Ausgabe 
(6.7.1937) Nr. 182
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parteiamtliche Drgeszeitung

NachrichtenblaN der Deutschen flrbeitsftont Bremen

der National

flmtsblatt des Senats der §reien kjansestadt Bremen

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Nr. 182 / ?. Jahrgang

Dienstag, 6. Juli 1SZ?

kinzelpreis l5 Npf.

Unter Leitung Moskaus Wgaskrieg in Spanien

kin „venecalstabsplan für den Liftgaskrieg" gefunden / Sewaltige Produktion in zaklreichen Werken

Vor neuen

furchtbaren kreignisfen

(Li^suer vrabtbsriabt äsr „Lremsr Lleitnux") rä. Bilbao, 6. Juli.

Es scheint Tatsache zu sein, daß Moskau einen neuen Anschlag aus das spanische Volt plant, der das Schicksal der spanischen Bolschewisten noch in letzter Stunde wenden soll. Wenn nicht alle An­zeichen trügen, so ist schon in allernächster Zeit mit der Anwendung von Kampfgasen überall im

Unser lagesspiegel

Rotspanien bereitet einen Gistgaslrieg allergrößten Ausmatzes vor.

Der französische Botschafter Corbin ist mit neuen Instruktionen nach London zurück­gekehrt.

Die Sowjetunion hat die Amur-Inseln nicht geräumt.

In Wladiwostock wurden neue Bluturteile gefällt.

Nach den bisherigen Wahlergebnissen in Ir­land siegte de Valero.

Bernd Rosemeqer wurde Sieger des Van- derbilt-Pokal-Retmens.

Vor den NS.-Hochfchullehrern sprach Reichs- sührer Himmler.

Im Beisein unseres Gauleiters lief auf der A.-E. „Weser" das 28 »MI-Tonnen-Walsang- mutterschiff „Unitas" vom Stapel.

Lühr Hogrefe sprach gestern zum Standort Bremen der HJ. über den Eebietsausmarsch. Heute trifft Reichsarveitssührer Hier! im Arbeitsgau XVII ein.

Morgen erhält Bremen Pioniere in Biir- gerquartiere.

Die Aussuhr über die bremischen Häfen nahm beträchtlich zu.

Der deutsche Frachtenindex zieht weiter an.

spanischen Kriegsgebiet zu rechnen, für die um­fassende Vorbereitungen in aller Stille und in denkbar gröhtem Umfang und unter Anleitung sowjetrussischer Chemiker getroffen worden sind.

Schon in den letzten Wochen mutzte auf nati­onalspanischer Seite mehrfach die Feststellung ge­troffen weiden, datz das rote Gesinde! an den ver­schiedensten Fronten mit der Anwendung ver­schiedener Arten von Giftgasen offenbar „experi­mentierte". Eine Erklärung für diese Vorgänge liegt jetzt aus sicherer Quelle vor. Danach ist hinter der Anleitung von Sowjetrussen vor etwa drei Monaten in einer ganzen Reihe von Labo­ratorien und Giftaasfwbriken die Herstel­lung großer Mengen von Kampf­gasen in Angriff genommen worden. An der Spitze der mit der Herstellung von Gift­gas besonders beauftragten Fabriken stehen die „Union Espanola de Colorantes y Explosives" und die Gesellschaft „Jndustrias y Manufac- turas", beide in Barcelona. In beiden Fa­briken ist die Herstellung eines „an der Front" schon „erfolgreich erprobten" Kampfgases in größten Mengen inzwischen aufgenommen und eine außerordentliche Steigerung der Produktionsziffern oorbe ei.el worden. Neben den beiden genannten Werken hat eine ganze Reihe weiterer Fabriken in den drei letz­ten Monaten eine völlige Umstellung auf die ausschließliche Produktion von Kampfgasen vorgenommen. Diese - . k: sind u. a. die beiden Eiftgassabriken in Malgcat und in Sän Sadurni de Noya sowie die „Fabrik für chemische Artikel" in Lartagena. Zur Herstellung von Kampfgasen sind außerdem m größtem Um­fange einge>etzt worden die Electro-Quimica de Flix, die Sodad. Anonima-Croß, Badalona, die Fabrica Elizalde sowie die Sodad. Anomina Höret. 2n allergrößtem Stil wurde die Giftgas- herstellung außerdem in dem Eiftgaswcrk Bal- neareo-Ardena vorbereitet sowie in dem provi­sorischen Laboratorium für Giftgas in Bil­bao, im einstigen Collegio de Jesiatas Zu- dancho, wo der General st absplan für den vorgesehenen Eijtgaskrieg bei der Eroberung der Stadt der nationalspanischen Regierung in die Hände fiel.

Nach diesem Gcncralstabsplan ist es Tatsache, daß der Eiftgaskriea aus Befehl Moskaus unter Anleitung sowjetrussischer Chemiker in aller­größtem Stil in Spanien vorbereitet ist. Die zur Herstellung der Giftgase notwendigen und in Spanien selbst nicht vorhandenen Säuren sind in ständigen Transporten von den sowjetrussischer, Schwärzmeerhüsen nach Spanien gebracht worden. Aus nationalspanischer Seite sind unwiderlegbare Beweise dafür vorhanden, daß der spanische Dampfer „Andutz-Mendi" in regelmäßigem Ver­kehr zwischen Odessa und den rotspanischen Häfen Säuren nach Spanien gebracht hat, die zur Her­stellung der Giftgase verwandt worden sind. Der gleiche Dampfer hat seit Monaten zusammen mit dem Dampfer „Alceorca" den Transport ganzer lUisäunenanlagen zur Herstellung von Gasen von Odessa nach Sagunto sowie nach Lartagena bewerkstelligt..

Daß man sich bis ins letzte für den Giftgas- krieg auf rotspanischer Seite vorbereitet hat, geht schon daraus hervor, daß auf bolschewistischer Seite zweifellos in Erwartung eventueller Gegen­maßnahmen von nationalspänischer Seite fie­berhaft Vorsorge getroffen worden ist. die eigenen Truppen mit Gasmasken auszu­rüsten. Offiziell bekannt ist. daß allein über die Firma „Einest K Co" in Marseilles ein Trans­port von 50888 Gasmasken aus der Tschechoslowakei an die rotspanische Front geleitet worden ist. Die Lieferung dieser Gas­masken war schon Gegenstand einer Anfrage im Präger Parlament. Weitere umfangreiche Liefe­rungen von Gasmasken nach dem bolschewistischen

Teil Spaniens sind ebenfalls bekannt ebenso wie die Tatsache, daß auch die Herstellung von Gas­masken auf spanischem Boden selbst in größtem Umfang betrieben worden ist.

Alle diese Tatsachen lassen nur den einen Schluß zu, datz man aus bolschewistischer Seite einen letz­ten Versuch zu machen beabsichtigt, den Sieg des nationalen Spaniens doch noch, und zwar mit dem letzten und furchtbarsten Mittel, zu verhindern.

Es ist bemerkenswert, daß diese ganzen Vorbe­reitungen in L o n d o n. wo man sich ja besonders für den Eiftgaskrieg interessiert, verborgen gebncber sind Au' nationalspansicher Seite liegen inzwischen nicht nur die ersten unwiderlegbaren Beweise für die plötzliche Anwendung von Kampf­

gasen in größten Mengen in Gestalt der Opfer, die sie auf nationalspanischer Seite erforderten, vor, sondern der Eeneralstabsplan für den vorgesehenen und von langer Hand vorbereiteten Giftgaskrieg selbst befindet sich in den Händen der na­tionalspanischen Regierung.

Es darf angesichts dieser Tatsachen wohl die Frage erhoben werden, ob man in verschiedenen Hauptstädten Europas noch immer die Stirn hat, im Namen der „Humanität" für das spanische Volschewistengesindel einzutreten und ob es ange­bracht ist, die nach neuer „wohlwollender Unter­stützung" ausgesandten Vertreter dieser notorischen Vcrbrecherbande als „offizielle Vertreter" einer legalen „Regierung" in Empfang zu nehmen.

Neue Instruktionen sür torkln

Frankreichs Voischafter nach London ;uriickgekel,rt — l-roteske flusflüchte der Pariser presse

(llissus vradtwöläuuF cksr „Vrswsr 2situng")

Paris, 6. Juli.

Der französische Botschafter in London. Cor­bin, der über das Wochenende zur Berichterstat­tung in Paris weilte, kehrte Montag abend nach London zurück. Ueber die ihm mitgegebenen In­struktionen. ist von. amtlicher Seite nichts zu er­fahren. Während die allgemeine Auffassung dahin geht. daß Frankreich unverändert auf seiner bis-, hörigen Haltung beharren und eine Anerkennung Francos als Kriegführender verweigern werde, wird auf der anderen Seite ein angeblicher Kom­promißvorschlag, die Seekontrolle durch eine Hafenkontrolle zu ersetzen, erörtert. Wie man sich die Durchführung eines derartigen Planes denkt, steht auf einem noch unbeschriebenen Blatt. Sie soll unter Umständen darin bestehen, in jedem weiß- und rotspanischen Hafen neu­trale Beobachter zu stationieren, die über jede Landung von Kriegsmaterial und Freiwilli­gen zu berichten hätten. (Wie diese Berichterstat­tung zum Beispiel französischer Beobachter in Valencia oder Barcelona ausfallen würde, kann man sich leicht vorstellen!)

Da auch schon auf die Möglichkeit einer Ver­irr i t t l u ng durch den in London weilenden bel­gischen Ministerpräsidenten hingewiesen wurde, richten die französischen Kommunisten scharfe Angriffe gegen van Zeeland. den sie „faschistischer. Neigungen" und sonstiger „Charak­terfehler" beschuldigen. Auf der Suche nach Grün­den, zur Rechtfertigung der französischen Haltung verfällt die französische Presse auf die tollsten Ideen. Wenn man die nationalspanische Regierung als „kriegführende Partei" anerkenne, dann hätten '"'ffe Francos das Recht, alle nachRot

die Schi spanien gehenden t e n.

Schiffe anzuhal-

Dies könne aber nicht geduldet werden — so entblödet „Temps" sich zu erklären —, denn in diesem Falle könne Franco unter dem Vorwand, den Transport von Kriegsmaterial verhindern zu wollen, den Seehandel zwischen Frankreich und Nordasrika lahmlegen. Den „Temps"-Redakteuren müssen mindestens Eisbeutel verordnet werden.

köen beantwortet Spanienfragen

London, 5. Juli.

Im englischen Unterhaus ' gab Außenminister Eden am Montag auf eine Reihe von Anfragen eine längere Erklärung ab. in der er die letzten Ereignisse im Nichteinmischungsausschuß schil­derte. Eden drückte dabei die Hoffnung aus. daß die Freiwilligenfrage ebenfalls baldigst gefördert werde. Der Führer der Labour-Oppo- sition Attlee fragte Eden, wann der Nicht­einmischungsausschuß wieder zusammentreten werde. Er stelle diese Frage in Anbetracht der Gefahr, die durch die Lage an der französischen Grenze entstanden sei, die unter Kontrolle stehe, während die portugiesische Grenze offen sei und weiter in Anbetracht der Tatsache, daß keine Kontrolle, an der spanischen Mit­telmeerküste stattfinde. Eden erklärte, er könne weder den Zeitpunkt der Vollsitzung bekannt­geben. noch könnten verschiedene Dinge erwogen werden, bevor ein Zeitpunkt festgelegt werden könne. Das Unterhaus solle aber nicht den Ein­druck haben, daß die Lage an der spanischen Grenze unbefriedigend sei. obgleich er zugebe, daß die Lage schwer sei. (?)

Lloyd George fragte, ob nicht jetzt die ganze Ueberwachung an der portugiesischen Grenze ein­gestellt sei uns ob nicht, bis man zu einer Ver­einbarung gekommen sei. diese Grenze dem Waf­fenhandel offenstehe Eden antwortete, es sei

wahr, daß keine Ueberwachung an dieser Grenze stattfinde. Es sei aber auch wahr, daß der Erlaß, unter dem die Kontrollbeamten gehalten würden noch in Kraft sei. Aus diesem Grund möchte er nicht, daß das Haus annehme, die Grenze stehe jetzt dem Waffenhandel offen. Der konservative Abgeordnete Cazalat fragte darauf, ob denn jetzt die Küste der spanischen „Regierung" (Valencia) für alle Schiffe offen sei. Eden ant­wortete. ja. das sei tatsächlich der Fall. Allerdings hätten sich die Schiffe gewissen Regeln des Sche­mas zu unterwerfen, die noch in Kraft seien. '

Von Zee'and in London

(üügsnsr Oraktbsrlelit äsr „Dramsr 2situoZ")

London, 6. Juli.

Der belgische Ministerpräsident van Zee­land traf. Montag auf seiner Rückreise von Newyork in London ein. Nach seinen eigenen Erklärungen will er die englische Regierung über seine Besprechungen mit den amerikanischen Staatsmännern im Verfolg der ihm von Eng­land und Frankreich aufgetragenen wirtschafts- politischen Untersuchungen unterrichten. Eine der wichtigsten Fragen wird hierbei sein. ob Großbritannien auf Grund der Ergebnisse der Empire-Konferenz bereit sei. einen Beitrag zur Wiederbelebung des Welthandels zu leisten und welche Möglichkeiten dazu be­stehen würden. Die Besprechungen van Zee- lands mit Chamberlain, Eden und Simon dürf­ten aber mit diesem Thema, so meinen die eng­lischen Blätter, keineswegs erschöpft sein. Es wird vielmehr als wahrscheinlich bezeichnet, daß auch die Frage der Nichteinmischung mit van Zeeland durchgesprochen werden soll.

MAU

IV< xestcm auk üer l>> III --'Iien klkk- -.rill II - i liinonbau .16. „V t'»'i'' III lurvo^c-iilieir linderes Onulvitvi'.-! tzliielilii'li vorn >UtpeI Aclriiikeno

V alkanxiniittci^c-liikk „l intas". I>iv >ieteiiAnnxo ,Ies lntvixv-»--erteile .nick mit MeiweiL Llixe^triclioii, veil cker Xnstrieli üiese« Teil,--, ei-,t im voolc oacli äor VsriiKsisIIunK ckes 8clukkc- erlolKt. (8l«lis unsere Lonäsrssite im Innern äes LInttes.) Kuku.: Lodwiät

London und Vubkn

Nach den Waftlen in Irland

In Irland haben allgemeine Wahlen stattgefun­den, deren Ausfall darüber bestimmen soll, ob das Land die von de Valera verkündete Lostren- nnng Irlands von Großbritannien gutheißt und als selbständiger Staat aus dem britischen Empireverband austreten will. Soweit bisher zu überblicken ist, hat sich eine Mehr­heit um de Valera geschart und damit seine Politik gebilligt. Wird aber damit die irische Frage, die durch lange Jahrzehnte London und Dublin bewegt hat, eine endgültige Lösung ge­funden haben? Man darf es bezweifeln. Man wird unwillkürlich die Frage auswerfen, ob nun Irland eine Republik unter einem „llchtaran na Heirean", wie der Titel des zukünftigen Staatsoberhauptes oder Präsidenten von Irland auf gälisch lautet, oder ein Königreich ist. Denn während nämlich de Valera in Dublin die Los­trennung Irlands aus dem Empireverbande und die republikanische Staatsform verkündete, wurde gleichzeitig Georg VI. in London feierlich auch zum König von Irland gekrönt. Gewiß. Irland hat keinen Vertreter zu den Krönunas- feierlichkeiten entsandt, nahm auch an den Empire­beratungen nicht teil, aber vorläufig handelt es sich nur um einen einseitigen Akt, zu dem der andere Partner, Großbritannien, noch nichi Stellung genommen hat.

In London, nimmt man diesen Widerspruch und Zwiespalt nicht allzu tragisch, wenigstens vor­läufig nicht. Die Presse meint, daß das Irland de Valeras ein „Traum land" sei, das es in Wirklichkeit nicht gäbe und das erst geschaffen werden müßte. Man fügt hinzu, daß auch die gälische Sprache, die in Zukunft den Vorrang vor dem Englischen in Irland haben soll, eine Er­findung sei und von der überwiegenden Mehr­heit der Jrländer gar nicht verstanden werde. Die neue Verfassung berücksichtige auch nicht, daß die Beziehungen zwischen Britannien und Irland sehrfesteunduralte seien und daß es Bin­dungen politischer, militärischer und wirtschaft­licher Art gäbe, die sich nicht durch einen Feder­strich lösen ließen. Ferner müsse beachtet werden, daß die nördlichen sechs Grafschaften Ulsters, die einen Staat im Staate bilden und ihre eigene Vertretung in Belfast haben, sich niemals gutwillig in ein von de Valera erträumtes Groß- irland einfügen lassen würden. Sie seien betont königstreu und hielten zu England.

In der neuen irischen Verfassung wird die Ka» tholizität des Staates als Grundlage des öffent­lichen Rechtes unterstrichen. In Nordirland aber feiert der Orange-Orden, das ist die streitbare Gemeinschaft der Unionisten, alljährlich noch immer den Gedenktag der Schlacht von Boyne, in der die Katholiken Südirlands vernichtend VW Wilhelm von Oranien geschlagen wurden.

Bei allen gegenwärtigen Erörterungen über die britisch-irischen Beziehungen tritt die Persön­lichkeit de Valeras in den Vordergrund. Eamon de Valera wurde 1882 in Newyork als der Sohn eines spanischen Emigranten und einer irischen Mutter geboren. Als er zwei Jahre alt war. starb sein Vater, und der kleine Knabe wurde zu seiner Großmutter nach Bruce in Süd­irland geschickt, während seine Mutter eine zweite Ehe in Amerika einging. Er wurde als stren­ger Katholik erzogen, .studierte an der Uni­versität von Dublin Mathematik und Physik, wid­mete sich aber hauptsächlich der gälischen Sprache und der Geschichte Irlands. 1910 heiratete er die gälische Dichterin Jane Flanagen, mit der er sechs Kinder hat. Im Jahre 1918 kämpfte er im irischen Aufstand gegen England und erklärte schon damals, daß er seine Lebensaufgabe in der Befreiung Irlands von der eng­lischen Herrschaft sehe. In seiner äußeren Erscheinung ist de Valera der Typ eines Gelehr­ten. Ein wenig nachlässig in seiner Kleidung, da er nie Stoffe benutzt, die in England hergestellt oder von einem englischen Schneider genäht wer­den. Selten lächelt er, er trinkt und raucht nicht und treibt niemals Sport. Alles Protestantische und Englische lehnt er ab.

In seinem Lande erfreut er sich einer großen Popularität. Südirland sieht in ihm die Verkörperung der irischen Freiheit und den Rächer für all die Unbill, die Irland in früheren Jahrzehnten durch die englische Herr­schaft erdulden mutzte. In seinem Unabhängig­keitsprogramm fordert de Valera die Ober­hoheit über alle irischen Häfen, einer­lei, ob sie britischen Militärzwecken dienen oder nicht, er lehnt die Sonderstellung der Ulsterpro­vinzen ab. im besten Falle ist er bereit, in ein „vernünftiges" Verhältnis zu England zu treten, besten Tragweite aber er allein bestimmen will.

Auch in London scheint man die Hoffnung nicht zu verlieren, daß schließlich doch noch ein Kom­promiß gefunden werden wird. Durch die un- gemein dehnbaren Bestimmungen des Empire- statutes besitzt England keine gesetzlichen Zwangsmittel gegen Irland und