neuen Abwertung des Franken der Bankrott sein.

Nach Ansicht Bonnets mußten die radikal­sten Maßnahmen ergriffen werden, um die­ses ungeheure Fiasko auch nur einiger­maßen wieder wettzumachen, und wer hat es zu bezahlen? Die Antwort hierauf er­gibt sich aus der Belastung sämtlicher Jah­reseinkommen von 20 000 Franken: die Post-, Telefon- und Telegraphengebühren werden um ein Drittel heraufgesetzt; die Er­höhung der Eisenbahntarife soll im Rahmen einer allgemeinen Reform eine Einnahme­steigerung von 2,6 Millionen ergeben, eine allgemeine Tarifrevision eine Milliarde Mehreinnahmen; der Tabakpreis wird um 20 v. H. erhöht; der Betriebsstoff für Last­kraftwagen, die Stempelsteuer, die allge­meinen Zollsätze, die Einfuhrabgaben kon­tingentierter Erzeugnisse werden erheblich heraufgesetzt: beim Verkauf von Grundstük- ken und Häusern werden in Zukunft 12 v. H. Steuern erhoben. Auf sämtliche Wertpapiere kommt ein Zuschlag von 3 bis 6 v. H. Der „kleine Mann", der Arbeiter, Handwerker, Angestellte, Rentner und Kleinbürger ist also derjenige, der fast ausschließlich die 1014 Mil­liarden Franken dieses sogenannten Sa­nierungsprogramms aufzubringen hat. Die „Kapitalisten" dagegen werden von ihm in kaum nennenswertem Maße betroffen. Er­höhte Preise und als Folge dieser brutalen Steuermaßnahmen eine weitereHerab- fetzung des Lebensstandards sind also für die breite Masse des französischen Volkes der „Fortschritt" des ersten groß­angelegten marxistischen Experiments in dem einst reichen Frankreich.

Wir erinnern uns der sich in ihrer Ten­denz geradezu überschlagenden Sensations­meldungen, die anläßlich der Verkündung der verhängnisvollen 40-Stunden-Woche von Paris aus in die Welt gesetzt wurden und mit denen der staunenden Öffentlichkeit be­wiesen werden sollte, daß Frankreich in ein Paradies umgewandelt fei. Der jetzige stell­vertretende Ministerpräsident Blum trug sich damals als Ministerpräsident mit dem Ge­danken, in Genf ausführlich über Frank­reichs „großartigen Sozialismus" zu rese-

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